01 - Seite 1 - 94

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Liebe Stefanie, liebe Mitleser/innen,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu "Piniensommer" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders Stefanie Gerstenberger.
    Ihr dürft die Autorin duzen.


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die Ausführungen zur Netiquette durch.
    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte!


    Viel Spaß uns allen beim Lesen und Diskutieren! :winken:


    Hier könnt ihr zum Inhalt von Seite 1 - 94 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Liebe Stefanie, liebe Mitleserinnen :winken:


    Ich hab mal ganz langsam begonnen, da ich momentan fast nur am WE zum Lesen komme, sonst hängt ihr mich in der Woche völlig ab ;)


    Auf den ersten Seiten war ich noch ein bisschen verloren, der erste Teil ist ja doch schon ein Weilchen her (und über mein Gedächtnis reden wir lieber gar nicht erst).
    Aber die Erinnerungen kamen dann doch recht schnell wieder und eigentlich habe ich inzwischen sogar den Eindruck, dass man das Buch vielleicht auch lesen kann, ohne den ersten Teil zu kennen. Klar verpasst man dann die ganze Entwicklung zwischen Stella und Nicola und versteht wahrscheinlich auch Stellas schwierige Familienverhältnisse nicht so ganz, aber ich denke, man kann sich reinfinden. Ich glaube, das ist auch wichtig, denn wahrscheinlich ist vielen Lesern (also den "normalen" Lesern außerhalb von Social Media, Leserunden, etc) gar nicht bewusst, dass es eine Fortsetzung ist.


    Aber egal, nun mal zu diesem ersten Abschnitt: Mit Stella möchte ich echt nicht tauschen. Generell nicht, wenn man sich anschaut, wie wenig eine Frau im damaligen Italien zu sagen hatte und wie wenig sie tun dürfte, wie streng die Sittenwächter waren, usw. Und speziell mit ihr, Stella, nicht, wegen ihrer Familie und der ganzen komplizierten Situation. Sie scheint die einzig normale Person in diesem Irrenhaus von Villa zu sein, höchstens Assunta geht noch, aber es lastet doch unglaublich viel auf Stella und sie ist doch noch so jung und hat ihre eigenen Ziele und Vorstellungen, was sie aus ihrem Leben machen will! Aber die Villa und diese Verwandten sind ein ganz schöner "Klotz am Bein". Das klingt jetzt härter als es soll, mir fällt aber gerade keine bessere Formulierung ein. Aber es ist nun mal ihre Familie und Stella fühlt sich ganz selbstverständlich verantwortlich, selbst für die beiden Schwestern, deren Taten ich glücklicherweise nicht mehr so genau in Erinnerung habe, von denen ich aber noch dunkel weiß, dass sie Stella nie etwas Gutes getan haben, oder?
    Andererseits scheinen sie schwer misshandelt worden zu sein und eigentlich müsste man Mitgefühl für sie haben, so wie Stella. Deren Verhalten den beiden gegenüber ist so anständig, ich bekomm direkt ein schlechtes Gewissen, ich wäre wahrscheinlich nicht so :-[


    Der Vater ärgert mich. Warum kann er nicht mehr Stärke zeigen, mehr Verantwortung übernehmen? Kein Wunder, dass es der Familie finanziell so schlecht geht, den Marchese kann ja jeder über den Tisch ziehen :o


    Um Nico mache ich mir etwas Sorgen. Ist er wirklich nur untrainiert nach der Winterpause oder steckt mehr hinter seinen "Aussetzern" beim Tauchen?
    Mich würde so ein Extremsportler als Partner wahnsinnig machen. Ständig diese Sorge, dass er seine Grenzen nicht kennt, zu leichtsinnig ist und etwas passiert... das wäre nix für mich!
    Und dann ist er auch noch so lässig, was das Lernen und das spätere Studium angeht. Mir scheint, hier entwickeln die beiden doch recht unterschiedliche Vorstellungen, wie ihr Leben weitergehen soll. Bzw. nur Stella hat überhaupt eine klare Vorstellung, Nico lebt mehr in den Tag hinein. Apnoetaucher ist zumindest für mich kein wirklich brauchbarer Berufswunsch ;) Ob sie sich über diese unterschiedlichen Vorstellungen nicht doch auseinander entwickeln werden? Oder finden sie da einen gemeinsamen Weg?
    Vielleicht war die lange Verlobungszeit, auf die Flora bestanden hat, doch keine so schlechte Idee? Ich hoffe nun nur, dass Stella nicht schwanger wird, das würde all ihre Pläne über den Haufen werfen!


    Kondome mehrfach verwenden?? Gruselige Vorstellung :D

  • Hallo liebe Stefanie, hallo liebe Mitleserinnen,


    ich habe mich schon richtig aufs weiterlesen gefreut. Ich dachte eigentlich, ich habe ziemlich viel vergessen, aber ich habe mir die LR zu "Das Sternenboot" nochmal etwas angeschaut und durch die kurzen Rückblicke, bin ich eigentlich schnell wieder in die Geschichte reingekommen.


    Stella mochte ich ja schon immer und jetzt gilt ihr meine ganze Bewunderung. Wie sie ihr Leben in der Zwischenzeit gemeistert hat, wie Gewissenhaft sie für ihr Studium gelernt hat, wie sie sich um alles kümmert. Vor allem jetzt, wo die beiden Schwestern wieder zurück sind.
    Ich kann ihr da nicht verübeln, dass sie zuerst vorhatte, sie einzusperren, sie waren damals ja auch durchaus gefährlich. Aber mittlerweile scheinen sie doch gebrochen zu sein und es ist schön von Stella, dass sie ihnen helfen will.


    Nico nimmt da alles mehr auf die leichte Schulter. Sei es das Studium oder auch das Tauchen.
    Ich würde da an Stellas Stelle auch tausend Tode sterben, jedesmal, wenn er runtergeht. Wie kann er die Gefahr nur so unterschätzen? Er wundert sich ja selber, warum seine Lungen nicht mehr so gut funktionieren. Er spielt hier mit seinem Leben. Oder es geht ihm wie seinem Vater, denn mit seinem Radiosender macht er sich bestimmt nicht nur Freunde.


    LG Karin


  • Aber die Villa und diese Verwandten sind ein ganz schöner "Klotz am Bein". Das klingt jetzt härter als es soll, mir fällt aber gerade keine bessere Formulierung ein. Aber es ist nun mal ihre Familie und Stella fühlt sich ganz selbstverständlich verantwortlich, selbst für die beiden Schwestern, deren Taten ich glücklicherweise nicht mehr so genau in Erinnerung habe, von denen ich aber noch dunkel weiß, dass sie Stella nie etwas Gutes getan haben, oder?
    Andererseits scheinen sie schwer misshandelt worden zu sein und eigentlich müsste man Mitgefühl für sie haben, so wie Stella. Deren Verhalten den beiden gegenüber ist so anständig, ich bekomm direkt ein schlechtes Gewissen, ich wäre wahrscheinlich nicht so :-[


    Das hört sich für mich gar nicht so hart an, Du hast ja recht. Stella bleibt ja auch wirklich nichts anderes übrig, als sich um die Schwestern zu kümmern. Ihr Vater macht das ganz sicher nicht. Er erkennt nur, dass er selber kein guter Vater war, aber mehr tut er für die beiden bestimmt nicht.
    Ich kann nicht sagen, wie ich hier reagieren würde, aber ich denke mal, wenn ich sie dann in dem jetzigen Zustand gesehen hätte, dass ich doch auch Mitleid mit ihnen hätte. Hier kommt sehr viel Arbeit und Einfühlungsvermögen auf Stella zu, wenn sie den beiden helfen möchte.
    Ich hoffe nur, wenn sie es schafft, dass ihr die beiden dann auch dankbar sind und nicht wieder ihr altes Gesicht zeigen.




    Und dann ist er auch noch so lässig, was das Lernen und das spätere Studium angeht. Mir scheint, hier entwickeln die beiden doch recht unterschiedliche Vorstellungen, wie ihr Leben weitergehen soll. Bzw. nur Stella hat überhaupt eine klare Vorstellung, Nico lebt mehr in den Tag hinein. Apnoetaucher ist zumindest für mich kein wirklich brauchbarer Berufswunsch ;) Ob sie sich über diese unterschiedlichen Vorstellungen nicht doch auseinander entwickeln werden? Oder finden sie da einen gemeinsamen Weg?
    Vielleicht war die lange Verlobungszeit, auf die Flora bestanden hat, doch keine so schlechte Idee? Ich hoffe nun nur, dass Stella nicht schwanger wird, das würde all ihre Pläne über den Haufen werfen!


    Das war auf alle Fälle die richtige Entscheidung von Flora, auf die Verlobungszeit zu bestehen. Ich sehe es wie Du, dass sie sich eher entgegengesetzt entwickeln. Aber warten wir mal ab, vielleicht finden sie auch einen gemeinsamen Weg.
    Obwohl ja am Ende des ersten Teils irgendwie von einem Unglück die Rede war, da frage ich mich jetzt natürlich, ob das nicht was mit Nicos Taucherei zu tun hat.



    Kondome mehrfach verwenden?? Gruselige Vorstellung :D


    Ja, hier hat es mich auch geschüttelt. :D


    LG Karin

  • Hallo in die Runde!


    Nachdem mein Leseexemplar gestern angekommen ist, habe ich gleich eine Nachtschicht eingelegt und den ersten Abschnitt gelesen...
    Mit Schwierigkeiten, die daher rühren mögen, dass ich den Vorgängerband nicht kenne, ihn aber besser hätte gelesen haben sollen, wozu mir allerdings die Zeit fehlte! Zunehmend wurde mir klar, dass Vieles als bekannt vorausgesetzt wird.
    Da mir dieses Hintergrundwissen aber fehlt, tue ich mich schwer, mir ein Bild von der Geschichte und vor allem von den handelnden Personen zu machen. Zwar bastele ich mir die Zusammenhänge irgendwie zusammen, aber das Richtige ist das nicht... So bin ich dementsprechend unzufrieden, was sich hoffentlich im Laufe der Lektüre ändern wird, zumal es ja durchaus Rückblicke gibt...


    Was für eine seltsame Familie, mit der ich es hier zu tun habe! Diese Gedanken haben mich die ganze Zeit über nicht losgelassen. Zerrüttet - und doch irgendwie zusammenhaltend.
    Die Schwestern Regina und Enza zum Beispiel habe ich mir bis zu deren Rückkehr aus dem Kloster als rechte Monster vorgestellt und Böses geahnt, wenn sie nun wieder in den Schoß der Familie heimkehren!
    Was immer sie aber getan haben, - nun sind sie gebrochene, geschundene Kreaturen! Was hat man ihnen im Kloster angetan? Wieso überhaupt schickte man aufmüpfige junge Frauen ( was ja schließlich nicht unnormal ist ) in ein Kloster? War das in Italien so eine Art Erziehungsanstalt? Warum hat man sich während ihres Aufenthalts dort nicht dafür interessiert, wie es ihnen erging? Stattdessen wurde versucht, sie möglichst noch länger dort zu halten, - woran den nimmersatten Nonnen nur gelegen gewesen wäre, wenn der Marchese ihnen den von ihnen gewünschten Grundbesitz in den Rachen geschoben hätte...
    Offensichtlich wurden sie gequält! Sogar im Jahr 1965 hatte so etwas keine Konsequenzen? Wenn's denn zu Anfang des 20.Jahrhunderts gewesen wäre, hätte ich es verstanden, aber natürlich ganz gewiss nicht gebilligt...


    Stella, die sich vor ihren schrecklichen Schwestern ( als solche hat sie sie in Erinnerung ) regelrecht fürchtete, schwenkt um, nachdem sie sie wiedersieht, - und packt tatkräftig dabei an, sie zu säubern und zu entlausen!
    Schon jetzt sehe ich, dass die junge Frau, die, wie mir gewisse Bemerkungen und kurze Rückblenden verraten, ein schweres Leben hinter sich hat, das Herz auf dem rechten Fleck hat! Ihr ist daran gelegen, nicht nur die Familie sondern auch deren Besitz zusammen zu halten. Sie hat einen klaren Kopf auf den Schultern und jede Menge Verantwortungsbewusstsein, wie mir scheint. Als einzige in der Familie, wenn man mal absieht von Tante Assunta, ihrer Ziehmutter. Dank derer und ihrer Zuneigung sie sich wohl auch so positiv entwickelt hat. Im Gegensatz zu allen anderen ist sie zielstrebig. Und auch wenn es nicht leicht sein wird bei all ihren Belastungen, ihr Architekturstudium durchzuziehen, so wird sie es schaffen!


    Und ihr Freund Nicola? Da habe ich Bedenken, - und er selbst auch! Er weiß, dass er nicht der Studiertyp ist, ihm liegen andere Dinge weit mehr am Herzen. Und er hat ein soziales Bewusstsein, einen Sinn für Recht und Unricht und er möchte gegen die mafiösen Strukturen seines Heimatortes angehen. Das gefällt mir, obwohl mir klar ist, dass sein Unterfangen gefährlich ist. Aber deswegen nichts tun? Nein, so ist Nicola nicht! Er ist mutig, sogar wagemutig, - wenn ich da nur an das Apnoe-Tauchen und seine Besessenheit davon denke. Ob das alles mal gutgehen mag!?


    Und dann sind der Marchese und Lily plötzlich auf dem Weg zu einem verlotterten Teil des Familienguts! Das konnte ich mir erst überhaupt nicht zusammenreimen!
    Die Camaleos sind so arm, dass sie von einem Tag zum nächsten nicht wissen, wo sie Geld für Lebensmittel hernehmen sollen. Aber Güter haben sie anscheinend! Wie zahlen die denn den Nichtsnutz von Verwalter? Wie die doch mit Sicherheit anstehenden Steuern?
    Auf jeden Fall ist es an der Zeit, dass eine so vernünftige Person wie Stella sich der Geschäfte annimmt! Obwohl sie es als Frau schwer hat, als Ansprechspartnerin, geschweige denn Geschäftspartnerin akzeptiert zu werden... Aber ihr Vater, schwach aber nicht unliebenswert, ist auch kein Verhandlungspartner!
    Die Laroccas, so habe ist mein erster Eindruck, werden die Camaleos nicht über den Tisch ziehen. Ich finde sie auf Anhieb sehr sympathisch - und Stella tut das auch, obwohl sie so große Vorbehalte gegen sie hatte. Und da ist der junge Carlos, der Stella beeindruckt! Ein Rivale für den Verlobten Nicola, mit dem die Beziehung, wie ich sie beobachte, auch nicht eben einfach ist! Gar nicht gut auch, dass Stella von Nicolas Mutter so abgelehnt wird.
    Nun, die nächsten Kapitel werden aufschlussreicher sein, in mancherlei Beziehung, wie ich hoffe....


  • Auf den ersten Seiten war ich noch ein bisschen verloren, der erste Teil ist ja doch schon ein Weilchen her (und über mein Gedächtnis reden wir lieber gar nicht erst).
    Aber die Erinnerungen kamen dann doch recht schnell wieder und eigentlich habe ich inzwischen sogar den Eindruck, dass man das Buch vielleicht auch lesen kann, ohne den ersten Teil zu kennen. Klar verpasst man dann die ganze Entwicklung zwischen Stella und Nicola und versteht wahrscheinlich auch Stellas schwierige Familienverhältnisse nicht so ganz, aber ich denke, man kann sich reinfinden. Ich glaube, das ist auch wichtig, denn wahrscheinlich ist vielen Lesern (also den "normalen" Lesern außerhalb von Social Media, Leserunden, etc) gar nicht bewusst, dass es eine Fortsetzung ist.


    Ach wie beruhigend zu lesen, dass selbst du, die du den ersten Teil gelesen hast, dich zu Anfang des Romans etwas verloren gefühlt hast!
    Beruhigend auch, dass du meinst, die Nicht-Kenntnis des Vorgängerbandes sei kein allzu großes Hindernis beim Verständnis des "Piniensommer". Das war meine Hoffnung, zumal ja auch immer wieder Bezug genommen wird auf vergangene Geschehnisse. Ich fülle meine Lücken mit Hilfe meiner Phantasie, - etwas, das ich sowieso mag...


  • Der Vater ärgert mich. Warum kann er nicht mehr Stärke zeigen, mehr Verantwortung übernehmen? Kein Wunder, dass es der Familie finanziell so schlecht geht, den Marchese kann ja jeder über den Tisch ziehen


    Der Marchese ist ein schwacher Mann. Das ist charakterliche Veranlagung, dazu kann er nichts. Aus einem Schwächling kann nie ein starker, verantwortungsbewusster Mensch werden.
    Und bei dem Marchese scheint sowieso einiges schief gelaufen zu sein, - da wird, auf dem Weg zum Gut gegen Ende des Abschnitts seine konfuse Kindheit erwähnt, früher schon erfahren wir über die "Terrorherrschaft" seiner kalten Frau. Das alles ist nicht dazu angetan, ihn anzuspornen.
    Aber die Leser des ersten Bandes müssten den Marchese doch besser kennen! Wie hat er sich denn da verhalten?

  • ( ... ) Stella bleibt ja auch wirklich nichts anderes übrig, als sich um die Schwestern zu kümmern. ( ... )
    Ich kann nicht sagen, wie ich hier reagieren würde, aber ich denke mal, wenn ich sie dann in dem jetzigen Zustand gesehen hätte, dass ich doch auch Mitleid mit ihnen hätte. Hier kommt sehr viel Arbeit und Einfühlungsvermögen auf Stella zu, wenn sie den beiden helfen möchte.
    Ich hoffe nur, wenn sie es schafft, dass ihr die beiden dann auch dankbar sind und nicht wieder ihr altes Gesicht zeigen.


    Ihr macht mich neugierig! WAS haben die Schwestern Stella denn so Übles angetan? Stella selbst hatte ja riesige Angst vor der Rückkehr der beiden, - also müssen die sie schon schlimm gepiesakt haben, oder?
    Und ich bin ganz eurer Meinung - Stella verhält sich, was auch immer in der Vergangenheit geschehen ist, höchst anständig. Sie besitzt ganz natürlich das, was heute so viele gerne hätten oder zu haben behaupten: Empathie nämlich!
    Und stark ist sie noch dazu! Was wirklich ein Wunder ist bei dieser eigenartigen Familie von entweder Sadisten ( die verstorbene Mutter? ) oder kompletten Schwächlingen ( der Vater ) oder leicht bis mittelschwer Verrückten ( die Schwestern - aber sind die nicht womöglich auch ein Opfer der Mutter!? )...
    Bis jetzt zeigt Stella noch keinerlei Stresssymptome, wie man das heutzutage nennt, - also glaube ich, sie verfügt über so tiefe Kraftreserven, dass sie die vielfältigen Belastungen wird tragen können.

  • Hallo Stefanie und an alle anderen,
    auch ich habe jetzt mal ganz langsam begonnen. Mir ging es auf den ersten Seiten wie Danni ( habe mir dann nochmal meine Rezension vom ersten Teil durchgelesen ) und dann ging es einigermassen. So geht es mir aber oft, da man zwischendurch ja viel anderes liest. Die ersten Seiten, die sind aber auch sehr verwirrend noch dazu, so ausgeschmückt ................irgendwie komme ich mit solchen Sätzen nicht gut zurecht, einfach zu Poetisch? Wie immer man das ausdrücken mag...................... aber solche Sätze sind nicht gut für mich, um in ein Buch abzutauchen. Zu verwirrend und ich überlege dann, was ich eigentlich lese und komme damit nicht zurecht.


    Dann war ich sehr erleichtert, als es normal weiter ging ;) Es ist wirklich erschreckend wie wenig Stella alleine darf, wir haben doch eigentlich schon 1966. Aber wenn man bedenkt, wie sie aufgewachsen ist, dann geht es ihr doch schon viel besser. Wie ihr Vater aber überhaut so lange Überleben konnte, der hat doch gar keine Ahnung was er hat und was es Wert sein könnte. Immer wenn er Geld braucht verkauft er etwas, wovon er nicht mal weiß was es Wert ist?


    Ihre beiden Schwestern, die sie früher wirklich fertig gemacht haben, wo sie nur konnten, die können einen auch Leid tun. Ausschlaggebend für alles Böse in der Familie war die Mutter und mit einen Vater, der sich aus allem raus gehalten hat, hatte sie doch ein ganz einfaches Spiel. Die beiden Schwestern von Stella wurden doch auch ihr Leben lang manipuliert. Ob man denen aber noch helfen kann, ich möchte nicht Wissen was man mit denen gemacht hat, als sie im Irrenhaus waren.


    Nico macht mir auch Sorgen, weil man lernte ihn ja von Anfang an ziemlich geschwächt kennen und ich glaube nicht, das es nur an der Winterpause liegt. Wie der Arzt vielleicht sagte, wenn man älter wird, dann steckt der Körper das nicht mehr so weg. Manuele so nebenbei sagen, das das bitte ein Geheimnis bleiben soll......................so wie wenn nix passiert wäre? Ich Glaube da haben schon ein paar Gehirnzellen gelitten.


    Kondome mehrfach verwenden?? Gruselige Vorstellung :D


    ;D Da musste ich auch schmunzeln


  • Stella verhält sich, was auch immer in der Vergangenheit geschehen ist, höchst anständig. Sie besitzt ganz natürlich das, was heute so viele gerne hätten oder zu haben behaupten: Empathie nämlich!


    Gut das sie die ersten 10 Jahre der Familie entkommen ist und liebevoll aufwachsen hat können. Diese Zeit hat sie wohl am meisten geprägt und diese Liebe zu ihrer Ziehmutter.


  • Mit Schwierigkeiten, die daher rühren mögen, dass ich den Vorgängerband nicht kenne, ihn aber besser hätte gelesen haben sollen, wozu mir allerdings die Zeit fehlte! Zunehmend wurde mir klar, dass Vieles als bekannt vorausgesetzt wird.
    Da mir dieses Hintergrundwissen aber fehlt, tue ich mich schwer, mir ein Bild von der Geschichte und vor allem von den handelnden Personen zu machen. Zwar bastele ich mir die Zusammenhänge irgendwie zusammen, aber das Richtige ist das nicht... So bin ich dementsprechend unzufrieden, was sich hoffentlich im Laufe der Lektüre ändern wird, zumal es ja durchaus Rückblicke gibt...


    Ah, das widerspricht nun genau meinem Eindruck - ich hatte den ersten Teil ja zwar gelesen, aber mein Gedächtnis ist so schlecht, dachte ich. Aber wahrscheinlich ist doch noch mehr im Hinterkopf da gewesen, als mir bewusst war - so im Vergleich zu jemand, der den ersten Band gar nicht kennt.


  • Was immer sie aber getan haben, - nun sind sie gebrochene, geschundene Kreaturen! Was hat man ihnen im Kloster angetan? Wieso überhaupt schickte man aufmüpfige junge Frauen ( was ja schließlich nicht unnormal ist ) in ein Kloster? War das in Italien so eine Art Erziehungsanstalt? Warum hat man sich während ihres Aufenthalts dort nicht dafür interessiert, wie es ihnen erging? Stattdessen wurde versucht, sie möglichst noch länger dort zu halten, - woran den nimmersatten Nonnen nur gelegen gewesen wäre, wenn der Marchese ihnen den von ihnen gewünschten Grundbesitz in den Rachen geschoben hätte...
    Offensichtlich wurden sie gequält! Sogar im Jahr 1965 hatte so etwas keine Konsequenzen? Wenn's denn zu Anfang des 20.Jahrhunderts gewesen wäre, hätte ich es verstanden, aber natürlich ganz gewiss nicht gebilligt...


    In den 60er Jahren im Süden Italiens hatten Frauen nicht aufmüpfig zu sein. Das war wirklich noch eine ganz andere Zeit und für uns heute praktisch unvorstellbar.


    Und was Misshandlungen/Quälereien in Klostern angeht, gibt es da ja in ganz Europa Fälle, die bis heute noch ans Licht kommen. Grausam, was sich da teilweise abgespielt haben muss :o


    Zitat

    Die Laroccas, so habe ist mein erster Eindruck, werden die Camaleos nicht über den Tisch ziehen. Ich finde sie auf Anhieb sehr sympathisch - und Stella tut das auch, obwohl sie so große Vorbehalte gegen sie hatte. Und da ist der junge Carlos, der Stella beeindruckt! Ein Rivale für den Verlobten Nicola, mit dem die Beziehung, wie ich sie beobachte, auch nicht eben einfach ist! Gar nicht gut auch, dass Stella von Nicolas Mutter so abgelehnt wird.


    Stimmt, Carlos und seine Familie machen einen sehr sympathischen Eindruck und eine Verbindung zwischen ihm und Stella könnte ich mir irgendwie auch gut vorstellen. Aber ob sie sich wirklich von Nico trennen würde? Kann ich mir nicht vorstellen. Außer, ihm passiert etwas und sie ist dann irgendwann bereit für einen neuen Mann in ihrem Leben.


  • Der Marchese ist ein schwacher Mann. Das ist charakterliche Veranlagung, dazu kann er nichts. Aus einem Schwächling kann nie ein starker, verantwortungsbewusster Mensch werden.
    Und bei dem Marchese scheint sowieso einiges schief gelaufen zu sein, - da wird, auf dem Weg zum Gut gegen Ende des Abschnitts seine konfuse Kindheit erwähnt, früher schon erfahren wir über die "Terrorherrschaft" seiner kalten Frau. Das alles ist nicht dazu angetan, ihn anzuspornen.
    Aber die Leser des ersten Bandes müssten den Marchese doch besser kennen! Wie hat er sich denn da verhalten?


    Ich weiß, dass er nichts für seinen Charakter kann. Andererseits wachsen Menschen auch manchmal über sich hinaus. Er ist so passiv, das macht mich immer geradezu wütend.
    Und im ersten Band war er noch schlimmer, wenn ich das richtig in Erinnerung habe ;)


  • Stimmt, Carlos und seine Familie machen einen sehr sympathischen Eindruck und eine Verbindung zwischen ihm und Stella könnte ich mir irgendwie auch gut vorstellen. Aber ob sie sich wirklich von Nico trennen würde? Kann ich mir nicht vorstellen. Außer, ihm passiert etwas und sie ist dann irgendwann bereit für einen neuen Mann in ihrem Leben.


    Ich mag Carlos und seine Familie auch sehr und habe auch schon an eine Verbindung der beiden gedacht. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Nico mit seiner Taucherei was passieren wird. Seine Schwächeanfälle können nie nur mit der Winterpause zusammenhängen.


    LG Karin


  • Ihre beiden Schwestern, die sie früher wirklich fertig gemacht haben, wo sie nur konnten, die können einen auch Leid tun. Ausschlaggebend für alles Böse in der Familie war die Mutter und mit einen Vater, der sich aus allem raus gehalten hat, hatte sie doch ein ganz einfaches Spiel. Die beiden Schwestern von Stella wurden doch auch ihr Leben lang manipuliert. Ob man denen aber noch helfen kann, ich möchte nicht Wissen was man mit denen gemacht hat, als sie im Irrenhaus waren.


    Du hast recht, dass die beiden Schwestern so geworden sind, war wirklich der Mutter zuzuschreiben. Wenn man bedenkt, wie lange die beiden ständig aufeinander gehockt sind, ewig nur im selben Zimmer, wie sollen die sich da normal entwickeln.
    An die Zustände im Irrenhaus mag ich da auch gar nicht denken. Es ist je ein Wunder, dass die überhaupt daran denken, die beiden zu entlassen. Das war doch damals auch total schwer, jemanden wieder aus so einer Anstalt herauszubekommen.


    LG Karin

  • Ich mag Carlos und seine Familie auch sehr und habe auch schon an eine Verbindung der beiden gedacht. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Nico mit seiner Taucherei was passieren wird. Seine Schwächeanfälle können nie nur mit der Winterpause zusammenhängen.


    Nach allem, was ich bisher gelesen habe, wünsche ich mir keinesfalls, dass Stella und Nico auseinandergehen! Ich mag beide und gerade der Junge ist jemand, den ich für seinen Mut schätze!
    Und gerade deswegen lebt er gefährlich und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man ihn "beseitigt", wie seinen Vater, der ja auch wegen seiner Unbestechlichkeit sterben musste, wenn ich das richtig verstanden habe ( aber das müssten die Kennerinnen - seid ihr das alle hier in der Runde? - des ersten Bandes genauer wissen...).
    Möglicherweise verunglückt Nico auch beim Tauchen... Aber nicht, weil er körperlich geschwächt wäre ( den Eindruck teile ich nicht ), sondern weil er es übertreibt und viel zu lange taucht als gut für ihn ist....


  • Und gerade deswegen lebt er gefährlich und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man ihn "beseitigt", wie seinen Vater, der ja auch wegen seiner Unbestechlichkeit sterben musste, wenn ich das richtig verstanden habe ( aber das müssten die Kennerinnen - seid ihr das alle hier in der Runde? - des ersten Bandes genauer wissen...).


    Ja, das hast du richtig herausgelesen. Er war zu anständig für gewisse sizilianische Verhältnisse :(

  • Du hast recht, dass die beiden Schwestern so geworden sind, war wirklich der Mutter zuzuschreiben. Wenn man bedenkt, wie lange die beiden ständig aufeinander gehockt sind, ewig nur im selben Zimmer, wie sollen die sich da normal entwickeln.
    An die Zustände im Irrenhaus mag ich da auch gar nicht denken. Es ist je ein Wunder, dass die überhaupt daran denken, die beiden zu entlassen. Das war doch damals auch total schwer, jemanden wieder aus so einer Anstalt herauszubekommen.


    Na also! Die fehlenden Mosaikteilchen kommen langsam... Die Schuld der Mutter hatte ich aus den Andeutungen vermutet! Da muss Stella nachträglich froh sein, dass sie von der Marchesa nach ihrer Geburt verstoßen wurde und zu Assunta gekommen ist. Die gab ihr die nötige Liebe - und so konnte sie gesünder aufwachsen, als es ihren Schwestern vergönnt war...
    Aber ehrlich, - für die beiden jungen Frauen fühle ich unendliches Mitleid! Sie wurden doppelt bestraft. Zuerst die Mutter und dann ihre Zerstörung, denn anders kann ich das nicht nennen, im Kloster und, wie ich lese, sogar Irrenhaus! Dort hat man ihnen den Verstand geraubt und sie zu Wracks gemacht. Schrecklich!
    Die roten Flecken auf den Schläfen! Soweit ich weiß, hat man bei Menschen, die ihren eigenen Willen hatten und nicht in ein Schema gepasst haben, nicht selten Schädeloperationen durchgeführt, um sie "ruhig" zu stellen. Mit dem Effekt, dass sie danach zwar friedlich aber schwachsinnig waren.... Auch Elektroschocks halte ich für mögliche Erklärungen für das veränderte Wesen der Schwestern!

  • Ihr lieben Leserinnen,
    jetzt melde ich mich auch mal zu Wort, nachdem die meisten von euch schon die ersten Seiten gelesen haben.


    Muss man das Sternenboot gelesen haben, um den Piniensommer zu verstehen?
    Nein, es wurde extra vom Verlag Wert darauf gelegt, dass man den 1. Teil nicht gelesen haben muss, um den zweiten zu verstehen. Sie machen ja auch kaum Werbung damit, das es zwei teile sind.


    Ich hatte eine neue Lektorin, die das Sternenboot nicht kannte, und die musste ich überzeugen. Sie hat sich nicht beschwert, von daher dachte ich nicht, jemanden verwirrt zwischen den Zeilen hängen zu lassen. ???


    Den Anfang habe ich extra sehr romantisch anklingen lassen, denn ich dachte mir, wer Stella & Nico kennt, und auf den letzten Seiten des Sternenboots alleine gelassen hat, soll sie so verliebt wie immer antreffen... Außerdem ist diese Szene eine Art Klammer, das werdet ihr am ENDE des Romans sehen und euch daran erinnern.


    Manchmal ist es bei einem Roman ja ähnlich wie in den ersten Minuten eines Films: die Kamera gleitet über die Einrichtung eines Zimmers, und der Zuschauer soll erstmal nur schauen, obwohl er noch nicht versteht, wer hier wohnt, und was die einzelnen Gegenstände für Bedeutungen haben.


    Nun gut, es ist immer Geschmacksache, ob man den Stil mag.


    Zu den Vorkommnissen in der Villa und die Sache mit den Schwestern.
    Ich glaube manch einer von euch ist nicht klar, WIE rückständig (sorry Sizilien) die Welt damals 1966 dort noch war. Was Frauenrechte und soziales Miteinander etc anging.
    Die Kirche hatte Recht, das männl. Oberhaupt der Familie auch, (auch wenn er noch so planlos war), es herrschte Unwissen, Naivität und Aberglaube. Ich habe viel über diese Zeit gelesen und war erstaunt über die Zustände!
    Was in den Klöstern passierte war deren Sache, ganz selten mal, wurde jemand zur Rechenschaft gezogen.


    Also taucht weiterhin ein, in die sizilianische Welt von Nico und Stella und lernt sie immer mehr kennen...


    tanti saluti. STEFFI


  • Möglicherweise verunglückt Nico auch beim Tauchen... Aber nicht, weil er körperlich geschwächt wäre ( den Eindruck teile ich nicht ), sondern weil er es übertreibt und viel zu lange taucht als gut für ihn ist....


    Entweder das oder die Mafia sorgt für einen Tauchunfall.


    LG Karin