01: Anfang - Seite 51 (einschl. Intermezzo)

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  • Hallo Ihr Lieben,


    hier treffen wir uns ab dem 01.12.2017 zur Leserunde zu dem Buch "Böses Kind" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders Martin Krist, der uns hier begleiten wird. Schön, dass Du, lieber Martin, wieder mit dabei bist! :-*


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die neuen Ausführungen zur Netiquette durch.
    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Wenn ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, dann wäre es gut, wenn ihr hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid geben würdet.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass bitte pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte! :winken:


    Hier könnt Ihr vom Anfang bis Seite 51 (bis einschl. Intermezzo nach Kapitel 17) schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Ich wünsche uns nun allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!


    Liebe Grüße
    odenwaldcollies :winken:

  • Den Abschnitt hatte ich schnell durch, er ist auch sehr kurz, gerade mal 49 Seiten. und der nächste ist auch nicht viel länger. Daher kann es sein, dass ich heute nochmal poste. Auf der anderen Seite komme ich vielleicht morgen nicht dazu, obwohl der dritte Abschnitt ja noch kürzer ist. Ich werde sehen... Doch nun zu dem Abschnitt.


    Natürlich ist ein Mord an einem Hund kein Fall für die Mordkommission. Aber so wie der Tierquäler gewütet hat, sieht das doch ziemlich böse aus.


    Wer ist ist Frau, die in einen, ich möchte fast sagen Kerker gefangen sitzt? Und ist es wirklich menschliche Gehirnmasse in die sie gegriffen hat? Ich glaube da hätte ich auch mein Mittagessen von mir gegeben!


    Suse scheint ja ganz gewaltig Probleme mit ihren Kindern zu haben. Zumindest mal mit der Ältesten. Die scheint in falsche Gesellschaft gekommen zu sein. Und dann hat sie noch geglaubt, sie gesehen zu haben. War es am Anfang wirklich ihre Tochter, und hat sie sich da schon geirrt? Zum Glück hat sie ihre Mutter, aber mir scheint, dass die auch nicht immer bereit ist, ihr zu helfen.


    Der oben erwähnte Hund, ist das etwa Tapsi?


    Es ist spannend, ich muss weiterlesen...

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Im ersten Abschnitt ging es ja schon gut los, wer ist die Frau, die in dem dunklen Raum gefangen gehalten wird? Und vom wem stammt das Blut die anderen Überreste? Lag hier schon vorher ein Toter? Oder immer noch?


    Suse scheint ihren Alltag nicht ganz im Griff zu haben, nun ist auch noch ihre älteste Tochter Jacqueline verschwunden. Ist sie vielleicht die weibliche Person, die in dem dunklen Raum eingesperrt wurde? Wie es scheint, wurde in dem leerstehenden Gebäude ein Retriever auf brutale weise getötet und Tapsi, der Hund von Suses Familie war doch ein Retriever.


    Ist der Hund Jaqueline vielleicht gefolgt, falls sie überhaupt die Gefangene ist, und hat den Entführer überrascht, der den Hund letztendlich umbrachte?


    Aber bis jetzt ist Suses Tochter "nur" verschwunden, ich hoffe, das klärt sich schnell auf.


    Der Name der kriminaltechnischen Leiterin Dr. Franziska Bodde erinnert mich an eine andere Romanfigur. Kann es sein, dass sie bereits in dem einen oder anderen deiner Romane einen Auftritt hatte, Martin?


    Und ich frage mich, ob der Fall der toten Sina Weinstein in irgendeiner Beziehung zu der eingesperrten Frau steht, vielleicht ist es auch ein Fall, bei dem die Kommissare nur parallel ermitteln.



    Den Abschnitt hatte ich schnell durch, er ist auch sehr kurz, gerade mal 49 Seiten. und der nächste ist auch nicht viel länger. Daher kann es sein, dass ich heute nochmal poste. Auf der anderen Seite komme ich vielleicht morgen nicht dazu, obwohl der dritte Abschnitt ja noch kürzer ist. Ich werde sehen... Doch nun zu dem Abschnitt.


    Immer mit der Ruhe, nicht dass du am Sonntag schon die Rezi verfasst und die anderen noch über den ersten Lese-Abschnitt diskutieren. ;D


    Zitat


    Natürlich ist ein Mord an einem Hund kein Fall für die Mordkommission. Aber so wie der Tierquäler gewütet hat, sieht das doch ziemlich böse aus.


    Tja, der Mörder scheint wirklich kein Mitgefühl zu besitzen, aber was hat seine Wut hervorgerufen, dass er so grausam mit anderen Lebewesen umgeht?


    Zitat


    Suse scheint ja ganz gewaltig Probleme mit ihren Kindern zu haben. Zumindest mal mit der Ältesten. Die scheint in falsche Gesellschaft gekommen zu sein. Und dann hat sie noch geglaubt, sie gesehen zu haben. War es am Anfang wirklich ihre Tochter, und hat sie sich da schon geirrt? Zum Glück hat sie ihre Mutter, aber mir scheint, dass die auch nicht immer bereit ist, ihr zu helfen.


    So wie es ausschaut, hat Suse so ihre Probleme, ihren Alltag einigermaßen zu organiseren, was andererseits als alleinerziehende Mutter von drei Kindern nicht ganz unproblematisch ist, ja ja ihre älteste Tochter sich ja im rebellischen Alter zu befinden scheint.


    Zitat


    Der oben erwähnte Hund, ist das etwa Tapsi?


    Auf Tapsi tippe ich momentan auch, da der Hund ja verschwunden ist und zuindest die Rasse mit dem toten Hund zu übereinstimmen scheint.

  • Hallo zusammen,


    na, das war ja gleich mal ein Schocker, mit dem das Buch beginnt.


    Wer ist die Frau und warum wurde sie entführt? Da Jaquie verschwunden ist, befürchte ich, dass es sich bei ihr um das Mädchen handeln könnte. Aber warum wurde sie entführt? Wem gehört das viele Blut und die Hirnmasse? Hier hätte ich wohl auch mein Abendessen wieder von mir gegeben. Suse hat ihrer Tochter den Umgang mit einem Typen verboten: ist das vielleicht derjenige, der da nun mit eingeschlagenem Schädel liegt? Oder ist er ihr Entführer? Aber wer ist dann der oder die Tote?


    Die Entführte hört einen Hund, war das vielleicht Tapsi? Als das Bellen in Fiepen übergeht, war das der Moment, in dem der Hund getötet wurde? Jedenfalls hoffe ich, dass er getötet wurde, bevor ihm das alles angetan wurde :'( Im Moment tippe ich bei dem toten Hund auf Tapsi, der seinem Frauchen gefolgt ist, falls es sich bei der Entführten um Jaqueline handelt. Das würde dann bedeuten, dass die Ereignisse aus den Intermezzo-Kapitel momentan etwas zeitversetzt zur Haupthandlung ablaufen.


    Suse scheint mit ihrem Alltag und als alleinerziehende Mutter ziemlich überfordert zu sein. Und dann noch diese beengten Wohnverhältnisse: 2 Zimmer für 4 Personen, auch wenn eines davon noch ein Baby ist. Aber was will sie machen, wenn sie nicht genügend Geld für eine größere Wohnung hat :(


    Wer ist dieser Miro? Verfolgt oder stalkt er sie? War es tatsächlich er, der im Garten rumlungerte? Suses Exmann kann es jedenfalls nicht sein, denn ihre Mutter weiß nicht, wer dieser Miro ist.


    Henry Frei ist ja eine Type :D Ein bisschen zwanghaft, wie mir scheint. Ich muss gestehen, mein erster Gedanke war, ob er autistische Züge an sich hat. Er wohl nicht, aber sein Sohn. Mit jemanden wie Frei zusammenzuarbeiten, ist sicherlich nicht immer einfach, aber Louise Albers ist ihn gewohnt und ich finde, man spürt nach den ersten Seiten schon gut, dass die beiden gut miteinander auskommen. Sie nimmt ihn so, wie er ist.
    Sehr gut gefällt mir, dass Frei und Albers jeweils in die Rolle des Verteidigers bzw. des Anklägers schlüpfen; ich denke, bei so einer Rollenaufteilung stellt man viel mehr und fruchtbarere Fragen, ganz abgesehen von den Gedankengängen, die dadurch angeregt werden.


    Hm, der Mord an Sina Weinstein ist auch sehr mysteriös, bisher gibt es keinerlei Hinweise darauf, warum das Opfer sich im Hotel einquartiert hat. Und was es mit dem Zettel in ihrer Hand auf sich hat. Nun würde mich aber interessieren, was die Beamten denn unter dem Siphon gefunden haben.


    Was mir an Martins Büchern neben der Spannung immer gut gefällt, ist ja das Aufeinandertreffen von scheinbar unabhängigen Handlungssträngen, so wie Suse Frei vor das Auto läuft.


    Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht.


  • Ist der Hund Jaqueline vielleicht gefolgt, falls sie überhaupt die Gefangene ist, und hat den Entführer überrascht, der den Hund letztendlich umbrachte?


    Genau das sind auch meine Überlegungen.



    Der Name der kriminaltechnischen Leiterin Dr. Franziska Bodde erinnert mich an eine andere Romanfigur. Kann es sein, dass sie bereits in dem einen oder anderen deiner Romane einen Auftritt hatte, Martin?


    Ich meine auch, den Namen schon in den Kalkbrenner-Krimis gelesen zu haben.



    Und ich frage mich, ob der Fall der toten Sina Weinstein in irgendeiner Beziehung zu der eingesperrten Frau steht, vielleicht ist es auch ein Fall, bei dem die Kommissare nur parallel ermitteln.


    Das hatte ich mir auch überlegt.



    Tja, der Mörder scheint wirklich kein Mitgefühl zu besitzen, aber was hat seine Wut hervorgerufen, dass er so grausam mit anderen Lebewesen umgeht?


    In jedem Fall halte ich es durchaus für möglich, dass derjenige, der den von Charlie gefunden Hund so zugerichtet hat, auch derjenige ist, der dem Toten, mit dem die Entführte im Kerker sitzt, den Schädel eingeschlagen hat: beide Male wurden Schädel mit großer Wucht eingeschlagen. Mir geht es hier wie dir, tigi: warum diese Brutalität?

  • Zu sehr später Stunde schicke ich ein Hallo in die Runde!


    Ich war ja vorgewarnt, dass der Thriller hart werden würde - und genau diesen Eindruck hatte ich während des ersten Abschnitts auch!
    Die Szene, in der der Hund gefunden wird, war mir unerträglich. So etwas mag ich nicht und ich frage mich, wozu dergleichen nötig ist!
    Aber es lässt für das Mädchen Jacqueline fürchten, die sich, so vermute ich, in den Händen desjenigen befindet, der den Hund - Tapsi wohl! - auf dem Gewissen hat.


    Ähnlich erschütternd fand ich das Ambiente, in dem die Kinder Dennis und Theo großwerden müssen! Aussichtslos, da unbeschadet oder überhaupt wieder herauszukommen.
    Die Mutter Suse ist vollkommen überlastet; alles hängt an ihr, sie muss ums Überleben kämpfen und ist dazu noch allein für ihre drei Kinder zuständig, während sich der Vater aus dem Staub gemacht hat und sich einen Pfifferling um die Kinder schert, die schließlich auch die seinen sind.
    Am meisten leide ich mit dem einsamen kleinen Dennis, der mit seiner Angst um den Hund, die mir nur eine von vielen Ängsten zu sein scheint, und seiner Unsicherheit völlig allein gelassen wird. Schlimm!


    Inwieweit der Mord an Frau Weinstein in der Hotel-Absteige mit Jacquelines Verschwinden und dem Dahinvegetieren ihrer Mutter nebst Brüdern zu tun hat, ist im Moment noch nicht ersichtlich. Vielleicht ist er nur der Aufhänger für eine erste Bekanntschaft mit Kommissar Frei und seiner Truppe...
    Auch ihn, seine Kollegin und den Neuling Charlie kann ich noch nicht einschätzen. Charlie vielleicht noch eher als die beiden anderen. Mir war sympathisch, dass er sich von dem getöteten Hund so berühren ließ, dass ihm klar war, wie gefährlich derjenige ist, der ein Tier auf eine so brutale Weise abschlachten kommte.
    Man möge ihm wünschen, dass er mit den Jahren nicht vollkommen abstumpft, dass er weiterhin Anteil am Leid, das ihm begegnet, nimmt. Wiewohl mir natürlich klar ist, dass dieses Abstumpfen auch überlebenswichtig sein kann....
    Harry Frei ist ein seltsamer Kauz, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann. Pünktlichkeit ist ihm wichtig, Ordnung, Symmetrie. Ein Mann der vielen Worte ist er nicht und ich zweifle seine sozialen Kompetenzen an.
    Seine Kollegin isst für meinen Geschmack zwar zu viele Karotten ( das ewige Geknabbere neben mir würde mich wahnsinnig machen! ), ist dauermüde, doch scheint sie trotzdem ihrem Job gewachsen zu sein. Sie macht einen sehr professionellen Eindruck auf mich.


    Ja, das ist alles, was ich zu den ersten fünfzig Seiten anzumerken hätte!
    Übrigens gefällt es mir, dass die einzelnen Leseabschnitte relativ kurz sind. So bleibt für mich die Geschichte überschaubar und wahrscheinlich auch erträglicher, wenn sich bewahrheitet, was ich befürchte und es mit der Trostlosigkeit, die mir das Umfeld, in der sie angesiedelt ist, vermittelt, so weitergeht. Mich deprimiert das ohne Ende, zumal man uns doch immer wieder versichert, dass Deutschland ein reiches Land sei, in dem niemand Not leiden muss!
    Der Thriller hier tritt eindeutig den Gegenbeweis an, mit seinem gebündelten Elend, in dem Suse mit ihrer Familie lebt - stellvertretend für Tausende Familien, die nicht auf der Sonnenseite leben, die in Not geraten sind oder sich schon immer im gesellschaftlichen Abseits befunden haben....

  • Genau das sind auch meine Überlegungen.


    Was würde in einem solchen Falle die extreme Grausamkeit rechtfertigen, mit der der Hund getötet wurde? Nein, ich glaube eher, dass von Anfang an beide, Jacqueline und der Hund Ziel des Mörders waren - warum auch immer! Mich beschleicht jedoch das Gefühl, dass Suse irgendetwas damit zu tun haben mag....


    In jedem Fall halte ich es durchaus für möglich, dass derjenige, der den von Charlie gefunden Hund so zugerichtet hat, auch derjenige ist, der dem Toten, mit dem die Entführte im Kerker sitzt, den Schädel eingeschlagen hat: beide Male wurden Schädel mit großer Wucht eingeschlagen. Mir geht es hier wie dir, tigi: warum diese Brutalität?


    Ja, warum? Und warum müssen getötete Tiere in spannende Thriller mit hineingezogen werden?!
    Aber davon abgesehen hat Charlie meines Erachtens den richtigen Riecher, wenn er meint, dass der Fall mit dem Hund größere Aufmerksamkeit verdient. Denn wer so etwas Grausames tut, dem kann man zutrauen, dass er auch vor Menschen nicht Halt macht!

  • Ich schreibe erst mal meine Gedanken auf und kommentiere dann meine Vorschreiber und -innen.


    Das Buch gefällt mir wie erwartet sehr gut! Die kurzen Kapitel, meistens mit Cliffhanger, die versvhiedenen Handlungsstränge, die sich abwechseln, das hat mir schon in den anderen Krimis von Martin gut gefallen.


    Das erste Intermezzo - ein grausiger Anfang! Ich musste direkt an Ulrike denken..... :o


    Aber es geht ja dann nicht so weiter. Die beiden Handlungsstränge „treffen“ sich hier schon früh. Dass Suse von dem Kommissar angefahren wird, ist ja eher Zufall, aber ich befürchte, dass der Hund, der in der Bibliothek gefunden wurde, Tapsi ist. :( Komischerweise kann ich Leid, das Tieren angetan wird, schlechter ertragen als Leid, das Menschen angetan wird.
    Hat der Mord an Sina auch etwas mit dem Verschwinden von Jaquie und der Frau im Intermezzo zu tun?
    Meine Theorie ist, dass die Intermezzi zeitlich nicht genau zu den anderen Kapiteln passen. Die Frau ist Jacqueline und das erwähnte Kläffen und Fiepen kommt von Tapsi. Soweit meine Theorie.


    Suse wünsche ich, dass ich mich irre!! Sie hat ihr Leben nicht wirklich im Griff. Falls Kommissar Frei mal in ihre Wohnung muss, bekommmt er bestimmt einen Anfall! Seine Ordnungswut ist ja schon krankhaft! An der Rezeption eines Hotels „aufzuräumen“ ist schon krass. Und als die zu dem Tatort kommen, zu dem Charlie sie gerufen hat, räumt er erst mal in aller Ruhe die Mittelkonsole auf, während Charlie, den es vor Aufregung fast zerreißt, im strömenden Regen wartet.
    So ganz klar ist mir nicht, warum Charlie die Mordkommission ruft. Die Polizei, ok., aber gleich die Mordkommission?



    Der Mord an Sina. Sie, die nach außen „heile Familie“ darstellen soll, trifft sich in einer dubiosen Absteige mit - ja, mit wem? Ihr Bruder reagiert „komisch“ auf die Todesnachricht. Mir kommt dieser Handlungsstrang irgendwie zweitrangig vor, die Frau im Keller und Suse mit ihrem Chaos dräng sich vor. Vielleicht ändert sich das noch.


    Ich musste mich SEHR beherrschen, nicht sofort weiter zu lesen. Hätte ich mich doch nicht hier angemeldet, >:( :totlach: dann wäre ich schon am Ende und hätte eine schlaflose Nacht hinter mir.


  • Wer ist dieser Miro? Verfolgt oder stalkt er sie? War es tatsächlich er, der im Garten rumlungerte? Suses Exmann kann es jedenfalls nicht sein, denn ihre Mutter weiß nicht, wer dieser Miro ist.


    Vielleicht ist Miro der Mann, von dem sie ihre Tochter fernhalten will?

    Zitat


    Henry Frei ist ja eine Type :D Ein bisschen zwanghaft, wie mir scheint. Ich muss gestehen, mein erster Gedanke war, ob er autistische Züge an sich hat. Er wohl nicht, aber sein Sohn. Mit jemanden wie Frei zusammenzuarbeiten, ist sicherlich nicht immer einfach, aber Louise Albers ist ihn gewohnt und ich finde, man spürt nach den ersten Seiten schon gut, dass die beiden gut miteinander auskommen. Sie nimmt ihn so, wie er ist.
    Sehr gut gefällt mir, dass Frei und Albers jeweils in die Rolle des Verteidigers bzw. des Anklägers schlüpfen; ich denke, bei so einer Rollenaufteilung stellt man viel mehr und fruchtbarere Fragen, ganz abgesehen von den Gedankengängen, die dadurch angeregt werden.


    Mir gefallen die beiden auch gut! Sie nehmen Anteil am Privatleben des/der anderen, ermittlungstechnisch arbeiten sie professionell. Die beschriebene Rollenverteilung ist effektiv, vielleicht nicht im Moment, aber das kommt bestimmt noch.

  • Ich vermute eher, dass sich Suse zu Beginn auch schon vertan hat, sie war ja die ganze Zeit felsenfest davon überzeugt, dass sie ihre Tochter sieht.


    Davon gehe ich auch aus. Sie war ja total durch den Wind, das Chaos um sie herum, die Mutter im Hintergrund, die Sorge um ihre Tochter. Es hat ja geregnet, vielleicht hatte das Mädchen die gleiche Jacke wie Jacqueline. Wenn man etwas unbedingt WILL, sieht man es, obwohl es nicht da ist.


  • Am meisten leide ich mit dem einsamen kleinen Dennis, der mit seiner Angst um den Hund, die mir nur eine von vielen Ängsten zu sein scheint, und seiner Unsicherheit völlig allein gelassen wird. Schlimm!


    Ja, der Kleine tut mir auch unendlich leid! Er sorgt sich um den Hund und seine Mutter kümmert sich nicht groß darum. :(

    Zitat


    Mich deprimiert das ohne Ende, zumal man uns doch immer wieder versichert, dass Deutschland ein reiches Land sei, in dem niemand Not leiden muss!
    Der Thriller hier tritt eindeutig den Gegenbeweis an, mit seinem gebündelten Elend, in dem Suse mit ihrer Familie lebt - stellvertretend für Tausende Familien, die nicht auf der Sonnenseite leben, die in Not geraten sind oder sich schon immer im gesellschaftlichen Abseits befunden haben....


    Da hast du leider recht! Ich finde das auch unerträglich! Erst gestern war bei uns ein Bericht im Fernsehen, dass es in NRW viele Kinder gibt, die nicht in der Schule zu Mittag essen können, weil das Geld fehlt. So etwas macht mich rasend! Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer! Diejenigen, die den Mindestlohn festlegen, sollten mal ein paar Monate davon leben müssen.
    Ich höre jetzt lieber auf, sonst werde ich ausfallend. >:(

    Liebe Grüße, Caren

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    :lesen: Lorenz Stassen - Angstmörder


    Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte.

    Arthur Schopenhauer

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    Meine Rezensionen

    Mein Leserundenkalender

    Einmal editiert, zuletzt von Caren ()


  • Die Szene, in der der Hund gefunden wird, war mir unerträglich. So etwas mag ich nicht und ich frage mich, wozu dergleichen nötig ist!


    Ich muss gestehen, bei meinem ersten und/oder zweiten Buch von Martin habe ich mich auch gefragt, ob das wirklich sein muss, dass die eine oder andere Brutalität wirklich in der Ausführlichkeit dargestellt werden muss. Aber nachdem ich dann das Nachwort gelesen habe, habe ich kapiert, dass Martin gerne Themen aufgreift, die zwar irgendwie bekannt sind, aber mit denen man sich lieber nicht genauer beschäftigen möchte, weil sie z.B. in Milieus spielen, mit denen man nichts zu tun haben möchte. Ich denke, hier kommt der Journalist bei ihm durch und er greift dann eben diese Themen in all ihrer Abscheulichkeit auf, um den Finger auf die Wunde zu legen und den Leser vor Augen zu halten, was eben doch so um uns herum passiert.
    Klar, ich hätte diese Szene mit dem Hund auch nicht gebraucht, aber zeigt sie doch, mit welcher Brutalität der Unbekannte hier am Werke ist und man fragt sich unweigerlich, was ihn dazu bringt. Außerdem tröste ich mich ein wenig damit, dass Martin die Szene sicherlich auch nicht leicht gefallen ist, da er selber Hundebesitzer ist.
    Lange Rede, kurzer Sinn: ich kann dich also sehr gut verstehen, da dieses Buch ja dein erster Roman von Martin ist.



    Am meisten leide ich mit dem einsamen kleinen Dennis, der mit seiner Angst um den Hund, die mir nur eine von vielen Ängsten zu sein scheint, und seiner Unsicherheit völlig allein gelassen wird. Schlimm!


    Ja, Dennis tat mir in dem Moment auch am meisten leid. Für ihn ist in dem Moment einfach am wichtigsten, was mit Tapsi los ist. Wahrscheinlich ist der Hund normalerweise der Einzige, der immer da ist, wenn er ihn braucht. Und wenn es sich bei dem toten Hund wirklich um Tapsi handelt, dann wird die Suche der Oma und Dennis nicht erfolgreich sein.



    Charlie vielleicht noch eher als die beiden anderen. Mir war sympathisch, dass er sich von dem getöteten Hund so berühren ließ, dass ihm klar war, wie gefährlich derjenige ist, der ein Tier auf eine so brutale Weise abschlachten kommte.
    Man möge ihm wünschen, dass er mit den Jahren nicht vollkommen abstumpft, dass er weiterhin Anteil am Leid, das ihm begegnet, nimmt. Wiewohl mir natürlich klar ist, dass dieses Abstumpfen auch überlebenswichtig sein kann....


    Genau diese Empathie hat mir Charlie auch sehr sympathisch gemacht. Und mir sind die gleichen Gedanken wir dir durch den Kopf gegangen, was das Abstumpfen angeht, obwohl auch mir klar ist, dass man irgendwann einen gewissen inneren Abstand gewinnen muss, um in dem Job nicht irgendwann durchzudrehne.



    So bleibt für mich die Geschichte überschaubar und wahrscheinlich auch erträglicher, wenn sich bewahrheitet, was ich befürchte und es mit der Trostlosigkeit, die mir das Umfeld, in der sie angesiedelt ist, vermittelt, so weitergeht. Mich deprimiert das ohne Ende, zumal man uns doch immer wieder versichert, dass Deutschland ein reiches Land sei, in dem niemand Not leiden muss!
    Der Thriller hier tritt eindeutig den Gegenbeweis an, mit seinem gebündelten Elend, in dem Suse mit ihrer Familie lebt - stellvertretend für Tausende Familien, die nicht auf der Sonnenseite leben, die in Not geraten sind oder sich schon immer im gesellschaftlichen Abseits befunden haben....


    Ja genau, hier hält Martin den Lesern eindeutig den gesellschaftskritischen Spiegel vor. Und ich gebe zu, dass ich dann immer insgeheim erleichtert bin, nicht in einer ähnlichen Situation zu stecken.


  • Was würde in einem solchen Falle die extreme Grausamkeit rechtfertigen, mit der der Hund getötet wurde? Nein, ich glaube eher, dass von Anfang an beide, Jacqueline und der Hund Ziel des Mörders waren - warum auch immer!


    Für diese Tat gibt es keinerlei Rechtfertigung. Und wie Charlie sagt: wer so etwas einem Tier antut, hat auch oftmals keine Skrupel, dasselbe Menschen anzutun - das sehe ich genauso.
    Auf den Gedanken, dass der Mörder es von Anfang an auf Jacqueline und den Hund abgesehen hat, bin ich noch gar nicht gekommen. Evtl. war die Tochter gar nicht mit diesem Typen zusammen, sondern ist mit Tapsi rausgegangen. Denn irgendwer muss ja die Terrassentür offen gelassen haben.


  • So ganz klar ist mir nicht, warum Charlie die Mordkommission ruft. Die Polizei, ok., aber gleich die Mordkommission?


    Ich denke, das Gesehene hat ihn so erschüttert, dass er einfach etwas tun wollte, um es irgendwie zu erklären - und das geht nur, wenn man es auflöst. Ich kenne das von mir, in solchen Situationen neige ich dann auch dazu, etwas "tun" zu wollen, was eigentlich über das Ziel hinausschießt.


    Ohja, wenn Frei in Suses Wohnung kommen würde, das wäre echt ein Augenöffner für ihn.


  • Vielleicht ist Miro der Mann, von dem sie ihre Tochter fernhalten will?


    Das könnte sein, irgendwie habe ich Miro und den Mann, mit dem die Tochter um die Häuser zieht, bisher für nicht ein- und diesselbe Person gehalten. Frag mich aber nicht warum.

  • Ich denke, das Gesehene hat ihn so erschüttert, dass er einfach etwas tun wollte, um es irgendwie zu erklären - und das geht nur, wenn man es auflöst. Ich kenne das von mir, in solchen Situationen neige ich dann auch dazu, etwas "tun" zu wollen, was eigentlich über das Ziel hinausschießt.


    Ja, das glaube ich auch und zumal er ja auch glaubt, das sojemand auch nicht davor zurückschreckt, einen Menschen zu ermorden. Am Ende hätten sie die entführte Frau retten können, die scheint ja auch in der Nähe zu sein, da sie ja gehört hat, wie der Hund ermordet worde, oder der Mörder hat den Hund danach woanders hingebracht, damit die Polizei nicht zufällig über das Versteck stolpert.


  • Der Thriller hier tritt eindeutig den Gegenbeweis an, mit seinem gebündelten Elend, in dem Suse mit ihrer Familie lebt - stellvertretend für Tausende Familien, die nicht auf der Sonnenseite leben, die in Not geraten sind oder sich schon immer im gesellschaftlichen Abseits befunden haben....


    Und sie ist leider keine Fiktion, die Heerstraße-Nord:


    http://www.tagesspiegel.de/ber…gehts-nicht/12903724.html


  • Der Name der kriminaltechnischen Leiterin Dr. Franziska Bodde erinnert mich an eine andere Romanfigur. Kann es sein, dass sie bereits in dem einen oder anderen deiner Romane einen Auftritt hatte, Martin?


    Richtig: Dr. Franziska Bodde ist als Leiterin der kriminaltechnischen Abteilung des LKA für alle Mordkommissionen verantwortlich. Insofern nicht nur für die in den Kalkbrenner-Romanen, sondern auch in der Henry Frei-Reihe.


    Wer weiß: Vielleicht laufen sich Kalkbrenner und Frei ja mal irgendwann über den Weg ... :)