10 - Anfang Kapitel 6 (S. 511 - 552 "Lasst keinen entkommen!")

  • Beorn stürzt sich mit seinen Mannen ins nächste Gefecht. Also erst mal ein Besäufnis. Das ganze erinnert irgendwie gelungen an diverse Horror-Filme in denen über einem abgelegenen Dorf ein dunkles Grauen liegt. In diesem Fall etwas seltsames, denn die Leute scheinen ja der Meinung zu sein ein besonderer Segen der Götter liege über Ihnen.


    Sehr schön fand ich auch die Sichtweise, dass der Wirt als Held gesehen wird, der sich für die Gemeinschaft opfert. Und wie man glauben kann, dass ein Trupp schwerbewaffneter Mörder die unvermittelt in ein abgelegenes Dorf marschieren keinen Argwohn wecken kann, das werde ich nie verstehen. Auch wenn es mich etwas verwundert, dass die Dorfbewohner es überhaupt versuchen.


    Die Donnerfaust fand ich ehrlich gesagt etwas übertrieben. Das ist ja ungefähr so, als hätte Old Shatterhand statt eines Mannes den Bären mit der Faust niedergestreckt.

  • Galayne
    Der Sikaryanraub wurde ja von vielen als sehr anstrengend empfunden. Ich war etwas verwundert, weil kindliches Sikaryan innerhalb der Spielwelt eigentlich nicht als Nahrung taugt, habe das aber mal als Freiheit der Autoren interpretiert.
    Ansonsten verstehe ich die Aufregung nicht so recht. Galayne ist ein Feylamia, also ein Vampir. Im Gegensatz zu anderen muss er nicht seine Zähne in ein Opfer schlagen und es aussaugen, sondern kann kleine Mengen durch Berührung oder Nähe stehlen. Einem Vampir hier jetzt hochtrabende Moral zu unterstellen und wie er es wagen kann sich an Kindern zu vergehen, statt gefälligst einen Erwachsenen zu verputzen, leuchtet mir nicht ein. Galayne nährt sich von der Lebenskraft anderer Menschen (Elfen, Zwerge Orks etc.). Das ist nun mal Teil seines Seins. Wie auch bei Zidaine entschuldigt das nicht seine Taten. Aber überraschend oder in dieser Szene speziell verwerflich ist das meines Erachtens nicht.
    Mhm, beim zweiten Nachdenken eine erstaunliche Parallele zu den Ogern.


    Ursa
    Oh weh. Gerade fing ich an Ursa zu mögen. Da hat Bernhard wohl doch g.martinisiert.


    Beorn
    Da beweist der Drachenführer mal wieder seinen Mut und führt seine Leute von der Front gegen die Dörfler.
    Und was die Strafe angeht, erklärt Beorn ja selbst, warum er so handelt, wie er es tut. Das Abschlagen der Hand ist die Strafe für einen Dieb. Und als solchen betrachtet er den Wirt.


  • Ich war etwas verwundert, weil kindliches Sikaryan innerhalb der Spielwelt eigentlich nicht als Nahrung taugt, habe das aber mal als Freiheit der Autoren interpretiert.


    Hm, in den einschlägigen Passagen der Quellenbücher habe ich diese Einschränkung nicht wahrgenommen, und die Rollenspielredaktion hat diese Stelle im Manuskript auch nicht angemerkt. Eventuell liegt das daran, dass die Setzungen zur Lebenskraft und zum Vampirismus einige Wandlungen durchgemacht haben - oder im Zuge der Neuauflage des Rollenspielregelwerks weitere Wandlungen durchmachen sollen.



    Galayne nährt sich von der Lebenskraft anderer Menschen (Elfen, Zwerge Orks etc.). Das ist nun mal Teil seines Seins. Wie auch bei Zidaine entschuldigt das nicht seine Taten.


    Da wäre sogar noch zu überlegen, ob man eine Abstufung zu Gunsten Galaynes vornimmt - schließlich geht es bei ihm um Nahrung, während Zidaine ja nicht töten müsste, um selbst fortzubestehen. Wobei ja auch Galayne sehr lange Zeit überlebt hat (auf dem Meeresgrund), ohne intelligente/empfindende Wesen ihrer Lebenskraft zu berauben.


  • Hm, in den einschlägigen Passagen der Quellenbücher habe ich diese Einschränkung nicht wahrgenommen, und die Rollenspielredaktion hat diese Stelle im Manuskript auch nicht angemerkt. Eventuell liegt das daran, dass die Setzungen zur Lebenskraft und zum Vampirismus einige Wandlungen durchgemacht haben - oder im Zuge der Neuauflage des Rollenspielregelwerks weitere Wandlungen durchmachen sollen.


    Ich hatte das nicht als störend wahrgenommen, auch wenn ich nicht glaube, dass die Redaktion das bewusst oder unbewusst behandelt hat. Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht an eine gezielte Weiterentwicklung dieser Setzung, sondern eher - ähem - Oberflächlichkeit. Im Spiel selbst spielt diese Einschränkung kaum einer Rolle.
    Die ursprünglichen Setzungen stammen ja von Hadmar von Wieser. Der könnte vermutlich Auskunft geben, warum das mythologisch so sein sollte und aus welchen Quellen er sich bedient hat.
    Soweit ich weiß spricht sein Orignialtext davon, dass das Sikaryan von Kindern noch ungeformt ist und deshalb für die Lebensräuber nicht brauchbar. Innerhalb der Spielweltmechanik lässt sich das auch leicht feststellen. Das Sikaryan entspricht der Lebenskraft eines Menschen. Kinder haben noch nicht ihre volle Lebenskraft erreicht. Ältere Menschen verlieren diese am Ende des Lebens, bis sie schließlich sterben. In sofern ist das Sikaryan noch nicht ausgeformt, die Lebenskraft von Kindern noch im Wachsen begriffen. Ein Vampir kann diese ungeformte Kraft noch nicht anzapfen. Oder zumindest nur in sehr geringem Umfang.
    Die Beschreibung der Auswirkungen auf das Kind passen meiner Meinung nach aber sehr gut zu dieser Setzung. Es wird sich von den Folgen erholen, weil seine Lebenskraft noch im Wachsen begriffen ist. Am Ende seines Lebens wird aber dennoch etwas fehlen, so dass es vorzeitig von seiner Lebenskraft verlassen wird.


    Wie gesagt ein sehr spezielles Thema und für Romanzwecke hier dennoch sehr gut umgesetzt. Nebenbei bemerkt stammen die noch älteren Setzungen zu diesem Thema ja von Bernhard selbst, diese sind jedoch inzwischen tatsächlich etwas verändert worden. In wieweit die Hinweise darauf, dass bestimmte Personen besser "schmecken" als andere (Jungfrauenthematik) noch aktuell sind weiß ich nicht. Es könnte aber eine interessante sinnliche Komponente sein, Galaynes Empfindungen hier noch weiter auszudifferenzieren.



    Da wäre sogar noch zu überlegen, ob man eine Abstufung zu Gunsten Galaynes vornimmt - schließlich geht es bei ihm um Nahrung, während Zidaine ja nicht töten müsste, um selbst fortzubestehen. Wobei ja auch Galayne sehr lange Zeit überlebt hat (auf dem Meeresgrund), ohne intelligente/empfindende Wesen ihrer Lebenskraft zu berauben.


    Daher ja mein Vergleich mit dem Oger. Er ist natürlich in seiner Natur unvereinbar mit den Bedürfnissen menschlichen Lebens, aber moralisch sicher weniger verwerflich als das Morden aus den zahlreichen anderen Gründen, die Menschen so kennen.

  • Die Szene mit Galayne und den Kindern war wirklich gruselig. Im Nachhinein konnte ich das Ganze allerdings schon nachvollziehen. Galayne ist eine Art Vampir und er ernährt sich von Lebenskraft. Hatte er nicht das letzte Mal von Galandel etwas Sikaryan genommen als er mit ihr in einem Garten auf einer Bank saß oder täusche ich mich da ? Ich meine, mich zu erinnern, das Galandel erstaunt war, als ihr klar wurde, um wen bzw. was es sich bei Galayne handelt.


    Da hatte Ursa im letzten Abschnitt Emotionen abseits des Kämpfens gezeigt, schon lassen die Autoren sie über die Klinge springen. Ich glaube kaum, dass Ursa den Angriff überlebt hat.
    Wenn Eilif zuschlägt, wächst kein Gras mehr, die Szene war zwar kurz aber prägnant. Es hat mir gefallen, wie sie Beorn rettet.


    Dieses kleine verschlafene Dörfchen und seine Bewohner haben es in sich. Offensichtlich schützen sie diesen Wolfsmenschen und der Wirt will sich sogar opfern, um Beorn und seine Mannschaft aufzuhalten. Da scheint es ja irgendeine Form von Pakt zu geben. Die Kampfszenen waren sehr cool.


    Tja und dann Selime. Sie scheint durch die Transplantation das Herz einer echten Kämpferin zu haben. Das war wohl auch der Sinn und Zweck des Eingriffs, den Pardona im Himmelsturm vorgenommen hat.


    Und immer kommt noch niemand Pardona auf die Spur. Sie verhält sich jetzt auf jeden Fall nicht mehr wie eine Traviageweihte. Kämpft in vorderster Reihe und handelt eigenständig. Das ist nun aber wirklich keine neutrale Beobachterrolle mehr. Sie nervt.


  • Galayne ist eine Art Vampir und er ernährt sich von Lebenskraft. Hatte er nicht das letzte Mal von Galandel etwas Sikaryan genommen als er mit ihr in einem Garten auf einer Bank saß oder täusche ich mich da ? Ich meine, mich zu erinnern, das Galandel erstaunt war, als ihr klar wurde, um wen bzw. was es sich bei Galayne handelt.


    Er hat Lebenskraft von ihr genommen, aber ihre Reaktion war eine andere ... ;)
    Vielleicht kann das Leserunden-Gedächtnis da aushelfen? Die Szene steht in Himmelsturm.

  • Ich hab' noch einmal nachgelesen.
    Sie nahm ihm zuerst den Helm ab und meinte, ihn zu kennen, später liess sie zu, dass er sie küsste, obwohl sie wusste was er war.

  • Oh wei, ich fürchte, Ursa haben wir verloren. Dabei ging es mir wie einigen von euch, dass ich gerade jetzt ein bisschen Zugang zu ihr gefunden habe, nachdem man sie hier so ungewöhnlich emotional bzw. "empfindlich" und eifersüchtig erlebt hat. Sie ist also doch ein Mensch. ;D ;) Nein, ich fände es schade, wenn ich nicht mehr von ihr lesen könnte, aber andererseits ist es auch realistisch, wenn bei derartigen Kämpfen auch Verluste zu beklagen sind. Ich bin gespannt...



    Apropos Lenya bzw. Pardona: diese dumme Kuh nervt mich zunehmend, wie sie Beorn ständig ärgert und dann wieder lockt. Und wo treibt sie sich in den Nächten rum? Mir geht es hier wie Beorn, dass ich mir absolut nicht sicher bin, ob Assel wirklich noch lebt oder ob Pandora das in die Hand genommen hat.


    Ja, genau, mich nervt sie auch! Jedesmal, wenn sie "ins Bild kommt", habe ich ein ähnliches Gefühl, wie wenn man auf Zitronen beißt - es zieht sich alles zusammen. ::);) . Wann werden wir sie endlich los!



    Dieser Altar ist doch sehr seltsam; wenn er keinem der Zwölfgötter geweiht ist, wem dann? Dem Namenlosen? Das glaube ich eher nicht, denn der Altar gibt ja Hinweise auf Erm'Sen. Und ich hoffe ja nicht, dass er ebenfalls mit dem Namenlosen gemeinsame Sache macht. Macht eigentlich keinen Sinn, da Selflanatil eine Waffe gegen den Namenlosen ist.


    Pardona meint, der Altar rieche nach Ketzerei, kann es sein, dass er jemanden gewidmet ist, der seinen eigenen Glauben etabliert hat? Oder etwas Dämonisches?


    Mein erster Gedanke war ja, dass der Altar Erm'Sen oder seinem Wolf oder beiden gewidmet sein könnte. Keine Ahnung, warum. Irgendwie habe ich in der Wolf-Mensch-Figur eine Verwandlung/Verschmelzung von ihm und seinem Begleitwolf gesehen. Wie so etwas aber entstehen könnte - keine Ahnung. :-\ Vielleicht haben die Drachen ihre Hand im Spiel? Irgendein Pakt oder so etwas? Und die Bewohner müssen nun den "neuen Erm'Sen" und sein Wolfsrudel mit Opfern beschenken, sonst werden sie von den ihn schützenden Drachen heimgesucht? Hmmm, ich weiß nicht, klingt seltsam, jetzt, nachdem ich es geschrieben habe.



    Ich kann ja verstehen, dass Galayne auch "Nahrung" zu sich nehmen muss, aber dass er deswegen die Kinder "aussaugt" ist, mir schon sauer aufgestoßen.


    Boah, das fand ich auch gruselig. Das tat richtig weh und wirkte beim Lesen wie Kindesmissbrauch. Hätte auch ein Kinderschänder da mit den Kleinen sitzen können. Ich musste mir auch wieder verdeutlichen, dass es im Prinzip ja ein Vampir ist und diese "Essenz" eben vergleichbar mit dem Blut, das "andere Vampire" zu sich nehmen. Trotzdem, das wirkte hier schon sehr heftig.


    Ich empfinde Selime auch als eine spannende Figur und habe mich gefragt, ob sie so tollkühn ist, weil sie das Herz von Eichward in sich trägt?


    Ja, Selime ist spannend. Ich bin auch gespannt, auf ihre weiteren Handlungen. Ich habe immer noch im Kopf, dass Pardona ihr damals irgendwas gesagt/befohlen hatte und es so wirkte, als hätte sie sie mit einem Auftrag extra in die Ottajasko "getrieben". Ihre Flucht also von ihr gewollt war. Aber ich weiß nicht mehr, ob das wirklich so war oder ich nur das Gefühl hatte, dass das so war.


  • Ja, genau, mich nervt sie auch! Jedesmal, wenn sie "ins Bild kommt", habe ich ein ähnliches Gefühl, wie wenn man auf Zitronen beißt - es zieht sich alles zusammen. ::);) . Wann werden wir sie endlich los!


    Hoffentlich bald ! Die ist wirklich völlig nervig.


  • Ja, Selime ist spannend. Ich bin auch gespannt, auf ihre weiteren Handlungen. Ich habe immer noch im Kopf, dass Pardona ihr damals irgendwas gesagt/befohlen hatte und es so wirkte, als hätte sie sie mit einem Auftrag extra in die Ottajasko "getrieben". Ihre Flucht also von ihr gewollt war. Aber ich weiß nicht mehr, ob das wirklich so war oder ich nur das Gefühl hatte, dass das so war.


    Ja, so was habe ich auch noch im Hinterkopf.


  • Ich auch, aber ich hoffe immernoch, dass es möglich ist, sich aus dem inneren Gefängnis zu befreien. Ich mag Selime auch.


    Das hatte ich gar nicht mehr so auf dem Schirm, aber ich hoffe natürlich auch, dass Selime sich "befreien" kann und ihren eigenen Weg geht. Ich mag sie auch und warte schon die ganze Zeit darauf, dass sie ihren Onkel wieder trifft, der ja mit Phileasson unterwegs ist. Das könnte sicherlich auch noch spannend werden.

    Lieben Gruß Pat



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  • Suse

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