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    Wir legen Wert darauf, dass ihr zum Abschluss der Leserunde ein Fazit einstellt. Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von Leserunden.de und eine "Gegenleistung" für eure Freiexemplare. Ebenso sind sie ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen.


    Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.


    Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Inhalt:


    Da das Buch 530 Seiten umfasst, ist es einigermaßen schwierig den Inhalt zusammenzufassen, zumal unter der Prämisse, keine Spoiler zu schreiben.


    Kurz gesagt: während Vinzent Forrester und seine Tochter Zinnober im Auftrag der mächtigen 'Agentur' versuchen, ein lange Zeit verschollenes Artefakt an sich zu bringen, hat Aurelius, ein Vertreter Omnis, dasselbe Ziel, nur, dass er das Artefakt nicht zu seinen Zwecken ausnutzen will. Natürlich sind diverse Organisationen hinter dem Artefakt her, heißt es doch, wer das Artefakt beherrscht, beherrscht die Welt -- aber ist dem wirklich so? Eine atemberaubende Jagd beginnt. Wer wird der Sieger sein, und wie hoch ist der Preis?


    Meine Meinung:


    Konnte der Autor mich vor gut einem Jahr schon mit seinem preisgekrönten Roman Das Schiff' überzeugen, hat er mit Omni noch was draufgelegt. Omni ist ein richtiges Weltraumabenteuer, mit Krawumm, einer tollen Welt, und einer Menge sehr gut durchdachter Ideen -- auf gut Neudeutsch: es ist voll der Burner.
    Wir treffen zuerst auf Aurelius, einen 10000 Jahre alten Menschen, der im Dienste Omnis steht.


    Omni ist eine Supermacht die im Grunde handeln kann, wie sie will, da ihre Überlegenheit von allen im Universum anerkannt wird. Vermutlich liegt das daran, dass sie technisch extrem hoch entwickelt sind, und den Eindruck erwecken, als seien sie omniscient, omniferous und omnipotent. Ob der Name dieser Superzivilisationen deswegen ausgewählt wurde weiß ich nicht, ich vergaß zu fragen, aber der Autor wählt alle Namen mit Bedacht, darum liegt es für mich nahe.


    Dann sind da noch Vinzent und Zinnober, ein Vater-Tochter-Duo, die auf der Schattenseite stehen. Vinz ist ein abgehalfterter Agent mit einer zwielichtigen Vergangenheit, seine Tochter Zinnober ein eigenwilliger Teenager der sich nichts gefallen lässt. Es gibt noch weitere Spieler, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Vinzent und Zinnober werden von Cassandra unterstützt, der KI (künstlichen Intelligenz) ihres Raumschiffes.


    In Omni wird das gesamte Spektrum abgedeckt, das man aus der Science Fiktion kennt: tolle Technologien, atemberaubende Planeten, faszinierende Rassen mit zum Teil furchterregenden Eigenschaften; Verfolgungsjagden, Kämpfe, Kulturen und Bräuche, und hinter all dem eine Philosophie, Gedankenspiele, Ethik- und Moralvorstellungen. Die Verknüpfung all dieser Elemente ist super gelungen, zum Teil liest sich das Buch wie ein Agententhriller, dann wieder gibt es leise Töne die einen nachdenklich machen. Die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des Sprichwortes: Nomen est Omen drängt sich auf, und es lohnt sich, die Bedeutung einiger Namen nachzuschlagen.


    Nehmen wir nur mal den Namen Aurelius: ist er der aus Gold gemachte, oder ist er angelehnt an Marc Aurel bzw. Marcus Aurelius, den römischen Kaiser und Philosophen, der der letzte bedeutende Vertreter der jüngeren Stoa war? Wenn man weiß, dass unser Wort 'stoisch' direkt von Stoa abgeleitet ist, ist der Zusammenhang eindeutig -- oder doch nicht?


    Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen. Es ist spannend genug dass man es in einem Rutsch durchlesen könnte -- wäre da nicht der Umfang von 530 Seiten. Es gibt aber so viele wichtige Details und Ideen, dass man sich Zeit nehmen sollte.


    Ich hatte das Glück, das Buch in einer Autoren-begleiteten Leserunde lesen und diskutieren zu dürfen, wovon mein Verständnis des Buches sehr profitiert hat. Da jeder eine andere Wahrnehmung hat, und man aufgrund der Fülle der Informationen natürlich nicht jede Nuance gleich gewichtet, ist der Austausch mit MitleserInnen ein großes Plus. Aber auch wer allein liest wird nicht enttäuscht werden, es ist auf jeden Fall für alle Geschmäcker was dabei und mehr.


    Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.


    Abschließend möchte ich mich beim Piper Verlag bedanken, der mir zu meiner großen Überraschung und Freude ungefragt ein Rezensionsexemplar zuschickte, bei Leserunden für die Organisation und Durchführung dieser ausführlichen Leserunde, und natürlich beim Autor, der uns geduldig durch die Leserunde begleitete und das Buch mit uns diskutierte.

    :kaffee: There's no life before coffee. :kaffee:

    Einmal editiert, zuletzt von Vorleser ()

  • Darum geht´s:


    Vinzent Forrester, ein ehemaliger Agent im selbstgewählten Ruhestand, bekommt unfreiwillig vom alten Arbeitgeber (der Agentur) einen letzten Auftrag. Widerwillig entschließt er sich die diesem Folge zu leisten, um endlich in Ruhe gelassen zu werden und mit seiner teilweise unehrenhaften Vergangenheit abschließen zu können und ein für allemal in Ruhe gelassen zu werden. Am liebsten würde er seine Tochter Zinnober von all dem fern halten, diese hat jedoch ihre eigene Meinung darüber und lässt sich nicht von ihm aufhalten mitzukommen. Gemeinsam machen sie sich mit Cassandra, dem künstlichen Intellekt ihres Raumschiffes auf, eine bestimmte Person zu entführen.


    Dabei handelt es sich um Aurelius. Dieser ist ein Mensch und bereits 10.000 Jahre alt und für einen Zusammenschluss von Superzivilisationen namens OMNI unterwegs. Er ist damit beauftragt ein mächtiges Artefakt von einem havarierten Schiff zu bergen. Forrester und Zinnober sollen ihn entführen und mit seiner Hilfe das Artefakt unter ihre Kontrolle bringen, um es der Agentur auszuhändigen. Leider läuft nicht alles nach Plan...



    Das meine ich dazu:


    Omni ist vieles. Ein Science-Fiction Roman, eine Agentengeschichte, ein Thriller, eine Hommage, eine Vater-Tochter-Story... Eines ist Omni NICHT und zwar langweilig.
    Es fällt mir wahnsinnig schwer, diese Rezension zu schreiben und das meine ich im positiven Sinne. Zum einen möchte ich keinen unfreiwilligen Spoilter einbauen, zum anderen gibt es so viele Dinge, auf die man eingehen könnte.
    Omni strotzt vor wahnsinnig vielen Ideen, nicht nur, was die Technologie und das Universum betrifft. Auch die Charaktere und die Geschichte sind wohl durchdacht. Alles fügt sich, wenn auch anfangs noch nicht ersichtlich, nahtlos zusammen. Vieles ist sehr gut beschrieben und man kann es sich auch plastisch vorstellen, aber trotzdem lässt die Geschichte noch sehr viel Raum für die eigene Fantasie.


    Omni ist rasant mit viel Spannung und Action, aber auch nachdenklich und zum Teil auch philosophisch. Ich mochte die Abwechslung sehr. Das Maß hat für mich sehr gut gepasst.


    Das Buch ist in sich abgeschlossen und die Handlung endet. Trotzdem hat man als Leser viele Fragen, die aber eher Omni selbst betreffen. Die Fortsetzung ist schon angekündigt mit dem Hinweis, dass dort vielleicht das Eine oder Andere geklärt wird. Ich jedenfalls bin sehr gespannt darauf, da sehr viel Potenzial für weitere Geschichten vorhanden sind.

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Gefährliche Mission


    Der zehntausendjährige Mensch Aurelius ist einer der sechs Reisenden, die im Auftrag von Omni handeln und mit ihnen in Verbindung stehen. Omni ist ein Zusammenschluss von vierzehn Superzivilisationen, die die Macht über die Milchstraße innehaben. Als das Wrack der vor zweihundert Jahren verschollenen Kuritania gefunden wird, befindet sich an Bord eine geheimnisvolle Maschine. Die Agentur, eine Organisation der Menschen, will diese Maschine in ihren Besitz bekommen und Aurelius entführen lassen, da er der Schlüssel ist, um die Maschine in Betrieb nehmen zu können. Mit der Entführung wird ein ehemaliger Mitarbeiter der Agentur, Vinzent Forrester, beauftragt, der mit seiner Tochter Zinnober auf einem vergessenen Planeten untergetaucht ist.


    Mit diesem Roman schickt der Autor den Leser auf eine Reise in das Gesellschaftssystem der Milchstraße in vielen tausend Jahren: vierzehn Superzivilisationen bilden Omni und haben das Sagen – die Menschen gehören nicht dazu, was bei diesen zu Unmut führt, da sie teilweise nach mehr Macht und Einfluss streben.


    Sechs Reisende, Menschen von der legendären Erde, sind im Auftrag von Omni unterwegs. Nicht nur verfügen sie über eine sehr lange Lebensspanne, auch organisch unterscheiden sie sich von den Menschen.


    Sehr gespannt war ich darauf, mehr über Omni zu erfahren, wie sie ihre Macht gegenüber den anderen Zivilisationen ausüben. In diesem Buch bleibt Omni etwas vage, da im nächsten Jahr ein weiteres Abenteuer im Omniversum erscheinen wird. Aber das, was wir erfahren, macht mich sehr neugierig auf den zweiten Teil – und ich bin nicht überrascht, dass die Menschen nicht zu den Superzivilisationen gehören.


    Vinzent Forrester und seine Tochter Zinnober sind zwei sehr interessante Charaktere: da nach ihnen gesucht wird, tauchen sie auf einem namenlosen Planeten unter. Für Vinzent steht die Sicherheit seiner Tochter an oberster Stelle, da er sich für den Tod ihrer Mutter verantwortlich fühlt. Allerdings trifft er dabei Entscheidungen, dich mich fassungslos machten, zumal sie fatale Folgen haben. Dadurch hatte es Vinzent bei mir deutlich schwerer als Zinnober, was meine Sympathie für ihn angeht. Eine weitere spannende Figur ist Cassandra, die künstliche Intelligenz an Bord von Vinz' Raumschiff, die sehr menschlich anmutet.


    Absolut faszinierend und geheimnisvoll sind die sogenannten Engel: bei ihnen handelt es sich um Wesen, die im Sprawl leben, einem übergeordneten Medium, in welchem sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht werden können. Unter normalen Umständen kann ein Mensch mit den Engeln nicht kommunizieren, jedoch üben sie auf Vinzent eine besondere Anziehungskraft aus.


    Ebenso geheimnisvoll ist die Maschine an Bord der verunglückten Kuritania: woher kommt sie, welchen Zweck hat sie und wie kann man sie einsetzen? Oder sollten ihre Geheimnisse lieber weiterhin verborgen bleiben?


    Während des Lesen schält sich immer mehr die Frage heraus, ob man bestimmte Ereignisse eigentlich ändern kann oder das Ergebnis immer im Voraus feststeht. Welche Auswirkungen hat der berühmte Flügelschlag eines Schmetterlings auf die Milchstraße?


    Auch wenn ein paar Ahnungen von mir in die richtige Richtung wiesen, hat mich das Ende dennoch überrascht. Mir hat auch dieses Buch von Andreas Brandhorst wieder sehr gut gefallen, die ausgewogene Mischung zwischen einzelnen Kampfszenen und den ruhigen Momenten sowie den intelligenten Überlegungen machen immer den besonderen Reiz seiner Bücher aus.


    Meine Rezension erscheint bei:
    Amazon
    Großes Literatuschock-Bücherforum
    Literaturschock.de
    LovelyBooks
    Thalia
    Weltbild
    Piper Verlag


    Lieber Andreas, dir wieder ein herzliches Dankeschön, dass du uns so toll auf der Reise durch das Omniversum begleitet hast, sie hat sehr viel Spaß gemacht. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil und weitere Leserunden 8)


  • ...
    Lieber Andreas, dir wieder ein herzliches Dankeschön, dass du uns so toll auf der Reise durch das Omniversum begleitet hast, sie hat sehr viel Spaß gemacht. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil und weitere Leserunden 8)


    Ich danke dir für die gute Rezension, Karin. Und wir sehen uns hier ja schon bald wieder - ich hoffe doch, dass es auch zu "Das Arkonadia-Rätsel" eine Leserunde geben wird. ;) 8)


    Beste Grüße
    Andreas


  • Und wir sehen uns hier ja schon bald wieder - ich hoffe doch, dass es auch zu "Das Arkonadia-Rätsel" eine Leserunde geben wird. ;) 8)


    Das werden wie uns sicher nicht entgehen lassen. ;D



    Hier wird es ruhig und ich beende unsere Leserunde so langsam. Leider haben wir 7vn unterwegs verloren, aber ich bedanke mich schon mal bei allen anderen für eure rege Teilnahme und ganz besonders auch dir, Andreas, dass du uns wieder so toll begleitet hast. :bussi:


    Zwei Rezensionen fehlen noch, unter anderem meine eigene, die ich aber im Laufe der Woche liefern will. Nachdem ich gestern einen lächerlichen Sturz vom Fahrrad hingelegt habe :-[, schreibt es sich nun mit Gipsschiene leider etwas mühsamer. >:(

  • So, hier kommt mein Fazit :)


    Inhalt
    Wir befinden uns im Jahr 12063. Die Macht in der Milchstraße übt Omni aus, ein Zusammenschluss von 14 Superzivilisationen, zu denen die Menschheit nicht gehört. Jedoch sind sechs besondere Menschen, die noch auf der legendären Erde geboren wurden, in deren Auftrag unterwegs, und das schon seit 10.000 Jahren. Sie werden die Reisenden genannt und haben direkten Kontakt zu OMNI, die ansonsten fast nie in Erscheinung treten. Einer der Reisenden ist Aurelius, der in einer besonderen Mission unterwegs ist. Ein seit 200 Jahren vermisstes Raumschiff mit einem OMNI Artefakt an Bord, ist aufgetaucht und soll geborgen werden, bevor es ins falsche Hände gerät.


    Die „Agentur“, eine besondere Organisation unter der Führung des Menschen Benedikt, möchte das Artefakt als Machtmittel ebenfalls in seinen Besitz bringen und zwingt den ehemaligen Mitarbeiter Forrester und dessen Tochter Zinnober aus deren Versteck heraus, in dem sie sich aus guten Gründen seit fünf Jahren verborgen halten. Forrester soll Aurelius entführen, denn nur dieser weiß, wie das geheimnisvolle Artefakt zu bedienen ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...


    Meine Meinung
    Mit „Omni“ hat der Autor wieder ein sehr interessantes und spannendes Universum geschaffen. Omni, der Zusammenschluss von Superzivilisationen, agiert dabei eher im Verborgenen, d.h. als Leser erfährt man vorerst gar nicht so sehr viel von Ihnen. Man spürt aber immer wieder, wie groß deren Macht ist und wie selbstverständlich deren Überlegenheit anerkannt wird. Ja, Sie nehmen gerne bei Bedarf hier und dort ein bisschen Einfluss, lenken dort ein bisschen und halten sich auch mal zurück. Wann sie dies tun, liegt dabei in ihrem Ermessen. So unscheinbar ihre Machtausübung auch wirkt, sie erscheint unangreifbar. So habe ich mich immer mal wieder wie Zinnober gefragt, warum sie zum Beispiel nicht eingreifen, wenn es durchaus sinnvoll gewesen wäre. Die Macht hätten sie doch offensichtlich dazu gehabt. Nach welchen Kriterien agieren sie? Insgesamt wirkt Omni hier sehr geheimnisvoll und unnahbar. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, im nächsten Buch mehr über sie zu erfahren. Es ist jedenfalls kein Wunder, dass bei so einer selbstverständlich wirkenden Macht irgendwann Gegenspieler versuchen, dieses Gefüge zu ändern.


    Der Reisende Aurelius hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Mit seinen 10.000 Jahren wirkte er sehr abgeklärt und auf seine Mission fokussiert. Seine Rückblicke, seine Gedanken waren oft berührend und Szenen mit ihm boten einige atmosphärisch irreal wirkende Momente.


    Ebenfalls traumartig wirkende Sequenzen erlebte man mit den „Engeln“, Wesen in einer besonderen Umgebung, die versuchten mit Forrester Kontakt aufzunehmen, obwohl eine Kommunikation mit ihnen für ihn eigentlich nicht möglich ist.


    Im Kontrast dazu sorgten Forrester und seine Tochter Zinnober für filmreife, temporeiche und spannende Szenen, eben für Action, wenn sie mit ihrem Raumschiff unterwegs waren. Denn auch wenn sie gezwungen waren, dem Auftrag der Agentur nachzugehen, so war es Forresters einzig wichtiges Anliegen, seine Tochter zu beschützen. Dass es ihn dabei tief in den Machtkampf hineinzog und dabei seine unschöne Vergangenheit wieder hochkam, machte es für ihn nicht einfach und zeigte einige negative Eigenschaften, die ihn mir nicht besonders sympathisch machten. Ich war einige Zeit oft wütend auf ihn.


    Am sympathischsten war mir Zinnober, die kämpferisch war, aber sehr viel Empathie zeigte. Mit ihr fieberte ich besonders mit. Eine weitere sympathische Figur war für mich Cassandra, eine KI. Sie war der Intellekt von Forresters Raumschiff und ich vergaß immer mehr, dass sie kein Mensch war.


    Wie von mir bei Andreas Brandhorsts Büchern gewohnt, bietet auch diese Geschichte neben einer spannenden Handlung wieder faszinierende Welten und Organisationen, nachdenklich stimmende Gedanken und interessante Figuren. Schnelle Raumschiffe, unvorstellbare Technologie und spannende Artefakte, aber eben auch sehr viel Zwischenmenschliches, wobei es sich dabei nicht immer nur Menschen drehen muss. Auch dieses Abenteuer konnte mich wieder begeistern!


  • So, hier kommt mein Fazit :)
    ...


    Ich danke dir :-* und allen, die an dieser Leserunde teilgenommen haben. Mir hat's wie immer viel Spaß gemacht, und ich hoffe, wir sehen uns im kommenden Jahr bei "Das Arkonadia-Rätsel" wieder, dem nächsten Roman aus dem Omniversum.


    Falls wir uns nicht mehr sehen/hören/lesen: Ich wünsche euch allen frohe Feste und natürlich ein gutes neues Jahr 2017! :daumen:


    Beste Grüße
    Andreas

  • Lieber Andreas, ich weiß nicht, ob Du noch rein schaust, aber da Du um meine Schulden weißt, scheinst Du das zu tun :)
    Ich bin wieder spät und ich befürchte, ich kann auch nicht so toll schreiben, aber wenigstens ist hier meine Rezension. Die anderen beiden habe ich nicht vergessen.
    Ich wünsche Dir auch schöne (ent)spannende Feiertage und viele neue Ideen im nächsten Jahr. Wir sehen uns ja sicher in Dortmund?



    Wieder neue Universen voller Rätsel


    Andreas Brandhorst hat in seinen Büchern ein Thema, welches sich in Variationen immer wieder findet. Er sucht nach der Hoffnung, auf die eine oder andere Weise dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Einmal gibt es die Möglichkeit, als Toter weiter zu leben, ein anders Mal kann man noch ein wenig nach dem Tod weiter leben, man wird Unsterblich, weil das Altern besiegt wurde oder, wie diesmal, einige werden auserwählt für ein unsterbliches Leben, nachdem sie schon einmal tot waren.
    Warum sie ausgewählt werden, wissen wir nicht, eines der vielen Rätsel, die der Roman für den Leser bereit hält. Aber wir wissen wohl, wer sie auswählt, die wenigen, die ein zweites unsterbliches Leben erhalten. Es ist ein mysteriöses Volk, die Omni. Die Omni leben in einem riesigen Universum, wie sollte es anders sein. In einer weit entfernten Zukunft wird das Universum (oder auch die Universen) riesig sein. Das Omni- Universum ist sehr detailreich ausgearbeitet. Das Glossar am Ende des Buches ist dementsprechend umfangreich und vermittelt einen Eindruck über die unvorstellbare Größe der Welt, die den Hintergrund bildet, auf dem die Geschichte angesiedelt ist. Man muss das Glossar nicht lesen, um die Geschichte zu verstehen, aber es unterstützt das Zurechtfinden in dieser Welt, in der unter anderen Superzivilisationen auch die der Omni lebt.
    Die Erde ist ein verödeter Ort, zu dem nur noch wenige die Koordinaten kennen. Die Menschheit hat eigentlich in dieser Welt nichts mehr zu sagen. Sechs Reisende wurden vor 10 000 Jahren unter den Menschen ausgewählt, als Repräsentanten der Omni zu reisen und behutsam in die Geschicke der Welt einzugreifen. Dabei darf das Ethos nicht verletzt werden. Das Ethos, dessen wichtigste Mahnung darin besteht, keine Veränderungen im Zeitstrom zuzulassen, da sich dadurch unvorhersehbare Katastrophen einstellen würden. Warum sie trotzdem eingreifen, ist ein weiteres Rätsel.
    Aurelius – einer der Reisenden - ist einer der Hauptpersonen der Geschichte. Er ist klug und sanft, prinzipientreu und verständnisvoll – ein absolut sympathischer Charakter, der mich sehr an Bartholomäus aus „Das Schiff“ erinnerte. Wie dieser war er mir sofort sympathisch. Was aber sind seine Intentionen bei dem Auftrag, den er freiwillig übernimmt und dabei seine Unsterblichkeit aufs Spiel setzt?
    Zwei weitere Protagonisten sind Vincent und Zinnober, Vater und Tochter. Vincent war Angestellter einer Organisation, für die er von Spionage über Diebstahl bis Mord alles getan hat. Seine Tochter hat er erst Jahre nach ihrer Geburt kennengelernt und sie hat sein Herz erweicht, so dass aus dem kaltschnäuzigen Agenten, der die Mutter des Mädchens berechnend in sich verliebt gemacht und mit falschen Versprechungen gelockt hat, plötzlich ein sorgender Vater wurde. Er ist aus der Agentur ausgeschieden, was nicht so einfach ist, also versteckt er sich seit Jahren mit seiner Tochter auf einem einsamen Planeten. Als er ohne Skrupel die Mutter des Mädchens im Stich ließ, war er noch egoistisch nur auf sein eigenes Leben bedacht, aber als er erfährt, dass das Mädchen bei ihr seine Tochter ist, ändert sich alles. Wie kann so ein Charakter mir sympathisch werden? Er hat mir bis zum Ende des Romans keine wirkliche Sympathie abringen können. Er ist noch nicht einmal fit auf dem Gebiet, welches seine ursprüngliche Profession war. Für mich erschien er immer wieder als Looser. Mit viel Risikobereitschaft und wenig Erfolg. Seine Tochter hat viel Empathie und ist ein liebes Mädchen, teilweise viel kompetenter als ihr Vater. Sie ist ein wenig der Kontrapunkt zu Vinzent und hat mir gut gefallen.
    Diese drei Personen sind nun mit unterschiedlichen Motiven an der Geschichte beteiligt und haben schließlich neben dem Boss der Agentur noch eine riesige unbesiegbare Vernichtungsmaschine zum Gegner. Werden sie sie aufhalten können? Unterstützung erhalten sie dabei von einer Schiffsintelligenz, die sich selbst den Namen "Cassandra" ausgesucht hat. Die Art, wie sie in der Geschichte agiert hat mich an die Gehirnschiffe von Anne McCaffrey erinnert. Sie wird für den Leser zum eigenen sehr sympathischen Charakter um dessen Existenz man ebenso bangt, wie bei den anderen Protagonisten.
    In der Kurzfassung klingt der Plot der Geschichte ziemlich nach Agententhriller. Aber es gibt viele Zwischenstopps, die wieder die sprühende Phantasie des Autors zeigen. Seine Beschreibungen lassen bei mir die wunderlichsten, grusligsten und wunderbarsten Bilder entstehen, auch wenn sie in meiner Vorstellung etwas schrumpfen. Ich kann mir einfach diese riesigen Dimensionen nicht vorstellen, das gebe ich ehrlich zu. Ich versuche auch nicht die technischen Details zu verstehen, von denen es jede Menge in der Geschichte gibt. Mich interessieren immer mehr die Personen und die Geschichte, aber ich weiß, dass es viele Science Fiction Leser gibt, die zum Beispiel eine glaubhafte Erklärung brauchen, wie man so große Entfernungen überwinden kann.
    Was mir an der Geschichte gefällt, sind die Rätsel, die Wendungen, die unerwartet kommen – wie auch wieder in diesem Roman. Schön ist es für mich allerdings, wenn die Auflösungen auch im Roman kommen. Hier bleiben aber doch einige Fragen offen. Warum waren ausgerechnet Vincent und Zinnober die Hauptakteure? Auch wenn eine vordergründige Erklärung geliefert wird, bleibt diese Frage bei mir offen. Außerdem bleibt bei mir auch offen, welche Gründe es geben sollte, dass solche Superzivilisationen wie die Omni (oder im "Schiff" die Roboter) Menschen brauchen. Ich bin von der Besonderheit der Menschen gegenüber höheren Wesen nicht überzeugt. Sollte es wirklich die Möglichkeit sein, dumm zu handeln, die den Menschen so unverzichtbar macht? Gegen jede Logik Entscheidungen zu treffen? Ich weiß es nicht, aber es überzeugt mich nicht. So gibt es einige Fragen, die bei mir aufkamen. Wir können uns nicht vorstellen wie es ist, 10 000 Jahre zu leben. Aber würde man nach so vielen Jahren, die man reisend durch verschiedene Universen verbracht hat, wirklich noch die alten Griechen zitieren? Würde man wirklich noch Sehnsucht nach der Erde haben, die inzwischen unbewohnt, öde und vertrocknet ist, verschwunden aus den Karten der Welt? Würde man wirklich mit alten Revolvern schießen?
    Ich kann das nicht glauben. Die zentrale Stellung der Menschen und ihrer Kultur in Universen, in denen sie nur noch verstreut leben, ist für mich nicht logisch. Wie gesagt, die Technik überprüfe ich nicht auf ihre logische Machbarkeit, aber in den sozialen Beziehungen stören mich eben solche (für mich) Unstimmigkeiten.


    Aber das sind in der Geschichte Kleinigkeiten und dies ist der Auftakt zu einer Serie. Man darf gespannt sein, wie sich alles, vor allem die Charaktere weiter entwickeln.


    Fazit:
    Omni ist wieder ein fantastisches Universum und der Roman erzählt eine interessante, spannende und oft berührende Geschichte, mit ungewöhnlichen Wendungen. Ein Lesevergnügen für jeden, der an die Zukunft glaubt und sich gern im All herumtreibt.


  • ...
    Omni ist wieder ein fantastisches Universum und der Roman erzählt eine interessante, spannende und oft berührende Geschichte, mit ungewöhnlichen Wendungen. Ein Lesevergnügen für jeden, der an die Zukunft glaubt und sich gern im All herumtreibt.


    Auch dir besten Dank für deine Rezension. :daumen:
    Ich wünsche euch allen Frohe Weihnachten und ein in jeder Hinsicht gutes neues Jahr 2017!


    Beste Grüße
    Andreas

  • Suse

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