03 - Seite 173 bis Seite 243 (Kapitel 13 bis einschl. Kapitel 18)

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  • Also ernst gemeinte Avancen hat sie ihm in meinen Augen nicht gemacht. Sie schlägt ihm einfach nur auf seinen ureigenstem Gebiet: mit der Sprache.


    Na das versteht sich doch von selbst, dass die Avancen nicht ernst gemeint waren! Annette kann einfach der Versuchung nicht widerstehen, Jacob mit seinen eigenen Waffen zu schlagen - und deren ist sie genauso mächtig wie er, der Sprache nämlich, wie du ganz richtig sagst. Wobei ich nicht glaube, dass dies zum Selbstzweck geschieht! Jacob sollte wissen, woran er mit ihr ist - und das tut er inzwischen ja auch.

  • Oh ja, diese Szene mit Annette und Jakob auf dem Spaziergang war sehr amüsant. Hat mir richtig Spaß gemacht, wie sie ihn mit seinen eigenen Waffen geschlagen hat!

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Da habe ich dich offensichtlich missverstanden. Ich habe deine Aussage tatsächlich in Richtung Ernsthaftigkeit gelesen. :)


    Ist auch schwer einzuschätzen, wenn man einander nicht persönlich kennt. Jaaa, wenn wir einander gegenübersitzen würden, hättest du schnell gemerkt, wie ich was meine ( und umgekehrt natürlich auch! ).
    Aber so müssen wir halt gelegentliche Missverständnisse in Kauf nehmen, die man zum Glück auch immer klarstellen kann! ;D

  • Wegner ist also dem Tod durch Gift erlegen. Forensiker sind der Ansicht, dass Giftmorde immer sehr persönlich sind. Wer wollte ihm also ans Leder? Vor allem interessiert es mich, was die Toten wohl alle gemeinsam haben außer den Märchen? Für die Grimms ist das natürlich wenig spaßig, auch wenn sie nicht mehr im Fokus als Verdächtige stehen.


    Der Disput zwischen Anette und Wilhelm und auch die Auseinandersetzung mit Jakob waren herrlich zu lesen, es zeigt sich, dass Anette den Männern in vielen Dingen überlegen ist, sie ist so ein schlauer Kopf, da können die Grimms so gar nicht mithalten.
    Der Sohn des Kurfürsten ist wirklich unmöglich. Hoffentlich fällt der mit seinem Verhalten noch auf die Nase oder sein Vater bekommt Wind von seinen Plänen. Da wäre der Krach vorprogrammiert.


    Spannend finde ich die Aussicht auf das Aufeinandertreffen von Sraube und Anette. Und natürlich ist immer noch offen, was da in Bökendorf geschehen ist. Ich bin immer neugieriger, um was es da wohl geht. Die Toten sind inzwischen für mich fast schon zur Nebensache geworden (wie sich das anhört!). :-[


  • Doch wer hatte einen Grund den Mann zu töten? Hatte er irgendetwas gefunden, was den Mörder entlarven könnte?


    Diese Frage stelle ich mir auch andauernd. Vor allem frage ich mich, welche Gemeinsamkeiten die Toten wohl haben. Etwas muss sie doch miteinander verbinden.


  • Das Buch ist bisher sehr interessant, zwar nicht so spannend wie ich es mir gewünscht hätte, aber doch sehr interessant.


    Mir gefällt das Buch auch sehr und ehrlich gesagt, treten bei mir die Morde fast in den Hintergrund, denn ich bin von den Dialogen und den einzelnen Personen viel mehr fasziniert. :winken:

  • Bei der Szene musste ich herzhaft lachen, was mir selten bei Büchern passiert. Sie war einfach zu köstlich. ;D


    Da sagst Du was! Mich hat das geradezu fasziniert, denn Jakob ist irgendwie so unbedarft in diesen Dingen, zumindest kommt es bei mir so an. Ich glaube, er hat gar nicht richtig mitgekriegt, das Anette ihn regelrecht um den Finger zu wickeln versuchte.


  • Doch mache ich mir immer noch keine großen Gedanken um die Identität des Mörders. Vielmehr verfolge ich gespannt die Szenen, in denen die Brüder Grimm und die Schwestern Droste miteinander agieren und kommunizieren, habe meine Freude an ihren Dialogen, bei denen es immer zu einem Schlagabtausch kommt, zum Beispiel der auf Seite 194, als Jacob zu Annette sagt, dass dem weiblichen Geist zur Gänze die Logik und Rationalität fehle, um in dem Mordfall eine Hilfe sein zu können. Außerdem sei es sowieso für eine Frau nicht schicklich, sich mit Mord abzugeben. Worauf Annette kontert, dass die Märchen in ihrer Grausamkeit den Grimms ja überwiegend von Frauen beschrieben wurden, - um dann so geschickt das Kommando zu übernehmen und die Aufgaben zu verteilen, dass nicht nur Jacob sprachlos vor Staunen ist!


    Du sprichst das an, wie es auch mir ergeht. Die Morde interessieren mich weit weniger als die Dialoge und Dispute zwischen den Geschwisterpaaren, wobei Anette eindeutig hervorsticht. Ich hätte sie gern kennengelernt.

  • Diese Frage stelle ich mir auch andauernd. Vor allem frage ich mich, welche Gemeinsamkeiten die Toten wohl haben. Etwas muss sie doch miteinander verbinden.


    Vielleicht aber auch nicht!? Womöglich haben wir es mit zwei Mördern zu tun, anstatt nur mit einem?
    Und wenn nicht, dann ist zu vermuten, dass Wegner den Mörder kannte oder dass der Mörder mutmaßte ( vielleicht auf Grund des Romans, den Wegner verfasst hat ), dass Wegner etwas wusste, das ihn hätte überführen können.

  • Und wenn nicht, dann ist zu vermuten, dass Wegner den Mörder kannte oder dass der Mörder mutmaßte ( vielleicht auf Grund des Romans, den Wegner verfasst hat ), dass Wegner etwas wusste, das ihn hätte überführen können.


    Ich habe mir gerade die Stelle nochmal durchgelesen, wo Jakob mit Blauberg wegen Wegner spricht. Da steht u.A. dass sich die Handschriften auf den Zetteln mit den Märchenzitaten nicht gleichen. Es muss also doch ein anderer Mörder sein. (S. 158)

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • Es gibt doch ein paar Merkwürdigkeiten. Wegner wurde zwar tatsächlich vergiftet, aber es ist schon komisch, warum er nach Jacobs klarer Absage dennoch davon ausging, dass sein Roman veröffentlicht werden würde. Es sieht mir nicht so aus, als wollte er es nur einfach nicht wahrhaben...


    Möglicherweise wollte er es einfach nicht wahrhaben, aber eigentlich denke ich, dass seine Reden vom zukünftigen Reichtum eher für seine Vermieter gedacht war. Hat es nicht geheißen, dass er sogar Miete schuldig war und das absolut kein Geld für ein Begräbnis da war? Mit solchen "Zukunftsversprechen" konnte er sich vielleicht sein Dach über dem Kopf noch für ein paar Tage oder Wochen sichern, denn er selber war ja ganz offensichtlich hoffnungslos pleite! Und dann... hat er für seine Denunziation Geld bekommen?



    Die Dialoge sind einfach der Hit. Wie Annette Jakob Grimm mundtot gemacht hat, war einfach genial. Da konnte er gar nicht anders, als ihr das anzurechnen. In Liebesdingen scheint Jakob wirklich keine Ahnung zu haben und von der „Sache“ hat er anscheinend auch nichts mitbekommen. Wilhelm hat es ihm wohl verschwiegen.


    Die Dialoge sind wirklich großartig! Ich bestaune solche Schlagfertigkeit immer wieder - auch weil sie mir so völlig fehlt! Allerdings - da muss ich Doscho wirklich recht geben: manchmal führen sie sich auf wie ein Kindergarten!
    Und natürlich finde ich es auch besonders lustig, wie geschickt Annette Jakob um den Finger wickeln konnte, ohne dass er es wirklich gemerkt hat! Dass Jakob es schafft, Annettes Argumente als richtig und intelligent anzuerkennen, spricht wirklich für ihn! Ich glaube nicht ,dass die damals selbstverständlich war.
    Von Liebesdingen, Flirten, charmantem Geplänkel hatte Jakob anscheinend wirklich keine Ahnung... armer Kerl!


    Neben den Morden bzw den Ermittlungen, die sich zur Zeit nur sehr schleppend gestalten, ist die Geschichte aus Bökendorf natürlich weiterhin extrem interessant. Es muss etwas wirklich Grobes gewesen sein, denn Annette scheint regelrecht traumatisiert zu sein, weil sie ja jede Aussage auf diesen Vorfall bezieht. Es hat ihr Selbstwertgefühl erschüttert.
    Andererseits kommt aber heraus, dass Wilhelm, der von diesem Vorfall wusste bzw daran sogar aktiv beteiligt war, seinem Bruder nicht davon berichtet hat. Weil er sich schämte? Oder weil er Annette nicht weiter bloßstellen wollte? Überhaupt regt mich der Gedanke, dass August seiner Nichte eine Lektion erteilen wollte, fürchterlich auf! Was bildet er sich ein????
    :lesen:


  • Wegner ist also dem Tod durch Gift erlegen. Forensiker sind der Ansicht, dass Giftmorde immer sehr persönlich sind.


    Das finde finde ich jetzt sehr spannend! Danke für diese Information!
    Ich finde ja beide Morde sehr "persönlich" - denn beide Morde sind genau überlegt, genau geplant und sehr demonstrativ und symbolhaft durchgeführt worden!
    Also keine Handlung im Affekt, sondern sehr kalte Rache. Und ich nehme an, dass die Rache gleich mehrere Menschen miteinschließt - unter anderem auch Jakob Grimm!
    :o


  • Womöglich haben wir es mit zwei Mördern zu tun, anstatt nur mit einem?
    Und wenn nicht, dann ist zu vermuten, dass Wegner den Mörder kannte oder dass der Mörder mutmaßte ( vielleicht auf Grund des Romans, den Wegner verfasst hat ), dass Wegner etwas wusste, das ihn hätte überführen können.


    Die "Handschrift" der Morde ist allerdings sehr ähnlich. Vielleicht ist Wegner nur eine Art "Bauernopfer", dass auf Jakob Grimm hinweisen soll. Wenn tatsächlich zwei Mörder am Werk sind, dann kopiert der zweite Mörder und das wiederum bedeutet, dass er über den ersten Mord perfekt Bescheid wissen muss. Also Blauberg oder einer seiner Helfer?
    ???

  • Die "Handschrift" der Morde ist allerdings sehr ähnlich. Vielleicht ist Wegner nur eine Art "Bauernopfer", dass auf Jakob Grimm hinweisen soll. Wenn tatsächlich zwei Mörder am Werk sind, dann kopiert der zweite Mörder und das wiederum bedeutet, dass er über den ersten Mord perfekt Bescheid wissen muss. Also Blauberg oder einer seiner Helfer?
    ???


    Hier ist die Frage, wer tatsächlich in alle Einzelheiten des ersten Mordes eingeweiht war! An Blauberg als Mörder glaube ich nicht, vielmehr an einen Adligen oder jemanden, der Einfluss hat und um diesen oder seinen guten Ruf fürchtet.
    Die Idee mit den beiden unterschiedlichen Morden ist übrigens nicht abwegig, denn Lerchie hat ja nochmal nachgeschaut und herausgefunden, dass die Handschriften auf den Zetteln mit den Märchenzitaten nicht identisch sind!


  • Hier ist die Frage, wer tatsächlich in alle Einzelheiten des ersten Mordes eingeweiht war! An Blauberg als Mörder glaube ich nicht, vielmehr an einen Adligen oder jemanden, der Einfluss hat und um diesen oder seinen guten Ruf fürchtet.
    Die Idee mit den beiden unterschiedlichen Morden ist übrigens nicht abwegig, denn Lerchie hat ja nochmal nachgeschaut und herausgefunden, dass die Handschriften auf den Zetteln mit den Märchenzitaten nicht identisch sind!


    Nein, ich kann nicht wirklich an einen meuchemordenden Blauberg glauben. Allerdings - die zwei verschiedenen Mörder? Jeder von uns kann sicher mindestens 2 Handschriften kopieren - es geht ja nur um relativ kurze Zitate. Und als Mörder würde ich sicher nicht meine wunderschöne Handschrift bemühen ;)


    Ich plädiere ja auch eher für einen adeligen Mörder, der gleichzeitig auch belesen ist. Mit einem Hang zur Theatralik. Eher ein Mann als eine Frau. Aber für knapp die Hälfte des Buches ist es eine magere Ausbeute an Hinweisen.... :-[


  • Nein, ich kann nicht wirklich an einen meuchemordenden Blauberg glauben. Allerdings - die zwei verschiedenen Mörder? Jeder von uns kann sicher mindestens 2 Handschriften kopieren - es geht ja nur um relativ kurze Zitate. Und als Mörder würde ich sicher nicht meine wunderschöne Handschrift bemühen ;)


    Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Und Du hast natürlich recht, auch wenn Blauberg gesagt hat, dass die Handschriften nicht identisch sind, kann er nicht umhin zu sagen, dass man seine Schrift auch verstellen kann. Ich denke graphologische Gutachten gab es damals noch nicht.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • Ich plädiere ja auch eher für einen adeligen Mörder, der gleichzeitig auch belesen ist. Mit einem Hang zur Theatralik. Eher ein Mann als eine Frau. Aber für knapp die Hälfte des Buches ist es eine magere Ausbeute an Hinweisen.... :-[


    Gerade das gefällt mir! Ein Krimi muss rätselhaft bis zum Schluss sein, denn das erhält die Spannung! Und hier sind ja auch noch so einige Nebenschauplätze, auf denen es nicht gerade langweilig zugeht! Auch da entwickelt sich alles nach und nach - kurz gesagt, nichts ist voraussagbar!


  • Wegener wurde also vergiftet. Bei dem Zitat war das schon fast klar. Aber dass der Bachos seine eigene Mutter getötet haben soll, finde ich schon eher unwahrscheinlich. Aber natürlich ist das eine Möglichkeit von vielen.


    Die Dialoge sind einfach der Hit. Wie Annette Jakob Grimm mundtot gemacht hat, war einfach genial. Da konnte er gar nicht anders, als ihr das anzurechnen. In Liebesdingen scheint Jakob wirklich keine Ahnung zu haben und von der „Sache“ hat er anscheinend auch nichts mitbekommen. Wilhelm hat es ihm wohl verschwiegen.


    Ich glaube auch nicht, dass Bachos seine eigene Mutter getötet hat.
    Warum wurde der Wegener vergiftet? Wie passt er in das Puzzle überhaupt rein?


    Ja, die Dialoge sind gut und echt amüsant zu lesen. Aber das Drumherum..........Leute, ich tu mich echt schwer mit der Lektüre muss ich sagen. Ich bin kurz davor, das Buch abzubrechen, ich komme so gar nicht rein in die Geschichte. Es ist mir schlicht zu viel...zu tiefgründig.........aber ich geb mal noch nicht auf