Allgemeine Fragen an Christoph Hardebusch

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  • Na, ich stelle dann mal die erste Frage:


    War es von Anfang an geplant einen zweiten Teil zu schreiben und wenn ja, wie schwierig ist es, Infos zurück zu halten und die Handlung auf mehrere Bücher aufzuteilen?


    Was sind deine nächsten Projekte? Bleibst du bei den Trollen oder handelt das nächste Buch von anderen Wesen?


    Katrin

  • Hallo,


    ich bin immer noch gehandicapped, was den Zugang zum Netz angeht, aber zumindest kann ich ein hin und wieder ein wenig Surfen und meine Emails abrufen.


    Jaqui: Nein, der zweite Teil war nicht von vorneherein geplant. Ich habe während der Arbeit an Teil 1 natürlich alle Ideen und Hintergründe, die ich nicht unterbringen konnte oder wollte, aufgeschrieben und gespeichert. Als ich mich in der Zeit zwischen Abgabe des Manuskripts und Erscheinen des Buchs mit meiner Agentin und den Lektoren von Heyne traf, habe ich aufgrund dieser Aufzeichnungen ganz grob "Die Schlacht der Trolle" skizziert und vorgeschlagen, den Nachfolger zu schreiben. Obwohl noch einiges an der Story zu tun war, fanden eigentlich alle die Prämisse gut.


    Momentan schreibe ich an "Sturmwelten", einer neuen Fantasy-Trilogie mit einem dezidiert nautischem Hintergrund. Mehr dazu auf meiner Webpage oder auf meinem Journal. Direkt sind keine Trolle geplant; bislang fehlt mir einfach eine wirklich zündende Idee. Sollte sich diese aber einstellen, werde ich sicher schauen, ob der Verlag Interesse hat. Es wäre zu einfach gewesen, noch ein Buch zu schreiben, bei dem man von einem gewissen Erfolg ausgehen kann, selbst wenn nicht das ganze Herzblut drinsteckt ... ;)


    Lieben Gruß,


    Christoph


    P.S.: Sollte es viele Orthographie-Fehler geben, bitte ich das zu entschuldigen. Internet habe ich nur am Laptop, und immer wenn ich von großer Tastatur auf die kleinere umsteige, vertippe ich mich sehr viel. Zudem bekomme ich regelrechte "Verloren in einer anderen Dimension"-Gefühle, als ob ganz subtil etwas mit der Welt nicht stimmen würde. Vermutlich ist das mein Gehirn beim Versuch umzuschalten.

  • Da werde ich ja gleich mal schauen gehen. Für weiteren Lesetoff von dir scheint also gesorgt zu sein. 8)


    Katrin


    Und das hört sich sehr spannend und interessant an! Ich stöbere immer mal wieder in Christophs Autorenjournal und da hatte ich es auch schon entdeckt und bin sehr gespannt darauf.

  • Zitat

    Direkt sind keine Trolle geplant; bislang fehlt mir einfach eine wirklich zündende Idee. Sollte sich diese aber einstellen, werde ich sicher schauen, ob der Verlag Interesse hat. Es wäre zu einfach gewesen, noch ein Buch zu schreiben, bei dem man von einem gewissen Erfolg ausgehen kann, selbst wenn nicht das ganze Herzblut drinsteckt ...


    Ich hoffe auf jeden Fall auf eine zündende Idee, aber ich finde es toll, dass du nicht einfach irgendwas schreibst! Ich bin jedesmal total enttäuscht, wenn ich so eine Fortsetzung lese...

    Möge das Schicksal, das uns zusammenführte uns verbinden, dein Weg noch oft den meinen kreuzen und die Brücke zwischen unseren Herzen nie vergehn

  • Ich hoffe auf jeden Fall auf eine zündende Idee, aber ich finde es toll, dass du nicht einfach irgendwas schreibst! Ich bin jedesmal total enttäuscht, wenn ich so eine Fortsetzung lese...


    Es gibt den Anfang eines Gedankens, der aber im Moment hinter den Sturmwelten zurücktreten muss.


    Ich mag diese Art der Fortsetzung auch nicht. Manchmal habe ich bei Fernsehserien und Filmen das Gefühl, dass eigentlich keine Geschichte, sondern nur mehr Geld hinter einer Fortsetzung steckt. Das stört mich stets gewaltig.


    Lieben Gruß,


    Christoph

  • Hallo!


    Ich hab vor ein paar Wochen in deinem Autorenjournal den Hinweis auf die Kurzgeschichte "Flucht" gelesen, sie mir gleich gespeichert und abends dann meinem Schatz vorgelesen (und mir mein Lese-Erlebnis auch bis dahin aufgespart). Und ich kann dazu nur sagen: Super! Gleich die erste überraschende Wendung, die auch noch mit einem Seitenwechsel zusammenfällt, war genial. Ich hab mich gefragt, wieso ich darauf nicht gleich gekommen bin, wo es doch so nahe liegt... Und auch die zweite Wendung hat mir gut gefallen. Schatz war genauso begeistert.


    Gibt´s davon noch mehr? :)


    Liebe Grüße,
    melima

  • Momentan nicht. Möglicherweise gibt es irgendwann ein Anthologie-Projekt, an dem ich mich beteiligen werde. Zur Zeit haben längere Texte einfach Vorang, und was noch an kürzeren Texten da ist, ist privat. Aber die Geschichte zu schreiben hat Spaß gemacht und eine Kurzgeschichte geht ja vergleichsweise schnell. Mal sehen, ob mich zwischendurch eine Inspiration packt.


    Lieben Gruß,


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    ich habe auch noch eine Frage zu den Masriden.
    Hattest du für dieses Volk eine bestimmte Gruppe als Vorbild? Oder auch für die Wlachaken?


    Liebe Grüße
    Kathrin

  • Hallo,


    ich habe mich prinzipiell an osteuropäischen Vorbildern orientiert, aber natürlich ist das nur eine sehr grobe Verbindung. Ich fand es vor allem bei der Namensgebung hilfreich, denn der innere Zusammenhalt von Namen und Sprache eines Volks ist mir sehr wichtig. Manches hat mich inspiriert, aber hauptächlich stammen die Ideen von mir.


    Lieben Gruß,


    Christoph

  • Hallo Christoph,


    die Frage nach den Vorbildern bringt mich auf die Frage: Wie kam das Aussehen der Trolle oder auch Elfen zustande?
    Hattest du sofort eine Vorstellung, ein Bild von ihnen im Kopf? Hast du dir Skizzen gemacht? Oder hat sich die jeweilige Gestalt so nach und nach herauskristallisiert?

  • Das Aussehen stand recht schnell fest. Ich habe sie mir einfach vorgestellt. Skizzen hatte ich keine. Das war kein bewusster Prozeß, sondern ein kreatives Zusammenbasteln von Elementen, die mir vorschwebten. Klar war, dass die Trolle groß sein sollten, ein wenig an Tolkien gemahnen (ja, ja, ich weiß, der unsägliche Tolkien-Vergleich). Dazu kamen dann die körperlichen Attribute, die schlußendlich geblieben sind: Hörner, Hauer, Haare, graue Haut mit Verwachsungen und so weiter. Bei den Elfen wollte ich weg vom zivilisierten (Hoch-)Elf, hin zu einem naturverbundenen Volk. Die Idee für die magischen Tättowierungen lag einfach in der Luft.


    Lieben Gruß,


    Christoph

  • Danke für deine schnelle Antwort.


    Die magischen Tätowierungen und damit das Aussehen der Elfen hat mich mit am meisten fasziniert bei den Geschöpfen. :)


    Eine Frage habe ich zu der neuen Trilogie:
    Wie kommt es zu einer Trilogie? Ich meine, man hat eine Geschichte im Kopf und weiß doch bestimmt nicht vorher, wieviele Seiten bzw. Bücher diese Geschichte umfassen. Wenn ich EIN Buch schreibe und merke, da kann noch was hinterherkommen und es entsteht so eine Trilogie oder auch mehr, kann ich das verstehen. Aber wie kommt man IM VORAUS auf eine Trilogie. Wird die Geschichte durch drei geteilt und dann gibt das halt ensprechende Buchseiten oder fängt man einfach an zu schreiben und entwickelt die Geschichte im Laufe der Zeit weiter, dass dann drei Bücher entstehen (und muss dann noch ein viertes dranhängen, weil man sich verschätzt hat ;)). Oder ist es ganz anders?

  • Erzählt man eine Geschichte, kann man die vermutlich in einem Buch unterbringen. Aber nicht notwendigerweise, denn auch eine einzelne Geschichte kann viel zu lang für ein Buch sein. Dazu kommt die Möglichkeit, dass man eine übergeordnete Geschichte hat, die aber in einzelne Geschichten aufgeteilt ist, die wiederum jede ihr eigenes Buch benötigen.


    So einfach kann man das nicht sagen. In der Fantasy sind mehrbändige Zyklen nicht selten, weil es auch immer die Hintergrundwelt gibt, die häufig viel Platz benötigt. Zudem geht es oft um große Geschichten, die einen großen Zeitraum, oder viele Ereignisse abdecken.


    Sturmwelten wird eine Trilogie, weil ich den Platz benötige. Es wird eine große Geschichte geben, die aber im Laufe der drei Bücher erzählt wird. Dazu gibt es natürlich Nebenplots, die teilweise schneller abgehandelt werden. Die Trilogie bietet mir auch den Platz, meine Welt vorzustellen, in die sehr viel Arbeit geflossen ist.


    Die Trollbücher sind jeweils um die 900 Normseiten dick. Das wären drei Taschenbücher von 300 Seiten. Allerdings ist die Geschichte jeweils so kompakt, dass es ein Buch ist und eine Aufteilung nur wenig Sinn ergäbe. Sturmwelten wird insgesamt dicker werden als ein Troll-Buch.


    Außerdem habe ich so für die nächsten Jahre was zu schreiben ... ;)


    Lieben Gruß,


    Christoph

  • Hallo lieber Christoph,


    auf diese Geschichte freue ich mich auch schon sehr. Seit R.L.Stevenson bin ich auch sehr marinephil, was die Literatur angeht. Na und ganz besonders sind die Filme dazu, sei es nun Meuterei auf der Bounty, FdK oder Master and Commander und und und. Zu MaC besitze ich ein paar Bände, wobei der Film ja nur ein ganz kleiner Teil der Reihe ist.


    Wie geht es eurem DSL-Anschluss? In unserer Bekanntschaft ist auch jemand davon betroffen, das ist extrem ärgerlich.
    Auf jeden Fall freue ich mich schon auf Neueinträge in deinem Journal :)


    Wann erscheint dein Spielbuch? Bei Amazon ist es nur vorbestellbar.


    Liebe Grüße
    Kathrin

  • Der Film "Master and Commander" ist sehr fein, auch wenn sie die ursprüngliche Geschichte für das US-amerikanische Publikum abgeändert haben; in der Romanvorlage ist es eine der amerikanischen "Heavy Frigates", die von Jack Aubrey aufgebracht wird. Patrick O'Brian ist sehr gut, allerdings muss man diese Art der Marineliteratur mögen, da es doch recht technisch zugeht. Wenn du Filme magst, kann ich die BBC-Serie zu Hornblower empfehlen. Die ist mit Ioan Gruffudd und frischt die Geschichten von C.S. Forester ein wenig auf.


    Dem DSL geht es schlecht: Freigeschaltet ist die Leitung, aber es läuft nicht. Jetzt müssen die Techniker anrücken. Mal sehen, was das gibt. Ich habe jedenfalls viel Schreibzeit in den Warteschleifen diverser Hotlines verloren.


    Einen ganz genauen Termin habe ich nicht. Ich denke, Ende Juli, Anfang August, aber nagelt mich nicht dafauf fest.


    Lieben Gruß,


    Christoph