02 - Seite 91 bis Seite 172 (Kapitel 6 bis einschl. Kapitel 12)

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  • Oh ja, auch ich lerne hier noch etwas über Geschichte, auch wenn ich in der Schule in diesem Fach gut aufgepasst habe. Trotzdem ist einem das eine oder andere entgangen, bzw. wurde gar nicht angesprochen. An Jerome Bonaparte kann ich mich z.B. gar nicht erinnern.


    Man muss dazu natürlich sagen, dass die Geschichte sehr vielfältig ist und ich nur 9 Schuljahre hatte, denn meine Klasse war die erste in unserm Ort die 9 Klassen durchlaufen hat. Und dabei waren dann noch zwei Kurzschuljahre, weil der Schulbeginn von April - also nach den Osterferien - auf nach den Sommerferien umgestellt worden ist. Ich habe leider kein Abi, daher fehlen mir vermutlich auch ein paar Jahre Geschichte.


    In diesem Punkt ist das Buch wirklich sehr interessant.


    Und ich kann mir sehr gut vorstellen, welche Heidenarbeit du liebe Tanja bei den Recherchen hattest. Und ich bin dankbar, dass Du im Nachwort erklärt hast, was von den Geschehnissen im Roman historisch belegt ist, und welche Personen historisch sind.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Das war ein höchst interessanter Abschnitt. Nicht nur, das man eine Menge geschichtliches lesen konnte, auch die Dialoge waren erstklassig. Und dann gibt es tatsächlich noch einen Toten, der ebenfalls mit einem Zitat aus einem Märchen gekennzeichnet wird. In Verbindung bringe ich diese beiden Toten noch nicht. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Fritz Wegner zu viel wusste und deshalb sterben musste. Warum erhält ausgerechnet er das Zitat von Schneewittchen? Da gibt es doch sicherlich auch ein Zusammenhang.


    Die Ermittlungen von Blaubart sind gar nicht so blöde, zuerst dachte ich, dass das der typische dumme Charakter eines Dorfpolizisten ist. Ich denke, er macht seine Arbeit durchaus gewissenhaft, auch wenn er lieber eine einfache Variante hätte. Doch ihm selbst kommen ja Zweifel, dass Jakob Grimm etwas damit zu tun haben könnte.


    Die Kern-Familie finde ich charakterlich durchaus interessant. Annette und Jenny können vieles durch die Baronin in Erfahrung bringen. Nur der dumme August stört bei den „Ermittlungen“ ein wenig. Eigentlich sollte ihm mal ein Denkzettel verpasst werden. Ob Christian von Kern von Annette ein wenig angetan ist? Irgendwie hatte ich ein wenig das Gefühl. Aber sie wird sicherlich noch Straube nachweinen. Was da bloß passiert ist und welche Lektion Anne und August ihr wohl erteilt haben?


    Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht und in welche Richtungen nun die Ermittlungen laufen.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Rolle der englischen Königin: neben den genannten Repräsentationspflichten darf/kann/muß sie außerdem noch einmal pro Woche den jeweiligen Premierminister treffen, der Bericht über die Lage der Nation erstattet, und kann/darf/muss ihm/ihr beratend zur Seite stehen. Da die jetzige Königin beim alten Churchill (während dessen zweiter Amtszeit) anfing, als sie erst Mitte 20 war, und jetzt mit über 90 mehr Premierminister und politische Wendungen erlebt hat als die meisten noch lebenden Briten, ist sie gerüchterweise für einige von ihnen tatsächlich eine geschätzte Beraterin gewesen. (Harold Wilson, Premier in den 70ern, meinte, sie erspare einem den Psychiater.) Mit anderen (Stichwort Margaret Thatcher) soll sie sich nicht gut verstanden und die wöchentliche Interaktion auf ein Minimum beschränkt haben. Wahlberechtigt ist sie selbst nicht - sie ist die einzige im Land, die nicht an Wahlen teilnehmen darf - , was Neutralität garantiert.


    Das ist sehr interessant. Das wusste ich noch gar nicht. Das Buch und auch diese Leserunde sind wirklich besser als jeder Geschichtsunterricht. Ich hatte nur ein Jahr lang einen guten Geschichtslehrer, die anderen waren einfach tot langweilig. Dabei kann Geschichte so spannend sein, wenn man sie entsprechend vermittelt. Ich glaube, ich sollte doch mehr gut recherchierte historische Romane lesen.



    Die Dialoge sind wirklich das Salz in der Suppe. 8)


    Die Dialoge finde ich auch einer der bisherigen Höhepunkte in diesem Buch. Besonders die mit Jakob und die mit Anette. Beide sind äußerst brillante Redner und Denker und können ihren Gesprächspartnern so richtig einheizen und Paroli bieten. 8)

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Dabei kann Geschichte so spannend sein, wenn man sie entsprechend vermittelt. Ich glaube, ich sollte doch mehr gut recherchierte historische Romane lesen.


    Obwohl historische Romane nur bedingt zu meinem Interessengebiet gehören ( Geschichte = zum Abgewöhnen langweilige Geschichtslehrer = Unterrichtsschlaf = schlechte Noten! ), habe ich die gleiche Idee wie du. Es ist an der Zeit für mich, jahrzehntelange Phobien zu überwinden - und Tanja Kinkels Romane sind bestens geeignet für diesen Zweck! ;D

  • Wahlberechtigt ist sie selbst nicht - sie ist die einzige im Land, die nicht an Wahlen teilnehmen darf - , was Neutralität garantiert.


    Das wusste ich. Ich glaube, mein Sohn hat mir das mal erklärt.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • August denkt wirklich, nur weil er adelig ist, hört jeder auf ihn? Sehr eingebildet.


    Diesen Zitat verwende ich einmal stellvertretend für die vielen, die sich über Augusts Verhalten wundern. Da muss ich den guten fast schon in Schutz nehmen. Er agiert aus einem Selbstverständnis heraus, das ihm quasi in die Wiege gelegt wurde. Aus altem Adel stammend, steht er über dem Gesetz und zwar nicht nur scheinbar. Komissar Blauberg gesteht sich selbst ein, dass seine Möglichkeiten schnell erschöpft wären, befände sich der Täter im Kreis des Adels (siehe Seite 109).


    Augusts Motive für die Intervention sind ganz einfach simpel: Ein Mordfall, der vielleicht an den Namen seiner Familie geknüpft werden kann? Das ist undenkbar, ein Skandal, der sich, anders als Anettes "Dämpfer", Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, verheerend auf die Reputation der Familie auswirken würde. Töchter blieben unverheiratet, Ehen ließen sich generell nur noch mit unwichtigen Namen arrangieren. Das eigene Vermögen ist nicht groß genug, um einen derartigen Skandal mit einer fetten Mitgift abzudämpfen. Es geht also um Macht und Ansehen und nicht nur, ob Jenny und Anette eine gute Partie danach verwehrt bliebe.

  • Diesen Zitat verwende ich einmal stellvertretend für die vielen, die sich über Augusts Verhalten wundern. Da muss ich den guten fast schon in Schutz nehmen. Er agiert aus einem Selbstverständnis heraus, das ihm quasi in die Wiege gelegt wurde. Aus altem Adel stammend, steht er über dem Gesetz und zwar nicht nur scheinbar. Komissar Blauberg gesteht sich selbst ein, dass seine Möglichkeiten schnell erschöpft wären, befände sich der Täter im Kreis des Adels (siehe Seite 109).


    Das stimmt natürlich, es waren ganz andere Zeiten damals. Heute würde sich keiner mehr um einen Adligen scheren.Für mich ist ein solcher nicht mehr als ich selbst. Damals war alles anders.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • Heute würde sich keiner mehr um einen Adligen scheren.Für mich ist ein solcher nicht mehr als ich selbst. Damals war alles anders.


    Na, würden wir nicht auch in den Hofknicks verfallen, wenn uns die Queen die Hand schütteln würde!? ;)
    Zudem kann ich jedes Jahr aufs Neue amüsiert beobachten, wie auf einem Fest, in dessen Reich es stattfindet, dem Prinz und Landgraf von Hessen gehuldigt wird, wenn er sich unters Volk mischt....

  • Sorry, dass ich so spät bin, aber ich hatte mit einem Trauerfall im Freundeskreis zu tun und bin erst jetzt wieder einigermaßen brauchbar.


    Auch der zweite Abschnitt hat mir gut gefallen, hier nimmt die Geschichte jetzt mehr Fahrt auf, nachdem alle in Kassel eingetroffen sind und aufeinander treffen. Anette und ihre Schwester haben es mit ihrer Unterkunft ganz nett getroffen, denn mit der Baronin haben sie den Klatsch regelrecht abonniert. So erfahren sie einiges, was ihnen nützlich sein könnte. Ich finde die Baronin sehr sympathisch und vor allem hat sie Herz und Verstand, da sind die Schwestern ganz gut aufgehoben. Ich kann es eigentlich kaum mehr erwarten, mehr über die Geschehnisse in Bökendorf zu erfahren, denn die Andeutungen treiben meine Neugier langsam auf die Spitze.


    August ist einfach nur ein Aufschneider, seine Arroganz ist wirklich kaum zu überbieten. Allerdings muss man seinem übersteigerten Selbstbewusstsein ja beinahe schon Respekt zollen. Wie gut, dass Anette nicht auf den Mund gefallen und sehr intelligent ist, sie scheint wohl die einzige zu sein, die ihm irgendwie Paroli bieten kann.


    Ausgerechnet nach einem Streit mit Jakob wird Wegner ermordet. Kein Wunder, dass Jakob immer mehr ins Visier der Polizei rückt. Ich frage mich, wie lange es noch dauern wird, bis Jakob von Blauberg verhaftet wird!? Blauberg mag kein Freund von Jakob sein, aber wenigstens versucht er, objektiv zu bleiben und den Spuren und Hinweisen zu folgen. Allerdings macht es ihm Jakob aufgrund seines Wesens nicht gerade leicht dabei.


    Wie hängen die Morde zusammen, sind sie wirklich dazu ausgerichtet, Jakob in Schwierigkeiten zu bringen? Was haben alle diese Toten gemeinsam? Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.


  • Mit ihrer Unterkunft haben die Schwestern es aber offensichtlich gut getroffen. Nicht nur wegen der Fußbodenheizung ;D
    Die Baronin ist schön auskunftsfreudig und weiß auch so einiges, das ist praktisch.


    Ich finde auch, dass die beiden Schwestern gerade mit der Baronin großes Glück gehabt haben, neben einer akzeptablen Unterkunft bekommen sie auch noch jede Menge Informationen, die ihnen noch nützen können.


  • Momentan sind es die Aktivitäten und die Beziehungen der Schwestern, die mich am meisten interessieren. Und immer wieder werden die traumatischen Ereignisse in Bökendorf erwähnt - ich bin schon sehr neugierig! Glücklicherweise ist sie aber trotzdem noch immer in der Lage, logisch zu denken und ausgezeichnet zu formulieren! Die Duelle mit August lese ich wirklich mit Vergnügen!


    Mir geht es ebenso wie Dir, die Abschnitte über die beiden Schwestern finde ich momentan auch viel ansprechender, vielleicht liegt es auch daran, weil man so wenig von ihnen weiß. Bei den Grimms habe ich immer das Gefühl, sie besser zu kennen, was natürlich Blödsinn ist. Doch ich finde die Schwestern auch viel sympathischer als die Grimms. Und was Bökendorf betrifft, bin ich auch schon sehr gespannt, was da hoffentlich bald offenbart wird.


  • Noch ein Nachtrag zu Herrn Blauberg: ich finde auch, dass er sich überraschend positiv verhält. Blauberg kann Jakob Grimm nicht ausstehen und der tut alles, um diese Meinung von ihm zu bestätigen! Aber trotzdem bleibt Blauberg logisch genug, um Grimm als Täter auszuschließen. Er hätte ihm viel mehr Ärger machen können! Diese Größe hätte ich ihm ehrlich gesagt nicht zugetraut! Eigentlich ist er ein durchaus würdiger Gegner für Jakob Grimm!


    Mir gefällt Blauberg, er verhält sich eigentlich völlig korrekt und lässt sich von Jakob nicht provozieren. Er handelt intelligent und geht allem nach, um den Dingen auf die Spur zu kommen. Jakob kann froh sein, dass er so gründlich ist, denn ihm hat er es zu verdanken, dass er erst einmal nicht mehr zu den Verdächtigen gehört.

  • Na, würden wir nicht auch in den Hofknicks verfallen, wenn uns die Queen die Hand schütteln würde!? ;)


    Das musst Du sogar, sonst wirst Du ganz sanft und schnell entfernt. Selbst schon erlebt und amüsiert beobachtet. :)


  • Ich kann es eigentlich kaum mehr erwarten, mehr über die Geschehnisse in Bökendorf zu erfahren, denn die Andeutungen treiben meine Neugier langsam auf die Spitze.


    Ja, Bökendorf! Mein Hauptfokus in dem Roman. Viel interessanter als der Mordfall selber ( und schließlich haben wir es hier ja auch nicht mit einem Krimi zu tun! ).
    Tanja hat das sehr geschickt gemacht: sie steigert unsre Neugier von Kapitel zu Kapitel, wirft immer mal ein Puzzleteil ein, lässt uns immer zielgerichteter spekulieren. Das gefällt mir besser, als wenn die Bökendorf-Geschichte bereits von Anfang an klar wäre! Wie wir uns vielleicht gewünscht hätten... Aber dann wäre ein ganz anderer Roman herausgekommen! ;)

  • Ja, Bökendorf! Mein Hauptfokus in dem Roman. Viel interessanter als der Mordfall selber ( und schließlich haben wir es hier ja auch nicht mit einem Krimi zu tun! ).
    Tanja hat das sehr geschickt gemacht: sie steigert unsre Neugier von Kapitel zu Kapitel, wirft immer mal ein Puzzleteil ein, lässt uns immer zielgerichteter spekulieren. Das gefällt mir besser, als wenn die Bökendorf-Geschichte bereits von Anfang an klar wäre! Wie wir uns vielleicht gewünscht hätten... Aber dann wäre ein ganz anderer Roman herausgekommen! ;)


    Na ja, mich interessiert Bökendorf auch. Aber Tanja hat das Buch auf der Buchmesse als Krimi bezeichnet! Ein historischer Krimi halt. Ich bin sehr gespannt, wie sich das auflöse, ob Annette wirklich Grund hat, sich zu schämen. Es kann sein, dass zur damaligen Zeit schon ein Grund vorhanden war, heute würde man wohl darüber lachen. Allerdings wissen wir ja noch nicht, was eben vorgefallen ist.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Ich denke auch, dass das aus heutiger Sicht eher ein banaler Grund ist. Allerdings macht es Tanja so spannend, dass der Fokus beim Lesen wirklich mehr darauf gelegt wird, zumindest bei mir ist das auch so. Sicherlich ist es auch interessant, wer der Mörder ist, aber da bin ich ganz zuversichtlich, dass das unsere Geschwisterpaare schon herausbekommen werden. Da tippe ich ohnehin noch total im Dunkeln.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Sicherlich ist es auch interessant, wer der Mörder ist, aber da bin ich ganz zuversichtlich, dass das unsere Geschwisterpaare schon herausbekommen werden. Da tippe ich ohnehin noch total im Dunkeln.


    Da habe ich auch noch keine Ahnung.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Fritz Wegner zu viel wusste und deshalb sterben musste.


    Was soll er denn gewusst haben und vor allem über WEN hat er dann etwas gewusst, was den Mord an ihn rechtfertigt?


    Ich habe keine Ahnung, wer hinter dem ganzen stecken könnte. Außerdem würde es mich interessieren, ob der Mörder gewusst hat, dass das Zitat beim ersten Opfer nicht aus einem Märchen der Grimms stammte, sondern erfunden wurde? Im Moment laufen die Fäden dennoch bei den Grimms zusammen, ein Motiv erkenne ich jedoch noch nicht.