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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines der Autorin) immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die "Die Farben der Erinnerung" nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!


    Außerdem wäre es sicherlich für Nicole Vosseler als auch den Goldman-Verlag, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.
    Bitte rezensiert das Buch auch auf unserer Hauptseite Literaturschock.de. Eine extra Anmeldung ist hierzu nicht nötig, Gastrezensionen werden manuell freigeschaltet.

  • Als Gemma ein kleines Kind war, sind ihre Eltern bei einem Brand ums Leben gekommen. Der Vater, Professor mit Spezialgebiet für die italienische Renaissance, war einer kleinen historischen Sensation auf der Spur. Jetzt, nach 30 Jahren, erhält Gemma seltsame E-Mails mit versteckten Hinweisen und sie beschließt, nach Europa zu reisen um Antwort auf all ihre Fragen zu finden. Ihre Suche beginnt in England, wo sie in dem jungen Oxford-Professor Sisley eine verwandte Seele findet, der sich kurzentschlossen anbietet, ihr zu helfen.


    Überraschend musste ich feststellen, dass Nicole Vosselers neues Buch ein bisschen an Dan Browns Bücher erinnert, denn in „Die Farben der Erinnerung“ kommt es alsbald zu einer Schnitzeljagd, bei der vor allem kunsthistorische und literarische Werke die Hinweise liefern, die Sisley und Gemma über Italien zurück in die USA und einmal quer durchs Land führen. Sie landen schließlich in Hawaii zu einem spannenden Showdown und einer großen Auflösung aller Rätsel.


    Passend zu den drei unterschiedlichen Zeitebenen und dem kulturellen Hintergrund der Protagonisten ist der Schreibstil anspruchsvoll und intensiv und besticht durch schöne Metaphern und stimmungsvolle Beschreibungen von Menschen und Gefühlen. Vor allem Gemma und Sisley sind es, die einem schnell ans Herz wachsen. Beide sind auf ihre Art ungewöhnlich, ja fast schrullig, und haben zur inneren Stabilität Rituale und Gewohnheiten angenommen, die es ihnen etwas schwermachen, sich aus dem routinierten Alltag hinaus in das Abenteuer einer ungeplanten Entdeckungsreise zu begeben. Herzerwärmend ist es zu lesen, wie die beiden sich gegenseitig stützen und ihre Phantasie befeuern. Das Wachsen einer zarten innigen Zuneigung zwischen den beiden zu beobachten macht mindestens so viel Spaß, wie der Jagd nach der Wahrheit zu folgen.


    Im Nachhinein betrachtet ist das Cover dieses Buches für mich fast etwas irreführend, denn es handelt sich keineswegs um eine profane Liebesgeschichte sondern hat, ganz im Gegenteil, viel mehr von einem Thriller. Die gelegentlichen Sprünge in die Vergangenheit sind kurz und vor allem, um die Storyline in der Gegenwart zu untermauern.


    Ein sehr gelungenes Buch, in welchem Nicole Vosseler ihr literarischen Talent ausspielen und mit einigen überraschenden Wendungen und starken Charakteren überzeugen kann.


    :buchtipp:


    Vielen Dank, liebe Nicole, für Deine lebhafte Teilnahme an unserer Leserunde und den ein oder anderen Link oder Hinweis, um die Geschichte zu intensivieren und zu bebildern. Das hat mein Lesevergnügen auf jeden Fall noch potenziert. Ich freue mich jedes mal, wenn es Neues von Dir zu lesen gibt. :)


    https://www.buch.de/shop/home/…442483945/ID62294825.html
    https://www.lesejury.de/nicole…1&tab=reviews&s=2#reviews
    https://www.lovelybooks.de/aut…1-w/rezension/1520226258/
    https://www.amazon.de/review/R…66412761_cm_rv_eml_rv0_rv
    http://wasliestdu.de/rezension/spannende-schnitzeljagd-3
    https://literaturschock.de/lit…die-farben-der-erinnerung

  • Liebe gagamaus,


    ich bin extrem glücklich, dass Du mit den "Farben" so eine tolle Lese-Zeit hattest - tausend Dank für Dein wunderbares Fazit! :)
    Auch noch ein ganz liebes Dankeschön von mir für die Moderation der Runde - und überhaupt danke an euer ganzes Team, dass wir diese Reise hier machen konnten!



    Ich freue mich jedes mal, wenn es Neues von Dir zu lesen gibt. :)


    ... was mich meinerseits natürlich sehr, sehr freut!
    Und Neues ist auch in Arbeit bzw. Planung ... :)

  • Ganz herzlichen Dank an das Forum, den Verlag und vor allem an die Autorin für diese spannende und wirklich tolle Leserunde. Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen und wird mir noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben. Anbei meine Rezension, die bereits auf allen unten aufgeführten Plattformen veröffentlicht wurde:


    Grün ist die Hoffnung


    Gemma arbeitet in der New York Library. Bei einem Aufenthalt in Italien, wo ihr Vater als Professor für italienische Renaissance forschte, hat sie als kleines Kind ihre Eltern verloren und wurde von ihrer Großmutter aufgezogen. Seit dem schlimmen Schicksalsschlag leidet Gemma noch heute unter Alpträumen und lebt aufgrund ihrer Ticks sehr zurückgezogen. Eines Tages erhält sie einen anonymen Brief, der einen handgemachten Ohrring und einige Gedichtzeilen enthält, die von Robert Browing stammen. Aufgrund dieser Zeilen setzt sich Gemma mit dem englischen Spezialisten für Browning in Verbindung, Professor Sisley Bancroft. Gemma reist nach England, um sich mit ihm zu treffen. Sisley bietet Gemma an, gemeinsam Nachforschungen anzustellen. Die Reise führt die beiden von Frankfurt über Florenz über Waco in den USA nach Hawaii – überall erhalten sie neue Hinweise auf ein Geheimnis, das es zu ergründen gilt und das mit der „Frau in Grün“ zusammenhängt, einem Gemälde im Frankfurter Museum. Doch jemand ist ihnen bereits auf den Fersen, der die gleichen Spuren verfolgt. Werden Gemma und Sisley das Geheimnis ergründen?


    Nicole C. Vosseler hat mit ihrem Buch „Die Farben der Erinnerung“ einen sehr fesselnden teils historischen Roman vorgelegt, in dem es nicht nur um gut gehütete Geheimnisse, sondern auch um eine familiäre Tragödie geht. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildgewaltig und packend. Schnell taucht der Leser ein in die spannende Welt der Literatur und Kunst, die hier von der Autorin auf meisterliche Weise miteinander verbunden werden. Die Geschichte wird anhand von drei Zeitebenen erzählt, die jeweils eine andere Perspektive bieten. Der Hauptteil der Handlung berichtet von Gemma und der gegenwärtigen Suche, eine Zeitebene gibt dem Leser Einblick in das Leben des Schriftstellerehepaars Robert und Elizabeth Barrett Brownings, eine andere erzählt vom kurzen Leben und Schicksal der jungen Lucrezia di Cosimo de‘ Medici. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven erhält der Leser einen Rundumblick der Geschichte, dabei lässt die Autorin ihm genügend Raum für eigene Spekulationen und Schlussfolgerungen, um auf die Spur des Geheimnisses zu kommen. Durch geschickte Wendungen wird der Leser immer wieder überrascht und zum Umdenken animiert. Gleichzeitig malt die Autorin während der Handlung mit ihren Worten wunderbare Bilder, die gleich einem Kinofilm vor dem inneren Auge des Lesers ablaufen und es wirken lassen, als wäre er mit den Protagonisten gemeinsam auf der Jagd nach dem Unbekannten.


    Die Charaktere sind sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Sie ergänzen sich durch ihre individuellen Eigenheiten auf wunderbare Weise und geben einem das Gefühl, sie persönlich kennenlernen zu wollen. Gemma ist eine Frau, die schon als kleines Kind einen sehr harten Schicksalsschlag verkraften musste. Seitdem lebt sie sehr zurückgezogen, denn sie hat über die Jahre Eigenheiten und Ängste entwickelt, die es ihr schwer machen, anderen Menschen näher zu kommen. Sie hat ihrem Leben eine gewisse Struktur gegeben, um im Alltag zu bestehen, was für Außenstehende eher als seltsam eingestuft wird. Gemma ist überaus misstrauisch, aber auch eine mutige und sympathische Protagonistin, der man gerne folgt und die man im Verlauf der Geschichte immer besser versteht. Sisley ist ein ebenso ein besonderer Mensch. Er hat den Ruf eines Genies und ist bei seinen Studenten sehr beliebt. Gleichzeitig hat auch er Schwierigkeiten, die Menschen näher an sich heranzulassen. Er wirkt eher schüchtern, doch wenn es um sein Fachgebiet geht, kommt er aus sich heraus. Sisley ist hilfsbereit und besitzt ein sehr ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, gleichzeitig hat er das Herz am rechten Fleck. Auch die anderen Protagonisten lassen das Leserherz mit ihren „Auftritten“ höher schlagen, steigern sie doch die Spannung in der Suche um das Geheimnis zusätzlich.


    „Die Farben der Erinnerung“ ist eine geheimnisvolle Jagd, bei dem der Leser nicht nur dazu aufgefordert wird, an der Entschlüsselung eines Geheimnisses mitzuwirken, sondern auch die Entwicklung der Charaktere hautnah miterleben darf. Durch die regelrechte Schnitzeljagd über mehrere Kontinente bekommt der Leser nicht nur eine Einführung der Gemäldeinterpretation, sondern erfährt viele kleine Details über das Leben der Brownings. Dieser Roman ist ein absolutes Highlight und wird viele begeistern, die Geheimnisse und Spannung lieben und auch die Verbindung zur Vergangenheit schätzen. Nicole C. Vosseler hat hier ein Meisterwerk abgeliefert, wie es besser nicht geht – Chapeau! Absolute Leseempfehlung für ein Highlight, das man, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen kann!


    Links:
    https://literaturschock.de/lit…die-farben-der-erinnerung
    https://www.lovelybooks.de/aut…1-w/rezension/1520526019/
    https://www.amazon.de/review/R…nodeID=299956&store=books
    https://wasliestdu.de/rezension/gruen-ist-die-hoffnung
    https://www.lesejury.de/nicole…1&tab=reviews&s=2#reviews
    http://www.buechertreff.de/thr…ie-farben-der-erinnerung/
    http://www.reliwa.de/review/show/12028


    Nochmals ganz herzlichen Dank für eine wirklich faszinierende Geschichte und die vielen spannenden Diskussionen und verschiedenen Sichtweisen, die so eine Leserunde so sehr bereichern. Ich freue mich auf ein hoffentlich baldiges neues Abenteuer aus Nicoles Feder!


    Herzliche Grüße :winken:

  • Als sie ein kleines Kind war, starben Gemmas Eltern bei einem schrecklichen Brand. Sie hat als Einzige überlebt und wuchs dann bei ihrer Großmutter auf. Das Trauma damals hat sie tief erschüttert und so bewahrt sie sich ihr seelisches Gleichgewicht auch heute nur mit einigen Marotten und vor allem einer Mauer um sich herum. Doch sie hat sich in ihrem Leben eingerichtet, liebt ihren Job und kommt so ganz gut zurecht.


    Bis sie eines Tages mysteriöse anonyme Briefe erhält und dann ein merkwürdiges Schmuckstück. Schnell kommt ihr der Verdacht, dass dies etwas mit ihren Eltern, insbesondere ihm Vater zu tun haben muss und sie fängt an, Nachforschungen zu betreiben. Diese führen sie zunächst nach Oxford, wo sie den jungen und sympathischen, aber ebenfalls leicht exzentrischen Professor Sisley Ryland-Bancroft kennenlernt. Gemma steckt ihn mit ihrer Neugierde an und so machen sich die beiden nun zusammen auf eine kunsthistorische Schnitzeljagd um die halbe Welt – Dan Brown lässt grüßen!


    Immer wieder eingestreut werden zwei weitere Handlungsebenen in der Vergangenheit. Ob und wie diese mit der Gegenwartshandlung um Gemma zusammenhängen, ergibt sich erst nach und nach, zumindest bei dem einen Handlungsstrang, bei dem anderen blieb die Verbindung für mich relativ vage und ich habe mich entsprechend schwergetan, diese Kapitel in den Gesamtkontext zu setzen, wenn ich sie auch davon losgelöst durchaus gerne gelesen habe, da es darin um zwei hochinteressante Personen geht, die auch real existiert haben.


    Insgesamt war das Buch für mich als kleine Kunstbanausin eine ziemliche Herausforderung. Gemma und Sisley sind brillante Köpfe, die ganz erstaunliche Schlüsse ziehen und somit auf Ideen und Spuren kommen, die sich mir niemals erschlossen hätten. So blieb mir als Leserin nur, ihnen passiv staunend nachzueilen.


    Die Motive und Auflösungen am Ende blieben für mich persönlich nur schwer nachvollziehbar und somit etwas unbefriedigend. Eine Figur, die sich eigentlich total in etwas verrannt hatte, gibt überraschend schnell auf, eine andere erklärt zwar ausführlich, was sie warum getan hat, aber es ist für mich einfach nicht schlüssig. Aber ich muss ja nicht immer alles verstehen, was Buchfiguren so tun oder nicht tun und als unbeteiligter Leser ist es ja auch immer einfacher, die logische Lösung zu sehen und sich dann zu wundern, warum die Charaktere da nicht draufgekommen sind.


    Ich habe das Buch trotz meiner Kritikpunkte gerne gelesen, auch wenn es für mich diesmal leider kein Highlight war, freue ich mich schon jetzt auf das nächste Buch der Autorin!

  • " Die Farben der Erinnerung" von Nicole C. Vosseler ist eine spannende Jagd in die Vergangenheit die ein wenig an Dan Browns Bücher erinnern. Also sehr vielversprechend in der Handlung.
    Gemma hat vor fast dreißig Jahren ihre Eltern auf tragische Weise verloren. Seit dem ist ihr Leben von Zwängen geprägt. Nur durch einen durch strukturierten Tagesablauf schafft sie es ihren Alltag zu bewältigen.
    Als sie von einem unbekannten Absender mehrere E-Mails bekommt, in denen es um versteckte Hinweise geht, gerät ihr Leben aus den Fugen.
    Nachdem sie Dr. Sisley Ryland-Bancroftvon in Oxford kontaktiert hat und dieser sich bereit erklärt, ihr zu helfen, beginnt für beiden eine Cach-Tour. Es geht quer durch Europa und weiter bis nach Amerika. Stück für Stück versuchen sie das Puzzle zusammen zu fügen.
    Durch drei unterschiedliche Zeitebenen kommen sie des Rätsels Lösung immer näher. Doch wer hat Gemma die Hinweise geschickt? Gemmas Vater, Clifford Bernstein, Professor für Geschichte am Vassar College mit Schwerpunkt auf der italienischen Renaissance, ist vor dreißig Jahren bei seinen Nachforschungen auf etwas gestoßen. Um was es sich handelt können Gemma und Sisley lange Zeit nur erahnen.
    Erschwerend kommt hinzu, dass es noch jemanden gibt, der auf der Fährte nach dem Verlorenem ist und so bleibt es nicht aus, dass ihre Reise immer gefährlicher wird.


    Meine Meinung:
    Dies war mein erstes Buch von Nicole C. Vosseler und ich bin sehr erstaunt über den anspruchsvollen Schreibstil gewesen. Es ist zu merken mit wieviel Leidenschaft die Autorin die Geschichte von Gemma und Sisley zu Papier gebracht hat. Die beiden Hauptprotagonisten sind zwei Aussenseiter, die gerade wegen ihres " anders sein", mehr und mehr zueinander finden. Jeder hat für den anderen mehr Verständnis als sie aus ihrem normalen Umfeld bekommen würden. Dadurch können sie sich in vielen Bereichen ergänzen. Und genau das hat sie mir so sympathisch gemacht.
    Die eine, der anderen beiden Zeitebenen führt den Leser in die Zeit des Dichterehepaar Elizabeth Barrett und Robert Browning im 19. Jahrhunderts. Und in der anderen geht es um Lucrezia, die Dame in grün.
    Für mich ein gelungener Roman mit vielen Überraschungen und sehr gut recherchierten historischen Hintergrundwissen, welches mich oft hat staunen lassen.



    Ich möchte mich für die tolle Leserunde bei allen bedanken. Vor allem bei dir liebe Nicole, für deine tollen Erläuterungen.


    https://www.lesejury.de/nicole…5?tab=reviews&s=2#reviews


    http://wasliestdu.de/rezension…-die-farbe-der-erinnerung


    https://www.lovelybooks.de/aut…1-w/rezension/1520791581/


    Weiterhin wird die Rezi bei
    Amazon
    Literaturschock
    Buch.de
    Bücher.de
    Thalia
    Hugendubel und Weltbild

    Liebe Grüße Kerstin

    Einmal editiert, zuletzt von kessi69 ()

  • Vielen Dank euch allen für diese interessante Leserunde
    und ganz besonderen Dank an dich, liebe Nicole, für die sehr
    engagierte, aufmerksame Begleitung. :danke:


    Hier ist nun mein Fazit:



    "Und werden kann nur, was schon immer war. Geduld,mein Herz."



    Zitat aus dem Gedicht "Der 13. Monat" von Erich Kästner



    Gemma`s Geschichte ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Der Impuls für ihre Reise ins Ungewisse sind merkwürdige Botschaften, Zitate aus einem Gedicht von Robert Browning, die plötzlich in ihrem E-Mail- Postfach auftauchen. Dann wird ihr anonym die Nachbildung eines Ohrschmucks zugeschickt. Alles erscheint sehr rätselhaft und willkürlich, entwickelt jedoch eine eigene und überraschende Dynamik.Bereits die ersten Sätze und Sprachbilder erschaffen eine Atmosphäre von rätselhafter Mehrdeutigkeit und je weiter wir zusammen mit Gemma und ihrem Begleiter Sisley in die Geheimnisse und Zusammenhänge der Vergangenheit vordringen, desto intensiver wird ihre Reise und entwickelt eine faszinierende Sogwirkung.
    Was geschah damals vor 30 Jahren in Florenz, als Gemmas`s Eltern bei einem Hausbrand ums Leben kamen? Was hat das Gedicht von Browning mit dieser Geschichte zu tun und welche Bedeutung hat das Gemälde einer unbekannten "Dame in Grün"?
    Die Geschichte wird im Präsens erzählt, im Unmittelbaren des Augenblicks, es ist immer dieser eine Moment in seiner Flüchtigkeit, seinen Geräuschen, Gerüchen, seiner Vergänglichkeit, den wir miterleben und der eine Verbindung herstellt zwischen den Dimensionen von Zeit und Raum, Vergangenheit und Gegenwart.
    Handlung und Sprache sind hier so eng verwoben wie die Farben eines Kunstwerks mit seinem Motiv. Es gibt zwei weitere Erzählstränge mit Lucrezia de Medici, dem Maler Sandro und dem Dichterehepaar Browning. Diese Passagen erinnern mich an ein Archiv, einen verborgenen, zeitlosen Ort voller Geheimnisse und doch sind die Gefühle und Schicksale der Menschen sehr nah und eindringlich erzählt.
    Besonders bei Lucrezia, die als Ich- Erzählerin ihre eigene Stimme bekommt, empfinde ich die Emotionen fast schmerzhaft unmittelbar und körperlich -
    sie wirken in ihrer Eindringlichkeit wie eine imaginäre Klammer durch Zeit und Raum, wie eine Begleitmelodie, eine Variation des eigentlichen Themas und seiner Essenz. Alle drei so unterschiedlichen Paare verbindet etwas Imaginäres, schwer Fassbares.


    Die Geschichte entwickelt eine mehrdeutige, schwebende Substanz. Es geht um etwas anderes als Logik und eindeutige Tatsachen, die sich ergänzen und am Ende zu einer Lösung führen. Nichts ist so, wie es scheint, alles ist mehrdeutig und könnte genauso das Gegenteil von dem bedeuten, was wir auf den ersten Blick sehen oder zu sehen glauben. Das macht für mich auch den Reiz dieser Geschichte aus . In den Passagen mit Lucrezia ist es sehr intensiv zu spüren, wie sich Dinge unter der sichtbaren Oberfläche verdichten zu intensiven Gefühlen. Das Gemälde von der "Dame in Grün" ist auch nicht nur ein Portrait, sondern enthält Hinweise, Metaphern und Symbole und führt uns damit zu den Brownings. Auch die Sprache der Dichtung benutzt Bilder und Metaphern, um Gefühle und Gedanken zu illustrieren, die eine tiefe verborgene Wahrheit enthalten. Bei Gemma ist es vergleichbar - ihre Vergangenheit, ihre Ängste, die Erinnerungen an ihre Eltern - das alles hat sie hypersensitiv werden lassen, emotional labil und doch wählt sie letztendlich einen Weg, der sie ins Zentrum des Sturms führt, weil sie instiktiv ahnt, dass ihr gar keine andere Wahl bleibt.
    Eine faszinierende Reise, viele kluge Gedanken und eine sensible sprachliche Gestaltung verbinden sich in den rätselhaften "Farben der Erinnerung".


    :buchtipp:

  • Liebe Dreamworx, liebe kessi69, liebe Emmy,


    tausend Dank für eure wunderbaren Rezensionen, ich freue mich sehr! :)



    Liebe Dani,


    ich bin froh zu lesen, dass Du es trotz einiger Kritikpunkte gerne gelesen hast - Dir auch vielen, vielen Dank für Dein schönes Fazit! :)

  • Die Autorin Nicole C. Vosseler entführt uns in ihrem Roman "Die Farben der Erinnerung" nach New York und zu der 34-jährigen Gemma, die vor fast 30 Jahren ihre Eltern bei einem Brand in Italien verloren hat. Durch dieses Kindheitstrauma und die dadurch hervorgerufenen Ängste ist ihr Leben sehr eingeschränkt. Gemma ist ständig auf Sicherheit bedacht und muß alles unter Kontrolle haben. Ihre Arbeit in der New York Public Library gibt ihr die gewünschte Sicherheit. Dort geht sie auf in ihrer Arbeit. Aber plötzlich auftauchende E-Mails und ein anonym zugestelltes Päckchen mit einem besonderen Schmuckstück bringen sie durcheinander. Irgendwie erinnert sie das Schmuckstück an etwas. Hat die Sache etwas mit der Arbeit ihres verstorbenen Vaters zu tun, der Spezialist für die italienische Renaissance war? Sie bittet Dr. Sisley Ryland-Bancroft in Oxford um Hilfe. Als dieser ihr anbietet, mit ihr Recherchen durchzuführen, beginnt eine Entdeckungstour, die die zwei Wissbegierigen quer durch Europa und Amerika führen.


    Die Autorin Nicole C. Vosseler ist mir bereits bekannt aus ihrem Roman "Der englische Botaniker". Auch diesem Roman merkt man an, daß die Autorin eine umfangreiche Recherchearbeit geleistet hat.


    Neben den Protagonisten Gemma und Sisley bekommt der Leser Eindrücke in das Leben von Lucrezia, Herzogin von Ferrara, und dem Maler Sandro Allori und dem Dichter-Ehepaar Robert Browning und Elizabeth Barrett.


    Sehr geschickt werden die verschiedenen Zeitebenen miteinander verwoben.


    Was mir sehr gut gefallen hat, ist, daß mit Gemma und Sisley zwei Personen auftreten, die es im Leben immer schwer hatten, Gemma wegen ihrem Kindheitstrauma und Sisley wegen seiner Hochbegabung. In dieser Geschichte wachsen beide über sich hinaus und ergänzen einander hervorragend, da jeder auf den anderen achtet und ihn unterstützt.


    Auch wenn ich mich mit Kunst nicht auskenne, war es eine Freude zu sehen, wie durch kleine Puzzleteile und entsprechende Rückschlüsse ein großes Rätsel gelöst werden kann, wie in der Kunst und auch durch die Literatur ganz neue Welten eröffnet werden.


    Wer gerne in die Welt der Kunst und der Literatur abtauchen möchte, kann mit diesem Roman nichts falsch machen.


    Bedanken möchte ich mich bei der Autorin Nicole C. Vosseler, die uns auf anregende Art und Weise in dieser Leserunde begleitet hat.


    Rezension bei:
    https://www.amazon.de/gp/custo…l?ie=UTF8&ASIN=3442483948
    Literaturschock
    https://www.goodreads.com/book…ung?ac=1&from_search=true

  • Während viele von Euch bereits Rezensionen geschrieben habt, bin ich, weil ich den Roman gerade ein zweites Mal lese, noch nicht soweit. Da aber ansonsten noch recht eifrig diskutiert wird, muss ich mich noch nicht unter Druck gesetzt fühlen, oder?!

  • Zuerst einmal möchte ich mich bei allen Beteiligten für die wunderschöne, inspirierende Leserunde bedanken.


    Meine Rezension:
    Gemma war noch ein kleines Mädchen, als sie ihre Eltern bei einem verheerenden Brand verlor. Die traumatischen Erlebnisse von damals verfolgen sie auch drei Jahrzehnte später noch bis in ihre Träume. Ihr Vater, Professor für italienische Renaissance, hatte damals wohl etwas sehr Wichtiges entdeckt, das ihm und seiner Familie zum Verhängnis wurde.
    Plötzlich erhält Gemma mehrere rätselhafte Mails, mit Bruchstücken von Gedichten aus Robert Brownings Feder. Auch ein Schmuckstück erreicht sie von einem anonymen Absender, und so beschließt sie, den versteckten und in gewisser Weise beunruhigenden Hinweisen nachzugehen.
    Bei ihrer Suche nach dem Sinn der anonymen Botschaften wendet sie sich an den Oxford-Professor Sisley Ryland-Bancroft. Nach kurzem Zögern beschließt dieser, ihr zu helfen, denn irgend etwas an der verletzlichen jungen Frau und ihrer Geschichte berührt ihn zutiefst.
    Gemeinsam machen sie sich auf eine lange Reise, die ungeahnte Gefahren und so manche Überraschung mit sich bringt.
    Der Roman spielt auf drei Zeitebenen. Die Rahmenhandlung bildet dabei Gemmas Geschichte, die passenderweise im Präsens erzählt wird. Dazwischen findet man Abschnitte, die ins 19. Jahrhundert, zu dem Dichterehepaar Elizabeth Barrett und Robert Browning, entführen. Weitere Passagen erzählen die anrührende Geschichte von Lucrezia di Cosimo de’ Medici. Diese sind aus der Ich-Perspektive der jungen Lucrezia geschrieben. Bei den beiden historischen Handlungssträngen hat man anfangs den Eindruck, sie hätten recht wenig mit dem aktuellen Geschehen um Gemma zu tun. Es lohnt sich jedoch, hier ein wenig Geduld aufzubringen und sich darauf einzulassen, denn erst nach und nach fügt sich eines zum anderen, bis sich zuletzt alle Puzzleteile passgenau zusammensetzen und ein fertiges Gesamtbild ergeben. Es sind so viele Details in der Geschichte versteckt, die sich erst auf den zweiten oder gar dritten Blick erschließen!


    Mit Gemma und Sisley hat der Roman zwei außergewöhnliche, interessante Charaktere, die einerseits so verschieden wirken und doch die selbe Sprache sprechen. Es sind zwei richtige „Anti-Helden“, die im Lauf ihrer Reise in Situationen geraten, die sie an ihre Grenzen bringen, die sie aber gerade miteinander bestehen können, weil sie gegenseitig ein tiefes Verständnis aufbringen.


    Bildhaft und wunderschön ist die Sprache der Autorin, und die Protagonisten sind so farbig und lebendig dargestellt, dass es ein Leichtes ist, sie und ihre Beweggründe zu verstehen und mit ihnen zu fühlen. Überhaupt spielen Bilder und Farben in der Handlung eine tiefgreifende Rolle, und es hat mir viel Freude gemacht, ein Gemälde bis in seine Details zu erschließen.
    Dies ist ein Buch, das sich lohnt, mehrfach zu lesen, denn erst nach und nach wird man alle Facetten und Zusammenhänge erkennen und so manche Metapher entdecken.
    Darüber hinaus zeichnet sich der Roman durch plastische, farbenprächtige Schilderungen der besuchten Schauplätze aus, was das Lesen zum Genuss macht.


    :buchtipp: :daumen: :daumen: :daumen: :daumen: :daumen:


    Auf den folgenden Seiten habe ich die Rezension ebenfalls veröffentlicht:
    Auf meinem Blog
    Amazon
    Lovelybooks
    Lesejury
    Goodreads
    Thalia
    Weltbild
    und im Bloggerportal

    Liebe Grüße

    Susanne

    Einmal editiert, zuletzt von Klusi ()

  • Vielen Dank für diese interessante Leserunde und für die tolle Begleitung durch Nicole.


    "Die Farben der Erinnerung" ist mein drittes Buch von Nicole, wobei ich die beiden ersten gelesenen Romane regelrecht verschlungen habe und seither noch weitere Romane auf meinen SuB schlummern.


    Meine persönliche Einschätzung zu diesem Roman:


    Die gemeinsame Reise von Gemma und Sisley auf den Spuren des Geheimnisses der „Frau in grün"(Gemälde "Bildnis einer Dame" von Pieter de Kempeneer), hervorgerufen durch die geheimnisvollen E-Mails und dem nachgebildeten Ohrschmuck wird rasant und spannend erzählt. Gemma und Sisley geben dabei ein schräges Paar ab, das wunderbar mit ihren speziellen Eigenarten beschrieben werden und deren Entwicklung man als Leser spürbar mitverfolgen kann. Die gewonnenen Erkenntnisse und das Zusammentragen kleiner Puzzlesteine zur Lösung des Geheimnisses waren für mich nicht immer nachvollziehbar, vermutlich fehlte mir da das entsprechende Hintergrundwissen aus Kunst und Kultur.


    Bei der Recherche werden nicht nur immer wieder die Vergangenheit Gemmas aufarbeitet, es berührt auch das tragische Schicksal Lucrezia und das Leben und Schaffen des Dichterehepaares Robert und Elizabeth Browning. Man befindet sich daher in drei unterschiedlichen Zeitebenen. Mich persönlich hat das Schicksal von der jungen Lucrezia am meisten berührt, der Verweis zu den Brownings hätte ich nicht unbedingt gebraucht.


    Der schöne und flüssige Schreibstil der Autorin macht einige wenige Längen, die ich beim Lesen empfand, wett und es war trotz kleiner Kritikpunkte für mich eine unterhaltsame Geschichte, die ein klein wenig an Dan Brown erinnerte.


    Fazit: Ein durchaus solider, unterhaltsamer und spannender Roman mit historischem Hintergrund.




    Meine Bewertungen erscheinen noch bei Amazon und auf meinem Blog (und natürlich bei Literaturschock).

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Liebe Anne H., liebe Klusi, liebe Murxksi,


    von ganzem Herzen danke für die schönen Worte, die ihr für das Buch gefunden habt - und danke, dass ihr auf dieser Reise mit dabei wart! :)




    Während viele von Euch bereits Rezensionen geschrieben habt, bin ich, weil ich den Roman gerade ein zweites Mal lese, noch nicht soweit. Da aber ansonsten noch recht eifrig diskutiert wird, muss ich mich noch nicht unter Druck gesetzt fühlen, oder?!


    Von mir ganz bestimmt nicht, liebe Ulrike - nimm Dir ruhig die Zeit, die Du brauchst! :winken:

  • Ich habe nun auch meine Rezension fertig und danke Nicole für die Beantwortung aller neugierigen Fragen hier im Forum und für die tolle Begleitung! Danke an alle, dass ich dieses interessante Buch gemeinsam mit Euch lesen und mich austauschen konnte.


    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Gemma und Sisley - so sie ihre "Landkarten des Lebens" neu gestaltet haben ;D - weitere Abenteuer miteinander bestehen! Mir haben besonders diese beiden Charaktere und wie Du sie beschrieben hast, liebe Nicole, gefallen können!
    (Ich denke, es gibt eine Menge Leute, die ganz ähnlich wie Gemma oder Sisley "gestrickt" sind - und die Botschaft (versteckte) ist für mich hier auch, mit Menschen, die "anders" sind, empathisch umzugehen :winken:

    Rezension:


    Gemma, die Hauptprotagonistin, durchlebt als kleines Mädchen den Brand ihres Elternhauses; der Vater, ein Wissenschaftler, der für ein Jahr in Italien lebte, rettete seine Tochter aus den Flammen - und kehrt nicht mehr zurück, als er die Mutter Gemmas ebenfalls retten will...


    30 Jahre später: So verwundert es nicht, dass Gemma, die bei der Großmutter aufwuchs, ihren Job in der Map Division der Public Library in New York, einer der feuersichersten Orte der Welt, sehr mag. Eines Tages erhält sie eine E-Mail mit dem Namen ihres Vaters und Zeilen aus einem Gedicht von Robert Browning: Es folgen weitere: Was hat es mit diesen Zeilen auf sich und wer ist der Absender? Hilfesuchend wendet Gemma sich an Sisley, einen Professor für Geschichte mit dem Schwerpunkt italienische Renaissance. Sie macht sich, aus ihrer sicheren Komfortzone heraus, in der alles ihrer strengen Kontrolle unterliegt, auf den Weg nach Oxford...


    Sisley, seinerseits ein hochbegabter, genialer Wissenschaftler, ist an der Enthüllung der Gedichtzeilen sehr interessiert - und auch an Gemma und ihrer Geschichte: Langsam öffnen sich zwei Menschen, die eher "Solitäre" sind und "nicht gut in Beziehungen" und reisen, sich in ihren Eigenheiten und Eigenwilligkeiten sehr gut ergänzend bzw. ausgleichend, nach Deutschland, um im Städel Museum das Bild der "Dame in Grün" in Augenschein zu nehmen; an den Ort des Brandes in Italien und an weitere Stationen dieser literarischen Schnitzeljagd, die immer wieder auf das Bildnis des unbekannten Malers der Dame in Grün hinweist - und schließlich am Ende des Romans schlüssige Informationen zu den Hintergründen liefert. Die sehr spannend zu lesende Reise der beiden Hauptprotagonisten liefert reichlich Spannung, die sich langsam zuspitzt: So führt ihr Weg auch in die USA, nach Texas und San Francisco sowie nach Hawaii. Doch auf derselben Fährte ist noch eine weitere Person, die sich seit Langem an Gemmas Fersen geheftet hat....


    Der Roman ist anspruchsvoll, da hier drei verschiedene Erzählstränge miteinander verwoben sind und damit drei Zeitebenen: Es ist von der Serenissima zu lesen, die an einen machthungrigen Herzog zwangsverheiratet wurde und nicht nur unglücklich ist (16. Jhd.); von dem Dichterpaar Robert Browning und Elizabeth Barrett-Browning (19. Jhd.) und schließlich von Gemma und Sisley in der Gegenwart, die ein altes Familiengeheimnis aufdecken und eine lebensgefährliche Reise unternehmen. Bringt die Autorin schon durch die sich stets abwechselnden Erzählperspektiven dieser drei Ebenen viel Spannung in den Roman ein, dessen Hintergründe und Verflechtungen jedoch "erlesen" werden müssen und dem Leser etwas Geduld abverlangen, so ist der Showdown vor sturmumtoster, düsterer Kulisse schon einen Vergleich mit Dan Brown wert: Der über sich selbst hinauswachsende Sisley wird mir hier in sehr positiver Erinnerung bleiben, wie mir persönlich die literarische Schnitzeljagd mit Gemma und Sisley am meisten Lesevergnügen bereitete.


    Nach der Reise der beiden in die Vergangenheit, ins Dichterleben von Robert Browning und die Spurensuche um die unglückliche Serenissima haben "die alten Landkarten des Lebens" keine Gültigkeit mehr für Gemma, sie müssen vergrößert und neu angelegt werden: Die Darstellung der Besonderheiten und Eigenwilligkeiten der beiden Charaktere (Gemma und Sisley) fand ich vollends gelungen und könnte mir durchaus vorstellen, dass die beiden noch mehr ungelöste Rätsel miteinander lösen. Ein Roman, der sehr spannend ist, teils mit historischen Fakten in die Zeit der Medicis und ins 19. Jhd. aufwartet und auf drei Zeitebenen spielt; daher den geneigten Leser wirklich herausfordert.
    Mir hat er gut gefallen und ich vergebe gerne 4 Sterne und eine Leseempfehlung! :winken:


    Meine Verlinkungen (ausser den noch nicht freigeschalteten, bei Literaturschock HS):


    https://www.lovelybooks.de/aut…on/1522565085/1522565139/


    https://literaturschock.de/lit…x.php?thread/47467.0.html


    https://www.lesejury.de/nicole…1&tab=reviews&s=2#reviews


    https://wasliestdu.de/rezension/literarisches-vexierbild


    https://www.amazon.de/gp/revie…_full_review_link?ie=UTF8


    http://www.buchrebellin.de/bkf/index.php?topic=3961.0

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

    Einmal editiert, zuletzt von Sagota ()

  • Liebe Sagota,



    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Gemma und Sisley - so sie ihre "Landkarten des Lebens" neu gestaltet haben ;D - weitere Abenteuer miteinander bestehen!


    Dieser Gedanke ist mir tatsächlich auch schon durch den Kopf geschwirrt ...



    (Ich denke, es gibt eine Menge Leute, die ganz ähnlich wie Gemma oder Sisley "gestrickt" sind - und die Botschaft (versteckte) ist für mich hier auch, mit Menschen, die "anders" sind, empathisch umzugehen :winken:


    Das ist tatsächlich etwas, von dem ich gehofft habe, dass es zwischen den Zeilen des Romans durchschimmert. :)


    Dir auch ganz herzlichen Dank für Deine wunderschöne Rezension - ich freu mich! :winken:


  • Liebe Sagota,



    Dieser Gedanke ist mir tatsächlich auch schon durch den Kopf geschwirrt ...


    Das erinnert mich gerade an Peter Pan ;D ("gute Gedanken") - die solltest Du nicht lange schwirren lassen, sondern sie einfangen - wachsen lassen - um sie dann zu Papier zu bringen; sie auszusetzen, dann haben wir auch was davon :D:winken:

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)


  • Das erinnert mich gerade an Peter Pan ;D ("gute Gedanken") - die solltest Du nicht lange schwirren lassen, sondern sie einfangen - wachsen lassen - um sie dann zu Papier zu bringen; sie auszusetzen, dann haben wir auch was davon :D:winken:


    So ungefähr ;D
    Das ist auf jeden Fall ein Gedanke, den ich weiter im Hinterkopf mit mir herumtragen werde ...

  • Vielen Dank für dieses wunderschöne Buch, danke dem Forum und dem Goldmann-Verlag und natürlich der tollen Leserunde und ganz besonders an Nicole, die sich so viel Mühe für uns gegeben hat, liebe Grüße, SABO
    :bussi:


    Nicole C. Vosseler - Die Farben der Erinnerung


    New York/ Florenz
    Als Gemma 4 Jahre alt war, verliert sie in einer einzigen Nacht ihr Zuhause und ihre Eltern. Die Brandursache blieb wegen fehlenden Verdachts ungeklärt, die italienischen Behörden legten den Fall ad acta.
    30 Jahre später:
    New York City, der Pool der "Stadtneurotiker" lässt Gemmas Trauma nicht verhungern und ein Psychiater füttert ihre Neurosen. Wie perfekt für einen Woody Allen, doch das Drama reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus und ist so tief und unergründlich wie der East-River.
    Gemmas Leben muss in geregelten Bahnen verlaufen und sprüht nicht gerade soziale Funken, ihre Beziehungschronik nicht erwähnenswert. So pendelt sie zwischen zwei sicheren Rückzugsorten, ihrer Wohnung und ihrem Arbeitsplatz, einer großen Bibliothek, der Publik Library. Ein Schild aus Stille und Frieden. Doch gibt es das?


    Eines Tages bekommt Gemma seltsame E-Mails, es sind Gedichte.


    "Ihr Herz war - wie soll ich´s sagen - zu leicht zu erfreuen,
    zu leicht beeindruckt;
    sie liebte, worauf ihr Auge fiel
    und ihr Blick schweifte weit umher."


    Der Name des Absenders ist ihr wohlbekannt, sie selbst hat ihn vor 30 Jahren abgelegt. Da muss sich jemand einen sehr schlechten Scherz erlauben, ist es doch der Name ihre toten Vaters.
    Nachdem Gemma die Replik eines uralten Perlenohrrings in ihrer Post findet, kontaktiert sie einen Literatur-Professor in Oxford.
    Es muss ewas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. Ihre Neugier und nie gestillte Sehnsucht nach Familie, wiegt noch mehr, als die Panik, die eine gute Bekannte ist. Sie nimmt all ihren Mut zusammen, und nimmt den nächsten Flug nach London. In Professor Ryland-Bancroft spiegeln sich verwandte Ängste, die beiden verstehen einander nach wenigen Worten.
    Die Dichter-Zeilen entstammen der "Last Duchess" von Robert Browning, welcher ein bekannter Poet der viktorianischen Epoche war. Ein Gemälde der "Dame in Grün", der ungeküssten Braut aus dem 16.Jahrhundert inspirierte ihn dazu.
    Von besagter Dame geht eine surreale Faszination aus, sie ist der rote Faden, ist Seele und Gewissen des Romans.
    Lucrezia ist für mich der Ausgangs- und Angelpunkt, die Brücke zwischen den Welten, ihr Geist befeuert das Buch und es lenkt seine Leser. Es ist, als hätte sie immer gewusst, dass ihr eines Tages Gerechtigkeit widerfährt. (Als das Buch zu Ende war, die Hand die letzte Seite umschlug, da war es gleich einem letzten Atemzug.)


    Zwei Fremde gehen auf eine atemberaubende Spurensuche, die bis zu den Medici und ins viktorianische Zeitalter führt. Sie bereisen Europa und Amerika, nicht ahnend das sie verfolgt werden.


    Gemmas Psyche ist wie ein verlassener Bahnhof, die Abteile verstaubt, die Geleise ins Nichts führend. Doch die geheimnisvolle Post ändert alles und Gemma wächst über sich hinaus.Auch Sisley hat zu kämpfen, denn der Professor fühlt sich außerhalb der altehrwürdigen College-Mauern höchst unwohl. Die Begegnung der beiden Phobiker ist schicksalsträchtig und liefert humorvolle Szenen. (Siehe, die zwei gebuchten Einzelzimmer, die sich als ein Doppelzimmer herausstellen..)


    Ein kleiner Stein wird zum großen Fels. Es ist zum Mitfiebern und man wünscht den Gefährten viel Erfolg und ein gutes "Schuhwerk": Die beiden sind wie Ritter, denen der Panzer, der sie schützen soll, im Weg ist. Es ist ein wunderbares Leseerlebnis, wie die "Rüstung" von Tag zu Tag leichter wird.


    Spannend wie ein Krimi, gefühlvoll wie ein Liebesroman und poetisch wie ein klassisches Drama. Dieser Roman wurde mit viel Liebe zum Detail geschrieben,
    gut recherchiert und fiktioniert.
    Mit Herzblut geschrieben - weitergereicht an Leser - die noch träumen und schwelgen können.
    Nicole Vosseler steht für genussvolles Lesen.


    5/5 :blume:


    https://literaturschock.de/lit…scussions/review?id=13193
    https://literaturschock.de/lit…x.php?thread/47430.0.html
    https://www.amazon.de/review/R…m?ie=UTF8&ASIN=3442483948
    https://www.goodreads.com/review/show/2263136967
    https://wasliestdu.de/rezension/herzogin-der-farben
    https://www.lovelybooks.de/aut…1-w/rezension/1523946396/