01: Anfang - Seite 76 (einschl. Kapitel 13)

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  • Raphael wäre für mich der einzige, den ich wahrscheinlich Vertrauen würde.
    Allen anderen kann man doch irgendwie nicht trauen, schon Blöd wenn man sich an nix Erinnern kann ;)


    Mir geht es auch im Moment so, dass ich Raphael noch am ehesten trauen würde. Aber wer weiß, womöglich wurde er von irgendjemand eingesetzt, damit er ein Auge auf Clare hat - daher kannte ihn Paul auch nicht mit dem Namen. Dass er Clare bei ihrem ersten Zusammentreffen so intensiv anschaute, machte mich etwas stutzig.

  • Grüß Euch! Ich hoffe, Ihr seid alle zusammen gesund und munter ins neue Jahr gerutscht!!! :tanzen:


    Bei dieser Leserunde bin ich schon wieder etwas im Rückstand - ich hab gerade erst mal den ersten Teil fertiglesen können.


    Zuerst das Cover - es gefällt mir total gut! Der dunkle Hintergrund, die Scherben, die sich nicht nur farblich absetzen sonder auch tastbar sind! Und Scherben sind ja als Symbol ziemlich klug gewählt!


    Ebenfalls gelungen fand ich den Einstieg in das Buch, wie wir Clares Erwachen miterleben. Zuerst nimmt sie nur das Plätschern wahr, dann allmählich ihre nähere Umgebung - das fand ich absolut realistisch beschrieben, als ob man selber auf da liegen würde.


    Das war wirklich ein perfekter Einstieg - in der Ich-Form und in der Gegenwart geschrieben - der Leser ist sofort mitten in der Geschichte drin!


    Allerdings: da es eben in der Ich-Form geschrieben ist, nimmt man ja auch alles aus der subjektiven und emotionalen Sicht der Hauptperson wahr - alle Irrtümer inklusive! Das macht die Geschichte noch viel spannender!
    Ich kann die Situation einer Person mit Amnesie nicht wirklich nachfühlen, aber so wie hier alles beschrieben wird, finde ich es sehr schlüssig und eindringlich. Wie ist das Leben einer Person, die sich selber nicht kennt? Kafka lässt grüßen...
    Ganz allgemein finde ich das Thema überaus interessant und sehr vielfältig - alles kann passieren! Alles zusammen ist momentan noch undurchrsichtig und spannend!


    Momentan führt das dazu, dass ich absolut niemandem in dieser Geschichte trauen kann! Nicht mal Clare selbst!


    Paul ist sicher kein Sympathieträger, aber ich hab mir überlegt, dass ich meinen Partner in so einer Situation auch eher abschotten würde. Die Amnesie macht angreifbar und manipulierbar! Seine Rolle ist aber trotzdem seltsam - welche Möglichkeiten hat er genutzt um Clare aus einem indonesischen Gefängnis zu holen (das kann wirklich nicht einfach sein!) Und wer ist jetzt dieser Herr Wilson?


    Und Dorota und Raphael sind auch nicht vertrauenswürdig! Sie spielen irgendwelche Rollen! So ist zumindest mein Eindruck.


    Bonnies Entführung ist auch reichlich dubios! Darüber weiß man einfach noch viel zu wenig. Und das Wenige passt irgendwie überhaupt nicht zusammen - die fehlenden Bilder, die Kleidung, die irgenwie nicht zu Clare zu passen scheint, die fehlenden Kosmetikartikel...


    Und welche außergewöhnliche Inselbegabung hat Bonnie jetzt tatsächlich? Hellsehen - das kann (und will) ich nicht glauben.


    Und noch etwas: Das Thema Gehirn und Amnesie ist ja wirklich perfekt für einen Thriller - ein allgemein sehr spannendes Thema!


    Soweit meine anfänglichen Irrungen und Verwirrungen - ich freu mich auf das weiterlesen!


    ysa


  • Allerdings: da es eben in der Ich-Form geschrieben ist, nimmt man ja auch alles aus der subjektiven und emotionalen Sicht der Hauptperson wahr - alle Irrtümer inklusive! Das macht die Geschichte noch viel spannender!


    Genau, dadurch wird das noch authentischer.

  • Leider bin ich auf die Idee mit der ich-Perspektive erst ziemlich spät gekommen ... nämlich erst, als das Buch fertig war und die Lektorin Clares Zweifel nicht nachvollziehen konnte ???
    Also habe ich das gesamte Buch umgeschrieben und da der Perspektivwechsel auch die Art des Erzählens völlig verändert hat, musste ich das Buch praktisch neu schreiben. Das hat mich Monate in meinem Zeitplan zurückgeworfen. Und während des Schreibens habe ich mir immer wieder gedacht: Oh Mann! Wenn das jetzt nicht echt eine Verbesserung ist ... :boxen:
    Aber da nun ganz oft gesagt wird, dass gerade die ich-Perspektive Clare einem beim Lesen näher bringt, bin ich im Nachhinein sehr froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin (es gab so einige, die mich für verrückt erklärt hatten, als ich das fertige Buch in die Tonne gehauen habe) :verrueckt:


  • Leider bin ich auf die Idee mit der ich-Perspektive erst ziemlich spät gekommen ... nämlich erst, als das Buch fertig war und die Lektorin Clares Zweifel nicht nachvollziehen konnte ???
    Also habe ich das gesamte Buch umgeschrieben und da der Perspektivwechsel auch die Art des Erzählens völlig verändert hat, musste ich das Buch praktisch neu schreiben. Das hat mich Monate in meinem Zeitplan zurückgeworfen. Und während des Schreibens habe ich mir immer wieder gedacht: Oh Mann! Wenn das jetzt nicht echt eine Verbesserung ist ... :boxen:
    Aber da nun ganz oft gesagt wird, dass gerade die ich-Perspektive Clare einem beim Lesen näher bringt, bin ich im Nachhinein sehr froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin (es gab so einige, die mich für verrückt erklärt hatten, als ich das fertige Buch in die Tonne gehauen habe) :verrueckt:


    RESPEKT!

  • Das stimmt, man kann nicht einfach sie mit ich vertauschen, da ich in der Ich-Perspektive einen anderen Blickwinkel bekomme und damit alles ganz anders reflektiert und kommentiert wird und sich dadurch auch Clares Verhalten geändert hatte.
    Aber, es hat sich gelohnt, das ist das einzige was nun zählt. Für mich ist es immer wichtig, bei jedem Buch das Beste zu geben, was ich geben kann. Das bin ich meinen Lesern schuldig, die mir, bzw. meinem Buch ihre Lesezeit und damit Lebenszeit schenken. Allerdings doktere ich oft so lang und wiederholt an meinen Büchern herum, dass ich meine armen Lektorinnen in den Wahnsinn treibe, denn jede Veränderung meinerseits bedeutet ja auch für sie wieder Arbeit.


  • Ist sie vielleicht mit ihrer Tochter von zuhause weggelaufen?


    Hat das alles etwas mit der Begabung ihrer Tochter zu tun? Oder mit den "Zauber"methoden zur Behandlung von Clares Patienten? Welchen Gefallen schuldet Paul den Huntingdons? Sehr freundschaftlich hörte sich das eigentlich nicht an. Irgendwie traue ich gerade niemanden so recht über den Weg.


    Ich denke auch, dass Clare auf der Flucht erwischt worden ist. Aber warum ist sie von zuhause abgehauen?


    Ich bin mir fast sicher, dass es etwas mit den Fähigkeiten von Bonnie zutun hat. Oder mit ihren heilenden Händen.


  • Aber da nun ganz oft gesagt wird, dass gerade die ich-Perspektive Clare einem beim Lesen näher bringt, bin ich im Nachhinein sehr froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin (es gab so einige, die mich für verrückt erklärt hatten, als ich das fertige Buch in die Tonne gehauen habe) :verrueckt:


    Ich denke, es hat sich absolut gelohnt. Ich habe das Gefühl, ich bin beim Lesen nicht nur dabei, sondern mittendrin.

  • Mir gefallen viele Bücher in der Ich-Perspektive nicht, weil der Charaktere einfach nicht Sympatisch auf mich wirkt, oder eben seine ganzen Gedankengänge.


    Hier muss ich sagen gefällt es mir sehr gut und ich finde es passt.

  • Man hat zwar nun keinen Vergleich, wie es aus anderer Perspektive geschrieben wirkt, aber ich finde diese Version sehr gelungen und man kann sich besser in Clare hineinversetzen.
    Also von mir auch ein "Daumen hoch" für diese Version. Blöd allerdings, wenn man dann das ganze Buch noch einmal schreiben muss.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen