Allgemeine Fragen an Bernhard Hennen und Robert Corvus

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  • Da es nicht zur erzählten Geschichte gehört, hier eine kurze Bemerkung:


    Bei Robert Corvus unter DIE AUTOREN ist ein Wort zuviel: "[...] , bevor er HAT mehrere erfolgreiche Fantasy-Romane veröffentlichte."


    Nur für den Fall, dass es sich mit Copy-Paste auch ins nächste Buch einschleichen würde...


  • Ja, so ist es. Interessehalber: Wie kommt der Unterschied zustande?


    Im gedruckten Buch stehen die Autoreninformationen auf dem Umschlag/ der Klappe. Diese Texte stehen in einer extra Datei. Ich weiß gar nicht, ob es sie als reine Textdatei gibt, oder ob man sie direkt ins Layout setzt. Jedenfalls wird diese Umschlagdatei noch einmal durchgeschaut, bevor sie zum Drucker geht. Ich vermute, dass dabei der Fehler gefunden und korrigiert wurde, aber die Rückmeldung nicht geflossen ist. Wahrscheinlich hat man die alte Version vorher kopiert und in die Datei für das eBook gegeben.
    Jedenfalls nochmals danke für den Hinweis - ich habe ihn an Heyne weitergegeben.

  • Frage mich, ob manche Fehler, die ich lese, im gedruckten Buch ebenfalls nicht vorhanden sind. Hier ein Beispiel: "Der Bärenmann verhielt vor einem der glühenden Seen." Kann zwar keine Seitenzahl nennen, aber es ist an der Stelle, an der der Sklave in das Magma geworfen wird.


  • Frage mich, ob manche Fehler, die ich lese, im gedruckten Buch ebenfalls nicht vorhanden sind. Hier ein Beispiel: "Der Bärenmann verhielt vor einem der glühenden Seen." Kann zwar keine Seitenzahl nennen, aber es ist an der Stelle, an der der Sklave in das Magma geworfen wird.


    In diesem Fall ist es kein Fehler, sondern eine etwas altertümelnde Wendung für "innehalten" oder - in diesem Zusammenhang - "stehen bleiben". So etwas verwenden wir ganz gern, es unterstützt den Fantasy-Sound - ebenso wie das "Ihrzen" anstelle des "Siezens". ;)

  • Ich lese gerade zwei Fantasy- Romane parallel, was mir erstaunlicherweise weniger Schwierigkeiten bereitet als gedacht.


    Wie ist das, wenn man als Autor an zwei Romanen parallel schreibt? Kann man da ohne Probleme hin und her wechseln oder stellt das eine große Herausforderung dar? Und wie geht Ihr da vor, ohne Euch zu verzetteln?

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Wie ist das, wenn man als Autor an zwei Romanen parallel schreibt?


    Das ist der Mega-Ätz. Ich habe dieses Jahr festgestellt, dass ich damit überhaupt nicht klarkomme. Mein guter Vorsatz für 2017: Wenn ich eine Rohfassung schreibe, mache ich nichts mehr parallel an einem anderen Projekt. Ich arbeite sonst doppelt so lange am Manuskript.



    Kann man da ohne Probleme hin und her wechseln oder stellt das eine große Herausforderung dar?


    Das Problem ist nicht so sehr, dass ich die Geschichten verwechsele, sondern, dass ich aus dem Kontext gerissen werde und dann wieder neu eintauchen muss. Ich muss mich dann wieder auf die andere Geschichte eingrooven. Das kann schon mal zwei Tage dauern. Wenn man bedenkt, dass ich normalerweise etwa einen Monat für eine Rohfassung brauche, sind zwei Tage, gegebenenfalls mehrfach, sehr viel. Und auch danach läuft es lange Zeit noch nicht wieder so smooth wie sonst.



    Und wie geht Ihr da vor, ohne Euch zu verzetteln?


    Keine Ahnung - ich verzettele mich gnadenlos. :D

  • Keine Ahnung - ich verzettele mich gnadenlos. :D


    Das merkt man aber nicht. :)


    Wenn Ihr im Schreibmodus seid, was ja bedeutet, stundenlang oder sogar tagelang am Schreibtisch zu hocken, habt Ihr da eigentlich einen Gegenpol z. B Sport oder Spaziergänge o.ä.?

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Wenn Ihr im Schreibmodus seid, was ja bedeutet, stundenlang oder sogar tagelang am Schreibtisch zu hocken, habt Ihr da eigentlich einen Gegenpol z. B Sport oder Spaziergänge o.ä.?


    Wenn es bei mir optimal läuft, ich also komplett in der Geschichte versinke, fällt alles andere weg, während ich an einer Rohfassung arbeite.
    Die Ausnahme ist allenfalls mein Tanzcasino, in dem man einmal pro Woche mit überschaubarem Erfolg bemüht ist, mir Standard und Latein beizubringen.

  • Bei mir ist das ganz ähnlich. Das Finale von "Elfenmacht" waren vier Arbeitswochen zu je 100 Stunden. Natürlich ohne Wochenenden und die Familie sieht man nur noch im Vorbeigehen auf dem Weg vom Bett/Essenstisch zum Schreibtisch. Wenn ich völlig in meiner Welt versunken bin, sind die Schreibergebnissen wirklich gut.
    Gift hingegen sind so Pausen von 36 Stunden, wenn ich auf eine Lesung musste, die weiter als 200 km entfernt liegt.
    Ich liebe Lesungen - wer mich auf einer erlebt hat, weiß das - aber mitten im Schreibfluss sind sie ein Problem.


    Mein Ausgleich: X-Wing spielen mit den Kindern, manchmal ein Spaziergang oder ein Familienausflug.


    Ganz finster wird es, wenn ich mitten im Abgabestress plötzlich so seltsame Dinge tue wie mein Zimmer aufzuräumen. Dann weiß die ganze Famile gerade läuft etwas sehr unrund ...

  • :totlach:
    Sehr geile Antworten. Vielen Dank dafür :bussi:


    Mit den Bildern "tanzender Robert Corvus" und "aufräumender Bernhard Hennen" im Kopf werde ich mich nun dem nächsten Abschnitt zuwenden.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Wie klappt euer In-Einem-Durchschreiben, wenn ihr gemeinsam ein Buch schreibt? Besprecht ihr den Szenenplan und teilt die Szenen dabei unter euch auf und jeder schreibt seinen Part in Rohfassung erstmal runter? Wie ist das bei neuen Charakteren und ihren Charakterskizzen?


    Ich muss sagen, dass ich ganz schön baff bin, wie schnell ihr alles runter schreibt. Und in Hennens Fall auch noch mit Familie, die einen ablenkt. Da gilt der stille Dank sicher auch denen, die eben diese Freiräume schaffen.


    Ich versuche mich ja auch seit einiger Zeit am Schreiben und muss sagen, dass ich ständig wieder raus gerissen werde und ähnlich wie Robert Corvus brauche ich dann ganz schön viel Zeit, um wieder rein zu kommen. Das Schlimme daran ist, dass ich dafür natürlich noch mal lese, was ich vorher geschrieben habe und mich dann nicht zurücknehmen kann und darin erstmal wieder kräftig rum werkel: hier eine Formulierung ändern, dort etwas umschreiben...


    Eure Disziplin ist auf jeden Fall höchst lobenswert! - So, genug Honig ums Maul geschmiert. :>


  • Wie klappt euer In-Einem-Durchschreiben, wenn ihr gemeinsam ein Buch schreibt? Besprecht ihr den Szenenplan und teilt die Szenen dabei unter euch auf und jeder schreibt seinen Part in Rohfassung erstmal runter?


    Bei den ersten drei Bänden war es für mich genau so, wie Du es beschreibst. Wir haben vorher einen (groben) Szenenplan gemacht, in dem insbesondere festgelegt war, welche Aspekte der Geschichte aus der Sicht von Beorns Ottajasko geschildert werden und wo Phileassons Leute die "Reiseführer" für die Leserschaft stellen. Dadurch ist dann klar, wer die entsprechenden Passagen schreibt. Insbesondere die Szenen, in denen beide Ottajaskos sich begegnen, sprechen wir genauer durch.
    Ich habe dann den Phileasson-Teil komplett runtergeschrieben, eine erste Überarbeitung gemacht, damit der Text einigermaßen lesbar wird, und ihn an Bernhard geschickt.
    Bernhard hat die ersten beiden Prologe geschrieben, dann meinen Text gelesen und mit Anmerkungen versehen, die wir durchgesprochen haben. Danach hat er die Beorn-Szenen eingefügt.
    Das hat bei Nordwärts, Himmelsturm und Die Wölfin geklappt.
    Bei Silberflamme nicht. Auch da wollte ich meinen Teil am Stück runterschreiben, aber da sind mir andere Projekte in die Parade gefahren, die plötzlich dringend wurden. Deswegen hatte ich eine große Unterbrechung nach etwa 100 Seiten und habe jetzt eine noch größere nach etwa 350 Seiten. Gut 50 Seiten fehlen mir noch, um den Phileasson-Teil durchzuzählen, die möchte ich im Januar angehen. Nebenbei könnt Ihr daraus ersehen, dass Silberflamme vermutlich der bisher dickste Band der Reihe werden wird.



    Wie ist das bei neuen Charakteren und ihren Charakterskizzen?


    Grundsätzlich sind wir immer nur einen Telefonanruf voneinander entfernt. Wenn also etwas zu diskutieren ist, machen wir das sofort.
    Bei den Figuren legt generell derjenige vor, bei dem diese Figur zuerst auftaucht. Der andere nimmt dann gegebenenfalls diesen Faden auf.
    Wir haben eine Figurendatenbank, in der die wesentlichen Daten festgehalten sind (das ist eine Funktion, die Papyrus Autor bietet).



    Das Schlimme daran ist, dass ich dafür natürlich noch mal lese, was ich vorher geschrieben habe und mich dann nicht zurücknehmen kann und darin erstmal wieder kräftig rum werkel: hier eine Formulierung ändern, dort etwas umschreiben...


    Diese Versuchung kennt sicher jeder Autor. Trotzdem ist der "erste Durchstich" eine sehr wichtige Sache, im Zweifel wichtiger als jede Formulierung, die man später noch umstellen kann. Er ermöglicht eine genaue Schätzung des letztlichen Umfangs, er garantiert, dass die Geschichte vom Anfang zum Ende durcherzählt werden kann, vor allem gibt er das Gesamtbild der Geschichte, das sinnvolle Optimierungen wie ein Fore-Shadowing erst möglich macht.

  • Ich finde es wirklich toll, wie ausführlich ihr die Fragen hier beantwortet.
    Es gibt uns Lesern einen guten Einblick in so ein Schriftstellerleben. Ich werde es mal meiner Tochter zeigen. Sie möchte - momentan - auch gern Schriftstellerin werden. Ein paar schöne, ihrem Alter (sie ist 10) entsprechende Geschichten hat sie schon geschrieben. Die werden begeistert von der Familie gelesen und sorgfältig aufbewahrt.

    Liebe Grüße Andrea

    "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. "(Helen Hayes)

  • anschu74 Das ist ja lustig. Meine Tochter schreibt auch (sie wird 9). Sie hat ihre Geschichten sogar schon mit in die Schule geschleppt und alle Kinder, ja sogar die Lehrerin war begeistert und alle wollen immer wissen, wie es weitergeht :D Wenn das so weiter geht, überholt sie mich noch :totlach: Meine 16jährige zockt lieber PS4 als zu schreiben. So unterschiedlich kann das sein.
    Wir heben auch alles auf, meistens hat sie aber -wie ich- Notizbücher und schreibt dort hinein. Sie malt sogar Bilder dazu. Am schönsten war die Geschichte eines einsamen Drachen, der einen Freund sucht. Echt süß.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Da Bernard ja gesagt hat, dass es wohl in den 12 Bänden nicht möglich ist, jeder Figur einen Prolog zu widmen wollte ich mal wissen, ob man nicht ein "Begleitbuch" zur Saga machen könnte, in dem quasi nur Prologe bzw. in dem Fall Kurzgeschichten zu dem Vorleben einzelner Figuren enthalten wären. Das fände ich eine tolle Sache! Die Lieblingsfiguren alle in einem Band mit Erzählungen, woher sie kommen usw. Zumindest für die Figuren, die keinen Prolog in der Saga erhalten können, wäre das doch eine spannende Sache. :lesen:

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 9. November 2018, 21:43 - Freitag, 23. November 2018, 22:43

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  2. Freitag, 9. November 2018, 21:43 - Freitag, 23. November 2018, 22:43

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  3. Montag, 12. November 2018, 16:11 - Montag, 26. November 2018, 17:11

    Editing Expertise

  4. Freitag, 16. November 2018, 21:43 - Samstag, 1. Dezember 2018, 22:43

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