03 - Seite 173 bis Seite 243 (Kapitel 13 bis einschl. Kapitel 18)

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  • Fritz Wegner ist also vegiftet worden. Zwar nicht genauso wie in 'Schneewittchen' worauf das beiliegende Zitat ja hinwies, aber doch vergiftet. Doch wer hatte einen Grund den Mann zu töten? Hatte er irgendetwas gefunden, was den Mörder entlarven könnte?


    Dass die Grimm-Brüder verfolgt weren ist nicht verwundetlich, wie Wilhelm seinem Bruder ja sagt. Er soll ja schließlich als Köder benutzt werden. Bis jetzt hat es nicht geklappt, auf jeden Fall ist nichts vorgefallen in diesem Abschnitt.


    Was mich jedoch köstlich amüsiert hat war, wie Annette Wilhelm widersprochen hatte. Sie hatte mit jedem Wort nur zu recht und ich hätte die Gesichter der Grimm-Brüder sehen mögen!


    Der Sohn der Kurfürstin scheint ja nicht unbedingt lerneifrig zu sein. Viel eher möchte er seinen Vater nachfolgen - am besten sofort, wie ich das verstanden habe.


    Aber wir haben hier, bei dem Unterricht Grimms erfahren, dass auch Höflinge scheinbar die Märchen gelesen haben. Dann könnte es ja auch einer von denen gewesen sein.


    Das Buch ist bisher sehr interessant, zwar nicht so spannend wie ich es mir gewünscht hätte, aber doch sehr interessant.

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Lerchie, was den Sohn des Kurfürsten betrifft, so war er in der Tat alles andere als ein Büchermensch. (Wäre kein guter Teilnehmer an Leserunden gewesen. ;) ;)) Dafür sollte er seinem Vater (und Großvater) in anderer Hinsicht nachfolgen... auch er hatte eine Mätresse, die er mehr als die legitime Variante schätzte. Mit ihm hörte allerdings dann auch die Linie Hessen-Kassel auf.

  • Mal wieder nur die ersten drei Kapitel...


    Es gibt doch ein paar Merkwürdigkeiten. Wegner wurde zwar tatsächlich vergiftet, aber es ist schon komisch, warum er nach Jacobs klarer Absage dennoch davon ausging, dass sein Roman veröffentlicht werden würde. Es sieht mir nicht so aus, als wollte er es nur einfach nicht wahrhaben...


    Leider hat mir Kapitel 15 so gar nicht gefallen. Wenn das "literarische Quartett" ( ;)) aufeinandertrifft, dann ist der eine eitel und trampelig, die andere eingeschnappt und ich hatte den Eindruck, man blockiert sich gegenseitig. Ich bin auch immer gespannter, was in Bökendorf passiert ist, da ich so langsam den Eindruck gewinne, dass Anette irgendwie jede Aussage der Grimms darauf bezieht - was ihr dann auch nicht gut tut. Und die Grimms können davon ja nichts wissen (oder doch?), was natürlich nicht entschuldigt, dass sie sich stellenweise aufführen, wie die Axt im Walde...
    Da hatte ich eher den Eindruck von einem Kindergarten als von einer zielorientierten Ermittlung :(


    Ich glaube übrigens nicht, dass Bachros seine eigene Mutter umgebracht hat. Er wirkt zynisch und verbittert, ja, aber vorrangig sehe ich mal den Bezug zu Wegner nicht. Und wenn die Mutter tatsächlich nur französische Literatur lesen sollte, fällt das eh flach.


    Hoffentlich ergeben die weiteren Ermittlungen mehr :)

  • Es gibt doch ein paar Merkwürdigkeiten. Wegner wurde zwar tatsächlich vergiftet, aber es ist schon komisch, warum er nach Jacobs klarer Absage dennoch davon ausging, dass sein Roman veröffentlicht werden würde. Es sieht mir nicht so aus, als wollte er es nur einfach nicht wahrhaben...


    Leider hat mir Kapitel 15 so gar nicht gefallen. Wenn das "literarische Quartett" ( ;)) aufeinandertrifft, dann ist der eine eitel und trampelig, die andere eingeschnappt und ich hatte den Eindruck, man blockiert sich gegenseitig. Ich bin auch immer gespannter, was in Bökendorf passiert ist, da ich so langsam den Eindruck gewinne, dass Anette irgendwie jede Aussage der Grimms darauf bezieht - was ihr dann auch nicht gut tut. Und die Grimms können davon ja nichts wissen (oder doch?), was natürlich nicht entschuldigt, dass sie sich stellenweise aufführen, wie die Axt im Walde...
    Da hatte ich eher den Eindruck von einem Kindergarten als von einer zielorientierten Ermittlung :(


    Daß Wegner so fest an eine Veröffentlichung glaubt, ich denke, da ist schon der unbedingte Wunsch Vater des Gedankens. Was aber auch für einen Autor durchaus zielführend sein kann, denn es gibt ja so einige erfolgreiche Autoren, die erst mal viele Klinken putzen mußten, bis sie zum ersten Mal verlegt wurden. J.K.Rowling zum Beispiel. ;)


    Das mit dem Kindergarten hast du gut beschrieben. Das ging mir auch so. Ich dachte mir aber, erst müssen mal alle Vorurteile und Animositäten auf den Tisch und dann kann man sich dran machen, zu erkennen, dass AUCH FRAUEN klug sein können und dass Jakob doch eigentlich ein gutes Herz hat auch wenn er sich oft erst mal im Ton vergreift. Im Laufe des Abschnittes kamen diese Erkenntnisse doch immer öfter durch und es wird besser mit den vier "Musketieren". ;D Am besten gefiel mir die Szene, als Nette plötzlich den Ton verändert und mit Jakob kokettiert und der dann so perplex ist, dass er ihr sogar zustimmen muss. 8)

  • Der Sohn der Kurfürstin scheint ja nicht unbedingt lerneifrig zu sein. Viel eher möchte er seinen Vater nachfolgen - am besten sofort, wie ich das verstanden habe.


    Aber wir haben hier, bei dem Unterricht Grimms erfahren, dass auch Höflinge scheinbar die Märchen gelesen haben. Dann könnte es ja auch einer von denen gewesen sein.


    Der Kurfürstensohn ist echt ein Knallkopf. Und er hält sich für die Elite und ist hochnäsig und dumm. Oh, Mann. Das schlechteste Beispiel eines jungen Aristokraten, das man sich vorstellen kann.


    Die Suche nach dem Mörder geht weiter und ich glaube auch noch nicht, dass er unbedingt eine hochgestellte Person sein muss. Allerdings des Lesens mächtig, also sicherlich kommt da nicht jeder in Frage. Das schließt doch schon einige aus, denke ich. ;)


  • Am besten gefiel mir die Szene, als Nette plötzlich den Ton verändert und mit Jakob kokettiert und der dann so perplex ist, dass er ihr sogar zustimmen muss. 8)


    Bei der Szene musste ich herzhaft lachen, was mir selten bei Büchern passiert. Sie war einfach zu köstlich. ;D

  • Während der Lektüre des dritten Abschnitts habe ich mir Gedanken über die Bedeutung des Mordes in diesem Roman gemacht. Sicher, er steht im Zentrum, ist der Grund auch, warum die Droste-Schwestern nach Kassel kommen, zumindest vordergründig, wegen ihm geraten die Gebrüder Grimm in die Bredouille, muss sich Jacob von Blauberg als Köder benutzen lassen, wogegen er aber nichts einzuwenden hat. Und wegen des Mordes arbeiten die Geschwisterpaare inzwischen zusammen und rätseln gemeinsam.


    Doch mache ich mir immer noch keine großen Gedanken um die Identität des Mörders. Vielmehr verfolge ich gespannt die Szenen, in denen die Brüder Grimm und die Schwestern Droste miteinander agieren und kommunizieren, habe meine Freude an ihren Dialogen, bei denen es immer zu einem Schlagabtausch kommt, zum Beispiel der auf Seite 194, als Jacob zu Annette sagt, dass dem weiblichen Geist zur Gänze die Logik und Rationalität fehle, um in dem Mordfall eine Hilfe sein zu können. Außerdem sei es sowieso für eine Frau nicht schicklich, sich mit Mord abzugeben. Worauf Annette kontert, dass die Märchen in ihrer Grausamkeit den Grimms ja überwiegend von Frauen beschrieben wurden, - um dann so geschickt das Kommando zu übernehmen und die Aufgaben zu verteilen, dass nicht nur Jacob sprachlos vor Staunen ist!


    Ich bin wieder und wieder über Annettes schnellen Geist und ihre ebenso schnelle Zunge verblüfft! Die junge Frau traut sich was, hat sich schon immer etwas getraut. Auf jeden Fall spricht es für Jacob, dass er nach dem ersten Schrecken zugibt, wenn auch widerwillig, dass das, was Annette sagt, Hand und Fuß hat. Nicht viele Männer damals hätten das wohl getan.
    Und nach dem Besuch bei Bachros schreibt die Autorin über Jacobs Gefühle bezüglich Annettes Äußerungen "Sie hatte die Regeln der Sprache so klug gegen ihn gewandt, und obwohl ein Teil von ihm empört war, musste er eingestehen, dass er, dem Sprache alles war, sich gleichzeitig auch beeindruckt davon fühlte." ( S.220 ) Solche Sätze sind es, die mir Jacob nahebringen. Auch wenn er von dem weiblichen Intellekt keine hohe Meinung hat, ist er doch nicht verbohrt sondern erkennt Leistung an, wenn es angebracht ist.


    Straube war vielleicht der einzige Mann, der Annette immer ernst genommen hat, - aber mit dem hat sie es sich wohl verspielt, wie aus all den Andeutungen zu entnehmen ist. Die "Lektion", die Annette auf Augusts Gut erteilt wurde, hat mit Straube zu tun, wie jetzt klarer wird - und schon deshalb verstehe ich nicht recht, wieso Wilhelm gerade jenem Straube, dem Annette nach eigenem Bekunden Unrecht getan hat, aufgetragen hat, die Schwestern zu begleiten. Schließlich war er auch auf Bökendorf anwesend, als sich die unsägliche Geschichte zugetragen hat, die erst nach und nach enthüllt wird. So muss er sich wohl klar darüber sein, dass es nicht klug ist, Straube in Annettes Nähe zu beordern.


    Jedenfalls aber lernen wir in diesem Abschnitt alle Akteure besser kennen, vor allem Wilhelm, der eigentlich für Fürstentümer und bereit ist, ihm Höhergestellte zu respektieren. Doch ist er klug und sieht, wie ein miserabler Herrscher dem nächsten folgt. Und den Sohn und Nachfolger des regierenden Kurfürsten hält er für einen faulen Nichtsnutz.
    Doch - dieser desinteressierte junge Mann weiß mehr über die mörderischen Vorgänge, die das Gespann Grimm-Droste aufdecken möchte, als er zugibt. Das könnte gefährlich für ihn werden!


    Jeder verdächtigt im Moment noch unterschiedliche Personen: Bachros die Gräfin Hessenstein, weil diese seine Mutter hasste und sie für "die Hure Babylon" hielt, die für alles, was folgte, schuldig war. Wilhelm verdächtigt Bachros, Jacob hält alles für möglich, denn aus seinen Erfahrungen weiß er, dass Menschen zu allem imstande sind. Er zieht sogar die Metzgersöhne in Betracht, bei denen Wegner gewohnt hat, denn er ist sich sicher, dass letzterer von jemandem ermordet wurde, den er kannte.


    Unverständlich ist mir in diesem Zusammenhang, dass Wagner den Metzgersöhnen gegenüber behauptet hat, Jacob wolle sein Buch herausbringen. Warum war er sich da so sicher? Hatte er irgendein Druckmittel? Hatte er etwas über die Ermordung der Freiin von Bachros herausgefunden? Oder war er nur ein gutgläubiges Werkzeug in den Händen des wahren Mörders, der seine eigenen Zwecke verfolgt?


  • Lerchie, was den Sohn des Kurfürsten betrifft, so war er in der Tat alles andere als ein Büchermensch. (Wäre kein guter Teilnehmer an Leserunden gewesen. ;) ;)) Dafür sollte er seinem Vater (und Großvater) in anderer Hinsicht nachfolgen... auch er hatte eine Mätresse, die er mehr als die legitime Variante schätzte. Mit ihm hörte allerdings dann auch die Linie Hessen-Kassel auf.


    Und das war vielleicht auch ganz gut so! Aber die Nachfolger waren auch nicht viel besser - oder etwa doch? ( ja, ich weiß, dass ich das auch im Internet herausfinden könnte - mache so etwas aber während Leserunden bewusst nicht, zumal nicht in dieser speziellen hier, in der ja du, Tanja, die viel lebendigere Informationsquelle bist. )
    Aber einer Spur brauche ich nun nicht mehr nachzufolgen, - der nämlich, dass es dem Kurfürstensohn womöglich auch an den Kragen gehen könnte, weil er zuviel weiß...


  • Ich bin auch immer gespannter, was in Bökendorf passiert ist, da ich so langsam den Eindruck gewinne, dass Anette irgendwie jede Aussage der Grimms darauf bezieht - was ihr dann auch nicht gut tut. Und die Grimms können davon ja nichts wissen (oder doch?)


    Doch! Wilhelm war nicht nur in Bökendorf anwesend, als Annette jene Lektion erteilt wurde, auf die immer wieder angespielt wird, sondern er war sogar mit von der Partie!
    Dass er allerdings Bruder Jacob etwas davon erzählt hat, ist kaum zu vermuten ( ich glaube, es wurde sogar explizit gesagt, dass er das nicht getan hat ), es würde ein recht ungünstiges Licht auf ihn werfen und ganz sicher nicht Jacobs Billigung finden!


  • Daß Wegner so fest an eine Veröffentlichung glaubt, ich denke, da ist schon der unbedingte Wunsch Vater des Gedankens.


    Merkwürdig ist die Geschichte mit der Veröffentlichung seines Werkes, von der Wegner so überzeugt war, gewiss! Doch gehen meine Gedanken in eine andere Richtung als die eurigen: je mehr ich darüber reflektiere, umso wahrscheinlicher finde ich es, dass Wegner irgendein Druckmittel gegen Jacob in der Hand hatte. Möglicherweise wurde er dabei von dem eigentlichen Mörder für dessen Zwecke missbraucht.
    Aber da gibt es sicher noch andere Erklärungen.
    Auf jeden Fall halte ich diese Einzelheit mit der geplanten Veröffentlichung für wichtig die Ermittlungen betreffend....

  • Bei der Szene musste ich herzhaft lachen, was mir selten bei Büchern passiert. Sie war einfach zu köstlich. ;D


    Das hat mir auch gut gefallen, hab mich richtig amüsiert.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • Daß Wegner so fest an eine Veröffentlichung glaubt, ich denke, da ist schon der unbedingte Wunsch Vater des Gedankens. Was aber auch für einen Autor durchaus zielführend sein kann, denn es gibt ja so einige erfolgreiche Autoren, die erst mal viele Klinken putzen mußten, bis sie zum ersten Mal verlegt wurden. J.K.Rowling zum Beispiel. ;)


    Du hast schon recht, es wirkt schon auch so, als hätte Wegner sich einfach nur selbst überschätzt, zumal er ja auch glaubte, sein Buch würde ihn reich und berühmt machen (S. 173). Vielleicht hat er ja tatsächlich, trotz der Absage Grimms, an einen Erfolg geglaubt. Aber wieso fährt er dann nicht eine Trotzhaltung im Stil von "Ich bekomme mein Buch schon noch veröffentlicht", sondern lügt die Metzgerssöhne an? Er hat ja nicht wirklich glauben können, dass Grimm sich in irgendeiner Weise umstimmen lässt.



    Und nach dem Besuch bei Bachros schreibt die Autorin über Jacobs Gefühle bezüglich Annettes Äußerungen "Sie hatte die Regeln der Sprache so klug gegen ihn gewandt, und obwohl ein Teil von ihm empört war, musste er eingestehen, dass er, dem Sprache alles war, sich gleichzeitig auch beeindruckt davon fühlte." ( S.220 ) Solche Sätze sind es, die mir Jacob nahebringen. Auch wenn er von dem weiblichen Intellekt keine hohe Meinung hat, ist er doch nicht verbohrt sondern erkennt Leistung an, wenn es angebracht ist.


    Jawoll, ein sehr schönes Zitat. Und ich denke auch, Gagamaus hat in dem Punkt recht: Jacob hat einfach die Erkenntnis gebraucht, dass Anette mitdenkt und das, was sie sagt, auch Hand und Fuß hat - das war ja das andere wichtige Zitat, was du auch geschrieben hast. Vielleicht klappen auf der Basis zukünftige Ermittlungen besser.


    Straube war vielleicht der einzige Mann, der Annette immer ernst genommen hat, - aber mit dem hat sie es sich wohl verspielt, wie aus all den Andeutungen zu entnehmen ist. Die "Lektion", die Annette auf Augusts Gut erteilt wurde, hat mit Straube zu tun, wie jetzt klarer wird - und schon deshalb verstehe ich nicht recht, wieso Wilhelm gerade jenem Straube, dem Annette nach eigenem Bekunden Unrecht getan hat, aufgetragen hat, die Schwestern zu begleiten. Schließlich war er auch auf Bökendorf anwesend, als sich die unsägliche Geschichte zugetragen hat, die erst nach und nach enthüllt wird. So muss er sich wohl klar darüber sein, dass es nicht klug ist, Straube in Annettes Nähe zu beordern.


    Aus Wilhelms Sicht dient das zum einen dem Schutz der Schwestern. Das nehme ich ihm aber nicht so ganz ab, zumal er doch eigentlich wollte, dass die Schwestern wieder abreisen. Zum anderen steht da aber doch auch der Wunsch zur Versöhnung. Und das wäre meiner Meinung nach für Anette doch wünschenswert, da sie sehr darunter zu leiden scheint. Also klar ist es mutig von Wilhelm, aber vielleicht kommt ja doch was dabei heraus. Man wird es wohl im nächsten Abschnitt erfahren, schätze ich mal.

  • Die Szene mit Annette und Jacob, die Euch amüsiert, ist übrigens der Abschluß meiner Lesung aus dem Roman (ich lese bei regulären Lesungen aus diesem Buch vier verschiedene Stellen vor), eben weil ich auf eine solche Reaktion hoffte. :)


    Gagamaus, danke für „die vier Musketiere“. Der Vergleich trifft es umso mehr, als deren erste Begegnung ja sehr feindselig verlief - D‘Artagnan wurde von Athos, Porthos und Aramis jeweils individual zum Duell gefordert. ;) Wenn die Kardinalsgarden ihnen da nicht einen gemeinsamen Gegner geliefert hätten... :lesen:


  • Aus Wilhelms Sicht dient das zum einen dem Schutz der Schwestern. Das nehme ich ihm aber nicht so ganz ab, zumal er doch eigentlich wollte, dass die Schwestern wieder abreisen. Zum anderen steht da aber doch auch der Wunsch zur Versöhnung. Und das wäre meiner Meinung nach für Anette doch wünschenswert, da sie sehr darunter zu leiden scheint. Also klar ist es mutig von Wilhelm, aber vielleicht kommt ja doch was dabei heraus. Man wird es wohl im nächsten Abschnitt erfahren, schätze ich mal.


    Sicherlich ist Wilhelm auf den Schutz der Schwestern bedacht, da er sie ja in Gefahr wähnt. An den Wunsch nach Versöhnung glaube ich jedoch nicht, dazu ist mir Wilhelm zu abwesend und vielleicht auch zu desinteressiert an den Dingen des Lebens. Allerdings kann man das im Moment tatsächlich noch nicht sagen, da man ja noch nicht weiß, was genau Wilhelms Rolle bei dem Vorfall war - eine unrühmliche, beschleicht mich immer mehr der Verdacht...

  • Wegener wurde also vergiftet. Bei dem Zitat war das schon fast klar. Aber dass der Bachos seine eigene Mutter getötet haben soll, finde ich schon eher unwahrscheinlich. Aber natürlich ist das eine Möglichkeit von vielen.


    Dass ausgerechnet Straube auf die Schwestern aufpassen soll, ist wirklich ein Geniestreich. So können sich Straube und Annette aussprechen und eventuell Missverständnisse ausräumen, die die liebe Familie eingefädelt hat.


    Die Dialoge sind einfach der Hit. Wie Annette Jakob Grimm mundtot gemacht hat, war einfach genial. Da konnte er gar nicht anders, als ihr das anzurechnen. In Liebesdingen scheint Jakob wirklich keine Ahnung zu haben und von der „Sache“ hat er anscheinend auch nichts mitbekommen. Wilhelm hat es ihm wohl verschwiegen.


    Der Kurfürstensohn ist wirklich ein arroganter Fatzke. Sogar gegen seinen eigenen Vater will er intervenieren, weil er sich für etwas Besseres hält. Dabei ist er nur ein dummer Junge.


    Jetzt bin ich gespannt, wie das Zusammentreffen zwischen Annette und Straube ausgeht und was nun wirklich in Bökendorf passiert ist.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Wie Annette Jakob Grimm mundtot gemacht hat, war einfach genial. Da konnte er gar nicht anders, als ihr das anzurechnen. In Liebesdingen scheint Jakob wirklich keine Ahnung zu haben und von der „Sache“ hat er anscheinend auch nichts mitbekommen. Wilhelm hat es ihm wohl verschwiegen.


    Ja, Annette ist sehr versiert mit Worten, schlagfertig ist sie auch! Da flirtet sie doch tatsächlich mit dem steifen, gelehrten Jacob! Und er ist so verblüfft, dass er darauf nichts erwidern kann. Ob er überhaupt gemerkt hat, dass sie ihm eindeutig Avancen machte? Jedenfalls war das eine sehr amüsante Szene - und ich frage mich ( noch habe ich keine Annette von Droste-Hülshoff-Biographie gelesen... ), inwieweit die Roman-Annette der tatsächlichen entsprechen mag...
    Und was die Intrige, denn als solche sehe ich den Vorfall in Bökendorf inzwischen, anbelangt: ich bin mir sicher, dass Wilhelm seinem Bruder, der ja auch gleichzeitig sein engster Vertrauter ist, nichts darüber erzählt hat! Und das lässt nur einen Schluss zu, dass nämlich Wilhelm sich bei dieser Geschichte alles andere als korrekt verhalten hat und sich dessen auch bewusst ist.
    Die Lektion hat übrigens bei mir längst größeres Interesse geweckt als der Mordfall!


  • Ja, Annette ist sehr versiert mit Worten, schlagfertig ist sie auch! Da flirtet sie doch tatsächlich mit dem steifen, gelehrten Jacob! Und er ist so verblüfft, dass er darauf nichts erwidern kann. Ob er überhaupt gemerkt hat, dass sie ihm eindeutig Avancen machte?


    Also ernst gemeinte Avancen hat sie ihm in meinen Augen nicht gemacht. Sie schlägt ihm einfach nur auf seinen ureigenstem Gebiet: mit der Sprache.


    Der Schlagabtausch zwischen den beiden hat mich ein ganz klein wenig an Lizzie Bennet und Mr. Darcy erinnert.


  • Und was die Intrige, denn als solche sehe ich den Vorfall in Bökendorf inzwischen, anbelangt: ich bin mir sicher, dass Wilhelm seinem Bruder, der ja auch gleichzeitig sein engster Vertrauter ist, nichts darüber erzählt hat! Und das lässt nur einen Schluss zu, dass nämlich Wilhelm sich bei dieser Geschichte alles andere als korrekt verhalten hat und sich dessen auch bewusst ist.
    Die Lektion hat übrigens bei mir längst größeres Interesse geweckt als der Mordfall!


    Genauso ist es. Eine Intrige, was ich von Wilhelm eigentlich nicht gedacht hätte, dass er bei sowas mitmacht. Und von ihrem Onkel finde ich das eine Unverschämtheit.
    Aber auch mir hat dieser rote Faden, der sich ja durchs ganze Buch zieht, bisher sehr gut gefallen. Immer mal ein Häppchen erfahren...

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren