Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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  • So ich bin ja schon seit ein paar Tagen mit dem Buch durch und habe immer noch gewartet das andere nachkommen. Aber jetzt poste ich doch mal meine Rezension hier. Das Buch war ganz gut, mit ein paar kleineren Einschränkungen die mir nicht so gefallen haben. Das war vor allem am Ende, wo ich das Gefühl hatte das Buch wird durch Helenas Vergesslichkeit unnötig in die Länge gezogen. Natürlich war es teilweise interessant, aber manchmal hat es mich dann schon genervt. Also ich denke für den nächsten Teil ist noch Luft nach oben. Ich würde mir dann lieber einen kürzeren und durchgehend spannenderen Thriller wünschen.


    Hier meine Rezension:
    Dionysos, die Urmütter und das Blut des Lebens

    "Unsere moderne Welt ist nicht weniger eine Welt der Zwänge als die der Vergangenheit, nur haben die Zwänge ein anderes, „zeitgemäßes“ Gesicht erhalten." (Dr. Carl Peter Fröhling)

    Vor gut einem Jahr wurden in Berlin auf brutale Art drei Frauen gefoltert und getötet, kurz nach ihrem Tod erschien jedes Mal das Video des Täters, der sich Dionysos nennt. Nun nach einem Jahr gibt es ein neues Opfer, die Wirtschaftssenatorin Ursula Reuben. Wieder wurde sie zuvor brutal verstümmelt, ehe sie der Täter ausbluten ließ. Staatsanwältin Helena Faber, die schon in der Vergangenheit mit dem Fall vertraut ist und ihr Exmann Robert Faber Kriminalbeamter ermitteln unter Hochdruck. Auffällig ist das der Täter immer aus dem Buch "Dionysos" von Professor Rashid Gabrin zitiert und das alle Frauen nach Osten ausgerichtet sind. Ist Gabrin der Täter oder hat das ganze einen islamistischen Hintergrund? Doch dann gerät Helena selbst in die Fänge von Dionysos und kann mit knapper Not entkommen. Allerdings behält sie ein Trauma zurück, das sie noch schwer beeinflussen wird. Doch dann schlägt der Mörder erneut zu und Helena und Robert versuchen alles, um das Opfer rechtzeitig zu finden.


    Meine Meinung:
    Das Buch von Uwe Wilhelm hat sehr gut und spannend begonnen, sofort war ich von dem Fall und den Ermittlungen in den Bann gezogen. Doch leider hatte, dann das Buch durch die Amnesie Helena Fabers im letzten Drittel so einen Hänger, das die Spannung rapide abstürzte, bis sie am Ende dann nochmals aufkam. Die Vergesslichkeit von Helena nahm in diesem Buch viel zu viel Raum ein, das ich manchmal den Eindruck hatte, man würde das Buch unnütz dadurch in die Länge ziehen. Ansonsten hat der Autor einen sehr guten Schreibstil, auch die Ermittlungen waren sehr gut recherchiert. Hätte das Buch seinen Spannungsbogen so hoch gehalten hätte wie zu Beginn, dann wäre es ein Stern mehr von mir geworden. Auch der Epilog mit dem offenen Ende das schon einen nächsten Teil prophezeit fand ich unnötig. Trotzdem hat der Autor das Potenzial ein guter Thrillerautor zu werden, wenn er vielleicht ein paar kleine Dinge im nächsten Buch verändert. Ich kann also Iris Berben nicht voll zustimmen, wenn es heißt: "Großartiges Buch. Unbedingt lesen". Das Cover hingegen gefällt mir sehr gut und passt zur Geschichte. Ich hoffe auf einen durchgehend, spannenden zweiten Band und vergebe 3 1/2 Sterne von 5, aufgerundet 4 für dieses Buch.


    Und hier meine Linkliste:
    (kann sein das sie bei ein paar Buchhändlern noch freigeschaltet werden)


    http://www.buechertreff.de/thr…sieben-farben-des-blutes/
    https://www.lovelybooks.de/aut…0-w/rezension/1479070062/
    https://literaturschock.de/lit…x.php?thread/46012.0.html
    https://whatchareadin.de/buech…arben-des-blutes-thriller
    https://www.lesejury.de/uwe-wi…1&tab=reviews&s=2#reviews
    https://wasliestdu.de/rezensio…r-und-das-blut-des-lebens
    http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=93507
    https://www.leserkanone.de/ind…befehl=buecher&buch=40228
    http://www.kriminetz.de/krimis/7-farben-blutes
    https://www.amazon.de/review/R…m?ie=UTF8&ASIN=3734103444
    https://www.buecher.de/shop/be…/detail/prod_id/46442495/
    https://www.thalia.de/shop/hom…734103445/ID47092522.html
    https://www.buch.de/shop/home/…734103445/ID47092522.html
    https://www.hugendubel.de/de/t…5790-produkt-details.html
    https://www.ebook.de/de/produc…524&originalSearchString=
    https://www.wittwer.de/shop/ar…en_farben_des_blutes.html
    https://www.weltbild.de/artike…ben-des-blutes_22360496-1
    https://www.jokers.de/artikel/…ben-des-blutes_22360496-1
    https://www.jpc.de/jpcng/books…n-des-blutes/hnum/5725036
    http://www.mayersche.de/index.…bssku2aoj87aioqg84lt4f883
    https://literaturschock.de/lit…elm-die-farben-des-blutes



    Ich hoffe ich habe nichts vergessen wo ich es aus noch einstellen muss?

  • Nachdem ich den Roman einige Tage verdaut habe, kommt nun meine Rezension, die mich selber überrascht hat! Aber genau SO wollte sie geschrieben werden!


    Zuerst aber möchte ich mich sehr herzlich für die Teilnahme an dieser interessanten und aufschlussreichen, zudem sehr lebendigen Leserunde und die Bereitstellung des Freiexemplares bedanken - bei den Organisatoren und natürlich allen Teilnehmern!
    Danke auch an Uwe Wilhelm, dessen ausführliche Kommentare mir immer weitergeholfen haben!


    Untenstehende Rezension veröffentliche ich auf den unterschiedlichsten Plattformen.
    Die Links stelle ich nach und nach hier ein.
    Aber nun geht's los!



    Eine bizarre Mordserie versetzt Berlin in Schrecken! Nach und nach werden unerschrockene Frauen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gegen Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen in der Gesellschaft vorzugehen, auf bestialische Weise umgebracht.
    Der Mörder, der sich Dionysos nennt, sendet nach jeder seiner abscheulichen Taten ein Video und Botschaften, in denen er angibt, die Opfer "heilen" zu wollen und damit den Frauen ihren von Anbeginn der Menschheit zugewiesenen Platz zurückzugeben.
    Seine Botschaften entnimmt er der Schrift "Das Buch Dionysos" aus der Feder des Anthropologieprofessors Rashid Gibran, der bald ins Visier der ermittelnden Behörden, allen voran der mit dem Fall betrauten Staatsanwältin Helena Faber gerät.
    Die kämpferische und ehrgeizige Staatsanwältin jedoch ist als eines der nächsten Opfer des fehlgeleiteten Mörders ausersehen, wie sich schnell herausstellt. Und ebenso schnell wird klar, dass Dionysos Kontakte zu Polizei oder Staatsanwaltschaft haben muss oder sogar einer von ihnen ist!
    Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der aussichtslos zu sein scheint, denn Dionysos lässt sich nicht aufhalten. Er mordet weiter und endet sich unaufhaltsam der Vollendung seiner Mission....


    Man muss schon sagen - Uwe Wilhelm, der Autor, mutet dem Leser einiges zu!
    Er hat einen stilistisch hochklassigen und clever konstruierten Thriller geschrieben, der wegen seiner grausamen und detailreichen Mordszenen gewiss nichts für empfindsame Gemüter ist. Doch ist er außerordentlich spannend, kaum mag man ihn aus der Hand legen, so sehr nimmt er einen gefangen.
    Er lässt tief, allzu tief, in die Abgründe nicht nur eines verwirrten Gemüts blicken, die niemandem gefallen können und die sprachlos-wütend machen ob ihrer Anmaßung und Absurdität.
    Mit voller Konsequenz und Radikalität widmet sich da ein Psychopath, der sich fast wie ein Messias vorkommt, der Aufgabe, etwas in die Tat umzusetzen, was sich leider noch immer viele Menschen in aller Welt, und nicht nur Männer, wünschen: die krasse Beschneidung der Rechte, die sich die Frauen in jahrzehntelangem Ringen erkämpft haben!


    Eine große Rolle in dem Thriller spielen zudem die Hintergrundhandlungen, spielen die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich vor jenen entfalten und in denen die Hauptakteure allesamt ihre wichtigen Funktionen haben. Jedoch sind die vom Autor ersonnenen Charaktere schwer fassbar, sie polarisieren und erschließen sich erst nach und nach. Niemals hat man das Gefühl, auch nur einen von ihnen je wirklich kennenzulernen oder ihre Beweggründe, ihr Denken und Fühlen, so ganz zu verstehen.
    Dies mag man vielleicht als Schwachpunkt des Romans ansehen! Man möchte mehr wissen, mehr Informationen und Einsichten erhalten, die zu einem besseren Verständnis der Charaktere und dem, was sie antreibt, beitragen könnten.


    Aber ist es tatsächlich ein Schwachpunkt? Gewiss, am Schluss bleiben viele Fragen offen, richtig befriedigt ist man nicht. Doch ist das vor allem, wie ich meine, der Dramaturgie geschuldet, denn "Die 7 Farben des Blutes" ist nicht als für sich stehender, abgeschlossener Roman gedacht! Ein Folgeband ist beabsichtigt.
    Und von dieser Warte aus betrachtet ist es nur folgerichtig, dass gegen Ende des Thrillers neue Fragen aufgeworfen und alte nur ansatzweise beantwortet werden!
    Den Spekulationen des Lesers über den Fortgang der Ereignisse bleiben Tür und Tor geöffnet, seine Neugierde wird hier nicht gestillt - aber vielleicht im zweiten Band? Warten wir es ab....

  • Vielen Dank für diese Leserunde und an Uwe für die Begleitung. Es hat Spaß gemacht. Die Rezi wird auch noch gestreut.


    :danke:


    ------------------


    Drei bestialische Morde an Frauen hatte es in Berlin gegeben. Doch der Täter, der sich Dionysos nennt, wurde nicht gefasst. Dann brach die Serie ab, doch Staatsanwältin Helena Faber war der Ansicht, dass es nicht zu Ende war. Nun ist fast ein Jahr vergangen und Dionysos meldet sich zurück. In den Hinweisen, die er ausgibt, spricht von sieben „Heilungen“. Das bedeutet, dass er sein Werk noch nicht vollendet hat. Ein anonymer Hinweis weist auf ein Buch von Professor Rashid Gibran, der radikale Ansichten hat und dem es Spaß macht zu provozieren. Aber ist er auch der Täter?
    Die Ermittler stehen daher unter Zeitdruck und dann gerät Helena selbst ins Visier von Dionysos.
    Es ist keine leichte Kost, die uns der Autor Uwe Wilhelm mit diesem Buch liefert. Es ist eine komplexe und sehr brutale Geschichte. Zartbesaitete Seelen seien also gewarnt.
    Dionysos hat ein Problem mit starken, unabhängigen Frauen. Das Buch „Dionysos“ ist für ihn Inspiration. Doch wer ist er und was hat ihn zu seinen kranken Gedanken und Taten gebracht? Ich habe es nicht erfahren. Manchmal taucht er überraschend schnell auf, um zu verhindern, dass man ihm auf die Schliche kommt. Woher wusste er davon? Recht früh gibt es über die Identität keine Zweifel mehr, trotzdem bleibt es spannend.
    Staatsanwältin Helena Faber bekommt aufgrund eines Traumas eine Amnesie, die nicht nur ihren Kindern Sorgen bereitet, sondern auch ihrem Ex Robert, der als Kommissar ebenfalls mit dem Fall zu tun hat. Sie hat eine steile Karriere hingelegt und ist bekannt dafür, dass sie immer alle Fakten parat hat. Wie hart muss es sie also treffen, als es zu diesen Aussetzern kommt, die immer häufiger und schlimmer auftreten.
    Ich konnte nicht verstehen, dass sie aus Ehrgeiz immer weitermacht mit diesen Ermittlungen und ihrem Arzt verheimlicht, was der Auslöser ist. Erschreckend war auch, was die Krankheit dann mit ihr macht. Ich konnte mit Helena fühlen und sie tat mir leid, aber sie ist mir nicht nahe gekommen. Überhaupt hatte ich mit einigen Personen so meine Schwierigkeiten. Sympathisch war mir eigentlich nur ihr Ex-Mann Robert, dem anzumerken war, dass er immer noch Gefühle für seine Frau hat.
    Der Thriller ist spannend und das Ende bietet dann auch noch einige Überraschungen. Ganz zum Schluss gibt es einen Cliffhanger, der den Übergang zu einem weiteren Band schafft und Schlimmes ahnen lässt.

  • Guten Morgen am Samstag!
    Auch an Ulrike und Bruni ein herzliches Danke für die Leserunde, für Anregungen, Fragen und Kritik. Und natürlich für die Hinweise auf Fehler, die so nicht vorkommen sollten. Was ich zu meinem großen Vergnügen aus der Runde mitnehme, ist die Erfahrung, wie unterschiedlich Ihr alle auf Figuren, Szenen, Beschreibungenen reagiert. Es zeigt mir, wie unterschiedlich eure Lebenswelten sind und lehrt mich, dass der beste Roman offensichtlich einer ist, der einfach seine Geschichte erzählt und hofft, dass für jeden Typ Leserin / Leser eine Melodie dabei ist, die sie / er gerne hört, die etwas erzählt und den berühmten Hook ins Herz schlagen kann. In diesem Sinne bis zum nächsten Mal.
    Wünsche euch ein schönes Wochenende
    herzlichst
    Uwe

  • Hier nun meine Rezension, die ich auch bei Amazon, Buch.de, Thalia.de, LovelyBooks, Was liest Du, der Bastei-Lesejury, Lesekanone.de und im großen Bücherforum auf Literaturschock.de veröffentlicht habe:



    Spannender Thriller mit leichten Schwächen


    Nach einer Pause von einem Jahr setzt der unheimliche Frauenmörder Dionysos seine Mordserie fort. Staatsanwältin Helena Faber ist alamiert und nimmt die Ermittlungen wieder auf, gerät dabei aber selber schnell ins Visier des Täters. Ausgerechnet in dieser Situation hat sie zudem mit seltsamen Erinnerungslücken zu kämpfen.


    Der Autor Uwe Wilhelm konzentriert sich in seinem Thrillerdebüt nicht nur auf die spannende Jagd auf Dionysos und die Hintergründe seiner Mordserie, sondern rückt vor allem seine Hauptfigur Helena Faber in den Blickpunkt des Geschehens. Dabei beschäftigt er sich mit der spannenden Frage, wie eine Frau, die es gewohnt ist, alles in ihrem Leben unter Kontrolle zu haben, damit umgeht, wenn sie diese Kontrolle immer mehr verliert.


    Seine Vergangenheit als Drehbuchautor kann Wilhelm dabei nicht verleugnen, sein sehr bildhafter und zugleich packender Schreibstil kurbelt das Kopfkino beim Lesen mächtig an und lässt gerade bei den blutigen Details auch wenig bis nichts aus.
    Die gut konstruierte Geschichte kann immer wieder mit einigen überraschenden Wendungen punkten und weist zudem einen durchgehenden Spannungsbogen auf, der die Geschichte bis zum Schluß trägt, obwohl die Identität von Dionysos schon relativ früh enthüllt wird. Auch die Charakterisierung der Protagonisten des Buches ist durchweg gelungen.
    Leichte Schwächen hat das Buch bei der Handlungsweise seiner Hauptfigur, die nicht immer so ganz nachvollziehbar ist, und dem etwas aufgesetzten Ende.


    Insgesamt aber ein gelungenes Debüt eines Autoren, den man sich merken sollte.



    Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

    "Wer Bücher liest, kennt sogar den Zusammenhang, aus dem Zitate gerissen werden." (unbekannter Autor)

    Einmal editiert, zuletzt von ech ()

  • Es ist immer wieder überraschend zu erleben, wie das Buch beurteilt und bewertet wird.
    Freut mich, dass für Dich die Spannung bis zum Schluss erhalten blieb.
    Und ein herzliches Danke für die Lektüre und die Rezension


    Uwe

  • Ich bitte vielmals um Entschuldigung - die Landesmeisterschaft ist nun Geschichte und so kam ich endlich dazu, heute die Rezension fertig zu stellen.


    Nochmals ein herzliches Dankeschön an Dich, lieber Uwe, und an meine MitleserInnen für die schöne Runde.




    Auftakt zur Trilogie um Staatsanwältin Helene Faber


    Vor 1 Jahr erschütterte eine Mordserie Berlin. 3 Frauen werden auf bestialische Art und Weise getötet und nach jedem Mord taucht ein Video im Netz auf, das die schreckliche Tat dokumentiert. Der Mörder selbst gibt dazu jeweils ein Statement ab. Nach diesen 3 Morden endete die Serie, der Täter wurde nie gefasst. Staatsanwältin Helena Faber glaubt jedoch nicht daran, dass die Sache wirklich zu Ende ist. Und sie scheint Recht zu haben, denn die Leiche der Wirtschaftssenatorin Ursula Reuben weist die gleichen Merkmale auf, wie die Leichen der Opfer vor knapp einem Jahr. Als kurz nach dem Tod von Ursula Reuben ein Video mit einer Verkündung des Täters auf Facebook auftaucht ist klar – Dionysos ist wieder da und er wird weiter morden. 7 Frauen insgesamt möchte er einer „Heilung“ unterziehen. Seine Inspiration zu den Morden entnimmt er dem Buch des Anthropologieprofessors Rashid Gibran „Das Buch Dyonisos“ Im Laufe der Ermittlungen rückt auch Staatsanwältin Helena Faber ins Visier des Täters.


    „Die 7 Farben des Blutes“ ist der 1. Thriller aus der Feder des Autors Uwe Wilhelm. Es handelt sich um den Auftakt einer Trilogie um die Staatsanwältin Helena Faber, in der der Autor weder seine Leser noch seine Protagonisten schont. Dass Uwe Wilhelm auf dem Sektor des Schreibens bewandert ist, erklärt sich aus seiner langjährigen Tätigkeit als Autor von Dreh- und Sachbüchern sowie von Romanen und Theaterstücken. Ebenso war er 4 Jahre lang als Produzent tätig. Daraus resultieren vermutlich die detailreichen und wirklich bildhaften Beschreibungen der einzelnen Taten, die empfindsame Leser sicherlich abschrecken und/oder verstören können. Für zarte Gemüter ist dieses Buch wahrlich nichts.


    Der Leser taucht ein in eine Geschichte in der die Staatsanwältin Helena Faber ihren nicht an Arbeitszeiten gebundenen Beruf und ihr Privatleben mit 2 Mädchen im Jugendalter unter einen Hut bringen muss. Herausragend an Helena ist ihr überdurchschnittlich gutes Gedächtnis und eine schnelle Auffassungsgabe. Im Zuge der Ermittlungen um den Fall Dionysos wird sie selbst Ziel des Psychopathen und aufgrund dieses Zusammentreffens erleidet sie eine Dissoziative Amnesie, die die Ermittlungen im Fall stark beeinträchtigen. Nicht nur ihre beiden Kinder sondern auch ihr Ex-Mann Robert Faber, der Leiter der SOKO Dionysos ist, machen sich große Sorgen um Helena.


    Die Idee des Autors, die Ermittlerin aufgrund eines Traumas teilweise auszuschalten und somit das Aufdecken der Identität des Mörders herauszuzögern, hat mir sehr gut gefallen. Leider nimmt die Amnesie von Helena zum Schluss des Buches einen sehr großen Raum ein, was mir dann wiederum ein klein wenig zu viel des Guten war. Die ein oder andere Handlung von Helena, in ihren Phasen der Verwirrtheit, war für mich nicht immer zu 100 % nachvollziehbar. Ich kenne jedoch niemanden mit DA, weswegen ich nicht ausschließen kann, dass man – wäre man selbst von dieser Art Amnesie betroffen – genau so handeln würde. In diesem Punkt wäre weniger für den Lesegenuss aber tatsächlich mehr gewesen.


    Seine Inspirationen zu den Morden bekommt der Täter aus dem Buch „Das Buch Dionysos“, das für ihn so eine Art Bibel darstellt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht 7 Frauen zu „heilen“ - will heißen, er will die Frauen wieder auf den ihnen vorbestimmten Platz in der Gesellschaft degradieren. Seine Ansichten gehen dahin, dass die Frau ihre Funktion im Haus und bei den Kindern hat und nicht, wie heutzutage üblich, im Berufsleben und in starken Positionen. Dionysos lässt seine Opfer auf perfide Art und Weise ausbluten und kurz bevor der Tod einsetzt, verstümmelt er sie.


    Rashid Gibran, der Autor des Buches „Das Buch Dionysos“, ist übrigens der unsympathischste Charakter schlechthin in diesem Buch. Von der 1. Zeile in der ich ihm begegnet bin, fand ich ihn einfach nur ekelerregend. Seine Ansichten sind frauenverachtend und widerlich und er liebt es, die Studenten in seinen Vorlesungen niederzumachen, zu blamieren und ihren Kommilitonen vorzuführen.


    Die Identität des Mörders wird recht früh schon aufgedeckt, wobei ich persönlich zuerst einmal auf der vollkommen falschen Fährte war, im Gegensatz zu meinen Leserunden-MitleserInnen.


    In einigen Rezensionen, die ich auf diversen Buchportalen gelesen habe, herrscht teilweise Unmut darüber, dass die Identität des Mörders schon in der 1. Hälfte des Buches gelüftet wird. Ist aber nicht das genau der Unterschied zwischen einem Krimi, bei dem man bis zum Schluss nicht wirklich weiß, wer der Mörder ist und einem (Psycho-)Thriller, bei dem man dem psychopathisch veranlagten Täter quasi bei seinen Greueltaten über die Schulter schauen kann?


    Von den handelnden Charakteren waren mir Robert und die beiden Mädchen am sympathischsten, weil sie von der Beschreibung und ihren Handlungen her am besten greifbar für mich waren. Mit ihnen konnte ich mich identifizieren und ihre Regungen spüren. Die anderen Rollen waren eher nicht mit für mich einprägsamen Charakteren besetzt, was vielleicht daran lag, dass man sehr wenig über die Personen selbst erfahren hat. Auch beim Täter wurde nicht ganz klar, aus welchen Beweggründen heraus er agiert hat. Die Frage danach wurde ihm wohl gestellt, er hat jedoch die Antwort darauf verweigert.


    Das Buch endet mit einem ziemlich bösen Cliffhanger, der Nachfolgeband erscheint nach Aussage von Uwe Wilhelm 2018.


    Trotz einiger kleiner Schwächen konnte mich das Buch bis zum Ende fesseln und ich werde auch sicherlich im nächsten Jahr den 2. Teil lesen.


    Auf der Homepage des Autors Uwe Wilhelm gibt es übrigens Video-Tagebücher von Helena Faber. Reinschauen lohnt sich!



    Ich streue die Rezension noch auf den üblichen Portalen wie Amazon, Was liest Du, Lovelybooks, Lesejury.
    Auf meinem Blog ist sie soeben erschienen: https://buechersindfliegendete…n-des-blutes-uwe-wilhelm/

  • So, lang, lang ist's her, aber jetzt bin ich endlich dazu gekommen, meine Rezension zu schreiben. Ich möchte mich noch einmal herzlich für die spannende und lebhafte LR hier bedanken. Sie hat wirklich Spaß gemacht und ich bereue es sehr, dass ich nicht mehr Zeit dafür habe.


    Die sieben Farben des Blutes - Teil 1 der Trilogie mit Helena Faber


    Eine grausame Mordserie versetzt Berlin in Angst und Schrecken. Erfolgreichen Frauen werden von einem Frauenhasser, der sich selbst Dionysos nennt, getötet, indem er ihnen bei lebendigem Leib Körperteile abtrennt und sie mit Hilfe eines Blutgerinnungsmittels an ihrer Monatsblutung verbluten lässt. Dionysos feiert sich und seine Taten in dem er vor Hass triefende Verkündungen und Videos der Morde ins Internet stell und bereits mit der ersten Verkündung ist klar, dass er sieben Morde plant. Nach dem dritten Opfer reißt die Mordserie jedoch ab und die Ermittlungen werden eingestellt. Lediglich Staatsanwältin Helena Faber ist davon überzeugt, dass der Mörder nur eine Pause einlegt, eine Theorie, die sich nach über einem Jahr mit der Ermordung der Professorin Ursula Reuben als wahr herausstellt. Doch was hat der Antropologieprofessor Rashid Gibran mit dem Fall zu tun? Ist er nur der Held des Mörders, dessen Texte er in seinen Verkündigungen zitiert, oder gar Dionysos selbst? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, der Helena Faber an ihre seelischen und körperlichen Grenzen bringt.


    Meine Meinung:


    „Die sieben Farben des Blutes“ präsentiert Uwe Wilhelm den ersten Teil seiner geplanten Trilogie. Verglichen mit anderen Thrillern, die ich zuletzt gelesen habe, bietet dieses Buch genau das, womit man bei Thrillern rechnen muss: viel Blut und an die Grenzen des Ertragbaren reichende Gewalt und Brutalität. Definitiv nichts für schwache Nerven! Ein wirklich spannender Roman, der sich größtenteils sehr flüssig lesen lässt. Dass bereits im ersten Drittel des Romans klar wird, wer sich hinter „Dionysos“ verbirgt, tut der Spannung keinen Abbruch. Gerade dieser Wettlauf mit der Zeit, der wie ein Film im Stil von „Das Schweigen der Lämmer“ vor meinen Augen abgelaufen ist, machte es mir nahezu unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Allerdings haben gewisse Passagen, z.B. Zitale aus Prof. Gibrans Werken oder Unterhaltungen mit ihm auch meine volle Konzentration eingefordert, da sich diese stilistisch deutlich vom Rest abhoben und nicht nur inhaltlich schwer zu verdauen waren.


    Auch Helena Faber ist kein einfacher Charakter. Als jüngste Staatsanwältin Berlins hat sie eine steile Karriere hingelegt und scheint als Perfektionistin mit einem phänomenalen Gedächtnis alles im Griff zu haben. Sowie man mehr über ihren familiären Hintergrund erfährt und spätestens mit ihrer ersten Begegnung mit Dionysos, fängt diese Fassade jedoch an zu bröckeln und endet im totalen Zusammenbruch im letzten Drittel des Buches. Was da mit Helena passierte ist sicherlich gut recherchiert und mag in der Realität auch schon so vorgekommen sein, war mir aber in seinen Ausmaßen letztlich zu extrem. Auch Helenas Verhalten während der Ermittlung war für mich nicht immer nachvollziehbar und teilweise auch wider des guten Menschenverstandes.


    Auch an Prof. Gibran scheiden sich vermutlich die Geister. Man weiß nicht wirklich auf welcher Seite er steht, ist er gut oder böse? Sympathisch ist er jedenfalls nicht. Aber auf eine gefährliche und verbotene Weise irgendwie dennoch ein Stück weit faszinierend. Das krasse Gegenteil zu Pof. Gibran ist Robert, Helenas Ex-Mann, mein Lieblingscharakter aber auch fast schon zu gut für diese Welt. Er ist ein toller Vater und kümmert sich sehr liebevoll um seine Ex-Frau in der für sie so schwierigen Situation. Es kommt sehr deutlich rüber, dass er Helena noch liebt. Ich weiß nur nicht, ob sie die richtige Frau für ihn ist.


    Kleinere Ungereimtheiten bei Zeitangaben sowie bei der Erstellung eines Videos haben bei mir den Lesefluss deutlich getrübt. So gab es z.B. unterschiedliche Daten, wann ein Opfer gestorben ist bzw. haben fehlende Zeitangaben mich das Gefühl für den zeitlichen Rahmen des Buches verlieren lassen. Ich konnte teilweise kaum glauben, wie auf wenigen Seiten bei einem wirklich hohen Tempo auf einmal 4 Wochen vergangen sein sollten. Für mich sind solche kleineren Details wichtig, weshalb ich mir hier etwas mehr Sorgfalt gewünscht hätte. Das hätte einem Lektorat in meinen Augen auffallen können bzw. müssen.


    So fesselnd das Buch war, so war es mir doch in einigen Punkten auch zu übertrieben. Die Bösen sind mir zu böse, zu pervers, zu hassenswert, Helenas Amnesien sind mir zu extrem. Auch die Verquickung des Falls mit den Ermittlungen gegen einen Kinderschänder/ -porno-Ring mag für die Story wichtig sein, war für mich aber zu viel, ebenso wie der wirklich fiese Cliffhanger am Ende. Es war zwar von Anfang an klar, dass hier eine Trilogie am Entstehen ist und es lose Fäden geben muss, allerdings bin ich mir jetzt, einige Monate, nachdem ich das Buch gelesen habe, nicht mehr sicher, ob ich wirklich weiterlesen will. Andere Bücher, auch Thriller und Krimis, reizen mich da mehr.


    LG
    Kathrin

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen

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