#6 - Kapitel 16 bis einschließlich 18

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  • Hier könnt Ihr zum sechsten Abschnitt - ab Kapitel 16 - schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Ein ständiges Auf und Ab - aber das ist natürlich gut für den Leser und die Spannung.


    Die Gefangenschaft erweist sich hier als gar nicht so schlimm, den 3 Entführten werden nach und nach mehr Freiheiten gewährt.
    Und Clio sieht es recht pragmatisch, in dieser Zwangslage hat sie ihren Nobu wenigstens für sich und er muss kein schlechtes Gewissen haben, er kann ja nichts dafür.


    Ana und Difang kommen sich auch näher und außer etwas Erstaunen löst das im Dorf keinen größeren Skandal aus. Hier gilt anscheinend in Liebesdingen wirklich: leben und leben lassen.


    Aber so einfach bleibt es nicht, denn die Japaner lassen Nobus Entführung natürlich nicht auf sich beruhen. Sicher geht es ihnen weniger um den einzelnen Soldaten als vielmehr ums Prinzip. Aus ihrer Sicht geht das natürlich nicht, dass die "Wilden" einen der ihren entführen und damit einfach davonkommen.
    Unbeteiligte Dörfer dafür zu bestrafen ist natürlich eine perfide Methode, aber vom Standpunkt der Japaner her erfolgsversprechend. Früher oder später wird da jemand reden oder die tatsächlichen Täter sich stellen. Dass bis dahin reichlich Unschuldige sterben, ist einer Besatzungsmacht meist recht egal :(


    Ana erweist sich hier mal wieder als sehr blauäugig. Das konnte ja nicht gutgehen, dass sie ins Dorf zurückdürfen, dem Kommandanten glaubhaft weismachen, dass sie nichts wissen und zudem auch noch ihre Treffen mit Difang unbemerkt bleiben.
    Ich kann verstehen, dass sie sich nicht von ihm trennen wollte, aber so war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis sie auffliegen und das passiert dann auch recht schnell.


    Nun bin ich wirklich gespannt, wie sie aus dieser Lage wieder herauskommen!

  • Ein Abschnitt in dem die Gefühle Achterbahn fahren. Zunächst sind die drei Geiseln ohne Rechte, aber schon bald dürfen sie am Leben der Menschen teilhaben und finden sogar gefallen daran. Für Ana bedeutet es, hier könnte sie mit Difang leben und glücklich werden. Es sieht so gut für die beiden aus. Auch Clio und ihr Nobu haben mit einmal eine Zukunft. Aber der Schein trügt und es kommt was kommen mußte, die Japaner nehmen Rache und zerstören andere Dörfer. Eigentlich fand ich es schade für alle vier, dass ihr Paradies so schnell wieder zerstört wurde. Difang sorgt dafür, dass sie sicher das Dorf verlassen können und bringt sie zurück. Und jetzt werden die Rollen vertauscht. Jetzt ist er der Gefangene. Ob Ana wirklich verhindern kann, dass das Dorf zerstört wird? Ich glaube kaum, dass der Japaner sich von ihr aufhalten lasse würde, egal ob er jetzt das richtige oder falsche Dorf erwischt. Da macht Ana sich definitiv etwas vor.


    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass Difang eine Ortsangabe gemacht hat und die Japaner in eine völlig falsche Richtung schickt. Daran, dass tatsächlich Clio die Menschen verraten hat, mag ich eigentlich nicht glauben. Auch wenn sie immer auf ihren Vorteil bedacht ist, aber so hinterhältig wird sie doch wohl nicht sein. Oder wurde sie vielleicht dazu gezwungen?


  • Ana und Difang kommen sich auch näher und außer etwas Erstaunen löst das im Dorf keinen größeren Skandal aus. Hier gilt anscheinend in Liebesdingen wirklich: leben und leben lassen.


    Diese Menschen haben eine ganz andere Lebenseinstellung, als die Japaner, Chinesen oder eben die Europäer. Hier gilt noch, jeder wie er mag. Eine so schöne Einstellung.



    Ana erweist sich hier mal wieder als sehr blauäugig. Das konnte ja nicht gutgehen, dass sie ins Dorf zurückdürfen, dem Kommandanten glaubhaft weismachen, dass sie nichts wissen und zudem auch noch ihre Treffen mit Difang unbemerkt bleiben.
    Ich kann verstehen, dass sie sich nicht von ihm trennen wollte, aber so war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis sie auffliegen und das passiert dann auch recht schnell.


    Ja, das stimmt. Beim Lesen habe ich auch gedacht, na wann wird er geschnappt. Ging dann schneller als ich lesen konnte. Ich denke einfach, in ihrem inneren hat sie es auch gewußt, aber eben nicht wahr haben wollen.

  • Zuerst sind sie Gefangene des Bergstammes und müssen um ihr Leben fürchten, dann werden sie dank Igays Eingreifen langsam zu geschätzten Mitbewohnern des Dorfes, - um schließlich erneut in Lebensgefahr zu geraten, nachdem der Vergeltungsschlag der Japaner für Nobus Verschleppung bekannt wurde!
    Und zwischendurch sah es ganz nach einer im Entstehen begriffenen Idylle aus: Clio und Nobu und Anastassia und Difang. Aber das war ja fast zu schön, um wahr zu sein!


    Difang verhilft den Verschleppten zur Flucht, wobei er ein großes Wagnis eingeht und sich zwischen alle Stühle setzt. Für Ana tut er das, genauso, wie sie bereit ist, alles für ihn aufzugeben. Ein solches Verhalten finde ich bei keinem der anderen Charaktere dieses Romans.
    Alle anderen nehmen hin, bleiben passiv, gleichgültig gar, berufen sich darauf, dass sie das alles, wie jetzt der Rachezug in das Entführerdorf oben in den Bergen, nichts angeht, nehmen keinerlei Risiko auf sich. Jeder ist froh, wenn er verschont bleibt.


    Da lobe ich mir Anas und Difangs Mut! Erstaunlich nur, dass sich so viele der gewollt Unbeteiligten der Expedition in die Berge anschließen! Warum geht Clio mit? Aus schlechtem Gewissen, weil sie den Japanern möglicherweise gesagt hat, in welchem Dorf sie gefangengehalten waren? Oder weil sie weiß, dass Nobu der Verräter war?


    Ja, ich stelle fest, dass ich Clio nach wie vor nicht traue. Aber den Missionaren vertraue ich, bis auf Miss Everston, auch nicht. George Mackay hält sich enttäuschenderweise so gut er kann heraus. Und dabei dachte ich, dass er mehr Einfluss hätte und vielleicht auch ein wenig mehr Mut. Der neue Missionsvorsteher des Ami-Dorfes ist ein kleiner Wichtigtuer, und genau wie Anastassia kommt er mir wie ein speichelleckender Klassenstreber vor.


    Im Übrigen wiederholt sich hier in den Bergen Formosas das, was sich immer ereignet hat im Zuge der Kolonisation und oft auch der Missionierung: Unterwerfung der Ureinwohner, wobei mit Gewalt nicht gegeizt wurde, in der Überzeugung, ein segensreiches Werk zu vollbringen, indem man ihnen die sogenannte Zivilisation bringt, um die keiner gebeten hat! Und mit der man niemandem, außer sich selbst und den eigenen vielfältigen Ambitionen einen Gefallen tut.
    Und angesichts dessen, was wir aus der Geschichte kennen und was zum Beispiel den lateinamerikanischen Hochkulturen angetan wurde, indem sie mit der westlichen "Kultur" bekannt gemacht wurden, fragt man sich, wie man Zivilisation und Kultur denn überhaupt definieren und messen kann...


  • Ob Ana wirklich verhindern kann, dass das Dorf zerstört wird? Ich glaube kaum, dass der Japaner sich von ihr aufhalten lasse würde, egal ob er jetzt das richtige oder falsche Dorf erwischt. Da macht Ana sich definitiv etwas vor.


    Das kann sie sicher nicht! Aber sie wagt doch etwas, selbst wenn es aussichtslos ist. Sie schaut nicht passiv zu - obwohl ihr am Ende vielleicht gar nichts anderes übrig bleiben wird. Den Japanern und deren schlauem Oberst ist sie nicht gewachsen und muss letzten Endes froh sein, wenn er sie ungeschoren lässt.
    Aber wer außer ihr lehnt sich gegen die rabiaten Methoden der Japaner denn auf!?

  • Das Buch schreitet rasch voran und irgendwie habe ich mittlerweile fast das Gefühl, dass es gar nicht mehr gut ausgehen kann. Allerdings hat sich dadurch auch ein Lesesog entwickelt. Ich will das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. :)


    Difang ist Gefangener der Japaner, Ana steht unter scharfer Beobachtung, Nobu ist wieder in den Zwängen seines japanischen Lebens und Clio wieder in ihrer Hoffnungslosigkeit. Also die Chancen auf ein besseres Leben standen in der Gefangenschaft der Ureinwohner für alle Beteiligten auf jeden Fall besser.


    Dass Difang und Ana ein gemeinsames Leben haben können, sehe ich übrigens wie Ana auch nur dann, wenn beide einfach weit weggehen. Irgendwohin wo keiner jemanden kennt und man einfach von vorne anfangen kann. Aber ob Difang sich dafür entscheiden kann, sehe ich gerade auch noch nicht. Im Gegensatz zu Ana hat er eine Menge Menschen, die ihm am Herzen liegen und die er nicht für immer verlassen möchte.


    Ähnliches gilt eigentlich auch für Nobu und Clio. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Ana ein wenig auf Nobu in diese Richtung hin schon eingewirkt hat, ich bin mal gespannt. Bei den beiden kann ich mir eine glückliche Zukunft eher vorstellen. Vielleicht können ja sogar alle vier zusammen irgendwohin gehen? :-\


    Aber jetzt muss erstmal eine weitere Expedition in die Berge überstanden werden und Difang muss seine Gefangenschaft überleben. Wer der Verräter ist, ist natürlich auch noch offen, aber eigentlich ist es ja auch egal. Das Kind ist ja bereits in den Brunnen gefallen. Das sehe ich ähnlich wie Clio.

  • Das kann sie sicher nicht! Aber sie wagt doch etwas, selbst wenn es aussichtslos ist. Sie schaut nicht passiv zu - obwohl ihr am Ende vielleicht gar nichts anderes übrig bleiben wird. Den Japanern und deren schlauem Oberst ist sie nicht gewachsen und muss letzten Endes froh sein, wenn er sie ungeschoren lässt.
    Aber wer außer ihr lehnt sich gegen die rabiaten Methoden der Japaner denn auf!?


    Ana glaubt immer noch an eine friedliche Lösung, obwohl sie inzwischen genug gesehen und erlebt hat auf Formosa. Diese Einstellung ist zwar ehrenhaft, aber naiv. Difang bringt es auf den Punkt, als er zu ihr sagt: "Du denkst wie ein Kind..."
    Die Interessen der Volksgruppen und Stämme sind viel zu unterschiedlich und es hat sich über viele Jahre Hass und Misstrauen aufgestaut - da scheint eine friedliche Koexistenz in weiter Ferne zu liegen.
    Dazu kommt noch das alltägliche Verständigungsproblem, die vielen Sprachbarrieren. Es gibt also mehr als genug Konfliktpotenzial und Feindschaften - da sind die Chinesen, die Japaner, die europäischen Einwanderer und Geschäftsleute, die Missionare und dazu noch die Stämme der Ureinwohner, die sich auch gegenseitig misstrauen. Das Ganze ist ein unentwirrbares Knäuel von Problemen, die keiner so schnell mal eben wird lösen können.....

  • Ja, da hast du wohl recht, Emmy. "Du denkst wie ein Kind..." war eine schöne Aussage und zeigt mal wieder, dass eigentlich alle Menschen mal eine problemlose Welt gesehen haben. Bis all die ganzen gesellschaftlichen Zwänge, Normen und Vorurteile kommen, die einen einschränken. Wir sollten im Allgemeinen viel öfter wie Kinder denken, da gäbe es weniger Probleme, über die man sich den Kopf zerbrechen würde.

  • Ein aufregendes Hin und Her mit jeder Menge Spannung pur. Da ich gestern nicht aufhören konnte, sind meine Augen heute dreieckig… ;)


    Wie gut sich auf einmal die eigentliche Gefangenschaft entwickelt, man überlässt sie mehr und mehr sich selbst, genügend Freiraum, um etwas aufatmen zu können. Gerade für Clio und Nobu ist diese gemeinsame Zeit wichtig und vielleicht führt sie doch noch zu einer Entscheidung für Clio? Difang und Ana rücken auch immer näher aneinander und niemanden stört das groß, was von viel Toleranz in diesen Dingen zeugt. Doch nach der kurzen Verschnaufpause schlagen die Japaner böse zu, denn sie müssen ihr Gesicht wahren und lassen jede Menge Gewalt an den Ureinwohnern aus. Irgendwie ist es bis heute immer wieder das Gleiche, man unterdrückt andere und wendet jede Menge Gewalt an, um sich zu holen, was einem angeblich zusteht. Die Gruppe hat ebenfalls darunter zu leiden und so schleicht sich wieder Hoffnungslosigkeit ein. Ana ist manchmal einfach zu unbedarft, auf jeden Fall ist sie zu gutgläubig und hat auch so gar keine Spur von politischer Finesse. Aber ist es ihr zu verdenken? Woher soll sie diese Fähigkeiten auch haben?


    Difang ist in Gefangenschaft und ich bin sehr gespannt, ob man den Verräter bald findet und die vier endlich Zeit genug für sich haben, um ohne Ablenkungen von außen einige fällige Entscheidungen zu treffen.


  • Ana und Difang kommen sich auch näher und außer etwas Erstaunen löst das im Dorf keinen größeren Skandal aus. Hier gilt anscheinend in Liebesdingen wirklich: leben und leben lassen.


    Ich fand das zuerst auch etwas überraschend, allerdings glaube ich, dass wir selbst viel eher zu Vorurteilen neigen. Oftmals habe ich es in fremden Kulturen erlebt, dass Dinge, die uns merkwürdig vorkommen, von anderen mit keinem zweiten Blick belegt wird.


  • Unbeteiligte Dörfer dafür zu bestrafen ist natürlich eine perfide Methode, aber vom Standpunkt der Japaner her erfolgsversprechend. Früher oder später wird da jemand reden oder die tatsächlichen Täter sich stellen. Dass bis dahin reichlich Unschuldige sterben, ist einer Besatzungsmacht meist recht egal :(


    Leider hat sich so eine Handlungsweise bis heute nicht geändert. Das zieht sich durch die ganze Geschichte und die Menschen werden es wohl bis in alle Ewigkeiten so handhaben.


  • Ein Abschnitt in dem die Gefühle Achterbahn fahren. Zunächst sind die drei Geiseln ohne Rechte, aber schon bald dürfen sie am Leben der Menschen teilhaben und finden sogar gefallen daran. Für Ana bedeutet es, hier könnte sie mit Difang leben und glücklich werden. Es sieht so gut für die beiden aus. Auch Clio und ihr Nobu haben mit einmal eine Zukunft. Aber der Schein trügt und es kommt was kommen mußte, die Japaner nehmen Rache und zerstören andere Dörfer. Eigentlich fand ich es schade für alle vier, dass ihr Paradies so schnell wieder zerstört wurde. Difang sorgt dafür, dass sie sicher das Dorf verlassen können und bringt sie zurück. Und jetzt werden die Rollen vertauscht. Jetzt ist er der Gefangene. Ob Ana wirklich verhindern kann, dass das Dorf zerstört wird? Ich glaube kaum, dass der Japaner sich von ihr aufhalten lasse würde, egal ob er jetzt das richtige oder falsche Dorf erwischt. Da macht Ana sich definitiv etwas vor.


    Hier merkt man einmal mehr, dass Ana so gar keinen Hand zu Strategie oder Politik etc. hat. Bisher hat sie das noch nicht erlebt, insofern fehlt ihr jeder Gedanke daran, dass sie so gar nichts ausrichten wird mit ihren Worten.


  • Difang verhilft den Verschleppten zur Flucht, wobei er ein großes Wagnis eingeht und sich zwischen alle Stühle setzt. Für Ana tut er das, genauso, wie sie bereit ist, alles für ihn aufzugeben. Ein solches Verhalten finde ich bei keinem der anderen Charaktere dieses Romans.
    Alle anderen nehmen hin, bleiben passiv, gleichgültig gar, berufen sich darauf, dass sie das alles, wie jetzt der Rachezug in das Entführerdorf oben in den Bergen, nichts angeht, nehmen keinerlei Risiko auf sich. Jeder ist froh, wenn er verschont bleibt.


    Da lobe ich mir Anas und Difangs Mut!


    Du hast recht, immerhin wagen sie etwas, wenn es auch nicht sehr von Erfolg gekrönt ist, aber zumindest versuchen sie, etwas an ihrer Lage zu ändern oder überhaupt etwas zu bewirken. Sie wollen sich ihrem Schicksal nicht so einfach ergeben, egal wie das dann aussehen würde.


  • Ja, ich stelle fest, dass ich Clio nach wie vor nicht traue. Aber den Missionaren vertraue ich, bis auf Miss Everston, auch nicht. George Mackay hält sich enttäuschenderweise so gut er kann heraus. Und dabei dachte ich, dass er mehr Einfluss hätte und vielleicht auch ein wenig mehr Mut. Der neue Missionsvorsteher des Ami-Dorfes ist ein kleiner Wichtigtuer, und genau wie Anastassia kommt er mir wie ein speichelleckender Klassenstreber vor.


    Das hast Du gut zusammengefasst und ehrlich, ich bin froh, dass ich nicht die Einzige bin, die Clio immer noch misstrauisch durchs Buch folgt... :winken:


  • Ja, da hast du wohl recht, Emmy. "Du denkst wie ein Kind..." war eine schöne Aussage und zeigt mal wieder, dass eigentlich alle Menschen mal eine problemlose Welt gesehen haben. Bis all die ganzen gesellschaftlichen Zwänge, Normen und Vorurteile kommen, die einen einschränken. Wir sollten im Allgemeinen viel öfter wie Kinder denken, da gäbe es weniger Probleme, über die man sich den Kopf zerbrechen würde.


    Innerlich habe ich bei vielen vorangegangenen Dingen schon so über Ana gedacht. Sie ist so unbedarft, aber ehrlich, bisher ist sie innerhalb einer Familie aufgewachsen, wahrscheinlich einigermaßen behütet und von jetzt auf gleich steht sie allein da und muss sich in einer Welt zurechtfinden, die ihr so fremd ist. Sie entwickelt sich immer mehr, vor allem aber ist sie wirklich mutig und das gefällt mir an ihr.


  • Ich stimme euch zu, wenn wir öfter wie Kinder denken würde, wäre vermutlich einiges einfacher zu lösen.


    Wie recht Du hast. Aber ist das nicht irgendwie auch eine traurige Erkenntnis? Was sagt das über uns Erwachsene aus!


  • Ana ist manchmal einfach zu unbedarft, auf jeden Fall ist sie zu gutgläubig und hat auch so gar keine Spur von politischer Finesse. Aber ist es ihr zu verdenken? Woher soll sie diese Fähigkeiten auch haben?


    Genau! Woher soll sie diese politische Finesse auch haben... Zwar wuchs sie nicht unbedingt behütet auf, aber vom Leben kannte sie, bis sie in Shanghai alleine zurückblieb, nur das tägliche Einerlei. Besondere Schulbildung scheint sie auch nicht genossen zu haben. Und man muss immer bedenken, dass sie ja erst 19 Jahre alt ist!

  • Leider hat sich so eine Handlungsweise bis heute nicht geändert. Das zieht sich durch die ganze Geschichte und die Menschen werden es wohl bis in alle Ewigkeiten so handhaben.


    Ich weiß nicht, ob es an meiner eigenen Umkreisblase liegt, aber ich habe schon das Gefühl, dass sich da ein wenig ändert. Es gibt doch zumindest mittlerweile eine lautere Maße, die solche Willkür an den Pranger stellt. Und im Gegensatz zu früher gibt es immer mehr (leider fast nur "westliche" Menschen, was auch immer dieses Adjektiv beschreiben will), die herumreisen, andere Kulturen kennen und schätzen lernen. Und genau das ist wichtig, um Vorurteile abzubauen. Ich will wirklich stark hoffen, dass unsere Gesellschaft offener geworden ist. Natürlich wird es auch die engstirnigen Leute weiterhin geben (man muss sich ja nur anschauen, wie sich das Parteienspektrum in allen Ländern erweitert hat oder was für einen Menschen manche Ländern zu ihrem obersten Staatsmann wählen (!)), aber die aufgeschlossene Menge ist nicht mehr so leise wie zu Zeiten des Kolonialismus'.