03 - Seite 157 - Seite 226 (Kapitel 17 - einsch. Kapitel 24)

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  • Langsam fängt es zu knistern an, bei Sebastian und Edda. Aber es ist auch noch ein ziemliches hin und her. Keiner vertraut dem anderen und miteinander reden ist nicht die Stärke der beiden. Wobei - bei Edda ist es ja tatsächlich zum ersten Mal im Leben, dass sie verliebt ist. Der Krankenpfleger zählt nicht, denn da war sie ja noch sehr angeschlagen. Und Sebastian muss natürlich erst mal seine Frau loslassen bevor er sich auf eine neue einlassen kann. Aber man weiß als Leser, da könnte was gehen. ;D


    Schlimm finde ich die Eltern-Kind-Beziehungen in diesem Buch. Also zuerst mal Edda und ihre Mutter. Tragisch, dass sie so jung bei der Entführung war. Für sie war die Entführerin die Mutter (das ist natürlich auch eine Überlebensstrategie des Kindes gewesen) und die wirkliche Mutter ist ihr auch nach Jahren noch fern und fremd. Das wird nie mehr so sein, als wäre es eine gesunde Beziehung. Wie traurig. :(
    Schlimm ist aber auch, wie sich die Eltern der kleinen Mia aufführen - im Beisein des Kindes. :kommmalherfreundchen: Denen würde ich gerne mal die Leviten lesen.


    Und was ist mir sonst noch hängen geblieben?
    Das die im Süden da unten - also auch ich - manchmal etwas eigenbrödlerisch sind. Hmm, das ist ja mal echt ein norddeutsches Vorurteil. Wo doch die im Norden so kühl und spröde sind. ;) ;D

  • Also Sebastian versteht es wirklich, Edda Stück für Stück ins Leben zu führen. Er lässt sich immer etwas einfallen, so wie an dem Abend als er Edda zum Strand führt wo die Lagerfeuer sind.
    Da ist auf einmal etwas mit Edda passiert.....sie sagt, dass sie es leid ist, sich über alles Sorgen zu machen und alles zu hinterfragen.
    Ganz zaghaft kommen sie sich näher und ich frage mich , wie weit jeder von beiden die Nähe zulassen wird. Ich habe nach wie vor Angst um Sebastian, dass er sein Ziel aus den Augen verliert. Er ist so um Edda bemüht, was ich auch sehr lieb von ihm finde, aber auch er braucht Hilfe für sein Seelenheil. Nicht das er dabei ein wenig auf der Strecke bleibt.


    Das Sie so gar keine großen Gefühle für ihre Mutter empfinden kann, finde ich schade und traurig. Martha hat ihr Kind wieder und kommt nicht an sie Ran, weiß aber auch nicht wie sie sich am besten verhalten kann.
    Für Edda genau so schwer, schließlich hat sie ungewollt mit fünf Jahren eine " neue Mutter" bekommen. Kann sich an ihre leibliche Mutter nicht erinnern und geht dann mit ihr nach dem Krankenhausaufenthalt in ein " zu Hause" das sie nicht kennt. Mit einer für sie fremden Frau, die ihre Mutter ist. Ich glaube auch nicht, dass sich eine typische Mutter Tochter Beziehung aufbauen kann.


    Als Sebastian mit ihr am Strand war um die Feuer zu bewundern , ist ein schöner Augenblick entstanden an den sich beide wahrscheinlich noch lange erinnern werden.......das ist das Leben....
    Doch die Stimmung ist wie weggeblasen als Edda Mais Stimme erkennt. Deren Eltern liefern sich einen ordentlichen Streit und das alles vor Mia. Musste das wirklich sein, sicher sollen Kinder auch wissen das nicht immer alles harmonisch zwischen den Eltern ist und das sie sich auch mal streiten. Doch so ein ausgewachsener Streit sollte sich nicht vor dem eigenen Kind abspielen.
    So ist es verständlich das Edda sich am liebsten in diesem Moment um Mia gekümmert hätte. Ich fand es ein wenig überzogen von Sebastian gleich ruppig so zu reagieren und ihr klar machen wollte, dass sie das nichts anginge.


    Es ist alles nicht so einfach mit den Ansichten der beiden, ich hoffe doch sehr das sie einen guten Mittelweg finden und das Mia nicht zu sehr unter ihren Eltern leiden muss.

  • Ich versuche immer wieder, Sebastian zu verstehen. Aber ich werde nicht so ganz schlau aus ihm. Er hilft Edda, wieder Fuß zu fassen im Leben, dadurch daß sie schöne Momente erlebt, erlebt, daß sie wächst, daß sie gefestigt wird. Aber auf der anderen Seite zieht er sich dann zurück, wenn Edda sich gut fühlt. Und danach kommt sie wieder ins Grübeln. Es ist aber schön zu sehen, daß sie dennoch nicht aufgibt und weitermacht. Auch Hilda und Mia tun ihr gut, Hilda aus vorsichtiger Distanz und Mia durch ihre Kindlichkeit, die durch das Verhalten ihrer Eltern erschwert wird.


    Manchmal muß ich einfach langsamer lesen, wenn Edda all das Schöne im Leben entdeckt. Die Autorin hat ein echt gutes Gefühl dafür, uns dies miterleben zu lassen. In unserer heutigen schnell-lebigen Zeit sollten wir unserem Leben öfter mehr Achtsamkeit schenken.

  • Und was ist mir sonst noch hängen geblieben?
    Das die im Süden da unten - also auch ich - manchmal etwas eigenbrödlerisch sind. Hmm, das ist ja mal echt ein norddeutsches Vorurteil. Wo doch die im Norden so kühl und spröde sind. ;) ;D


    Nana, wer wird denn da in die Luft gehen? Vorurteile gibt es überall, über die eine oder über die andere Seite. Aber man sollte nie jemanden vorverurteilen.

  • Das Sie so gar keine großen Gefühle für ihre Mutter empfinden kann, finde ich schade und traurig. Martha hat ihr Kind wieder und kommt nicht an sie Ran, weiß aber auch nicht wie sie sich am besten verhalten kann.
    Für Edda genau so schwer, schließlich hat sie ungewollt mit fünf Jahren eine " neue Mutter" bekommen. Kann sich an ihre leibliche Mutter nicht erinnern und geht dann mit ihr nach dem Krankenhausaufenthalt in ein " zu Hause" das sie nicht kennt. Mit einer für sie fremden Frau, die ihre Mutter ist. Ich glaube auch nicht, dass sich eine typische Mutter Tochter Beziehung aufbauen kann.


    Eine typische Mutter-Tochter-Beziehung kann sie nicht aufbauen. Dafür ist viel zu viel Zeit verloren gegangen. Aber vielleicht kann die Mutter ihr eine Stütze im Leben sein. Aber bis dahin wird wahrscheinlich noch ein weiter Weg zu gehen sein.

  • Dieses Treffen mit Jan, fünf Monate nach der Entlassung, bei dem Jan fragt, ob er nach Mainz ziehen soll, um Edda zu unterstützen, ist hoffentlich nicht so ausgegangen, daß Edda "Ja" gesagt hat. Denn sie wußte instinktiv, daß sie da allein durch mußte. Wenn doch, so sehe ich schwarz. Das kann nicht gut gehen!


  • Dieses Treffen mit Jan, fünf Monate nach der Entlassung, bei dem Jan fragt, ob er nach Mainz ziehen soll, um Edda zu unterstützen, ist hoffentlich nicht so ausgegangen, daß Edda "Ja" gesagt hat. Denn sie wußte instinktiv, daß sie da allein durch mußte. Wenn doch, so sehe ich schwarz. Das kann nicht gut gehen!


    So liebevoll bemüht Jan auch ist, und ich glaube auch , dass er das aus dem tiefsten Herzen macht, aber ich glaube auch nicht das es auf Dauer gut gehen würde. Ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen, wenn Edda es wirklich schaffen sollte ihre Angst zu überwinden, wäre es vielleicht gut sie lernt jemanden kennen der ihre Vergangenheit nicht kennt. Und jemanden der selbst keine Vergangenheit zu bewältigen hat.

  • Nana, wer wird denn da in die Luft gehen? Vorurteile gibt es überall, über die eine oder über die andere Seite. Aber man sollte nie jemanden vorverurteilen.


    Hihi, aber es ist irgendwie so, uns Mecklenburger wird auch eine gewisse Sturheit nachgesagt.....ich weiß gar nicht warum :)

  • So liebevoll bemüht Jan auch ist, und ich glaube auch , dass er das aus dem tiefsten Herzen macht, aber ich glaube auch nicht das es auf Dauer gut gehen würde. Ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen, wenn Edda es wirklich schaffen sollte ihre Angst zu überwinden, wäre es vielleicht gut sie lernt jemanden kennen der ihre Vergangenheit nicht kennt. Und jemanden der selbst keine Vergangenheit zu bewältigen hat.


    Also ich denke, wer ihr so nahe kommt MUSS schon ihre Vergangenheit auch kennen. Denn die gehört zu ihr und die wird sie auch nie mehr los. So ein Geheimnis würde keine Beziehung aushalten, denke ich. Aber ja, einer ohne ähnliche Probleme wäre vielleicht nicht schlecht. Weil er gefestigt und "gesund" wäre. Andererseits kann so einer wie Sebastian sie wohl besser verstehen, weil er selber Schweres durchgemacht hat. Hat alles Vor- und Nachteile.

  • Ich habe einige Sympathie für Sebastian, finde es auch schön, wie er sich für Edda Überraschungen ausdenkt, die ihr ins Leben helfen und größere Schritte machen lassen. Doch das Gefängnis, aus der er ihr heraushelfen möchte, ist auch das seine. Es ist eine andere Art von Gefängnis als Eddas, eines, in das er sich immer wieder zurückziehen muss.
    Edda dagegen hat ihres noch gar nicht verlassen.


    An Sebastians Hand gelingt es ihr gelegentlich für kurze Zeit, und ich habe auch das Gefühl, dass sie sich ihm weiter öffnet als allen anderen Menschen, die sie seit ihrer Befreiung aus Isoldes Keller begleiten. Vielleicht mit Ausnahme von Jan, - aber das weiß man immer noch nicht so genau.


    Wenn ich bis zum dritten Abschnitt noch dachte, dass Sebastian Edda nur gut tut, so kommen mir inzwischen Zweifel. In seinen Bemühungen um sie ist er mir zu unstet: in einem Moment hat Edda das Gefühl, dass ihr mit ihm an ihrer Seite der entscheidende Schritt ins Leben gelingen wird und ihm ganz nah zu sein, im nächsten Moment zieht er sich auf nicht leicht verständliche Art und Weise plötzlich zurück - und überlässt Edda wieder sich selbst.
    Ob das so bekömmlich ist für jemanden, der nichts dringender als Verlässlichkeit braucht? Sie fragt sich ja auch selbst, ob es ihm Freude macht, sie hochzuziehen nur um sie dann abstürzen zu lassen.


    Da ich aber keine Psychologin bin und mich auch - zum Glück! - nie in einer ähnlichen Situation wie Edda ( aber in einer wie Sebastian sehr wohl! ) befunden habe, kann ich gleichzeitig nicht die Möglichkeit außer acht lassen, dass Sebastian womöglich doch genau das Richtige tut: er kommt mir ein wenig vor wie liebevoll-vernünftige Eltern, die ihrem Kind bei den ersten Schritten helfen und es dann alleine weitergehen lassen, ihm gelegentlich beim Aufstehen helfen, wenn es hinfällt, und sich dann zurückziehen, wenn sie sehen, dass das Kind nun ohne sie weitergehen kann und auch das Aufstehen bewältigt. Langsam und zaghaft zuerst, aber dann, ganz allmählich, immer sicherer.
    Es spricht einiges für diese Theorie, denn in der Tat ist Edda zwar ganz unglücklich, als Sebastian so Knall auf Fall auszieht, aber sie beschließt, sich nicht unterkriegen zu lassen und weiter zu gehen. Da gibt es schließlich den Traum von der inneren Freiheit und dem Besiegen der Ängste, ihr großes Ziel.


    Und in die Haupthandlung mischen sich immer wieder diese verstörenden Rückblicke!
    Es erstaunt mich immer wieder ( aber, wie gesagt, ich bin weder Psychologin noch sonstwie vom Fach ) aufs Neue, welche Empfindungen Edda ihrer Peinigerin Isolde gegenüber hat. Hass, unbändige Wut auf sie könnte man erwarten, auch das Bemühen, sie nicht gedanklich mit in das neue Leben zu nehmen.
    Denn Isolde, die Durchgeknallte hat sie schließlich ihres Lebens beraubt, ihr einen auf wenige Quadratmeter reduzierten Lebensraum zugestanden und sie alles in allem, in ihrer Unberechenbarkeit, schlimm behandelt.
    Doch war sie die einzige "Mutter", die Edda kannte - und, das ist es ja, was mich so verwirrt, ist es irgendwie immer noch! Erstaunlich, welche Bindung Kinder zu ihren Bezugspersonen doch aufbauen, mögen sie auch noch so schrecklich sein!


    Die schönste Szene in diesem Abschnitt und eigentlich im gesamten Roman bisher, war für mich die Kutschfahrt im Wattenmeer mit "Harry", der dieses in und auswendig kennt, um seine Tücken, aber auch um seine grenzenlose Faszination weiß.
    Hier erkennt Edda, dass sie die Weite, die Einsamkeit, den sich ständig verändernden Himmel aushalten kann!
    Und obwohl in diesem Moment Sebastian an ihrer Seite ist, hat sie meines Erachtens mit dieser Erkenntnis den ersten echten Schritt in die Freiheit getan! Jetzt muss sie nur noch üben, sich gewöhnen, die Freiheit zur Normalität werden lassen....


  • Schlimm finde ich die Eltern-Kind-Beziehungen in diesem Buch. Also zuerst mal Edda und ihre Mutter. Tragisch, dass sie so jung bei der Entführung war. Für sie war die Entführerin die Mutter (das ist natürlich auch eine Überlebensstrategie des Kindes gewesen) und die wirkliche Mutter ist ihr auch nach Jahren noch fern und fremd.


    Ja, die fehlende Verbundenheit mit ihrer Mutter finde ich auch sehr traurig, - erschütternder jedoch finde ich die noch immer vorhandene Bindung zu der Psychopathin Isolde, die Edda als ihre eigentliche Mutter betrachtet. Solange sie sich von dieser Frau nicht löst, sehe ich keine Möglichkeit für Edda, sich jemals frei zu fühlen.



    Das die im Süden da unten - also auch ich - manchmal etwas eigenbrödlerisch sind. Hmm, das ist ja mal echt ein norddeutsches Vorurteil. Wo doch die im Norden so kühl und spröde sind. ;) ;D


    Wie gut, dass die Süddeutschen keine Vorurteile haben, nicht wahr?!
    Meine Sicht ist natürlich eine völlig neutrale, vorurteilsfreie - schließlich komme ich direkt aus der Mitte der Republik. Hier haben wir nur Vorurteile gegen die Bewohner unsrer Nachbardörfer.... ;D


  • Ich versuche immer wieder, Sebastian zu verstehen. Aber ich werde nicht so ganz schlau aus ihm. Er hilft Edda, wieder Fuß zu fassen im Leben, dadurch daß sie schöne Momente erlebt, erlebt, daß sie wächst, daß sie gefestigt wird. Aber auf der anderen Seite zieht er sich dann zurück, wenn Edda sich gut fühlt. Und danach kommt sie wieder ins Grübeln. Es ist aber schön zu sehen, daß sie dennoch nicht aufgibt und weitermacht.


    Mich treiben sehr ähnliche Gefühle um, habe aber inzwischen entschieden, dass Edda auf diese Weise eher lernt, sich selbst und ihrer eigenen Stärke zu vertrauen. Er gibt ihr gar nicht erst die Möglichkeit, sich an ihn zu hängen und nur durch ihn stark zu sein... Sie muss sich selber spüren!

  • Also ich denke, wer ihr so nahe kommt MUSS schon ihre Vergangenheit auch kennen. Denn die gehört zu ihr und die wird sie auch nie mehr los. So ein Geheimnis würde keine Beziehung aushalten, denke ich. Aber ja, einer ohne ähnliche Probleme wäre vielleicht nicht schlecht. Weil er gefestigt und "gesund" wäre. Andererseits kann so einer wie Sebastian sie wohl besser verstehen, weil er selber Schweres durchgemacht hat. Hat alles Vor- und Nachteile.


    Ich glaube unbedingt auch, dass Jan es ernst meint mit Edda! Er hat sich wohl nicht gleich in sie verliebt im Krankenhaus, aber doch schon sehr bald. Und das Wenige, das wir bis jetzt von ihm wissen, sagt mir, dass er ein aufrechter junger Mann ist mit viel Einfühlungsvermögen. Deshalb hat er auch gespürt, dass Edda erstmal Gehen lernen musste, bevor etwas anderes in ihr Leben treten konnte, - und hielt Abstand.
    Er kommt mir so verlässlich vor, wie Sebastian es nie werden wird. Daher glaube ich auch nicht, dass er und Edda sich noch sehr viel näher kommen sollen.
    Überhaupt - warum sollte sie sich binden, jetzt, da sie zuallererst die Freiheit und gleichzeitig ihre eigene Stärke kennen- und genießen lernen sollte....

  • Überhaupt - warum sollte sie sich binden, jetzt, da sie zuallererst die Freiheit und gleichzeitig ihre eigene Stärke kennen- und genießen lernen sollte....


    Ich glaube es geht weniger um Bindung als mehr darum, Nähe wieder zuzulassen. Denn ich habe das Gefühl sie verbietet es sich, dass ein anderer Mensch ihr wieder wichtig wird, weil sie bei der Entführerin Gefühle hatte (und hat) die im nachhinein falsch und "krank" scheinen. Und der Schmerz dieses Verlustes, den will sie nicht nochmal erleben. Deshalb lässt sie auch die Nähe ihrer Mutter nicht zu. Nicht nur, weil sie so lange weg war sondern auch weil sie sich wohl fürchtet vor der Nähe und Verbundenheit.
    Ja, sie muss Isolde als dass sehen, was sie wirklich war aber auch akzeptieren, dass sie sie notgedrungen gebraucht hat, um nicht völlig zu vereinsamen.

  • Sebastian hatte wirklich eine gute Idee, wie er Edda herauslocken konnte. Es knistert zwischen den beiden. Aber so ein Lagerfeuer verbreitet ja auch eine romantische Stimmung. Doch am nächsten Morgen ist er einfach weg, es wurde ihm wohl doch zu eng.


    Es ist traurig, dass sich Mias Eltern nicht zusammenreißen können. Der Streit auf dem Weg vom Strand ist wirklich hässlich und muss Mia verunsichern. Sie ist so ein tolles Mädchen und stark ist sie auch. Fragt sich nur, wie lange sie das noch sein kann.


    Der Besuch des Rummels hat Edda wieder ein Stückchen weitergebracht. Sie wollte bei Mia stark sein und war wohl ziemlich voreilig. Dass sie dann doch ins Riesenrad eingestiegen ist und dazu noch alleine, finde ich sehr mutig. Zum Glück blieb sie ja nicht allein.


    Nun wissen wir auch ein wenig mehr über Jan. Edda mag ihn – aber als Freund! Alles andere ist ihr zu viel. Doch sie hat wohl ein Problem, ihm das klar zu machen, ohne ihn ganz von sich zu stoßen. Traurig finde ich, dass sie nach all der Zeit zu ihrer Mutter keine engere Beziehung bekommt.


  • ( ... ) Traurig finde ich, dass sie nach all der Zeit zu ihrer Mutter keine engere Beziehung bekommt.


    Hier versuche ich, mich auch mal in die Mutter hineinzuversetzen! Da ist sie der einzigen Tochter beraubt worden, hat lange nach ihr gesucht, dann wahrscheinlich angefangen zu glauben, dass Edda nicht mehr lebt, hat sich womöglich große Vorwürfe gemacht und sich eine Mitschuld an ihrem Verschwinden gegeben. Die ganzen Jahre hat sie mit Kummer und Verlust leben müssen. Nach zwölf Jahren wird die Tochter unerwarteterweise wiedergefunden - und die Mutter muss feststellen, auch noch sieben Jahre später, dass Edda nichts für sie empfindet und immer noch die böse, kranke Isolde als ihre Mutter ansieht. Wie schlimm, schlimm muss das auch für die Mutter sein! :'(
    Isoldes Tat hat also nicht nur Folgen für Edda, die natürlich am schwersten daran zu tragen hat....

  • Hier versuche ich, mich auch mal in die Mutter hineinzuversetzen! Da ist sie der einzigen Tochter beraubt worden, hat lange nach ihr gesucht, dann wahrscheinlich angefangen zu glauben, dass Edda nicht mehr lebt, hat sich womöglich große Vorwürfe gemacht und sich eine Mitschuld an ihrem Verschwinden gegeben. Die ganzen Jahre hat sie mit Kummer und Verlust leben müssen. Nach zwölf Jahren wird die Tochter unerwarteterweise wiedergefunden - und die Mutter muss feststellen, auch noch sieben Jahre später, dass Edda nichts für sie empfindet und immer noch die böse, kranke Isolde als ihre Mutter ansieht. Wie schlimm, schlimm muss das auch für die Mutter sein! :'(
    Isoldes Tat hat also nicht nur Folgen für Edda, die natürlich am schwersten daran zu tragen hat....


    Isoldes Tat hat Folgen für die ganze Familie, für Edda, für ihre Eltern. Edda wird aus ihrer normalen Kindheit herausgerissen. Sie wird in einem Loch eingesperrt. Ihr wird von Isolde vorgemacht, daß die Welt draußen böse ist. Sie wächst heran ohne andere Kontakte als Isolde. In ihrer gefangenen Welt kann sie nicht wachsen.
    Die Ehe der Eltern zerbricht. Die Welt der Mutter zerbricht. Zwölf Jahre prägen Edda, und es braucht sehr viel Zeit, um seelisch neu Fuß zu fassen.


  • Langsam fängt es zu knistern an, bei Sebastian und Edda. Aber es ist auch noch ein ziemliches hin und her. Keiner vertraut dem anderen und miteinander reden ist nicht die Stärke der beiden. Wobei - bei Edda ist es ja tatsächlich zum ersten Mal im Leben, dass sie verliebt ist.


    Ich habe nicht so das Gefühl, dass es mangelndes Vertrauen in den anderen ist, sondern eher mangelndes Vertrauen in sich selbst. Beide sind angeschlagen und noch lange nicht geheilt.



    Schlimm finde ich die Eltern-Kind-Beziehungen in diesem Buch. Also zuerst mal Edda und ihre Mutter. Tragisch, dass sie so jung bei der Entführung war. Für sie war die Entführerin die Mutter (das ist natürlich auch eine Überlebensstrategie des Kindes gewesen) und die wirkliche Mutter ist ihr auch nach Jahren noch fern und fremd. Das wird nie mehr so sein, als wäre es eine gesunde Beziehung. Wie traurig. :(


    Nach allem was passiert ist, können die beiden ja von Anfang an nicht unbefangen miteinander umgehen. Edda sieht Isolde trotz allem, was geschehen ist, als Mutter. Und Martha will nun beschützen und ist wahrscheinlich supervorsichtig.



    Schlimm ist aber auch, wie sich die Eltern der kleinen Mia aufführen - im Beisein des Kindes. :kommmalherfreundchen: Denen würde ich gerne mal die Leviten lesen.


    Solche Eltern verstehe ich auch nicht. Zum Glück aber war ich auch nie in einer solche Lage.