Allgemeine Fragen an Judith Taschler

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  • Hallo Judith,


    weil ich fürchterlich neugierig bin, stell ich hier mal eine etwas privatere Frage... es würde mich nämlich sehr interessieren, welche Bücher/Autoren Du selber gerne liest.
    Jeder hat ja so seine Favoriten!


    Glg aus dem nebeligen Klagenfurt!
    ysa

  • Liebe ysa! Mein absoluter Lieblingsschriftsteller ist Milan Kundera, ich liebe seine Romane "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", "Die Unsterblichkeit", "Der Abschiedswalzer", ... habe sie mehrmals gelesen. Ich mag seine Sprache, seine Schreibweise (er baut immer wieder in die Handlungen philosophische Gedankengänge ein), seine Themen, Inhalte sowieso.


    Weitere Lieblingsbücher sind u. a..:
    Vladimir Nabokov: Lolita
    Thomas Mann: Die Buddenbrooks
    Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues
    John Irving: Gottes Werk und Teufels Beitrag
    Richard Yates: Zeiten des Aufruhrs
    Elke Schmitter: Frau Sartoris
    Leon de Winter: Leo Kaplan
    Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit
    Angelika Waldis: Aufräumen
    Donna Tartt: Der Distelfink
    Sandor Marai: Die Glut
    Alice Munro: Zu viel Glück
    Wolf Haas: Das Wetter vor fünfzehn Jahren
    Thomas Glavinic: Die Arbeit der Nacht
    ...


    Bücher, die ich vor Kurzem gelesen habe und die mir gut gefallen haben:
    Doris Knecht: Besser
    Karl Ove Knausgard: Lieben
    Bettina Balaka: Die Prinzessin von Arborio
    Radek Knapp: Franio
    Ela Angerer: Und die Nacht prahlt mit Kometen
    Ian McEwan: Nussschale
    Heinz Strunk: Der goldene Handschuh
    ...
    Also alles so ziemlich quer durch die Bank. Krimis und Thriller mag ich eigentlich nicht so gerne, Komödien lese ich auch selten. Ich mag Bücher, in denen es um verschiedenste menschliche Beziehungen geht, um traumatisierte Menschen, ...


    Wenn mir noch welche einfallen, schreibe ich sie Dir :winken:

  • Danke! Deine Antwort hat mich wirklich sehr gefreut!
    Es interessiert mich immer, was andere Menschen gerne lesen und nachdem Du selber schreibst, interessiert es mich natürlich besonders!
    Viele davon kenne ich, andere nehme ich als Buchtipp mit... herzlichen Dank!


    ysa :winken:

  • Hallo Judith,


    wann hast Du mit dem Schreiben angefangen? War es immer ein Traum von Dir, eine Autorin zu werden oder hat es sich mit der Zeit entwickelt?


    Ich lebe nicht mehr in Deutschland aber lese weiterhin deutsche Bücher. Leider kann ich sie nicht meinen französischen Freunden empfehlen :( gibt es Pläne, dass Deine Bücher im Ausland erscheinen werden?


    Danke Dir!

  • Leider gibt es diesbezüglich keine Pläne. "Die Deutschlehrerin" wurde ins Polnische übersetzt, jetzt werden "Roman ohne U" und "bleiben" folgen. Andere Sprachen haben sich bisher nicht ergeben, ich finde das auch schade, ist aber Sache des Verlages.


    Ich wollte als Jugendliche schon Autorin werden, habe mich aber nicht getraut den Traumberuf umzusetzen. Ich spürte, dass ich da ein Talent hätte, die Leidenschaft war ohnehin da. Ich dachte aber, es sei unrealistisch und man findet ohnehin keinen Verlag.


    Ich studierte Germanistik und Geschichte Lehramt (ziemlich spät), bekam drei Kinder, blieb lange zuhause, unterrichte einige wenige Jahre als Deutschlehrerin. Erst mit 39 Jahren schrieb ich dann meinen Debütroman "Sommer wie Winter", und als ich 40 war, erschien er bei Picus. Der nahende 40er war u.a. auch eine starke Motivation, ich dachte mir: Wann, wenn nicht jetzt?! Ich wollte mir später nicht vorwerfen, dass ich es nicht wenigstens versucht hatte! Das war mir wichtig.


    Aber vor allem war da diese Geschichte in mir, die wuchs und wuchs und unbedingt rauswollte. Ich schrieb sie innerhalb von drei Monaten nieder (Dez 2009 bis Feb 2010), ließ sie Freundinnen lesen und die rieten mir: Trau dich! Verschick es an Verlage!
    Selber hatte ich auch das Gefühl, dass die Geschichte Potential hätte.
    Ich schickte das Manuskript an mehrere österr. Verlage und Picus sagte schließlich im August 2010 zu. Es erschien im Feb. 2011.


    Der Verleger war sehr bodenständig und sagte mir, ich solle mir nicht zu große Hoffnungen machen, das Buch werde sich unter Freunden verkaufen und dann werde wieder alles "einschlafen". Das war aber nicht so, weil es Christine Westermann im WDR besprach. Das war das Beste, was mir passieren konnte! Als österr. Autorin muss man unbedingt in den deutschen Markt reinkommen, sonst bleibt das Schreiben ein Nebenberuf.


    Ich unterrichte seit Juli 2012 nicht mehr und bin freischaffende Schriftstellerin.

  • Danke für Deine ausführliche Antwort!


    Wie gut dass "Sommer wie Winter" (das mir übrigens sehr gefallen hat!) bei WDR besprochen wurde. Ich denke auch wie Du, einen österreichischen Autor muss in Deutschland bekannt werden, sonst hat er leider keine Zukunft in der Branche weil der Markt zu klein ist.


    Man hört oft, dass Menschen erst mit 40 wagen, ihren Traum umzusetzen. Einfach ist es bestimmt nicht, aber es hat sich gelohnt :-)


    Schade, dass es keine Pläne für andere übersetzte Versionen gibt. Aber vielleicht kommt es irgendwann...

  • Liebe Judith,


    nachdem ich mittlerweile wirklich ein großer Fan Deiner Bücher bin, warte ich natürlich gespannt auf Dein nächstes. Magst Du darüber etwas verraten? Das wäre toll!
    Mir ist schon klar, dass Du nicht alles verraten kannst, aber ein ganz klein wenig und auch wann es voraussichtlich erscheinen wird...
    Danke!
    Glg!
    ysa :winken:

  • Hallo Ihr Lieben,
    das nächste Buch erscheint im Sept. 2017, wenn alles gut geht und das hoffe ich. Es geht um einen jungen Mann, David, der mit neun Monaten adoptiert wurde und mit dreiundzwanzig seine leibliche Mutter kennenlernt, eigentlich eher ungewollt. Der Tod seiner Adoptivmutter ist der Auslöser dazu ... Zum Schluss gibts natürlich wieder einige Geheimnisse, die sich "aufdröseln" bzw. Überraschungsmomente ...
    Momentan stehen mehrere Titel zur Diskussion: "David" oder "Davidsahorn" (weil ein Ahornbaum eine zentrale Rolle spielt) oder "Der Schneeläufer". Das wird fix im Februar entschieden.

  • Suse

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