Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.


    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


    Wir freuen uns auch darüber, wenn ihr eure Rezension auf Literaturschock.de veröffentlicht. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.

  • Mit einem Fazit warte ich noch, will ja noch weiter mitdiskutieren, aber die Rezi steht bereits. (amazon/lb)


    Ich bin nicht der große Rezi-Schreiber. Ich hab gesehen, jemand hat Rotes Gold mit 3 Sternen bewertet und dämlich begründet (Sorry^^). Subjektiv gesehen hätte ich hier vielleicht auch 3 Sterne vergeben müssen, aber das würde der sachlichen Leistung nicht gerecht werden. Dafür sind die Figuren zu gut ausgearbeitet, zu sehr ihre Handlungen zu verstehen ... nun gut, bei mir bis auf eine^^ ... und ne halbe manchmal. Ich hoffe nun mal auf Grünes Gold und bin neugierig, wie die Geschichte zu Ende gehen wird.


  • Hab auch Söldnergold rezensiert^^... klein aber fein und 5 Sterne.


    Zitat

    Dieses Kleinod überbrückt die Zeit zwischen Rotes Gold und Weißes Gold und stellt ein kleine in sich abgeschlossene Handlung dar. Gonter steht kurz vor seinem Eid im Klingenrausch und er wird begleitet von Chanz, einer Kameradin auch dem Sturmbanner. Sie wollen dem Enkel des gefallenen Leronn sein Erbe bringen. Was folgt ist eine kurze Episode, die uns aber einen tieferen Einblick in den Dämonenkult und das Leben in Rorgator gewährt.


    Streng genommen braucht man die anderen Bücher nicht gelesen zu haben und findet hier damit einen schönen Einblick in diese dunkle Welt und kann sich entscheiden, ob diese einen packen kann. Wesentliche Elemente der Dark-Fantasy Erzählung tauchen hier und da auf. Tiere werden gequält, es fließt Blut, unschuldige leiden und so viel mehr. Einzig Fiafala hat mir gefehlt, aber sie werde ich nun gleich in "Weißes Gold" wieder sehen.

  • Meine Rezension ist jetzt auch online.


    Erst einmal vielen Dank, dass ich wieder mit euch lesen und diskutieren durfte. Es hat mir viel Spaß gebracht. Herzlichen Dank auch an dich, Bernd, für deine stets trocken humorvollen Kommentare und die zahlreichen Antworten auf unsere Fragen. :bussi:


    Ich habe wieder eine Langrezension auf meinem Blog gepostet und eine Kurzrezension auf allen anderen Plattformen geteilt.


    Hier sind die Links:
    Blog:http://nicoles-fantasy.de/reze…-die-schwertfeuer-saga-2/
    Amazon: https://www.amazon.de/review/R…66412761_cm_rv_eml_rv0_rv
    Goodreads:https://www.goodreads.com/review/show/1901421468
    Lovelybooks: https://www.lovelybooks.de/aut…4-w/rezension/1431677086/



    Die Kurzrezension:

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

    Einmal editiert, zuletzt von Nicole Gozdek ()

  • Dann möchte ich auch meine Rezi abgeben. Wie immer war es mir eine Freude und Ehre gemeinsam Seite an Seite mit euch lesen zu dürfen. Ein herzliches Dankeschön dafür an alle. Es macht immer wieder großen Spaß! :-*


    "Jedes Menschenherz ist ein Dämonentempel"


    Die Schwertfeuer-Saga geht weiter. Die Söldnerlegion "Klingenrausch" hat eine neue Mission zu erfüllen, neue Abenteuer zu bestreiten und gelangt auf diesem Weg nicht nur in feindliche Gebiete, sondern stößt auch in die Abgründe menschlichen Daseins vor.


    Dabei gelingt dem Autor auch diesmal scheinbar mühelos, den Leser stets zu überraschen, zum nachdenken anzuregen oder ihm den Spiegel vorzuhalten.


    Packende Kämpfe, tragische Schicksale, Intrigen, Verrat, Liebe, Freundschaft: Die charakterstarken Figuren, die wir schon im ersten Band kennengelernt haben müssen so einiges auf sich nehmen und so bleibt es stets spannend und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig.


    Robert Corvus zeichnet eine dichte Atmosphäre, schont den Leser zu keinem Zeitpunkt, fordert ihn heraus und kreiert eine düstere von Dämonenkult dominierte Welt, die einen schaudern lässt. Wie im ersten Teil "Rotes Gold" spielt er auch hier gekonnt mit den Emotionen seiner Leser, dem so manches Mal der Atem stockt. Diese Geschichte fordert und unterhält auf eine unvergleichbare Art und Weise, die man selbst er-und durchleben muss! Sein Geschick und sein feines Gespür gerade für die starken, weiblichen Figuren ist herausragend. Mit manchem Charakter hadert man, andere wachsen einem ans Herz und der ein oder andere ist verhasst. So taucht Robert Corvus den Leser mal wieder in ein blutiges Gefühlsbad und entlässt ihn schweißgebadet, aber bestens unterhalten und mit jeder Menge Fragen und Anregungen zum Nachdenken über das menschliche Dasein und Handeln. Die Frage nach Gut und Böse steht immer wieder im Mittelpunkt und schnell stellt sich für den Leser heraus, dass sie keineswegs so einfach zu beantworten ist, wie es oft den Anschein hat.


    Mich hat die Fortsetzung der Schwertfeuer-Saga bestens unterhalten. Wer also auf packende Kämpfe, starke Figuren und atemberaubende Abenteuer in einer düsteren Fantasy-Welt steht, sollte hier zugreifen und wird sicherlich auf seine Kosten kommen.


    Die anschaulichen Illustrationen von Timo Kümmel fügen sich harmonisch in das Buch ein und liefern dem Leser zum richtigen Zeitpunkt die nötigen Hintergrundinformationen zu Lage und Standorten.


    Auch die Aufmachung überzeugt. Auf dem Buchrücken ist wieder das Bild vom Cover zu sehen, was sich sehr schön im Regal macht und sicher nach Abschluss der Saga richtig schön zur Geltung kommen wird.


    Nun warte ich gespannt auf den Folgeband und kann es kaum erwarten was der Autor sich diesmal wieder für seine Figuren ausgedacht hat.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Ich war bei "Rotes Gold" ja ein wenig spät dran, nun war es meine erste richtige Leserunde hier. Ich finde es klasse, wie es auch zu Diskussionen unter den Lesern kommt. Das ist bei anderen Leserunden wie das Massending meines Erachtens nicht so. Vielleicht liegt es am super symphatischen Autor, die kleinere Gruppe. Keine Ahnung. Viele Beiträge haben mich auch das ein oder andere anders sehen lassen, ein neuer Winkel, der mir beim Lesen nicht aufgefallen wäre. Das hat Riesenspaß gemacht.


    Danke an allllleeeee 8)


  • Ich war bei "Rotes Gold" ja ein wenig spät dran, nun war es meine erste richtige Leserunde hier. Ich finde es klasse, wie es auch zu Diskussionen unter den Lesern kommt. Das ist bei anderen Leserunden wie das Massending meines Erachtens nicht so. Vielleicht liegt es am super symphatischen Autor, die kleinere Gruppe. Keine Ahnung. Viele Beiträge haben mich auch das ein oder andere anders sehen lassen, ein neuer Winkel, der mir beim Lesen nicht aufgefallen wäre. Das hat Riesenspaß gemacht.


    Danke an allllleeeee 8)


    Lieber D Stalder, ja ich stimme dir zu. Sehr sympathische Truppe und wirklich vom Autor so toll betreut. So ist diese Leserunde ein Gewinn für alle. Der Autor gibt uns Denkanstöße, wir Leser können verschiedene Perspektiven diskutieren...mir macht es auch immer einen Riesenspaß! Dann lesen wir uns also auch in der Leserunde zum dritten Teil? :lesen:
    Bis dahin.......Hammerschlag ;):winken:

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Ohhh nein, nein , nein und nochmals nein. :o


    Gonter bleibt! 8) Aber hey zum Trost: Ich konnte Gonter im ersten Band nicht ausstehen. Dieser verweichlichte Prinz gefiel mir damals gar nicht.....aber..er hat sich gemacht und inzwischen bin ich von ihm überzeugt! Wenigstens einer der Ehre im Leib hat ;). Dafür hat Eivora leider bei mir stark abgebaut.... ::) Mal sehen, was für ein Gefühlschaos der Autor im dritten Band für uns bereit hält. Man darf gespannt sein. :D

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Auch von mir hier meine Kurzbewertung (ich bewundere ja immer, wie ihr so tolle Rezis schreiben könnt, mir will es einfach nicht gelingen).


    Zur Überbrückung und zum Wiedereinstieg habe ich "Söldnergold" gelesen. Ich fand diese kleine Geschichte genau richtig dafür und hat mir die Figur Gonter ein wenig näher gebracht. Es war meiner Meinung nach auch alles dabei, was so eine Geschichte ausmacht: interessante Figuren, eine spannende Geschichte, ein kurzer knackiger Kampf und sogar mit einem respektablen Ende. Schade fand ich nur, dass wir einige Figuren, außer Gonter, in "Weißes Gold" nicht wiedergesehen haben. Das hätte ich jetzt noch besser gefunden.


    Der 1. Teil der Schwertfeuer-Sage hatte mir schon gut gefallen, auch wenn es für meinen Geschmack zu viele bzw. zu lange Kampfszenen gab. Das ist im 2. Teil ganz anders. Er ist nicht ganz so brutal wie der 1. Teil, aber nicht weniger spannend. Es gibt viele kleinere interessante Nebengeschichten über Verrat, Kampf, Liebe, Intrigen, Freund- und Feindschaften. Die Geschichten werden rasant erzählt ohne langatmige Passagen mit der einen oder anderen überraschenden Wendung. Auch die Hauptfigur Eivora, die bei mir im ersten Teil nicht so gut ankam, konnte endlich punkten und zeigte mehr Stärke. Einzig das Liebesgeplänkel zwischen Eivora und Gonter empfand ich als eher störend. Mir persönlich hat der 2. Teil besser gefallen, weil es nicht so langwierige Kampfszenen gab, dafür aber interessantere und tiefsinnigere Dialoge, die durchaus auch zum Nachdenken anregten. Fast alle Figuren konnten sich auch weiterentwickeln und ich möchte irgendwie keine mehr missen, auch die von mir eher ungeliebten Personen. Aber diese gehören dazu.


    Das Buch wird begleitet mit schönen Zeichnungen von Timo Kümmel. Besonders die Übersichtspläne von ihm finde ich total schön und sind durchaus auch sehr hilfreich beim Lesen.



    Aber dermaßen sicher bin ich beim dritten Teil dabei.... muss ja lesen, wie Gonter stirbt :D


    Genau.. HAMMERSCHLAG!


    AUF KEINEN FALL!!! Ich bin dagegen!!!!


    Die Leserunde ist mal wieder mega, die ganzen Diskussionen waren unglaublich spannend, manchmal habe ich einfach nur mitgelesen und fand das mindestens genauso spannend wie das Buch selbst. Und ich freue mich schon sehr, mit Euch den dritten Teil zu lesen und besonders auch zu diskutieren. Ich finde übrigens, das sowohl für Gonter als auch für Eivora Platz ist.


    Über Robert Corvus brauche ich wohl nichts mehr zu schreiben. Ich bin ihm mittlerweile restlos verfallen, was Leserunden aber auch Lesungen betrifft :flirt: Ich habe bisher noch keinen Autor getroffen, der sich so stark einbringt und auch vieles von sich selbst Preis gibt. Das rechne ich ihm hoch an und macht ihn Besonders.


    Die Selbsthilfegruppe ist in Arbeit.... :trost: ;)

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

    Einmal editiert, zuletzt von Murkxsi ()


  • Prima! Dann sind wir ja schon Zwei, die gegen einen heimtückischen Mord an Gonter sind. :trost: Nicht verhandelbar! ;D


    Und zum Autor. Ich stimme dir voll und ganz zu. :D Restlos verfallen, trifft es ungefähr! :totlach: Ich finde auch, dass er sich großartig in die Leserunde einbringt und das das u.a auch den Reiz des Ganzen ausmacht. Das ist ihm tatsächlich hoch anzurechnen. Und in der Tat was Besonderes. Also freuen wir uns auf die nächste leserunde ;)

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Prima! Dann sind wir ja schon Zwei, die gegen einen heimtückischen Mord an Gonter sind. :trost: Nicht verhandelbar! ;D


    Und zum Autor. Ich stimme dir voll und ganz zu. :D Restlos verfallen, trifft es ungefähr! :totlach: Ich finde auch, dass er sich großartig in die Leserunde einbringt und das das u.a auch den Reiz des Ganzen ausmacht. Das ist ihm tatsächlich hoch anzurechnen. Und in der Tat was Besonderes. Also freuen wir uns auf die nächste leserunde ;)


    Drei. *meld*


    Und ja, bei der Selbsthilfegruppe wegen Leserunden mit Robert Corvus-Sucht wäre ich auch dabei. ;)

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

  • Ich bin jetzt etwas demotiviert. Eigentlich gebe ich mir immer Mühe mit den "Rezensionen" nun habe ich aber den Beitrag bei den Schreibzeichen gelesen. Da wir nun die Meinungen die ganze Zeit austauschen ist es da wirklich notwendig hier noch mal ausführlich zu schreiben? Noch dazu wo es keinen Einfluss auf das Kaufverhalten hat. Wieviel Mühe sollte man in eine Meinung stecken? Muss ich erst mal verarbeiten.


  • Unabhängig davon, ob sie für Verkäufe viel bringen oder nicht - ich lese sie immer gern. ;)


    Du sagtest aber für die Autoren sei es nicht gedacht ??? Michwürde wirklich der Sinn dieser "Rezensionen" interessieren. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn i h nicht streue und es kostet ja viel Zeit (für mich). Dabei bringt es ja gar nicht. Außerdem sagtest du es amüsiere dich, was so hineininterpretiert wird. Da traut man (ich) sich ja nicht mehr so richtig.

  • Damit wir niemanden abhängen: Es geht um mein Video Lesermeinungen und Literaturkritik.



    Du sagtest aber für die Autoren sei es nicht gedacht


    Das halte ich auch für richtig: Wenn jemand dem Autor etwas mitteilen möchte, schreibt er ihm eine eMail oder einen Brief an seinen Verlag mit Bitte um Weiterleitung. Wenn jemand öffentlich eine Besprechung postet, dann wendet er sich an eine breite Öffentlichkeit.



    Michwürde wirklich der Sinn dieser "Rezensionen" interessieren.


    Ich glaube, das ist wie mit jeder Textform: Es gibt Leute, die schreiben gern solche Texte, und es gibt welche, die lesen sie gern. Genauso wie bei Lyrik, bei Romanen oder bei Kurzgeschichten. So haben auch Buchpesprechungen ihre Fans (Sten Nadolny: "Literaturkritik ist eine eigene Sportart mit eigenen Fans").
    Und in einer Leserunde gehören sie, finde ich, dazu, um die Zeit, die man gemeinsam mit einem Buch verbracht hat, abzurunden.



    Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn i h nicht streue und es kostet ja viel Zeit (für mich). Dabei bringt es ja gar nicht.


    Es bringt keinen messbaren Effekt auf Verkaufszahlen (so weit ich es beurteilen kann). Aber es macht vielen Leuten Freude, die gern Buchbesprechungen lesen, und für den Autor bringt es die Bestätigung, dass seine Arbeit wahrgenommen wird. Wobei ich vermute, dass die wenigsten, die einen Eindruck zu einem Buch posten, dabei den Autor als Adressaten im Sinn haben. Das war aber schon immer so und ist nichts Schlechtes.
    Das gilt für die "anonymen Plattformen" wie Amazon etc.
    Anders ist das, wenn Ihr in einem Forum aktiv seid, in dem man Euch kennt. Der Unterschied liegt darin, dass dann nicht "irgendwer das Buch gut fand", sondern "Abraxas, von dem ich weiß, dass er denselben Geschmack hat wie ich, das Buch empfiehlt". Das hat eine andere Relevanz.
    Am allermeisten bringen nach meiner Erfahrung persönliche Empfehlungen. Das merke ich auch in meinem Umfeld: Wenn mir ein Freund ein Buch in höchsten Tönen anpreist, ist es schon gekauft.



    Außerdem sagtest du es amüsiere dich, was so hineininterpretiert wird. Da traut man (ich) sich ja nicht mehr so richtig.


    Je weiter man sich vom Text und der eigenen Rezeption desselben entfernt, desto stärker geht man bei einer Besprechung ins Risiko. Das hat zwei Seiten: Man könnte eine völlig neue Erkenntnis gewinnen und damit der Diskussion neue Wege eröffnen, oder man könnte komplett falsch liegen und sich blamieren.
    Also:
    Wenn man schreibt: "Diese und jene Figur hat mir gut gefallen, im Mittelteil finde ich die Handlung schlaff, am Ende fand ich es richtig gruselig", dann schildert mein seinen eigenen Leseeindruck. Damit hat man immer recht, denn man weiß ja, wie man das Buch wahrgenommen hat.
    Wenn man schreibt: "Die Geschichte leidet unter flachen Charakteren", dann sollte man wissen, wie ein "flacher Charakter" definiert ist.
    Wenn man schreibt: "Diese Kurzgeschichte wäre besser eine Novelle geworden", dann muss man schon wissen, was die Textformen "Kurzgeschichte" und "Novelle" ausmacht, sonst liegt man leicht daneben.
    Besonders risikoreich (und zuweilen abenteuerlich) wird es, wenn man die Textebene verlässt und Aussagen über den Autor, nicht über die Geschichte, trifft. Mich hat man schon als "Rassisten" bezeichnet, aber auch als "linksgrün versifften Gutmenschen". Man hat aus meinen Texten herausgelesen, ich "wolle den Buddhismus verächtlich machen". Ich wurde zum "Nihilisten", zum "fundamentalistischen Christen" und zum "Kreationisten". Wegen der Darstellung der Figur Tylstyr in der Phileasson-Saga war eine Rezensentin der Meinung, Bernhard Hennen und ich trachteten danach, Verständnis für Vergewaltiger zu wecken und deren Taten zu verharmlosen.
    Solche Interpretationen und Spekulationen allein auf Basis eines fiktionalen Textes anzustellen, finde ich gewagt.


    Summa Summarum: Ich plädiere dafür, die Dinge als das zu nehmen, was sie sind. Über den Bewertungen auf Amazon steht "Rezension", aber es ist Konsens, dass dort lediglich Lesermeinungen gefragt sind (es findet ja auch keine Prüfung statt, die Texte werden direkt freigeschaltet). Das ist die Intention der meisten Leute, die dort schreiben, und so versteht man diese Bewertungen auch. Es wäre verfehlt, wenn man daran die Kriterien anlegen würde, die man an die Textform "Rezension" anlegen müsste. Die Verfasserinnen und Verfasser haben gar nicht den Anspruch, diesen Kriterien gerecht zu werden, und den müssen sie auch nicht haben. Wahrscheinlich wäre eine ausführliche Textkritik á la Feulliton auf Amazon auch völlig verfehlt, in diesem Kontext will man so etwas gar nicht lesen.
    Also: Schreibe Deine Besprechung doch am besten so, wie Du sie immer schreibst - das macht Dir und den Lesern dieser Besprechung am meisten Freude. Ich lese sie jedenfalls immer gern. :trost:

  • Danke Bernd, das hat einiges wieder geklärt. Ich hatte das mit der Interpretation falsch verstanden. Ein paar interessante Aspekte habe ich dem Video entnommen und werde sie auch anwenden, auch ohne den Anspruch einer Rezension im literarischen Sinne. :)

  • Ich lausche gerade noch dem Video. Kann aber schon jetzt sagen (vielleicht, weil ich selbst schreibe), dass du vollkommen Recht hast. Über den Aspekt, das ein Kritiker keine Meinung äußert, sondern Maßstäbe ansetzt, die ein profundes Wissen vorraussetzt. Rezensionen freuen mich, und kann mich gut an eine bestimmte 3Sterne erinnern, die mir unglaublich viel gegeben hat.
    Geschmäcker sind verschieden.. ach mensch, du sprichst mir aus der Seele.