05 - Seite 337 bis Seite 416 (IV Teil bis einschl. Kapitel 31)

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  • Also ich fand es schon allerhand, dass Jakob von der Polizei von hinten niedergeschlagen worden ist! Die haben vielleicht Methoden. Den Grund habe ich nicht so richtig verstanden.


    Also, wenn ich das bisher richtig verstanden habe, so hat Wilhelm Grimm auf Befehl von Annettes Onkel August, diese mit Arnswaldt erwischt. Allerdings weiß ich noch nicht, wie weit die beiden gegangen waren. Aber ich denke, das erfahren wir im letzten Abschnitt bestimmt noch.


    Die Idee mit dem Selbstmord Wegeners ist gar nicht so schlecht. Allerdings glaube ich nicht daran. Ich bin gespannt, wer die Info, dass Wegeners Buch veröffenltich würde, an die Zeitung gegeben hat. Er kann es sogar selbst getan haben. Vielleicht so, dass es zum nächsten Zeitpunkt veröffentlicht wird. Und wenn es dann doch Selbstmord war.... Aber nein, ich glaube das nicht.


    Dass Annette und Jenny eine saftige Erkältung bekamen, hat mich nicht gewundert. Ob sie abends wirklich wieder fit sind?


    So ich muss jetzt weiterlesen. Endspurt...

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Lerchie, die Begründung ist die von Blauberg gelieferte. Man wollte nicht, daß Jacob das Ansehen des Nationalhelden Dörnberg kompromittiert, und wußte nach dem Gespräch zwischen Jacob und Müller nicht genau, welches Material (sprich: Brief) Jacob über die Dörnberg-Freiin von Bachros-Verbindung hatte. Natürlich hätte der Polizeidiener Jacob schlicht und einfach FRAGEN können, aber Jacob hat sich bei der Polizei eben nicht beliebt gemacht...

  • Auch ich finde die Methoden der Polizei fragwürdig - da wird Jacob systematisch mundtot gemacht. Da ist mir Blauberg gleich wieder ein bisschen unsympathischer geworden... Und Kern wiegelt auch alles ab, als Anette ihn befragt.


    Wilhelms Dilemma kann ich nachvollziehen, auch wenn es kein Grund ist, gegen eine Frau zu intrigieren, nur weil er feuchte Träume von ihr hat, aber eher die andere mag... Aber es scheint, als würde er es bedauern, überhaupt mitgemacht zu haben, das ist immerhin ein Anfang. Jenny hat ihm wohl etwas den Kopf gewaschen, aber er hat schon recht, es ist schwierig bis unmöglich, dieses Problem jemandem anzuvertrauen.


    Die Gespräche zwischen den Grimms und den Droste-Schwestern wirken jetzt rundum fruchtbarer und ergebnisorientierter, das gefällt mir! Die Theorie vom Selbstmord klingt gar nicht so abwegig, obwohl ich glaube, dass Wegner sich selbst nicht so hat hinrichten können. OK, der Apfel würde wohl noch klappen, aber den Zettel mit dem Märchenzitat zu platzieren - wie soll er das gemacht haben? Und dann wäre der Bezug zur Freiin von Bachros wohl reiner Zufall... hm. Und der Zusammenhang mit dem Koch ist auch verschwunden.


    Dann bin ich mal gespannt, wie das Ganze ausgeht! :)

  • Doscho, Wilhelm hat mit den Droste-Schwestern in meinem Roman im Grunde das gleiche Problem wie Annette mit Straube und Arnswaldt - von der einen Person körperlich, von der anderen Person geistig angezogen zu werden. Beides ist theoretisch gleichermaßen tabu in der angehenden Biedermeier-Gesellschaft, und definitiv kein Gesprächsthema. Da jedoch Frauen und Männer völlig anders sozialisiert wurden, gibt Annette sich selbst die Schuld und wendet sich nach innen, während Wilhelm zwar auch ein schlechtes Gewissen hat, aber mit seiner Misere erst einmal dadurch umgeht, daß er sie nach außen wendet, und Annette die Schuld dafür gibt.


    (Nebenbei: bis auf Jenny hätten alle Hauptfiguren von einem Therapeuten profitieren können, aber den gab’s halt im frühen 19. Jahrhundert noch nbicht. :) )

  • (Nebenbei: bis auf Jenny hätten alle Hauptfiguren von einem Therapeuten profitieren können, aber den gab’s halt im frühen 19. Jahrhundert noch nbicht. :) )


    Das sprichst Du ein wahres Wort gelassen aus. Für mich ist die Geschichte zweigeteilt. Also die Krimihandlung, die sehr vertrackt ist und bei der man sehr aufmerksam lesen muss. Deshalb halten sich vielleicht auch meine Mutmaßungen in Grenzen, ich folge einfach der Fährte unseres "Ermittlerteams".


    Die andere ist die Zwischenmenschliche. Und hier meine ich nicht nur die Droste-Schwestern und die Grimm-Brüder. Durchaus auch die adeligen Ehefrauen und Konkubinen und deren eheliche oder uneheliche Kinder. Ein Sumpf von negativen Beziehungen, wie ich finde. Und durch die damaligen Konventionen werden sowohl richtige Aussprachen als auch ehrliche Gefühle gar nicht zugelassen.
    Der Mensch ist ja so schon kompliziert genug (siehe heutige Beziehungsprobleme). Dazu noch diese Gesellschaftsstruktur... mal ehrlich, ich sehe überall nur unglückliche Menschen in dieser Geschichte. Oder doch zumindest unzufriedene und solche, die sich nach einem anderen Leben sehnen; oder nach einem anderen Menschen. Nach Zuneigung.


    Einziger Lichtblick ist die Grimm-Schwester für mich.

  • Die Gespräche zwischen den Grimms und den Droste-Schwestern wirken jetzt rundum fruchtbarer und ergebnisorientierter, das gefällt mir!


    Dadurch, dass die Herren den Droste-Schwestern alle innigen Gefühle "austreiben" mit ihrem Pragmatismus reduziert sich deren Freundschaft tatsächlich auf das kleinste Maß und im Augenblick verbindet vor allem die Suche nach dem Mörder.


  • Also, wenn ich das bisher richtig verstanden habe, so hat Wilhelm Grimm auf Befehl von Annettes Onkel August, diese mit Arnswaldt erwischt. Allerdings weiß ich noch nicht, wie weit die beiden gegangen waren. Aber ich denke, das erfahren wir im letzten Abschnitt bestimmt noch.


    Enttäuschender Weise kam keiner der Herren auf die Idee, das so ein Test gegen Anstand und gute Sitte verstoßen könnte. Auch die nicht, die Annette vorgeblich mochten. Deshalb finde ich es vom Onkel am wenigsten verwerflich. Der ist ja sowieso gegen seine Nichte eingestellt.

  • Die Erklärung für das Zusammenschlagen von Jakob ist eigenartig - weil er eventuell den Ruf von Dörnberg kompromittieren könnte. Hat dieser Dörnberg einen solch überzeugten und fast fanatischen Fanclub?
    Im Endeffekt nimmt Jakob diesen Vorfall eigentlich sehr gelassen hin.



    Für mich ist die Geschichte zweigeteilt. Also die Krimihandlung, die sehr vertrackt ist und bei der man sehr aufmerksam lesen muss. Deshalb halten sich vielleicht auch meine Mutmaßungen in Grenzen, ich folge einfach der Fährte unseres "Ermittlerteams".


    Da kann ich mich nur anschließen - ich versuche zwar auch zu "ermitteln", aber wirkliche Ideen hab ich da nicht! Annettes Selbstmordtheorie ist für mich aber schlüssig und möglich! Denn dann wären es tatsächlich 2 voneinander unabhängige Taten. Mir fehlt bis jetzt einfach die Verbindung zwischen den beiden möglichen Morden. Und mir fehlt auch die Verbindung zu den Brüdern Grimm.
    Annettes argumentiert ihre Selbstmordtheorie psychologisch sinnig. Ich vermute, Profiler von heute hätten ihre Freude daran (und Hercule Poirot ebenso!)


    Und es sind die Gespräche mit Annette, die mir Jakob zunehmend sympathischer werden lassen! Er hat ihre Intelligenz erkannt und ihre Argumente überlegt. Reife Leistung für einen Mann in dieser Zeit. So wie die anderen geschildert werden, war das ein kleines Weltwunder! Schon die Geschichte um die Hustenbonbons ist entzückend! Im Gegensatz dazu, verliert Wilhelm an Sympathie! Allerdings war so eine innere Zerissenheit sicherlich kein adäquates Thema zu Beginn des 19 Jh. Das ist keine Entschuldigung für sein schäbiges Verhalten! Wenigstens kommt ihm zwischendurch einmal der Gedanke, dass diese "Lektion" wesentlich drastischere Folgen für Annette hatte, als er angenommen hat! Und somit ist er der einzige, der so etwas wie Reue diesbezüglich zeigt. >:(


    Tanja, Du hast wirklich recht: eine Psychotherapie wäre wirklich nötig gewesen!


    Christian von Kern bemüht sich schon recht offensichtlich um Annette. Und Annette gefällt das auch - so zumindest mein Eindruck. Aber seine Gedanken zum Thema Mätressen und Dörnberg sind so streng, dass sie eigentlich in Annettes Täterprofil passen. :o
    Übrigens ist die Beschreibung der Kutschen und der Pferde interessant: einen Landauer kannte ich schon, aber eine Berline noch nicht! Dieser Roman ist wirklich sehr lehrreich! Danke!


    Der Roman ist jetzt so spannend (und ich ermittlungstechnisch so ratlos), dass ich sofort weiterlesen muss!


    :lesen:

  • Enttäuschender Weise kam keiner der Herren auf die Idee, das so ein Test gegen Anstand und gute Sitte verstoßen könnte. Auch die nicht, die Annette vorgeblich mochten. Deshalb finde ich es vom Onkel am wenigsten verwerflich. Der ist ja sowieso gegen seine Nichte eingestellt.


    Ich fand es gerade von August verwerflich, schließlich ist er doch ihr Onkel. Auch wenn er sie nicht sonderlich mochte. Aber er war von allen eine Unverschämtheit. Eigentlich am meisten von Arnswaldt.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • dieser Dörnberg einen solch überzeugten und fast fanatischen Fanclub?


    Unterschätze niemals Fans. :) Ernsthafter ausgedrückt: es ist nicht nur der Status von Dörnberg als Nationalidol, sondern auch das gebeutelte hessische Selbstbewußtsein per se. Sie haben gerade eine Besatzung hinter sich, die sie nicht aus eigenen Kräften wieder los geworden sind. Der alte Kurfürst, der gerade zu Grabe getragen wurde, war mit seiner Mätressenwirtschaft und seinen altertümlichen Marotten (Zöpfe wieder einführen etc.) sogar unter den nicht sehr glorreichen anderen deutschen Fürsten ein Witz. Der neue Kurfürst scheint in seine Stapfen zu treten. Alles ganz und gar nicht gut für die Staatspropaganda. Also legt man auf den makellosen Ruf von Dörnberg doppelten und dreifachen Wert.

  • Nun kennen wir ( fast? ) die ganze Wahrheit über Bökendorf! Auch die Rolle, die Wilhelm dabei spielte und den Grund, warum er sich in Wirklichkeit für diese gemeine Intrige hergegeben hat! Und natürlich kann er den wahren Grund niemandem offenbaren.
    Übrigens hätte ich nie damit gerechnet, dass Wilhelm diese wilden Träume von Annette haben könnte, immer noch hat, wenn ich das richtig verstehe.
    Er mag sie ja nicht einmal, sie ist ihm ob ihres so unweiblichen Betragens sogar zuwider. Aber irgendetwas tief in ihm ist geradezu berauscht von ihr.


    Ich verstehe sehr gut, warum er bei der unsäglichen Lektion, so verwerflich sie auch war, mitgemacht hat! Im Grunde wollte er sie dafür bestrafen, dass er so besessen von ihr war. Tut ihm das jetzt wirklich leid?
    Vielleicht wegen Jenny, denn eine Annäherung der beiden ist nun endgültig ausgeschlossen. Ich glaube auch nicht, dass Jenny ihm seine klägliche Rolle auf Bökendorf verzeihen kann. Sie sagt ja sehr deutlich ihre Meinung dazu: "Was ging Sie das eigentlich an, Wilhelm? Wer hat Sie, zusammen mit August und Anna, zu der moralischen Instanz gemacht, vor der sich meine Schwester zu rechtfertigen hatte?" ( S. 342 )
    Und dann begreift die klarsichtige Jenny zu ihrem Entsetzen, was sie für Wilhelm in Wirklichkeit ist: die Prinzessin im Turm, die einen unerreichbaren Traum verkörpert...
    Wilhelm lebt anscheinend wirklich in seiner eigenen Märchenwelt!
    Gleichzeitig aber versteht Jenny jetzt genau, was auf Bökendorf in ihrer Schwester vorgegangen ist, weil sie selbst sich bei Wilhelm das Gleiche erhofft hatte.
    Ach, mich hat das richtig traurig gemacht....


    Und obwohl sich so vieles in diesem vorletzten Leseabschnitt ereignet, steht wieder einmal Bökendorf bei mir im Vordergrund. Gerade auf diesen Handlungsteil wurde so geheimnisvoll immer wieder angespielt, - und er verrät so viel über unsere Charaktere.
    Wilhelm fällt immer tiefer in meiner Achtung, bei August und der zum Glück im Hintergrund bleibenden Anna ist das nicht mehr möglich, denn diesem Geschwisterpaar habe ich noch nie Sympathie oder gar Achtung entgegengebracht.


    Was Grimms Morde betrifft, so glaube ich, dass sich die Nebel langsam lichten nach all den Verirrungen und Verwirrungen.
    Annette hat für sich eine Art Profil des Mörders erstellt: er ist jemand von Rang, der Einfluss und, was wir ja schon wissen, Zugang zu Schloss Wilhelmshöhe hat. Außerdem ist sie überzeugt, dass er selbst gequält und gedemütigt wurde, dass er der Freiin Schmerzen zufügte, weil er überzeugt war, dass sie es verdient hatte, so zu sterben.


    Weiter wissen wir, dass der Hofmarschall Kern, im Gegensatz zu seiner Mutter, die Freiin nicht mochte, so wie er und seine verstorbene Frau Mätressen generell hassten.
    Und da er sich auch zu Dörnberg nicht äußern möchte, konzentriere ich mich im Augenblick auf ihn, den Hofmarschall. Sonst will mir niemand als Mörder einfallen.


    Da Bilder, die die ermordete Bachros so vehement zurückverlangte, eine gewisse Rolle in der Geschichte spielen, fiel mir Annettes Bewunderung des geheimnisvollen Gemäldes in Jennys Raum im Hause Kern auf. Es scheint von Leonardo gemalt zu sein! Und dann gibt es auch noch den großen Rembrandt in Kerns Bibliothek, den Annette in ihrer ersten Nacht bei Kern entdeckt hatte....
    Was also, wenn das Motiv für den Mord bei den Gemälden zu suchen ist, unter denen sich vielleicht ein besonders kostbares befindet!?
    Aber - wie passt da denn der Mord an dem armen Wegner ins Bild? Zwei Mörder sind für mich inzwischen mehr als nur eine Vermutung.
    So wird der letzte Abschnitt vieles auflösen müssen....


  • Schon die Geschichte um die Hustenbonbons ist entzückend!


    Übrigens ist die Beschreibung der Kutschen und der Pferde interessant: einen Landauer kannte ich schon, aber eine Berline noch nicht!


    Es sind tatsächlich die kleinen Kuriositäten am Rande, die dem Roman Charme verleihen!
    Worüber ich in Bezug auf Kutschen und Pferde erstaunt war, ist die Tatsache, dass die Pferde farblich zu den Kutschen passen mussten, - oder umgekehrt.... ;)


  • ( ... ) mal ehrlich, ich sehe überall nur unglückliche Menschen in dieser Geschichte. Oder doch zumindest unzufriedene und solche, die sich nach einem anderen Leben sehnen; oder nach einem anderen Menschen. Nach Zuneigung.


    Einziger Lichtblick ist die Grimm-Schwester für mich.


    Die Drostes sind beide nicht glücklich, nicht einmal fröhlich, das stimmt. Aber was ist mit Jacob? Ich empfinde seinen Gemütszustand als regelmäßig, als gleichbleibend, nicht aber als unglücklich. Gewiss, durch sein oft schroffes Verhalten macht er sich keine Freunde, aber ich glaube auch nicht, dass er diese braucht. Er hat Wilhelm. Und der reicht ihm, mit ihm teilt er seine Interessen und auch sein Leben. Ich sehe ihn als fatalistisch, er nimmt das Leben, wie es kommt. Und er führt, bis auf die Geldprobleme, meines Erachtens genau die Art von Leben, die ihm zusagt!

  • Mir kommt auch Lotte am glücklichsten vor. Dann vielleicht Jakob, wobei man bei ihm eher zufrieden sagen muss.


    Ich mag Annette sehr und sie tut mir unendlich leid, dass sie so leiden musste. Und alles nur wegen einer bösen Intrige. Weil August ihre Intelligenz nicht passte. Vermutlich war sie intelligenter als er und das gefiel ihm nicht. Es konnte doch nciht sein, dass eine Frau schlauer war als er? Er war schließlich ein Mann und Frauen hatten dummer zu sein!

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • Mir kommt auch Lotte am glücklichsten vor. Dann vielleicht Jakob, wobei man bei ihm eher zufrieden sagen muss.


    Ich mag Annette sehr und sie tut mir unendlich leid, dass sie so leiden musste. Und alles nur wegen einer bösen Intrige. Weil August ihre Intelligenz nicht passte. Vermutlich war sie intelligenter als er und das gefiel ihm nicht. Es konnte doch nciht sein, dass eine Frau schlauer war als er? Er war schließlich ein Mann und Frauen hatten dummer zu sein!


    Hier antworte ich mal mit einem Zitat, das auf S.344 zu finden ist und das von Jenny stammt, die zu wissen glaubt, warum August und Anna diese Intrige eingefädelt haben:
    "Es war eine giftige Verbindung aus Furcht davor, dass Annette ihnen einen Bürgerlichen in die Familie brachte, und dem Wunsch, Annette für jedes verlorene Wortgefecht, jede Bewunderung von Gästen, die ihre eigenen Fähigkeiten in den Schatten gestellt hatten, gründlich zu demütigen."
    Dem stimme ich vorbehaltlos zu!

  • So langsam geht es dem Ende zu und es bleibt weiterhin spannend.


    Die damaligen Polizeimethoden finde ich etwas wunderlich. Wieso schlägt man einen Mann nieder, der gerade am Grab seiner Mutter steht? Was hat Jakob so Verwerfliches getan, dass man ihn so angeht? Den vorgegebenen Grund finde ich einfach zu nichtig, als das er wahr sein könnte.


    Wilhelm Grimms Beteiligung an dieser Intrige wird immer ominöser. Er hat sich zum Spielball von Anettes Onkel August machen lassen. Stand er in seiner Schuld, dass er diesen regelrechten Befehl ausgeführt hat? Wollte er sich an Anette rächen, weil er selbst ihr zugetan war und sie ihn nicht beachtet hat? Da macht es ja noch schlimmer, als es so schon ist. Er ist bei mir auf jeden Fall untendurch und das ist nicht mehr zu reparieren. Und mit seinem Tun hat er auch Jenny zutiefst verletzt, denn auch sie sieht die Tat als unverzeihlich und nicht zu rechtfertigen. Mir tut sie regelrecht leid, da sie selbst Träume in Bezug auf Wilhelm hatte und diese nun zerbrochen sind.


    Was Wegener betrifft, so ist die Idee mit dem Selbstmord nicht mehr weit von der Hand zu weisen. Allerdings kann ich immer noch nicht glauben, dass ein Mensch für ein Buch sein Leben hergibt und das freiwillig, nur um etwas Ruhm zu erlangen, den er selbst gar nicht mehr miterlebt.


    Anette bewundere ich immer mehr, sie ist trotz dieser scheußlichen Geschichte weiterhin konzentriert und lässt sich von den Morden nicht ablenken. Wieviel Kraft es sie wohl kosten muss, die Normalität beizubehalten, während es innerlich in ihr brodeln und sie äußerst verletzt sein muss nach der Offenbarung aller Details. Sie betätigt sich als Profilerin und hat ein Bild des Mörders vor Augen. Alles deutet als Grund dafür auf die Gemälde hin, aber ist es wirklich so einfach?


  • Also ich fand es schon allerhand, dass Jakob von der Polizei von hinten niedergeschlagen worden ist! Die haben vielleicht Methoden. Den Grund habe ich nicht so richtig verstanden.


    Mir geht es ebenso. Ich fand den Grund fadenscheinig, mir kommt es eher so vor, als wollten sie Jakob eine Warnung geben. Er soll endlich Ruhe geben und sich aus der Mördersuche raushalten. Aber die Methoden der Polizei waren schon sehr drastisch.

  • Dadurch, dass die Herren den Droste-Schwestern alle innigen Gefühle "austreiben" mit ihrem Pragmatismus reduziert sich deren Freundschaft tatsächlich auf das kleinste Maß und im Augenblick verbindet vor allem die Suche nach dem Mörder.


    Du hast recht, es wirkt alles etwas nüchterner. Ich bin davon überzeugt, dass die unselige Geschichte, in die Wilhelm ja mitverwickelt war, ein Übriges dazu tat. Ich stelle es mir sehr schwer vor, dabei weiterhin freundschaftlich zusammen zu arbeiten, zumindest was die Droste-Schwestern betrifft. Da hält man sich eher an Fakten und bleibt so objektiv wie möglich, ohne sich um andere Befindlichkeiten zu kümmern.