03 - Seite 178 - 269

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • :'(
    Also doch. Nico stirbt. Wir hatten es ja schon kommen sehen. Wie schrecklich für Stella, qauasi zusehen zu müssen und nichts tun zu können (warum kann sie eigentlich nicht schwimmen?)


    Ich muss gestehen, bei der Szene, als er mit ausgestreckter Hand nochmal auftaucht bzw. dann versinkt, hatte ich eine Titanic-Assoziation und natürlich Leo DiCaprio vor Augen - war das so gewollt? ;)


    Die Trauer von Stella und auch Flora ist grenzenlos und ihre Verzweiflung wirklich gut geschrieben, man fällt geradezu mit ihnen in dieses schwarze Loch.
    Dass Flora nicht mehr leben will und lieber auf ein Wiedersehen mit ihrem Sohn im Jenseits hofft, ist für mich als rationalen Menschen heutiger Zeit schwer nachvollziehbar, aber zu ihr passt es.


    Bei Stella hoffe ich noch sehr, dass sie sich wieder fängt und auch weiter studieren wird. Sie ist doch zu jung, um für immer in dieser Trauer gefangen zu bleiben!


    Die Sache mit dem Kind - ich dachte, die heftigen Blutungen wären eine Fehlgeburt, aber das Ende des Abschnitts lässt mich nun wieder rätseln?
    Ich bin nicht sicher, ob ich ihr ein Kind von Nico wünsche, dann hat sie doch noch etwas von ihm oder ob ich doch lieber hoffe, dass sie nicht schwanger ist, damit sie irgendwann neu beginnen kann...


    Die leicht übersinnlichen Anklänge in diesem Abschnitt sind nicht so meins, dafür bin ich einfach zu rational eingestellt, als dass ich mit den Erscheinungen und Träumen etwas anfangen könnte. Aber irgendwie passt es zu diesem Buch und den Menschen darin ;)

  • Ich habe es ja schon geahnt, aber dann wirklich über Nicos Tod zu lesen, ging mir sehr nahe. Diesen Abschnitt fand ich so toll geschrieben, ich habe alles mitgespürt.
    Die Verzweiflung, als Nico nochmal auftauchte und sie ihm nicht helfen konnte, die ganze Trauer von Stella und Flora. Dann was unvorstellbar ist, dass sie nichtmal einen Grabplatz bekommen.


    Flora leidet natürlich sehr, hat sie doch jetzt ihren Mann und den geliebten Sohn verloren. Da kann ich schon verstehen, dass sie eigentlich nicht mehr Leben möchte. Aber es dann wirklich mehrmals in die Tat umzusetzen, da würde mir wirklich der Mut fehlen. Stella Gott sei Dank auch.
    So traurig es ist, aber das Leben geht immer weiter.


    Ich kann auch nachvollziehen, dass Stella zur Zeit nicht mehr weiterstudieren möchte. Aber dass sie Nicos Traum von der Grabstätte umsetzen will, gefällt mir sehr.


    Ich dachte eigentlich, dass sie eine Fehlgeburt hatte, aber anscheinend bekommt sie ihr Kind doch. Ich denke mal, dies hilft Flora jetzt bestimmt, ihren Kummer zu überwinden.
    Ich hoffe nur, dass sie sich dann nicht zu sehr in die Erziehung einmischt und immer daran denkt, dass es Stellas Kind ist und nicht ihres.


    LG Karin


  • Die Sache mit dem Kind - ich dachte, die heftigen Blutungen wären eine Fehlgeburt, aber das Ende des Abschnitts lässt mich nun wieder rätseln?
    Ich bin nicht sicher, ob ich ihr ein Kind von Nico wünsche, dann hat sie doch noch etwas von ihm oder ob ich doch lieber hoffe, dass sie nicht schwanger ist, damit sie irgendwann neu beginnen kann...


    Stimmt, einerseits freue ich mich auch sehr, dass sie Nicos Kind bekommt, aber andererseits ist sie viel zu jung um alleine zu bleiben. Derzeit könnte ich mir vorstellen, dass nach einer Trauerzeit sie und Manuele zusammenkommen. Er liebt sie ja schon immer und ist auch jetzt stets für sie da. Aber Manuele würde das Kind bestimmt akzeptieren, da es ja auch von seinem besten Freund ist.



    Die leicht übersinnlichen Anklänge in diesem Abschnitt sind nicht so meins, dafür bin ich einfach zu rational eingestellt, als dass ich mit den Erscheinungen und Träumen etwas anfangen könnte. Aber irgendwie passt es zu diesem Buch und den Menschen darin ;)


    Das sehe ich genauso. Obwohl es ja wirklich Leute gibt, die für sowas empfänglich sind. Ich kann es mir aber überhaupt nicht vorstellen, zur Geschichte paßt es aber sehr gut und es ist auch schön zu lesen ist.


    LG Karin


  • Derzeit könnte ich mir vorstellen, dass nach einer Trauerzeit sie und Manuele zusammenkommen. Er liebt sie ja schon immer und ist auch jetzt stets für sie da. Aber Manuele würde das Kind bestimmt akzeptieren, da es ja auch von seinem besten Freund ist.


    Manuele hab ich so gar nicht auf dem Schirm gehabt. Der ist für mich "nur" ein Freund, ich kann mir da keine romantischen Gefühle ihrerseits vorstellen.
    Ich höre es da ja eher zwischen ihr und dem jungen Larocca knistern. Er ist von ihr auf jeden Fall sehr beeindruckt.

  • Nicos Tod hat mich doch sehr überrascht! Ich habe auf keinen Fall damit gerechnet. Mit Problemen zwischen ihm und Stella schon - aber muss man ihn gleich sterben lassen!?
    Wie auch immer - da wird inbrünstig und über den gesamten dritten Leseabschnitt hinweg getrauert!
    Die Intensität dieses Trauerns ist ungewohnt, - kennt man so etwas bei uns in Deutschland ja kaum. Aber die Italiener, vor allem die auf dem Land sind da anders. Sie trauern hemmungslos, wie sie auch sonst ihren Gefühlen keine Zügel anlegen.
    Ob mir das gefallen kann, weiß ich nicht. Ich stecke wohl einfach zu lange und zu tief in den von unserer Gesellschaft vorgegebenen Strukturen. Und das viele Trauern und Klagen und Weinen scheint ja auch nichts zu bewirken. Der Schmerz lässt nicht nach, er wird auch nicht erträglicher. Im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass man sich damit immer weiter hochschaukelt...


    Gleichzeitig wird aber die innige Verbundenheit von Familie und Freunden in schweren Zeiten deutlich. Das wiederum gefällt mir sehr gut. Man lässt einander nicht alleine, man sorgt sich, kümmert sich, ist da. Und so tief man auch fällt, da ist immer jemand da, der einen auffängt.

    Nicos Mutter will aber gar nicht aufgefangen werden. Sie will sterben, und dann wiederum auch nicht. Die drei Selbstmordversuche jedenfalls konnte keiner verhindern. Auch Stella, für die sich Floras Gefühle allmählich ändern, zumal sie wittert, dass sie ihr demnächst ein Enkelkind bescheren wird, kann nicht wirklich etwas für sie tun, hat selbst genug mit sich zu tun. Und sie hat nach wie vor Scheu vor Flora, die so sehr viel nicht gehalten hat von ihrer Verbindung mit dem geliebten Sohn. Und doch eint und verbindet sie genau diese gemeinsame Liebe! Die beiden werden sich in der Zukunft nahe kommen, schon alleine wegen Nicos Kind, von dem Stella selbst im Moment noch nichts ahnt. Das Kind wird gut für sie sein, wird Wunden heilen, - auch wenn es einiges erschweren wird in Bezug auf Stellas Studium und ihre berufliche Zukunft.


    Ganz am Ende des Abschnittes hat sie die Idee, nach Catania zum Studium zu gehen, möglichst weit weg von zu Hause. Ich kann das nachfühlen. Aber passt das zu Stella? Würde sie einfach gehen und die Verantwortung, die sie für ihre schwierige ( für mich mittlerweile aber durchaus liebenswerte ) Familie fühlt, abgeben? Ich kann mir das im Moment nicht vorstellen... Und - inwieweit hat ( unbewusst natürlich ) der junge Larocca mit Stellas möglichem Wechsel des Studienortes zu tun? Er könnte ihr ein Freund sein, denn er versteht, was es heißt, jemanden zu verlieren, den man liebt. Ich bin also gespannt, wie sich das weiterentwickelt!


    Noch ein Wort zu den Erscheinungen, Träumen, Vorahnungen, die ja nicht nur Manuele, Stella und Schwiegermutter Flora haben, sondern die meisten oder gar alle Menschen am Ort und wohl auch in ganz Sizilien. Hm... Schwer verdaulich für mich. Und was man so "gesehen" hat, trifft denn auch noch ein... Haben die dort alle das "zweite Gesicht"? Sehr übersinnlich! Dabei ist der Roman ansonsten realistisch, die Zeit, in der er spielt, wiederspiegelnd. Das passt für mich im Moment noch gar nicht so recht. Muss schauen, wie es weitergeht, um mir einen Reim darauf machen zu können...


  • Also doch. Nico stirbt. Wir hatten es ja schon kommen sehen. Wie schrecklich für Stella, qauasi zusehen zu müssen und nichts tun zu können (warum kann sie eigentlich nicht schwimmen?)


    Ja, warum kann sie nicht schwimmen, so dicht am Meer, wie sie wohnt! Und warum können auch die Fischer, die sich ja täglich auf dem Meer befinden und die viel zu spät zur längst vergeblichen Rettung hinzugekommen sind?
    Das war früher so, mutmaße ich ( meine Elterngeneration konnte auch nicht schwimmen ), - was wir uns heute, wo ja schon Babys zu Schwimmkursen gezerrt werden, nicht vorstellen können!



    Die leicht übersinnlichen Anklänge in diesem Abschnitt sind nicht so meins, dafür bin ich einfach zu rational eingestellt, als dass ich mit den Erscheinungen und Träumen etwas anfangen könnte. Aber irgendwie passt es zu diesem Buch und den Menschen darin ;)


    Da geht es dir wie mir. Ich glaube schon, dass es tatsächlich Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die man nicht erklären kann, glaube auch, dass es sowas wie das "zweite Gesicht" gibt - aber in Italien/Sizilien hier im Roman tritt mir das bei weitem zu häufig auf!


  • Manuele hab ich so gar nicht auf dem Schirm gehabt. Der ist für mich "nur" ein Freund, ich kann mir da keine romantischen Gefühle ihrerseits vorstellen.
    Ich höre es da ja eher zwischen ihr und dem jungen Larocca knistern. Er ist von ihr auf jeden Fall sehr beeindruckt.


    Nein, Manuele kann ich mir als Partner - irgendwann! - für Stella ebenfalls nicht vorstellen. Er war Nicos bester Freund, ist viel zu nahe dran an Stellas verlorener Liebe, um ihr ein Partner mit allen Implikationen sein zu können. Er wird immer auch Stellas Freund sein, nicht mehr...
    Und wie du, Dani, sehe ich Chancen für sie und Larocca ( diese Idee, in Catania weiterzustudieren! Larocca ist auch dort! ), zumal der junge Mann Stellas Verlust nachempfinden kann und überhaupt ein sympathischer Mensch zu sein scheint.

  • Manuele ist für mich für Stella mehr Bruder. Wie Lolo eben.
    Er wäre sicher kein schlechter Partner für sie, er würde alles für sie tun, aber das nutzt ja alles nichts, wenn sie ihn nicht liebt.


  • Wie auch immer - da wird inbrünstig und über den gesamten dritten Leseabschnitt hinweg getrauert!
    Die Intensität dieses Trauerns ist ungewohnt, - kennt man so etwas bei uns in Deutschland ja kaum. Aber die Italiener, vor allem die auf dem Land sind da anders. Sie trauern hemmungslos, wie sie auch sonst ihren Gefühlen keine Zügel anlegen.
    Ob mir das gefallen kann, weiß ich nicht. Ich stecke wohl einfach zu lange und zu tief in den von unserer Gesellschaft vorgegebenen Strukturen. Und das viele Trauern und Klagen und Weinen scheint ja auch nichts zu bewirken. Der Schmerz lässt nicht nach, er wird auch nicht erträglicher. Im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass man sich damit immer weiter hochschaukelt...


    Ich finde auch, durch dieses wirklich sehr intensive trauern, hindert man sich selber daran, dass der Schmerz erträglicher wird.
    Aber das ist die Mentalität der Südländer, wirklich alles so intensiv zu empfinden.
    Dafür nehmen sie aber den gesamten Alltag viel leichter und sind hier nicht so schwerfällig wie wir Deutschen.


    LG Karin


  • Manuele ist für mich für Stella mehr Bruder. Wie Lolo eben.
    Er wäre sicher kein schlechter Partner für sie, er würde alles für sie tun, aber das nutzt ja alles nichts, wenn sie ihn nicht liebt.


    Zum jetzigen Zeitpunkt sieht sie ihn auch eher als Bruder, aber irgendwie glaube ich, dass die Liebe mit der Zeit kommt.
    Mal abwarten. ;)


    LG Karin

  • Da ich auch bei Krimis nie errate, wer der Mörder ist, vermute ich, dass ihr recht habt und sie tatsächlich mit Carlos zusammenkommt. :)


    LG Karin

  • Nico stirbt also wirklich und auch wenn ich mir gedacht habe, das wahrscheinlich was passiert, war es jetzt doch ziemlich schnell geschehen.
    Ich wusste das Stella nicht schwimmen kann, aber warum sie das nie lernen wollte?


    Ich fand die Trauer von Stella und Flora auch sehr gut beschrieben und ich konnte mit den beiden mitfühlen. Hoffentlich haben beide genug Kraft um damit fertig zu werden. Flora hat ja ihre ganze Familie verloren und ich gehe davon aus, das sie sich einfach verloren hat und keinen Sinn mehr sieht, um weiter zu leben. Sie hat den letzten Halt verloren und sie hat ja auch nie dioe Trauer um ihren Mann überwunden.................


    Ist sie schwanger? Eigentlich hatte ich das Gefühl, das sie es ist. Aber diese Blutungen? Es ist aber noch alles offen.....................


    Die leicht übersinnlichen Anklänge in diesem Abschnitt sind nicht so meins, dafür bin ich einfach zu rational eingestellt, als dass ich mit den Erscheinungen und Träumen etwas anfangen könnte. Aber irgendwie passt es zu diesem Buch und den Menschen darin ;)


    Meins ist das auch nicht und es ist mir eigentlich auch etwas zu viel. Ein Traum, wo man nicht weiß ob das echt oder geträumt war ...................... aber das ist zu übersinnlich für mich.


    Flora leidet natürlich sehr, hat sie doch jetzt ihren Mann und den geliebten Sohn verloren. Da kann ich schon verstehen, dass sie eigentlich nicht mehr Leben möchte. Aber es dann wirklich mehrmals in die Tat umzusetzen, da würde mir wirklich der Mut fehlen. Stella Gott sei Dank auch.
    So traurig es ist, aber das Leben geht immer weiter.



    LG Karin


    Ja, das Leben geht weiter. Ich denke zwar auch, das mir der Mut fehlen würde, aber GottSeiDank war ich noch nicht in so einer Situation. Wenn dir alles genommen wurde.............................. Furchtbar.



    Manuele hab ich so gar nicht auf dem Schirm gehabt. Der ist für mich "nur" ein Freund, ich kann mir da keine romantischen Gefühle ihrerseits vorstellen.
    Ich höre es da ja eher zwischen ihr und dem jungen Larocca knistern. Er ist von ihr auf jeden Fall sehr beeindruckt.


    So sehe ich das auch, aber ich Glaube von Manueles Seite aus, ist da auch mehr?


    Ganz am Ende des Abschnittes hat sie die Idee, nach Catania zum Studium zu gehen, möglichst weit weg von zu Hause. Ich kann das nachfühlen. Aber passt das zu Stella?


    Es wäre zwar eine Flucht und es würde nicht mehr alles an Nico erinnern, aber zu Stella passt das nicht. Ihre Familie ist ihr doch viel zu wichtig, denke ich.


    Noch ein Wort zu den Erscheinungen, Träumen, Vorahnungen, die ja nicht nur Manuele, Stella und Schwiegermutter Flora haben, sondern die meisten oder gar alle Menschen am Ort und wohl auch in ganz Sizilien. Hm... Schwer verdaulich für mich. Und was man so "gesehen" hat, trifft denn auch noch ein... Haben die dort alle das "zweite Gesicht"? Sehr übersinnlich! Dabei ist der Roman ansonsten realistisch, die Zeit, in der er spielt, wiederspiegelnd. Das passt für mich im Moment noch gar nicht so recht. Muss schauen, wie es weitergeht, um mir einen Reim darauf machen zu können...


    Mich stört auch, das jeder ihn wahrnimmt, wie wenn er noch da wäre? Das ist mir zu viel, aber es stört mich jetzt nicht so arg...........................weil ich ja auch Fantasy lese.


  • Ganz am Ende des Abschnittes hat sie die Idee, nach Catania zum Studium zu gehen, möglichst weit weg von zu Hause. Ich kann das nachfühlen. Aber passt das zu Stella? Würde sie einfach gehen und die Verantwortung, die sie für ihre schwierige ( für mich mittlerweile aber durchaus liebenswerte ) Familie fühlt, abgeben? Ich kann mir das im Moment nicht vorstellen...


    Ich glaube, sie braucht einen Wechsel.
    Und ihre Schwester ist mittlerweile wieder halbwegs lebensfähig, mit den Laroccas haben sie anscheinend einen guten Deal gemacht, so dass die Geldnot nicht mehr ganz so groß ist... es wäre ein guter Zeitpunkt für Stella, zu gehen und mal an sich selbst zu denken.


  • Ich glaube, sie braucht einen Wechsel.
    Und ihre Schwester ist mittlerweile wieder halbwegs lebensfähig, mit den Laroccas haben sie anscheinend einen guten Deal gemacht, so dass die Geldnot nicht mehr ganz so groß ist... es wäre ein guter Zeitpunkt für Stella, zu gehen und mal an sich selbst zu denken.


    Natürlich würde Stella an einem Ort, an dem nichts an Nico erinnert, leichter "genesen"! Will sie das aber wirklich? Ich weiß ja nicht, wie sie im "Sternenboot" geschildert wurde, - aber im "Piniensommer" ist sie durchweg sehr verantwortungsbewusst, ist sie jemand, der nicht davon läuft von dem, was sie als ihre Aufgaben betrachtet.
    Das macht für mich auch ihre sehr einnehmende Persönlichkeit aus. Das heutzutage arg strapazierte Wort "Selbstverwirklichung" war Ende der 60er Jahre noch weitgehend unbekannt. Und Stella lag so etwas ganz fern...
    Und dann dürfen wir nicht vergessen, dass sie Italienerin ist - und die haben in der Mehrzahl, auch heute noch, eine andere familiäre Bindung als wir in Deutschland. Das können wir wunderschön sehen, wie die Familie beisammen steht nach Nicos Tod. Da könnte man fast neidisch werden....

  • Und dann dürfen wir nicht vergessen, dass sie Italienerin ist - und die haben in der Mehrzahl, auch heute noch, eine andere familiäre Bindung als wir in Deutschland. Das können wir wunderschön sehen, wie die Familie beisammen steht nach Nicos Tod. Da könnte man fast neidisch werden....


    Das stimmt, das habe ich mir auch gedacht. Bei uns stehen sich die meisten nicht mal so nahe und helfen so aufopferungsvoll, wenn sie noch alle leben.

  • Ich finde auch, durch dieses wirklich sehr intensive trauern, hindert man sich selber daran, dass der Schmerz erträglicher wird.
    Aber das ist die Mentalität der Südländer, wirklich alles so intensiv zu empfinden.
    Dafür nehmen sie aber den gesamten Alltag viel leichter und sind hier nicht so schwerfällig wie wir Deutschen.


    LG Karin


    Ähhm? Trauert man bewusst und hindert sich damit an irgendetwas?
    Soll es etwas bewirken?
    Sagt man sich nach dem Tod eines geliebten Menschen, so jetzt trauer ich mal intensiv?
    Ich habe das anders empfunden und deswegen auch anders beschrieben.
    Du kommst da nicht bewusst heraus. Es verblasst vielleicht irgendwann.
    Aber das kannst du dir ersteinmal überhaupt nicht vorstellen. Niemals.
    Und dann packt sie dich auch nach Jahren manchmal noch so böse..., die Trauer, der Schmerz, der Verlust.


  • In manchen Kulturen wird tatsächlich ganz bewusst getrauert. Ich habe das einmal im früheren Jugoslawien erlebt und fand diese Art von Trauer nicht echt, irgendwie übertrieben. Dieses Bild erschien mir vor Augen, als ich den dritten Abschnitt las. "Klageweiber" kam mir da in den Sinn.
    Natürlich weiß ich, dass die Trauer von Nicos Familie und seinen Freunden sehr echt, sehr tief ist. Dennoch hatte ich das Gefühl, sie lassen sich zu tief hineinsinken. Das mag ja am Ende einen weitaus positiveren Effekt haben als unterdrückte Trauer, Trauer, die man in sich hineinfrisst. Und leider in unserer Gesellschaft, also hier in Deutschland, in sich hineinzufressen mehr oder minder gezwungen ist. Will man zum Beispiel seinen Arbeitsplatz nicht verlieren, kann man nicht wie Stella wochenlang im Bett liegenbleiben...
    Genau diese Erfahrung habe ich vor sechs Jahren nach dem Tod meines Lebenspartners machen müssen... Da wurde mir noch nicht einmal eine TrauerWOCHE zugestanden, ohne mir mit Konsequenzen zu drohen!
    All das kam natürlich in mir hoch, als mir die ganz andere Art zu trauern hier im Roman begegnete....