1) Prolog - Seite 84 (Prolog bis einschl. Kapitel 9)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

  • Ihr hört euch so an, als könntet ihr Lidia nicht leiden. Das finde ich interessant. Sie ist die Älteste und hat ihre Schwestern aus dem Waisenhaus geholt sobald sie volljährig wurde.


    Sie hat sich abgerackert und das abgebrannte Café wieder aufgebaut, UND sie hat die Verantwortung für ihre jüngeren Schwestern, was zu der Zeit und unter den Umständen sicher nicht leicht war.


    Natürlich mus man anerkennen, was Lidia leistet. Aber sie ist noch jung und hat überhaupt keine Verständnis für ihre Geschwister. Auf mich wirkt sie schon als 21-Jährige wie eine alte Frau. Ihr ist das Café wichtig und es ist ihr Lebensinhalt. Ich denke, dass das bei Teresa und Aurora anders ist. Natürlich sichert es auch den Lebensunterhalt.

  • Ich vermute mal, wenn eine von uns so etwas durchgemacht hätte, würden uns andere Leute auch für alte Frauen halten.


    Bei all dem dürfen wir nicht vergessen, dass ja nicht nur Teresa und Aurora zu versorgen waren, sondern auch Alessandro, der erst 14 ist.

  • Hallo Mascha, hallo Leserunde, nun bin ich auch dabei :winken:


    Die Geschichte lässt sich gut lesen und man ist relativ schnell im Geschehen drin. Im Prolog geht es mit dem Verschwinden von Vi schon gut los und später dann Aurora, über die niemand spricht - spannend ! Das macht Lust aufs weiterlesen !


    Vera scheint eine nette Frau zu sein, ich stehe ihr noch ziemlich neutral gegenüber, keine Ahnung warum. Sie zieht ihren Sohn alleine groß und hat ein merkwürdiges Verhältnis zu ihrer Mutter. Kein Wunder übrigens, bei dem Erlebten...Ich kann verstehen, das es der Horror für die Mutter sein muss, das eine Tochter verschwindet, aber es gibt auch npch den Rest der Familie, der ihr helfen könnte damit klarzukommen. Sagt sich natürlich jetzt so einfach, aber Vera hat mir schon Leid getan, so wie die Mutter drauf war - und ja irgendwie auch immeroch ist.
    Auf jeden Fall wundert es mich nicht, das Vera Angst hat, das jemand den sie liebt, plötzlich verschwindet, allerdings erscheint mir diese Angst etwas zu ausgeprägt für meinen Geschmack. Vielleicht halte ich deswegen noch etwas Abstand zu ihr ?


    Der Vater von Vera scheint ja zurechtzukommen, jedenfalls war ich erfreut zu sehen, dass er mit seinem Enkel im Garten spielt. Das sollte die Oma vielleicht auch mal versuchen....
    Was wohl mit Vi passiert ist ?


    Und natürlich bin ich total gespannt auf die Geschichte der Schwestern Molinari. Das hat mich sofort in den Bann gezogen. Wo ist Aurora abgeblieben und warum spricht Lidia nicht über sie ? Lidia erscheint mir ziemlich hart, aber wer weiß, was sie leisten musste ( und auf was sie verzichten musste ! ) um die Familie zu ernähren. Sie ist jedenfalls sehr diszipliniert und pflichtbewusst....


  • Ich fand es allerdings sehr früh, dass Vera gleich mit der Tür bzw. dem Bild ins Haus fiel. Sie hätte gerne noch etwas warten dürfen, meiner Meinung nach.


    Der Gedanke kam mir auch, als ich das las. Überhaupt ging mir das Ganze eigentlich zu schnell dafür, das man sich solange nicht gesehen und gesprochen hat...


  • Natürlich mus man anerkennen, was Lidia leistet. Aber sie ist noch jung und hat überhaupt keine Verständnis für ihre Geschwister. Auf mich wirkt sie schon als 21-Jährige wie eine alte Frau. Ihr ist das Café wichtig und es ist ihr Lebensinhalt. Ich denke, dass das bei Teresa und Aurora anders ist. Natürlich sichert es auch den Lebensunterhalt.


    Wahrscheinlich muss sie so sein, um alles unter Kontrolle zu halten. Sie hat die Vormundschaft für ihre Geschwister übernommen und ihr ganzes Geld steckt in dem Cafe. Und das muss laufen, sonst ist kein Geld zum Leben da. Ausserdem muss sie damit klarkommen, das ihre Schwestern etwas anderes wollen, als sie und das ist nicht das Cafe...Und zudem ist 1948 und Frauen müssen sich behaupten...Alles zusammen genommen, würde ich da auch alt aussehen :)


  • Das Phänomen der Propellermütter ist ja mittlerweise sogar nachschlagbar (wenngleich auch unter dem Begriff Helikoptereltern, welchen ich nicht kannte). Vera liegt also gar nicht mal außerhalb der Norm mit ihrem Verhalten, nur, dass sie aufgrund ihrer Erlebnisse eine Entschuldigung hat. Ich lebe in einer Großstadt, und es war nicht immer einfach, meinen Jungs die Freiräume zu geben, die sie brauchen, ich habe zum Teil auch hier gesessen und Panik geschoben. Zum Glück kamen dann irgendwann die Handys auf. Hätte ich in meiner Kindheit so etwas erlebt wie Vera in ihrer, wer weiß.... meine Kinder hätten möglicherweise keinen Schritt allein tun dürfen.


    Ich meine, daß wir bei Vera nicht von Helikopter-Eltern sprechen können. Sie ist durch das Verschwinden ihrer Zwillingsschwester und durch das Verhalten ihrer Mutter sehr vorbelastet.


    Zitat repariert/JanaBabsi

  • Wie schön, dass du Turin kennst! Hast du das Gefühl, dir dadurch Veras Erlebnisse noch besser vorstellen zu können?


    In der Tat so ist es. Das geht mir bei allen Orten so, an denen wir schon familienbedingt gelebt haben und ich dann von einem guten Buch dorthin zurückgeführt werde. Man geht in Gedanken die Strecken mit, ich finde das wunderschön.

  • Ich kann zu Helikopter-Eltern nicht soviel sagen, dafür kenne ich mich zuwenig aus. Allerdings könnte ich mir schon vorstellen, dasses für das/die Kind/Kinder ziemlich belastend ist...
    In unserem Fall, weiß Vera ja zum Glück um ihr Problem und versucht gegenzusteuern, um Finn nicht noch mehr zu erdrücken.



    In der Tat so ist es. Das geht mir bei allen Orten so, an denen wir schon familienbedingt gelebt haben und ich dann von einem guten Buch dorthin zurückgeführt werde. Man geht in Gedanken die Strecken mit, ich finde das wunderschön.


    Ja, das macht lesen und erleben der Geschichte nochmal anders :)

  • Mit etwas Verspätung habe ich jetzt auch den Einstieg in dieses Buch gefunden. Es läßt sich schön flüssig lesen, so dass ich sicherlich schnell aufholen werde.
    Die Geschichte gefällt mir sehr gut, auf 3 Zeitebenen und mit sympathischen Charakteren.


    Theresa und ihre Schwestern scheinen strake Frauen zu sein, die das Café ihrer Eltern wieder aufbauen und es mit großem Erfolg führen. Dramatisch, dass die Mutter durch den Brand ums Leben kam und der Vater als Partisan. Umso wichtiger, dass die 3 Schwestern zusammen halten und den Betrieb weiterführen. Ich stelle mir natürlich die Frage, was das Geheimnis rund um Aurora ist.


    Veras Zwillingsschwester ist verschwunden und es ist klar, dass die Eltern sich Sorgen um das verbliebene Kind machen. Auch auf Vera selbst färbt die Sorge ab und sie ist auch sehr in Sorge um ihren eigenen Sohn. Sehr erschütternd war die Beschreibung, wie die Mutter noch immer versucht eine Spur ihres Kindes zu finden, die Ungewissheit muß einfach grauenvoll sein.


    Vera macht sich auf den Weg nach Italien, um ihre Familiengeschichte für eine Radioreportage zu erforschen. Die Reaktionen, die sie auf die Frage nach Aurora erntet sind schon sehr seltsam. Veras Familie scheint seltsame Ereignisse anzuziehen, erst die geheimnisvollen Ereignisse rund um Aurora, dann verschwindet Veras Schwester. Könnte da vielleicht sogar ein Zusammenhang bestehen? Ich bin gespannt wie es weitergeht.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen