03: S. 155 - 226, "Besuche" - "Psychosomatik..."

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  • Hier könnt ihr zum Inhalt von Abschnitt 03: S. 155 - 226, "Besuche" - "Psychosomatik..." schreiben.


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  • Auch in diesem Abschnitt habe ich so viele Markierungen gemacht, das ich keinesfalls dazu komme, alles aufzuschreiben, was mir dazu einfällt.


    Diesmal fange ich einfach chronologisch an.


    Der Besuch Barbaras verläuft ja prima...
    Aber krass, wie lange Du Dich schon nicht mehr "gut" gefühlt hast... Aber toll, daß es an dem Tag so war.


    Die Aufgabe an Deine Familie finde ich gut. Aufschreiben was man am Partner/Vater vermisst. Haben die Kinder das geschafft ?


    Der Pizzabringdienst ist dann so... überraschend normal ;)


    Ist das jetzt nur Zufall (das es im Buch so gehäuft genannt wird, sind ja auch nicht sooo viele Beispiele), oder sind es wirklich oft Menschen die irgendwie "zum Perfektionismus erzogen" wurden, die Gefahr laufen, eine Depression zu bekommen ?


    Aber Dein Gespräch mit Susanne finde ich insgesamt noch mal sehr erhellend.Auch das mit dem Nein sagen, bzw. dem nicht Nein sagen können.


    Zu den Masken... Ich weiß nicht ob ich es richtig verstanden habe wieweit das "maskieren" geht, aber wir tragen doch alle Masken und "müssen" das doch auch in gewisser Weise, oder ?


    Der Knackpunkt ist aber wohl dann bei den eigenen Wünschen und Bedürfnissen. So weit darf daß Maskieren nicht gehen, das die da ständig oder zu viel drunter leiden.


    Und dann kommen wir zum Klischee des Körbeflechtens ;D
    Schade, daß die Beschäftigungstherapie nicht so Dein ist... wäre ja zumindest produktiv gewesen ;) (also, war es ja auch, mit dem Brotkorb).
    Aber klingt ja schon vom Setting her nicht so toll.
    Daß die Anleiterin Dich bremst ist ja auch seltsam... Bzw ist es aber vielleicht auch schwer zu unterscheiden ob jemand einfach zügig arbeitet, oder sich unter Druck setzt. Aber "meditativen Flechten" war wohl nicht so Dein Ding ... Aber bei " Machen wir uns schon wieder Streß" gruselts mir... wie generell bei diesem "wir" ("Wo tut es uns denn weh?" *hmpf*)


    Meine Mutter hat da in ihrer Reha total tolle Sachen gemacht ... und durfte ihre Enkelkinder da mit hinnehmen, die völlig begeistert waren. Aber hier ginge ja auch nur um bloße Unterhaltung (war ne Hüft-Reha) da geht man sicher auch noch mal anders ran.
    Wir haben auch einen Brotkorb von ihr in Gebrauch. ;D


    Die Medikamente machen schlapper, oder warum warst Du nach dem Nordic Walking so k.o. ?


    Der Besuch Deines Vaters ist ja schon etwas gruselig... aber ich glaube meinem Vater könnte ich das auch nicht wirklich erklären. Der ist da eher in der "Reiß dich mal zusammen"- Fraktion, fürchte ich. Obwohl er mich schon manches mal überrascht hat.


    So, das war erstmal das erste Kapitel dieses Abschnitts.

  • smyrill: Gute Punkte. Die Kinder haben es eher halbherzig gemacht, aber das war wohl auch der Distanz geschuldet, insgesamt waren sie meiner Erinnerung nach nur 2 mal da.


    Also es waren nicht alle Depressions patienten Perfektionisten aber schon wirklich auffallend viele. Vielleicht auch dem Gefühl geschuldet, nichts wert, nicht gut genug zu sein.
    Daher auch die für uns schädlichen Masken. Die setzen wir ja immer auch, auch im Privaten, auch wenn wir uns eigentlich fallen lassen könnten.
    Der Besuch meines Vaters war eben auch schwierig, weil er das Konzept Depression weder verstand noch akzeptieren konnte.
    Was die Ergotherapie angeht, mir liegt halt basteln nicht wirklich so sehr. Aber rückblickend war es zumindest ein guter Zeitvertreib, eine schöne Abwechslung wir haben jetzt zuhause 6 Körbe unterschiedlichsten Designs.


    Nordic Walking oder auch generell Bewegung und Sport ist ein gutes Antidepressivum. Noch heute fahre ich regelmässig Rad, das tat ich schon früher und gehe viel spazieren.


    Das mit dem Pizzabringdienst fand ich irgendwie erleichternd, weil ich dadurch erkannt habe, dass wir gar nicht abgeschirmt waren, wie ich dachte.

  • Ach smyrill, jetzt warst du doch wieder schneller als ich.... :bussi:


    Ich habe diesen Abschnitt auch gestern gelesen und muss sagen, er war nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte.
    Der Besuch von Barbara hat für Uwe doch besser geklappt als ich erwartet habe. Entweder hatte Uwes Frau Barbara etwas vorbereitet, oder Barbara ist eine gefühlvolle und kluge Kollegin.
    Denn wie wir später erfahren, hat sie wohl auch die Kollegen informiert und zu einer schönen, positiven Aktion angestiftet.
    Das fand ich ganz toll. 8)


    Der Besuch von Uwes Vater gibt mir noch zu denken, denn die Tatsache das er erwähnt, dass Uwe ohne die Mutter zu ihm in die Klinik gekommen ist, mit 12 Jahren... ???


    Da ist doch irgend etwas in Uwes Erinnerungen flöten gegangen oder verkehrt abgespeichert worden.
    Uwe erinnert sich nur an die Besuche mit seiner Mutter zusammen. Hm, sind die vielleicht belastender für den 12 Jährigen Uwe gewesen und daher in Erinnerung geblieben?


    Die Gespräche mit den Mit-Bewohnern werden immer tiefsinniger und ich hatte fast den Eindruck, dass irgendwie in jedem Betroffenen auch ein kleiner Therapeut schlummert.
    Ich finde es echt toll, wie ihr euch dort untereinander geholfen habt.
    Überhaupt finde ich, dass man dieser Krankheit erst wirklich etwas entgegensetzten kann, wenn man sie beim Namen nennt und darüber spricht.


    Also "Fräulein Rottenmeier" war auch nicht so mein Fall in dieser Bastelgruppe. ::)
    Warum hat sie so sehr darauf bestanden, dass ihr euch nicht zu viel unterhaltet?
    Das verstehe ich nicht.
    Basteln ist manches mal eine sehr eintönige Arbeit und da kann man schnell ins Grübeln verfallen. Das finde ich, ist doch dann sehr gefährlich in Uwes Situation.
    Ich weiß, dass in unserer Bastelgruppe in der Reha, sogar zum Quatschen oder Singen angeregt wurde. Auch lief immer leise Musik im Hintergrund.
    Wir haben in der Bastelgruppe wirklich tolle Gespräche geführt, die auch sehr hilfreich waren.


    Dieses Thema Masken tragen bzw. Schauspielern, ist glaube ich ein Thema, was ALLE Menschen betrifft.
    Auch hier überlege ich, wieviel Masken ich selbst trage und wie viele Masken man wirklich braucht?

    Das du Uwe, andere Menschen sehr leicht durchschauen kannst, ist im Prinzip eine wundervolle Gabe um die ich dich sehr beneide.
    Aber offenbar darf man auch diese tolle Gabe nicht zu deutlich zeigen, denn dann wird man prompt wieder zum Außenseiter.
    Verdammt, das ist echt doof, aber ganz ehrlich Uwe: Ich an deiner Stelle, würde diese Gabe wie eine Waffe nutzen, um meine Seele vor Verletzungen zu schützen.
    Vielleicht bist du ein viel zu rücksichtsvoller und liebevoller Mensch, der andere schützen will, obwohl sie es nicht verdient haben und dich nur ausnutzen oder sogar BE-nutzen.


    Also hier die richtige Einstellung zu einem gesunden und differenzierten Egoismus zu finden ist bestimmt auch eine große Herausforderung.
    Puh, ich muss da noch etwas drüber nachdenken.

  • Zitat von smyrill

    Der Pizzabringdienst ist dann so... überraschend normal


    Stimmt, dass war wirklich ein sehr normaler Aspekt.
    Allerdings fällt mir in diesem Zusammenhang wieder ein, dass Uwe sehr unsicher auf die Ankündigung dieser ersten Belastungsproben - für einen Tag nach Hause - reagiert hat. Auch der Ausflug zu diesem Schulungs-Zentrum hat in ihm schon heftige Gefühle ausgelöst.
    Der Anblick der gepflegten Vorgärten und der Spießbürgerlichkeit...
    Wie viele Masken verbergen sich hinter all den Rüschengardienen?


    Was mir auch aufgefallen ist:
    Uwe analysiert seine Seele und Gefühle sehr genau. Er erinnert sich wieder an positive Momente in seinem Leben. Er erinnert sich auch an seine Wünsche und Träume, die er als Teenager hatte.
    Ich glaube, er definiert sich grade neu und versucht für sich eine Strategie zu entwickeln und auch Ziele zu finden.


    Zitat von smyrill

    Die Aufgabe an Deine Familie finde ich gut. Aufschreiben was man am Partner/Vater vermisst. Haben die Kinder das geschafft ?


    Jau, da habe ich auch gestaunt, wie Uwe jetzt schon versucht seiner Familie und sich selbst zu helfen. Das fand ich ganz toll, wie viele Gedanken er sich gemacht hat um diese Aufgabe zu stellen.
    Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Lachend/50.gif]

  • Ich glaube, einige (mehr als man denkt) Menschen haben ein Problem damit oder sehen es als Herausforderung, für ihre eigenen Interessen einzustehen. Schon oft ist im Gespräch mit Anderen herausgekommen, dass man das Gefühl hat z. B. in bestimmten Situationen weder sich selbst noch zum Beispiel der Familie gerecht zu werden. Ich denke, da muss man wahrscheinlich permanent dran arbeiten. Und wenn man selbst noch nie wirklich Rücksicht auf die eigenen Belange genommen hat, ist es sicherlich noch schwerer.


    Den Absatz über die Regelkonformität und das Anderssein (S. 163) fand ich sehr gut. Leider aber ist es immer noch so, dass manchen Menschen das schwerfällt mit der Akzeptanz der Anderen. Hat man denn wohl nur das Gefühl, dass das so viele sind, die einen vielleicht ablehnen würden? Warum legt man sein Augenmerk darauf, es 'Allen' recht zu machen? Realistisch gesehen schafft man das doch sowieso nicht.


    Wenn man z.B. guckt, dass Elke und du in diesem Kapitel ebenfalls leichte 'Bedenken' gegenüber Fräulein Rottenmeier ;) habt... dann ist es doch einfach nur natürlich, dass einem selbst auch nicht alle Menschen gleich sympathisch sind.
    Trotzdem kann ich genau verstehen was du meinst, wenn man selbst versucht Anderen zu 'gefallen' und es ihnen recht zu machen. Gar nicht so einfach.
    Und wahrscheinlich auch hier gilt, dass man da nur dranbleiben kann durch permanente Übung.

  • Zitat von Uwe

    Also es waren nicht alle Depressions patienten Perfektionisten aber schon wirklich auffallend viele. Vielleicht auch dem Gefühl geschuldet, nichts wert, nicht gut genug zu sein.


    Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr "Baustellen" fallen mir auf.
    An diesem mangelnden Selbstbewusstsein musstest du auch noch arbeiten und deinen Suizit-Versuch hast du dir selbst nicht verziehen.
    Im Gegenteil, du hast dir Vorwürfe gemacht und da glaube ich, dass man nur mit professioneller Hilfe und dem Verständnis im Umfeld, den Weg zu einem "sich selbst verzeihen" finden kann.
    Es ist passiert, es ist Vergangenheit - nun heißt es: Auf zu neuen Ufern. Irgendwer sagte diesen Satz in diesem Abschnitt und hatte damit wirklich recht.

  • Zitat von Myosotis

    Warum legt man sein Augenmerk darauf, es 'Allen' recht zu machen? Realistisch gesehen schafft man das doch sowieso nicht.


    Mir hat mal eine ganz liebe Psychologin (in der Reha) gesagt:
    "Frau B. Sie können nicht die ganze Welt retten, es reicht, wenn sie in ihrer Familie das Beste erreichen für Beziehung und die Kinder."

  • Das ist super und ein guter Ansatz. Und wahrscheinlich wirklich nur : üben, üben, üben.
    Und dann merken, dass die Welt sich weiter dreht. Aber auch mir fällt das manchmal schwer.


  • Ich glaube, einige (mehr als man denkt) Menschen haben ein Problem damit oder sehen es als Herausforderung, für ihre eigenen Interessen einzustehen. Schon oft ist im Gespräch mit Anderen herausgekommen, dass man das Gefühl hat z. B. in bestimmten Situationen weder sich selbst noch zum Beispiel der Familie gerecht zu werden. Ich denke, da muss man wahrscheinlich permanent dran arbeiten. Und wenn man selbst noch nie wirklich Rücksicht auf die eigenen Belange genommen hat, ist es sicherlich noch schwerer.


    Ja, das denke ich auch. Und da der Druck in unserer Gesellschaft ja einfach heute größer ist, endet so was dann auch öfter in der Katastrophe.

  • Wow, was für tiefe Gedanken ihr euch macht und wie viel ihr genau so erkennt wie ich damals.
    Das mit dem ich kam alleine zu meinem Vater hat mir meine Vater erzählt, ich selbst dachte, ich wäre mit meiner Mutter gekommen.


    Ich denke, das ist das wichtigste, was du in der Klinik lernen musst, gerade als Mensch mit Depressionen. Du musst dich selbst retten, nicht die Welt.
    Bei den Geschichten wie der Ergotherapie (Körbe flechten) bin ich zu diesem Zeitpunkt der Geschichte auch noch sehr leicht genervt. Ich erinnere mich noch wie ich immer froh war, wenn die Zeit rum war und ich den Stempel in mein Therapieheft bekam.


    Was ich generell faszinierend finde, wie oft ihr schon erahnt, wo meine Aufgaben später im Buch sind und was noch an Baustellen existiert. Ihr durchschaut mich ganz ordentlich. Mein Kompliment dafür.

  • Na, Deine Einstellung zum Basteln kommt im Buch deutlich rüber ;)


    Ja, Bewegung ist wohl immer mit das Erste, das zur Stimmungsaufhellung geraten wird.
    Aber das merkt man ja auch, daß einem das gut tut. Also, egal wie es einem vorher ging.


    Das Nordic Walking hast Du aber zuhause dann eher nicht mehr gemacht ?


    Ich glaube so eine Liste über meine Eltern zu machen hätte ich als Kind schwer gefunden... Bzw wären da dann eher so harmlose Sachen drauf gelandet wie "mehr Zeit mit uns verbringen" .
    Ich weiss auch nicht, inwieweit man da Berührungsängste hat, wenn der Papa oder die Mama so krank ist. Und man will wahrscheinlich auch nichts Falsches sagen.


  • Der Besuch meines Vaters war eben auch schwierig, weil er das Konzept Depression weder verstand noch akzeptieren konnte.


    Ist das nicht vielleicht auch der Generation geschuldet? Ich könnte mir vorstellen, dass er vielleicht auch einfach nicht wusste wie. Früher 'durfte' man sich solche Dinge vielleicht auch einfach nicht eingestehen?
    Mein Papa war Jahrgang 28 und wenn ich mir so angucke wie er erzogen wurde, konnte ich vieles was mir vielleicht unverständlich war, besser nachvollziehen.

  • So, ich bin auch ein Kapitel weiter.
    War es also doch gut, dass die Kollegin Barbara zu Besuch gekommen ist, das war offenbar ein sehr guter Kliniktag und mit vielen positiven Gefühlen verbunden.


    Der Perfektionismus ist bei psychischen Problemen allgegenwärtig (und nicht nur dort), den kenne ich selber auch nur zu gut. Dieses nicht "nein" sagen können war bei uns in der Gruppentherapie sehr häufig ein Thema, das ist genauso weit verbreitet. Und die Ansätze für dieses Verhalten werden ganz oft in der Kindheit geschaffen, wie auch hier bei diesem Gespräch wieder klar wird. Sehr interessant auch der Gedanke, dass den Menschen, die diese Saat bei einem Kind setzen, in den meisten Fällen gar nicht bewusst ist, was sie damit anrichten.


    Dann die Frage, ob und inwieweit Masken sinnvoll sind. Ohne Masken ist das Leben sehr schwierig und besonders im Berufsleben geht es wohl schwerlich ohne sie. Aber im privaten Bereich, besonders bei nahestehenden Menschen ist es wahrscheinlich sinnvoll, die Masken auch mal (zumindest zeitweise) fallen zu lassen. Was natürlich enorm schwierig ist, wenn das Urvertrauen fehlt. Viele Menschen müssen erst wieder lernen, die eigenen Bedürfnisse auszudrücken und sie selbst zu sein. Der Ausdruck "süchtig nach Zuneigung" ist auch sehr passend. Die Angst vor Ablehnung ist eine starke Hürde, was das Nein-sagen und Zu-sich-selbst-stehen angeht. Der allgegenwärtige Druck in unserer Gesellschaft und insbesondere im Arbeitsleben tut ein Übriges.


    Das Korbflechten wäre wohl für mich auch nichts gewesen, ich bin auch mit zwei linken Händen "gesegnet". :D
    Na, ob diese Gouvernante für die Arbeit mit psychisch Kranken geeignet ist, mit ihrer barschen Art...? Bei so etwas wird man ja noch zum Perfektionismus getrieben, den man sich ja eigentlich abgewöhnen sollte. Kontraproduktiv.
    Was die Hochsensibilität angeht, und das frühzeitige Spüren von schlechten "Vibes" - das kann Fluch und Segen zugleich sein. Einerseits macht es extrem misstrauisch und oft einsam, wie Uwe ja schreibt, andererseits kann es natürlich sehr hilfreich sein, wenn die Alarmglocken frühzeitig schrillen. Ich denke, man muss nur lernen, diese "Gabe" richtig einzusetzen und für sich nutzbar zu machen.


    Wieder kommt auch zur Geltung, dass Uwe sich wieder über Kleinigkeiten freuen kann - diesmal der Fund eines Holz-Marienkäfers. Das ist schon mal ein gutes Zeichen im Hinblick auf die Genesung.


    Bewegung wirkt auch immer Wunder bei Depressionen, die wird einem auch von allen Seiten empfohlen. Wobei es nicht immer einfach ist, sich dazu aufzuraffen. Nordic Walking habe ich noch gar nicht ausprobiert, da sind mir die guten alten Spaziergänge irgendwie lieber. ;)


    Der Besuch des Vaters war sehr berührend, der arme Mann scheint ziemlich überfordert mit der Situation gewesen zu sein. In dem Fall war es sicher sinnvoll, eine Maske aufzusetzen. Heftig fand ich, dass du damals alleine bei deinem Vater im Krankenhaus warst. Da scheinst du ja doch einiges aus deiner Kindheit verdrängt zu haben.

  • Erendis: Ja, um genau zu sein, erinnere ich mich an nichts mehr vor meinem 12 Lebensjahr, und Fotos in meiner Erinnerung fehlen immer meine Eltern. Es gibt z.B. ein Foto, das habe ich nach dem Tod meines Vaters in meinem Nachlass gefunden. In meiner Erinnerung war darauf ich und ein Schwan am Wolfgangsee in Österreich zu sehen. Auf dem gefundenen Foto waren aber auch meine Eltern zu sehen. So geht es mir mit vielen Fotos. Meine Eltern fehlen darauf in meinem Gedächtnis.

  • Da läuft es mir echt kalt den Rücken runter...
    Kommt da im Buch noch was über Deine Kindheit - dann spare ich mir jetzt meine Fragen dazu.


    Aber Deine Eltern sind ja auch eine ganz andere Generation... da war ja sowieso einiges noch mal ganz anders - also, was die so an Werten und ... "Erziehungszielen" mitbrachten.


    Ich weiss gar nicht, wieweit die Kindheitserinnerungen so "normalerweise" einsetzen, aber 12 ist schon eher ungewöhnlich,oder ?


    Ja, Erendis, ich gehe auch einfach spazieren... habe Nordic Walking allerdings noch nie ausprobiert.