02: S. 88 - 154, "Ich will rauskommen" - "Gott wie albern"

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  • Zitat von smyrill

    Hm, Annette, ich glaube ganz so einfach ist das nicht für Kinder bei Krankheiten der Eltern.
    Ich denke die machen sich durchaus oft große Sorgen wenn die Eltern in welches Krankenhaus auch immer müssen.


    Ich habe jetzt nicht genau auf dem Schirm, wie alt die Kinder zu dem Zeitpunkt waren, als Uwe in die Klinik kam.
    Aber du hast natürlich auch recht, dass Kinder ganz sensible "Antennen" haben für die Gefühle der Eltern.
    Ich denke aber, dass es am Anfang erst einmal dieses:
    "Papa ist krank und ihm wird nun in der Klinik geholfen, damit er gesund wird...."
    Denkschema bei den Kindern gegeben hat.


    Je länger der Klinikaufenthalt jedoch dauert, um so mehr werden die Kinder fragen stellen und da wird es wahrscheinlich dann schwierig.
    Denn mit den Fragen kommen auch automatisch die Ängste an den Tag bei den Zwergen.
    Aber wir sind ja noch am Anfang.
    Ich werde dann mal weiterlesen. :lesen:


  • Eigentlich ist es auf dem Land noch eher ein Stigma. Aber durch den halb öffentlichen Suizidversuch weiß es eh jeder und bei ihren Klassenkameraden sind sie mittlerweile die Kids mit diesem krassen Autorenpapa und damit mega interessant


    Na wenn das mal nicht ein starker Typ ist, den die Kinder zum Papa haben? Einen Autoren-Papa hat auch nicht jeder, und im Fernsehen warst du auch schon. ;)
    Ich finde es toll, dass die Kinder in der Schule so positiv mit dem Thema umgehen.

  • Annette, ja jetzt schon aber damals war es schon eine harte Zeit. Aber wie du sagst, ich will nicht zu sehr vorgreifen, aber wird haben Wege gefunden, die auch gut für die Kinder sind zum Ende hin. Alle drei sind bei Therapeuten die uns bei keinem irgendeine problematische Entwicklung bescheinigt haben.


    Ein wenig ist das Buch auch ein Vermächtnis für meine Kinder, damit sie besser verstehen, was eigentlich geschehen ist.

  • Weil ich ein wenig spät dran bin mit dem Lesen, werden die wichtigen Fragen hier eh schon gestellt und auch immer schnell beantwortet! Danke!


    Uwe, ich finde es toll, dass Du hier so offen alle Fragen beantwortest und Dir wirklich Zeit nimmst für diese Leserunde! Das sind sehr wertvolle zusätzliche Erklärungen!


    Ich kann es schon auch bestätigen, dass sich Kinder sehr viele Gedanken und Sorgen über kranke Eltern machen. Deshalb ist Wahrheit (wohldosiert und wohlüberlegt!) ein wirklich guter, wenn auch nciht immer leichter Weg! Und die Wahrheit von den Eltern ist immer noch besser als irgendwelche schrägen Varianten von "Wer-weiß-woher".


    Ich kenne Depression eigentlich nur als ein Bereich einer bipolaren Störung und da auch nur in dem Extrem, dass diese Menschen dann "herumschleichen" und mit allen Losigkeitsgefühlen flach liegen. Dass depressive Phasen auch oft wie Attacken auftreten können, wußte ich nicht! Danke für diese Info! Mir war das vorher nicht so klar!


    Und eine Frage ist mir jetzt doch noch eingefallen: Du schreibst immer wieder, dass Du in den vielen "Wartezeiten" viel gelesen hast. Darf ich fragen welche Bücher? Hilfebücher oder einfach Bücher, die Dich interessiert haben?


    Über Deinen Begriff "Frösche-stechen" mußte ich herzlich lachen. Passend! Ich renne selber gerne mit den Stöcken durch die Gegend - Gehen hat für mich etwas Meditatives! Bewegung soll ja auch bei psychischen Erkrankungen viel positives bewirken - sofern sich ein Kranker dazu aufraffen kann! Und das ist - glaub ich halt - öfters ein Problem!


    Über die Therapien hab ich mich anfangs auch etwas gewundert, aber sie haben schon ihren Wert! Auch wenn man das nicht sofort so sehen kann!


    Und ich bin neugierig, wie alles zusammen weitergeht - mit Deiner Familie, den Therapien etc. :lesen:


    Glg! :winken:


    PS. Ich finde es übrigens sehr beruhigend, dass Lachen und Blödeln zwischendurch möglich ist. Auch wenn vieles davon Galgenhumor ist - Hauptsache man kann herzlich lachen!

  • ysa: Erst mal. Keine Gedanken über die Lesegeschwindigkeit machen, wir haben hier kein Lesewettrennen.
    Was die Lektüre angeht, ich hab viele Bücher rund um Berichte Betroffener gelesen wie zum Beispiel "Sonnengrau" "Ziemlich gute Gründe am Leben zu sein" und noch so ein paar andere. Mir war es immer lieber, aus erster Hand zu lesen, was mir da zugestoßen ist. Deshalb war ich auch schnell bereit, auf die Idee des Literaturagenten einzugehen und an einem Expose für ein Buch zu arbeiten.
    Fun Fact am Rande: Ich hab ja geglaubt, das interessiert doch keinen Verlag. Als mein Agent dann auf der Frankfurter Buchmesse war, interessierten sich sogar drei Verlage dafür.


    Auch bei mir ergaben mit der Zeit so einige Therapien einen Sinn, aber zum Beginn ist halt alles merkwürdig.


    Und wegen der Depression. Ich hatte eine agitierte Depression oder Dysthemie. DA gibt es diese ich will gar nix mehr Phasen nicht, dafür in der Depression erhöhte Aktivität.

  • Dass es auch Depressionen mit erhöhter Aktivität gibt, wusste ich noch nicht. Ich hätte auch immer geschätzt, dass wahrscheinlich ein großer Anteil von -losigkeiten 'das übliche' ist. Bei dieser Lektüre merke ich, dass es absolut interessant ist zu erfahren, wie unterschiedlich die Krankheitsbilder sein können und wie ihr lernt /gelernt habt, damit umzugehen.

  • Mir sagte ein Therapeut, jeder neue Depressionspatient ist eine neue Form der Krankheit. Erst Gesprchäche und Diagnostik verfeinern das Bild. Bei mir war diese Agitierte Depression auch daran schuld, dass ich lang Zeit überhaupt nicht von einer Depression ausging, denn: "Ich hab ja gar nicht die Symptome"

  • Die agitierte Depression kannte ich auch noch nicht. Das hätte ich wohl auch nicht als Depression erkannt, weil ich diese immer auch mit Antriebslosigkeit verbunden habe. Die Vielfalt der Krankheitsbilder im Bereich der Depressionen und Ängste war mir gar nicht so bewusst.
    Ein sehr interessantes, wenn auch bedrückendes Thema.


  • Mir sagte ein Therapeut, jeder neue Depressionspatient ist eine neue Form der Krankheit. Erst Gesprchäche und Diagnostik verfeinern das Bild. Bei mir war diese Agitierte Depression auch daran schuld, dass ich lang Zeit überhaupt nicht von einer Depression ausging, denn: "Ich hab ja gar nicht die Symptome"


    Das ist sehr interessant! Es war mir nicht klar, welche verschiedenartigen Krankheitsbilder als Depression gelten.


    Und das ist auch ein Kritikpunkt von mir an dem Buch: Nicht jeder weiß das alles und ich glaube auch nicht, dass dieses Wissen vorausgesetzt werden kann. Eine fachliche Erklärung zu Beginn des Buches hätte mir da viel weitergeholfen! Jetzt hab ich ein wenig nachgelesen über Dysthymie und viel dazu gelernt! Ich glaube auch, dass das ein weit verbreiteter Irrglaube bezüglich Depression ist - dass ein depressiver Mensch traurig und schlapp herumhängt und sich zu nix aufraffen kann.


    Oder hab ich da etwas überlesen :-[


    Damit verabschiede ich mich ins internetfreie Wochenende! Lasst es Euch gut gehen!
    :winken:

    Liebe Grüße!;)
    Miriam

    Einmal editiert, zuletzt von ysa ()

  • ysa: Das habe ich mir auch überlegt, etwas erklärend wissenschaftliches vornan zu stellen bin dann aber davon abgekommen. Zum einen kenne ich auch nur einen kleinen Ausschnitt des ganzen, zum anderen wollte ich explizit keinen medizinischen Ratgeber sondern meine Erlebnisse in der Psychiatrie vermitteln. Medizinische Fachbücher und Ratgeber gibt es schon einige, da wollte ich mich auf mein Erleben beschränken, gerade um jenseits der medizinischen Fachbegriffe zu berichten, wie es einem als Patient geht.


    Aber ja, ich hab mir das auch überlegt.

  • Hm, das Buch ist ja ein Erfahrungsbericht, da steht ja das persönlich Erlebte im Vordergrund. Für mich ist es da völlig okay, wenn Fachbegriffe nicht erklärt werden.
    Und ich finde auch nicht, das das Buch jetzt von denen wimmelt...
    Allerdings bin ich ohnehin jemand der über so was dann gerne einfach drüberwegliest (in Büchern allgemein) ... aber das ist natürlich von Leser zu Leser unterschiedlich.


    Ich würde den Sinn dieses Buches - auf den Punkt bezogen - aber auch eher darin sehen, quasi "jemanden Kennenzulernen der eine Depression hat" um dadurch im besten Falle neugierig zu werden, was noch alles dahintersteckt und sich dann mit Fachartikeln / Büchern zum Thema zu beschäftigen.

  • Zitat von smyrill

    Ich würde den Sinn dieses Buches - auf den Punkt bezogen - aber auch eher darin sehen, quasi "jemanden Kennenzulernen der eine Depression hat" um dadurch im besten Falle neugierig zu werden, was noch alles dahintersteckt und sich dann mit Fachartikeln / Büchern zum Thema zu beschäftigen


    Genau das war der Beweg-Grund für mich, um mich hier in dieser LR-Anzumelden.
    Ich finde die Gleichgültigkeit in unser Gesellschaft nimmt immer weiter zu und da ist ein solches Buch sehr wichtig, um vielleicht dieses Thema ins Blickfeld der Menschen zu bringen.


    Das Cover alleine wirkt auf mich sehr ansprechend und macht neugierig. Vielleicht empfinden andere Menschen, die auf der Suche nach hilfreicher Lektüre sind - um vielleicht aus einem Gefühlsmäßigen "Down" (wie es heut zu Tage so schön heißt) heraus zu kommen, auch so wie ich.


    Ich war ja auch bei der LR mit Andrea Jolanda dabei, hier im Forum und ihr Buch ist bis jetzt noch ein kleiner Schatz in meinem Bücherschrank. Ganz zu schweigen von den vielen positiven "Denkanstößen" die ich aus der LR mitgenommen habe.
    Ihr Buch: "Da gehen doch nur Bekloppte hin" hat zur Zeit noch meine älteste Tochter, als das ankam im Dez. hat sie sich das sofort unter den Nagel gerissen mit der Bemerkung: "Du hast ja noch genügend andere Bücher und LR Mama." :totlach:
    Das werde ich also im Sommer erst lesen, denn unsere Tochter hatte natürlich recht, ich bin noch gut versorgt mit Lesestoff.


  • ysa, internetfreies WE ? Kannst oder willst Du da am WE nichts mit zu tun haben ?


    Das hat sich einfach so ergeben - wir sind da viel draußen und unsere genialen und wundervollen Enkel- und Patenkinder haben mit PC und Internet noch nichts am Hut! Sie sind einfach noch zu klein dafür!
    Aber ich kann mir ein Leben ohne Internet nicht vorstellen!



    ysa: Das habe ich mir auch überlegt, etwas erklärend wissenschaftliches vornan zu stellen bin dann aber davon abgekommen. Zum einen kenne ich auch nur einen kleinen Ausschnitt des ganzen, zum anderen wollte ich explizit keinen medizinischen Ratgeber sondern meine Erlebnisse in der Psychiatrie vermitteln. Medizinische Fachbücher und Ratgeber gibt es schon einige, da wollte ich mich auf mein Erleben beschränken, gerade um jenseits der medizinischen Fachbegriffe zu berichten, wie es einem als Patient geht.


    Das mag an mir liegen, dass ich ganz gerne (auch bei Erlebnisberichten) eine kleine fachliche Basis mitbekommen möchte :angst: Die Aussage des Therapeuten, dass jeder Depressionspatient eine ganz eigene Form davon hat, war ganz extrem wichtig!
    Es geht da nicht um Schubladendenken sondern eher darum, die eigenen Vorurteile neu zu verhandeln 8)


    :winken:

  • Ich habe diesen Abschnitt nun auch durch. Keine Ahnung, aber im Moment schlaucht mich die Arbeit schon sehr, obwohl es Spaß macht.


    Hatte ja bereits zu einem Teil dieses Abschnittes was geschrieben. Hatte dabei aber vergessen, den Teil zu erwähnen wo du erfährst, dass einige Mitpatienten nicht das erste Mal dort sind. Hat dich das irgendwie beunruhigt, bitte nicht böse sein, wenn ich da jetzt etwas überlesen oder nicht mehr im Kopf habe.


    Zum ersten Besuch deiner Kinder, kann ich völlig nachvollziehen dass du davor Angst hattest und nervös warst. Umso erstaunter war ich, wie super du das mit dem einläuten der "Familienknuddeln"-Parole gemeistert hast. Ich denke, das hat bei allen einen großen Teil der Anspannung genommen. Und schön war es zu lesen, dass ihr eine tollen Nachmittag hattet. Das dieser Besuch bei dir "Nachwehen" auslöst ist glaube ich ebenfalls nachvollziehbar. Deinen Schreck über den Traum kann ich super verstehen. War an dieser Stelle sehr erschrocken, weil ich zunächst dachte, es wäre real passiert.


    Ich glaube der Beginn der Therapien ist dann erstmal wieder ein neuer Kampf mit sich selbst, sich auf das alles einzulassen. Mit Sicherheit ist aber daran nichts falsches, auch wenn man selbst zunächst keine Nutzen darin sieht.


    Auch in diesem Abschnitt merkt man, wie sehr deine Frau hinter dir steht und es kann nie verkehrt sein es dir als Betroffenem nie schaden, dass immer wieder deutlich zu machen. Ich glaube diese Art Sicherheit braucht man da einfach.


    Achja, die Aktion die Rasierklingen abzugeben, war echt mutig. Hut ab! 8)


    Im Moment habe ich zu diesem Abschnitt keine weiteren Anmerkungen oder Fragen, denn es wurde ja bereits vieles dazu gefragt und beantwortet.

    „Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.“ Mark Twain

    Einmal editiert, zuletzt von Darkage-Castle ()


  • Hm, das Buch ist ja ein Erfahrungsbericht, da steht ja das persönlich Erlebte im Vordergrund. Für mich ist es da völlig okay, wenn Fachbegriffe nicht erklärt werden.


    Das finde ich das Gute daran, man versteht alles ohne groß die Fachbegriffe nachschlagen zu müssen. Wenn ich medizinische Details möchte, dann hole ich mir ein Fachbuch. Nur die helfen in den wenigsten Fällen die Depression besser zu verstehen.. finde ich

    „Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.“ Mark Twain

  • Oh Gott, ich bin heute erst in den 3. Abschnitt der Leserunde gerutscht... Im Moment passiert bei mir so viel, dass ich einfach überfordert bin. Ich gebe mir aber Mühe, wieder etwas aufzurücken.


    LG Tina

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen