03: Seite 115 - Seite 161 (Kap. 6 + Kap. 7)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 115 bis Seite 161 (Kapitel 6 "Fluch" und Kapitel 7 "Loyalität") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • So stechen wir nun auch in See. Der Kontrast zwischen der vulkanumgebenen Söldnerstadt Rorgator zum rauschenden Meer finde ich ganz angenehm. Wir tauschen magmaspeiende Schlunde und andauernd umherwirbelnde Asche gegen eine frische Brise und angenehme Meeresluft. Da atmet auch der Leser mal durch: ;D


    Eivora weiß von Kesters letztem Befehl und konfrontiert sie damit. Diese ignoriert sie erst einmal und Eivora lässt es geschehen. Warum? Ich hätte hier doch nachgehakt oder gar nicht erst davon angefangen. Meiner Meinung nach ist Eivora immer noch nicht konsequent genug. Sie ist einfach zu „gut“.


    Das Gespräch zwischen Kort und Fiafila-Ignuto war ganz amüsant. Wie ich schon erwähnt hatte, mag ich Kort. Das Direkte ist angenehm erfrischend. ;)


    Auf einer richtigen Seefahrt braucht es auch einen anständigen Sturm. Und dieser war sehr anständig bzw. wirklich heftig. Toll das Zusammenspiel der Mannschaft, als der Mast brach.
    Leider haben wir auch einige Verluste zu verzeichnen. Was mich besonders schockiert ist, dass Chanz darunter ist. Wiiieeeesssooooo? :'( Auch wird sie nur aufgezählt und das mehr oder weniger im Nebensatz. Jetzt, da ich sie in der Kurzgeschichte ins Herz Geschlossen hatte. Das ist so grauusaaaam. :'(


    Vom Sturm geht es fast nahtlos zur Meuterei. Das Zweite, das man neben einem Sturm unbedingt auf einem Schiff braucht. ;D
    Dennoch hatte ich damit irgendwie erstmal gar nicht gerechnet. Gut, dass der Klingenrausch wieder Oberhand gewinnt und den Status quo wieder herstellt.
    Eivora verteidigt tapfer das Feldzeichen und wird dabei fast vergewaltigt. Aber sie schlägt sich wacker. Ich stelle mir vor, dass es nicht sehr einfach ist, gegen einen viel schwereren Gegner in einer engen Kabine zu kämpfen.


    Schön, dass Gonter in Zein einen Kameraden findet, der ihm das Trinken beibringen möchte. ;D War fast klar, dass sie in keine Bibliothek gehen. Besonders gefallen hat mir Zeins Reaktion auf die Provokation. Verwundert hat mich, dass sein größeres Gegenüber so schnell klein beigegeben hat. ;)
    Aber es war trotzdem lustig zu lesen. Ebenfalls toll…Gonter schlichtet auf geschickte Art den Streit im Wirtshaus. Das war schon beeindruckend und hätte Gonter hier gerne mal kurz auf die Schulter geklopft. Beim nächsten Mal könnte Zein ihm zeigen, was eine richtige Schlägerei ist. :)


    Eine weitere schockierende Überraschung ist, dass Lostor versucht Eivora zu töten. Diesen offenen Kampf hätte ich nicht erwartet. Aber verständlich ist, dass er die gefahrvolle Situation auf einem Schiff nutzen möchte, um Eivora ohne großes Aufsehen zu beseitigen. Eivora ist wieder einmal inkonsequent, indem sie die Meuterer nicht bestraft. Das lässt sie in Lostors Augen weich erscheinen. Sie kann einfach nicht Durchgreifen. Das bestätigt, was ihm vorher schon klar war und er beginnt zu Handeln.
    Geschickt nützt Eivora die Umgebung zu ihrem Vorteil und wird einen gefährlichen Gegner ihrerseits ohne großes Aufsehen los. Ich fürchte nur, dass sie auf Dauer sich nur Zeit verschafft hat. Die anderen werden sich auch fragen wie Lostor ums Leben kam.

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Mir geht es genauso. Die frische Meeresluft tut gut und ich freue mich auf eine abwechslungsreiche Schifffahrt. Die sollte ich dann auch bekommen. :D


    Auf Seite 128 gefällt mir die Szene mit Fiafila-Ignuto sehr gut. Sie bepinselt einen Kerl, der Yra belästigt hat mit roter Farbe und macht ihn dezent darauf aufmerksam, dass sie beim nächsten Mal eher zu Blut greifen wird. Das fand ich stark. Hat mir gut gefallen. Ich mag es wenn Fiafila-Ignuto Stärke demonstriert. Und Belästigungen bzw Schädungen sind nun mal ein rotes Tuch für sie, was ich gut finde.


    Eivora hingegen tut sich weiterhin schwer. Auf Seite 134 irritiert mich etwas die Stelle, in der sie Lostor das Zepter überlässt und ihm sagt, er habe mehr Erfahrung mit solchen Situationen. :-\ Hmm....ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Erst finde ich es mutig, dass sie auch Führungskraft abgeben kann, aber dann finde ich es auch wieder irgendwie schwach.


    Auf Seite 123 muss ich schmunzeln. Korts Ansichten über das weibliche Geschlecht zeugen von keinen guten Erfahrungen mit Frauen. Er vergleicht die Hofdamen mit ihren flauschigen Katzen, die mit Männern wie mit Mäusen spielen. Doch es wird noch besser. Kort erklärt, dass die Frau schon mit 25 Jahren anfängt zu welken. Und mit 30 Jahren fällt die Schönheit dem Vergessen entgegen wie ein Stein dem Grund eines Brunnenschachts. :'( Erst ärgere ich mich über seine Ansichten, doch dann ertappe ich mich dabei, dass er irgendwie Recht hat. Ja, ich gebe es jenseits der 30 nicht gerne zu, doch der Verfall beginnt doch tatsächlich mit 30. Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich ihm zustimmen. Die Wahrheit ist manchmal bitter. Auch wenn man es am liebsten nicht wahrhaben möchte! ::) Dennoch sagt es einiges über sein Frauenbild aus. Offensichtlich sind Frauen nichts weiter für ihn als Blumen. Schön anzusehen, zu pflücken, aber sind sie erst mal verwelkt: weg damit! Traurig, offensichtlich ist ihm noch keine Frau begegnet, die ihn mit ihrem Wesen begeistern konnte. Für sie scheinen sie nur schöne Objekte zu sein, die zu gebrauchen sind oder eben auch nicht mehr. Nun ja, was will man von einem Söldner erwarten?




    Der Sturm ist einfach ganz toll beschrieben. Bildgewaltig zeichnet der Autor eine Szenerie, die mich wirklich in ihren Bann zieht. Man spürt förmlich die sprühende Gischt, schmeckt das salzige Wasser und verliert kurz die Orientierung in den Wirren der tosenden See. Ganz starke Szenen und ich bewundere Eivora, die sich nicht unterkriegen lässt, nicht aufgibt und verbissen ums Überleben kämpft und darum, das Schiff zu retten.


    Tja und dann ist sich doch der gute Lostor zu fein Wasser aus der Kabine zu schöpfen! :-\ Dafür sei doch gefälligst die Schiffsmannschaft da. ::) Etwas arrogant ist der gute Mann schon! Könnte mal runter kommen von seinem hohen Ross! ;)


    Auf Seite 138 kommt dann einer auf die Idee man könne ja Pferde züchten und dass Lostor sich da ja auch sicher sehr nützlich erweisen könnte in Sachen Pferdezucht! :-[ Lostors Gebärden tun das Übrige dazu. Er stichelt gegen Eivora und Fiafila-I. vor den anderen, dass sie sich ja anderweitig nicht mehr austoben dürften, da Schändungen ja verboten wurden. ::) Was soll man dazu sagen? Männer! Söldner! >:(


    Eivora nimmt sich vor Fiafila-I. zur Rede zu stellen. Sie empfindet das Verbot als Unsinn: "Besiegte erlitten ein hartes Schicksal, das war der Gang der Welt, und es war eine Torheit, sich dagegenzustellen." :o :o :o Das gefällt mir nicht! Da stelle ich mich lieber auf Fiafila-I. Seite, die ihre Macht hoffentlich ausbauen und weiterhin geschickt nutzen kann, um solche und ähnliche Abartigkeiten auszumerzen. :P Nein, Eivora. So nicht. :D Es ist keine Torheit, die Welt besser machen zu wollen!


    Tja und dann wird Eivora beinahe selber OPfer einer Schändung. Sie hat Glück und erweist sich im Zweikampf derart geschickt, dass sie Schlimmeres abwenden kann und den Täter kurzerhand töten kann. Eivora ist zäh, aber einfach noch unreif in meinen Augen.


    Am Ende dann der Kampf mit Lostor....auch zu diesem Zeitpunkt überraschend für mich. Wenigstens ist der jetzt aus dem Weg geräumt. Er hätte nur noch mehr Ärger gemacht!


    Fazit: Ein spannender, packender Abschnitt. Einzig die Stelle an der Fiafila-I. und Yra am Mast gefesselt vorgefunden werden hat sich mir nicht ganz erschlossen. Hier hätte ich gerne erfahren wie es dazu kommen konnte, denn sicherlich hat Fiafila-I. sich nicht einfach mal eben so gefangen nehmen lassen. Oder? Das konnte ich nicht ganz ein- bzw. zuordnen.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.


  • Kort erklärt, dass die Frau schon mit 25 Jahren anfängt zu welken. Und mit 30 Jahren fällt die Schönheit dem Vergessen entgegen wie ein Stein dem Grund eines Brunnenschachts. :'( Erst ärgere ich mich über seine Ansichten, doch dann ertappe ich mich dabei, dass er irgendwie Recht hat. Ja, ich gebe es jenseits der 30 nicht gerne zu, doch der Verfall beginnt doch tatsächlich mit 30. Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich ihm zustimmen. Die Wahrheit ist manchmal bitter. Auch wenn man es am liebsten nicht wahrhaben möchte! ::) Dennoch sagt es einiges über sein Frauenbild aus.


    Mein Lehrer hat manchmal gesagt: "Männer sind wie Whiskey - je älter desto besser ... Frauen sind wie Milch... ;) ;D


    Aber jetzt mal im Ernst. Mit seinem Frauenbild komme ich überhaupt nicht klar. Aber natürlich passt es zu ihm und auch zum Menschenschlag den er verkörpert.
    Und nicht nur Frauen "verfallen" ab 30. Auch Männer. Es ist medizinisch erwiesen, dass der menschliche Körper ab 25 den "Bach runter geht". Die Zellerneuerung geht ab da schon zurück.



    Er stichelt gegen Eivora und Fiafila-I. vor den anderen, dass sie sich ja anderweitig nicht mehr austoben dürften, da Schändungen ja verboten wurden. ::) Was soll man dazu sagen? Männer! Söldner! >:(


    Nanana...eher Söldner anstatt Männer. Wenn wir schon bei Männer- und Frauenbildern sind. ;)



    Einzig die Stelle an der Fiafila-I. und Yra am Mast gefesselt vorgefunden werden hat sich mir nicht ganz erschlossen. Hier hätte ich gerne erfahren wie es dazu kommen konnte, denn sicherlich hat Fiafila-I. sich nicht einfach mal eben so gefangen nehmen lassen. Oder? Das konnte ich nicht ganz ein- bzw. zuordnen.


    Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht, aber jetzt wo du es sagst... Allerdings wissen wir als Leser ja nicht was passiert ist. ;)

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Es braut sich was zusammen. Wenn ich diesem Abschnitt ein Thema geben müsste, wäre das wohl Verrat. Erst spricht Eivora Fiafila auf ihren Verrat an, nämlich den erlogenen letzten Befehl ihres Vaters, und Ignuto drängt Fiafila dazu, Eivora zu verraten und zu beseitigen. Dann will er, dass sie Yra verrät, die beinahe ein leichtes Opfer von Korts jungen Verbündeten geworden wäre. Anschließend meutern diese.


    Und nachdem Lostor und Eivora während des Sturms zusammengearbeitet haben, um das Schiff zu retten, und ich dachte: Das geht ja endlich in die richtige Richtung mit den beiden. Ja, dann ist er zu stolz, zu unvernünftig, wie man es auch nennen will, um einzusehen, dass es nötig war und lehnt sich nicht nur gegen ihren Auftraggeber Kort auf, sondern auch gegen Eivora, da er beide nicht respektiert. Dafür liefert er uns aber eine Erklärung, warum Zigûn im ersten Band die Standarte zerstören wollte: Das Sturmbanner ist zu gut für den Klingenrausch. Na klar. Ganz ehrlich, wenn Zigûn und Lostor nicht die einzigen sind, die so denken, dann würde mich nicht wundern, wenn die anderen Kampfherren gegen das Sturmbanner intrigieren. Da scheint unter der Oberfläche einiges im Argen zu liegen.


    Mir hat Eivora in den beiden Kapiteln zwar gut gefallen, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie Fiafila nicht einfach so mit Schweigen davonkommen lässt. Wenn sie das Thema anspricht, dann sollte sie nicht wieder einen Rückzieher machen.


    Sorry, aber Kort finde ich immer noch nicht im Mindesten beeindruckend. Anscheinend ist er ein richtiger Säufer und dem Rum viel zu sehr zugeneigt und seine Frauenbild ... auch wenn es eine raue Söldner-Welt ist, ist frau mit 25 noch nicht alt und verwelkt. Dann müsste Kort nach seiner eigenen mit Mitte 40 ja schon mit einem Bein im Grab stehen - oder sogar eigentlich fast schon mit zwei. Doch statt nach einem Altersruhesitz strebt er noch nach dem Grafenthron. :-\


    Bei der kurzen Szene mit Gonter bemerkt man wieder, dass er ein Prinz ist. Ihm gelingt es, eine imponierende Rede zu halten und so den drohenden Kampf zwischen seinem Kameraden und dem spottenden Söldner zu unterbinden. Okay, der Alkohol hat wohl auch sein Übriges dazugetan. ;)


    Insgesamt hat mir der Abschnitt wieder gut gefallen. Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

  • Aber jetzt mal im Ernst. Mit seinem Frauenbild komme ich überhaupt nicht klar. Aber natürlich passt es zu ihm und auch zum Menschenschlag den er verkörpert.
    Und nicht nur Frauen "verfallen" ab 30. Auch Männer. Es ist medizinisch erwiesen, dass der menschliche Körper ab 25 den "Bach runter geht". Die Zellerneuerung geht ab da schon zurück.


    Ja, das finde ich auch. Zumal er das auch Fiafila, einer Frau, direkt so ins Gesicht sagt. Will er sie damit beleidigen, weil sie schon über 25 ist?
    Ich muss gestehen, Kort ist mir in diesem Abschnitt unsympathisch geworden. Ob der sein Ziel am Ende der Wallfahrt erreicht oder dabei draufgeht, ist mir inzwischen recht schnurz. Aber wenn er so weiter macht, wäre ich für Kopf ab. Sofern es nicht zu Lasten von Eivora und ihren Leuten geht. Wir müssen ja an das Wohl des Klingenrauschs denken. :unschuldig:


    Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht, aber jetzt wo du es sagst... Allerdings wissen wir als Leser ja nicht was passiert ist. ;)


    Stimmt. Wird das eventuell im nächsten Fiafila-Abschnitt noch aufgeklärt? Das würde mich auch interessieren.

    "Namensmagie ist die stärkste Macht der Welt." - bekannte Volksweisheit aus "Die Magie der Namen"

    Einmal editiert, zuletzt von Nicole Gozdek ()



  • MÄNNER SIND WIE WHISKEY und FRAUEN WIE MILCH??? :totlach: :totlach: :totlach:


    Ich kann nicht mehr!!!! :-*

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  • Gut, dass es nur zwei Kapitel sind in diesem Abschnitt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Geschichte immer dichter wird. Es passiert auf relativ wenigen Seiten unwahrscheinlich viel.


    Ich mag Eivora und ich finde sie absolut toll. sie ordnet alles dem Ziel unter, den Ruhm des Klingenrauschs zu erhalten. sie kann nun mal nicht auf einmal ein Muskelprotz sein, aber sie schlägt sich immer sehr gut. Das ist jedenfalls meine Meinung. Ihr braucht niemand zu sagen, dass man den Schmerz überwinden muss. Sie weiß das und sie kann das. Dafür hat sie meine volle Hochachtung. Außerdem beweist sie immer wieder eine kluge Führung und ich hoffte eigentlich, dass auch Lostor das einsieht. Aber für ihn zählt nun mal nur Stärke. vielleicht weil er zu dumm ist um zu begreifen, was wirklich wichtig ist. Die Szene als Eivora ihm die Befehlsgewalt überläßt fand ich einfach klasse. Ja, sie zeigt damit, dass sie die Erfahrung nicht hat, aber das kann man ihr nicht vorwerfen. Sie wird (hoffentlich!) Zeit haben, diese zu sammeln. Aber es gehört Mut und Einsicht dazu, sich das in der Situation einzugestehen und zum Wohl der Einheit auf Eitelkeit zu verzichten. Ich hatte Lostors Blick falsch gedeutet und dachte sie hätte sich damit Achtung verschafft. Aber er wird vermutlich auch da nur die Schwäche gesehen haben.


    So wie ich das sehe hat Eivora auch im Sturm, der ja nun nicht ihr ureigendstes Element ist, die Übersicht behalten. Sie hat die Initiative ergriffen und sie hat trotz Schmerzen und trotz körperlicher Unterlegenheit den Kerl besiegt und damit die Standarte gerettet. Hätte Lostor so schnell mitbekommen, dass diese in Gefahr war?


    Schade fand ich es trotzdem, dass Eivora gezwungen war ihn umzubringen. Dies, fand ich, war eine Superleistung. Fast ein ähnlicher Grund wie bei Fiafila-Ignuto aber es war ein überlegener Gegner, der sie umbringen wollte. Also top die Frau!


    Hätte sie die Meuterei voraussehen können? Ich habe nicht so richtig verstanden, warum die Mannschaft nicht mit geschöpft hat. An der Stelle war mir zu wenig erklärt. Normalerweise hätte ich gedacht, dass alle schöpfen und ein paar Söldner Wache halten. Wache gibt es ja an Bord immer. Die hätte ich die Söldner übernehmen lassen.
    Auf alle Fälle verstehe ich, dass Korts Eigenschaft als Herrscher angezweifelt wird. Nur frage ich mich, warum sie ihn erst holen, wenn sie ihn dann doch nicht wollen. Hätten sie ihn einfach im Glauben gelassen, dass er keine Rolle in der Thronfolge spielt und das wars. Also mit einer Meuterei war eigentlich kaum zu rechnen.


    Das Gespräch von Fiafila mit Kort fand ich super spannend, denn Ignuto hatte auf seine Art ja recht, sie wollte aber ihre Magd beschützen. Ich habe die ganze Zeit dann darauf gewartet, wie sie sich entscheidet. Geschickt fand ich, dass sie sich an Kort wendet. Er kann Befehle erteilen, ohne Probleme. Das Gespräch zwischen den beiden fand ich auch sehr geschickt von beiden Seiten und Kort hat einige Sympathiepunkte bei mir gesammelt. Die Art wie er die Magd da rausholt und damit die Möglichkeit gibt, dass Fiafila relativ harmlos dem ganzen ein Ende bereiten kann. Also eine interessante lustige und spannende Szene. Hat mir sehr gut gefallen.


    Gonter hat doch einen Kameraden gefunden. Toll! Ein wenig leid tut er mir schon, dass er nun den Fusel trinken muss. Aber der Wein klingt auch nicht viel besser.
    Auch hier eine schöne Szene Der Anblick Zeins muss ja gewaltig sein, wenn allein die Ankündigung des "Spiels" schon zu einer Versteinerung des Gegners führt. Gonter wäre ein guter Führer seines Volkes. Er kann scheinbar gut reden und sein Publikum fesseln. Er kann also nicht nur mit dem Schwert umgehen, sondern auch mit Worten. Eigentlich wären Eivora und er zusammen ein starkes Paar. Leider habe ich so das Gefühl, dass einer von beiden die Romane nicht überlebt.

  • Ja, das finde ich auch. Zumal er das auch Fiafila, einer Frau, direkt so ins Gesicht sagt. Will er sie damit beleidigen, weil sie schon über 25 ist?
    Ich muss gestehen, Kort ist mir in diesem Abschnitt unsympathisch geworden. Ob der sein Ziel am Ende der Wallfahrt erreicht oder dabei draufgeht, ist mir inzwischen recht schnurz. Aber wenn er so weiter macht, wäre ich für Kopf ab. Sofern es nicht zu Lasten von Eivora und ihren Leuten geht. Wir müssen ja an das Wohl des Klingenrauschs denken. :unschuldig:


    Komisch, ich sehe einen Mann vor mir, der plaudert und dabei ein bisschen provoziert. Eine sc mächtige ) Frau kommt auf ihn zu, er ist entspannt und genießt das kleine Geplänkel. Natürlich weiß er, was sie will und er läßt sie ein wenig zappeln. Dafür gleich Kopf ab?


    Ich mag ihn, auch wenn er sicher einiges ablegen muss, wenn er Herrscher werden will und es etwas länger überleben.



    Stimmt. Wird das eventuell im nächsten Fiafila-Abschnitt noch aufgeklärt? Das würde mich auch interessieren.


    Mich auch, aber da hilft nur :lesen:


  • Eivora weiß von Kesters letztem Befehl und konfrontiert sie damit. Diese ignoriert sie erst einmal und Eivora lässt es geschehen. Warum? Ich hätte hier doch nachgehakt oder gar nicht erst davon angefangen. Meiner Meinung nach ist Eivora immer noch nicht konsequent genug. Sie ist einfach zu „gut“.


    Für mich war klar, dass sie nicht nachhakt. sie hat Fiafila nur wissen lassen, dass sie es weiß. so braucht diese keine Angst mehr zu haben, dass es anders rauskommt und es ist nun an Fiafila zu reagieren. Hoffentlich läßt sie hier ein wenig Vertrauen walten. Ich denke Eivora wird von ihr verlangen, dass die Schändungen wieder stattfinden dürfen. Dazu sollte sich ein Weg finden. Wenn Eivora Fiafila-Ignuto hätte schaden wollen, dann hätte sie ihr das nicht unter vier Augen gesagt und es hätte umgehend Konseauenzen gehabt.


    Das Gespräch zwischen Kort und Fiafila-Ignuto war ganz amüsant. Wie ich schon erwähnt hatte, mag ich Kort. Das Direkte ist angenehm erfrischend. ;)


    Ich fand es nicht direkt im Sinne von Klartext, aber erfrischend fand ich es auch.

    Auf einer richtigen Seefahrt braucht es auch einen anständigen Sturm. Und dieser war sehr anständig bzw. wirklich heftig. Toll das Zusammenspiel der Mannschaft, als der Mast brach.


    Ich denke du meinst hier das Zusammenspiel der Söldner. die Mannschaft war irgendwie auf diesem Schiff nie anwesend. Ich frage mich zum Beispiel, warum die Segel nicht eingeholt wurden und wo waren die Seemänner um den Mast zu befreien oder auch beim Schöpfen.
    Dieses Schiff hatte scheinbar keine Mannschaft außer den zwei Matrosen, die sich vom Sturm haben umbringen lassen.


    Eine weitere schockierende Überraschung ist, dass Lostor versucht Eivora zu töten. Diesen offenen Kampf hätte ich nicht erwartet. Aber verständlich ist, dass er die gefahrvolle Situation auf einem Schiff nutzen möchte, um Eivora ohne großes Aufsehen zu beseitigen. Eivora ist wieder einmal inkonsequent, indem sie die Meuterer nicht bestraft.


    Ich finde ihre Erklärung sehr logisch. sie sind angeheuert worden, um Kort auf den Thron zu helfen also hat er auch zu entscheiden, was mit den Meuterern geschieht. Schließlich trägt er die Verantwortung. Was der Kunde bestellt bekommt er nicht mehr und nicht weniger. Lostor ist nur zu einfach gestrickt, um das zu begreifen. Wie gesagt, schade. Ich mochte ihn.


  • Auf alle Fälle verstehe ich, dass Korts Eigenschaft als Herrscher angezweifelt wird. Nur frage ich mich, warum sie ihn erst holen, wenn sie ihn dann doch nicht wollen. Hätten sie ihn einfach im Glauben gelassen, dass er keine Rolle in der Thronfolge spielt und das wars. Also mit einer Meuterei war eigentlich kaum zu rechnen.


    Mit der Meuterei hatte ich auch nicht gerechnet. Aber es gibt eben Befürworter und Gegner des neuen Herrschers. Und die Gegner haben es irgendwie organisiert an Bord zu kommen.

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Mit der Meuterei hatte ich auch nicht gerechnet. Aber es gibt eben Befürworter und Gegner des neuen Herrschers. Und die Gegner haben es irgendwie organisiert an Bord zu kommen.


    Aber das sind doch dieselben, die ihn dort geholt haben, es ist ja keiner von außen dazu gekommen. Also müßten die, die ihn geholt haben, alle Gegner seiner Herrschaft sein und das im Voraus geplant haben. Warum so ein Risiko?


  • Aber das sind doch dieselben, die ihn dort geholt haben, es ist ja keiner von außen dazu gekommen. Also müßten die, die ihn geholt haben, alle Gegner seiner Herrschaft sein und das im Voraus geplant haben. Warum so ein Risiko?


    Ich sehe das so:
    Die derzeitigen Vertreter haben Kort eine Botschaft geschickt, dass er in der Thronfolge der Nächste ist und dass er doch bitte kommen soll. Man würde ihm ein Schiff schicken, dass ihn abholt.
    Auf diesem Schiff heuern intriganterweise auch Gegener des neuen Grafen an. Nun warten sie auf eine günstige Gelegenheit auf See, um ihn um die Ecke zu bringen.
    Am Ende der Reise ist Kort tot...und diejenigen die damit zu tun haben, verschwinden im Heimathafen...

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • An einer bestimmten Stelle in diesem Leseabschnitt, die zu erraten Euch sicherlich leicht fällt, merkte meine Lektorin an:
    [quote author=Die beste Lektorin der Welt]
    alle Ü-30-Leserinnen hassen nun Kort :D, auch ich fühle starke Aggressionen in mir aufsteigen[/quote]



    Mir hat Eivora in den beiden Kapiteln zwar gut gefallen, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie Fiafila nicht einfach so mit Schweigen davonkommen lässt.



    Eivora weiß von Kesters letztem Befehl und konfrontiert sie damit. Diese ignoriert sie erst einmal und Eivora lässt es geschehen. Warum?


    Tja ... warum?
    Möglicherweise ist Fiafila-Ignuto nicht die Einzige, in deren Brust zwei Herzen schlagen (wobei Ignuto ja kein Herz hat, aber Ihr versteht das Bild) ... :herz: :herz:


    Für mich war klar, dass sie nicht nachhakt. sie hat Fiafila nur wissen lassen, dass sie es weiß. so braucht diese keine Angst mehr zu haben, dass es anders rauskommt und es ist nun an Fiafila zu reagieren. Hoffentlich läßt sie hier ein wenig Vertrauen walten.


    Diese Intrepretation gefällt mir gut. :)



    Auf einer richtigen Seefahrt braucht es auch einen anständigen Sturm.
    ...
    Vom Sturm geht es fast nahtlos zur Meuterei. Das Zweite, das man neben einem Sturm unbedingt auf einem Schiff braucht.


    Da legst Du den Finger in die Wunde, denn das ist genau das, was mich an Weißes Gold selbst stört: Diese beiden Motive auf der Seefahrt sind nicht eben originell. :-[ Ich habe auch ein bisschen hin und her überlegt, aber letztlich fehlte mir auf einer Schifffahrt ohne Sturm dann doch etwas, und die Meuterei ist nützlich, um zu zeigen, dass Kort umstritten ist. Also habe ich probiert, diese "bewährten Motive" wenigstens ansprechend zu präsentieren.



    Leider haben wir auch einige Verluste zu verzeichnen. Was mich besonders schockiert ist, dass Chanz darunter ist. Wiiieeeesssooooo?


    Ich habe Söldnergold nach Weißes Gold geschrieben. Söldnergold soll man unabhängig von den Romanen lesen können, deswegen wollte ich Gonter niemanden an die Seite geben, bei dem das Beziehungsgeflecht Vorwissen erfordert hätte. Die Wahl fiel daher auf eine Figur, die nur kurz als Name in Weißes Gold auftauchte (das ja schon fertig war). So kam Chanz sozusagen "postum" noch zu einem feurigen Auftritt.



    Besonders gefallen hat mir Zeins Reaktion auf die Provokation. Verwundert hat mich, dass sein größeres Gegenüber so schnell klein beigegeben hat. ;)
    Aber es war trotzdem lustig zu lesen.


    Auch das ist eine der (zu meiner eigenen Verwunderung gar nicht so wenigen) Passagen in Weißes Gold, die praktisch 1:1 aus dem echten Leben abgeschrieben sind. Das ist in meinen anderen Romanen viel seltener. Weißes Gold trägt beinahe schon autobiografische Züge. :D



    Eivora ist wieder einmal inkonsequent, indem sie die Meuterer nicht bestraft.


    Ich weiß nicht, ob man ihr das allein anlasten kann. Sie ist weder die Kapitänin des Schiffs noch die Auftraggeberin. Das sehe ich wie Rhea:


    Ich finde ihre Erklärung sehr logisch. sie sind angeheuert worden, um Kort auf den Thron zu helfen also hat er auch zu entscheiden, was mit den Meuterern geschieht. Schließlich trägt er die Verantwortung.



    Sie bepinselt einen Kerl, der Yra belästigt hat mit roter Farbe


    "Bepinselt" finde ich gut. :totlach:



    Auf Seite 134 irritiert mich etwas die Stelle, in der sie Lostor das Zepter überlässt und ihm sagt, er habe mehr Erfahrung mit solchen Situationen.



    Die Szene als Eivora ihm die Befehlsgewalt überläßt fand ich einfach klasse.


    Das ist übrigens auch der echten Welt abgeschaut und etwas, das Eliteeinheiten kennzeichnet. Es ist zum Beispiel fester Trainingsbestandteil bei den Navy SEALS, dass die Führung innerhalb der Gruppe je nach anstehender Aufgabe wechselt.



    Eivora ... empfindet das Verbot als Unsinn: "Besiegte erlitten ein hartes Schicksal, das war der Gang der Welt, und es war eine Torheit, sich dagegenzustellen." :o :o :o Das gefällt mir nicht!


    Eivora ist mit diesen Dingen aufgewachsen, das gehört zu ihrer Welt, im Kontext von Plünderungen erscheinen ihr auch Schändungen normal. Was nicht bedeutet, dass sie ihr gefallen.



    Wenigstens ist der jetzt aus dem Weg geräumt. Er hätte nur noch mehr Ärger gemacht!



    Aber wenn er so weiter macht, wäre ich für Kopf ab.



    ... ihn umzubringen. Dies, fand ich, war eine Superleistung.


    Liebes Tagebuch,
    ich muss mich wirklich vor meinen knüppelharten Leserinnen in Acht nehmen! Wer Ärger macht, geht hops. :o :o:o Ich werde mich in dieser Leserunde um besonders feinfühlige Antworten bemühen.



    Und nicht nur Frauen "verfallen" ab 30. Auch Männer. Es ist medizinisch erwiesen, dass der menschliche Körper ab 25 den "Bach runter geht". Die Zellerneuerung geht ab da schon zurück.



    Dann müsste Kort nach seiner eigenen mit Mitte 40 ja schon mit einem Bein im Grab stehen - oder sogar eigentlich fast schon mit zwei.


    Ohne Korts Frauenbild verteidigen zu wollen, lade ich Euch ein, Euch Folgendes vorzustellen:
    "Schatz, du bist zwar hässlich, aber ich liebe dich trotzdem."
    Wirkt dieser Satz gleich auf Euch, wenn ihn ein Mann zu seiner Frau sagt, und wenn die Frau es zu ihrem Mann sagt?
    Vermutlich nicht.
    Um dieselbe Wirkung zu erzielen, müsste die Frau zum Mann sagen: "Schatz, du bist zwar ein totaler Versager, aber ich liebe dich trotzdem."



    Wenn ich diesem Abschnitt ein Thema geben müsste, wäre das wohl Verrat.


    Ja, das bringt das Geschehen auf den Punkt. ;D



    ... und lehnt sich nicht nur gegen ihren Auftraggeber Kort auf, sondern auch gegen Eivora, da er beide nicht respektiert.


    Das Thema "Respekt" habt Ihr ja schon in den vorigen Leseabschnitten angesprochen. Eng damit verbunden ist "Disziplin", und ohne diese kann keine Truppe bestehen.



    Außerdem beweist sie immer wieder eine kluge Führung und ich hoffte eigentlich, dass auch Lostor das einsieht. Aber für ihn zählt nun mal nur Stärke. vielleicht weil er zu dumm ist um zu begreifen, was wirklich wichtig ist.


    Dieses "Begreifen, was wirklich wichtig ist" ist ein entscheidendes Kriterium für höhere Führungspositionen, vor allem beim Militär. Jemand, der direkt mit den Soldaten arbeitet - wie Lostor als Rottmeister -, kann vorwiegend durch Vorbild führen. Er zeigt seinen Leuten am eigenen Beispiel, wie man stark ist, die Zähne zusammenbeißt, mutig kämpft und so weiter. Das hat aber relativ wenig damit zu tun, wie man eine Legion von 4.000 Kämpfern führt ... Da geht es eher darum, die Versorgung für eine Truppe zu organisieren, die so viel verspeist wie ein Dorf, und weniger um die Frage, ob man einen Hügel besser von Süden oder von Westen angreift.



    Nur frage ich mich, warum sie ihn erst holen, wenn sie ihn dann doch nicht wollen.



    Aber das sind doch dieselben, die ihn dort geholt haben, es ist ja keiner von außen dazu gekommen. Also müßten die, die ihn geholt haben, alle Gegner seiner Herrschaft sein und das im Voraus geplant haben.


    Zunächst einmal waren es nicht alle, denn einige von der Mannschaft wurden ja auch entwaffnet - der Kapitän zum Beispiel. Und dann könnte es "wechselnde Mehrheiten" in der Delegation gegeben haben:
    Daheim erschien der jüngere Bruder als schlechte Wahl, also fährt man nach Rorgator und holt den älteren.
    In Rorgator erlebt man dann hautnah, was die Söldner für Burschen sind. Zweifel kommen auf. Ist der jüngere Bruder vielleicht doch besser?
    Auf dem Schiff hat man viel Zeit zum Reden. Man sammelt Gleichgesinnte und überzeugt andere, und irgendwann denkt man, dass man stark genug ist, die Sache zu kippen.
    Als ein Großteil der Söldner unter Deck ist (man könnte hart urteilen: weil deren Anführerin in ihrer anbiedernden Art so dumm ist, sich dazu überreden zu lassen), hält man das für einen günstigen Zeitpunkt.



    Leider habe ich so das Gefühl, dass einer von beiden die Romane nicht überlebt.


    Liebes Tagebuch,
    meine Leserinnen unterstellen mir, dass ich noch etwas anderes im Sinn haben könnte als immer nur das Allerbeste für meine geliebten Figuren! Wieso hält man mich für so grausam? :'(
    In Wirklichkeit finden sich die knallharten Typen doch auf der anderen Seite. Es ist meine Leserschaft, aus der immerzu der Ruf tönt: "Kopf ab!"



    Insgesamt hat mir der Abschnitt wieder gut gefallen.



    Ein spannender, packender Abschnitt.


    :freu: :freu:


  • Da legst Du den Finger in die Wunde, denn das ist genau das, was mich an Weißes Gold selbst stört: Diese beiden Motive auf der Seefahrt sind nicht eben originell. :-[ Ich habe auch ein bisschen hin und her überlegt, aber letztlich fehlte mir auf einer Schifffahrt ohne Sturm dann doch etwas, und die Meuterei ist nützlich, um zu zeigen, dass Kort umstritten ist. Also habe ich probiert, diese "bewährten Motive" wenigstens ansprechend zu präsentieren.


    Daran gibt es auch nichts auszusetzen. Stürme und Meutereien sind eben Klassiker der Seefahrt und es ist durchaus legitim darüber zu schreiben. Man rechnet nur eben damit. ;)
    Ein Schiff ist eben ein Schiff. Also ein sehr kleiner Bereich mit wenig Möglichkeiten. Seeungeheuer oder Piratenangriff wäre noch eine Möglichkeit gewesen. ;)



    Ich habe Söldnergold nach Weißes Gold geschrieben. Söldnergold soll man unabhängig von den Romanen lesen können, deswegen wollte ich Gonter niemanden an die Seite geben, bei dem das Beziehungsgeflecht Vorwissen erfordert hätte. Die Wahl fiel daher auf eine Figur, die nur kurz als Name in Weißes Gold auftauchte (das ja schon fertig war). So kam Chanz sozusagen "postum" noch zu einem feurigen Auftritt.


    Das ist nett von dir. Allerdings wollten wir von Chanz ja noch was lesen. ;)



    Auch das ist eine der (zu meiner eigenen Verwunderung gar nicht so wenigen) Passagen in Weißes Gold, die praktisch 1:1 aus dem echten Leben abgeschrieben sind. Das ist in meinen anderen Romanen viel seltener. Weißes Gold trägt beinahe schon autobiografische Züge. :D


    Wer hat dich provoziert? ;D



    Liebes Tagebuch,
    ich muss mich wirklich vor meinen knüppelharten Leserinnen in Acht nehmen! Wer Ärger macht, geht hops. :o :o:o Ich werde mich in dieser Leserunde um besonders feinfühlige Antworten bemühen.


    Sie möchten sich nie wieder etwas gefallen lassen? Sie sind es leid herumgeschubst zu werden? Lesen Sie Titel von Robert Corvus, die härten ab fürs Leben... ;D

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)

  • Kapitel 6 ging mir eindeutig zu schnell. Ich war gerade noch beim Vertrag, schon ist ein Teil auf dem Weg. Die Geschehnisse an Deck ... Sturm und Meuterei. Mir war das ein wenig zu klassisch. Bernhard sagt ja schon, dass es nützlich war um zu zeigen, das Kort umstritten ist, aber so spontan wäre ein direkter Mordanschlag durch einen eingeschleusten Assassinen auch nice gewesen. Wie Tonlos auch meinte, Ungeheuer oder Piraten. Oder warum nicht was vollkommen Irres, fantastisches. Ein Geisterschiff voller Geistersöldner...


    Mein Bauchgefühl ist da wirklich nicht glücklich mit. Die Gründe verstehe ich, aber es bleibt bei mir der Eindruck: Zu gewollt.

  • Ein toller Abschnitt, in dem viel passiert ist. Der hat mir richtig gut gefallen.


    Eivora ist für mich immer noch eine Figur der Gegensätze. Auf der einen Seite finde ich ihre Entscheidungen gut und kann sie nachempfinden, auf der anderen Seite könnte ich sie nur schütteln. Ich bin gespannt, was ich am Ende des Buches über sie denke.


    Ich fand beispielsweise schon wichtig, dass Fiafila-Ignutos weiß, dass Eivora ihre Lüge kennt und fand die Art und Weise durchaus sehr respektabel. Es bedarf auch keiner weiteren Worte, da beide um die Tragweite der Wahrheit wissen. Weniger ist da manchmal mehr. Spannend ist nur, wie beide mit diesem Wissen zukünftig umgehen.


    Auf dem Schiff fehlte mir irgendwie die klassische Mannschaft, auch ich war über die Meuterei sehr überrascht und es fehlte mir ein kurzer aber erklärender Abschnitt, wie nun Fiafila-Ignutos und Kort plötzlich da hängen. Da dachte ich kurz, ich hätte eine Seite überblättert. Aber viel Zeit, um darüber nachzugrübeln, blieb ohnehin nicht.


    Um Lostor trauere ich keineswegs. Er war nicht loyal genug und da hat Eivora ihre Sache auch sehr gut gemacht und keine Skrupel gezeigt. So muss das sein beim Sturmbanner. "Kopf ab" ;)


    Ein wenig Angst machte mir die Szene mit Fiafila-Ignutos und dem Feuer. Ich hatte das Gefühl, dass sie kurzfristig die Kontrolle darüber verlor und so die ganze Aktion in Gefahr hätte bringen können, wenn Ignutos sie nicht gebremst hätte. Irgendwie weckte das in mir kein gutes Gefühl und lässt mich nichts Gutes erahnen. Was ist, wenn Ignutos sie irgendwann nicht mehr bremsen kann und sie sich ungehemmt ihrer Leidenschaft hergibt? Und dann taucht auch noch Prekesta auf, die augenscheinlich unter dem Einfluss von Harnastes steht. Das kann nicht gut ausgehen.



    Das ist übrigens auch der echten Welt abgeschaut und etwas, das Eliteeinheiten kennzeichnet. Es ist zum Beispiel fester Trainingsbestandteil bei den Navy SEALS, dass die Führung innerhalb der Gruppe je nach anstehender Aufgabe wechselt.


    Ja, wenn man von seiner Mannschaft zu 100 % respektiert und anerkannt wird, kann man sich das leisten. Bei Eivora kam das bei mir wieder als Hilfslosigkeit an, die sie sich eigentlich nicht erlauben kann und ich glaube durchaus, dass das bei ihren Gegenspielern auch nicht so gut aufgenommen worden ist. Aber vielleicht gehe ich da mit Eivora auch nur zu hart ins Gericht, weil sie bei mir von Anfang an einen schweren Start hatte.



    Tja, und was die Ü30-Frage betrifft: Reagiert da Kort, gerade in seiner Position, nicht wie ein typischer Mann? Er wird sie sicherlich nicht heiraten wollen :D
    Übrigens ist das veraltet. Die heutigen Frauen über 30 machen sich und wirken oftmals wesentlich souveräner als ihre gleichaltrigen Männer und sehen oftmals auch besser aus >:D


    Viel witziger fand ich, dass Fiafila-Ignutos wohl ein wenig eifersüchtig war. Von wegen Muttergefühle..... :D Aber mit Ignutos im Schlepptau wird das wohl nichts mehr. Da werden ihre Feuerspiele wohl ihr Sex im Alter sein ;D

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Eivora ist für mich immer noch eine Figur der Gegensätze. Auf der einen Seite finde ich ihre Entscheidungen gut und kann sie nachempfinden, auf der anderen Seite könnte ich sie nur schütteln. Ich bin gespannt, was ich am Ende des Buches über sie denke.


    Ich sehe es ähnlich und bin auch etwas hin- und hergerissen. Ich versuche objektiv zu sein, was mir bei Eivora nicht sehr leicht fällt. Aber wie du, warte ich ab wie sie sich enwickelt.



    Ja, wenn man von seiner Mannschaft zu 100 % respektiert und anerkannt wird, kann man sich das leisten. Bei Eivora kam das bei mir wieder als Hilfslosigkeit an, die sie sich eigentlich nicht erlauben kann und ich glaube durchaus, dass das bei ihren Gegenspielern auch nicht so gut aufgenommen worden ist. Aber vielleicht gehe ich da mit Eivora auch nur zu hart ins Gericht, weil sie bei mir von Anfang an einen schweren Start hatte.


    Ich fand es eigentlich schon ziemlich klug. Allerdings bräuchte Eivora mal einen Erfolg. Ein richtig dickes Ding, bei dem alle sagen. Wenn du nicht gewesen wärst…Respekt! ;D



    Übrigens ist das veraltet. Die heutigen Frauen über 30 machen sich und wirken oftmals wesentlich souveräner als ihre gleichaltrigen Männer und sehen oftmals auch besser aus >:D


    Ich denke in jeder Lebensphase…oder wann wäre es denn anders? ;) ;D
    Wobei ich mir denke, wir sollten uns von den Klischees abwenden und eher dem Menschen und der Persönlichkeit an sich Beachtung schenken. ;)

    Schweigen ist das Element, in dem sich große Dinge gestalten. (Thomas Carlyle)


  • Mein Bauchgefühl ist da wirklich nicht glücklich mit. Die Gründe verstehe ich, aber es bleibt bei mir der Eindruck: Zu gewollt.



    Ein toller Abschnitt, in dem viel passiert ist. Der hat mir richtig gut gefallen.


    Es ist wirklich faszinierend, wie unterschiedlich derselbe Text wirken kann.
    Natürlich ist jede Wirkung legitim - es kommt halt zu einem Großteil darauf an, was man beim Lesen mitbringt, welche Geschichten man bereits kennt, in welcher Stimmung man ist, wenn man das Buch aufschlägt - solche Sachen spielen zusammen mit dem Text eine große Rolle ... ;)



    Ich bin gespannt, was ich am Ende des Buches über [Eivora] denke.


    Darauf bin ich auch gespannt. :)



    Um Lostor trauere ich keineswegs. Er war nicht loyal genug und da hat Eivora ihre Sache auch sehr gut gemacht und keine Skrupel gezeigt. So muss das sein beim Sturmbanner. "Kopf ab" ;)


    :o
    Liebes Tagebuch,
    ich kriege Angst vor meinen Leserinnen. Für die nächste Lesung brauche ich unbedingt eine schusssichere Weste. Obwohl - schützt die vor Mordinstrumenten, mit denen mir der Kopf abgetrennt werden könnte?



    Was ist, wenn Ignutos sie irgendwann nicht mehr bremsen kann und sie sich ungehemmt ihrer Leidenschaft hergibt?


    Tja, das ist die entscheidende Frage: Wohin steuert Fiafila-Ignuto? ;D



    Und dann taucht auch noch Prekesta auf, die augenscheinlich unter dem Einfluss von Harnastes steht.


    Auf diese Figur bin ich ein bisschen stolz. Mit Prekesta betritt die richtig Böse die Bühne. >:D

  • Kapitel 7 bringt mich dann doch noch ein wenig mehr. Die Szene im Wirtshaus verdeutlich wunderbar, wie in der Bevölkerung Rorgators bereits das Ansehen des Klingenrausches gelitten hat. Der blinde Haudegen - sollte man sich merken ;)


    Zein ist toll. Sein Spiel ist perfekt. Es zeigt seinen Stolz, auch ein wenig seine Arroganz und dann Gonter. Hm. Wieder ist er mir zu glatt, auch wenn seine Rede ja hilft. Ich hätte lieber eine Schlägerei mit ihm erlebt.


    Eivora und Lostor. Abgesehen davon, dass ich glaube, dass Lostor nicht tot ist, sondern wieder auftauchen wird (wortwörtlich) kann ich mit dieser Entscheidung Eivoras nicht wirklich gut leben. Ich finde diese Aktion passt nicht wirklich zu ihr.