06 - Seite 410 bis Ende (ab Kapitel 85)

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  • Hier könnt Ihr zum sechsten und letzten Abschnitt schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Ich musste jetzt unbedingt wissen, wie es ausgeht. TochterAlice hatte mit ihrem Gefühl, dass es für Ronny schlecht ausgehen könnte, leider recht gehabt :( Das war aber auch alles dumm gelaufen mit diesem kurzfristigen Termin und dann noch der Änderung des Treffpunkts. Aber klar, das war von Schwenk natürlich absichtlich so eingefädelt worden, damit er sein geplantes Ding durchziehen kann. Unser Misstrauen Schwenk gegenüber war berechtigt: wie perfide, so hat er Ronny nicht selbst umgebracht, sondern lässt das durch Dennis und Liese erledigen, damit er einen Grund hat, die beiden Nazis wiederum zu töten. Und es bringt ja wirklich nichts, dass Vincent die ganze Geschichte kennt. Wenn Ronny nicht dem Treffen zugestimmt hätte, dann würde er sicher noch leben, andererseits war die Verlockung natürlich groß, Liese damit eine Falle zu stellen. Auch wenn ich Schwenk nicht getraut habe, aber dass er so ein Ding dreht, darauf wäre ich auch nicht gekommen.
    Was hätte Schwenk denn getan, wenn Ronny ihn nicht gebeten hätte, mitzukommen? Für den Fall hatte er sicherlich auch schon einen Plan.


    Ansonsten kann der Fall komplett aufgelöst werden, alle Beteiligten sind geschnappt, außer Thorsten Franck. Er steckte tatsächlich tiefer in der ganzen Angelegenheit drin und ich hoffe, sie bekommen ihn früher oder später noch in die Finger. Dass er Marie tatsächlich noch angerufen hat und sie darum bittet, mit ihm zu kommen, hat mich aber überrascht. Warum macht er das? Um sie doch noch auf seine Seite zu ziehen bzw. um sie dann später zum Schweigen zu bringen? Da hat er Marie allerdings völlig falsch eingeschätzt. Erst der Tod von Melli und dann noch der Anschlag auf Pabst. Pabst war genauso, wie er sich in der Öffentlichkeit gegeben hat und er hat Marie die ganze Wahrheit erzählt - schade, dass er sterben musste.


    Gut, dass Marie nochmal bei Nina und Vincent unterkommen konnte. Aber ob das mit Nina und Vincent auf Dauer was wird, daran habe ich mich meine Zweifel, wenn sie jetzt schon eifersüchtig ist.


    Die Lösung, Anna in ein anderes Kommissariat zu versetzen, ist eine gute Idee, denke ich, denn ich denke auch, dass die weitere Zusammenarbeit nicht gut klappen würde. Interessant fand ich auch Erhans Einstellung zu den Flüchtlingen, das kommt ja nicht so selten vor. Ich bin froh, dass Hamid nichts passiert ist, als er Bolle überwältigte. Und die Förster konnte auch mal etwas weniger kratzbürstig sein, vielleicht ist sie nun in Zukunft etwas zugänglicher.


    Der Epilog fand ich sehr passend, der den Bogen zum Prolog damit schloss. Und ja, es ist richtig, über solche Leute wie diese Liese gibt es lange Dokumentationen und Erklärungsversuche, während keiner mehr an die Opfer und ihre Angehörigen denkt.


    Ein tolles und spannendes Buch, und es wird nicht mein letztes Buch von Horst sein.

  • Ich habe dieses Buch auch sehr gern gelesen, ein ziemlich ungewöhnlicher Krimi. Manchmal hat mich die umgeschriebene Realität ein wenig irritiert, da habe ich überlegt, ob es so war oder anders, weil so ganz genau hatte ich es dann doch nicht mehr im Kopf. Soviel ich weiß, sitzt die wahre Beate Zschäpe aber noch im Knast, oder ist es ein Double ??? Vielleicht ist sie gerade auf der Flucht, wurde erschossen oder was auch immer, wer weiß das schon so genau? ;) Meine Phantasie ist jedenfalls enorm beflügelt worden durch die ganzen Ausführungen von Horst!


    Ich war auch nicht froh, dass meine Mutmaßungen in Bezug auf Ronny eintrafen, aber er war so ein Unglücksrabe, so ein Mensch, der das Negative anzieht. Dabei hätte ich ihm durchaus noch ein paar schöne Jahre mit Sandra gegönnt (und umgekehrt).


    Ich fand Thorsten Franck zwar durchgehend unsympathisch, einen solch kaltblütigen Mord an seiner Exfrau hätte ich ihm aber nicht zugetraut. Da kann man mal sehen. Ich fand es auch schade, dass Helmut Pabst sterben musste. Ich fand ihn viel sympathischer als das Bild, das ich von ihm hatte und hätte den beiden auch noch ein paar gute Jahre miteinander gegönnt"


    Ich finde, dass Vincent ein ganz wunderbarer Mensch und guter Polizist ist und würde ihm eine weniger engstirnige Frau als Nina gönnen. Marie vielleicht? Vincent war Ende der 80er 18, das heißt er ist so um 1970 geboren. Da müsste er schon auf ältere Frauen stehen, denn ich schätze Marie dann doch um einiges älter.


    Ich hoffe, dass Bastian Schwenck richtig bluten muss, aber leider kommen solch fiesen Typen immer durch. Ich fand es gut, dass das auch im Buch so ist: zwar ärgerlich, aber leider authentisch.


    Auch ich bin jetzt ein Fan von Horst und der Vincent-Veih-Reihe und werde alte und neue Fälle mit großer Begeisterung lesen!


  • Erst der Tod von Melli und dann noch der Anschlag auf Pabst. Pabst war genauso, wie er sich in der Öffentlichkeit gegeben hat und er hat Marie die ganze Wahrheit erzählt - schade, dass er sterben musste.


    Gut, dass Marie nochmal bei Nina und Vincent unterkommen konnte. Aber ob das mit Nina und Vincent auf Dauer was wird, daran habe ich mich meine Zweifel, wenn sie jetzt schon eifersüchtig ist.


    Also, ich habe Pabst etwas anders wahrgenommen - so ein aalglatter Politiker, der bei Bedarf den Gutmenschen raushängen lässt. "In Echt", also im Gespräch mit Marie, gefiel er mir um Längen besser, ein wirklich angenehmer Mensch, schade, dass das ihr letztes Gespräch war!


    Ja, Nina ist da wirklich ein bisschen extrem!

  • Das war ja noch mal ein sehr dramatisches Ende. Um Ronny tut es mir sehr leid. Gut, er ist selbst ein Mörder, und ich bin immer noch schockiert über diese ... tja, wie soll ich es nennen? Arbeitsmethoden? Ich denke, Ihr wisst, was ich meine. Trotzdem gehört Ronny zu den Guten, und ich hätte ihm nach all diesen harten Jahren wirklich etwas Ruhe und Glück gegönnt.


    Auch um Pabst tut es mir leid. Wir haben ihn zwar nicht so gut kennengelernt, aber er scheint doch ein guter Mensch gewesen zu sein.
    Es wäre schön gewesen, wenn er und Marie noch mal neu hätten beginnen können zusammen.


    Franck hat sich als wirklich skrupelloser und ja, böser Mensch entpuppt, was sich ja schon vorher abzeichnete und keine Überraschung mehr war. Warum musste Melli ihn nur erpressen!? Da hat sie ihren Exmann "unterschätzt".


    Vincent ist ein sehr vielschichtiger und sympathischer Charakter. Mir hat er hier sehr gefallen, und ich würde auch gerne mehr von ihm lesen. Die beiden Vorgängerbände kenne ich noch nicht, da habe ich also noch Lesestoff vor mir :lesen:


  • Gut, dass Marie nochmal bei Nina und Vincent unterkommen konnte. Aber ob das mit Nina und Vincent auf Dauer was wird, daran habe ich mich meine Zweifel, wenn sie jetzt schon eifersüchtig ist.


    Ich würde es Nina und Vincent ja wünschen, dass es diesmal mit ihnen gutgeht, aber so wirklich harmonisch kommt mir ihre Beziehung auch (noch) nicht vor.



    Und ja, es ist richtig, über solche Leute wie diese Liese gibt es lange Dokumentationen und Erklärungsversuche, während keiner mehr an die Opfer und ihre Angehörigen denkt.


    Was ich auch sehr traurig finde!


  • Franck hat sich als wirklich skrupelloser und ja, böser Mensch entpuppt, was sich ja schon vorher abzeichnete und keine Überraschung mehr war. Warum musste Melli ihn nur erpressen!? Da hat sie ihren Exmann "unterschätzt".


    Nun macht es auch Sinn, warum wir alle am Anfang den Eindruck hatten, dass sie so fordernd Thorsten gegenüber ist, weil sie ihn erpresst hat!

  • Die Auflösung der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, die einzelnen Fäden, die im Laufe der Geschichte gesponnen wurden, werden überzeugend miteinander verflochten und ergeben ein absolut stimmiges Gesamtbild.


    Ronny hat seinen letzten großen Fehler begannen, als er sich von Bastian von dessen Unschuld hat überzeugen lassen. Dieser Umstand kostet ihn beim Wiedersehen mit Liese fast schon erwartungsgemäß das Leben und Bastian kann alle Beweise vernichten, die auf das Landesamt für Verfassungsschutz hinweisen, so das er und seine Hintermänner einigermaßen schadlos aus dieser Geschichte herauskommen. Etwas unbefriedigend, aber leider absolut realistisch.


    Die Überraschung, das Thorsten Franck und seine "Matala-Connection" für die Produktion und den Vertrieb des Crystal Meth verantwortlich ist, und Melli sterben musste, weil sie ihren Ex-Mann erpresst hat, ist absolut gelungen, aber auch durchaus stimmig.


    Aus Vincents starkem Verdacht, das es sich bei Ole "Odin" Neumann, dem Nazi-Anwalt mit RAF-Vergangenheit, um seinen Vater handelt, ergibt sich ja auch noch einiges an Konfliktpotential für den nächsten Fall.


    Im Epilog taucht die Frau aus dem Prolog noch einmal auf und wir können ihren Gedanken über die Auflösung der Mordserie (bzw. zu dem, was davon an die Öffentlichkeit gedrungen ist) , denen sie am Grabe ihrer Vaters nachgeht, verfolgen. Dachte ich am Anfang noch, das sie auch in der Hauptgeschichte noch eine Rolle spielen könnte, dienen diese Passagen doch meiner Meinung nach eher dazu, hier auch den Opfern der Mordserie ein Gesicht zu geben, da ansonsten ja eher die Täter im Mittelpunkt stehen. Dazu passt auch die erschreckend lange Liste der Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit dem 3.10.1990.

    "Wer Bücher liest, kennt sogar den Zusammenhang, aus dem Zitate gerissen werden." (unbekannter Autor)


  • Ich habe dieses Buch auch sehr gern gelesen, ein ziemlich ungewöhnlicher Krimi. Manchmal hat mich die umgeschriebene Realität ein wenig irritiert, da habe ich überlegt, ob es so war oder anders, weil so ganz genau hatte ich es dann doch nicht mehr im Kopf. Soviel ich weiß, sitzt die wahre Beate Zschäpe aber noch im Knast, oder ist es ein Double ??? Vielleicht ist sie gerade auf der Flucht, wurde erschossen oder was auch immer, wer weiß das schon so genau? ;) Meine Phantasie ist jedenfalls enorm beflügelt worden durch die ganzen Ausführungen von Horst!


    Dadurch, das die Mitglieder der NSU hier nicht mit ihren richtigen Namen auftauchen, sondern mit fiktiven Namen belegt werden, ergibt sich natürlich auch eine gewisse künstlerische Freiheit, die auch sehr ausgiebig und auf sehr spannende Art und Weise genutzt wird.

    "Wer Bücher liest, kennt sogar den Zusammenhang, aus dem Zitate gerissen werden." (unbekannter Autor)

  • Dadurch, das die Mitglieder der NSU hier nicht mit ihren richtigen Namen auftauchen, sondern mit fiktiven Namen belegt werden, ergibt sich natürlich auch eine gewisse künstlerische Freiheit, die auch sehr ausgiebig und auf sehr spannende Art und Weise genutzt wird.


    Ja, das wollte ich damit sagen - ich habe dieses Spiel mit Wahrheit und Fiktion sehr genossen.

  • Heute mitten in der Nacht hab ich das Buch noch auslesen müssen - so ein Mist, wenn man ständig arbeiten gehen muss und Termine hat. :( Wie schade, dass ich nicht mehr so jung bin, dass ich eine nächtliche Lesesession locker wegstecke. Na egal - das Ende war das auf jeden Fall wert.


    Ach, ich wünschte wirklich, unsere Hoffnungen hätten sich bestätigt. Doch leider stirbt Ronny tatsächlich. Und zwar bei einer ganz fiesen Nummer von Schwenk. Unglaublich, da nutzt er Ronny jahrelang aus und nun sägt er ihn ab, bevor er die Chance bekommt, ein richtiges Leben zu führen. Über Ronny mache ich mir aber auch so noch Gedanken. Was wäre wohl geworden, wenn Ronny und Vincent damals ein besseres Verhältnis gehabt hätten? Wobei ich mich ja schon wundere, dass aus Vincent ein so anständiger Mensch geworden ist - mit einem Nazi-Opa, einer RAF-Mutter und einem unbekannten Vater, der auf allen Seiten mit mischt. Und obwohl Ronny alle meine Sympathien hat, darf man nicht vergessen, dass er drei Menschen getötet hat. Bei Matthias hätte er sich vielleicht nicht anders herauswinden können, aber bei Gerri und Max... da hätte er schon die Reißleine ziehen können. Natürlich nicht ohne Konsequenzen, aber Mord ist halt auch ein dickes Ding. Ah, ich bin unschlüssig. Definitiv wäre Ronnys Leben glücklicher verlaufen hätte er nie Schwenk getroffen. So war Schwenk sein Glück und Verderben in einem. Und bitter ist, dass nun Schwenk weiter schaltet und waltet und Ronny tot ist.


    Thorsten Franck ist nun also noch flüchtig. Ich vermute mal, er hat sich genug Geld beiseite geschafft, um mit Wohlstand im Exil zu leben, in einem Land, welches nicht ausliefert. Wozu er allerdings noch Marie angerufen hat und überreden wollte, zu ihm zu kommen, verstehe ich nicht. Gab es noch wichtige Unterlagen, die er selbst nicht mehr holen konnte? Aber wenn das Büro überwacht bzw. durchsucht worden ist, dann hätte Marie doch dort auch nichts mitnehmen können. Und nachdem er einen Mörder auf sie angesetzt hat, muss ihm doch klar gewesen sein, dass sie auf jeden Fall ablehnt.
    Mellis Erpressung hat ihn dazu gebracht, Lucke und Hentrich auf sie zu hetzen - aber so ganz verstehe ich es trotzdem nicht. Hat Melli sich so sicher gefühlt, dass sie ihn wirklich erpresst hat? Ich meine, sie muss doch alles gewusst haben, sie war doch in Matala dabei. Und danach die Drogenfabrik und sie hatte doch auch Drogen von ihm. Und ich erinnere mich, dass in dem Kapitel, dass wir mit ihr erleben, sie sich darüber überhaupt keine Sorgen macht, sondern nur um den Koch, der sie beklaut hat. Irgendwie hat sie da doch ihre Prioritäten verbuxelt - hätte sie nicht eher vor dem Mann Angst haben müssen, den sie erpresst? Manche Menschen sind schon seltsam....


    Aber auch wenn ich ihre Beweggründe nicht verstehe, hat sich ja wirklich alles aufgelöst und nahtlos zusammen gefügt. Im vorigen Leseabschnitt hatte ich schon ein wenig Sorge, wie das alles zusammen passen soll. Und ganz ehrlich, ich könnte das Geflecht jetzt auch schlecht nacherzählen. Respekt, wie hier alles zusammen gefügt wurde und wie mit Zahnrädern ineinander passt.


    Vincent Veih ist ein sehr integerer Polizist und ich bin froh, dass er bei der Polizei bleibt, seinen Job behält und die Gerechtigkeit wieder hergestellt ist. Zumindest für meinen Seelenfrieden - ich finde die Vorstellung von Korruption und Vetternwirtschaft und rechten Gedanken und und und... innerhalb der Polizei immer ganz schrecklich. Wenn man der Polizei nämlich nicht mehr vertrauen kann, wem denn dann? Und trotzdem ist Veih nun nicht der gutmütige Typ - er sagt Anna ja sehr direkt, dass sie sich einen anderen Job suchen soll und recht hat er. Gut ist auch, dass einer der Chefs dran glauben musste - ich kann mich grad nicht mehr erinnern, wie er heißt. Vielleicht gibt Vincent dem neunmalklugen Dominik noch eine Chance? Er denkt zwar, er kann schon alles, aber immerhin hat er sich nicht bewusst gegen Anna gestellt. Aus Dominik kann also noch was werden. ;)


    Und ich sehe schon: ich bin nicht allein. Auch mich hast Du, Horst, als Fan gewonnen und in meinem Regal tummelt sich sogar schon der erste Teil um Vincent Veih: Schwarzlicht. ;D


  • Gut, dass Marie nochmal bei Nina und Vincent unterkommen konnte. Aber ob das mit Nina und Vincent auf Dauer was wird, daran habe ich mich meine Zweifel, wenn sie jetzt schon eifersüchtig ist.


    Hm, da sagst du was wahres. Ich bin auch nicht überzeugt, ob die Beziehung wirklich Zukunft hat und der zweite Versuch die beiden vorwärts bringt. Wenn sie sich geeinigt haben, es nochmal zu versuchen, muss man unter die vorige Beziehung einen Schlussstrich ziehen und nicht verbittern - denn sonst, fürchte ich, wird das vermutlich auch im zweiten Anlauf nichts.



    Also, ich habe Pabst etwas anders wahrgenommen - so ein aalglatter Politiker, der bei Bedarf den Gutmenschen raushängen lässt. "In Echt", also im Gespräch mit Marie, gefiel er mir um Längen besser, ein wirklich angenehmer Mensch, schade, dass das ihr letztes Gespräch war!


    Hm, ich finde es schwer, Pabst einzuschätzen. Wir haben ihn ja wirklich nur sehr kurz kennen gelernt. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Sache mit Thorsten Franck und den anderen ein Ausrutscher war. Marie hat ihn ja anders kennen gelernt und anscheinend war er ja von Crystal Meth abhängig, als er bei Franck und Co. eingestiegen ist. Es würde mich sowieso noch interessieren, wie er es geschafft hat, clean zu werden und dann doch noch eine richtig respektable Karriere hinzukriegen - oder war er noch gar nicht clean?
    Jedenfalls scheint ja ein Umdenken bei ihm statt gefunden zu haben - soweit wir mitbekommen haben. Auch die Aussagen, die er in der Presse gegeben hat, waren ja positiv. Na, wir werden es vermutlich nicht erfahren, es sei denn Horst plaudert noch ein wenig aus dem Nähkästchen... ;D



    Im Epilog taucht die Frau aus dem Prolog noch einmal auf und wir können ihren Gedanken über die Auflösung der Mordserie (bzw. zu dem, was davon an die Öffentlichkeit gedrungen ist) , denen sie am Grabe ihrer Vaters nachgeht, verfolgen. Dachte ich am Anfang noch, das sie auch in der Hauptgeschichte noch eine Rolle spielen könnte, dienen diese Passagen doch meiner Meinung nach eher dazu, hier auch den Opfern der Mordserie ein Gesicht zu geben, da ansonsten ja eher die Täter im Mittelpunkt stehen. Dazu passt auch die erschreckend lange Liste der Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit dem 3.10.1990.


    Ich finde es schwierig, den Opfern in einem Krimi angemessenen Platz zu lassen. Letztendlich dreht sich ja im Krimi alles darum, die Täter dingfest zu machen. Aber sowieso übt das Böse auf die Menschen einfach immer ein bisschen mehr Faszination auf die Menschen aus, als das Gute. Ob sich das wohl jemals ändern wird? Ich hege da meine Zweifel.
    Ehrlich gesagt, hatte ich den Prolog schon vergessen, bis ich dann eben den Epilog gelesen habe. Auch die Liste der Todeopfer der rechten Gewalt ist beeindruckend und erschreckend - vor allem, wenn man weiß oder vermuten kann, dass manche von diesen Morden vom Staatsschutz billigend in Kauf genommen wurden oder durch finanzielle oder ähnliche Mittel überhaupt erst möglich gemacht worden sind.
    Und so finde ich den Prolog und Epilog, sowie die Liste als guten Ausgleich, wenn auch textlich zwar weniger, dafür aber nachdenklicher, bewegender. Der Anfang und das Ende gehört den Opfern.

  • Was für ein Ende mit so vielen Toten.
    Ich hatte es ja schon vermutet, dass es für Ronny kein gutes Ende nimmt. Jetzt hat sich das leider bestätigt, er wurde bei dem Treffen mit Liese in einen Hinterhalt gelockt und eiskalt erschossen. Es konnte halt auch der rechten Szene nich verborgen bleiben, dass Ronny als Spitzel arbeitet, er war halt einfach schon zu lange dabei. Wahrscheinlich hätte man ihn früher abziehen müssen und ihm eine neue Identität geben, wie es ja jetzt wohl auch geplant war. Mich wundert, dass Vincent es zugelassen hat, dass Ronny zu dem Treffen geht. Selbst wenn er zeitig an dem Treffpunkt gewesen wäre, hätte er wahrscheinlich keine Chance gehabt Ronny zu retten. Aber es war natürlich auch verlockend, Liese zu fangen und damit die Fehler, durch die die Flucht ermöglicht wurden, auszumerzen. Um Ronny tut es mir wirklich leid, es schien mir ein netter junge zu sein, der leider zwischen den Mühlen der Geheimdienste zermahlen wurde.


    Thorsten Franck war also der Mörder seiner Frau. Sie hatte versucht ihn zu erpressen, da sah er leider keinen anderen Weg, als Melli zu ermorden. Schlimm ist nur, dass er jetzt der einzige zu sein scheint, der sich durch Flucht der Verhaftung entziehen konnte und sich ins Ausland abgesetzt hat.


    Auch die Ermordung Pabst war ein heftiges Ereignis. Marie und er hätten ein schönes Paar abgegeben und er hat sich noch etwas Anstand erhalten, obwohl er auch ganz schön tief in den Matala-Sumpf verstrickt war.


    Er einzige für den es ein gutes Ende gab ist Vincent. Er ist vollständig rehabilitiert und sein Chef, der ihm den ganzen Ärger eingebrockt hat, hat jetzt ein Problem. Er scheint ja der Anstifter gewesen zu sein, obwohl ich seine Beweggründe nicht ganz verstehen kann. Anne wird ja dann wohl die Abteilung verlassen und Vincent kann wieder Ruhe in seine Abteilung bringen. Gut so, ich hoffe, wir warden noch mehr Fälle von ihm zu lesen bekommen.


  • Ich hoffe, dass Bastian Schwenck richtig bluten muss, aber leider kommen solch fiesen Typen immer durch. Ich fand es gut, dass das auch im Buch so ist: zwar ärgerlich, aber leider authentisch.


    Das hoffe ich auch, dass er ordentlich bestraft wird, hat er doch mit Ronny immer ein doppeltes Spiel gespielt und ihn letztendlich auch ans Messer geliefert. Das so jemand im öffentlich Dienst arbeitet, hat mich bis zum Ende gewundert. Aber die Vorgesetzten scheinen ja auch ganz schön in die ganzen Machenschaften verwickelt zu sein.


  • Thorsten Franck ist nun also noch flüchtig. Ich vermute mal, er hat sich genug Geld beiseite geschafft, um mit Wohlstand im Exil zu leben, in einem Land, welches nicht ausliefert. Wozu er allerdings noch Marie angerufen hat und überreden wollte, zu ihm zu kommen, verstehe ich nicht. Gab es noch wichtige Unterlagen, die er selbst nicht mehr holen konnte?


    "Der Mann ist offenbar in heller Panik, sagte sie sich. Er muss fliehen und traut sich nicht, zuvor noch seine wichtigsten Unterlagen aus dem Büro zu holen. Ich bin die Einzige, die ihm helfen kann, auch im Ausland über sein Vermögen zu verfügen." - So erklärt sich Marie das letztlich etwas irrationale Verhalten von Thorsten Franck (S. 459f). Und ich habe es mir auch so gedacht.


  • Jedenfalls scheint ja ein Umdenken bei ihm statt gefunden zu haben - soweit wir mitbekommen haben. Auch die Aussagen, die er in der Presse gegeben hat, waren ja positiv. Na, wir werden es vermutlich nicht erfahren, es sei denn Horst plaudert noch ein wenig aus dem Nähkästchen... ;D


    Ich denke, jeder kennt das aus dem eigenen Leben: Man macht Fehler, bereut sie und versucht, es in Zukunft besser zu machen. Helmut Pabst hat in jungen Jahren auf Marie großen Eindruck gemacht, hatte aber auch etwas von einem Hallodri. Er unternahm mit Marie die unausgegorene Beagle-Befreiungsaktion und stand ihr nicht sofort bei, sondern floh zunächst. Das machte ihn fertig und er beging schon wieder den nächsten Fehler, ließ sich auf Drogen und falsche Leute ein. Davon hat er sich Schritt für Schritt gelöst, was wir gut finden. Und weil er weiß, wozu Fehler führen können, versucht er heute, korrekt zu handeln. Dass gerade er ermordet wird, ist natürlich tragisch, aber von solchen Momenten leben Romane. Und auch die Wirklichkeit ist voll davon.


  • So war Schwenk sein Glück und Verderben in einem.


    Das umschreibt es passend.



    Mellis Erpressung hat ihn dazu gebracht, Lucke und Hentrich auf sie zu hetzen - aber so ganz verstehe ich es trotzdem nicht. Hat Melli sich so sicher gefühlt, dass sie ihn wirklich erpresst hat? Ich meine, sie muss doch alles gewusst haben, sie war doch in Matala dabei. Und danach die Drogenfabrik und sie hatte doch auch Drogen von ihm. Und ich erinnere mich, dass in dem Kapitel, dass wir mit ihr erleben, sie sich darüber überhaupt keine Sorgen macht, sondern nur um den Koch, der sie beklaut hat. Irgendwie hat sie da doch ihre Prioritäten verbuxelt - hätte sie nicht eher vor dem Mann Angst haben müssen, den sie erpresst? Manche Menschen sind schon seltsam....


    War das nicht auch so, dass sie sich eher daran erinnert hat, wie sich Thorsten um sie gekümmert hat, als es ihr schlecht ging? Ich glaube, sie hat die Gefahr einfach nicht gesehen, als sie ihren Ex erpresste. Und dann noch drogenabhängig, da handelt man öfters irrational.


  • "Der Mann ist offenbar in heller Panik, sagte sie sich. Er muss fliehen und traut sich nicht, zuvor noch seine wichtigsten Unterlagen aus dem Büro zu holen. Ich bin die Einzige, die ihm helfen kann, auch im Ausland über sein Vermögen zu verfügen." - So erklärt sich Marie das letztlich etwas irrationale Verhalten von Thorsten Franck (S. 459f). Und ich habe es mir auch so gedacht.


    Stimmt, an diese Szene hat ich vor lauter Spannung gar nicht mehr gedacht :-[

  • Und so finde ich den Prolog und Epilog, sowie die Liste als guten Ausgleich, wenn auch textlich zwar weniger, dafür aber nachdenklicher, bewegender. Der Anfang und das Ende gehört den Opfern.


    Ja, die Liste ist erschreckend und ich finde auch gut, dass sie in dem Buch einen Platz gefunden hat. DunklesSchaf: das hast du sehr schön beschrieben, dass der Anfang und das Ende den Opfern gehör.t

  • War das nicht auch so, dass sie sich eher daran erinnert hat, wie sich Thorsten um sie gekümmert hat, als es ihr schlecht ging? Ich glaube, sie hat die Gefahr einfach nicht gesehen, als sie ihren Ex erpresste. Und dann noch drogenabhängig, da handelt man öfters irrational.


    Uh, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, dass sie sich daran erinnerte... ;D
    Aber mal Spaß beiseite - das spricht jetzt nicht unbedingt für sie, wenn sie Thorsten in guter Erinnerung hat und ihn dann erpresst. Aber die Drogenabhängigkeit dient hier auch zur Erklärung.


    @Horst: Danke für die Aufklärung wegen Thorsten Francke und Marie - an den Satz konnte ich mich tatsächlich auch nicht mehr erinnern (Notiz für mich - keine nächtlichen Leseaktionen mehr... :() Wenn nun aber Thorsten auf der Flucht ist und gar nicht an sein Geld kommt? Dann kann ich mir zum einen vorstellen, dass sein Leben jetzt nicht sehr leicht wird und zum anderen, dass er dadurch vielleicht doch schnell geschnappt werden kann. Wobei solche Leute ja oft Schlupflöcher finden...



    DunklesSchaf: das hast du sehr schön beschrieben, dass der Anfang und das Ende den Opfern gehör.t


    Danke! ;D