Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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  • Meine Rezension stelle ich schon mal ein, die Kurzgeschichte werde ich ja noch kommentieren.


    Das vierte Abenteuer für Boris und Olga


    Boris und Olga kommen zusammen mit Wassilisa und ihren Freunden in Cöln an. Boris sieht der Ankunft mit gemischten Gefühlen entgegen: einerseits hofft er darauf, dass Nikola Tesla ihm helfen kann, was seine Schwäche und seinen Tastsinn angeht, andererseits befürchtet er, dass er Wassilisa an deren Ehemann und Boris' Bruder verlieren wird. In Cöln selbst gehen seltsame Dinge vor sich: seit einigen Tagen verschwinden immer wieder Kinder spurlos und niemand weiß, wo sie abgeblieben sind.


    Boris und Olga zählen zu meinen Lieblingsbuchcharakteren und daher habe ich mich sehr auf das Erscheinen des vierten Buches über die beiden gefreut. Die „Kinder des Äthers“ schließt nahtlos an den dritten Band an und schnell wurde mir klar, dass es Boris nach der Rettung der Zeit ganz und gar nicht gut geht. Er leidet immer noch an starken Schwächeanfällen und nicht nur er setzt alle Hoffnungen auf Nikola, dass dieser ihm in Cöln helfen kann. Es schmerzte mich als Leser, Boris so angeschlagen zu erleben, bisher war er immer der Fels in der Brandung, der die Seinen beschützte.


    Aber solange er mit Olga zusammen ist, ist alles halb so schlimm, es ist immer wieder rührend, wie sich die beiden gegenseitig Kraft geben. Dabei werden sie immer wieder von den traumatischen Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit eingeholt. Um ihr kleines Familienglück vollkommen zu machen, fehlt nur noch Wassilisas Entscheidung: wird sie bei Boris bleiben, dem sie während der vergangenen Ereignisse wieder näher gekommen ist oder bei ihrem Mann Gregory, der sich immer noch schwer verletzt in Cöln befindet? Ich habe natürlich darauf gehofft, dass sie sich für Boris und Olga entscheiden wird, aber Wassilisa ist eben Wassilisa, die nicht einfach ihren kranken Mann im Stich lassen kann, auch wenn sich die beiden nicht mehr so nahe stehen.


    Wie von der Autorin gewohnt, werden die Figuren wieder liebevoll und rührend dargestellt. Man möchte mit ihnen weinen und lachen, glücklicherweise erfahren Boris und Olga auch einige schöne Dinge in Cöln. So erlebt Boris das erste Mal, dass er als vollwertiger Mensch wahrgenommen wird, den man schätzt und auch Olga macht positive Erfahrungen mit anderen Kindern. Dass sie dazu jedoch auf Wassilisas Anweisung die Schule besuchen muss, gefällt ihr ganz und gar nicht.


    Die Handlung ist ebenfalls wieder raffiniert und abwechslungsreich gestrickt mit überraschenden und spannenden Wendungen und Begegnungen. Leider tauchen auch alte Bekannte auf, auf deren Wiedersehen nicht nur Boris und Olga hätte verzichten können und die ihnen das Leben schwer machen. Der Leser lernt auch Gregory, Wassilisas Ehemann und Boris' Bruder, diesmal näher kennen. Seine Doppelmoral und sein Egoismus werden in diesem Band ziemlich deutlich herausgearbeitet und er hat mich zunehmend genervt.


    Aber Boris und Olga haben auch treue und wahre Freunde an ihrer Seite, auf die sie sich verlassen können, besonders Yegor hat mir sehr gut gefallen. Und wahre Freunde brauchen sie auch, als sie immer tiefer in die Ereignisse um die verschwundenen Kinder rutschen.


    Der vierte Band hat mir wieder sehr gut gefallen, auch wenn er mit einem ganz fiesen Cliffhanger endet – was aber auch bedeutet, dass es mit Boris und Olga weitergehen wird, was mich natürlich sehr freut.


    Meine Rezension erscheint bei:
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    LovelyBooks
    Qindie

  • Liebe Selma


    ich habe diese Rezi nicht vergessen, aber ich finde grade keine ruhige Minute um mich ans Schreiben zu machen. Bitte entschuldige das ich dich so lange warten lasse. :-[
    Ich hoffe das sich der Geburtstags-und Weihnachts-Stress ab Montag hier legt und ich mich dann konzentriert ans Werk machen kann.
    Rezi kommt, versprochen. :)


  • Liebe Selma


    ich habe diese Rezi nicht vergessen, aber ich finde grade keine ruhige Minute um mich ans Schreiben zu machen. Bitte entschuldige das ich dich so lange warten lasse. :-[
    Ich hoffe das sich der Geburtstags-und Weihnachts-Stress ab Montag hier legt und ich mich dann konzentriert ans Werk machen kann.
    Rezi kommt, versprochen. :)


    Mach dir keinen Stress mit der Rezi, genieße lieber die Weihnachtstage. :)

  • Was lange währt, wird dann doch mal gut. ::)
    Ich habe lange überlegt, wieviel von der Handlung ich in meiner Rezi verraten will. Eigentlich möchte ich gar nix verraten, die Leute sollen gefälligst selber lesen wie es weiter geht, :P aber ein bisschen musste ich schon sagen, um die Leser neugierig zu machen.


    Hier nun meine Meinung:


    Das Schicksal ist ein Bastard


    Nachdem Boris und Olga im dritten Teil dieser Serie den Plan der Zeit erfüllt haben, kehren sie mit Nikola Tesla und Wasselisa nach Cöln zurück. Boris ist sehr krank und angeschlagen. Er kann sich kaum auf den Beinen halten und ist auf die Hilfe von Wassilisa und Nikola angewiesen.


    Bei ihrer Ankunft in Cöln werden sie gleich mit sehr beunruhigenden Nachrichten empfangen. Es verschwinden auffallend viele Kinder in dieser Stadt und somit ist das für Olga kein sicherer Ort, denn Boris fehlt die Kraft sie zu beschützen.
    Wassilisa möchte sich um ihren kranken Ehemann Gregory kümmern und Nikola will alles versuchen um Boris zu helfen, doch dafür braucht er zunächst ein Labor.


    Während Boris sich erholen und ausruhen muss, hat er hin und wieder Zeit die Bilder und Ereignisse, die er bei seiner Reise durch die Zeit gesammelt hat, Revue passieren zu lassen. Er erkennt, dass er genau so wieder handeln würde, wie er es im dritten Teil getan hat, denn er hat etwas sehr wertvolles bekommen. Eine Frau die er liebt und ein Kind das er genauso liebt. Diese Erkenntnis könnte sehr schön sein, wenn die Frau nicht verheiratet wäre und das Kind nicht in großer Gefahr wäre in Cöln.


    Wie immer beschreibt die Autorin, Selma J. Spieweg, mit sehr tiefsinnigen und eindringlichen Worten die Gefühle der einzelnen Figuren. Gerade diese Erzählweise gefällt mir sehr gut, denn ich fühle wie ich an die Hand genommen werde und durch die Handlung geführt werde. Als wäre ich grade mitten in Cöln und an der Seite der Figuren.


    Boris ist es eigentlich schon längst leid ständig zu kämpfen und würde sich lieber mit Olga und Wassilisa nach Sibirien in ein kleines Häuschen zurück ziehen, aber dieser Wunsch ist grade nicht zu realisieren. Dafür ist er definitiv zu schwach.
    Mit der Hilfe von einigen Freunden schafft es Boris Arbeit zu finden und Olga muss zur Schule gehen. Dies sind ganz neue Erfahrungen für Boris und Olga, die ich jedoch mit einem leisen schmunzeln beobachtet habe.


    Wenn jemand der einzige blaue Krieger auf der Welt ist, dann hat er auch immer >alte, fiese Bekannte< an den Fersen kleben, die ihn für ihre Zwecke benutzen wollen.
    So nimmt die Handlung hier ihren Lauf und Boris muss sich doch wieder durch die neuen Abenteuer kämpfen um endlich sein Haus in Sibirien bauen zu können.


    Genauso tiefsinnig und ruhig wie das Buch in den ersten Kapiteln startet, so rasant und gefährlich gewinnt die Handlung mit jedem weiteren Kapiteln an Fahrt.


    Olga findet nette Spielkameraden und auch Boris erkennt: Freunde sind mit Gold nicht zu bezahlen.
    Besonders wenn man Entscheidungen treffen muss, die einem fast das Herz und die Seele zerreißen, sind Freunde wichtig.
    Die beste und wichtigste Freundin ist für Boris jedoch Olga, für sie geht er auch Barfuß durch die Hölle.


    Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen und ich habe mit Boris, Olga und Wassilisa furchtbar mitgelitten. Zum Schluss konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe mit gefiebert um Boris und Olga wieder glücklich vereint zu sehen.
    Das war jedoch nur für kurze Zeit der Fall, denn die Autorin lässt uns Leser dieses mal mit einem ganz fiesen Cliffhanger zurück.
    Da kann man nur hoffen, dass Frau Spieweg bald weiter schreibt und uns erzählt, wie es mit Boris, Wassilisa und Olga weitergeht.


    Meine Rezension erscheint bei:


    Amazon (muss noch freigeschaltet werden)


    Die Buchrebellin

  • Vielen Dank für diese tolle Rezension und ich finde, du hast genau das richtige Maß gefunden, zwischen nicht zu viel verraten, aber genug, um neugierig zu machen.


    Diese leserunde war wieder einmal so schön mit euch. Hat mir riesigen Spaß gemacht und schade, dass sie schon vorbei ist. Aber ich hoffe mit Alexej gut voranzukommen und dass wir uns alle dann hier wiedersehen.


  • Vielen Dank für diese tolle Rezension und ich finde, du hast genau das richtige Maß gefunden, zwischen nicht zu viel verraten, aber genug, um neugierig zu machen.


    Diese leserunde war wieder einmal so schön mit euch. Hat mir riesigen Spaß gemacht und schade, dass sie schon vorbei ist. Aber ich hoffe mit Alexej gut voranzukommen und dass wir uns alle dann hier wiedersehen.


    Danke Selma. :bussi:


    Habe ich schon mal erwähnt, dass ich immer einen Mords-Zorn bekomme, wenn ich auf Amazon nach neuen Lesestoff suche und in den Rezis dann schon den gesamten Inhalt (manches mal sogar mit Auflösung des Krimis) lese !!! >:(


    Ich finde solche Rezis immer total unfair, weil mir als neugieriger Leser direkt der Spaß verdorben wird und die Autoren das Buch nun nicht mehr verkaufen können. Warum soll ich ein Buch kaufen dessen Inhalt ich schon kenne? :'(


    Diese Leserunde war wirklich sehr schön und vor allem nicht so hektisch. Das habe ich immer sehr gerne, wenn ich auch mal über einen Abschnitt etwas länger nachdenken kann. Hier waren ja viele tiefe Gefühle und Eindrücke im Spiel, die für uns ganz alltäglich sind, aber für Boris und auch für Olga eine große Herausforderung und ganz neue Erfahrung waren.


    In diesem Sinne, wünsche ich euch allen hier ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr. :winken:

  • Liebe Selma,
    ich hatte vor Weihnachten etwas, was ich bisher noch nie hatte, eine Leseblockade. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr irgendwas zu lesen oder mich mit dem Gelesenen zu beschäftigen. Dabei hatte ich Dein Buch schon gelesen, aber ich bin nicht mehr in die Leserunden gegangen. Ich weiß nicht was das war, aber nun versuche ich wieder hinein zu kommen ins Lesen. Ich fange mit dieser Rezi an. Ich hoffe sie drückt aus, was ich empfinde. Ich liebe Boris und Olga!!!!


    Kinder des Äthers – was sind sie und kann es auch von Vorteil sein, ein Kind des Äthers zu sein?


    Die Geschichte um Boris und Olga geht weiter. Die kleine Familie beginnt ein fast normales Leben und Boris merkt, dass es Menschen gibt, die ihn so akzeptieren wie er ist. Man bittet ihn sogar um Hilfe. Olga wird als seine Tochter angesehen und Wassilisa als seine Frau, ohne Fragen zu stellen, einfach so. Was ihn deutlich verwundert und es beginnen kleine Hoffnungsfunken in ihm zu keimen, er könnte eventuell doch nicht allen Menschen als Monster erscheinen.


    Olga geht in die Schule, lernt andere Kinder kennen. Auch sie erfährt ein Stück Normalität. Beide betrachten diese Momente mit Staunen. Für mich waren diese Szenen die bedeutendsten. Es war so schön, mitzuerleben, wie sich da etwas entwickelt, was für uns als Leser unbeachtet bleibt. Die Freude an der Normalität.


    Natürlich ist nun dieser Teil der Reihe um Boris und Olga nicht nur durch solche Szenen geprägt.
    Boris ist geschwächt. Er kann weder sich noch Olga wirklich beschützen. Das macht ihm natürlich sehr zu schaffen und für seine Feinde leicht angreifbar. Nicola könnte ihm helfen, aber der hat kein Labor. Geld haben sie auch nicht und Yegor ist verschwunden, so wie einige andere ihrer Freunde.


    Es fehlt nicht an Spannung und Rätseln. Alte Feinde treten auf und bei manchen stellt sich die Frage, ob sie wirklich Feinde sind, oder selber Opfer.


    Geheimnisvolle Homunkuli sind im Mittelpunkt der Geschichte. Was wollen sie?
    Sind sie,was sie scheinen? Ist ihre Hingabe an die Heilung nur eine Tarnung?


    Was ist mit Wasilissas Mann, wird sie bei ihm bleiben? Vielleicht aus Mitleid? Vielleicht, weil es die Politik erfordert? Vielleicht aber auch nur, weil man in ihrer Zeit und ihrem Land nur einmal heiratet und dann für immer an den anderen gekettet ist? Oder wird er sie gar mit Gewalt mitnehmen? Diese Frage bleibt spannend und es gibt sogar die Möglichkeit Wassilisa die Erinnerung an Boris zu nehmen und alle Erinnerungen so zu manipulieren, dass sie freiwillig mit ihrem Mann geht. DA kann doch wohl auch Boris nichts mehr machen?


    Kinder werden entführt und verschwinden spurlos. Wer ist da am Werke und warum? Ist Olga in Gefahr? Ist Olga das Ziel?
    Boris muss eine Schuld abarbeiten und arbeitet als Türsteher in dem Edelbordel, welches Adele führt. Keine Arbeit, die ihm Spaß machen würde, aber Wassilisa braucht Geld für die Heilung ihres Mannes, sie brauchen Geld zum überleben und er steht eben in Adeles Schuld. Keine leichte Aufgabe. Auch dort macht er sich schnell Feinde. Mächtige Feinde.


    Es geht bis in den Abyss und bis zum Ende dieses Teils haben sowohl Boris als auch Olga und Wassilissa in Lebensgefahr geschwebt oder schweben noch?


    Dieser Teil hat mir bisher am besten von dieser Serie gefallen. Das liegt daran, dass hier kaum von den Zeitparadoxa die Rede ist, die mich in den vorigen Bänden etwas verwirrten. Es gibt natürlich auch hier die Zeitverwirrung. Olga, die bei ihrer eigenen Geburt zusieht. Boris, der Wassilisa das Kind wegnehmen muss, weil es sonst viel schlimmer wird. Die Zeit ist noch nicht auf ihrer Seite.


    Die Geschichte bleibt spannend, wird in diesem Teil aber auch berührender und hoffnungsvoller.
    Ich war wieder sehr gern mit Boris und Olga zusammen und finde es absolut wundervoll wie einfühlsam diese Außenseiter der Gesellschaft und ihre vorsichtigen Beziehungen zur Umwelt gezeigt werden.

  • Ich habe deinen Beitrag erst jetzt gesehen. Vielen Dank für diese schöne Rezension. Ja, man merkt, dass du Boris und Olga sehr gern hast. :herz:


    Mich freut besonders, dass die stillen Momente, die, in denen Boris und Olga das normale Leben kennenlernen, nicht als langweilig empfunden werden - sondern im Gegenteil. Mir war es wirklich wichtig, sie nicht rauszustreichen und hoffte darauf, dass es anderen auch so geht wir mir.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen