02 - Seite 96 - Seite 183 (Abschnitt II bis einschl. Kapitel 9) schreiben.

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  • Auch Lucrezia und der Maler werden wieder erwähnt und auch hier Frage ich mich wieder, wie das alles in Zusammenhang gebracht werden kann und soll.


    Auch hier finde ich es sehr schön, die zu Portraitierende dabei näher kennen zu lernen und von ihren Wünschen und Sehnsüchten zu lesen. Auch Sandro finde ich sehr sympathisch - da ist ebenso ein sich-zueinander-hingezogen-fühlen wie bei Gemma und Sisley für mich spürbar, auf eine hochsensible Art, die mir sehr gefällt.


    Ich denke, die Zusammenhänge werden im Romanverlauf noch klar werden (mir sind sie es auch noch nicht, aber das wird schon noch werden ;)

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)


  • ..... sie meint ihren Ex-Freund Andrew in einem Priestergewand wiederzuerkennen und sieht das schnelle Motorrad nicht.


    Zuerst habe ich mir nichts dabei gedacht, na und, der Priester war halt Andrew ähnlich - mir fallen solche Ähnlichkeiten auch immer sofort auf - vom Motorradfahrer dachte ich, er sei ein Dieb, der schnell heranfahrend, ihre Handtasche stehlen wollte. Hat er aber nicht.
    Hmmm, irgend wie habe ich das Gefühl diese Erlebnisse noch im Hinterkopf behalten zu müssen. Vielleicht aus alter Spekulationsgewohnheit.


    Da ging es mir sehr anders: Ich bin mächtig erschrocken und empfand das als einen ernsthaften Angriff auf Gemma, der willentlich geschah - auf einen Dieb wäre ich da jetzt nicht gekommen. Die Szene hat mich tatsächlich eher an die Verfilmung von Sakrileg oder Illuminati erinnert... - Nicole ist ja ein Dan Brown Fan, wie ich gerade gelesen habe (ich habe zwar kein einziges Buch von ihm gelesen, aber ein Fan der Verfilmungen und von Robert Longdon bin ich natürlich auch ;)


    Ich frage mich, weshalb der Name Matthew Sullivan fiel - der war ganz zu Anfang des Romans auch mal aktuell, als Gemma zu einem gemeinsamen Dinner mit KollegInnen eingeladen wurde (aber nicht hinging)... - ich habe das Gefühl, dass diese Figur durchaus noch eine Rolle spielen könnte...

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)


  • Ich denke, die Zusammenhänge werden im Romanverlauf noch klar werden (mir sind sie es auch noch nicht, aber das wird schon noch werden ;)


    Für mich war das der ganz große Reiz an diesem Buch: drei Geschichten, die erst einmal so gut wie nichts miteinander zu tun haben - und dann die Verbindungen nach und nach zum Vorschein zu bringen. :)

  • Nach dem Besuch im Museum hat man, als Gemma und Sisley im Hotel sind, das Gefühl, dass beide mehr und mehr brennen, das Rätsel und jede sich weiter auftuende Frage zu lösen; ihm nachzuspüren. Diese Spannung überträgt sich sich total auf den Leser...


    Und richtig, die nächste Station ist Firenze, Florenz - wie schön (da schwingen auch bei mir Bilder an die Oberfläche, die irgendwo im Grauen der Hirnwindungen dümpelten ;D)
    Vor dem sprachlichen Genius von Browning ziehe ich den Hut: 4 Sprachen (und schwere!) mit erst 14 Jahren, wow! Tragisch, dass seine Dichterseele etwas vor sich hin dümpelt (und er darunter leidet), während Elizabeth Erfolge feiert (er sie jedoch unterstützt und ihr diesen auch gönnt, das spricht für ihn). Ich hoffe auch, der Besuch im Beinhaus (gruselig..) gibt ihm da wieder die nötige Inspiration.


    Schockschwerenot ;) - Zwänge können auch sehr lustig sein ;D - es gab nur noch ein florentinisches Doppelzimmer...


    Was hat es mit diesem Andrew Sullivan auf sich? Ich habe irgendwie das Gefühl, dass sich Gemma seinen Auftritt nicht ausdachte, mal sehen... Und wer hat sie - auf dem Motorrad sitzend- bloß angefahren? Die Ängste Gemmas, die Sisley erfolgreich (für 1-2 Gedichte) bannen kann, sind nachvollziehbar - die ganze Reise ist nicht eben gefahrlos für die beiden.
    Das näher-Zusammenrücken von Gemma und Sisley, die Unbeholfenheit und Verzagtheit (sie sind beide "nicht gut in Beziehungen") sind herzallerliebst zu lesen - mit feinsten Sensoren achten sie einander, toll!


    Ein berührendes Auseinfandertreffen mit Gemmas früheren Nachbarn, als sie Gina auf der Straße trifft und diese sie wieder erkennt. Sisley hat Recht, es erfordert Mut, sich dieser Vergangenheit und seinen 'brennenden' Fragen zu stellen, den Gemma nun bereit ist, aufzubringen. Den Hinweis mit der Bedeutung ihres Namens fand ich auch interessant...


    Welchen Durchbruch hatte wohl ihr Vater? Er wird als offener und herzlicher Mann beschrieben, allem Anschein nach haben die Eltern sich sehr geliebt. Die Begegnung mit Cesare, dem italienischen Kurator, und den Fährten und Symbolen nachzuspüren in diesem abgelegenen kleinen Restaurant, ist ungeheuer spannend. Was es wohl mit der Brücke auf sich hat?


    Mir gefällt der Roman sehr gut und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht. Er erfordert jedoch auch volle Konzentration aufs Lesen, da es im Grunde 3 miteinander verwobene Geschichten sind - und die Zuordnung erstmal Kopfzerbrechen bereitet...

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Für mich war das der ganz große Reiz an diesem Buch: drei Geschichten, die erst einmal so gut wie nichts miteinander zu tun haben - und dann die Verbindungen nach und nach zum Vorschein zu bringen. :)


    Dann war mein Verdacht ja richtig, so kenne ich es auch - durch die 3 verschiedenen Erzählstränge ist natürlich die Anforderung an den Leser auch wirklich größer :winken:

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Gemma und Sisley sind ein bezauberndes Paar, auch wenn es momentan noch gewagt ist, sie als "Paar" zu bezeichnen. Aber die sanfte und doch stetige Annäherung lässt schon erahnen, dass hier noch was geht bzw. dass es mit den beiden sicher noch weitergehen wird. Sie verstehen sich einfach zu gut, und wie liebevoll und achtsam sie miteinander umgehen, das zeugt davon, dass sie sich sehr sympathisch sind. Gemma hat in Sisleys Gegenwart eine Art Frieden gefunden; ich habe den Eindruck, sie kann freier atmen und sich in gewisser Weise fallen lassen.


    Als "Alte Kupplerin" habe ich die beiden ziemlich schnell als Paar gesehen. Aber wie Du so schön schreibst, spürt man ja auch ganz schnell, dass die beiden einander gut tun bzw. sich und ihre "Eigenheiten" sehr gut verstehen. "Gleich und gleich gesellt sich gern". ;)

  • Als "Alte Kupplerin" habe ich die beiden ziemlich schnell als Paar gesehen. Aber wie Du so schön schreibst, spürt man ja auch ganz schnell, dass die beiden einander gut tun bzw. sich und ihre "Eigenheiten" sehr gut verstehen. "Gleich und gleich gesellt sich gern". ;)


    Mir geht es ja auch so, dass ich die beiden sehr gerne als Paar sehen möchte. Ich habe mich nur erst einmal etwas vorsichtig ausgedrückt, denn man weiß ja noch nicht, was das "Schicksal" (in diesem Fall Nicole) mit ihnen vor hat. ;)

  • ;)

    Mir geht es ja auch so, dass ich die beiden sehr gerne als Paar sehen möchte. Ich habe mich nur erst einmal etwas vorsichtig ausgedrückt, denn man weiß ja noch nicht, was das "Schicksal" (in diesem Fall Nicole) mit ihnen vor hat. ;)


    Aber man kann schon spüren, was Nicole wahrscheinlich mit ihnen vorhat, gell?


  • ;)


    Aber man kann schon spüren, was Nicole wahrscheinlich mit ihnen vorhat, gell?


    Ich habe gar nicht so viel damit zu tun gehabt - ich habe die beiden nur zusammentreffen lassen, mich dann gemütlich zurückgelehnt und abgewartet, wie sich das entwickelt. ;)

  • Ich habe gar nicht so viel damit zu tun gehabt - ich habe die beiden nur zusammentreffen lassen, mich dann gemütlich zurückgelehnt und abgewartet, wie sich das entwickelt. ;)


    gagamaus, ja, spüren kann man es auf jeden Fall schon! ;D
    Liebe Nicole, dann ist das bei dir auch so, dass deine Protagonisten mit der Zeit ein Eigenleben entwickeln? ;) Das habe ich schon manchmal von Autor(inn)en gehört, dass es ihnen mit ihren Helden so ergeht, ich finde das faszinierend.


  • Liebe Nicole, dann ist das bei dir auch so, dass deine Protagonisten mit der Zeit ein Eigenleben entwickeln? ;) Das habe ich schon manchmal von Autor(inn)en gehört, dass es ihnen mit ihren Helden so ergeht, ich finde das faszinierend.


    Ja, das ist definitiv so, und ich finde, bei aller gründlichen Vorarbeit brauchen sie auch diesenn Freiraum, um sich ganz entfalten zu können.
    Besonders staunenswert sind dann immer die Nebenfiguren, wie hier Nellie, Gina und Nonna oder Cesare. Da lege ich immer nur ein paar Basics fest, die sich auf ihre Rolle innerhalb der Handlung beziehen - und dann sind diese Personen auf einmal da, ganz rund und fertig. Ich sehe und höre sie und brauche sie dann nur noch zu schreiben.


  • Ich habe gar nicht so viel damit zu tun gehabt - ich habe die beiden nur zusammentreffen lassen, mich dann gemütlich zurückgelehnt und abgewartet, wie sich das entwickelt. ;)



    Ja, das ist definitiv so, und ich finde, bei aller gründlichen Vorarbeit brauchen sie auch diesenn Freiraum, um sich ganz entfalten zu können.
    Besonders staunenswert sind dann immer die Nebenfiguren, wie hier Nellie, Gina und Nonna oder Cesare. Da lege ich immer nur ein paar Basics fest, die sich auf ihre Rolle innerhalb der Handlung beziehen - und dann sind diese Personen auf einmal da, ganz rund und fertig. Ich sehe und höre sie und brauche sie dann nur noch zu schreiben.


    Das klingt wirklich großartig! Mich fasziniert die Vorstellung, dass sich die Figuren während des Schreibens entwickeln, sich Raum nehmen und entwickeln dürfen. Ich weiß natürlich, dass das nicht bedeutet, dass sie einfach von alleine kommen und ein Buch nur so flutsch... Aber ich bilde mir ein, dass man beim Lesen durchaus ein Gefühl dafür bekommen kann, ob ein/e Autor/in ihren Charakteren Raum gelassen haben und sie haben reifen lassen - oder ab sie vom Reißbrett abgerissen wurden oder bis ins letzte Detail durchgeplant wurden. Die einen sind durch und durch glaubhaft, die andern mindestens hölzern.


  • Das klingt wirklich großartig! Mich fasziniert die Vorstellung, dass sich die Figuren während des Schreibens entwickeln, sich Raum nehmen und entwickeln dürfen. Ich weiß natürlich, dass das nicht bedeutet, dass sie einfach von alleine kommen und ein Buch nur so flutsch... Aber ich bilde mir ein, dass man beim Lesen durchaus ein Gefühl dafür bekommen kann, ob ein/e Autor/in ihren Charakteren Raum gelassen haben und sie haben reifen lassen - oder ab sie vom Reißbrett abgerissen wurden oder bis ins letzte Detail durchgeplant wurden. Die einen sind durch und durch glaubhaft, die andern mindestens hölzern.


    Für mich ist das die eigentliche Kunst: ein Gespür dafür zu bekommen, wo ich ganz analytisch planen und auch ackern muss und wo ich die Dinge einfach kommen und geschehen lassen kann (und auch muss). Es gibt diesen einen Moment bei jedem Manuskript, an dem ich beim Schreiben plötzlich das starke Gefühl habe: "es lebt". Das ist ein wunderbares Gefühl, ein Teil der Magie des Schreibens.