4) Seite 287 - Seite 385 (20. Kapitel - bis einschl. 27. Kapitel)

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    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    24. Mai 1915 - Vila Kastlunger, Val Badia
    Vito gähnte und ließ die Arme kreisen, während er gemächlich zum Stell der Kastlungers hinüberbummelte.

  • Der Krieg zeigt immer deutlicher seine hässliche Seite - und was die Protagonisten noch nicht wissen: er geht noch 3 Jahre. Wie wird sich das auf die Situation der Menschen in Tirol auswirken, es wird jetzt schon immer enger, weil die Arbeitskräfte fehlen und die Daheimgebliebenen nicht mehr alles bewältigen können. Zusätzlich müssen sie noch Nahrung für die Soldaten bereitstellen. Davon abgesehen, dass von den Männern, die in den Krieg gezogen sind, einige nicht mehr zurückkehren werden. Die Kastlunger sind noch eine der Familien, denen es besser geht, aber was ist mit ärmeren Familien, wie kommen sie noch über die Runden?


    Vito hätte ich am liebsten geohrfeigt, dass er tatsächlich seine Familie verlässt. Nun ist in der Vila Kastlunger kein jüngerer Mann als Arbeitskraft mehr verfügbar. Ich kann ja verstehen, dass er auch mal raus will und was anderes sehen, aber dafür zieht man doch nicht in den Krieg! Auch wenn er das als einzige Möglichkeit ansieht. Aber dass er die ganze Sache nicht zu Ende gedacht hat, merkt er inzwischen selber. Und dann noch gegen die Italiener in den Krieg ziehen - Lucia und Chiara haben schon recht: immerhin ist er selber ein halber Italiener und zieht damit gegen die ehemaligen Freunde und Verwandte in den Krieg, und dabei müsste er (bisher) gar nicht gehen.


    Vito sitzt regelrecht zwischen den Stühlen: die Österreicher trauen ihm nicht ganz, weil er halber Italiener ist und wenn er auf Seiten der Italiener kämpft, dann kämpft er gegen das eigene Tal.


    Super, dieser Cutrì kümmert sich einen Dreck um die Rechte von Soldaten und macht keine Gefangenen. Kein Wunder also, dass Vitos Name nicht auf der Liste steht. Die Österreicher werden bestimmt ähnliches wie Chiara denken, nämlich, dass durchaus die Möglichkeit besteht, dass Vito übergelaufen ist - und damit ein Verräter ist. Also wird es für ihn auch schwierig, zurückzukehren. Wie wird Marco nun zu ihm stehen, nachdem keiner des Trupps mehr lebt, u.a. sein Neffe Toni, und Vito verschwunden ist?


    Außer er hilft wirklich dabei, Cutrì das Handwerk zu legen und wird danach offiziell als Gefangener aufgeführt. Er hatte unglaubliches Glück, dass Flavio Costa den gleichen Nachnamen wie er trägt und sich deswegen um ihn kümmert.


    Und dann noch dieses blöde Missverständnis zwischen Elisa und Vito. So darf man doch nicht auseinandergehen. Jetzt kann man nur hoffen, dass Vito lebend aus dem Krieg zurückkehrt und Elisa bis dahin nicht verheiratet ist. Wobei die Gefahr relativ gering ist, weil sämtliche heiratsfähige Männer im Krieg sind.


    Ich muss gestehen, Chiara mausert sich allmählich zu einer meiner Lieblingsfiguren, gerade weil sie so ambivalent ist. Und manchmal passt es einfach, wenn sie geraderaus sagt, was sie denkt. Außerdem zeigt sich, dass sie nicht so tough ist, wie man immer denkt. Haben sie und Mischi damals bei dem Maitanz wirklich ....? Der Gedanke, ob Mischi gedacht hat, das Franzl könnte von ihm sein, als er ihn auf Chiaras Arm sieht, kam mir ebenfalls. Oder aber er dachte, sie hätte inzwischen geheiratet und ein Kind von einem Anderen bekommen und ist deswegen schockiert und enttäuscht.


    Das Gespräch zwischen Marco und Vito, nachdem Vito den Italiener nicht erschossen hat, fand ich sehr berührend. Wie grausam ist das, wenn man seine eigenen Freunde erschießen muss, damit man nicht selber von ihnen erschossen wird :'( Jeder der Soldaten hat mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen.


    Mischi lebt noch, Gottseidank. Aber auch er ist sehr verändert, von dem lebenslustigen Burschen ist nicht mehr viel zu erkennen. Und der Krieg dauert noch so lange, da kann noch sehr viel geschehen.


    Ich dachte, ich lese nicht recht, als sich Josef und Rudl auch noch für den Kriegsdienst melden. Wenigstens ist Rudl untauglich und Josef mit seinem Rheuma kann auch nicht mehr an die Front. Was sie im Lazarett sehen werden, wird schon schlimm genug sein, aber ihre Chancen, das zu überleben, sind deutlich besser als an der Front.

  • Der Krieg verändert alle, sowohl die Soldaten an der Front als auch die Daheimgebliebenen. Ich muss sagen, die Veränderung, die Chiara an den Tag legt, finde ich super! Die Freundschaft, die sich zwischen ihr und Elisa entwickelt, gefällt mir sehr gut. Gemeinsam vermissen sie Vito und Mischi. Ich denke, zwischen Chiara und Mischi ist mehr als nachbarliche Freundschaft. Die Reaktion von Mischi, als Chiara mit dem Kind auf dem Arm herein kommt, sagt schon einiges. Und irgendetwas hat sie in ihrer Schürzentasche - vermutlich etwas von Mischi.


    Vito möchte etwas erleben und meldet sich mehr aus Abenteuerlust als aus Pflichtgefühl. Sicher hat er es schnell bereut. Wie furchtbar, dass er mit ansehen muss, als Marcos Neffe erschossen wird. Sein Glück, dass er als Dolmetscher gebraucht wird und weiterleben darf. Was er mit dem deutschen Sodaten für eine Show abzieht - ganz schön dreist. Ich hatte schon Panik, dass es auffliegt, weil ein Italiener doch ein bisschen deutsch versteht.


    Für Elisa und Vito ist es furchtbar, dass sie sich im Unfrieden getrennt haben. Ich hoffe nur inständig, dass sie sich wiedersehen!!


    Gut, dass Vater und Rudl nicht tauglich sind, sie werden wohl zurückkommen. Aber auch wenn sie äußerlich unversehrt sind, ist das Erlebte bestimmt nicht spurlos an ihnen vorbei gegangen.


    Elisa hat sich zu einer tollen Frau gemausert! Wie sie den Offizieren gegenübertritt und Forderungen stellt - Hut ab!! Das hätte auch nach hinten losgehen können....


    Ihre Mutter ist krank, hoffentlich hat sie nicht mehr als nur die vermutete Sommergrippe.


    Ich habe ein bisschen Angst, weiterzulesen. :o

  • Ich habe diesen Abschnitt nun auch beendet und bin wirklich total gefesselt. Sehr berührt hat mich die Szene mit Mischi. Man merkt schon sehr deutlich, wie sehr der Krieg den früher so lebenslustigen Jungen verändert hat. Kein Wunder! Ich finde es schrecklich. Mischi wird vermutlich nie mehr so sein wie vor dem Krieg. Ich denke, das Erlebte dort kann man einfach nicht vergessen. Und ein Tag "Heimaturlaub" ist viel zu wenig! Wie schnell ist der Tag vorüber. Ich hoffe, wir werden Mischi wiedersehen. Nicht, dass er auch noch fällt; das wäre schrecklich!


    Und ich denke auch, dass zwischen Mischi und Chiara mehr ist, als sie nach außen zeigen. Ich glaube auch, dass Chiara ein Erinnerungsstück von Mischi in ihrer Schürzentasche hat.


    Es gefällt mir außerdem sehr gut, wie sehr Chiara sich verändert hat. Sie hat eben doch einen guten Kern und ist gar nicht so kratzbürstig, wie sie sich gerne geben mag. Ich glaube fast, Chiara und Elisa können noch richtig gute Freundinnen werden. Vielleicht werden sie ja irgendwann sogar Schwägerinnen!? :)


    Ich hoffe auch, dass Vito heil aus dem Krieg heimkehrt. Erst die Langeweile auf der Berghütte, und nun ist er in Kriegsgefangenschaft - oder etwas in der Art jedenfalls. Seine Zerrissenheit kann ich gut nachvollziehen. Seine Mutter ist Italienerin, er ist zu einem großen Teil in Italien aufgewachsen, hat Verwandte dort - und nun soll er gegen Italien kämpfen. Dass das für ihn nicht so einfach sein wird, wie er sich einzureden versucht hat, kann ich verstehen. Ich bin neugierig, wie es für ihn weitergehen wird! Den Arzt und Flavio fand ich sehr nett.


    Auch Elisa mausert sich. Sie ist längst kein Kind mehr. Ich denke, auch sie hat der Krieg schneller erwachsen werden lassen. Es muss ein hartes und entbehrungsreiches Leben sein, aber ich finde, sie meistert es recht gut. Und wie es aussieht, kehrt der Vater heim (Rudl auch?). Ich fürchte aber auch, dass der Krieg die beiden verändert haben wird, genau wie Mischi halt auch.


    Ich bin gespannt! :lesen:


  • Und irgendetwas hat sie in ihrer Schürzentasche - vermutlich etwas von Mischi.


    Stimmt, sie hatte was in ihrer Schürzentasche - hier glaube ich auch, dass es eine Erinnerung an Mischi ist.



    Elisa hat sich zu einer tollen Frau gemausert! Wie sie den Offizieren gegenübertritt und Forderungen stellt - Hut ab!! Das hätte auch nach hinten losgehen können....


    Ohja, das war wirklich sehr mutig von ihr. Glücklicherweise ist der Offizier ziemlich zugänglich, bei anderen wäre ich da auch vorsichtig.



    Ihre Mutter ist krank, hoffentlich hat sie nicht mehr als nur die vermutete Sommergrippe.


    Hier habe ich auch Angst, dass womöglich mehr dahinterstecken könnte.


  • Es gefällt mir außerdem sehr gut, wie sehr Chiara sich verändert hat. Sie hat eben doch einen guten Kern und ist gar nicht so kratzbürstig, wie sie sich gerne geben mag. Ich glaube fast, Chiara und Elisa können noch richtig gute Freundinnen werden. Vielleicht werden sie ja irgendwann sogar Schwägerinnen!? :)


    Vielleicht sogar doppelt! ;D
    Elisa und Vito, Chiara und Mischa

  • Hier habe ich auch Angst, dass womöglich mehr dahinterstecken könnte.


    Wie sagt Elisa dazu? Es kann nicht immer noch schlimmer kommen. In diesem Fall spoiler ist euch mal, das ist irgendein harmloser Infekt, der geht spurlos vorbei.


    Zu Rudl sollte ich vielleicht noch was sagen: Er ist geistig zurückgeblieben. Dadurch, dass der ursprüngliche Prolog rausgeflogen ist, weiß der Leser nicht, warum. (Seine Geburt, Annas insgesamt siebte, war komplikationsreich und vermutlich hat sein Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommen, also perinatale Schädigungen - Jajaja, ich bin pedantisch, ich mach mir um so was Gedanken, selbst wenns am Ende gar nicht im Buch landet; Nachdem Elisa auf der Welt ist, bekommt Josef gesagt, dass ihm jetzt nur noch beten hilft und er sich in Zukunft zusammenreißen soll, wenn er seine Frau nicht umbringen will)


    Aber letzten Endes ist das auch nicht wichtig, was er nun genau hat, die Familie fängt ihn auf und trägt ihn durch. Josefs Schläge sind natürlich nicht förderlich, aber keinesfalls die Ursache!! Er verteilt "Watschen" und legt seine kleinen Jungs übers Knie, aber er ist nicht gewalttätig. Er schlägt ja z.B. seine Frau gar nicht. Und das war leider gar nicht mal so unüblich, dass der Hausherr rundum verteilt hat. Ich will das nicht verteidigen, aber im damaligen Sinne war das "normal".


  • Zu Rudl sollte ich vielleicht noch was sagen: Er ist geistig zurückgeblieben. Dadurch, dass der ursprüngliche Prolog rausgeflogen ist, weiß der Leser nicht, warum. (Seine Geburt, Annas insgesamt siebte, war komplikationsreich und vermutlich hat sein Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommen, also perinatale Schädigungen - Jajaja, ich bin pedantisch, ich mach mir um so was Gedanken, selbst wenns am Ende gar nicht im Buch landet; Nachdem Elisa auf der Welt ist, bekommt Josef gesagt, dass ihm jetzt nur noch beten hilft und er sich in Zukunft zusammenreißen soll, wenn er seine Frau nicht umbringen will)


    Aber letzten Endes ist das auch nicht wichtig, was er nun genau hat, die Familie fängt ihn auf und trägt ihn durch. Josefs Schläge sind natürlich nicht förderlich, aber keinesfalls die Ursache!! Er verteilt "Watschen" und legt seine kleinen Jungs übers Knie, aber er ist nicht gewalttätig. Er schlägt ja z.B. seine Frau gar nicht. Und das war leider gar nicht mal so unüblich, dass der Hausherr rundum verteilt hat. Ich will das nicht verteidigen, aber im damaligen Sinne war das "normal".


    Vielen Dank für Deine Erklärungen! :bussi: Ich mag solche Hintergrundgeschichten ja sehr gerne!

  • Dieser Krieg lässt einen nicht kalt, auch nicht dann, wenn man in seinem warmen kuscheligen Bett liegt und "nur" in einem Buch liest.


    Vito hat sich also tatsächlich freiwillig gemeldet. Ich hatte das irgendwie im Gefühl.


    Ja, er wollte ein Abenteuer erleben, irgendwie. Er wollte den Fortschritt der Technik miterleben und jetzt fliegt ihm die Technik um die Ohren - umso berührender seine Gedanken auf dem Felsvorsprung:


    "Wie hatte er das MG bei sich genannt? Ein Kronjuwel der deutschen Ingenieurskunst. Ja, vielleicht war es das. Das hier war sein so geschätzter Fortschritt. Aber vor allem war sein Preis ein tausendfacher Tod". (Seite 337)


    Auch wenn es Vito jetzt gerade nicht so wirklich gut geht, so hatte er doch bis zu diesem Punkt in seinem Verlies unsagbares Glück.


    Es gibt da 2 Fratzen des Krieges: Die eine ist die, dass Vito nicht auf seinen Landsmann schießen kann. Ich denke es wäre egal gewesen ob es sich um einen Landsmann handelt oder einen anderen. Man schießt doch nicht einfach so auf einen anderen Menschen, zumindest nicht, wenn man klar im Kopf ist. Das macht mir Vito noch sympathischer, als er es eh schon ist. Der Krieg lässt ihm keine andere Wahl, also erschießt er dann den Italiener, der ihm das Leben nehmen will, aber es zeigt, dass er das aus der Not heraus tut und nicht aus Freude am Töten. Auf der anderen Seite sind dann diese Typen in der Patrouille, die Toni mit ihren Gewehrschüssen wie eine Maus tanzen lassen, bevor sie ihn dann letztendlich töten. Das Verhalten steht in einem krassen Gegensatz zueinander.


    Ich wäre dafür, dass man nur die Menschen in den Krieg ziehen lässt, die Freude am Töten haben. Dann wäre jeder Krieg wahrscheinlich schnell vorbei.


    Das Leben in den Dörfern wird nun auch immer schwerer, denn es ist niemand mehr da, der die notwendigen Arbeiten macht. Elisa muss sehr schnell erwachsen werden und sie weiß aus ihrer Position Profit zu ziehen. Der Hauptmann braucht sie und sie handelt sich dafür Vergünstigungen ein. Sehr schön gemacht.


    Zitat

    Super, dieser Cutrì kümmert sich einen Dreck um die Rechte von Soldaten und macht keine Gefangenen. Kein Wunder also, dass Vitos Name nicht auf der Liste steht.


    Gab es wirklich von der Gegenseite Listen darüber, wer in Gefangenschaft genommen wurde?


    Ich gehe davon aus, dass Vito das Grauen überlebt und das Missverständnis zwischen Elisa und ihm aus der Welt geschafft werden kann. Dieser Teil hat mir aber so viel besser gefallen als wenn sie beide noch zusammen ins Bett gesunken und Elisa evtl. schwanger geworden wäre ..... sie werden sich finden, irgendwann.


    Joseph kommt wieder zurück, dann ist zumindest ein Mann auf dem Hof. Für Rudl hoffe ich auch, dass er wieder nach Hause kommt. Der kurze Zwischenstop von Mischi war irgendwie schwer zu lesen. Niemand, der aus dem Krieg kommt, wird wieder sein wie vorher.


    Ich bin sicher, dass Chiara und Elisa noch viel enger zusammenwachsen werden.


  • "Wie hatte er das MG bei sich genannt? Ein Kronjuwel der deutschen Ingenieurskunst. Ja, vielleicht war es das. Das hier war sein so geschätzter Fortschritt. Aber vor allem war sein Preis ein tausendfacher Tod". (Seite 337)


    Ohja, diese Szene fand ich auch sehr ergreifend.



    Gab es wirklich von der Gegenseite Listen darüber, wer in Gefangenschaft genommen wurde?


    Dass es diese Listen bereits im Ersten Weltkrieg gab, war mir so auch nicht bewusst.


  • Ich gehe davon aus, dass Vito das Grauen überlebt und das Missverständnis zwischen Elisa und ihm aus der Welt geschafft werden kann. Dieser Teil hat mir aber so viel besser gefallen als wenn sie beide noch zusammen ins Bett gesunken und Elisa evtl. schwanger geworden wäre ..... sie werden sich finden, irgendwann.


    Hoffentlich hast du recht und Vito kommt zurück! Mir gefällt das so, wie es ist auch besser, als dein anderes Szenario. Ich wünsche den beiden von Herzen, dass sie sich finden und das mit dem Bett-sinken und dem schwanger-werden auch noch hinkriegen.

  • Dass es diese Listen bereits im Ersten Weltkrieg gab, war mir so auch nicht bewusst.


    Ja. Offiziell gab es das, wie es in der Praxis gehandhabt wurde, steht auf einem anderen Blatt. Was Vito bei der Versammlung in St. Martin sagt: Soldaten haben Rechte. Wie eigentlich alles, ist auch ein Krieg mit Regeln verbunden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Grundstein für diese Regelungen gelegt. Die Haager Landkriegsordnung (1907), die Genfer Konventionen (ab 1864, u.a. nach der Schlacht von Solferino 1859 in Gang gesetzt), nach dem 1. WK der Völkerbund, bis hin zu den Vereinten Nationen.
    Gefangene Soldaten haben ein Recht auf humane Unterbringung, Nahrung, medizinische Versorgung, sie werden formell erfasst, dürfen nicht gefoltert werden etc.
    Erschießen darf man, Landminen und Giftgas sind heuzutage geächtet (siehe die Meldung der letzten Tage über Giftgaseinsatz in Syrien).


    Wenn man - wie ich - eine grundsätzlich negative Einstellung zum Krieg hat, liest sich das alles wie ein Lehrstück grausamsten Zynismus'. So wie auf der erwähnten Versammlung einer der Anwesenden sagt: "Tot ist tot, egal nach welchen Regeln"....


    Anders gesagt frage ich mich, warum man nicht weiter die diplomatischen Wege beschreiten kann, wenn man gewillt ist, sich an Regeln zu halten. Aber vielleicht liegt es eben daran, dass diejenigen, die ihn anzetteln eben, nicht diejenigen sind, die am Ende durch den Schlamm kriechen und abgeknallt werden... Im 1. WK war auch von "Menschenmaterial" die Rede. Das sagt viel, finde ich.


  • Anders gesagt frage ich mich, warum man nicht weiter die diplomatischen Wege beschreiten kann, wenn man gewillt ist, sich an Regeln zu halten. Aber vielleicht liegt es eben daran, dass diejenigen, die ihn anzetteln eben, nicht diejenigen sind, die am Ende durch den Schlamm kriechen und abgeknallt werden... Im 1. WK war auch von "Menschenmaterial" die Rede. Das sagt viel, finde ich.


    Ohja, das sagt wirklich viel aus :( Und ja, wenn diejenigen, die den Krieg anzetteln, eben durch den Schlamm robben müssten, dann würde der diplomatische Weg sicherlich stärker verfolgt werden.


  • Ohja, das sagt wirklich viel aus :( Und ja, wenn diejenigen, die den Krieg anzetteln, eben durch den Schlamm robben müssten, dann würde der diplomatische Weg sicherlich stärker verfolgt werden.


    Gäbe es denn dann überhaupt Krieg? Ich wage das zu bezweifeln. Solange man Handlanger hat, kann man doch gut agieren - wenn man selbst ran muss, sieht das anders aus. Das ist ja nicht nur im Krieg so, sondern auch schon bei den ganz kleinen Dingen des Lebens.


  • Naja, ein paar Verrückte gibt es leider immer...


    Ja, natürlich gibt es die immer.


    Aber ich glaube nicht, dass im 2. WK 55 Mio Menschen ums Leben gekommen wären, wenn nur diejenigen im Schützengraben gestanden hätten, die das wirklich aus vollem Herzen gewollt hätten. Ich hoffe, dass wir das niemals erleben müssen.

  • In diesem Abschnitt steht Vito im Mittelpunkt. Er ist schon in einer blöden Situation, es ist Österreicher hat Haber lange Zeit in Italien gelebt und fühlt sich beiden Ländern verbunden. Ich stelle es mir schwer vor, in so einer Situation in einen Krieg verwickelt zu werden.
    Als er in Gefangenschaft gerät retten ihn seine Sprachkenntnisse, er muß aber auch für Italien an Verhören teilnehmen. Hier versucht er zwar den Österreichern auch wieder zu helfen, aber er hat natürlich auch Angst um sein Leben.


    Das Gespräch zwischen Chiara und Elisa über Vito, für sie entsteht der Eindruck, dass er übergelaufen ist. Anscheinend ist die Meldung, dass er Kriegsgefangener ist noch nicht durchgedrungen. Aber vermißt sein kann halt auch den Tod bedeuten...!!!


    Michi kommt für eine Nacht nach Hause und ist deutlich von seinen Erlebnissen gezeichnet. Schön wird hier die Wirkung des Krieges auf die Menschen deutlich. Auch das Leben auf dem Land wir härter, da mit dem Weggang der Männer Arbeitskräfte fehlen. Die Frauen sind auf sich alleine gestellt und versuchen das Leben am Laufen zu halten. So nimmt der furchtbare Krieg auch Einzug in das abgelegene Tal.


    Die Stimmung ist wirklich sehr bedrückend. Krieg ist halt immer eine schlimme Sache und man fragt sich, wie Menschen dazu bereit sein können, so ein Inferno abzulösen. Eigentlich gibt es nur Verlierer, aber wie man leider sieht, Kriege wird es leider immer geben.


    So, ich hoffe, das folgende Kapitel ist mal wieder etwas optimistischer, aber in Kriegszeiten ist das bestimmt nicht so ganz einfach.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    gagamaus

  2. Freitag, 6. April 2018 - Sonntag, 22. April 2018

    Caren

  3. Freitag, 13. April 2018 - Sonntag, 29. April 2018

    Dani79

  4. Freitag, 13. April 2018, 09:59 - Sonntag, 29. April 2018, 10:59

    Avila