1) "Die Belagerung" bis einschließlich "Gerlaine" (Seite 85)

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  • Hallo lieber Ulf, liebe Mitleser,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Der Sturm der Normannen", und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders den Autor Ulf Schiewe - schön, dass Du unsere Runde begleitest!


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden (https://leserunden.de/forum/index.php?thread/7444.0.html) und auch die neuen Ausführungen zur Netiquette (https://leserunden.de/forum/index.php?thread/7338.0.html) durch.


    Postet hier bitte erst, wenn Ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch ;)


    Wenn Ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, gebt bitte hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid.


    Es wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können.
    Grobe Faustregel ist hierbei, dass pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte!


    Viel Spaß uns allen beim Lesen und Diskutieren! :winken:

  • Hallo Zusammen :winken:


    Ich freue mich sehr, Weihnachten mit den Normannen zu verbringen! ;D Den ersten Abschnitt konnte ich heute auch schon lesen, und ich bin wieder sehr gut in die Geschichte hineingekommen. Schön, Gilbert und "seine" Männer wieder begleiten zu dürfen.


    Und es geht ja wieder gleich gut los - mit einer Belagerung.
    Es ist irgendwie "seltsam" zu lesen, wie wenig Menschenleben im Krieg wert sind. :( Wenn ich da zum Beispiel an die Wette denke, die die Männer abgeschlossen haben. :o
    Ich kann Gerlaine da wirklich gut verstehen. Ich würde auch nicht gerne sehen, wie mein Mann sich ständig in solche Gefahr begibt.


    Na ja, und die Geschichte mit der Kloake war ja nun auch nicht gerade angenehm. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie die Männer gestunken haben müssen. ;D :o
    Nicht gerade angenehm, durch solche Abflussrohre kriechen zu müssen! Und die Situation am Tor war ja auch wirklich gefährlich. Das hätte für Gilbert schnell böse enden können. Zum Glück ist er ja mit einem Kratzer davongekommen.


    Schade eigentlich, dass es bisher nur den kleinen Ivo gibt. Ob Gerlaine noch einmal schwanger werden wird?


    Auch sehr schade, dass es wohl erst mal der letzte Band der Normannen-Saga sein wird. :(
    Ich hätte sehr gerne noch weitergelesen! Aber nun freue ich mich erst mal auf den nächsten Abschnitt :lesen:

  • Hallo lieber Ulf, hallo liebe Mitleserinnen. Auch ich bin wohlbehalten wieder bei den Normannen in Italien angekommen. Dass der Einstieg so problemlos klappt liegt auch daran, dass im ersten Abschnitt immer wieder in kurzen Nebensätzen erklärt wird, was schon so alles in den Vorgängern los war.


    Zuerst fühlte ich mich mal an das letzte Buch erinnert. Wieder eine Stadt, die es zu erstürmen galt, eine Mauer zu überwinden. Diesmal machen die Jungs es durch die Kloake. Ich habe diese Szene leider zum Frühstück gelesen - das war ja richtig eklig, diese Vorstellung. Den Geruch hätte ich sicherlich tagelang nicht mehr aus der Nase gekriegt. ;)


    Es geht auch richtig zur Sache. Ziemlich blutiges Gemetzel, aus dem Gilbert und seine Männer Gott sei Dank glimpflich hervorgehen. (Erinnert mich hier stark an die Bücher von Bernard Cornwell, die ich auch sehr schätze. 8))


    Übrigens ist nach Seite 41 eine Debatte bei uns daheim entbrannt, ob es den Begriff Orks so damals schon gab. Erst mal heftig gegoogelt und nach dem Ursprung des Wortes gesucht. Bin gespannt, was Du dazu sagst, lieber Ulf. Meine drei Männer und ich sind zu der Einigung gekommen, dass es in seiner Bedeutung sicherlich schon ziemlich alt ist aber es erinnert uns vier einfach sehr an HdR. Wir sind da ziemlich vorbelastet. ;D


    Was ich besonders an dieser Reihe mag ist das typisch Normannische. Also die rauhen Kerle natürlich, aber auch ihre Art, wie sie an manche Sachen rangehen. Z.B. wird die Beute geteilt. So was schafft enge Bindung und die Männer fühlen sich ihren Anführern gleichwertig. Klasse sowas. Oder Gilberts hadern mit den verschiedenen Religionen und seine Treue zu den nordischen Göttern. Seine Überlegungen gefallen mir sehr und sind religionsübergreifend klug. :)


    Dass Gerlaine nicht begeistert ist, von Gilberts Heroismus, ist ja nachvollziehbar, aber er hat schon recht... sie wusste, worauf sie sich eingelassen hat.


    Macht schon wieder großen Spaß, dieses Buch. :klatschen:

  • Freut mich, dass ihr gleich gut ins Buch gefunden habt. Es beginnt ja gewisserweise mit einem Knall. Es zeigt auch, wie weit die Normannen in ihren Eroberungszügen schon vorgedrungen sind, und wo es noch hapert, denn ganz Süditalien haben sie noch nicht in der Hand. Besondes nicht die reichen Küstenstädte.


    Es macht mir immer Spaß, aus Sicht eines "Heiden" über die Religionen zu reflektieren, wie Gilbert das gerne tut. Heidnische Gottheiten werden in meiner neuen Trilogie noch mehr Bedeutung haben, denn im 11. Jahrhundert war in Skandinavien noch wenig vom Christentum in die Landbevölkerung gedrungen, trotz diverser Versuche der Herrscher, wie Harald Tryggvason oder Olaf der Heilige. Da machen wir auch Bekanntschft mit Hexenzauber und Untoten, die nachts aus den Gräbern steigen. :)

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Über die Orks bin ich auch gestolpert :), irgendwie ist der Begriff - auch wenn er älter sein mag - derartig mit HdR verbunden... aber gut, es kommt ja nur einmal vor, da kann man das schon verschmerzen.


    Die Entwicklung von Gerlaine hat mir nicht so gefallen, auch wenn man die Ereignisse aus Band 3 berücksichtigt und dass sie Mutter und älter geworden ist. Die Figur paßt nicht so ganz zu der im ersten Band eingeführten Gerlaine, die wagemutig Zielobjekte ausspioniert und an der Durchführung beteiligt ist. Sie kommt mir ein bißchen zu bürgerlich vor, mit Reihenhaus am Rand von Argentano und Babysitter. Wäre vielleicht doch besser gewesen im letzten Band einen Schlußstrich zu ziehen.


    Irgendwie erwarte ich immer, die Leute sind damals alle an Tetanus gestorben. Erst durch die Kloake, dann Schnittverletzungen => Das wars :)


    Das Schicksal des Bauerns fand ich auch traurig (was aber als Nebenfigur zu erwarten war. Fehlte eigentlich nur noch, dass er ein rotes Hemd anhatte :). Das ist mit der schlechten medizinischen Versorgung wohl das, was mich am meisten an den alten Zeiten stört, die fehlende zentrale Autorität bzw. Sicherheit, die wir heute (hier) haben. Es ist einfach nicht zu erwarten, dass heute mittag irgendwelche Gewalttäter um die Ecke kommen und dir den Garaus machen.

  • Rotes Hemd? Zentrale Versorgung? Hab ich nicht so ganz verstanden. :)


    Ja, Gerlaine ist Mutter geworden. Insofern nicht mehr Amazone. Der Mensch verändert sich mit neuen Aufgaben. Aber im Grunde ist sie immer noch Gerlaine, auch wenn die traumatischen Ereignisse auf Sizilien nicht spurlos an ihr vorüber gegangen sind. Auch nicht an Gilbert.


    Was die Orks betrifft, ich weiß, das erinnert an den Herrn der Ringe. Aber sie sind ja gerade in dem Buch, weil es eine uralte Tradition gibt. Der Begriff stammt schon von den Römern und war besonders im frühchristlichen keltischen und germanischen Norden zuhause. Als finstere, teuflische Gestalten in den Sagen. Orks und Elfen. Tolkien hat da nichts Neues erfunden.

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  • Rotes Hemd - wieder was gelernt. ;D Stimmt aber irgendwie. Solche Personen gibt es oft in Filmen und Büchern. Solange es nicht zu offentsichtlich ist, wenn sie auftauchen - sondern erst nach ihrem Ableben/Verschwinden - finde ich es okay und auch nötig. Sonst müsste man ja ständig einen Helden sterben lassen und das würde mir auch nicht gefallen. ;)

  • Ja, Gerlaine ist Mutter geworden. Insofern nicht mehr Amazone. Der Mensch verändert sich mit neuen Aufgaben. Aber im Grunde ist sie immer noch Gerlaine, auch wenn die traumatischen Ereignisse auf Sizilien nicht spurlos an ihr vorüber gegangen sind. Auch nicht an Gilbert.


    Finde ich glaubwürdig, dass sich aus der jungen, abenteuerlustigen, ungebundenen Gerlaine eine Mutter und Ehefrau entwickelt hat, die inzwischen um die Gefahren für ihre Lieben und ihr eigenes Leben weiß - sie hat ja schon einiges durchgemacht - und deshalb abwägt und sich sorgt, sich also weiterentwickelt und verändert hat.

  • Ich bin durch den ersten Leseabschnitt nur so durchgeflogen (und habe gleich ein Drittel des Zweiten mitgenommen).
    Gleich habe ich mich wieder heimisch gefühkt unter den Normannen. Gilbert ist einfach ein interessanter Charakter. Und mir gefällt die Ich-Perspektive. Ich bin so immer ganz nah im Geschehen, was ich sehr schätze.


    Die Anfangsszene mit den Bogenschützen fand ich nachvollziehbar. Die Langeweile bei einer solchen Belagerung kann schon bizarre Formen annehmen.


    Mal eine Frage zur vergangenen Zeit zwischen dem letzten und dem jetzigen Buch: das sind drei Jahre. Habe ich das richtig verstanden?


    Über den Begriff 'Orks' bin ich auch gestolpert. Er ist einfach zu sehr mit dem HdR verknüpft. Da hätte sich sicherlich auch ein ähnlicher Begriff (z.B. Schwarzalb) gefunden.


    Gerlaines Entwicklung finde ich nachvollziehbar. Auch wenn mir die alte Gerlaine besser gefallen hat. Aber wenigstens ist sie noch eine 'Spökenkiekerin'.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Zitat

    Das ist mit der schlechten medizinischen Versorgung wohl das, was mich am meisten an den alten Zeiten stört, die fehlende zentrale Autorität bzw. Sicherheit, die wir heute (hier) haben. Es ist einfach nicht zu erwarten, dass heute mittag irgendwelche Gewalttäter um die Ecke kommen und dir den Garaus machen.


    Medizinische Versorgung hatte auch immer etwas mit dem Stand, dem Reichtum und dem Ort zu tun an dem man lebte. Sehr deutlich hat mir das der 'Medicus' (lief gerade an Weihnachten) wieder gemacht. Der spielt zwar gut 400 Jahre später.
    Wer Geld hatte und von Stand war konnte sich auch medizinische Versorgung leisten. Allerdings nur in einem Rahmen, den die Kirche vorgab.


    Aber auch damals konnte man nicht machen, was man wollte. Es gab durchaus Gesetze und Regeln, die den Umgang miteinander festlegten. Das sich auch damals Menschen darüber hinwegsetzen, ist nicht anders als heute.
    Und die Sicherheitslage heute, na ja, da könnte man an anderen Stelle drüber diskutieren.
    Sicherheit hat immer auch etwas mit einem Gefühl zu tun.

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  • Zitat

    Also die rauhen Kerle natürlich, aber auch ihre Art, wie sie an manche Sachen rangehen. Z.B. wird die Beute geteilt


    Ist dieses öffentliche Teilen der Beute typisch normannisch?
    Ich hatte es so verstanden, das es eine besondere Eigenart von Robert Guiscard ist.


    Gab es 'Guiscards verdammte Hunde' wirklich? Oder sind sie eine Erfindung von dir Ulf?

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  • Die Maudits Chiens sind eine Erfindung von mir. So eine Elitetruppe sollte ja einen Namen haben. Und ob Robert so eine Truppe hatte, ist auch nicht überliefert, aber doch denkbar. Denn alle Fürsten zu der Zeit, auch gerade in Skandinavien hatten eine kleine, feste Truppe. Bei den Wikingern hießen sie huskarlar, also Krieger, die dem Haus zugeordnet waren.


    Und das öffentliche Teilen bei Beutezügen war bei den Nordmännern schon üblich. Schließlich sahen sie sich als freie Männer, die einem Anführer freiwillig Gefolgschaft leisteten, besonders wenn er großzügig war.

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  • Finde ich glaubwürdig, dass sich aus der jungen, abenteuerlustigen, ungebundenen Gerlaine eine Mutter und Ehefrau entwickelt hat, die inzwischen um die Gefahren für ihre Lieben und ihr eigenes Leben weiß


    Für mich ist das auch glaubwürdig, zumal Gerlaine wirklich viel durchgemacht hat. An ihrer Stelle hätte ich da auch meine Abenteuerlust verloren.

  • Dieses hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Redshirt


    Bei diesen Zeiten denke ich immer, wie katastrophal schlecht das medizinische Know-how war. Und eben die Gewalt und fehlende Rechtssicherheit, bzw. was gilt ist halt das Recht des Stärkeren. Jeder kann dich wann auch immer massakrieren ohne irgendwas befürchten zu müssen, wenn er sich nicht gar zu blöd anstellt. Und in so einem Kriegsgebiet allemal.


    Die Engländer hatten ja früher, z.B. Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, rote Uniformen, die berühmten Redcoats. Angeblich, damit man das Blut nicht so sieht und die Truppen bei Massenverletzungen nicht in Panik geraten. Ob es stimmt?


    Rechtssicherheit hatte man wohl nicht, nur innerhalb eines adeligen Herrschaftsberichs. Ansonsten bit nur Bündnistreue unter Adeligen und Fürsten eine gewisse Sicherheit.

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  • Um die Frage nach den Jahren zu beantworten, ja, es sind seit Sizilien drei Jahre vergangen.


    Komisch, über Gerlaine trennen sich immer die Geister. Manche mochten die spröde Gerlaine überhaupt nicht. Jetzt scheint es umgekehrt zu sein. ;D

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