Allgemeine Fragen an Andreas Brandhorst

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  • Hallo Andreas, woher stammt deines Erachtens dein Schreibtalent bzw. Vermögen, ausgefeilte Stories zu erfinden? In welchem Alter schriebst du deinen ersten SciFi-Roman (welchen?), wie lange hattest du für ihn gebraucht (mit welchen Hürden) und wie zufrieden warst du damals mit dem Ergebnis?


    Gruß, Frank Rahde

  • Ich bin gerade von der Buchmesse zurückgekehrt und werfe sofort einen Blick in die Leserunde ... ;)


    Talent ist ein Geschenk, und woher so etwas stammt ... Wer weiß? Ich denke, Talent für das Schreiben ist sehr, sehr hilfreich, aber man kann auch viel lernen, durch harte Arbeit über viele Jahre hinweg. Ich schreibe, seit ich in der Schule schreiben gelernt habe, und meinen ersten vollständigen SF-Roman (so um die 100 Seiten) habe ich mit 12 oder 13 verfasst, handschriftlich, nicht mit Schreibmaschine (von Computer ganz zu schweigen!). Leider habe ich jene ersten Romane nicht mehr; sie sind irgendwann verloren gegangen. Aus heutiger Sicht waren sie natürlich grässlich, aber damals bin ich sehr stolz darauf gewesen, das weiß ich noch. Monatelang habe ich damals daran geschrieben und sie dann meinen Freunden zum Lesen gegeben, die gar nicht glauben konnten, dass jemand sich freiwillig daranmachte, über 100 Seiten Text zu schreiben, einfach so.


    Beste Grüße
    Andreas

  • Auf so Veranstaltungen wie zum Beispiel der Buchmesse, oder Lesungen u.ä. nehmen die Fans auf jeden Fall etwas mit nach Hause. Nimmst du als Autor auch was mit durch diese Begegnungen, oder ist es einfach ein weiterer Aspekt deiner Arbeit?

  • Hallo Andreas, ich hoffe, du hattest eine schöne Zeit auf der Messe und viele nette Gespräche mit Kollegen und LeserInnen. :winken:


    Und ich schließe mich Vorlesers Frage an: was hast du von diesen beiden Tagen für dich mit nach Hause genommen?

  • Der direkte Kontakt und die Gespräche mit Lesern ist immer sehr, sehr interessant, und natürlich freut man sich, Autorenkollegen wiederzubegegnen. Es ist erstaunlich, wie schnell daraus manchmal neue Ideen erwachsen können. 8) Außerdem wird einem wieder klar, dass man nicht irgendwo im leeren Raum schreibt, sondern für andere Menschen, und dieses menschliche Element finde ich jedes Mal aufs Neue großartig.


    Beste Grüße
    Andreas

  • Hallo zusammen,


    gerne möchte ich mich auch der Fragerunde anschließen. Was hier schon bei den ersten Kommentaren der Leserunde auffällt ist, dass sehr viele Vergleiche zu anderen Büchern oder Sci-Fi Serien gezogen werden.
    Das viel mir jetzt z.B. im Bereich Fantasy weniger auf. Ich weiß, man neigt als Mensch dazu, Neues mit Bekanntem zu vergleichen, aber mir geht das manchmal auf den Keks.


    Andreas, stört es dich manchmal, wenn man oft mit Serien, oder anderen Autoren verglichen wird? Zumal, wenn man vielleicht verschiedene Dinge vielleicht ganz anders gemeint hat?

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • ...
    Andreas, stört es dich manchmal, wenn man oft mit Serien, oder anderen Autoren verglichen wird? Zumal, wenn man vielleicht verschiedene Dinge vielleicht ganz anders gemeint hat?


    Ach, solange nicht Birnen mit Äpfeln verglichen werden, stört es mich eigentlich nicht. ;D Wir alle vergleichen ständig, das lässt sich gar nicht vermeiden, denke ich. ;)


    Beste Grüße
    Andreas

  • Ja. Ich habe schon im ersten Semester Politikwissenschaften gelernt: Die Aussage "Das kann man nicht miteinander vergleichen" ist schon Ergebnis eines Vergleichs.

  • Hallo Andreas,


    mit "Das Arkonadia-Rätsel" hast du ja schon einen zweiten Roman, der im Omniversum spielt, angekündigt. Ich habe (hoffentlich richtig) in Erinnerung, dass du gerne mehrere Bücher schreiben möchtest, die in diesem Universum spielen? Wieviele hast du geplant, bzw. wird es noch mehrere Geschichten geben?


  • Hallo Andreas,


    mit "Das Arkonadia-Rätsel" hast du ja schon einen zweiten Roman, der im Omniversum spielt, angekündigt. Ich habe (hoffentlich richtig) in Erinnerung, dass du gerne mehrere Bücher schreiben möchtest, die in diesem Universum spielen? Wieviele hast du geplant, bzw. wird es noch mehrere Geschichten geben?


    Ja, es wird weitere Romane geben, deren Handlung im Omniversum angesiedelt ist, aber eine konkrete Planung für den 3. Band und weitere Bände gibt es derzeit nicht. Der Grund: Ich arbeite an einem belletristischen Roman, der Herbst 2017 bei Piper erscheinen wird und mir nicht genug geistigen Freiraum lässt, um andere Geschichten zu planen. Im Herbst 2017 werden übrigens die 6 Kantaki-Romane neu als Print erscheinen, mit den Titelbildern, die auf meiner Webseite zu sehen sind: http://andreasbrandhorst.de/ka…-piper-ab-september-2016/


    Im Frühjahr 2018 wird es einen neuen SF-Roman geben, aber ich weiß noch nicht genau, ob ich ihn im Omniversum spielen lasse oder in einem ganz neuen Universum. Mal sehen ... ;) :winken:


    Beste Grüße
    Andreas

  • Das hört sich wirklich spannend an! Wie sieht denn deine Recherche und deine Arbeit an einem Buch im Belletristik Bereich aus, so im Gegensatz zum Schreiben eines Science-Fiction Romans?


  • Das hört sich wirklich spannend an! Wie sieht denn deine Recherche und deine Arbeit an einem Buch im Belletristik Bereich aus, so im Gegensatz zum Schreiben eines Science-Fiction Romans?


    Recherchieren muss ich bei jedem Roman, aber in diesem Fall, bei dem Wissenschaftsthriller "Das Erwachen", war und ist die Recherche sehr, sehr umfangreich und zeitaufwändig. Ich habe hier einen ganzen Berg an Material, von dem ich im Roman nur einen kleinen Teil verwende - es geht in erster Linie darum, sich mit den Dingen auszukennen, über die man schreibt. ;) Die Arbeit ist sogar noch etwas intensiver als bei meinen SF-Romanen, allerdings: Diesen Eindruck habe ich eigentlich immer. Es kommt mir seit vielen Jahren so vor, als wäre der gerade in Arbeit befindliche Roman der schwierigste von allen. :)


    Beste Grüße
    Andreas


  • Die Arbeit ist sogar noch etwas intensiver als bei meinen SF-Romanen, allerdings: Diesen Eindruck habe ich eigentlich immer. Es kommt mir seit vielen Jahren so vor, als wäre der gerade in Arbeit befindliche Roman der schwierigste von allen. :)


    Kann man rückblickend sagen, was der Schwierigste war? :)

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Kann man rückblickend sagen, was der Schwierigste war? :)


    Wie gesagt, leichtgefallen ist mir keiner meiner Romane, auch nicht "Die Stadt", obwohl ich diesen Roman bis auf einige Details eines Morgens beim Erwachen komplett im Kopf hatte. Ich weiß noch, dass "Der letzte Regent" mich sehr, sehr beschäftigt hat, und "Das Schiff" und "Omni" hatten es ebenfalls in sich. Man kann sich nicht einfach hinsetzen und sagen: So, jetzt schreibe ich einfach mal weiter. Alles will genau überlegt sein. Derzeit bin ich bei meinem Belletristik-Roman "Das Erwachen" in einer Phase, in der ich das Geschriebene mit sehr kritischen Augen betrachte und viele Stellen ändere ...


    Beste Grüße
    Andreas

  • Lieber Andreas,


    wenn du dir selbst ein Buch unter den Weihnachtsbaum legen würdest, welches Buch, das du noch nicht kennst, würdest du dir wünschen und dir gerne schenken? :)


  • Lieber Andreas,


    wenn du dir selbst ein Buch unter den Weihnachtsbaum legen würdest, welches Buch, das du noch nicht kennst, würdest du dir wünschen und dir gerne schenken? :)


    Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, aber ... Es gibt da ein Buch, das auf meiner Liste steht, schon seit einigen Monaten. Mit SF und Fantastik hat es nichts zu tun, und vielleicht ist es gerade deshalb so reizvoll. Ich meine "Auch das wird vergehen" von Milena Busquets, erschienen bei Suhrkamp. Ich muss dazu sagen: Ich lese sehr gern allgemeine, nicht genregebundene Literatur, und ich liebe Bücher über das Leben.


    Beste Grüße
    Andreas (Dies ist übrigens mein 900. Beitrag; da ist in all den Jahren ganz schön was zusammengekommen. ;D)