01 - Seite 7 bis Seite 98 (Prolog bis einschl. Kapitel Sigurds Fluch)

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  • Hallo lieber Ulf, liebe MitleserINNEN,


    hier treffen wir uns zum ersten Abschnitt der Leserunde zu dem Buch "Herrscher des Nordens - Thors Hammer" und ich begrüße alle TeilnehmerINNEN und ganz besonders den Autor Ulf - schön, dass Du unsere Runde begleitest!


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die Ausführungen zur Netiquette durch.


    Postet hier bitte erst, wenn Ihr zu lesen angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereits, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.
    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch ;)


    Wenn Ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, gebt bitte hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid, denn eigentlich sind insgesamt ca. 2 Wochen dafür gedacht.

  • Hallo lieber Ulf, hallo liebe MitleserINNEN,
    dann lege ich mal langsam los.


    Ich bin gut bei den Nordmännern angekommen. Liest sich flott weg. 8)
    Harald ist ja gerade noch ein Jungspund und benimmt sich auch dementsprechend. Er ist ungeduldig und blauäugig und dass er nicht mal warme Decken auf der Flucht mitnimmt, also das ist ja mal typisch jung und männlich. :D


    Die politischen Verwicklungen sind ja zu allen Zeiten vertrackt. So also auch hier. Was hat Olaf wohl falsch gemacht, dass ihm sogar sein bester Freund die Gefolgschaft kündigt? Wie hat er seine Anhänger verärgert?
    Würde Knut Olaf wirklich am Leben und als König von Norwegen regieren lassen? Das kann ich mir gar nicht vorstellen.


    Und dann mache ich mir auch etwas Sorgen wegen der Blutfedhe, die so halb im Raum hängt. So was kann ja ganze Generationen dauern und fürchterliche Ausmaße annehmen. :o Nicht zu unterschätzen, solche Drohungen.


    Toll wieder die vielen Kleinigkeiten und historischen Infos.

  • Das sind ja schlimme Nachrichten, die Olaf da nach Hause gebracht hat. Eigentlich hätte er seinen Krieger, der dem Mann den Schädel gespalten hat – und das obwohl er sich ergeben hat – sofort festsetzen müssen, denn das geht ja wirklich nicht. Aber vermutlich hat er es nicht getan, auch wenn dieser jetzt trotzdem bereits tot ist. Dass der Nachkomme ihn verfolgt ist ja wohl klar. Aber dessen Hass auf Olaf ist wirklich schlimm, war es schließlich nicht Olaf selbst, der ihn umgebracht hat.

    Harald und sein Freund Thorkel haben wirklich nicht nachgedacht, als sie sich auf den Weg machten um Olaf zu folgen. Du liebe Güte, auch wenn der Trupp nicht ganz so schnell reiten kann, weil sie Frauen und Kinder dabei haben, viel langsamer als Harald werden sie auch nicht gewesen sein. Und dann losreiten, ohne zu wissen wohin, sondern nur den Spuren zu folgen, die bestimmt irgendwann mal weg sind? Also die beiden waren ja wirklich mehr als leichtsinnig. Sie mussten doch damit rechnen, dass sie Olaf nicht vor der Nacht einholen würden, wenn überhaupt. Dass die sich den A…. abgefroren haben, wundert mich nicht wirklich…


    Man sollte wirklich keine Menschen zu einem Glauben zwingen, den sie doch überhaupt nicht kennen. Und alle zu töten, die sich nicht taufen lassen – also das ist bestimmt nicht der richtige Weg. Dass die dann von Olaf abfallen wundert mich eigentlich nicht wirklich. Vielleicht werden sie bei Knut zu nichts gezwungen in dieser Richtung.


    Auf jeden Fall bin ich gespannt, ob die Männer nicht doch Olaf weiter verfolgen werden, denn der eine ist ja richtig scharf darauf ihn im Zweikampf zu töten. Ich muss also weiterlesen….

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • Die politischen Verwicklungen sind ja zu allen Zeiten vertrackt. So also auch hier. Was hat Olaf wohl falsch gemacht, dass ihm sogar sein bester Freund die Gefolgschaft kündigt? Wie hat er seine Anhänger verärgert?
    Würde Knut Olaf wirklich am Leben und als König von Norwegen regieren lassen? Das kann ich mir gar nicht vorstellen.


    Und dann mache ich mir auch etwas Sorgen wegen der Blutfedhe, die so halb im Raum hängt. So was kann ja ganze Generationen dauern und fürchterliche Ausmaße annehmen. :o Nicht zu unterschätzen, solche Drohungen.


    Ich denke, es hängt viel damit zusammen, dass Olaf seine Landsleute zum christlichen Glauben gezwungen hat, das geht doch nie gut.


    Wegen der Blutfehde mache ich mir ja auch Sorgen, obwohl nicht Olaf das Schwert geführt hat...

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Ah, die ersten haben schon was gepostet.


    Diese politischen Zusammenhänge habe ich mir übrigens nicht ausgedacht, das ist alles wirklich so geschehen. Zumindest ist das so in der Heimskringla, der Sagensammlung über die norwegischen Könige in allen Einzelheiten beschrieben. Die Heimskringla wurde im 13. Jh niedergeschrieben. Es ist eine Sammlung der mündlichen Sagen und Lieder aus der Zeit und ist heute als Grundlage der norwegischen Geschichte anerkannt.


    Das Christentum war zu der Zeit in Schweden noch gar nicht, in Norwegen erst wenig eingeführt. Meist nur an den Küsten. Tryggvason, der Vorgänger König Olafs, hatte sich schon bemüht und Kirchen gebaut, aber noch wenig Erfolg damit gehabt. Das ändert sich aber innerhalb einer Generation, wie wir noch sehen werden.


    Wie fandet ihr die ersten Kapitel? Gibt es schon ein nordisches "Feeling"?


    Es gibt ja viele Wikinger-Romane, die die Nordmänner als brutale Kampfmaschinen darstellen, die nichts als plündern und rauben im Sinn haben. Das habe ich hier vermieden. Ich will die Menschen authentischer darstellen, so wie sie wahrscheinlich gelebt haben.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Das nordische Feeling kommt besonders bei den Szenen durch, wo es z.B. um die Seefahrerei geht. Wie sie alle Schiffe zusammengebunden haben und eine große Kampfplattform daraus wurde. Oder die Elchkuh auf der Straße, da habe ich gleich an meine eigenen Urlaube in Norwegen gedacht. ;D

  • Auch von mir ein Hallo an dich lieber Ulf und natürlich an euch lieben Mitleserinnen,
    schön das ich mit an dieser LR teilnehmen kann.


    Der Start in Harald seine Geschichte ist auch mir gut gelungen. Doch muss ich gestehen, dass ich zu Beginn mit die vielen aussergewöhnlichen Namen etwas zu kämpfen hatte. Aber nun hab ich es wohl 8)


    Mir hat gefallen das man erst die Familie kennen lernt, so hat man einen guten Überblick. Ich hab schon mehrere Bücher (allerdings aus dem Fantasy Genre) gelesen, aber es ist gut wieder eine Auffrischung in die Welt der ganzen Götter der Nordmänner zu bekommen.
    Immer wieder bin ich erstaunt sowie erschrocken,wie anderen Kulturen versucht wurde den christlichen Glauben auf zu zwängen. So kann ich Olaf sein brutales Handeln nicht ganz verstehen, wenn ihm nicht gleich alle in die Christen Welt folgen. Diese Zwangstaufen hätte er lieber sein lassen sollen. Etwas mehr Feingefühl wäre angebrachter gewesen. Da würde mich interessieren, ob es wirklich so geschehen ist?


    Harald ist ein feiner Kerl, wenn auch noch sehr jung, kann man , so finde ich, erkennen, das er sein Herz am rechten Fleck hat. Durch die Geschehnisse erkennt er vielleicht, das man nicht so wie Olaf, mit seinem Volk umgehen sollte. Er und Thorkel haben Mut bewiesen als sie Olaf folgen wollten um ihn zu unterstützen. Wenn auch sehr blauäugig und völlig unüberlegt. Aber das ist der jugendliche Leichtsinn......was kostet die Welt.
    Thorkel tut mir leid, er scheint ein prima Junge zu sein und hat es nicht verdient so verprügelt zu werden. Er ist Harald sehr loyal gegenüber, eben ein echter Freund.


    Erstaunt war ich als Åsta Harald in den Arm nimmt und sagt, dass er doch ihr Liebling ist. Harald war immer in dem Glauben dass es Olaf ist. Åsta kann ich noch nicht richtig einordnen, sie scheint sehr beherrscht und distanziert zu sein. Nun ja sie trägt ja eine Menge Verantwortung für ihr Volk.


    Noch etwas, mir ist ein wenig ein Schauer über den Rücken gelaufen als die beiden Jungs dem Hexenweib begegnet sind. Es gibt immer noch viele Dinge die selbst heute nicht erklärt werden können, wer weiß was diese Frau für Fähigkeiten hatte oder ob Harald es sich einfach nur eingebildet hat,nach so vielen Geschichten von seiner Tante :)


    Ich jedenfalls bin begeistert

  • Übrigens, am Ende des Buchs gibt es ein Glossar mit alt-norwegischen Fremdwörtern, die im Text vorkommen und natürlich auch eine Figurenliste. Da kann man einen Namen nochmal schnall nachschlagen, wenn man vergessen hat, wer das war. Da kann man auch sehen, welche Figuren historisch sind und welche ich erfunden habe.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Wie fandet ihr die ersten Kapitel? Gibt es schon ein nordisches "Feeling"?


    Es gibt ja viele Wikinger-Romane, die die Nordmänner als brutale Kampfmaschinen darstellen, die nichts als plündern und rauben im Sinn haben. Das habe ich hier vermieden. Ich will die Menschen authentischer darstellen, so wie sie wahrscheinlich gelebt haben.


    Was das Feeling angeht, kann ich leider nicht mitreden schon einmal in Norwegen gewesen zu sein. Aber ich habe eine blühende Fantasie und kann mir alles gut vorstellen so als wäre ich vor Ort. Ich finde die Beschreibungen sehr bildlich, so das ich kein Problem habe es vor meinem inneren Auge zu sehen. Irgendwann möchte ich aber unbedingt noch nach Norwegen.


    Ich weiß gar nicht wo ich die Dokumentation vor nicht allzu langer Zeit gesehen habe, aber so brutal wie die Nordmänner immer dargestellt werden waren sie gar nicht. Da ist es eine gute Entscheidung von dir gewesen, das du es weggelassen hast.


    Den Glossar hab ich mir als erstes durchgelesen, wegen der ganzen Namen und wer mit wem verwand ist :)

    Liebe Grüße Kerstin

    Einmal editiert, zuletzt von kessi69 ()

  • Man sollte wirklich keine Menschen zu einem Glauben zwingen, den sie doch überhaupt nicht kennen. Und alle zu töten, die sich nicht taufen lassen – also das ist bestimmt nicht der richtige Weg. Dass die dann von Olaf abfallen wundert mich eigentlich nicht wirklich. Vielleicht werden sie bei Knut zu nichts gezwungen in dieser Richtung.


    Ja das ist wirklich schlimm anderen Menschen einen anderen Glauben auf so brutale Art und Weise aufzwängen zu wollen. Ich denke Mal das es einer der Gründe ist, warum Olaf so viel Gefolgsleute und freie Bauern verloren hat.

  • Ja das ist wirklich schlimm anderen Menschen einen anderen Glauben auf so brutale Art und Weise aufzwängen zu wollen. Ich denke Mal das es einer der Gründe ist, warum Olaf so viel Gefolgsleute und freie Bauern verloren hat.


    Das war aber früher durchaus so üblich. Ich lese gerade über den Wendenkreuzzug in Deutschland (12. JH) und das wurden Slawen auch zum Glauben gezwungen. Durch Massentaufen und Verbrennen ihrer Götterstandbilder. Karl der Große hat die Sachsen zum Glauben zwingen wollen. Die Jesuiten haben das in der Neuen Welt getan. Also entsprachen Olafs Versuche durchaus der gängigen Praxis.

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  • Hallo Ulf, Hallo liebe Mitleseserinen,
    auch ich habe den Samstag genutzt und bin in Norwegen gelandet.
    Der Erzählstil gefällt mir gut. Es ist mal ein bisschen was anderes, aus der Sicht eines Jungen zu lesen. Allerdings finde ich es ein bisschen schwierig mich in Harald hineinzuversetzen, was einfach daran liegt, dass er noch ein 12 jähriger Junge ist. Aber das wird sich ja ändern. Ich mag sehr gern Geschichten aus dieser Zeit lesen. (Die Bücher von Axel S. Meyer habe ich regelrecht verschlungen).


    Zur Einstimmung in die Zeit gab es hier ein klein wenig aus dem Leben der Norweger zu lesen. Ihr Leben ist anstrengend, aber deswegen sind sie nicht weniger glücklich. Die Frage von Harald wozu Bücher gut sind, war schon interessant. Die Erklärung sicher nicht weniger. Der Gedanke, dass ein Glaube das Volk einfacher regieren lässt, hat eine gewisse Logik. Olaf hat das gut erkannt, und versucht sich zu nutze zu machen. Leider hatte er kein Erfolg und sein Königreich erst mal verloren.
    In der Hinsicht bin ich gespannt wie es historisch weitergeht.


    Harald und sein Freund Thorkel, sind erst 12 Jahre alt und doch wollen sie wie die Männer sein. Ihr Versuch dem Bruder nachzureiten scheitert kläglich. Eigentlich hatte ich von Harald ein bisschen mehr Verstand erwartet. Zu mindestens, dass er Proviant und warme Sachen mitnimmt. Den auch wenn sie zur Tarnung auf die Jagd geritten sind, hätten sie warme Sachen gebraucht. Für Jungen, die in dieser rauen Landschaft aufgewachsen sind, war es ein ziemlich dummes Unternehmen. Für uns Leser aber schon einige erheiternde Szenen, vor allem als sie auf dem Rückweg wieder an dem Köhler vorbei galoppiert sind. Der hat bestimmt auch gedacht, was sind das bloß für komische Typen.


    Gut gefallen hat mir auch, dass Asta sich so einfach bei ihrer Sippe durchsetzten kann und auch akzeptiert wird. Sie ist die Herrscherin hier und niemand stellt dies in Frage. Vermutlich hat Rorik die Hoffnung, dass er sie irgendwann zur Frau nehmen kann und somit die Herrschaft übernehmen kann. Ich vermute aber mal ganz stark, das Asta da nicht mitmachen wird. Sie liebt ihre Jungen dafür viel zu sehr und will sie alle siegen sehen.


    Jetzt bin ich gespannt, wie es mit Harald und seiner Sippe weitergeht.


  • Das war aber früher durchaus so üblich. Ich lese gerade über den Wendenkreuzzug in Deutschland (12. JH) und das wurden Slawen auch zum Glauben gezwungen. Durch Massentaufen und Verbrennen ihrer Götterstandbilder. Karl der Große hat die Sachsen zum Glauben zwingen wollen. Die Jesuiten haben das in der Neuen Welt getan. Also entsprachen Olafs Versuche durchaus der gängigen Praxis.


    Ich bin ja gar nicht neugierig, aber welches schöne Buch liest du denn gerade? Über den Wendenkreuzug habe ich auch schon ein bisschen gelesen.


    Zitat von Ulf Schiewe

    Es gibt ja viele Wikinger-Romane, die die Nordmänner als brutale Kampfmaschinen darstellen, die nichts als plündern und rauben im Sinn haben. Das habe ich hier vermieden. Ich will die Menschen authentischer darstellen, so wie sie wahrscheinlich gelebt haben.


    Ich habe auch schon einige Bücher gelesen, die eben versucht haben, das richtige Leben der Nordmänner darzustellen. Dir ist das hier bis jetzt auch gut gelungen.


    Ja das ist wirklich schlimm anderen Menschen einen anderen Glauben auf so brutale Art und Weise aufzwängen zu wollen. Ich denke Mal das es einer der Gründe ist, warum Olaf so viel Gefolgsleute und freie Bauern verloren hat.


    Es ist nie gut, die Menschen zwingen zu wollen, aber leider war es ja gängige Praxis damals. Über all wo gerade die Christen von Liebe und Glaube und Gott gepredigt haben, wurden die Menschen doch mit Feuer und Schwert zum Glauben gezwungen. Bei Olaf wird es nicht anders gewesen sein. Sein Pech war einfach nur, dass er von Seiten verraten wurde, wo er nicht mit gerechnet hat.

  • Einen schönen Samstag an die Mitlesenden und den Autor!


    Da seid ihr ja schon mittendrin! Und ich schließe mich gleich an.
    Mit der Lektüre dieses Romans betrete ich Neuland - und das wird mir im ersten Abschnitt nicht leicht gemacht! ich sehe mich mit einer Fülle von Namen konfrontiert, mit einem Geflecht von Beziehungen, mit vergangenen und gegenwärtigen Ereignissen, mit Kriegen und Eroberungen, mit Thronkämpfen, dass mir der Kopf nur so schwirrt!!!
    Doch bin ich zuversichtlich, dass der Nebel sich lichten wird und ich nicht ständieg in den Anhang schauen muss, um nachzuschauen, wer wer ist und wer mit wem auf welche Weise verbunden ist.


    Die Frage, ob denn die ganze Geschichte, in deren Mittelpunkt Harald steht, frei erfunden ist, hat sich inzwischen geklärt, nachdem ich das Nachwort des Autors gelesen habe.
    Erstaunt war ich zu erfahren, dass es tatsächlich so umfangreiche schriftliche Quellen gibt, die jenem Snorri Sturlason zu verdanken sind. Von der "Heimsklingla" habe ich zuvor noch nie etwas gehört, - wie von so vielem anderen, über das ich hier bisher gelesen habe, auch nicht.
    Ach, im Grunde weiß ich gar nichts über diese frühe norwegische Geschichte, die ja gleichzeitig auch die Geschichte Schwedens und Dänemarks ist, oder ein Teil davon, und mit der ebenso die Geschichte Russlands verknüpft ist.


    Da wartet also eine Fundgrube an geschichtlichen Informationen auf mich, in die eine fiktive Handlung eingewebt ist, die spannend, dramatisch, traurig und blutig zu werden verspricht ( wobei ich auf letzteres verzichten kann )! Und in deren Mittelpunkt der Wikingerkönig Harald steht, von dem ich natürlich auch noch nichts gehört habe - und wenn doch, dann habe ich das vergessen!
    Nun, ich bin in dem verwirrenden ersten Abschnitt schon neugierig auf seine Abenteuer geworden, die sich ja bereits in jungen Jahren abzeichnen. Ein mutiger Bursche ist er, der seinem eigenen Kopf folgt, der stürmisch und ohne groß nachzudenken auf eigene Faust loszieht, um seinem Halbbruder Olaf beizustehen. Und der die Gefahr nicht scheut. Das alles prädestiniert ihn zu einem Helden, - von dem zukünftigen berühmten Wikingerkönig ist aber noch nichts zu ahnen. Die umsichtige Klugheit fehlt ihm noch.
    Kann man denn aus der "Heimsklingla" auch Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des noch sehr jungen Harald ziehen oder ist diese Zeit reine Fiktion?


    Eine Szene fand ich besonders interessant im ersten Leseabschnitt, - und zwar die mit der alten Frau am See. Eine Hexe? Eine Seherin? Jedenfalls hat sie in Harald, in dem, was ihm bevorsteht, irgendetwas gesehen, - eine drohende Gefahr? Oder hat sie ihn als zukünftigen König gesehen?
    Ich bin neugierig, ob sie nochmal auftaucht....


    Als beängstigend empfand ich die hasserfüllten Warnungen des Sigurd Erlingsson; und ich befürchte fast, dass er sie wahrmachen wird!
    Wikinger assoziiere ich seit jeher mit besonderer Wildheit und Grausamkeit. Mord und Totschlag schienen in diesen gnadenlos rauhen Zeiten an der Tagesordnung gewesen zu sein und wurden mehr oder weniger hingenommen. Überhaupt ist die Geschichte der Menschheit mit Kriegen und Machtkämpfen randvoll gefüllt - und so arg viel hat sich daran bis heute auch nicht geändert...
    Aber nun zurück zum jungen Harald und den Seinen, denen ich nicht das schlimme Schicksal wünsche, das ihnen aber wahrscheinlich bevorsteht!

  • Das war aber früher durchaus so üblich. Ich lese gerade über den Wendenkreuzzug in Deutschland (12. JH) und das wurden Slawen auch zum Glauben gezwungen. Durch Massentaufen und Verbrennen ihrer Götterstandbilder. Karl der Große hat die Sachsen zum Glauben zwingen wollen. Die Jesuiten haben das in der Neuen Welt getan. Also entsprachen Olafs Versuche durchaus der gängigen Praxis.


    Genau, die Missionierungen in allen Ecken unsres Planeten! Das ist eine Geschichte für sich - und eine ganz und gar unrühmliche! Ich bin immer wieder entsetzt, was schon alles im Namen Gottes ( und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, um welches verehrte höchste Wesen es sich handelt! ) an Unheil angerichtet wurde und wird. Glaube und Fanatismus sind nicht weit voneinander entfernt....
    Und was ich da über Olaf gelesen habe, war einfach eine altbekannte Geschichte, wie Ulf oben ausgeführt hat! Traurige Realität....


  • Gut gefallen hat mir auch, dass Asta sich so einfach bei ihrer Sippe durchsetzten kann und auch akzeptiert wird. Sie ist die Herrscherin hier und niemand stellt dies in Frage. Vermutlich hat Rorik die Hoffnung, dass er sie irgendwann zur Frau nehmen kann und somit die Herrschaft übernehmen kann.


    Auch mir hat Astas Stärke imponiert! Und gleichzeitig habe ich mich gefragt, inwieweit hier die Fiktion hineinspielt. Hatten Frauen zu Zeiten der Wikinger tatsächlich die Autorität einer Asta?
    Die Gleichberechtigung im heutigen Skandinavien ist ja schon länger viel gefestigter als bei uns, - und ich erinnere mich an eine Königin Christine vor vielen hundert Jahren... Aber auch die Wikingerfrauen!?

  • Da bin ich jetzt ein wenig ratlos! Was IST denn ein "nordisches Feeling"? Und wie könnte es sich denn anfühlen? ;)


    Gemeint ist, dass man sich beim Lesen ein wenig in dieser anderen Welt fühlt. Ich habe da einen Menge recherchiert. Landschaften, Gebräuche, Mythologie, inklusive Begriffe im Alt-Norwegisch. Dazu gehört ja auch der Aberglaube des Nordens, die Hexe, die Furcht vor Untoten, etc.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Als beängstigend empfand ich die hasserfüllten Warnungen des Sigurd Erlingsson; und ich befürchte fast, dass er sie wahrmachen wird!
    Wikinger assoziiere ich seit jeher mit besonderer Wildheit und Grausamkeit. Mord und Totschlag schienen in diesen gnadenlos rauhen Zeiten an der Tagesordnung gewesen zu sein und wurden mehr oder weniger hingenommen.


    Oh ja, Sigurd Erlingsson, der macht mir auch Angst. Ich glaube es war Ragnwald der zu Harald gesagt hat das Sigurd ein Hitzkopf , aber ich glaube auch ganz fest das wir von ihm noch lesen werden. Und ich hoffe, dass Harald dann nicht in seiner Nähe ist und vor allem wünsche ich mir das die Burg mit ihren Bewohnern verschont bleibt. Rache ist ein schlechter Gefährte.


    Das mit dem Feeling habe ich auch so verstanden, wie Ulf es im Beitrag zuvor erklärt hat.
    Mein Lieblings Genre ist ja Historische Romane und da ich wirklich viel davon lese komme ich mir manchmal so vor als würde ich in dieser Zeit leben :) ich habe so vieles klar vor Augen.


    Da habe ich natürlich auch viel über die Verbreitung des Christentums gelesen, nur wusste ich nicht das es schon zu dieser Zeit in Norwegen stattgefunden hat.

    Liebe Grüße Kerstin

    Einmal editiert, zuletzt von kessi69 ()

  • Die Sache mit dem Glauben hat ja noch ganz andere Blüten getrieben. In Grenzlanden, wo die Zugehörigkeit zu Land und Fürst ständig wechselte, mussten auch die Menschen ständig ihren Glauben wechseln. Je nachdem, wer gerade an der Macht war. Da wurde nicht gefragt, ob man das möchte. ;) Allerdings - ich denke da zum Beispiel an Ulfs Normannenreihe - wurde das mit dem Glauben oft auch etwas lockerer gehandhabt. Also man hat sich zwar Taufen lassen aber zur Sicherheit auch noch Odin oder andere Götter um Beistand gebeten. Konnte ja nicht schaden. ;D