02 - von Seite 92 bis Seite 164 (Kapitel 5 - einschl. Kapitel 8)

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  • Ich fange gleich mal mit den Fragen an, die mir so durch den Kopf gehen nach diesem sehr spannenden Teil: Ist der Einsiedler vielleicht der alte Mann, der mit Flo auf dem Eis tanzt? Dann wäre er eher nichts für Claire bzw. würde eher eine Vaterrolle (und Opa für die Mädchen) einnehmen. Aber auch das wäre sehr schön. Und nach erneutem Lesen der Passage in Teil 1, wo Claire ihn beobachtet, komme ich zu dem Schluss, das er es ist. Vielleicht hat er ja einen Sohn oder so für Claire.


    Was natürlich auch möglich ist: ihr Exmann könnte wieder auftauchen, denn sie haben sich ja mal sehr geliebt. Irgendwie kann ich es auch verstehen, dass er sich gegen ein Kind mit Trisomie 21 entschieden hat, denn es verändert, ja erschwert das Leben schon ungemein. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass Claire einen solchen Mann, der sich das Leben einfach machen wollte, geliebt hat! Irgendwie passt so ein Typ überhaupt nicht zu ihr.


    Sie spricht sich ja mit Flo aus und transportiert auch die Zweifel, die sie ab und an überfallen. Ich kann das so gut nachvollziehen und finde es toll, wie Du, liebe Noa, das hier darstellst - dieses Hadern mit sich selbst. Ich denke, ein jeder kennt das von sich in irgendeiner Situation - man hat immer Angst, verurteilt zu werden, nicht zuletzt von sich selbst!


    Flo hat ihre Karriere wegen der Schwangerschaft aufgegeben - oder nur unterbrochen? Wir wissen ja noch nichts über den Vater des Kindes, da bin ich sehr gespannt drauf! Mit ihrer Mutter scheint es sehr kompliziert zu sein, da sie überehrgeizig ist! Aber ich könnte mir vorstellen, dass es noch ein Aufeinanderzugehen der beiden geben wird!


    Und die arme Lysann! Was für ein furchtbares Schicksal! Ich hoffe sehr, dass sie nicht an Herzmuskelentzündung leidet, aber ich befürchte Schlimmstes.


    Wie immer eine tolle, kluge und emotionale Geschichte - auf den weiteren Verlauf bin ich sehr gespannt!


  • Ich fange gleich mal mit den Fragen an, die mir so durch den Kopf gehen nach diesem sehr spannenden Teil: Ist der Einsiedler vielleicht der alte Mann, der mit Flo auf dem Eis tanzt? Dann wäre er eher nichts für Claire bzw. würde eher eine Vaterrolle (und Opa für die Mädchen) einnehmen. Aber auch das wäre sehr schön. Und nach erneutem Lesen der Passage in Teil 1, wo Claire ihn beobachtet, komme ich zu dem Schluss, das er es ist. Vielleicht hat er ja einen Sohn oder so für Claire.


    Heidewitzka, Du hast aber auch tolle "Kuppel-Ideen". 8)



    Was natürlich auch möglich ist: ihr Exmann könnte wieder auftauchen, denn sie haben sich ja mal sehr geliebt. Irgendwie kann ich es auch verstehen, dass er sich gegen ein Kind mit Trisomie 21 entschieden hat, denn es verändert, ja erschwert das Leben schon ungemein. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass Claire einen solchen Mann, der sich das Leben einfach machen wollte, geliebt hat! Irgendwie passt so ein Typ überhaupt nicht zu ihr.


    Das der Vater von Zoe so heftig reagiert und dann scheinbar wirklich total den Kontakt abgebrochen hat, das finde ich krass. Dass er sein Leben nicht täglich mit einem behinderten Kind führen will, okay. Aber er könnte ihr doch wenigstens aus der Ferne ein bisschen ein Papa sein. >:(


    Wobei, ich könnte mir vorstellen, dass Zoe ihm gehörig den Marsch blasen würde und sein Verhalten mit einigen sehr treffenden Zitaten belegen könnte. So ala Luke Skywalker zu seinem Vater Vader, dass er sich endlich von der dunklen Seite der Macht abwenden solle. :D


  • Ja, Du bist nicht die Einzige, die in dieser Hinsicht kreativ denkt :winken:


    Zu dem Vater: ja, da hast Du recht, er könnte sich wirklich kümmern und dann würde ihn Zoe schneller um den kleinen Finger wickeln, als er "Blaubeerkuchen" sagen kann. Aber vielleicht kommt ja noch was in der Richtung!


  • Und nach erneutem Lesen der Passage in Teil 1, wo Claire ihn beobachtet, komme ich zu dem Schluss, das er es ist. Vielleicht hat er ja einen Sohn oder so für Claire.


    Du Romanfigurenkupplerin!!! 8) :D

    Zitat


    Was natürlich auch möglich ist: ihr Exmann könnte wieder auftauchen, denn sie haben sich ja mal sehr geliebt. Irgendwie kann ich es auch verstehen, dass er sich gegen ein Kind mit Trisomie 21 entschieden hat, denn es verändert, ja erschwert das Leben schon ungemein.


    Jaaaa.... aber er hat es ja nicht mal "versucht". Saß auf gepackten Koffern, als sie aus dem Krankenhaus kam ... Also ich habe für den Kerl (den ich mir da ausgedacht habe ;D) überhaupt kein Verständnis.) ;)

    Zitat


    Sie spricht sich ja mit Flo aus und transportiert auch die Zweifel, die sie ab und an überfallen. Ich kann das so gut nachvollziehen und finde es toll, wie Du, liebe Noa, das hier darstellst - dieses Hadern mit sich selbst. Ich denke, ein jeder kennt das von sich in irgendeiner Situation - man hat immer Angst, verurteilt zu werden, nicht zuletzt von sich selbst!


    Ja - und DANKE!

    Zitat


    Flo hat ihre Karriere wegen der Schwangerschaft aufgegeben - oder nur unterbrochen? Wir wissen ja noch nichts über den Vater des Kindes, da bin ich sehr gespannt drauf! Mit ihrer Mutter scheint es sehr kompliziert zu sein, da sie überehrgeizig ist! Aber ich könnte mir vorstellen, dass es noch ein Aufeinanderzugehen der beiden geben wird!


    Schweigen :)

    Zitat


    Und die arme Lysann! Was für ein furchtbares Schicksal! Ich hoffe sehr, dass sie nicht an Herzmuskelentzündung leidet, aber ich befürchte Schlimmstes.


    Noch immer: Schweigen! :P

    Zitat


    Wie immer eine tolle, kluge und emotionale Geschichte - auf den weiteren Verlauf bin ich sehr gespannt!


    UIuiui. DANKE!


  • Ich lache hier vor mich hin!

  • Die Antworten, die wir in diesem Abschnitt auf einige der Fragen erhalten haben, die sich im ersten Abschnitt aufdrängten, habe ich so oder so ähnlich erwartet - überrascht war ich also nicht!


    Auch weiterhin glaube ich nicht, dass Florence vergewaltigt wurde. Sie hat einen Fehler gemacht, sich mit dem falschen Mann eingelassen, der womöglich noch nicht einmal etwas von ihrer Schwangerschaft weiß - aber, und das ist es, was für mich zählt, sie steht zu diesem "Fehler", der sich vielleicht sogar noch als Glück herausstellen wird.
    Denn es ist ein Glück, ein Kind zur Welt zu bringen, neues Leben zu ermöglichen!


    Zum Glück hat sich Florence für dieses Kind entschieden, auch wenn ihre sogenannten Freunde, Berufskollegen und, wie angedeutet wurde, sogar die eigene Mutter ( was ist denn mit der los? Sie geht als Endzwanzigerin durch, - na, das ist ja 'ne Leistung, auf die sie mächtig stolz sein muss! ::) ) vehement dagegen ausgesprochen haben, obwohl sie das gar nichts angeht!
    Aber aus diesem Thema hat sich bereits zum ersten Abschnitt eine Diskussion entwickelt, der nichts mehr hinzuzufügen ist, außer vielleicht Claire zu zitieren, die auf Seite 98/99 sagt: "Und jeder sollte sehr vorsichtig mit einem Urteil über andere Frauen sein, wenn man selbst noch nie in einer solchen Lage gewesen ist." Und selbst wenn doch - niemandem steht ein Urteil über einen anderen Menschen zu!


    Das zentrale Thema bis jetzt sind geplatzte Träume, Aufsammeln der Bruchstücke, Neubeginn oder doch wenigstens das Bemühen um einen solchen.
    In letzterem steckt Florence, im Gegensatz zu Martin und Claire, deren Träume sich schon vor einiger Zeit in Luft aufgelöst haben, noch fest.
    Doch ist sie realistisch genug zu sehen, dass das von ihr anvisierte Ziel nicht mehr erreichbar ist. Obwohl ich Florence verstehen kann, finde ich ihr Ziel zu hoch gesteckt, zu vermessen und - zu egoistisch.
    Es ging ihr darum, die Beste, Erfolgreichste, Anerkannteste zu sein! Ein Ehrgeiz, bei dem mir immer recht unbehaglich zumute ist, denn kaum jemand schafft es auf menschliche, liebenswerte Art an die Spitze. Dazu gehört schon eine gehörige Portion Rücksichtslosigkeit.
    Und darum wage ich zu sagen, dass der unglückliche Zufall, der der sich auf der Erfolgsspur befindenden Tänzerin einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ein Glücksfall war! Es gibt, gerade wenn man jung ist, so viele andere Möglichkeiten, so viele andere Wege, die man gehen kann und die auch zu einem zufriedenen Leben führen können.


    Martin hat auf schmerzliche, einschneidende Weise erkennen dürfen, dass sein eigener Weg nach oben ihn seinem Traum nicht näher gebracht sondern ihn im Gegenteil immer weiter von ihm entfernt hat. Im Grunde geschah mit ihm das gleiche, das jetzt Claire durchmacht - und es hat ihm zu dem Menschen werden oder wieder zurückfinden lassen, den wir im Roman kennenlernen: ein mitfühlender, nachdenklicher junger Mann, der nicht mehr der Mittelpunkt seines eigenen Kosmos ist! Er hat sich selbst wiedergefunden und, wie Florences Gedanken am Schluss des zweiten Abschnitts ausdrücken, in dem kleinen Dorf in den Bergen zu seinem Traum von einst zurückgefunden.


    Und Claire, die dritte Person mit einem gescheiterten Traum? Sie hat sich zwar mit dem Leben arrangiert, das sie nach dem Weggang ihres Mannes nach Zoés Geburt ( ein herzloses, grausames Verhalten, für das ich keine Entschuldigung finde! ) gezwungen war zu leben, und das sie so gut wie möglich meistert, aber sie wirkt wie eine verwelkte Blume auf mich. Sie liebt zwar ihre Zoé, dank derer sie ihren Traum aufgab, aber die kleinen und großen Probleme ihres Alltags verhindern jede Hoffnung darauf, dass es doch noch eine Chance für sie geben könnte. Ich mutmaße, dass ihr auch die Phantasie fehlt, sich so eine Hoffnung auszumalen.
    Und jetzt sieht es gar so aus, als wäre sie noch lange nicht am Ende ihres steinigen Weges angekommen!
    Denn es zeichnet sich, zu meinem Schrecken genauso wie zu dem von Florence ab, dass ihrer kleinen Familie ein Drama ganz anderer Art bevorsteht, eines, bei dem Träume und Egotrips keine Rolle mehr spielen können noch dürfen: Lysann!
    Zwar äußert sich Martin noch vorsichtig, aber er ist äußerst besorgt um das Mädchen!


    Und hier musste ich mich bremsen, nicht schnell weiterzublättern ( was Gottseidank meine knappe Zeit auch verhindert hätte! ). Ich hoffe nur, dass Noa/Elisabeth der tapferen und leiderprobten Claire nicht noch mehr aufbürdet, indem sie das Mädchen womöglich... - ich wage es nicht zu schreiben!
    Zu viele Schicksalsschläge könnten am Ende zu schwer verdaulich sein! Wenn ich die möchte, kann ich mir ja gleich das Buch Hiob vornehmen....


  • Zu dem Vater: ja, ( ... ) er könnte sich wirklich kümmern und dann würde ihn Zoe schneller um den kleinen Finger wickeln, als er "Blaubeerkuchen" sagen kann. Aber vielleicht kommt ja noch was in der Richtung!


    Was, nach zehn Jahren oder noch länger!? Der will mit seiner Familie nichts zu tun haben! Wobei mir die Gründe relativ egal sind - ein solches Verhalten kann ich per se nicht entschuldigen.
    Auch habe ich nicht den Eindruck, zumindest wurde nichts in dieser Richtung erwähnt, dass er mit seiner älteren Tochter Kontakt hat. Und die, als zukünftiges Skias, wäre doch sicher niemand, der ihm peinlich wäre oder ihn überfordern würde. Dem wird es schon reichen, dass er für die Kinder jeden Monat zahlen muss, was aber auch nicht so viel sein kann, sonst würde Claire mit den Mädchen nicht so beengt wohnen und so viel arbeiten.


    Und übrigens, Downies wickeln beileibe nicht jeden Menschen um den Finger! Dazu müsste man sich zuallererst auf sie einlassen - und viele tun genau das nicht!


  • Jaaaa.... aber er hat es ja nicht mal "versucht". Saß auf gepackten Koffern, als sie aus dem Krankenhaus kam ... Also ich habe für den Kerl (den ich mir da ausgedacht habe ;D) überhaupt kein Verständnis.) ;)


    Na bitte! Da lag ich ja mit meiner Einschätzung dieses feinen Herrn genau richtig! Der Typ hat Zwillingsbrüder im wirklichen Leben - jede Menge leider! :'(


  • Und übrigens, Downies wickeln beileibe nicht jeden Menschen um den Finger! Dazu müsste man sich zuallererst auf sie einlassen - und viele tun genau das nicht!


    Ich weiß gar nicht, was ich zu diesem Kommentar sagen soll! Also, so naiv bin ich jetzt wirklich nicht (auch wenn es manchmal so scheinen mag). Ich habe das doch nicht verallgemeinert, es ging mir ganz konkret um Zoe, die wirklich etwas Besonderes ist und als Romanfigur sicher auch einige von der Autorin hinzugefügte und in diesem Fall vollkommen legitime Eigenschaften hat, die nicht unbedingt typisch sind für Menschen mit dieser Erkrankung. Und ja, ich kenne "Downies" wie Du sie nennst. Reale Personen. Mehrere. Unterschiedlichen Alters und in völlig verschiedenen Lebenssituationen.


  • Liebe Noa, danke für die vielen Kommentare. Wie gesagt: es ist vollkommen richtig, dass Du schweigst und ich trödele auch nicht rum mit dem Lesen, sondern lese die Abschnitte zwar brav, aber in der schnellstmöglichen Abfolge, denn Du hast mich wirklich sehr neugierig gemacht! Wenigstens wissen wir jetzt (leider), dass Claires Exmann wirklich ein fieser Möpp ist, von dem nix mehr zu erwarten ist!

  • Claire und Flo tun einander gut. Claire wird unterstützt bei der Betreuung von Zoe und Flo hat jemanden zum Reden, auch wenn sie über ihre eigenen Probleme noch schweigt. Außerdem sieht sie, was Mutter sein bedeuten kann. Aber sie hat sich ja längst für ihr Kind entschieden.


    Lysann geht es wirklich schlecht. Martin bietet wieder ganz spontan seine Hilfe an. Er ist wirklich ein toller Mensch. Jetzt wissen wir auch, was ihn in diesen kleinen Ort getrieben hat. Gut, er war seinerzeit ziemlich von sich eingenommen und wollte hoch hinaus, aber war es wirklich seine Schuld, was da passiert ist? Ich denke nicht. Trotzdem kann ich das nachvollziehen.


    Aber auch von Flo haben wir ein wenig mehr erfahren, auch wenn sie immer noch recht verschlossen ist. Ich denke, dass das, was sie in den Augen ihrer Kollegin gesehen, ganz entscheidend für ihre eigene Entscheidung war. Flos Mutter scheint aber nicht mit den Zweifeln einverstanden gewesen zu sein und wahrscheinlich nicht mit der Entscheidung für das Baby. Ich glaube auch, dass die Entscheidung für Flo besonders schwer ist. Schon als recht kleines Kind, hat sie getanzt und alles diesem Tanzen untergeordnet. Für sie gab es nie etwas anderes und daher hat sie dieses Ziel sehr ehrgeizig verfolgt. Wenn sie jetzt unterbricht, wird sie sehr wahrscheinlich nicht mehr dort anknüpfen können, denn diesen fordernden Beruf kann man nur eine recht begrenzte Zeit ausüben.


    Ich kann aber auch gut Claires Zerrissenheit verstehen, sie liebt ihre Kinder und doch wünscht sie sich manchmal, es wäre anders.


    Flo nimmt mit ihrem Wesen wirklich alle ein, Martin, Claire, Zoe und sogar den alten Mann auf dem Eis, mit dem sie dann ein Tänzchen wagt.


    Nun hoffe ich, dass es Lysann ganz schnell besser geht und dass nicht auch sie noch einen Traum begraben muss.


  • Claire und Flo tun einander gut. Claire wird unterstützt bei der Betreuung von Zoe und Flo hat jemanden zum Reden, auch wenn sie über ihre eigenen Probleme noch schweigt. Außerdem sieht sie, was Mutter sein bedeuten kann. Aber sie hat sich ja längst für ihr Kind entschieden.


    Ja, genau! Ich wüsste ja gern, ob bei ihr auch etwas auf dem Spiel steht hinsichtlich der Gesundheit des Kindes! Aber das erfahren wir ja sicher noch!


    Lysann geht es wirklich schlecht. Martin bietet wieder ganz spontan seine Hilfe an. Er ist wirklich ein toller Mensch. Jetzt wissen wir auch, was ihn in diesen kleinen Ort getrieben hat. Gut, er war seinerzeit ziemlich von sich eingenommen und wollte hoch hinaus, aber war es wirklich seine Schuld, was da passiert ist? Ich denke nicht. Trotzdem kann ich das nachvollziehen.


    Ich finde ihn auch toll! Schade, dass er nicht echt ist, dann würde ich versuchen, ihn mit meiner ebenso lieben wie klugen und hübschen Kollegin zu verkuppeln, die schon lange auf der Suche nach dem Einen ist. Ich glaube auch nicht, dass das Geschehene seine Schuld war. Aber oft gibt man sich in solchen Situationen ja selbst die Schuld, egal wie unlogisch das auch erscheinen mag!


    Ich kann aber auch gut Claires Zerrissenheit verstehen, sie liebt ihre Kinder und doch wünscht sie sich manchmal, es wäre anders.


    Das finde ich auch sehr verständlich, wie könnte es anders sein!


  • Ich weiß gar nicht, was ich zu diesem Kommentar sagen soll! Also, so naiv bin ich jetzt wirklich nicht (auch wenn es manchmal so scheinen mag). Ich habe das doch nicht verallgemeinert, es ging mir ganz konkret um Zoe, die wirklich etwas Besonderes ist und als Romanfigur sicher auch einige von der Autorin hinzugefügte und in diesem Fall vollkommen legitime Eigenschaften hat, die nicht unbedingt typisch sind für Menschen mit dieser Erkrankung. Und ja, ich kenne "Downies" wie Du sie nennst. Reale Personen. Mehrere. Unterschiedlichen Alters und in völlig verschiedenen Lebenssituationen.


    Zum einen - da ich dich nicht kenne, kann ich mir in keiner Weise anmaßen, dich als naiv oder überhaupt zu beurteilen.
    Dass du dich in deinem Kommentar auf Zoé bezogen hast, ist mir auch klar. Dennoch geht man im allgemeinen in den Leserunden, an denen ich bisher teilgenommen habe, oft weiter, in seinen eigenen Lebensraum hinein, und teilt Erfahrungen mit, die man gemacht hat. Genau das habe ich hier auch getan.
    Zum anderen - da mein inzwischen verstorbener Lebenspartner Förderschullehrer an einer PB-Schule war und zwei meiner Kinder diesen Berufsweg ebenfalls eingeschlagen haben, bin ich indirekt zwangsläufig so vertraut mit vielen Aspekten ihres Berufsalltags, dass ich bestimmte von ihnen verwendete Bezeichnungen ganz automatisch auch verwende!
    Also, nicht ich nenne Menschen mit Trisomie 21 "Downies", sondern viele von ihnen tun das ganz selbstverständlich selber und damit auch ihre Betreuer. Abwertend ist das auf keinen Fall gemeint!

  • Das zentrale Thema bis jetzt sind geplatzte Träume, Aufsammeln der Bruchstücke, Neubeginn oder doch wenigstens das Bemühen um einen solchen.
    In letzterem steckt Florence, im Gegensatz zu Martin und Claire, deren Träume sich schon vor einiger Zeit in Luft aufgelöst haben, noch fest.
    Doch ist sie realistisch genug zu sehen, dass das von ihr anvisierte Ziel nicht mehr erreichbar ist. Obwohl ich Florence verstehen kann, finde ich ihr Ziel zu hoch gesteckt, zu vermessen und - zu egoistisch.
    Es ging ihr darum, die Beste, Erfolgreichste, Anerkannteste zu sein! Ein Ehrgeiz, bei dem mir immer recht unbehaglich zumute ist, denn kaum jemand schafft es auf menschliche, liebenswerte Art an die Spitze. Dazu gehört schon eine gehörige Portion Rücksichtslosigkeit.
    Und darum wage ich zu sagen, dass der unglückliche Zufall, der der sich auf der Erfolgsspur befindenden Tänzerin einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ein Glücksfall war! Es gibt, gerade wenn man jung ist, so viele andere Möglichkeiten, so viele andere Wege, die man gehen kann und die auch zu einem zufriedenen Leben führen können.


    Ich gebe Dir völlig recht bei Deiner Einschätzung, was "Menschen auf der Überholspur" betrifft (siehe Martin). Allerdings wage ich es jetzt mal, vorsichtig ein kleines Veto einzulegen, was Flos Ambitionen anbelangte. Die Beste, Erfolgreichste (...) wollte ich sie nicht sein lassen. Ich gab ihr den Wunsch ins Herz, in einer großen Musicalstadt, in einem großen Theater erfolgreich spielen zu wollen, nicht jedoch den, ein überall bekannter Star zu werden. So hoch habe ich sie nicht greifen lassen. (Und es frustriert mich ein bisschen, dass Du das offenbar so verstanden hast.)

    Zitat

    Martin hat auf schmerzliche, einschneidende Weise erkennen dürfen, dass sein eigener Weg nach oben ihn seinem Traum nicht näher gebracht sondern ihn im Gegenteil immer weiter von ihm entfernt hat. Im Grunde geschah mit ihm das gleiche, das jetzt Claire durchmacht - und es hat ihm zu dem Menschen werden oder wieder zurückfinden lassen, den wir im Roman kennenlernen: ein mitfühlender, nachdenklicher junger Mann, der nicht mehr der Mittelpunkt seines eigenen Kosmos ist! Er hat sich selbst wiedergefunden und, wie Florences Gedanken am Schluss des zweiten Abschnitts ausdrücken, in dem kleinen Dorf in den Bergen zu seinem Traum von einst zurückgefunden.


    Und Claire, die dritte Person mit einem gescheiterten Traum? Sie hat sich zwar mit dem Leben arrangiert, das sie nach dem Weggang ihres Mannes nach Zoés Geburt ( ein herzloses, grausames Verhalten, für das ich keine Entschuldigung finde! ) gezwungen war zu leben, und das sie so gut wie möglich meistert, aber sie wirkt wie eine verwelkte Blume auf mich. Sie liebt zwar ihre Zoé, dank derer sie ihren Traum aufgab, aber die kleinen und großen Probleme ihres Alltags verhindern jede Hoffnung darauf, dass es doch noch eine Chance für sie geben könnte. Ich mutmaße, dass ihr auch die Phantasie fehlt, sich so eine Hoffnung auszumalen.
    Und jetzt sieht es gar so aus, als wäre sie noch lange nicht am Ende ihres steinigen Weges angekommen!
    Denn es zeichnet sich, zu meinem Schrecken genauso wie zu dem von Florence ab, dass ihrer kleinen Familie ein Drama ganz anderer Art bevorsteht, eines, bei dem Träume und Egotrips keine Rolle mehr spielen können noch dürfen: Lysann!
    Zwar äußert sich Martin noch vorsichtig, aber er ist äußerst besorgt um das Mädchen!


    Ich finde Deine Ausführungen zu den Charakteren der Protagonisten unglaublich spannend, ausführlich und schön (auch wenn ich bei Flo nicht ganz das gewollt hatte, was Du in sie hinein interpretiert hast). Vielen Dank dafür!

    Zitat

    Und hier musste ich mich bremsen, nicht schnell weiterzublättern ( was Gottseidank meine knappe Zeit auch verhindert hätte! ). Ich hoffe nur, dass Noa/Elisabeth der tapferen und leiderprobten Claire nicht noch mehr aufbürdet, indem sie das Mädchen womöglich... - ich wage es nicht zu schreiben!
    Zu viele Schicksalsschläge könnten am Ende zu schwer verdaulich sein! Wenn ich die möchte, kann ich mir ja gleich das Buch Hiob vornehmen....


    Ach ja, eigentlich Elisabeth. Das Noa ist nur ein Pseudonym.

  • Liebe Noa, danke für die vielen Kommentare. Wie gesagt: es ist vollkommen richtig, dass Du schweigst und ich trödele auch nicht rum mit dem Lesen, sondern lese die Abschnitte zwar brav, aber in der schnellstmöglichen Abfolge, denn Du hast mich wirklich sehr neugierig gemacht! Wenigstens wissen wir jetzt (leider), dass Claires Exmann wirklich ein fieser Möpp ist, von dem nix mehr zu erwarten ist!


    "Möpp" :D Das kenne ich gar nicht. Gibt es dafür eine Definition. Klingt jedenfalls sehr interessant.

  • Flo nimmt mit ihrem Wesen wirklich alle ein, Martin, Claire, Zoe und sogar den alten Mann auf dem Eis, mit dem sie dann ein Tänzchen wagt.


    ... was auch ein bisschen aufzeigen soll, dass Flo differenzieren kann zwischen Männern und ... Männern. ;)

    Zitat

    Nun hoffe ich, dass es Lysann ganz schnell besser geht und dass nicht auch sie noch einen Traum begraben muss.


    Übrigens war der ursprüngliche Titel des Buches "Traumtänzer". Leider gab es den schon, sodass wir einen anderen suchen mussten.

  • Ich finde ihn auch toll! Schade, dass er nicht echt ist, dann würde ich versuchen, ihn mit meiner ebenso lieben wie klugen und hübschen Kollegin zu verkuppeln, die schon lange auf der Suche nach dem Einen ist. Ich glaube auch nicht, dass das Geschehene seine Schuld war. Aber oft gibt man sich in solchen Situationen ja selbst die Schuld, egal wie unlogisch das auch erscheinen mag!


    Schade, dass manche tolle Menschen sich so schwer tun, einen anderen tollen Menschen zu finden. (Oder dass oft so viele Kilometer zwischen ihnen liegen und sie sich gar nicht erst kennenlernen.) Okay, jetzt würde ich auch gern "verkuppeln". ;)
    Und ja, ich denke, dass man am Tod eines Menschen, mit dem man "zu tun" hatte, lange herumknabbern kann. Vielleicht für immer. Und da steht nicht einmal die Schuldfrage im Vordergrund, sondern einfach nur: Was wäre wenn ich anders reagiert hätte, mehr Zeit gehabt hätte, das oder dies ausprobiert oder früher gesehen hätte, mir jemand gesagt hätte ...
    [quote]


  • Ich finde Deine Ausführungen zu den Charakteren der Protagonisten unglaublich spannend, ausführlich und schön (auch wenn ich bei Flo nicht ganz das gewollt hatte, was Du in sie hinein interpretiert hast). Vielen Dank dafür!


    Zunächst einmal freut es mich, Elisabeth ( und das ist wirklich ein schöner Name, auch mein zweiter Name übrigens....), dass du mit meinen Kommentaren etwas anfangen kannst!
    Umgekehrt ist das genauso - ein Grund, warum ich Leserunden mit Autorenbegleitung so mag.
    Ja, irgendwie habe ich Florence als eine der Überehrgeizigen gesehen, vielleicht habe ich ihr das ganz unbewusst angelastet, weil mir einige Erfolgsstories von "Superstars" verraten haben, wie sie an die Spitze gelangt sind. Und ein solcher Weg kann mir nicht gefallen! :(
    Natürlich geht jeder Leser mit seiner eigenen Geschichte, seinem eigenen Vorwissen, auch seinen eigenen Vorurteilen an ein Buch heran - dementsprechend vielfältig sind auch die Meinungen dazu. ( Ich glaube, genau das hast du auch in einem Kommentar zum ersten Abschnitt geäußert. ) Gerade das finde ich spannend und interessant.
    Und was Florence betrifft, so werde ich sie ab dem nächsten zu lesenden Abschnitt genau so lesen, wie du, als geistige Mutter, sie angelegt hast! ;)

  • Das Buch berührt mich immer mehr und ich merke, wie nah mir die einzelnen Personen bereits gekommen sind. Das finde ich sehr schön, macht das Buch vor allem besonders.


    Florence hält sich weiterhin bedeckt, was ihr widerfahren ist, doch ich komme immer mehr zu der Einsicht, dass sie missbraucht wurde. Aber ich finde ihre doch leicht durchscheinende optimistische Art, was ihre Zukunft mit dem Kind betrifft schön und bewunderungswert. Schlimm finde ich die Einstellung ihrer Tanzkolleginnen, aber auch ihre Mutter hat Florence irgendwie im Stich gelassen. Von ihr wissen wir noch zu wenig, als sie dafür gänzlich zu verurteilen, denn wer weiß, vielleicht hat auch sie selbst etwas erlebt, dass sie zu dieser Ansicht gebracht hat und Florence davor bewahren wollte.


    Martins Schicksalsschlag kann ich gut nachvollziehen, man sollte niemals einen Patienten behandeln, wenn man irgendwie mit ihm verbandelt ist. Ich bewundere seine Konsequenz und sein Gewissen, denn eigentlich hat er eine große Zukunft vor sich gehabt und sich dieser in jeder Art völlig untergeordnet. Wie wenig wert dieser Wunsch dann ist, hat er erfahren müssen und gelernt, dass es Dinge gibt, die das Leben lebenswerter und schöner machen. Diese ständige Hetze, im größer, im besser zu sein als alle anderen, dabei geht viel Zufriedenheit verloren. Die hat er in diesem kleinen Ort wiedererlangt und dadurch haben sich auch seine Wünsche und Träume verändert. Er ist bei sich als Mensch angekommen und kann sich wieder im Spiegel betrachten, wenn auch die Erinnerungen immer mal wieder schmerzen werden.


    Claire hat ihren Ehemann aufgrund von Zoe verloren. Wie traurig, eigentlich hatten die beiden doch gemeinsame Träume. Die Entscheidung von ihm muss man zwar akzeptieren, trotzdem kann seine Liebe zu Claire und Lysann nicht so groß gewesen sein, wenn er sie alle beide einfach so hinter sich lässt. Ich finde das einfach nur abartig und der Kerl dürfte sich nie wieder bei mir blicken lassen. Ich fand es toll, dass Claire und Flo sich miteinander austauschen, auch wenn Flo nicht viel in sich blicken lässt. Doch für Claire ist es wohl auch mal ein Glück, einfach mal über die Dinge zu reden, denn sie hat aufgrund der großen Belastung von Beruf und Familie wohl auch nicht viele Menschen, denen sie sich so anvertrauen kann. Schlimm nun die Nachricht, dass Lysann krank ist und nach Hause kommt. Man kann nur hoffen, dass Martin nicht recht behält mit seiner Vermutung – Claire würde es das Herz brechen und Zoe auch.