02: Kapitel 4 - Kapitel 6

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Kapitel 4 ("Sanatorium der Demut") bis einschl. Kapitel 6 ("Die Schule") schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • So, ich versuche jetzt mal das Chaos in diesem Abschnitt etwas zu sortieren.


    Im Kapitel >Sanatorium der Demut < hatte ich den Eindruck, als ob Boris, Wassilisa und auch Olga ständig aneinander vorbei reden, oder um den heißen Brei herum reden.
    Jeder hing seinen Gedanken nach und aus diesen Gedanken heraus gaben sie nicht alles in Worte weiter, was sie empfunden haben.
    Besonders Wassilisa und Boris fühlen sich hilflos einer Situation ausgesetzt für die auch keine Lösung in Sicht ist. Gab es eigentlich zu der damaligen Zeit die Möglichkeit sich scheiden zu lassen? Oder war das Gesetz noch gar nicht geboren?


    So wie Gregory sich Wassilisa gegenüber verhält, hat Boris schon Recht mit der Aussage:
    Gregory ist ein Arschloch.
    Klar, Gregory ist krank und hilflos, dass macht einen Menschen schon sehr ungnädig, aber so wie er sich grade verhält, könnte er auch Pech haben, dass er sich zu viele Feinde macht.
    Als Boris darüber nachdenkt, dass er Wassilisa vielleicht erzählen sollte, was Gregory ihm in seiner Kindheit angetan hat, habe ich gedacht: Ja Boris, erzähle ihr das mal, damit sie ihm Parole bieten kann.


    Aber die Situation war leider zu schnell vorbei.


    Boris, Olga und Wassilisa haben alle Angst vor der Endgültigen Trennung und je länger sie nun zusammen sind, desto schwerer wird es.


    Das Boris ausgerechnet an seinem ersten Arbeitseinsatz diesem verfluchten Gehilfen von Karelius gegenübersteht, diesem Tachyon, ist einfach nur Gift für seine geschwächte Psyche. Von der körperlichen Schwäche mal ganz zu schweigen. Gut das Milla ihn ein wenig trösten und helfen kann.


    Warum ist eigentlich Adele auf einmal so schnell verschwunden? Hat sie womöglich Geheimnisse - vielleicht mit Rysakow ? Der ist doch auch im Salon aus und ein gegangen und hat sie am Ende auch mal entführt, wenn ich mich richtig erinnere. [Blockierte Grafik: http://www.smilies.4-user.de/include/Denken/smilie_denk_10.gif]


    Süß war ja wieder die Fürsorge von Boris, als Olga ihren ersten Schultag hatte. Ich glaube als der Schulleiter Boris als "Vater" von Olga titulierte, dass war Balsam für Boris seine Seele.
    Boris leidet nicht nur Körperlich, ich glaube die seelischen Qualen sind für ihn noch viel Schlimmer. :'(


    Als Boris daran zurück dachte was er dem Zaren gesagt hatte, als der von seiner Frau getrennt leben musste:
    > Wenn man einen Menschen liebt, wünscht man ihm, dass er glücklich ist, selbst wenn man nicht Teil dieses Glücks ist. <


    Wie schwer es ist, diese Weisheit nun am eigenen Leib zu erfahren, spürt er nun.
    Aber Wassilisa ist auch nicht mehr glücklich mit Gregory, dafür hat er sie zu oft mit seinen Eifersuchtsanfällen und seiner bösen Mutter verletzt.


    Also wenn ihr mich fragt, dann dürfte dieses Zeit-Chaos auch mal etwas RICHTIG machen und Gregory zu seiner Mutter in eine einsame Hütte im Ural schleudern. Dann wären wenigstens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
    Allerdings würde es mich schwer wundern, wenn mal so etwas brauchbares bei diesen Zeitstürmen herauskäme. ::)


    Das Boris am liebsten sofort mit Olga nach Sibirien gehen würde um endlich seine Ruhe zu haben, ja, dass kann ich sehr gut verstehen.


    Auch Olga wäre glücklich, wenn sie Cöln mit Boris zusammen verlassen könnte, auch wenn sie Wassilisa sehr vermissen würde. Die drei stecken echt in einem Gefühlschaos ohne Ausweg.
    Olga fürchtet sich auch vor der Schule, obwohl sie gerne lernt. Aber die anderen Kinder machen ihr Angst. Kein Wunder, nachdem was sie ihrem Dorf als Kind alles erleben musste.


    Dieses seltsame Sanatorium der Demut....
    Also ganz ehrlich, das Haus ist mir nicht geheuer. Diese Homunkel sind mir zu Perfekt und der Bruder Bescheidenheit ist mir etwas zu redselig und hat offenbar einen sehr gut funktionierenden Verstand.
    Da bin ich genauso misstrauisch wie Boris.


    Apropos...
    Ist euch mal aufgefallen das Boris immer cleverer die einzelnen Situationen hinterfragt, ob sie eine Falle seinen könnten, oder ob eventuell irgendwo eine Gefahr lauert? Boris ist längst nicht mehr so stoisch und desinteressiert wie am Anfang der Serie.


    Ja und wo sind jetzt Yegor und Stella ?
    Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe den Verdacht das die Beiden DOCH in diesem Sanatorium der Demut sind. Tja und ich stelle mir die gleiche Frage wie Boris:
    "Was ist in diesem Sanatorium wirklich passiert, dass es so eine heftige Explosion gab?"


    Die Suche nach Yegor und Stella in den Krankenhäusern war für Boris der reinste Horror. Ich finde es ist eine starke Leistung die er da für seine Freunde erbringt. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Lachend/50.gif]

  • Zitat

    Gab es eigentlich zu der damaligen Zeit die Möglichkeit sich scheiden zu lassen? Oder war das Gesetz noch gar nicht geboren?


    Wie das rechtlich damals in Russland aussah, habe ich nicht in Erfahrung bringen können, nur dass Russland in allen sozialen Belangen den anderen Ländern sehr hinterherhinkte. Es gab dort noch Leibeigenschaft, als sie in anderen europäischen Staaten längst abgeschafft war, Frauen waren von höherer Schulbildung ausgeschlossen und der Zar erließ ein Gesetzt, in dem die Frau ihrem Mann zu gehorsam verpflichtet ist.


    Zitat

    1887 wurde im Rahmen einer konservativen Welle Frauen der Zugang zu allen Hochschulstudien untersagt. Sie hatten bis 1917 de facto den Status unmündiger Sklavinnen. So stand zum Beispiel in den zaristischen Gesetzen:
    „Die Frau ist gehalten, ihrem Mann als dem Haupt der Familie zu gehorchen, bei ihm in Liebe, Respekt, unbegrenzter Gehorsamkeit zu bleiben, ihm jeden Gefallen zu tun und ihm jede Zuneigung als eine Hausfrau zu erweisen.“


    Diese Rückständigkeit war auch der Grund, warum sich so viele Frauen, der Revolution angeschlossen hatten, denn darin sahen sie ihre einzige Chance, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.


    Ansonsten ist das Scheidungsrecht heute noch sehr unterschiedlich (In Italien wurde die Scheidung erst 1970 erlaubt in Irland 1995 und im EU-Staat Malta wurde die Scheidung erst 2011 gestattet) und bei uns, so wir wir es kennen, ist es auch nicht sonderlich alt.


    Zwar 1783 erließ Joseph II. ein Ehepatent, in dem eine Trennung zwischen dem kirchlichen Ehesakrament und dem staatlichen Ehevertrag gezogen wurde. natürlich gegen den Widerstand der Kirche. Von diesem Zeitpunkt an konnten sich wenigstens Nichtkatholiken einvernehmlich scheiden lassen und damit erneut heiraten. Aber für Katholiken galt dies nicht.


    1938 wurden dann ein neues Scheidungsrecht eingeführt, in dem sich alle scheiden lassen durften. Nach dem Krieg machten die Gesetzgeber erst mal einen Schritt rückwärts, da durfte man sich nur scheiden lassen, wenn ein Ehepartner ein "schwerwiegendes Verschulden" verursacht hätte. Da aber bis dahin der Mann seiner Frau verbieten durfte, zu arbeiten (und sie per gesetzt zur Haushaltsführung verpflichtet war), war es für Frauen oft faktisch unmöglich, sich scheiden zu lassen.


    Erst 1977 wurde heutige Scheidungsrecht eingeführt, nachdem kein Schuldiger mehr gefunden werden muss, nachdem eine Ehe nach einem Trennungsjahr grundsätzlich geschieden werden kann, wenn die Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht – spätestens aber nach drei Jahren getrennten Lebens.


    1977 war ich 11 Jahre alt und kann mich noch erinnern, dass in einigen Kreisen die Stimmen laut wurden, was für schreckliche Zeiten bevorstünden, denn dann könnten Frauen ja die Männer hemmungslos ausnehmen. Irgendwie so wie jetzt, als die selben Kreise unkten, dass wann "Nein heißt NEIN!" Gesetz wird, dann könnten die Frauen das ausnutzen … >:( ::)


    Das ist eines der Dinge, die Wassilisa an Boris sehr schätzt. So wie er Olga nie wie ein Kind behandelt, dass keine Ahnung hat, worum es geht, behandelt er Frauen nicht von oben herab.

  • Zitat

    Das Boris ausgerechnet an seinem ersten Arbeitseinsatz diesem verfluchten Gehilfen von Karelius gegenübersteht, diesem Tachyon, ist einfach nur Gift für seine geschwächte Psyche. Von der körperlichen Schwäche mal ganz zu schweigen.


    Ja, es kommt auch noch ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, der für ihn sehr schwer ist. Die Situation mit Wassilisa … überhaupt die veränderten Lebensumstände.

    Zitat

    Gut das Milla ihn ein wenig trösten und helfen kann.


    :D Sie hat ihn verführt. ;D

    Zitat

    Apropos...
    Ist euch mal aufgefallen das Boris immer cleverer die einzelnen Situationen hinterfragt, ob sie eine Falle seinen könnten, oder ob eventuell irgendwo eine Gefahr lauert? Boris ist längst nicht mehr so stoisch und desinteressiert wie am Anfang der Serie.


    Er hat eine große Entwicklung durchgemacht. Und am Ende des 3. Bandes war er ja schon fast soweit, dass er Olga als echtes Kind ansah.

  • Zitat von Selma

    1977 war ich 11 Jahre alt und kann mich noch erinnern, dass in einigen Kreisen die Stimmen laut wurden, was für schreckliche Zeiten bevorstünden, denn dann könnten Frauen ja die Männer hemmungslos ausnehmen. Irgendwie so wie jetzt, als die selben Kreise unkten, dass wann "Nein heißt NEIN!" Gesetz wird, dann könnten die Frauen das ausnutzen …


    1977 waren mein Mann und ich grade mal 1 Jahr verheiratet und haben über unsere Väter echt den Kopf geschüttelt, die genau dieser "Fraktion von männlichen Dinosauriern" angehörten, die du beschreibst.
    Auch wurde 1977 beschlossen, dass Frauen nicht mehr die Einwilligung und die Unterschrift ihres Mannes brauchten, wenn sie arbeiten wollten.
    Man glaubt manches mal gar nicht, dass auch hier in Deutschland die Frauen vor vierzig Jahren noch für ihre Rechte kämpfen mussten.


    Tja und was diese Männer angeht, die sich durch das NEIN heißt auch NEIN Gesetz bedroht fühlen und Angst vor der Entscheidungsfreiheit der Frauen haben....
    Weißt du, DAS sind für mich einfach nur schwache und einfältige Kreaturen.


    Für Wassilisa bedeutet leider diese Gesetzgebung in Russland das sie aus dieser Ehe-Situation mit Gregory nicht rauskommt. :(


    Zitat von Selma

    Sie hat ihn verführt.


    Da hat Boris nicht drum gebeten, er hat Milla einfach nur einen Gefallen getan. ;D ;)
    Das zählt nicht. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Schilder/pffCyberm.gif]


    Zitat von Selma

    Er hat eine große Entwicklung durchgemacht. Und am Ende des 3. Bandes war er ja schon fast soweit, dass er Olga als echtes Kind ansah.


    Ja richtig, dass hatten wir ja schon am Ende des dritten Buches festgestellt.


    Jetzt aber fällt mir in diesem Abschnitt besonders auf, dass er sich jeden Typen und jede Situation sehr genau durch den Kopf gehen lässt, bevor er antwortet oder handelt.
    Ich finde dieses Hinterfragen und Misstrauen echt gut, denn es wird Olga sehr freuen, wenn er die Leute nicht mehr einfach tot macht. :D


    Olga ist echt ein kleiner Engel, aber ich finde es gut das Boris sie weiterhin als seine Halluzination betrachtet, denn als seine Halluzination hat sie ihn ins Leben mit tiefen Gefühlen zurück geführt und er hat sie als Halluzination lieben gelernt. :herz:

  • Weißt du, DAS sind für mich einfach nur schwache und einfältige Kreaturen.


    Absolut!



    Für Wassilisa bedeutet leider diese Gesetzgebung in Russland das sie aus dieser Ehe-Situation mit Gregory nicht rauskommt. :(


    Ja, Wassilisa käme aus der Ehe nicht raus.
    Als gesuchter, entflohener Sträfling könnte sich Gregory nicht an die Behörden wenden. Sie gäben ihm zwar recht, würden ihn aber gleich darauf verhaften. Aber Boris und Wassilisa müssten sich so oder so von der Obrigkeit fern halten. Beide haben keine Papiere (Boris ist offiziell noch Soldat und Frauen hatten in Russland keine, sie wurden im Pass ihres Mannes eingetragen. Doch da sie ihren Nachnahmen nicht ändern muss, kämen sie in Sibirien vielleicht damit durch. ;D


    Zitat von Annette B.


    Da hat Boris nicht drum gebeten, er hat Milla einfach nur einen Gefallen getan. ;D ;)
    Das zählt nicht. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Schilder/pffCyberm.gif]


    Das stimmt. Und er war sehr unglücklich, sehr verwirrt und froh, dass jemand es gut mit ihm meinte. :unschuldig:


    Zitat von Annette B.

    Ja richtig, dass hatten wir ja schon am Ende des dritten Buches festgestellt.


    Olga ist echt ein kleiner Engel, aber ich finde es gut das Boris sie weiterhin als seine Halluzination betrachtet,


    allerdings lernt er langsam, dass man ihn auch um seiner selbst willen Lieben kann …

    Zitat von Annette B.


    denn als seine Halluzination hat sie ihn ins Leben mit tiefen Gefühlen zurück geführt und er hat sie als Halluzination lieben gelernt. :herz:


    Das wird er auch nur verlieren.

  • Wassilisa ist ganz schön eifersüchtig - und nun arbeitet Boris auch noch im Bordell ;D Wenn sie wüsste, wie Milla bei ihm für Entspannung gesorgt hat :D


    Und endlich traut sich Boris, Wassilisa zu fragen, ob sie mit ihm und Olga nach Sibirien mitgeht. Ich hoffe ja auch sehr, dass es eines Tages dazukommt, aber momentan plagt Wassilisa das schlechte Gewissen, ihren gelähmten Mann zu verlassen. Wenn er noch gesund wäre, dann würde es vielleicht ein wenig anders aussehen, aber so. Maßlos habe ich mich wieder darüber geärgert, dass es völlig normal ist, dass Gregory was mit Elena hatte, aber bei der einen Nacht von ihr macht er solch einen Aufstand.


    Und nun lebt Gregory auch noch in derselben Wohnung wie Boris; da wird ein Zusammentreffen und somit eine Konfrontation nicht ewig vermieden werden können. Vielleicht wäre es auch mal ganz gut, wenn die beiden zusammentreffen, egal, ob sie es schaffen, nur miteinander zu reden oder ob Möbel dabei zu Bruch gehen, aber so, wie die Situation im Moment ist, gleicht sie einem Pulverfass, dessen Lunte bereits angezündet wurde.


    Ich möchte wirklich nicht mit Wassilisa tauschen, sie steht unter einem enormen Druck und fühlt sich verpflichtet, etwas zu tun, was sie eigentlich gar nicht möchte und sieht auch keinen Ausweg aus ihrer Situation.


    Wo befinden sich nur Yegor und Stella? Das ist doch alles mehr als merkwürdig. Adele müsste doch wissen, an welchen Arzt sie sich gewendet hat, und der müsste doch eine Aussage treffen können, oder? Ob man dem Homunkel Bruder Bescheidenheit trauen kann oder nicht , darüber bin ich mir auch nicht sicher. Nachdem Boris auch noch Tachyon vor dem Bordell trifft, könnte ich mir vorstellen, dass Karelius auch nicht weit ist und die Homunkel womöglich auf seinem Mist gewachsen sind - von wegen frei und so.


    Und sollte das der Fall sein, dann befürchte ich, dass er womöglich auch Yegor und Stella in seiner Gewalt hat. Wer weiß, welche Experimente er für Yegor plant, wenn es so sein sollte :o


    Boris fühlt sich aber auch verpflichtet, Dinge zu tun, die er eigentlich nicht tun möchte, z.B. die Arbeit bei Madame Natalja, um ausgerechnet das Geld für seinen Bruder zu verdienen. Gut, er macht es auch für Wassilisa, aber trotzdem ... Ob das andersrum genauso der Fall wäre und Gregory das für seinen Bruder Boris ebenfalls getan hätte?


    Andererseits, evtl. hilft ihm sein neuer Job hinter die Vorgänge in Cöln zu kommen, warum Kinder vermehrt verschwinden und warum sich Tachyon (und vielleicht auch Karelius) in Cöln befindet.


    Ich muss gestehen, mir wäre es an Olgas Stelle wohl genauso bei der Ankündigung ergangen, dass sie ab jetzt die Schule besuchen soll. Glücklicherweise scheint es echt nicht so schlimm zu sein, wie sie befürchtet hat. Nett fand ich von dem Direktor, dass er Boris den kleinen Blick ins Klassenzimmer erlaubt, was sicherlich stark zu dessen Beruhigung beigetragen hat. Grinsen musste ich darüber, wie sich der Direktor gewunden hat, als es um seinen Bordellbesuch am Vortag ging ;D Doch, ich komme immer mehr zur Überzeugung, dass Boris als Türsteher einiges mitbekommen wird.


  • Im Kapitel >Sanatorium der Demut < hatte ich den Eindruck, als ob Boris, Wassilisa und auch Olga ständig aneinander vorbei reden, oder um den heißen Brei herum reden.
    Jeder hing seinen Gedanken nach und aus diesen Gedanken heraus gaben sie nicht alles in Worte weiter, was sie empfunden haben.


    Aber echt, man möchte die Drei in einen Raum sperren und sie zwingen, dass sie sich endlich mal genügend Zeit nehmen, um miteinander zu reden.



    So wie Gregory sich Wassilisa gegenüber verhält, hat Boris schon Recht mit der Aussage:
    Gregory ist ein Arschloch.
    Klar, Gregory ist krank und hilflos, dass macht einen Menschen schon sehr ungnädig, aber so wie er sich grade verhält, könnte er auch Pech haben, dass er sich zu viele Feinde macht.
    Als Boris darüber nachdenkt, dass er Wassilisa vielleicht erzählen sollte, was Gregory ihm in seiner Kindheit angetan hat, habe ich gedacht: Ja Boris, erzähle ihr das mal, damit sie ihm Parole bieten kann.


    Ja, ich bin mir auch nicht sicher, ob Boris ihr wirklich nur von Gregorys Verhältnis mit Elena erzählen wollte oder ob er nicht vielmehr mit der Sprache rausrücken wollte, dass er sein Bruder ist und was er mit ihm früher erlebt hat.



    Warum ist eigentlich Adele auf einmal so schnell verschwunden? Hat sie womöglich Geheimnisse - vielleicht mit Rysakow ? Der ist doch auch im Salon aus und ein gegangen und hat sie am Ende auch mal entführt, wenn ich mich richtig erinnere. [Blockierte Grafik: http://www.smilies.4-user.de/include/Denken/smilie_denk_10.gif]


    Stimmt, das finde ich ebenfalls sehr verdächtig. Und du hast recht, da war doch schon mal was zwischen Rysakow und Adele. Na, dann bin ich nun aber auch gespannt, ob sie womöglich Boris in den Rücken fällt oder aber in Gefahr ist.



    Süß war ja wieder die Fürsorge von Boris, als Olga ihren ersten Schultag hatte. Ich glaube als der Schulleiter Boris als "Vater" von Olga titulierte, dass war Balsam für Boris seine Seele.


    Ja, das fand ich auch total putzig von ihm, dass er sie nicht alleine gelassen hat.



    Also wenn ihr mich fragt, dann dürfte dieses Zeit-Chaos auch mal etwas RICHTIG machen und Gregory zu seiner Mutter in eine einsame Hütte im Ural schleudern. Dann wären wenigstens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
    Allerdings würde es mich schwer wundern, wenn mal so etwas brauchbares bei diesen Zeitstürmen herauskäme. ::)


    Ohja, das ist ein sehr guter Vorschlag von dir 8)



    Apropos...
    Ist euch mal aufgefallen das Boris immer cleverer die einzelnen Situationen hinterfragt, ob sie eine Falle seinen könnten, oder ob eventuell irgendwo eine Gefahr lauert? Boris ist längst nicht mehr so stoisch und desinteressiert wie am Anfang der Serie.


    In jedem Fall - er hat eine enorme Entwicklung durchgemacht.



    Ja und wo sind jetzt Yegor und Stella ?
    Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe den Verdacht das die Beiden DOCH in diesem Sanatorium der Demut sind. Tja und ich stelle mir die gleiche Frage wie Boris:
    "Was ist in diesem Sanatorium wirklich passiert, dass es so eine heftige Explosion gab?"


    Ich glaube auch nicht an einen zufälligen Unfall. Schon gar nicht, als Boris "hört", dass die Aufräumarbeiten unter der Erde stattfinden und auf einen Keller tippt. Ich tippe eher auf geheime Laboratorien unter der Erde.


  • Tja und was diese Männer angeht, die sich durch das NEIN heißt auch NEIN Gesetz bedroht fühlen und Angst vor der Entscheidungsfreiheit der Frauen haben....
    Weißt du, DAS sind für mich einfach nur schwache und einfältige Kreaturen.


    Hier bin ich ganz bei euch.

  • [quote author=odenwaldcollies]
    Wassilisa ist ganz schön eifersüchtig - und nun arbeitet Boris auch noch im Bordell ;D Wenn sie wüsste, wie Milla bei ihm für Entspannung gesorgt hat :D
    [/quote]
    :D Ja, Wassilisa wurde von Adele eiskalt erwischt. Sie hatte sich vorher gar nicht für so eifersüchtig gehalten und leider auch keine Zeit und Ruhe das zu reflektieren. Könnte sie das, käme sie auch besser damit klar.
    Wahrscheinlich würde sie mit der Art, wie Milla für Entspannung sorgte nach dem dem ersten :o-Moment, gut umgehen können. Ich glaube, was sie bei Adele so störte, war Adeles Versuch Wassilisa auszustechen. Wohingegen Milla gar nicht versucht, Boris für sich zu vereinnahmen, eine Konkurrenz zu sein.

    Zitat von odenwaldcollies


    Und endlich traut sich Boris, Wassilisa zu fragen, ob sie mit ihm und Olga nach Sibirien mitgeht. Ich hoffe ja auch sehr, dass es eines Tages dazukommt, aber momentan plagt Wassilisa das schlechte Gewissen, ihren gelähmten Mann zu verlassen.


    Es schimmert zwar manchmal durch, dass sie, wenn es hart auf hart kommt, nicht zimperlich ist*, aber sie ist einfach sehr fürsorglich veranlagt. Sie nimmt jeden, der Hilfe braucht unter ihre Fittiche: Radik, Yegor …


    * Im ersten Band erzählte sie, dass sie Radik aus dem Lazarett holen konnte, weil sie einen der Pfleger umgebracht hat und Radik dessen Platz einnehmen konnte.


    Zitat von odenwaldcollies


    Maßlos habe ich mich wieder darüber geärgert, dass es völlig normal ist, dass Gregory was mit Elena hatte, aber bei der einen Nacht von ihr macht er solch einen Aufstand.


    Genau das ist es, was auch Wassilisa so maßlos ärgert.


    Zitat von odenwaldcollies


    Ich möchte wirklich nicht mit Wassilisa tauschen, sie steht unter einem enormen Druck und fühlt sich verpflichtet, etwas zu tun, was sie eigentlich gar nicht möchte und sieht auch keinen Ausweg aus ihrer Situation.


    Boris fühlt sich aber auch verpflichtet, Dinge zu tun, die er eigentlich nicht tun möchte, z.B. die Arbeit bei Madame Natalja, um ausgerechnet das Geld für seinen Bruder zu verdienen. Gut, er macht es auch für Wassilisa, aber trotzdem ... Ob das andersrum genauso der Fall wäre und Gregory das für seinen Bruder Boris ebenfalls getan hätte?


    ;) Nein, das glauben wir wohl alle nicht, dass Gregory im umgekehrten Fall ähnliches getan hätte. Er war schon als Kind ein kleiner König, der nicht gern Dinge teile, die er für sich selbst haben wollte, oder bereit war zurückzustecken. Wahrscheinlich hat sich das im Erwachsenenalter etwas verwachsen, aber nicht gänzlich. Er kann großzügig sein, wenn es ihm selbst gut geht, oder es ihn in einem guten Licht dastehen lässt, aber ansonsten …


  • Ja, ich bin mir auch nicht sicher, ob Boris ihr wirklich nur von Gregorys Verhältnis mit Elena erzählen wollte oder ob er nicht vielmehr mit der Sprache rausrücken wollte, dass er sein Bruder ist und was er mit ihm früher erlebt hat.


    Ihr habt recht, an das Verhältnis zwischen Gregory und Elena dachte er gar nicht.

  • Zitat von Karin

    Wassilisa ist ganz schön eifersüchtig - und nun arbeitet Boris auch noch im Bordell Wenn sie wüsste, wie Milla bei ihm für Entspannung gesorgt hat


    In gewisser Weise sitzen alle - Wassilisa, Boris, Gregory und auch Elena - in einem Glashaus und keiner von ihnen hat das Recht, dass Verhalten der anderen zu kritisieren - oder den ersten Stein zu werfen.
    Gregory sollte m.M.n. mal schön die Klappe halten. Schließlich hat Boris ihm das Leben gerettet.
    Und ganz ehrlich, manches mal denke ich beim lesen, Radik hätte vielleicht doch besser zielen sollen. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Zwinker/8.gif]


    Zitat von Karin

    Und nun lebt Gregory auch noch in derselben Wohnung wie Boris; da wird ein Zusammentreffen und somit eine Konfrontation nicht ewig vermieden werden können. Vielleicht wäre es auch mal ganz gut, wenn die beiden zusammentreffen, egal, ob sie es schaffen, nur miteinander zu reden oder ob Möbel dabei zu Bruch gehen, aber so, wie die Situation im Moment ist, gleicht sie einem Pulverfass, dessen Lunte bereits angezündet wurde.


    Vielleicht wäre es schon hilfreich, wenn Boris sich nun outen würde und Gregory klar machen würde, dass er sein Bruder ist. Wer weiß, vielleicht würde Gregory sich das dann zwei mal überlegen, was er sagt.


    Zitat von Karin

    Wo befinden sich nur Yegor und Stella? Das ist doch alles mehr als merkwürdig. Adele müsste doch wissen, an welchen Arzt sie sich gewendet hat, und der müsste doch eine Aussage treffen können, oder?


    Grade deshalb ist mir Adeles plötzliches Verschwinden so suspekt. Weiß sie vielleicht Zuviel und man hat ihr irgendetwas Versprochen um sie aus dem Weg zu räumen.? Nicht unbedingt das man sie töten will, sondern einfach nur aus Cöln entfernen damit sie nicht mit Boris plaudert.


    Zitat von Karin

    Ob man dem Homunkel Bruder Bescheidenheit trauen kann oder nicht , darüber bin ich mir auch nicht sicher. Nachdem Boris auch noch Tachyon vor dem Bordell trifft, könnte ich mir vorstellen, dass Karelius auch nicht weit ist und die Homunkel womöglich auf seinem Mist gewachsen sind - von wegen frei und so.


    Also diesem Bruder Bescheidenheit traue ich keinen Millimeter, der wird mit richtigem Namen bestimmt "Bruder Scheinheiligkeit" heißen!
    Ja und deine Überlegungen zu Karelius und Tachyon sind logisch. Ich schätze mal, das passt recht gut in ihre bisherige Arbeitsweise um weitere grausame Experimente durchzuführen.


    Zitat von Karin

    Ob das andersrum genauso der Fall wäre und Gregory das für seinen Bruder Boris ebenfalls getan hätte?


    Bestimmt nicht!!! Da bin ich mir sicher.
    Oder wenn Gregory das machen würde, dann würde er das Boris mindestens dreimal täglich unter die Nase reiben. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Fragend/25.gif]


    Zitat von Karin

    Andererseits, evtl. hilft ihm sein neuer Job hinter die Vorgänge in Cöln zu kommen, warum Kinder vermehrt verschwinden und warum sich Tachyon (und vielleicht auch Karelius) in Cöln befindet.


    Stimmt, da könnte dieser Job doch sehr hilfreich sein.
    Besonders auch um vielleicht zu erfahren, was in diesen unterirdischen Gewölben des Sanatoriums vor sich geht. Da stimmt irgendwas nicht bei der Baustelle. :(



  • Gregory sollte m.M.n. mal schön die Klappe halten. Schließlich hat Boris ihm das Leben gerettet.
    Und ganz ehrlich, manches mal denke ich beim lesen, Radik hätte vielleicht doch besser zielen sollen. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Zwinker/8.gif]


    Das war nicht Radik, sondern Evgenij (und ich sage das nur, weil es noch eine kleine Rolle spielen wird, nicht dass da Verwirrung auftaucht).


    Und da ich gerade Band 2 offen habe, will ich euch das nicht vorenthalten: Gregory hätte einmal fast Erik umgebracht:
    [quote author=Die Zeitmaschine des Arabers / Botschaften]Mitten in der Nacht kam Sense in das Magazin, in dem sie untergebracht waren, weckte Katorgin und verkündete: »Wir müssen den Kapitän loswerden.«
    Olga war auf der Stelle hellwach. »Was meinst du mit loswerden?«, wollte sie wissen. »Meinst du umbringen?«
    »Pst!«, zischte Sense ärgerlich. »Willst du alle aufwecken?«
    »Was ist passiert?«, fragte Katorgin.
    »Er ist sich nicht sicher, ob wir wirklich die sind, die wir vorgeben zu sein. Er will in Jekaterinburg zwischenlanden und nach Krasnojarsk telegrafieren.«
    »Hat er das erzählt? Wie kannst du dir sicher sein?«
    »Evgenij, der Pilot und sein erster Offizier, hat es angedeutet. Ich schätze, er hält sich raus, wenn es hart auf hart kommt.«
    Katorgin nickte, als wäre es beschlossene Sache, den Kapitän umzubringen.[/quote]


    Und wer hat Erik gerettet? Genau, Olga!


    [quote author=Annette B.]

    Zitat von Karin

    Ob das andersrum genauso der Fall wäre und Gregory das für seinen Bruder Boris ebenfalls getan hätte?


    Bestimmt nicht!!! Da bin ich mir sicher.
    Oder wenn Gregory das machen würde, dann würde er das Boris mindestens dreimal täglich unter die Nase reiben. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Fragend/25.gif][/quote]
    :totlach:


  • ;) Nein, das glauben wir wohl alle nicht, dass Gregory im umgekehrten Fall ähnliches getan hätte. Er war schon als Kind ein kleiner König, der nicht gern Dinge teile, die er für sich selbst haben wollte, oder bereit war zurückzustecken. Wahrscheinlich hat sich das im Erwachsenenalter etwas verwachsen, aber nicht gänzlich. Er kann großzügig sein, wenn es ihm selbst gut geht, oder es ihn in einem guten Licht dastehen lässt, aber ansonsten …


    >:(


  • Also diesem Bruder Bescheidenheit traue ich keinen Millimeter, der wird mit richtigem Namen bestimmt "Bruder Scheinheiligkeit" heißen!


    Ohja, ich tendiere auch dazu, dass der von dir vorgeschlagene Name besser passt.



    Oder wenn Gregory das machen würde, dann würde er das Boris mindestens dreimal täglich unter die Nase reiben. [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Fragend/25.gif]


    Das ist aber so sicher, wie das Amen in der Kirche >:(


  • Und wer hat Erik gerettet? Genau, Olga!
    [/quote]


    Ha, siehste, das war mir gar nicht mehr präsent. Wenn die Erwachsenen Olga nicht hätten ... :herz:


  • [quote]Gab es eigentlich zu der damaligen Zeit die Möglichkeit sich scheiden zu lassen? Oder war das Gesetz noch gar nicht geboren?


    Eigentlich haben wir hier ja eine Parallelwelt, oder? Es ist janauch eine Zukunft, nur eine, in der die Entwicklung nicht mit Elektro, sondern dampfkraft angetriebenwird. Da könnte eine Scheidung wohl möglich sein. Ansonsten hätte man im zaristischenrussland ja soweit ich weiß nur die kirchliche Trauung und die Kirchenin Russland ist orthodox, also ziemlich streng. Da war eine scheideung sicher nicht möglich.


    Übrigens, in der DDR war Scheidnungnziemlich einfach, weil als Grundlage der Ehe nicht die versorgungsgemeinschaft war, sondern Liebe. Es war also ein ausreichender .grund zu sagen, dAss man sich nicht mehr liebt.
    Ich war ziemlich schockiert, als ich nach der Wende merkte, wie sehr noch das Denken in diesem Lande herrscht, dass der Mann der haushaltsvorstand ist und dass Ehemänner den Arbeitsvertrag der Frau bis in die 70 Jahre einfach kündigen könnten und auch bestimmen dürften, ob die Frau ein Erbe annahm und Verträge musste auch der Mann mit unterzeichnen. ICh war verwirrt, weil es tatsächlich einenTaschengeldparagraphen für die Ehefrau gibt. Für die Scheidung muss man einen Anwalt nehmen und das Wichtigste bei einer Scheidung sind nicht mehr die Kinder sondern das Geld.
    Wie das alles in einem steampunk Russland aussieht ist aber denke ich Autorensache oder?

  • War Gregory eigentlich schon in den ersten Bänden so ein Gesäß oder wird der mit der Zeit immer mehr denen ähnlich, die er eigentlich bekämpft? Oder ist seine Verletzung schuld? Jedenfalls ist er ein absoluter Unsympath.
    Boris Schwäche ist eine Sache, die mir persönlich nicht so gefällt. Seine Kraft bildete immer einen guten Kontrast zu seiner Hilflosigkeit im täglichen Umgang mit Welt. Er war seelisch sehr verletzlich, aber körperlich konnte ihm keiner. Jetzt ist er eigentlich komplett kaputt. Ich habe da so meine Schwierigkeiten damit.

  • Aber es wirkt realistisch. Sein Leben ist kaputt und Olga ist sein einziger Halt. Er ist verletzlich und das macht ihn noch sympathischer, vor allem weil er eigentlich viel mehr soziale Kompetenz hat als er glaubt.