04 - Seite 187 bis Ende (ab: Mai 2015, Felix)

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  • So, nun bin ich (leider) schon fertig.


    Die große Überraschung am Ende war, dass Paul doch vom Zustand der Wohnung wusste, oder zumindest geahnt hat. Und da hat damals der überkorrekte, soziale Paul einmal nicht korrekt gehandelt, er hat das Zeug in den Wänden verschwiegen, die Wohnung verkauft, ohne dem Käufer etwas zu sagen... Es ist nachvollziehbar, warum er so gehandelt hat, finde ich. Natürlich deswegen nicht richtig. Er war damals selbst in einer Extremsituation, mit Isabella und dem Unfall von Jade. Und dann hat er sich eingeredet, dass die gesundheitliche Belastung für Studenten, die da immer nur eine kurze Zeit wohnen werden, schon nicht so schlimm sein würde.


    Aber 20 Jahre später holt ihn die Sache dann doch ein, durch Felix, dem er damals sogar noch die Nummer des Vermieters gegeben hat. Was für eine fürchterlich unglückliche Verkettung. So viele "wenn"... die Geschichte hätte an so vielen Stellen noch eine andere Wendung für Felix nehmen können, aber hat es nicht. Kann man daran jemand die Schuld geben? Paul hätte es anders machen können. Schon derjenige, der ihm die Wohnung verkauft hat, hätte etwas sagen sollen. Der aktuelle Besitzer hätte den Zustand der Wohnung genauer überprüfen können. Felix hätte nicht 20 Jahre in dieser Bude bleiben müssen... Ich tue mich schwer, da einen alleinigen "Verantwortlichen" zu finden, und letztlich sehen es wohl auch die Beteiligten so. Paul versucht, sich aus seiner Verantwortung herauszukaufen, sein schlechtes Gewissen mit einer großen Geldsumme zu beruhigen, aber das funktioniert nicht, er geht dennoch zu Felix und beichtet. Dessen Verzeihen finde ich gut. Für ihn ändert es nichts mehr, ihm kann keiner mehr helfen. Aber mit dem Geld kann er seiner Familie etwas hinterlassen.


    Wobei ich glaube, Felix macht sich da selbst zu klein. Natürlich wird der Geldsegen eine freudige Überraschung für seine Familie sein, aber wie man am Ende sieht, hinterlässt er viel mehr. Er hat Verbindungen zwischen Menschen geschaffen, die es sonst vielleicht nicht gegeben hätte und die auch nach seinem Tod weiterbestehen und sich vielleicht sogar in die nächste Generation entwickeln, wenn die Kinder sich untereinander auch so verstehen.
    In unserer schnelllebigen Zeit gibt es nicht mehr viele Freund- und Bekanntschaften, die mehrere Jahrzehnte andauern, ich finde, das ist ein großer Schatz, den man nicht unterschätzen sollte!

  • Das Ende ist sehr, sehr rund und passend, Paul hat auf eine gewisse, durchaus religiöse Art, seine Schuld abgetragen, ich denke mal, er sah das so, dass er es Felix schuldig fühlte, ihm nicht nur einen Haufen Geld zu überlassen, sondern auch seine Frau mit ihm zu teilen? Obwohl, Schuld? Ich weiß es nicht. Vielleicht auch eher Reue. Ich finde es ziemlich heftig, muss ich sagen, es hat fast schon Krimicharakter und es ist sehr, sehr heftig. Ich empfinde es auch durchaus als realistisch.


    Überhaupt hat das Buch etwas Moralisches, wenn man so will, Religiöses, was mir gut passt, denn auch ich habe im Moment viel mit Verlust zu tun, wenn es mich auch nicht direkt tangiert, aber doch sehr nahestehende Menschen: Felix ist auf eine gewisse Art ein christlicher Charakter, finde ich, er fügt die Menschen um sich herum zusammen (auch die, die ihm wie Paul - wenn auch unbeabsichtigt - nichts Gutes getan haben, er bringt sie dazu, füreinander da zu sein. Sozusagen ein Erbe an sein Umfeld, eines, das nichts mit Materialismus und weltlichen Gütern zu tun hat, sondern mit geistiger Nähe, mit Wärme, die er quasi an "seine Leute" weitervererbt.


    "Bleiben": nun bleiben Felix' Kontakte, seine engen Beziehungen auch nach seinem Tod bestehen, er lebt auf eine gewisse Art weiter in den Menschen um ihn herum. Sehr, sehr schön, finde ich!

  • Ach so, mir fällt noch was ein: es gab ja zum Schluß eine Widmung an jemanden, der nicht mehr ist und da ging mir der Gedanke durch den Kopf, ob es sich hier nicht um etwas Autobiografisches handelt. Natürlich will ich nicht indiskret sein, liebe Judith, also geh bitte nur darauf ein, wenn es Dir passt...

  • Mein sehr verlängertes Wochenende ist leider auch wieder vorbei, aber jetzt kann ich wenigstens hier wieder mitschreiben!



    Die große Überraschung am Ende war, dass Paul doch vom Zustand der Wohnung wusste, oder zumindest geahnt hat. Und da hat damals der überkorrekte, soziale Paul einmal nicht korrekt gehandelt, er hat das Zeug in den Wänden verschwiegen, die Wohnung verkauft, ohne dem Käufer etwas zu sagen... Es ist nachvollziehbar, warum er so gehandelt hat, finde ich. Natürlich deswegen nicht richtig. Er war damals selbst in einer Extremsituation, mit Isabella und dem Unfall von Jade. Und dann hat er sich eingeredet, dass die gesundheitliche Belastung für Studenten, die da immer nur eine kurze Zeit wohnen werden, schon nicht so schlimm sein würde.


    Dass war für mich auch die große Überraschung! Und besonders rührend finde ich die Szene in der Paul seine "Schuld" Felix gegenüber eingesteht und dieser ihm verzeiht. Vielleicht gefällt mir diese Szene so gut, weil ich Menschen, die die Fähigkeit haben, anderen zu verzeihen, wirklich bewundere!
    Pauls Lebensthema hat sicher mit "Schuld" zu tun (hat er nicht eine weitere Arbeit zu diesem Thema geschrieben?), ebenso Juliane - aber zu Schuld gehört das Verzeihen (und manchmal muss man sich selber verzeihen!)


    Lange vorher sagt Paul einmal, dass die Affaire von Juliane ihre Ehe nicht ruinieren würde. Sie nicht.
    Jetzt kann es natürlich sein, dass ich zu schnell gelesen habe bzw etwas einfach überlesen habe - aber ich weiß nicht mehr, ob Paul auch seiner Frau diese Wahrheit über die Wohnung erzählt hat?! Und wenn nicht... kann Paul so vernünftig sein, dies wirklich immer zu verschweigen? Eher nicht.
    (Ich glaube, ich werde die letzten Kapitel noch einmal lesen... :lesen:)


    Auf alle Fälle finde ich das Ende sehr passend und sehr berührend. Und jetzt versteh ich auch die verschiedenen Daten der Gespräche - Paul mit seinem Freund, in der Nacht, in der Felix stirbt. Felix natürlich vorher - solange er dazu noch in der Lage war. Juliane als letzte, zu einem Zeitpunkt wo sie schon ein wenig verarbeitet hat und Max irgendwann dazwischen. Mit seinem flapsigen Ton relativiert er das Drama um die anderen drei und erzählt bzw entwickelt gleichzeitig sein eigenes - sein Leben ist ja ziemlich interessant und die Frage, ob die Wahrheit immer das Beste für einen anderen Mensche ist, ist ja extrem philosophisch (und alltagstauglich!)



    Das Ende ist sehr, sehr rund und passend, Paul hat auf eine gewisse, durchaus religiöse Art, seine Schuld abgetragen, ich denke mal, er sah das so, dass er es Felix schuldig fühlte, ihm nicht nur einen Haufen Geld zu überlassen, sondern auch seine Frau mit ihm zu teilen? Obwohl, Schuld? Ich weiß es nicht. Vielleicht auch eher Reue. Ich finde es ziemlich heftig, muss ich sagen, es hat fast schon Krimicharakter und es ist sehr, sehr heftig. Ich empfinde es auch durchaus als realistisch.


    Ich weiß nicht, ob Paul die Affaire von Juliane und Felix so hinnahm, weil er sich schuldig fühlte - ich kann das nicht so wirklich glauben. Es wäre für meinen Geschmack einfach zu viel. Kann aber natürlich sein!
    Ich denke eher, dass er verstanden hat, dass die Geschichte von Juliane und Felix einfach etwas ganz anderes war. Juliane erzählt ja auch auf der Seite 120 von ihren Ansichten und Einsichten bezüglich Affairen und Ehe. (Ein Kapitel, dass ich sehr interessant finde!)
    Und Paul erfährt von der Beziehung erst, als er schon von der Erkrankung weiß - was will er da noch machen? Es ist einfach etwas ganz anderes!


    Soweit für den Moment!
    Bis bald!
    ysa

  • Liebe Alice, es gab sozusagen eine "Anregung" aus dem realen Leben, die mir die Idee zu dem Buch lieferte. Ein Freund von uns erkrankte an Lungenkrebs, erhielt im März 2014 die Diagnose und starb Ende Juni 2015. Ich verstand mich gut mit ihm, wir hatten sozusagen einen guten Draht zueinander, es war einfach eine schöne Freundschaft (keine Affäre). Ich begleitete ihn und war auch in der Sterbenacht dabei, weil er sich das wünschte.
    Der Grund, warum er an Krebs erkrankte, war derselbe wie in "bleiben", nämlich ein sehr tragischer und irritierender: In seiner Altbauwohnung befanden sich PAK Stoffe in den Wänden und er wusste das nicht, er lebte mehr als 20 Jahre in dieser alten Studentenbude. Seine Schwester beauftragte einen Fachmann, der das überprüfte; die Gewissheit zu haben, war dann auch nicht leicht für ihn. Das Wörtchen "wenn" begann zu rotieren. Wenn er doch ausgezogen wäre ... weil die Freundin es sich damals gewünscht hätte, von der er sich aber leider trennte, usw. . Er erhielt eine kleine Summe vom Vermieter, ohne Gerichtsverfahren, darauf wollte/konnte er sich ja nicht mehr einlassen. Er war ein sehr lebensfroher, aktiver, positiver Mensch, der gerne reiste, segelte, fotografierte. Diese Dinge ließ ich miteinfließen. Er war noch nicht bereit zu gehen, hätte noch viel vorgehabt, war aber unglaublich tapfer und gelassen. Das war extrem bewundernswert. Sein Name war Julian.
    (Deshalb heißt die Protagonistin Juliane.)

  • Jetzt hab ich Gänsehaut. Ich hatte nicht erwartet, dass das Buch so nah am realen Leben ist. Wie schrecklich. Aber wie schön (wenn ich das Wort in diesem Zusammenhang verwenden darf), was du daraus gemacht hast. Auch eine Art Vermächtnis von/für Julian.

  • Ja, der überkorrekte soziale Paul hat den Zustand der Wohnung verschwiegen. Das war für mich eher schwierig, das so zu machen (ich brauchte es aber dramaturgisch), gestehe ich jetzt offen. Ich hatte das unangenehme Gefühl: Passt das überhaupt zu dieser Figur, zu diesem Charakter?? Er ist ja absolut nicht der Typ dafür!


    Ich bin beruhigt, dass Ihr das nachvollziehbar findet. Ich versuchte auch, es so glaubwürdig wie möglich zu beschreiben: Er konnte einfach nicht mehr (S 200), er kroch mittlerweile am Zahnfleisch daher. Die Trennung von Isabella, die sich bereits jahrelang hinzog, das Kind nach einem Unfall in der KLinik, die permanenten Streitigkeiten mit dem Vater, der aufkeimende Hass auf seine Frau ... Er redet sich selber ein, dass er nicht immer alles so ernst nehmen muss, er nicht immer der Retter der Welt sein muss, er hat das Recht einmal auf sich zu schauen, es werden Studenten sein, die nur für kurze Zeit darin wohnen ...


    Niemand weiß von der Sache, nur Felix selbst. Nicht Juliane. Und auch Max nicht, Felix war diskret, wollte Paul nicht in Schwierigkeiten bringen.


    Felix ist zum Schluss sehr sehr stark. Er erkennt, dass er OHNEHIN sterben muss, es nichts bringt, wenn er einen Skandal macht, die Tatsachen herumerzählt, wütend "um sich schlägt" , ... Und er ist fähig, es zu akzeptieren und obendrein noch zu verzeihen.
    Im Grunde achtet er doch darauf, etwas zu "hinterlassen" (auch auf das "Bild", das er von sich hinterlassen will). Paul und Juliane kommen sich einander durch diese Geschehnisse wieder näher, auch deshalb weil Felix ihn bittet, nicht so viel zu arbeiten, ...

  • Liebe Dani, ja, im Grunde ist es auch eine Art "Vermächtnis" oder ein literarisches Andenken an ihn, das ich ihm setzen wollte. Seine Familie hat sich auch darüber gefreut! Weil dadurch etwas von ihm "bleibt".

  • Zu den verschiedenen Zeiten: Die waren natürlich sehr sorgfältig gewählt.
    Paul erzählt direkt in der Sterbenacht.
    Juliane kann erst sechs Monate später erzählen, vorher wäre sie nicht einmal annähernd dazu in der Lage gewesen.
    Felix erzählt bereits im Mai, im Juni wäre er vermutlich nicht mehr in der Lage gewesen, so lange zu reden.
    Max berichtet drei Monate später, ist dabei das Ganze zu verdauen.

  • Zu Paul noch: Er duldet diese Affäre aus verschiedenen Gründen.
    Er fühlt sich schuldig wegen der Wohnung. Er weiß, dass ein Mensch deshalb sogar sterben muss.
    Er hat ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber seiner Frau, weil er ihr gegenüber keine "selbstlose Liebe" empfand, sondern sie bewusst "einlullte" mit seiner väterlichen Liebe, so nennt er das auf S 153.
    Er spürt, dass Juliane etwas nachholen muss.
    Er ist froh, dass es Felix ist. Kein ernstzunehmender Rivale. S 15


    Dass er über diese Affäre, die dann zu einer Freundschaft wird, hinwegsieht und über den Dingen steht, ist das Mindeste, was er tun kann. So empfindet er das. Für ihn ist diese Sterbebegleitung seiner Frau auch ein karitativer Akt. Er erkennt, dass Felix das jetzt braucht und ihm guttut. Warum soll er das unterbinden?

  • Der Tod Felix' ging mir an die Nieren. Vor allem aber, dass er sich so hinterfragt hat. Dass er dachte, dass er nichts hinterlässt. Dass er nicht einmal Kinder hinbekommen hat. :'(
    Das Thema Tod ist ein schwieriges, keine Frage. Aber ich finde es so bitter, dass Felix diese Gedanken hat - wo er doch viel zu früh gehen muss.
    "Entschädigt" hat mich dann die Tatsache, dass sich seine Freunde so um ihn kümmern. Beispielsweise das blaue Betttuch, das an sein geliebtes Meer erinnern soll. Und die Beerdigung in Südtirol - dass alle da und Gäste sind. Dass sich unter den jungen Leuten Freundschaften anzubahnen scheinen...


    Wenn ich mich anfangs gefragt habe, warum Paul die Affäre seiner Frau duldet, so findet das einen runden Abschluss. Es handelt sich um eine Art Sühne, auch wenn ich nicht sagen kann, dass ich Paul die absolute Schuld am Lungenkrebs von Felix gebe. Ja, er hat damals leichtsinnig gehandelt, aber ich muss ihm zugute halten, dass er in keiner leichten Phase steckte: der Unfall seiner Tochter, die Situation mit Isabella und der Druck seines Vaters...
    Paul konnte möglicherweise ahnen, aber definitiv nicht wissen, was das Ignorieren dieser gefährlichen Bausubstanz für einen anderen Menschen haben kann.
    Und dann sind da ja noch die Wörter "wenn", "hätte" und "wäre"... Wenn Felix nicht so lange in der Wohnen geblieben wäre, er eine andere Wohnung gefunden hätte - wäre er dann auch an Krebs erkrankt? Vielleicht nicht, vielleicht aber doch.


    Für mich keine einfache Lektüre, aber eine sehr gute. So, nun lese ich Eure Beiträge - ich bin gespannt, inwiefern Euch das Ende beschäftigt hat.


  • Wobei ich glaube, Felix macht sich da selbst zu klein. Natürlich wird der Geldsegen eine freudige Überraschung für seine Familie sein, aber wie man am Ende sieht, hinterlässt er viel mehr. Er hat Verbindungen zwischen Menschen geschaffen, die es sonst vielleicht nicht gegeben hätte und die auch nach seinem Tod weiterbestehen und sich vielleicht sogar in die nächste Generation entwickeln, wenn die Kinder sich untereinander auch so verstehen.
    In unserer schnelllebigen Zeit gibt es nicht mehr viele Freund- und Bekanntschaften, die mehrere Jahrzehnte andauern, ich finde, das ist ein großer Schatz, den man nicht unterschätzen sollte!


    Das hast Du sehr schön geschrieben, Dani. Und damit den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Mir hat es sehr leid getan, dass sich Felix so kritisch sieht und darüber nachdenkt, ob er Menschen berührt hat... Er hat es - über seinen Tod hinaus. Diese Szene, wie alle Familien in Südtirol zusammensitzen und Alessandro vorschlägt, dass sie ihn allesamt in Rom besuchen sollen, hat mich zum Schluss richtiggehend glücklich gemacht.


  • Und besonders rührend finde ich die Szene in der Paul seine "Schuld" Felix gegenüber eingesteht und dieser ihm verzeiht. Vielleicht gefällt mir diese Szene so gut, weil ich Menschen, die die Fähigkeit haben, anderen zu verzeihen, wirklich bewundere!


    Diese Szene hat mich enorm beeindruckt. Ich finde, Felix hätte alles Recht der Welt, verbittert zu sein und Paul vorzuhalten, dass er nicht in irgendeiner Weise gewarnt wurde. Ob es tatsächlich Pauls Schuld ist, stünde natürlich auf einem anderen Stern.
    Doch nichts von alledem! Felix beweist eine Stärke, die ich bewundernswert finde. Er kann sogar darüber grinsen, was seine Angehörigen wohl bei der Testamentseröffnung denken werden...
    Schlussendlich hat er aber vor allem menschliche Größe bewiesen und hat Paul einfach vergeben. Bemerkenswert, wirklich.


  • Er redet sich selber ein, dass er nicht immer alles so ernst nehmen muss, er nicht immer der Retter der Welt sein muss, er hat das Recht einmal auf sich zu schauen, es werden Studenten sein, die nur für kurze Zeit darin wohnen ...


    Ein Wahnsinn, oder? Da will er einmal nur an sich denken, all dem Negativen einmal ausweichen und mögliche Folgen mit einem einfachen Verdrängungsmechanismus verscheuchen - und dann hat ausgerechnet diese eine Entscheidung eine solch tödliche Konsequenz.
    Ich frage mich, ob Paul jemals damit leben kann.


    Zitat

    Niemand weiß von der Sache, nur Felix selbst. Nicht Juliane. Und auch Max nicht, Felix war diskret, wollte Paul nicht in Schwierigkeiten bringen.


    Felix hat in mir die stärksten Gefühle geweckt, denn sein Tod hat mich mitgenommen, aber seine Art, mit seinem Sterben umzugehen und vor allem wie er Paul begegnet, hat mich unheimlich beeindruckt! Dass er keinerlei Groll hegt, sondern sein an Paul denkt, ihm das Leben nicht schwer(er) machen will und sogar dafür sorgt, dass Paul begreift, dass er sich besser um Juliane kümmern soll... Das hat mich mindestens genauso berührt wie sein Tod.


  • Er ist froh, dass es Felix ist. Kein ernstzunehmender Rivale. S 15


    Ja, am Anfang verstehe ich seinen Eindruck. Aber bleibt das so? Paul wandelt sich in meinen Augen von einem Menschen, der denkt, dass der Andere keine wirkliche Bedrohung ist, zu jemandem, der begreift, dass seine eigene Frau genau das ist, was Felix braucht. Dass sie dem Erkrankten gut tut... Für sein Grundgefühl fast schon folgerichtig, oder?

  • Wow, liebe dubh, Deinen Gedanken und Worten kann ich mich nur anschließen. Du hast alles sehr reflektiert auf den Punkt gebracht.


    Genauso ist es. Paul spürt immer mehr, dass seine Frau Felix in dieser letzten Zeit sehr viel helfen und geben kann. Das will er auf keinen Fall unterbinden. Es wäre kleinlich.

  • Suse

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