Allgemeine Fragen an Robert Corvus

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  • Ich habe auch schon ein paar Fragen, die mir so im Kopf rumschwirren. :)


    Du hast (ich glaube in deinem 68. Schreibzeichen) erwähnt, dass die Fantasybuch-Verkäufe und auch die Anzahl der Titel bei den Verlagen etwas zurückgehen. Aus diesem Grund gäbe es wohl auch nur 3 Titel der Schwertfeuersaga. Hattest du mehr geplant? Und wenn ja, ist das nicht Erscheinen dem Fantasy-Buchmarkt geschuldet oder evtl. auch den Verkäufen von "Rotes Gold"?


    Erkennen sich eigentlich Freunde/Bekannte/Familie in deinen Büchern wieder? Zum Beispiel in verwendeten Charakteren oder Situationen? Ich glaube, wenn ich ein Buch schreiben würde, ich käme kaum drumherum nicht etwas aus meiner Vergangenheit oder bestimmte Charakterzüge zu verwenden. ;)


    Was würdest du machen, wenn du kein Autor mehr wärst/sein könntest? Egal aus welchem Grund. Würdest du in deinen alten Beruf zurückkehren? Oder gäbe es eine Leidenschaft, die du dann verfolgen könntest?

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • Du hast (ich glaube in deinem 68. Schreibzeichen) erwähnt, dass die Fantasybuch-Verkäufe und auch die Anzahl der Titel bei den Verlagen etwas zurückgehen. Aus diesem Grund gäbe es wohl auch nur 3 Titel der Schwertfeuersaga. Hattest du mehr geplant?


    Der Ankauf der Schwertfeuer-Saga durch Piper lief so, dass ich das Serienkonzept vorgestellt habe - die Idee mit Söldnern in einer Fantasywelt, verquickt mit dem Dämonenaspekt. Für Rotes Gold gab es auch schon eine recht konkrete Darstellung der Handlung.
    Danach sind im Konzept weitere Kontrakte des Klingenrauschs jeweils mit einem Absatz skizziert, und zwar fünf Stück. So gesehen war das angekaufte Konzept auf insgesamt sechs Bände ausgelegt.
    Allerdings war das eine Planung in sehr frühem Stadium, und von vornherein war viel Bewegung darin. In Weißes Gold zum Beispiel verschmelzen zwei dieser Ideen, weil ich beim Erstellen des Szenenplans gemerkt habe, dass sie gut ineinandergreifen und am besten in einer gemeinsamen Geschichte erzählt werden. Grünes Gold ist recht genau die Entsprechung eines der im Konzept skizzierten Kontrakte, und somit bleiben noch zwei übrig, die voraussichtlich nicht realisiert werden.



    ..., ist das nicht Erscheinen dem Fantasy-Buchmarkt geschuldet oder evtl. auch den Verkäufen von "Rotes Gold"?


    Der entscheidende Grund sind die Verkaufszahlen von Rotes Gold und Weißes Gold. Sollte etwas Unerwartetes passieren und die Leute rennen jetzt alle in die Buchhandlungen, um die ersten beiden Schwertfeuer-Bände zu erstehen, sodass der Handel in großem Maßstab nachbestellt, dann ist völlig egal, ob überhaupt noch ein anderer Titel im Fantasymarkt gut läuft - in diesem Fall würden wir auch noch einen vierten und fünften Schwertfeuer-Band machen. Sowohl meiner Lektorin als auch mir gefallen die Söldnergeschichten nämlich gut.
    In einem anderen Genre, dem Horror, gab es dieses Phänomen über Jahrzehnte. Es gab nur einen Horror-Autor, der sich überhaupt verkauft hat, und das war Stephen King. Der hat sich aber so gut verkauft, dass völlig egal war, dass im Buchhandel das Genre "Horror" überhaupt nicht vorkam - seine Bücher wurden dennoch gemacht.
    Bei der Schwertfeuer-Saga haben wir insofern Glück, als durch die Struktur der Geschichten jeder Roman eine abgeschlossene Story erzählt. Okay, bei Rotes Gold und Weißes Gold hat das noch nicht ganz so geklappt, wie gedacht - Weißes Gold nimmt noch vergleichsweise viel aus dem ersten Band herüber. Grünes Gold könnte man aber auch gut für sich allein lesen, und das hätte für die Folgebände auch gegolten. Im Umkehrschluss wird man als Leser auch nicht mit offenen Handlungsfäden alleingelassen, wenn die Reihe mit Grünes Gold endet.



    Erkennen sich eigentlich Freunde/Bekannte/Familie in deinen Büchern wieder? Zum Beispiel in verwendeten Charakteren oder Situationen?


    Ich hoffe, das ist so bruchstückhaft, dass da niemand etwas wiedererkennen wird. ;)



    Was würdest du machen, wenn du kein Autor mehr wärst/sein könntest?


    Ich war bisher Schüler, Soldat, Student, Unternehmensberater und Projektleiter. Was ich werden würde, wenn ich kein Autor mehr wäre, weiß ich nicht - vermutlich würde ich etwas ganz anderes ausprobieren.

  • Das mit den Verkäufen ist aber auch so eine Sache wo der Hund sich in den Schwanz beißt. Bei Thalia stehen die beiden Schwertfeuerbände unten im Regal nebeneinander. Davor sind Berge von Büchern. Habe also nachgefragt und erfahren, dass alle Bücher, von denen der Laden mehr als eines kauf, vor die Regale gelegt werden. Also netterweise sind mehrere Exemplare von "Die Wölfin" im Geschäft und liegen vor dem Regal. Die Schwertfeuersaga dagegen muss man suchen.


  • Das mit den Verkäufen ist aber auch so eine Sache wo der Hund sich in den Schwanz beißt. Bei Thalia stehen die beiden Schwertfeuerbände unten im Regal nebeneinander. Davor sind Berge von Büchern. Habe also nachgefragt und erfahren, dass alle Bücher, von denen der Laden mehr als eines kauf, vor die Regale gelegt werden. Also netterweise sind mehrere Exemplare von "Die Wölfin" im Geschäft und liegen vor dem Regal. Die Schwertfeuersaga dagegen muss man suchen.


    Ja, das ist durchaus üblich. Was gut läuft, hat auch gute Chancen, noch besser zu laufen. Am deutlichsten sieht man das bei der Spiegel-Bestsellerliste: Wenn ein Buch auf dieser Liste steht, liegt es auch auf Präsentationstischen, auf denen eben alle Bücher liegen, die auf der Bestsellerliste stehen ... Dass ein solches Buch dann in der nächsten Woche wiederum auf der Bestsellerliste steht, ist deutlich wahrscheinlicher, als dass ein Buch, dass noch nicht drauf war, in diese Sphären vorstößt.
    Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass ein Verlag Präsentationsfläche kauft, also dem Buchhändler Geld dafür gibt (oder einen Sonderrabatt gewährt), dass ein Buch besonders herausgestellt wird.
    Und dann gibt es natürlich noch die Bücher, die der Buchhändler selbst gelesen hat und die ihm so gut gefallen, dass er sie seinen Kunden ans Herz legen möchte. :)


  • Ja, das ist durchaus üblich. Was gut läuft, hat auch gute Chancen, noch besser zu laufen. Am deutlichsten sieht man das bei der Spiegel-Bestsellerliste: Wenn ein Buch auf dieser Liste steht, liegt es auch auf Präsentationstischen, auf denen eben alle Bücher liegen, die auf der Bestsellerliste stehen ... Dass ein solches Buch dann in der nächsten Woche wiederum auf der Bestsellerliste steht, ist deutlich wahrscheinlicher, als dass ein Buch, dass noch nicht drauf war, in diese Sphären vorstößt.
    Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass ein Verlag Präsentationsfläche kauft, also dem Buchhändler Geld dafür gibt (oder einen Sonderrabatt gewährt), dass ein Buch besonders herausgestellt wird.
    Und dann gibt es natürlich noch die Bücher, die der Buchhändler selbst gelesen hat und die ihm so gut gefallen, dass er sie seinen Kunden ans Herz legen möchte. :)


    Der Buchhandel ist eh ... sonderbar geworden. Es gibt meines Erachtens Hypes, die ich persönlich nie verstehen werde. Diese Bestseller-Liste schaue ich mir eh nie an. Buchhandlungen müssen natürlich kommerziell denken, sie leben davon. Was ich mir vielleicht vorstellen kann, was schwierig an den Söldnern ist, ist folgendes:
    Von meinem Gefühl her, ist der Leser heute eher weiblich. Die Geschichte ist eine recht derbe, die (und bitte zerfleischt mich nicht) eher einen Mann als eine Frau anspricht (auch wenn viele starke Klasse Frauen-Figuren drin stecken). Das Blut und so, schreckt viele immer noch ab. Es gibt Ausnahmen, logisch, aber sie sind in der absoluten Zahl nun nicht soooo groß, wie die Truppe um "Romantasy" (bibber) oder "Chick-Lit". Ich spüre das bei mir in kleinerem Maßstab ja auch.
    Es ist schade, dass nach Grünes Gold Schluß sein soll. Ich mag den Klingenrausch sehr gern und habe viel Inspiration auch in Rotes Gold gefunden.

  • Wenn das stimmen würde, dann sollten hier in der Leserunde doch auch die Männer überwiegen?
    ich denke es ist auch eine Frage wie beworben wird. Bei den Schattenherren ist mir aufgefallen, dass Darkphantasie wohl immernoch bedeutet, dass es Gut und Böse gibt und das Gute gewinnt. Da sind so Meinungen, wo ich dann denke, sie haben ein anderes Buch gelesen oder eben falsche Erwartungen. Ich finde die Söldnergeschichten sind etwas Besonderes, wenn man sich darauf einläßt sie von innen zu betrachten.


  • Wenn das stimmen würde, dann sollten hier in der Leserunde doch auch die Männer überwiegen?


    Nein, da ich mir recht sicher bin, dass hier ohnehin mehr Damen als Herren zu finden sind.



    ich denke es ist auch eine Frage wie beworben wird. Bei den Schattenherren ist mir aufgefallen, dass Darkphantasie wohl immernoch bedeutet, dass es Gut und Böse gibt und das Gute gewinnt. Da sind so Meinungen, wo ich dann denke, sie haben ein anderes Buch gelesen oder eben falsche Erwartungen. Ich finde die Söldnergeschichten sind etwas Besonderes, wenn man sich darauf einläßt sie von innen zu betrachten.


    Etwas Besonderes sind sie. Absolut! Die Frage ist für mich immer, wenn das Gute gewinnt, wie haben sie gewonnen, auf böse Weise? Sind sie dann noch gut? Oder auch schon böse... sowas. Zudem erscheinen mir bei den Dark-Fantasy Büchern die Breite recht groß. Der dunkle Turm vs. Rotes Gold. Viele können damit auch wenig anfangen. ABER man kann die Leute ja bekehren :D

  • Ich denke auch, dass Frauen grundsätzlich mehr lesen als Männer, aber dass man nur schwer sagen kann, dass die Damen dann vor Fantasy oder Dark-Fantasy zurückschrecken und eher Romantasy lesen.


    Man kann eben nur eine begrenzte Auswahl an Büchern lesen und da muss man darauf achten, welche Geschichten einen von der Beschreibung am besten gefallen.
    Ich zum Beispiel gehe selten in eine Buchhandlung. D.h. es ist mir völlig egal, was beworben wird oder wo was im Regal steht.


    Natürlich läuft man auch im Internet Gefahr in eine Richtung oder zu einem Buch geschubst zu werden, aber ich denke, dass man da grundsätzlich freier ist.
    Ich sehe mir von verschiedenen Verlagen die Programme an und entscheide nach den Geschichten die mich ansprechen, ob ein Buch gekauft wird oder nicht. Und war eine Geschichte gut, bleibe ich dem Autor auch sehr oft treu.

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Echt jetzt, doch nur 3 Bücher? Ich muss das Schreibzeichen unbedingt noch ansehen, bisher bin ich noch nicht dazugekommen. Und ich hatte mich die ganze Zeit schon gefreut, weil mal fünf Bände angekündigt wurden, seufz.


  • Die Frage ist für mich immer, wenn das Gute gewinnt, wie haben sie gewonnen, auf böse Weise? Sind sie dann noch gut? Oder auch schon böse... sowas. Zudem erscheinen mir bei den Dark-Fantasy Büchern die Breite recht groß. Der dunkle Turm vs. Rotes Gold. Viele können damit auch wenig anfangen. ABER man kann die Leute ja bekehren :D


    Tja, dann gibt es da noch Romanautoren, bei denen siegt das Böse, weil es logisch ist....


    Bekehren kann man sie nur, wenn sie sich darauf einlassen, also mit der Nase drauf stupsen, verschenken, schwärmen ;D

  • Das schwarze Auge war tatsächlich mein Einstieg.
    Wir haben uns dann in einem Freundeskreis zusammengefunden, in dem wir sechs der sieben Wochentage für Rollenspielrunden verplant hatten - ein Abend in der Woche war also frei. Am Wechsel der 1980er zu den 1990er konnte man noch alle Rollenspiele besitzen (und spielen), die auf Deutsch rauskamen. Bei uns erinnere ich mich an ...


    [li]Das schwarze Auge[/li]
    [li]Mittelerde Rollenspiel-System (MERS)[/li]
    [li]Dungeons and Dragons (unsere Lieblingsrunde)[/li]
    [li]Marvel Super Heroes[/li]
    [li]Schwerter & Dämonen[/li]
    [li]Abenteuer in Magira[/li]
    [li]Auf Cthulhus Spur[/li]
    [li]Midgard[/li]
    [li]Sturmbringer[/li]
    [li]Traveller[/li]
    [li]Shadowrun[/li]
    [li]und viel später stand bei mir Vampire Live an[/li]


    Wir haben auch eigene Rollenspiele entwickelt.

  • Wenn ich noch mal auf die Welt komme, bleibe ich single und bekomme keine Kinder und dann gehöre ich zu "jeder". Ich habe erst angefangen als mein jüngster mitmachen konnte und da war es Mittelerde (wenn man Heroe Quest nicht mitzählt und diverse Brettabenteuer, die auch erst in den 90ern zu uns kamen) und wir treffen und dann einmal im Monat und das ist viel ;D
    DSA habe ich erst durch Bernd kennengelernt und auch hier ist es einfach ein Zeitproblem. Ach ich beneide Euch!

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen