2) Seite 85 - Seite 198 (5. Kapitel - bis einschl. 13. Kapitel)

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    Mitte Mai 1912 - Vila Kastlunger, Val Badia
    Bun dé, Elisa Kastlunger. Ein wunderschöner Morgen, nicht wahr?

  • Ich habe gestern das schöne Wetter zum Lesen im Garten genutzt.


    Nun sind noch 2-3 Jährchen vergangen und der Krieg rückt langsam näher. Wir wissen ja, wann er kommt, aber unsere Protagonisten können bisher nur spekulieren. Hier wird auch klar, wie abgeschieden die Bewohner des Val Badia leben, alles, was außerhalb des Tales liegt, ist terra incognita und auch die Weltpolitik verirrt sich selten dorthin. Nur durch Anton und Vitos Wissensdurst erfährt Elisa überhaupt davon, dass Krieg droht. Ich kann sie gut verstehen, dass sie keine Lust hat, über einen Krieg zu reden, wenn ihr Bruder endlich mal wieder zuhause ist, das ist ja kein schönes Thema. Wer will schon gerne darüber nachdenken, was Krieg für sich selbst und seine Familie sowie die nähere Umgebung bedeutet.


    Anton scheint es bei seinen Kaiserjägern gut zu gefallen, aber ich habe den Eindruck, dass er sich noch nicht so richtig klar macht, was es bedeutet, im Krieg zu sein. Aber er war schon immer ein Draufgänger. Ich bin gespannt, wie seine Haltung aussehen wird, wenn er sich dann im Krieg befindet. Sein Vater ist aber wirklich unerbittlich, wie er direkt wieder Streit mit Anton anfängt, nur weil dieser Elisa erschreckt hat. Ich fand es sehr gut, dass sich Franz gegen seinen Vater durchsetzt und Anton bei sich unterkommen lässt. Josef kann aber auch nicht über seinen Schatten springen, siehe Mischi: warum kann er ihn nicht einfach mal für das, was er macht, loben? Dabei würde er sich wirklich keinen Zacken aus der Krone brechen.


    Achja, was ich im ersten Abschnitt noch ganz vergessen hatte: was mich wirklich überrascht hat, dass die Kinder damals ihre Eltern mit Sie angesprochen haben. So was hätte ich eher nur in Adelskreisen vermutet.


    Ich finde die Kastlunger-Geschwister und ihren Zusammenhalt übrigens sehr realistisch beschrieben, sie sind füreinander da, sie kabbeln miteinander, aber es gibt auch mal Misstöne zwischen ihnen, z.B. Mischis Eifersucht auf Elisa und Vito oder die leichte Eifersucht bei Franz, als es um Lenes üppige Brüste geht ;D


    Elisa wird auch älter und allmählich argwöhnen sämtliche Erwachsenen, dass sich zwischen ihr und Vito etwas Unsittliches anbahnen könnte; die größte Sorge ist, dass Elisa plötzlich schwanger dastehen könnte. Gut, die beiden entwickeln tatsächlich Gefühle füreinander, die sie sich aber noch nicht eingestehen. Warum ist Mischi eigentlich so eifersüchtig? Geht es wirklich darum, dass er Vito mehr für sich haben möchte? Daran, dass Vito Italiener ist, kann es doch nicht liegen, damit hatte er bisher auch nie ein Problem gehabt.


    Die Costas beutelt es auch schwer: erst der eher unfreiwillige Umzug für Frau und Kinder ins Gadertal und dann der Tod des Vaters! Ich kann Vitos Frust sehr gut nachvollziehen, als sie in die Berge ziehen und damit all seine Träume und Pläne ein jähes Ende nehmen. Umso schöner, dass sich Elisa Gedanken darüber macht, wie sie Vito eine Freude machen kann. Im Gegensatz zu Chiara ist er auch allmählich eher bereit, sich in sein neues Leben zu fügen, wobei Elisa hier großen Anteil hat.


    Sehr schön fand ich Mischis Antwort auf Vitos Frage bei ihrer Tour, wie die Hüttenarbeiter zusammenarbeiten können, wenn sie sich aufgrund unterschiedlicher Nationalitäten kaum verstehen: "Sie sprechen die Sprache der Berge. Sie verbindet dieselbe Leidenschaft, und deshalb bringen sie Geduld miteinander auf. Das ist das ganze Geheimnis."
    Das wäre ja toll, wenn Vito zusammen mit Mischi die Ausbildung zum Bergführer machen könnte und ihm dabei Lesen und Schreiben beibringen kann. Ebenso wie Elisa Vito Deutsch beibringen möchte. Das nenne ich mal Völkerverständigung. Elisas Geschenk der drei Bücher ist aber schon enorm, ich war mir nicht sicher, ob Mischi ihr das Geld wirklich geben würde.


    Von dem Brauch, um seine Braut zu "handeln", habe ich schon mal gelesen. Das glaube ich gerne, dass Vito anfangs etwas irritiert war ;D Sehr schön fand ich, dass Matthias auf Vito zugegangen ist, um sich mit ihm zu versöhnen. Aber ob das mit Chiara was wird, wage ich zu bezweifeln.


    Als Jakob tot in seiner Scheune lag, dachte ich mir schon, dass die Familie zurück zu Lucias Vater gehen wird, schließlich ist das Gadertal nicht ihre Welt. Dass Nonno aber auch so schnell stirbt und Lucias Brüder ihr ihr Erbe vorenthalten, damit konnte keiner rechnen. Chiara ist zwar eine gewaltige Zicke, aber ein Stück weit kann ich sie schon verstehen.
    Wenn die Costas tatsächlich durch Lucias Heirat mit Jakob österreichische Staatsbürger geworden sind, dann bedeutet das auch, dass Vito bei einem Krieg doch auf österreichischer Seite kämpfen würde.


  • Hier wird auch klar, wie abgeschieden die Bewohner des Val Badia leben, alles, was außerhalb des Tales liegt, ist terra incognita und auch die Weltpolitik verirrt sich selten dorthin.


    Von dem Untergang der Titanic haben sie auch nichts mitbekommen. Heutzutage unvorstellbar!!



    Sein Vater ist aber wirklich unerbittlich, wie er direkt wieder Streit mit Anton anfängt, nur weil dieser Elisa erschreckt hat. Ich fand es sehr gut, dass sich Franz gegen seinen Vater durchsetzt und Anton bei sich unterkommen lässt. Josef kann aber auch nicht über seinen Schatten springen, siehe Mischi: warum kann er ihn nicht einfach mal für das, was er macht, loben? Dabei würde er sich wirklich keinen Zacken aus der Krone brechen.


    Das hat mir auch in der Seele weh getan! Erst, wie er Anton behandelt hat und dann kein gutes Wort für Mischi, obwohl er insgeheim schon stolz auf ihn ist! Grrrrrr......



    Elisa wird auch älter und allmählich argwöhnen sämtliche Erwachsenen, dass sich zwischen ihr und Vito etwas Unsittliches anbahnen könnte; die größte Sorge ist, dass Elisa plötzlich schwanger dastehen könnte. Gut, die beiden entwickeln tatsächlich Gefühle füreinander, die sie sich aber noch nicht eingestehen. Warum ist Mischi eigentlich so eifersüchtig? Geht es wirklich darum, dass er Vito mehr für sich haben möchte? Daran, dass Vito Italiener ist, kann es doch nicht liegen, damit hatte er bisher auch nie ein Problem gehabt.


    Vielleicht hat er einfach nur Angst um Elisa. Er möchte nicht, dass sie enttäuscht wird.


    Der Weinanbau war wohl nicht so der Renner. Dafür hat es Vitos Vater mit Schnapsbrennen versucht, was er leider nicht überlebt hat. Gut, dass die Familie doch nicht zurückgegangen ist nach Italien. Vitos Mutter war ja erst total gelähmt durch ihre Trauer. Erst durch den Streit mit ihren Brüdern ist sie wieder ins Leben zurückgekehrt. Traurig, dass es zwischen Geschwistern auch so abgehen kann. Da gefällt mir der Zusammenhalt bei Kastlungers wesentlich besser. :daumen:


    Chiara hat immer noch die Nase ganz weit oben. Es wäre doch viel angenehmer, sich anzupassen! Elisa wäre bestimmt eine tolle Freundin.


    Die Bergtour hat ihren Zweck erfüllt! "Zum ersten Mal seit seiner Ankunft im Tal hatte Vito das Gefühl, willkommen zu sein." "Zum ersten Mal fühlte er sich ein wenig mit der Aussicht, sein Leben hier zu verbringen, versöhnt."
    Mein Vater war bis drei Wochen vor seinem Tod mit Leib und Seele Bergführer, ich kann Mischi nur zu gut verstehen.....
    Für ihn (meinen Vater) war es schlimm, mit anzusehen, wie die Berghütten immer moderner und voller wurden.


    In St. Ulrich, wo Mischi das Schnitzen gelernt hat, haben wir jahrelang Urlaub gemacht. Es gibt immer noch sehr viele Schnitzer dort. Natürlich wird viel billiger Schund verkauft für die Touristen, es gibt aber auch noch alteingesessene Schnitzer, die ihr Handwerk als Lebenswerk sehen.


    Mischi kann nicht lesen, das hindert ihn daran, offiziell Bergführer zu werden. Aber er könnte es doch noch lernen!?


    Die Hochzeit von Franz und Helene! Die Bräuche finde ich super, ob das heute immer noch so ist in den Dörfern? Das Friedensangebot von Matthias hat mir auch gut gefallen. War es wirklich als solches gemeint, oder möchte er nur an Chiara herankommen?


    Elisa geht bis jetzt noch ganz unverkrampft mit Vito um. Sie ist überzeugt, dass er im Traum nicht daran denkt, mit ihr das zu machen, wovon man schwanger wird. Ich wäre mir da nicht so sicher.... ;D
    Rührend, wie sie ihm die Bücher schenkt! Jetzt muss er nur noch schnell deutsch lernen, schon kann er sie lesen.... ;)


    Elisas Antwort auf Vitos Frage, ob sie so einfach ihre Heimat verlassen würde, hat mir sehr gut gefallen und ich finde sie erstaunlich für ein so junges Mädchen: "Die Menschen zählen mehr, als der Boden, auf dem man lebt." Damit hat sie vielleicht gemeint: "Egal, wo du hingehst, ich gehe mit."


    Von Rudl haben wir bis jetzt am wenigsten gehört bzw. gelesen. Er scheint sehr ruhig und introvertiert zu sein.

  • Es macht soviel Spaß zu lesen, welche Punkte euch emotional berühren, weil ich ja weiß, wie sich das Ganze entwickeln wird :P


    Ich muss ja zugeben, dass Mischi eine meiner Lieblingsfiguren ist, auch ein Grund, weshalb ich mich zu Buchbeginn so lange in seiner Perspektive aufgehalten habe. Er ist so einer von diesen Figuren, die dieses berüchtigte Eigenleben entwickeln und ganz anders enden, als die Autorin geplant hat. >:( ;D
    Klar könnte Mischi lesen lernen, aber ab einem gewissen Alter ist es halt peinlich, da braucht es schon eine ganz große Motivation. Ihr müsst bedenken, dass er das berühmte "mittlere Kind" ist und das mit einem altersmäßig großen Abstand zu beiden Seiten. Er geht in den Dingen auf, die er tut, ist humorvoll und lässt sich gern begeistern, aber das heißt ja nicht, dass er ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein hat.


    Und ganz nebenbei war Analphabetismus zu der Zeit in solchen ländlichen Gegenden gar nicht mal ungewöhnlich. Meine Oma (Jg. 1928) liest ganz ok, aber schreiben kann sie kaum, sie brauchte es halt nie.


    Das mit Vito ist eine falsche Einschätzung seitens Elisa und sicherlich keine Eifersucht, sondern ein brüderlicher Beschützerinstinkt. Das, was Chiara bei Vito vermisst (wobei sie sich eines Tages noch wundern wird...). Aber Elisa ordnet das falsch ein, denn da sie hier noch gar nicht begreift, ob und was sie für Vito empfindet, versteht sie auch nicht, was Mischi für Konsequenzen befürchtet.


    Hier hatte ich mit der Lektorin ebenfalls einige Diskussionen: Elisa verhält sich mMn altersgerecht, daher war der Wunsch, sie solle ein wenig älter sein. Aber sie wird noch schnell genug erwachsen...


    Danke Karin übrigens, dass du mir zustimmst, was den Buchbeginn anbelangt. Ich habe ja schon eine Rückmeldung, dass es ein wenig langatmig sei. Aber mir war es extrem wichtig, das Bild dieser heilen Welt zu zeichnen und die Leser ankommen zu lassen, sowohl bei den Familien, als auch insgesamt in der Region.


    Caren, wo kommst du denn her, wenn dein Vater Bergführer war und ihr im Grödnertal Urlaub gemacht habt? Hat dein Vater sich dann dort führen lassen oder war das für ihn "Arbeitsurlaub"?

  • Ich bin aufgewachsen in der Nähe von München, genauer gesagt in der Mitte zwischen München und Garmisch. Mein Vater hat überall in der Welt Touren geleitet, der Urlaub in Südtirol war für ihn Arbeit. Oder wir waren einfach nur so als Familie da zum allgemeinen Vergnügen. Ich musste ihn ja bewundern, er hat teilweise 10 Tage Skikurse gemacht mit 15 Kindern im Grundschulalter. Die Eltern waren mit dabei, aber tagsüber war mein Vater mit noch einem Skilehrer mit der Horde Heranwachsender alleine. Seine Enkel waren auch öfter mit von der Partie (schreibt man das so? Party würde auch passen..... ;D)

  • Es macht sehr viel Spaß, Elisa und ihre Familie/Freunde zu begleiten. Sie müssen wirklich ein sehr abgeschnittenes Leben geführt haben, wenn sie tatsächlich vom Untergang der Titanic noch nichts mitbekommen haben. Das ging doch damals sicher auch durch die Presse. So gesehen kann ich Vito und auch Chiara durchaus verstehen, dass sie zurück nach Italien wollen. Aber Vito ist immerhin etwas aufgeschlossener als seine doch recht überhebliche Schwester.


    Dass Vito die Bergwanderung so berührt hat, kann ich ebenfalls gut nachvollziehen. Ich liebe die Berge auch sehr!


    Oh je. Ich hatte gedacht, dass Elisas Vater nach all der Zeit einlenkt und froh ist, Anton wiederzusehen! Aber er scheint wirklich unerbittlich zu sein. Sogar nach drei Jahren kann er keinen Schritt auf Anton zugehen. Das mit der Verkleidung war doch nur ein Scherz. Ich finde das sehr traurig. Und hier war ich wirklich froh, dass Franz ein Machtwort gesprochen und Anton bei sich aufgenommen hat!


    Vito und Elisa kommen sich langsam näher. Eigentlich haben die beiden noch viel Zeit; sie sind noch so jung. Aber ich finde es irgendwie bedrückend, diese Zuneigung der beiden mitzuverfolgen mit dem Wissen, dass der Weltkrieg bald ausbrechen wird.


    Sehr schlimm war auch der Unfall von Vitos Vater! :o Das war wirklich eine gruselige Szene in der Scheune! Ich möchte mir das gar nicht näher vorstellen. Was für ein grausiger Anblick! Und es tut mir auch so leid für die Familie. Es ist ja schlimm genug, den Vater bzw. Ehemann zu verlieren auf so eine tragische Weise, aber zu der damaligen Zeit muss es noch schlimmer gewesen sein, zumal die Familie der Mutter ja auch plötzlich nicht mehr zusammenhält. Geld kann wirklich eine Menge kaputtmachen.
    Ein Gutes hatte es aber; immerhin ist Vitos Mutter wieder "aufgewacht" und hat ihren Kampf- und Lebenswillen wiederentdeckt. Wer weiß, wie lange sie sonst noch in ihren Depressionen gefangen gewesen wäre.


  • Von dem Untergang der Titanic haben sie auch nichts mitbekommen. Heutzutage unvorstellbar!!


    Die Erwähnung der Titanic fand ich übrigens richtig gut, denn das ist ein Ereignis, dass man (die Leser) sofort zuordnen kann.



    Vielleicht hat er einfach nur Angst um Elisa. Er möchte nicht, dass sie enttäuscht wird.


    Das wäre natürlich auch möglich.



    Erst durch den Streit mit ihren Brüdern ist sie wieder ins Leben zurückgekehrt.


    Sehr schön fand ich hier Anna, die sich um Lucia kümmert, da sie beide Fremde im Val Badia sind/waren.



    Sie ist überzeugt, dass er im Traum nicht daran denkt, mit ihr das zu machen, wovon man schwanger wird. Ich wäre mir da nicht so sicher.... ;D


    Ja, da bin ich mir auch nicht so sicher ;D



    Elisas Antwort auf Vitos Frage, ob sie so einfach ihre Heimat verlassen würde, hat mir sehr gut gefallen und ich finde sie erstaunlich für ein so junges Mädchen: "Die Menschen zählen mehr, als der Boden, auf dem man lebt." Damit hat sie vielleicht gemeint: "Egal, wo du hingehst, ich gehe mit."


    Das war eine sehr kluge Antwort von ihr 8)



    Von Rudl haben wir bis jetzt am wenigsten gehört bzw. gelesen. Er scheint sehr ruhig und introvertiert zu sein.


    Bei Rudl bin ich gespannt, ob er noch eine größere Rolle spielen wird.


    Caren :
    So wie sich das liest, hatte dein Vater einen sehr erfüllten Job.



    Und ganz nebenbei war Analphabetismus zu der Zeit in solchen ländlichen Gegenden gar nicht mal ungewöhnlich. Meine Oma (Jg. 1928) liest ganz ok, aber schreiben kann sie kaum, sie brauchte es halt nie.


    Ohja, ich war sogar überrascht, wieviele der Bewohner doch schon lesen können.



    Das mit Vito ist eine falsche Einschätzung seitens Elisa und sicherlich keine Eifersucht, sondern ein brüderlicher Beschützerinstinkt.


    Dann ist es ja gut ;D



    Hier hatte ich mit der Lektorin ebenfalls einige Diskussionen: Elisa verhält sich mMn altersgerecht, daher war der Wunsch, sie solle ein wenig älter sein. Aber sie wird noch schnell genug erwachsen...


    Damals "mussten" die Kinder deutlich früher erwachsen werden, ich finde es passend, so wie es ist.



    Vito und Elisa kommen sich langsam näher. Eigentlich haben die beiden noch viel Zeit; sie sind noch so jung. Aber ich finde es irgendwie bedrückend, diese Zuneigung der beiden mitzuverfolgen mit dem Wissen, dass der Weltkrieg bald ausbrechen wird.


    So ging es mir auch, dass ich immer den nahenden Kriegsausbruch vor Augen habe und wir damit wissen, dass die Beiden trotz ihrer Jugend eben nicht mehr so viel Zeit haben :(



    Sehr schlimm war auch der Unfall von Vitos Vater! :o Das war wirklich eine gruselige Szene in der Scheune! Ich möchte mir das gar nicht näher vorstellen. Was für ein grausiger Anblick!


    Das war wirklich schaurig.

  • Sehr schön fand ich hier Anna, die sich um Lucia kümmert, da sie beide Fremde im Val Badia sind/waren.


    Das hat mir auch total gut gefallen! Anna hat nicht auf Lucia eingeredet, sondern war einfach nur da und hat ihre Hand gehalten. Manchmal reicht das, ist sogar besser als vermeintlich tröstende Worte.

  • Zitat


    Caren :
    So wie sich das liest, hatte dein Vater einen sehr erfüllten Job.


    Das hatte er! Leider war das "nur" sein Hobby. Unter der Woche war er Beamter, jedes Wochenende in den Bergen. Und oft wochenlang hatte er unbezahlten Urlaub für seine großen Touren. Das Familienleben lief größtenteils ohne ihn ab. Selten, dass er uns Kinder mal mitgenommen hat. Meine Mutter hat einiges erdulden und erleiden müssen.

  • Ich bin noch nicht ganz durch mit dem Abschnitt, aber mir sind jetzt ein paar Fehlerchen aufgefallen. Bevor ich sie wieder vergesse, notiere ich sie:


    Seite 97 unten
    "Da war Chiara, (sie) hielt sich eng an der Seite ihrer Mutter, beachtete niemanden und trug die inzwischen vertraute abweisende Miene zur Schau"


    Seite 99 kurz über der Mitte
    "Papá tut so, (als) wäre es seine freie Entscheidung, hierher zurückzukehren.


    Seite 111 Mitte
    Damit war sie nicht besser als sie Pescoll-Brüder.


  • Ich bin noch nicht ganz durch mit dem Abschnitt, aber mir sind jetzt ein paar Fehlerchen aufgefallen. Bevor ich sie wieder vergesse, notiere ich sie:

    Da war das Korrektorat wohl wieder im nachaktivem Modus...danke!


  • Auch hier möchte ich ganz kurz anmerken: Ich würde schon davon ausgehen, dass die Erwachsenen das mitbekommen haben. Der Herr Willeit und der Kurat lesen sicherlich Zeitung, und ein paar der anderen Männer auch. Aber ich habe mir gedacht, dass dies kein Ereignis ist, über dass viel oder lange gesprochen wird, weil es einfach so unvorstellbar weit weg ist. Dass das also an Elisa oder anderen Kindern vorbeigeht, finde ich logisch. Ach ja, und Zeitungen gab es nicht einmal täglich, sondern anfangs noch 2x wöchentlich


    Ich habe mich übrigens ein ums andere Mal in den Original-Zeitungen festgelesen: http://seitenrauschen.de/home/…0015350f76cc660e5.de.html


  • Das hatte er! Leider war das "nur" sein Hobby. Unter der Woche war er Beamter, jedes Wochenende in den Bergen. Und oft wochenlang hatte er unbezahlten Urlaub für seine großen Touren. Das Familienleben lief größtenteils ohne ihn ab. Selten, dass er uns Kinder mal mitgenommen hat. Meine Mutter hat einiges erdulden und erleiden müssen.


    Ich dachte, das wäre sein Beruf gewesen, wie schade, dass das nebenher laufen musste und ihr dadurch noch weniger von ihm hattet.

  • So, ich hab den Abschnitt auch beendet und zwischenzeitlich kann ich auch alle Leute zuordnen. ;D


    Als ich im Namensverzeichnis vorne gesehen habe, dass das 2. Kind von Franz und Helene Franzl heißen wird, bekam ich schon Schweißausbrüche. Solche Dinge machen mich ja total kirre und ich hoffe der Franzl bekommt später keine große Rolle. ;D


    Wir stehen jetzt also kurz vor dem Krieg und mich erschreckt die Aussage von Anton auf Seite 159
    "Mach Dir keine Sorgen um mich. Ein Krieg ist doch nichts Schlimmes."


    Auch wenn man noch keinen Krieg erlebt hat und auch niemanden in der Familie hat, der das hautnah erlebt hat, so erschreckt mich immer wieder die Tatsache, dass junge Männer denken, Krieg wäre ein Spaß. Dass man dabei andere Menschen töten muss, sollte doch jedem hinreichend bekannt sein. Aber auch im 2. Weltkrieg sind die jungen Kerle ja mit Hurra-Rufen an die Front geeilt und kamen (wenn überhaupt) an Körper und Geist verwundet wieder nach Hause. Ich hoffe jetzt schon, dass Anton den Krieg überleben wird.


    Seinen Überfall auf Elisa fand ich einerseits witzig, andererseits hätte ich mir an Elisas Stelle wahrscheinlich in die Hosen gemacht vor Angst.
    Schade, dass der Vater nach 3 Jahren noch immer so unerbittlich ist. Aber Franz hat die Situation souverän gelöst. Ich hoffe echt, dass Anton nicht im Krieg fallen wird und er Zeit hat, sich mit seinem Vater zu versöhnen. Wenn auch dieser Schritt vom Vater ausgehen müsste.


    Obwohl ich persönlich das Meer liebe und den Bergen nicht so sehr viel abgewinnen kann, konnte ich mir doch sehr gut vorstellen, wie Vito sich gefühlt haben muss, als er beim Ausflug mit Mischi oben auf dem Berg stand. Dieser ganze Ausflug hat mir sehr gut gefallen. Die Schutzhütte, die dort gerade neu gebaut wird, wird später sicherlich gut besucht sein.


    odenwaldcollies schrieb:

    Warum ist Mischi eigentlich so eifersüchtig? Geht es wirklich darum, dass er Vito mehr für sich haben möchte? Daran, dass Vito Italiener ist, kann es doch nicht liegen, damit hatte er bisher auch nie ein Problem gehabt.


    Ich dachte anfangs, dass Mischi vielleicht entdeckt, dass er selbst Gefühle für Vito entwickelt. Ich halte ihn nicht für schwul, aber manchmal "liebt" man einen Menschen eben mehr als das normale Maß. Aber letztendlich denke ich, dass es eine Mischung aus Eifersucht ist, weil Vito Zeit mit Elisa verbringt und nicht mit Mischi und eben auch, dass Elisa Zeit mit Vito verbringt und nicht mit ihm, ihrem Bruder, der bisher für sie einer der wichtigsten Menschen ihres Lebens war. Er ist das 3. Rad am Wagen und das fühlt sich doof an. Wir werden sehen, was daraus noch entsteht.


    Ausgerechnet am Tag der Hochzeit passiert das Unglück bei den Costas - waren sie denn gar nicht eingeladen oder wieso hat sich Vater Costa noch mit der Destille abgegeben? Egal, es ist ein schreckliches Unglück, das die Familie hier trifft. Dass Lucia wieder nach Hause gehen möchte, kann ich auch nachvollziehen, schließlich war sie nicht freiwillig hier. Da Lucias Vater eh nix von Jakob hielt, wäre das sicherlich Wasser auf seine Mühlen gewesen - aber leider durfte er seinen Triumph nicht mehr erleben. Ihr Erbe bekommt sie auch nicht - also bleibt ihr nix anderes übrig, als zurück zu gehen ins Gadertal. Aber wovon werden sie leben?? Wird das mit dem Wein doch noch etwas, vielleicht erst zu einem späteren Zeitpunkt?


    Das Kind von Franz und Helene ist nicht "von Gottes Segen". Ich bin gespannt, was Josef sagen wird, wenn das Siebenmonatskind zur Welt kommt. Aber die 2 sind verheiratet, da ist es doch eigentlich egal.


    Seite 183 unten
    Chiara legte einen Arm (um) ihre Mutter, die sich willenlos von ihr hinausführen ließ.


    Worthüterin schrieb:

    Und ganz nebenbei war Analphabetismus zu der Zeit in solchen ländlichen Gegenden gar nicht mal ungewöhnlich. Meine Oma (Jg. 1928) liest ganz ok, aber schreiben kann sie kaum, sie brauchte es halt nie.


    Antonio, dem die Pizzeria hier bei uns im Dorf gehört, ist ca. 55 Jahre alt. Er hat mir mal gesagt, dass sie in Italien - er kommt aus einer sehr armen und ländlichen Gegend - nicht so schreiben wie wir hier. Sie schreiben, wie sie reden. Es gibt keine allgemeingültige Rechtschreibung. Deswegen kann er auch Deutsch nur sprechen, aber nicht schreiben. Er kann es ja noch nicht einmal in seiner Muttersprache.


  • Wir stehen jetzt also kurz vor dem Krieg und mich erschreckt die Aussage von Anton auf Seite 159
    "Mach Dir keine Sorgen um mich. Ein Krieg ist doch nichts Schlimmes."


    Ja, diese Aussage empfand ich ebenfalls als naiv.



    Ich dachte anfangs, dass Mischi vielleicht entdeckt, dass er selbst Gefühle für Vito entwickelt. Ich halte ihn nicht für schwul, aber manchmal "liebt" man einen Menschen eben mehr als das normale Maß.


    Ich gebe zu, der Gedanke kam mir zwischenzeitlich auch schon mal.

  • Ich dachte, das wäre sein Beruf gewesen, wie schade, dass das nebenher laufen musste und ihr dadurch noch weniger von ihm hattet.


    Ja, hatte ich auch erst so verstanden. Also nicht Beruf, sondern Berufung. So was ist immer blöd, wenn andere darunter leiden...

  • Ich gebe zu, der Gedanke kam mir zwischenzeitlich auch schon mal.


    Das, finde ich, trifft es - neben dem brüderlichen Beschützerinstinkt - ebenfalls perfekt. Dieses Blutsbruder-Ding. Er kennt das von seinen älteren Brüdern und er hat, wie ihr vielleicht bemerkt habt, keinen engen Freund. Mit Bernhard Gutholzer versteht er sich ganz gut, aber eine dicke Freundschaft ist das nicht.


  • Auch wenn man noch keinen Krieg erlebt hat und auch niemanden in der Familie hat, der das hautnah erlebt hat, so erschreckt mich immer wieder die Tatsache, dass junge Männer denken, Krieg wäre ein Spaß. Dass man dabei andere Menschen töten muss, sollte doch jedem hinreichend bekannt sein.


    Das ist etwas, was mich auch immer wieder verwundert, wenn ich darüber lese. Ich weiß nicht, ob das Töten des "Feindes" einfach ausgeblendet wird oder ob die "Vaterlandsliebe" wirklich so groß sein kann!? Ich kann es nicht nachempfinden.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    gagamaus

  2. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    Caren

  3. Freitag, 13. April 2018 - Sonntag, 29. April 2018

    Dani79

  4. Freitag, 13. April 2018, 09:59 - Sonntag, 29. April 2018, 10:59

    Avila