Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

  • Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind Eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass Ihr zum Abschluß zeitnah Euer Fazit hier einstellt.


    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.
    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Tirol vor und während des Ersten Weltkriegs


    Die junge Elisa Kastlunger wächst behütet innerhalb ihrer Familie im Val Badia, dem Gadertal im heutigen Südtirol auf. Die große Welt außerhalb ihres Tals scheint fern, bis die Front des Ersten Weltkrieges auch Elisas Heimat erreicht und sie nicht nur um ihre Familie, sondern auch um ihre Liebe fürchten muss.


    Mit diesem Buch nimmt Marie Buchinger die Leser auf eine Zeitreise in das ladinische Herz, dem Val Badia bzw. Gadertal, in dem die ladinische Lebensweise und Sprache bis in die Gegenwart lebendig geblieben sind. Der Leser bekommt einen Einblick in die familiären und gesellschaftlichen Strukturen der Bewohner des Tals in den Dolomiten. Was mir gut gefallen hat, dass das Buch nicht am Vorabend des Großen Krieges beginnt, sondern schon einige Jahre zuvor, so dass wir die Familie Kastlunger und ihre Nachbarn, die Costas, über die Jahre besser kennenlernen und ihr Schicksal während des Krieges umso ergreifender wird.


    Josef Kastlunger führt ein strenges Regiment als Familienoberhaupt der relativ wohlhabenden Familie, lediglich bei Elisa, seiner einzigen Tochter, ist er weicher und nachgiebiger. Während Josef mit seinem zweitältesten Sohn Anton ständig im Streit liegt, ist der Zusammenhalt unter den fünf Kastlunger-Geschwistern umso besser. Die Charaktere fand ich sehr treffend und vielschichtig dargestellt.


    Der Einzug der Familie Costa, den neuen Nachbarn, mit ihren drei Kindern bringt frischen Wind in die Vila Kastlunger. Der Vater der Costas ist Österreicher, während seine Frau Lucia Italienerin ist – was ihren Sohn Vito während des Krieges in einen schweren Gewissenskonflikt stürzt, für welche Seite er sich einsetzen soll. Vitos Schwester Chiara mit ihrer zickigen und kratzbürstigen Art mauserte sich während der Lektüre zu einer meiner Lieblingsfiguren.


    Elisa wird durch den Krieg gezwungen, schnell erwachsen zu werden. Sie, die sich bisher überhaupt nicht für das Geschehen außerhalb des Gadertals interessiert hat, wächst an ihren Aufgaben und übernimmt zunehmend die Verantwortung für die auseinandergerissene Familie und den Hof. Der Leser gewinnt hier einen guten Einblick, wie sich die Frauen, deren Männer in den Krieg zogen, im Alltag behaupten mussten, um über die Runden zu kommen.


    Das Buch zeigt auf, welchen gravierenden und nachhaltigen Einfluss der Krieg auf die familiären und gesellschaftlichen Strukturen des Val Badia nahm, welche Gräuel er für die Menschen bereithielt und wie sie mehr oder weniger lernen mussten, damit umzugehen. Aber es gibt auch immer wieder Momente der Hoffnung und des Glücks sowie berührende und besondere Freundschaften, die im Krieg geschlossen wurden. Sehr schön finde ich dabei, dass die Autorin zahlreiche reale Fakten in die Handlung einfließen lässt.


    Der Epilog rundet mit seinem Ausblick auf die Zukunft die Geschichte perfekt ab und regt zum Nachdenken an. Ein sehr gelungener Roman und ich hoffe, dass wir von der Autorin noch mehr in dieser Richtung lesen werden.


    Meine Rezension erscheint bei:
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    Liebe Diana, dir danke ich herzlich für deine tolle Begleitung dieser Leserunde - ich bin natürlich weiterhin noch dabei :-* Und ich hoffe, dass wir uns zu deinen nächsten Büchern hier wieder lesen werden.

  • Auch von mir schon einmal "Dankeschön" :bussi:


    Zum Buch:


    1909 in Südtirol: Hier wächst die junge Elisabetha als einziges Mädchen unter vier älteren Brüdern auf. Obwohl das Leben oft hart und entbehrungsreich ist, sind sie zufrieden. Mit ihren neuen Nachbarn, die aus Italien hergezogen sind, freundet Elisabetha sich schnell an. Besonders mit Vito verbindet sie viel. Doch dann bricht der Erste Weltkrieg aus ...


    Mein Leseeindruck:


    Dieses Buch mit über 600 Seiten hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Die Figuren waren mir so nah, dass ich mit ihnen fühlen konnte. Die Geschichte von Elisa und ihrer Familie und ihren Freunden hat mich sehr berührt. Ich habe mit ihnen gelacht und auch manche Träne geweint.


    Südtirol im Ersten Weltkrieg - Die Autorin hat über diese Zeit ein sehr eindrucksvolles Buch geschrieben. Wer davor zurückschreckt wegen der Kriegs- bzw. Kampfszenen, kann ganz beruhigt sein, denn im Vordergrund stehen auf jeden Fall die Menschen! Es geht um Familie, um Freundschaft, Liebe, Mut, Zusammenhalt und noch so vieles mehr.


    Die Geschichte rund um Elisa ist sehr intensiv. Mich hat sie sehr berührt; ich werde noch lange an dieses schöne Buch denken müssen.

  • Auch ich bedanke mich für diese tolle Runde! Vor allem bei Diana für die engagierte Begleitung! :bussi:
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    Ein Tal in Licht und Schatten


    Leben in Südtirol vor und während dem Krieg


    Inhalt:
    Südtirol, am Anfang des 20. Jahrhunderts. Elisa lebt mit ihrer Familie in einem lebendigen Dorf und wächst dort behütet auf. Ins Nachbarhaus zieht Vito mit seinen Eltern und Geschwistern. Schnell freunden sich die beiden Familien an und das Leben könnte so schön weitergehen. Dann kommt das Jahr 1914 und mit ihm der Beginn des ersten Weltkrieges. Für alle Familien im Dorf hat der Krieg fatale Folgen. Fast alle Männer ziehen an die Front, die Frauen müssen alleine klarkommen.


    Meine Meinung:
    Marie Buchinger schildert wunderschön und zu Herzen gehend das Leben in dem ladinischen Südtirol. Elisa, die Hauptperson der Geschichte, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Aber auch alle anderen Protagonisten werden liebevoll und authentisch beschrieben, ich fühlte mich, als wäre ich dabei gewesen. Der Krieg mit all seinen Schrecken und all dem Leid spielt natürlich eine tragende Rolle, das Hauptaugenmerk liegt aber eindeutig auf den Personen. Wir lernen Elisa als zehnjähriges Mädchen kennen und dürfen miterleben, wie sie sich zu einer mutigen und starken jungen Frau entwickelt, die weiß, was sie will. Auch die anderen Beteiligten begleiten wir durch die Jahre und erleben die Veränderungen, die der furchtbare und sinnlose Krieg nach sich zieht. Es wird aber auch deutlich, wie wichtig Familie und Freundschaft ist. Ohne den Zusammenhalt im Dorf wäre es sicher noch schlimmer geworden. Und auch an der Front erleben wir, dass Feinde zu Freunden werden können.
    Als sehr positiv habe ich empfunden, dass die Geschichte nicht mit dem ersten Weltkrieg anfängt. Wir erleben schon ein paar Jahre vorher das Leben und den Alltag, ein Stückchen "heile Welt" in diesem wunderschönen Tal. Da ich die Gegend gut kenne, haben die wundervollen Landschaftsbeschreibungen Jugenderinnerungen in mir hervorgerufen.
    Besonders gut hat mir gefallen, das die Kapitel die Geschichte jeweils aus wechselnden Perspektiven erzählen, das macht das Lesen abwechslungsreich und interessant. Mal sind wir im Val Badia, mal an der Kriegsfont.
    Als "roter Faden" zieht sich die Liebesgeschichte zwischen Elisa und Vito durch das Buch. Bis zum Ende bangt und hofft man, ob und wie die beiden zusammenfinden.
    Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Es hat mich zum Lachen, aber auch zum Weinen gebracht.


    Fazit:
    Eine absolute Leseempfehlung. Eine Geschichte, die fesselnd, spannend und mit viel Gefühl geschrieben ist. Sie hat mich berührt und wird mich noch einige Zeit beschäftigen.
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  • Danke auch dir Caren, und jetzt habt ich es bei Literaturschock zum Monatstipp November gebracht.
    Ach, danke, ihr seid toll!!!! Ich freu mich :flirt: :geil:

  • Eine sehr schöne Leserunde zu einem sehr interessanten Buch. Vielen Dank, dass ich hier dabei sein durfte.


    Inhalt:


    Die junge Elisa Kastlunger wächst im abgeschiedenen Val Badia, das damals noch zu Österreich gehörte. Wohlbehütet lebt sie dort mit ihrer Familie, in einem Tal, in der die moderne Zeit auch Anfang des 20. Jahrhunderts noch kaum Einzug gehalten hat. Der Nachbarhof wird von einer italienischen Familie bewohnt und zwischen Elisa und dem Nachbarssohn Vito entsteht eine intensive Freundschaft. Die Welt in diesem Tal verändert sich massiv als der 1. Weltkrieg ausbricht und die Folgen auch in das kleine Tal schwappen.


    Meine Meinung:


    Es handelt sich um ein sehr ruhiges Buch, dass dem Leser anhand von Elisas Familie die Folgen des 1. Weltkriegs vor Augen führt. So abgelegen das Tal auch ist, sind die Auswirkungen für Elisas Familie gravierend. Im ersten Teil des Buches erleben wir als Leser das ruhige Leben in diesem Tal, in das die Moderne noch kaum Einzug genommen hat. Sehr schön wird am Beispiel der älteren Brüder Elisas beschrieben, wie unterschiedlich Menschen mit dem Leben unter diesen Bedingungen umgehen. Der eine Bruder ist zufrieden mit seinem Leben, er liebt die Berge, der andere Bruder ist interessiert an dem Leben in der übrigen Welt, ihn zieht es in die nahegelebenen Städte und in die übrige Welt.


    Diese Leben wird durch dem Ausbruch des 1. Weltkriegs komplett durcheinander gewürfelt. Sehr beeindruckend wir hier an der Person Vitos die Situation der Menschen in diesem Grenzgebiet beschrieben. Vito ist Halbitaliener und Halbösterreicher und gerät durch seine Herkunft zwischen die Fronten, das Italien zum Kriegsgegner Österreichs wird. Er zieht in den Krieg, ist aber nicht mit sich im Reinen, da sein Herz in gewisser Weise für beide Seiten schlägt.


    Für mich ist dieses Buch ein Antikriegsroman, zeigt es doch den Schrecken des Krieges und die Unsinnigkeit des Morden und Sterbens. Besonders anschaulich wird diese Sinnlosigkeit an Elisas Familie, die in dem abgeschiedenen Tal ihr Leben lebt und sich nur am Rande für die Politik interessiert. Sie zahlen einen sehr hohen Preis für diesen Krieg.


    Ein sehr lesenswertes Buch, das mich nachdenklich zurück gelassen hat, zeigt es doch mal wieder wie furchtbar und sinnlos Kriege sind. Sehr interessant war für mich auch die spezielle Situation in diesem Grenzgebiet, das ich aus einigen Urlauben kenne.

  • Nun neigt sich das Jahr dem Ende zu.


    Hier: http://seitenrauschen.de/home/…353C06370F0A8783D833E7998


    werden eure Rezis und die Leserunde verlinkt, außerdem könnt ihr die Stationen der Blogtour noch einmal nachlesen. Es sind spannende Artikel dabei :-)


    Danke noch einmal an alle, besonders an Babsi für die Betreuung die die kurzfristige Teilnahme an der Blogtour!


    Einen schönen Jahresausklang und alles Gute für 2017 :bussi:
    Wir lesen uns


    Diana / Marie

  • Hallo Diana,


    herzlichen Dank auch Dir und über Deine Anfrage, ob ich bei der Blogtour mitmachen möchte, habe ich mich sehr gefreut. Meine Rezension kommt am Wochenende, ich arbeite gerade meinen Stapel ab :-[ :-[


    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein paar schöne und gemütliche Tage zum Weihnachtsfest und zum Jahresausklang. Wir lesen uns sicherlich wieder. :winken:

  • Danke euch allen und Babsi:



    herzlichen Dank auch Dir und über Deine Anfrage, ob ich bei der Blogtour mitmachen möchte, habe ich mich sehr gefreut. Meine Rezension kommt am Wochenende, ich arbeite gerade meinen Stapel ab :-[ :-[


    Kein Streß, ich sehe ja, was du so alles anstellst :lesen:

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen

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