05: Seite 321 - Ende (Kap. 62 – Ende)

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  • Und dann war Paul auch noch zu dämlich, um die Nachricht zu entschlüsseln. Er hat es ja nicht mal versucht, wie es aussieht.


    Ich denke, nachdem Clare mit Bonnie spurlos verschwunden war und er wusste, dass sie Torenzo das Handwerk legen wollte, war er viel zu aufgescheucht, um noch richtig klar denken zu können. Er musste ja damit rechnen, dass sie womöglich aufgeflogen ist und geschnappt wurde. Zusätzlich hatte er zu wenig Hintergrundinformationen, um irgendetwas selbst unternehmen zu können.



    Genauso wenig wie sein merkwürdiges Benehmen nach ihrer Rückkehr. Warum hat er ihr nicht einfach mal alles erklärt? Zeit hatten sie doch.


    Hier wäre vielleicht vollkommene Offenheit wirklich angezeigt gewesen - wobei niemand vorhersagen kann, was Clare davon dann geglaubt hätte und was nicht, solange sie ihre Erinnerung nicht zurück hat. Das ist so ein Fall von: hinterher ist man schlauer.


  • Da dies ja eine fiktive Geschichte ist, muss man es sich einfach vorstellen können. Janet hat das bei mir z.B. sehr gut geschafft.


    Da ich mich aus Interesse immer mal wieder mit diesen Themen beschäftige, auch mit Genmanipulationen, kann ich mir solche Versuche leider auch durchaus vorstellen. Vor allem mit den Nebenwirkungen wie bei Bonnies Geschwister, die billigend in Kauf genommen werden. Gerade wegen dieser unvorhersehbaren Nebenwirkungen stehe ich solchen tiefgreifenden Genmanipulationen sehr skeptisch gegenüber.


  • Ha, also doch Huntingdon - da haben wir gut getan, ihm von Anfang zu misstrauen ;D
    Als wir durch Clares Aufzeichnungen davon erfahren, dass Bonnies leibliche Eltern Teil eines illegalen Genversuchs waren, war es eigentlich klar, dass Huntingdon dahintersteckt. Im ersten Moment war ich auch auf die leiblichen Eltern von Bonnie wütend, weil sie bei so etwas mitgemacht haben, aber ich möchte sie nicht voreilig verurteilen, immerhin kenne ich ihre damalige Lebenssituation nicht. Und wenn es nicht die Morenos gewesen wären, hätten sie andere Eltern gefunden, denen sie das Blaue vom Himmel herunter versprochen hätten.


    Da ich selbst zweifache Mutter bin, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie man seine Kinder für solche Versuche hergeben kann. Wie schlecht muss es einem gehen oder welche Versprechen hat man bekommen, um seinen Kindern so etwas anzutun. Aber ich bin mir auch sicher, dass irgendwo in dieser Richtung schon geforscht wird. Und da bekomme ich Gänsehaut.



    Die Verschlüsselung des Codes mithilfe der Nachricht war ja sehr raffiniert - schon zu raffiniert, wenn man ihn kaum knacken kann ;D


    Ich denke, da hat Clare einfach zu viel vorausgesetzt. Okay, Paul wusste, dass sie in ihrer Zeit im Heim mit solchen Verschlüsselungen gearbeitet hat, aber sie werden sich später nicht mehr intensiv damit auseinander gesetzt haben, denke ich mal.



    Was es mit Raphael und Clare auf sich hatte, erfahren wir jetzt auch und ich muss gestehen, ich bin froh, dass zwischen den beiden nie etwas gelaufen ist. Wobei mir Raphael schon ein Stück weit leid tut, er war nicht so schlecht wie der Rest.


    Ich fand es auch sehr schade, er umgekommen ist. Er hat sich für seine Liebe geopfert.



    Huntingdon hat aber auch wirklich an alles gedacht, als er dann auch noch die Wohnung der Brents in die Luft fliegen ließ. Teilweise war mir das schon zuviel Action und Intrigen auf der Verbrecherseite, so lückenlos können die doch auch nicht alles durchplanen.


    Diese lückenlose Planung kann ich schon sehr gut nachvollziehen. Wenn man solche kriminelle Energien hat, versucht man bestimmt auch den kleinsten Fehler auszuschließen. Das traue ich z.B. auch der heutigen Technik schon zu.

  • Huntingdon hat aber auch wirklich an alles gedacht, als er dann auch noch die Wohnung der Brents in die Luft fliegen ließ. Teilweise war mir das schon zuviel Action und Intrigen auf der Verbrecherseite, so lückenlos können die doch auch nicht alles durchplanen. Huntingdon konnte sich doch nicht sicher sein, ob nicht irgendwo doch noch weitere Kopien vorhanden sind. Gut, deswegen schafft er auch sämtliche Zeugen nun aus dem Weg, weil er kalte Füße bekommt. Lieber nimmt er auch das Ende des Genversuchs und damit Bonnies Tod in Kauf, bevor doch noch jemand von dem Versuch Wind bekommen kann.


    Da gibt es sogenannte "Ausputzer". Die werden von entsprechenden illegal oder halbillegal handelnden Organisationen angeheuert, um sicherzustellen, dass es absolut keine Spuren gibt, die zu der Orangisation führen. Das sind hochprofessionelle Leute mit sehr viel "Spielgeld" und einem unvorstellbaren Netzwerk an Helfershelfern und keinerlei Skrupel. Da gibt es übrigens einen sehr spannenden Film mit George Clooney in der Hauptrolle.


  • Was mich ein wenig wundert: wie hat es Clare geschafft, sich diese ganzen Informationen über Huntingdon, Torenzo usw. zu besorgen, ohne dass diese so lange etwas davon mitbekommen haben? Wie gesagt, das waren keine unbedarfte Wissenschaftler, sondern Kriminelle, die mit allen Wasser gewaschen sind.


    Sie hat Raphael diese Infos entwendet. Kurz bevor sie dann mit Bonnie geflüchtet ist. Raphael hat es mitbekommen und musste es, nachdem Clare verschwunden ist, Torenzo beichten. Das wird ziemlich dem Ende entgegen gesagt.

  • Das mit dem Erinnerungsvermögen von Zellen ist bisher, nach meinem Wissenstand, immer noch Theorie, aber bei dem Moreno-Kindern wurden ja die Gene zusätzlich (illegal) verändert, das war ja besonders perfide.



    Gut, dass du das von Rhea postest, ich hatte es gelesen und dann nicht mehr gefunden!
    Das mit dem Gedächtnis der Zellen ist derzeit ein Wissenschaftsstreit. Es kursieren neben dem gängigen Modell, dass die Erinnerungen in bestimmten Gehirnarealen liegen, einige Theorien - z.B. dass Wissen in den Zellen gespeichert ist und weitergegeben wird, nicht in das bewusste Gedächtnis, aber in das evolutionäre. So erklären manche Modelle weitverbreitete Ur-Ängste, z.B. vor Spinnen, Schlangen, Wasser, Gewitter, etc.
    Es gibt aber auch den Ansatz des universellen Gedächtnissen, in dem davon ausgegangen wird, dass wir unser Wissen aus dem neuronalen Gesamtwissen des Universums ziehen. Siehe hier: http://www.quantologie.de/Hirnforschung.html
    Mit Voranschreiten der Quantenforschung gibt es auch immer neue Vorstöße in diese Richtung - nur: während wir uns inzwischen an den Gedanken gewöhnt haben, dass das Universum aus einem Urknall entstanden ist, und sich von praktisch Nichts in etwas Unendliches verwandelt hat, sperren wir uns noch sehr, wenn es um den Menschen selbst geht. Ebenso, wie wir Aliens etc. nach wie vor gern als Unsinn und Science Fiction abkanzeln. Aber: ist das nicht arrogant? Alien heißt: Fremd. Ein fremdartiges Wesen. Ein Wesen nicht von dieser Welt. Warum sollte es im gesamten Universum nur den Menschen als Bewohner eines Planeten geben? Ist nicht diese Vorstellung viel absurder, als die Vorstellung, dass es in diesem unfassbar großen Universum mehrere bewohnte Planeten gibt? Dass es andere Sonnensysteme gibt, wissen wir schließlich. Diese Vorstellung weckt aber auch (verständliche) Ängste. Während Otto-Normalbürger nach wie vor Aliens als Hirngespinnst abtut, schicken US Amerikanische Forschungszentren aktiv Signale ins All, um Kontakt herzustellen. Okay, das geht jetzt ziemlich weit von dem Grundthema weg, was ich damit jedoch, gerade in Bezug auf den Link zu dem Artikel zum universellen Gedächtnis, sagen möchte ist: Wir wissen nicht wirklich, wie unser Gedächtnis funktioniert.
    Denkt an Dr. Semmelweiß. https://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Semmelweis Er hat vor nur 170 Jahren den Beweise geführt, dass die hohe Rate der tödlichen Kindbettfieber auf unhygienische Verhältnisse zurückzuführen ist. Insbesondere in Unikliniken, wo Studenten erst an Leichen herumschnipselten und dann Mütter untersuchten und dabei tödliche Keime übertrugen. Er wurde regelrecht aus dem Beruf gemobbt. Man wollte ihm nicht glauben. Heute weiß jedes Kind, dass man sich die Hände waschen muss, weil man sonst krank wird. Nur als Beispiel, wie sehr sich Wissenschaft täuschen kann, wie sehr Glaubenssätze sich verändern. Wir werden noch viel lernen müssen und in 170 Jahren werden die Menschen ebenso über uns den Kopf schütteln, wie wir über die Gegner von Dr. Semmelweiß, die tausenden von Müttern das Leben gekostet haben.
    Nun zu Rheas Beispiel mit dem Mörderkind. Um ein Mörder zu werden, ist sehr viel mehr nötig, als ein mordender Elternteil, denn hier (ausgenommen Taten im Affekt etc.) kommt ein ganz bestimmter psychischer Defekt hinzu. Es handelt sich dabei immer um Psychopathen, wobei ich darauf hinweise, dass ein Psychopath keinesfalls immer ein Mörder ist! Dabei gibt es ganz unterschiedliche Ausprägungen, und viele Menschen, die extrem erfolgreich und anerkannt sind, weisen eindeutige psychopathische Merkmale auf.
    Und auch wichtig hierbei ist der Hinweis auf die Epigenetik. Wir wissen, dass bestimmte Verhaltensweisen/Krankheiten/Eigenheiten vererbt werden. Z. B. der Gang. Man kann oft bei einen Menschen am Gang erkennen, dass er ein Kind von XY ist. Man weiß, dass das Kind einer Alkoholikerin/Alkoholikers weitaus gefährdeter ist, selbst Alkoholiker zu werden, als das eines Nichttrinkers. Man weiß, dass bestimmte Krebskrankheiten in Familien gehäuft vorkommen, deshalb muss eine Frau, in deren Familie Brustkrebs ein Thema ist, öfters zur Vorsorge, als eine, bei der das nicht der Fall ist. Man kann Geninformationen aber auch überschreiben - in der Epigenetik wird die Weiterentwicklung der Geninformation untersucht. Dabei ist man darauf gekommen, dass schlechte Informationen durch gutes Verhalten überschrieben werden können und damit Krankheiten vorgebeugt werden kann.
    Oh je, ich bin mal wieder am Dozieren ... ich bremse mich hier. Ihr seht, all diese Theme sind so eng verbunden, und ich habe mich so intensiv damit beschäftigt, dass ich bei jeder Frage wie ein Wasserfall losschreibe.


  • Da ich selbst zweifache Mutter bin, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie man seine Kinder für solche Versuche hergeben kann. Wie schlecht muss es einem gehen oder welche Versprechen hat man bekommen, um seinen Kindern so etwas anzutun. Aber ich bin mir auch sicher, dass irgendwo in dieser Richtung schon geforscht wird. Und da bekomme ich Gänsehaut.


    Ja, das fällt uns hier sehr schwer. Aber wenn man mal in die Welt blickt und sich ansieht, wie viele Kinder verkauft werden, wird einem ganz anders. Um fair zu bleiben: oft wird den Eltern (die ausnahmslos in extremen Umständen leben) vorgegaukelt, dass ihre Kinder in gute Familien kommen, und dann landen sie in Bordellen. Aber es gibt auch genug Fälle, in denen das Kind auch mit dem Wissen, dass es ihm schlecht gehen wird, weggegeben wird. Hauptsache, es bringt Kohle in die leere Kasse. Dass Kinder den Stellenwert haben, wie sie ihn heute, in unserer Gesellschaft haben, ist ein relativ neuer Luxus. Wer sich gruseln will, recherchiere etwas über den Stellenwert des Kindes in der vorindustriellen Gesellschaft. Rechte? Kinder?
    Bei den Morenos im Buch war es etwas anders: Sie durften bei ihren Kindern bleiben und ihnen wurde das als eine einmalige Chance verkauft, ihrem Elend zu entfliehen und ihren Kindern ein besseres und besonderes Leben zu ermöglichen. Je verzweifelter und je ungebildeter ein Mensch, desto empfänglicher ist er für die Lügengeschichten des Menschen, der ihnen Besserung verspricht.


  • Da gibt es sogenannte "Ausputzer". Die werden von entsprechenden illegal oder halbillegal handelnden Organisationen angeheuert, um sicherzustellen, dass es absolut keine Spuren gibt, die zu der Orangisation führen. Das sind hochprofessionelle Leute mit sehr viel "Spielgeld" und einem unvorstellbaren Netzwerk an Helfershelfern und keinerlei Skrupel. Da gibt es übrigens einen sehr spannenden Film mit George Clooney in der Hauptrolle.


    Unfassbar sowas, vor allem weil man nur hilflos dastehen und nicht dagegen ankommen kann.


  • Sie hat Raphael diese Infos entwendet. Kurz bevor sie dann mit Bonnie geflüchtet ist. Raphael hat es mitbekommen und musste es, nachdem Clare verschwunden ist, Torenzo beichten. Das wird ziemlich dem Ende entgegen gesagt.


    Stimmt ja, sie hatte ihm ja was ins Getränk gemischt :-[ vor lauter Spannung habe daran gar nicht mehr gedacht.


    Janet, deine Erläuterungen zu den Erinnerungen, Gedächtnis usw. sind superspannend - da darfst du gerne noch mehr schreiben, wenn du magst.


  • Da gibt es sogenannte "Ausputzer". Die werden von entsprechenden illegal oder halbillegal handelnden Organisationen angeheuert, um sicherzustellen, dass es absolut keine Spuren gibt, die zu der Orangisation führen. Das sind hochprofessionelle Leute mit sehr viel "Spielgeld" und einem unvorstellbaren Netzwerk an Helfershelfern und keinerlei Skrupel. Da gibt es übrigens einen sehr spannenden Film mit George Clooney in der Hauptrolle.


    Wenn ich von so etwas lese oder höre, bekomme ich immer Gänsehaut. Unglaublich, dass es Menschen gibt, die damit ihr Geld verdienen.

  • Für mich war das Ende völlig in Ordnung. Das es offen ist, lässt ja Stoff für eine Fortsetzung zu und ich bin gespannt, ob es dazu kommt. Schade, dass Raphael am Ende sein Leben lassen musste, ich hätte ihm was anderes gegönnt.


    Spannend war der Schluss auf alle Fälle vielmehr als der Rest des Buches. Auch, wenn durch die Amnesie die Handlung etwas langsamer vonstatten ging, hätte ich mir durchweg ein wenig mehr Spannung gewünscht - besonders im ersten Drittel des Buches. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, vor allem die Idee dahinter und ich bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen