03 - Seite 184 - 262 (Abschnitt IV bis einschl. Kapitel 14)

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  • Dani hat es ja schon viel früher bemerkt, aber mir ist es erst in diesem Abschnitt so richtig aufgefallen, dass diese Schnitzeljagd sehr an Dan Brown erinnert. 8)
    Jetzt ist nur die Frage, wer die Puzzleteile versteckt hat?


    Dass Gemmas Vater nicht tot sein könnte, ist eines dieser AHA-Erlebnisse, von denen Du am Anfang gesprochen hast, liebe Nicole. Damit hatte ich echt nicht gerechnet, obwohl es im nachhinein natürlich logisch klingt, denn wie sonst sollte man erklären, dass jemand Interesse daran hat, dass Gemma nachforscht. Hat ihr Vater unter dem Namen William Andicott gelebt? Ist Morgan seine Tochter? Warum hat er sich NIE bei Gemma gemeldet?
    So viele Rätsel, die noch auf eine Aufklärung warten.


    Die Schnitzel, die Gemma und Sisley finden und die Geheimnisse dahinter sind wirklich sehr sehr trickreich und Gemma kann froh sein, dass sie so einen klugen Kopf an ihrer Seite hat. Ohne Sisley hätte sie manches gar nicht oder doch erst nach viel längerer Zeit lösen können. Und Sisley ist es auch, der ihr immer den Rücken stärkt. Dass sie so tapfer die Fotos der verbrannten Leichen anschauen kann und das ging nur mit ihm. Wieder ein Tor, dass sie aufgestoßen hat und sie empfindet es trotz des Grauens als etwas Befreiendes.


    Und mehr als einmal hatte ich das Gefühl, dass ich auch etwas über Dich erfahre, liebe Nicole. ;) Geht es dir ähnlich mit dem letzten Feinschliff deiner Bücher?
    "Die bange Angst ob es wirklich gut geworden war.. den Wölfen zum Fraß vowarf oder verwandten Seelen, irgendwo dort draußen...." :-*


    Und als sie so auf dem Weg nach Waco sind... on the road... diese Weite und Freiheit, das habe ich genauso empfunden, als ich drei Wochen durch den Süden der USA gefahren bin. Und ich glaube, ich habe da auch ein bisschen deine eigenen Empfindungen durchschimmern sehen.


    Ich hoffe, Gemma und Sisley reisen jetzt nach San Francisco. Eine meiner Lieblingsstädte ever. :)


  • So viele Rätsel, die noch auf eine Aufklärung warten.


    Bei jeder Leserunde denke ich: ouh, dieses Mal ist es echt schwer, nicht aus Versehen etwas zu verraten.
    Aber dieses Mal ist es RICHTIG schwer. ;D



    Und mehr als einmal hatte ich das Gefühl, dass ich auch etwas über Dich erfahre, liebe Nicole. ;) Geht es dir ähnlich mit dem letzten Feinschliff deiner Bücher?
    "Die bange Angst ob es wirklich gut geworden war.. den Wölfen zum Fraß vowarf oder verwandten Seelen, irgendwo dort draußen...." :-*


    Das war eins meiner persönlichen Highlights während der Arbeit am Buch: zu erleben, dass Elizabeth Barrett, mit der ich eigentlich gar nichts gemeinsam habe, Mitte des 19. Jahrhunderts exakt das Gleiche gefühlt und gedacht hat.
    Ich finde das Loslassen eines Buches, es in die Welt hinauszuschicken, wirklich schwierig, ich bin bei der Fahnenkorrektur jedes Mal ein Nervenbündel. Bei den "Farben" ging es einigermaßen, weil ich mit meinen beiden Lektorinnen schon extrem gründliche Vorarbeit geleistet hatte - und trotzdem hatte ich wieder einige Panikmomente über den Fahnen. Diese Gedanken, mit den allerletzten Korrekturen noch kleine Patzer auszubügeln oder aber das Werk zu verderben, diese Angst dabei - die sind zu gleichen Teilen von Elizabeth Barrett und von mir, da sprechen wir beide. :)




    Und als sie so auf dem Weg nach Waco sind... on the road... diese Weite und Freiheit, das habe ich genauso empfunden, als ich drei Wochen durch den Süden der USA gefahren bin. Und ich glaube, ich habe da auch ein bisschen deine eigenen Empfindungen durchschimmern sehen.


    Absolut, ja. :)



    Ich hoffe, Gemma und Sisley reisen jetzt nach San Francisco. Eine meiner Lieblingsstädte ever. :)


    Meine auch. :herz:

  • Da habe ich also in meiner überbordenden Phantasie doch richtig gelegen, dass Gemmas Vater gar nicht in dem Brand umgekommen ist. Aber die Sache im Polizeirevier, als sie die Fotos in der Akte gesehen hat, das war für mich ein Déjà-vu-Erlebnis, auch ich musste mir solche Bilder vor langer Zeit einmal ansehen und werde dies nie vergessen. Es ist fast so, als wenn man den Schmerz der Toten am eigenen Leib miterlebt. Sisley ist ihr immer wieder mehr als nur ein Freund, eher ihre Stütze und ihr Halt. Die beiden sind einfach füreinander geschaffen!


    Die Erkenntnis, dass schon jemand anderes Nachforschungen angestellt hat, macht mich stutzig - eine junge Frau namens Morgan Andicott! Jetzt spinne ich mal einfach so rum: Da Andicott ebenfalls Professor war, vermute ich mal, dass es einen Konkurrenzkampf zwischen Gemmas Vater und ihm gegeben hat und dieser auch versucht hat, Gemmas Vater zu töten, um als erster die Ergebnisse zu präsentieren, so er diese denn hat. Und Tochter Morgan versucht nun, den Spuren ebenfalls nachzugehen, wobei ihr nun Gemma in die Quere kommt.


    Ehrlich gesagt, finde ich es schrecklich, sollte der Vater noch am Leben sein, dass er über all die Jahre keinen Kontakt zu Gemma gesucht hat. Allerdings könnte es natürlich auch sein, dass er sie in Sicherheit wissen wollte nachdem, was seiner Frau zugestoßen ist. Ich frage mich allerdings auch, wer dann der tote Mann im verbrannten Haus gewesen ist, wenn es nicht Gemmas Vater war – vielleicht Professor Andicott?


    Station in Waco und immer wieder neue rätselhafte Hinweise und Vermutungen. Nächster Stopp ist nun San Fran, mein zweites Zuhause. Ich bin gespannt, ob sie Gemmas Vater dort näher kommen.


    Übrigens ist mir aufgefallen, dass sich das Verhältnis der Brownings sich verändert hat. Er wirkt auf einmal kühl, während sie sich die Veränderung an ihm nicht erklären kann und auch über ihr Ende sinniert. Gleichzeitig sehe ich Parallelen zwischen Elizabeth und Lucrezia, beide zeigen die gleichen Krankheitssymptome, dieser Husten und diese Lungenschwäche. Vielleicht liege ich ja auch falsch. Browning hat den gefundenen grünen Stein aus den Katakomben übrigens seiner Frau zum Geschenk gemacht.


  • Dani hat es ja schon viel früher bemerkt, aber mir ist es erst in diesem Abschnitt so richtig aufgefallen, dass diese Schnitzeljagd sehr an Dan Brown erinnert. 8)


    Der Vergleich mit Dan Brown ist wirklich nicht schlecht, so langsam kommt es mir auch so vor: die ganzen Rätsel und Hinweise, die Verbindungen zur Vergangenheit und der Sprung in verschiedene Epochen. Das hat schon was und ich liebe die Bücher von dem Autor. Allerdings gefällt mir an diesem Buch die etwas verhaltenere Art besser, es ist nicht so reißerisch aufgemacht und übersät mit vielen Toten. Hier stehen auch die Eigenheiten von Gemma und Sisley im Vordergrund, die Besonderheiten von zwei Außenseitern. Gerade das finde ich sehr schön.


  • Dass Gemmas Vater nicht tot sein könnte, ist eines dieser AHA-Erlebnisse, von denen Du am Anfang gesprochen hast, liebe Nicole.


    Diese Vermutung habe ich ja schon im letzten Abschnitt geäußert, allerdings kam es mir da noch etwas weithergeholt vor. Doch inzwischen macht es immer mehr Sinn. :winken:

  • Der Vergleich mit Dan Brown ist wirklich nicht schlecht, so langsam kommt es mir auch so vor: die ganzen Rätsel und Hinweise, die Verbindungen zur Vergangenheit und der Sprung in verschiedene Epochen. Das hat schon was und ich liebe die Bücher von dem Autor. Allerdings gefällt mir an diesem Buch die etwas verhaltenere Art besser, es ist nicht so reißerisch aufgemacht und übersät mit vielen Toten. Hier stehen auch die Eigenheiten von Gemma und Sisley im Vordergrund, die Besonderheiten von zwei Außenseitern. Gerade das finde ich sehr schön.


    Die Bücher von Dan Brown kenne ich leider (noch) nicht, aber besonders in diesem Abschnitt habe ich eine besondere, neue Stimmung zwischen Gemma und Sisley wahrgenommen - aber nicht nur zwischen den beiden, sondern auch was diese "Schnitzeljagd" angeht. In gewisser Hinsicht hat dieser Zustand des Suchens - ohne genau zu wissen, wonach oder nach wem - etwas Märchenhaftes. Ich musste zwischendurch an zwei Kinder denken, die sich im Wald verlaufen haben, ohne Schutz, fern von Zuhause. Dazu passen auch die mehr oder weniger zufälligen Begegnungen mit archetypischen Figuren, die ihnen Hinweise geben, Andeutungen machen oder neue Erinnerungen und Aspekte hinzufügen - aber alles immer sehr vage - wie z.B. diese italienische Nonna.
    Auf der anderen Seite ist alles sehr real und modern - die digitale Welt, die Polizeiakte über den Brand, die schlimmen Photos der Opfer, Gemma`s Albträume. Dann wieder begegnen sie auf ihrer Suche merkwürdigen Dingen wie Namenssymbolik, kryptische Einträge in Kirchenbüchern, Heiligenbilder etc.
    Jedenfalls bekommt die Geschichte für mein Empfinden was Schwebendes, wie in einer anderen Dimension, außerhalb der gewohnten Grenzen von Zeit und Raum. Gemma und Sisley fühlen sich auch so losgelöst, ständig unterwegs, Durchreisende in einem Zustand zwischen Erschöpfung und Rastlosigkeit...

  • Daß der Besuch im Kommissariat Gemma umgehauen hat, ist gut zu verstehen. Zum Glück kann Gemma sich auf Sisley verlassen, auf seine Unterstützung. Aber trotzdem ist die alte Vertrautheit ein wenig verschoben, denn Gemma ist verletzlicher geworden. Sie hat mit neuen Unsicherheiten zu kämpfen.


    Auch das Verhältnis von Elizabeth Barrett und Robert Browning hat sich verschoben. Sie sucht nach Geistern der Vergangenheit. Browning will damit nichts zu tun haben.


    Aber was ist da gelaufen mit Gemmas Vater? Ich verstehe es überhaupt nicht. Ich kann nicht glauben, daß er 30 Jahre gelebt hat, ohne seiner Tochter ein Zeichen zu senden. Und wenn er noch leben sollte, warum soll sie jetzt auf ihn aufmerksam werden? Und ich frage mich ernsthaft, wie Gemma das alles verkraften soll!


  • Da habe ich also in meiner überbordenden Phantasie doch richtig gelegen, dass Gemmas Vater gar nicht in dem Brand umgekommen ist. Aber die Sache im Polizeirevier, als sie die Fotos in der Akte gesehen hat, das war für mich ein Déjà-vu-Erlebnis, auch ich musste mir solche Bilder vor langer Zeit einmal ansehen und werde dies nie vergessen. Es ist fast so, als wenn man den Schmerz der Toten am eigenen Leib miterlebt. Sisley ist ihr immer wieder mehr als nur ein Freund, eher ihre Stütze und ihr Halt. Die beiden sind einfach füreinander geschaffen!


    Ich hoffe, dass Dir diese Szene im Buch nicht allzu sehr zu schaffen gemacht hat, Dreamworx. Beim Schreiben habe ich doch auch ein bisschen gezögert und mich gefragt, ob ich den Lesern das zumuten will und kann - und wenn ja, wie detailliert.



    Übrigens ist mir aufgefallen, dass sich das Verhältnis der Brownings sich verändert hat. Er wirkt auf einmal kühl, während sie sich die Veränderung an ihm nicht erklären kann und auch über ihr Ende sinniert.



    Auch das Verhältnis von Elizabeth Barrett und Robert Browning hat sich verschoben. Sie sucht nach Geistern der Vergangenheit. Browning will damit nichts zu tun haben.


    Das war für mich ein ganz spannender Punkt: an der verklärten Vorstellung der Nachwelt von dieser großen romantischen Liebe ein bisschen zu kratzen und zu zeigen, dass auch (und vielleicht gerade) diese beiden ihre Unstimmigkeiten hatten, nicht alles romantisch-rosarot war.
    Und dass jeder von beiden auch sein "Geheimnis" hat: Robert, der ohne Elizabeths Wissen buchstäblich in die Unterwelt abtaucht, während Elizabeth weiterhin (mehr oder weniger heimlich) an ihrem Geisterglauben festhält, der Robert zuwider ist.



    Daß der Besuch im Kommissariat Gemma umgehauen hat, ist gut zu verstehen. Zum Glück kann Gemma sich auf Sisley verlassen, auf seine Unterstützung. Aber trotzdem ist die alte Vertrautheit ein wenig verschoben, denn Gemma ist verletzlicher geworden. Sie hat mit neuen Unsicherheiten zu kämpfen.


    Das ist für mich wieder eine Parallele zu Elizabeth und Robert: auch zwischen Sisley und Gemma, die ähnlich seelenverwandt sind, läuft nicht alles immer seidenglatt ab.



    Gleichzeitig sehe ich Parallelen zwischen Elizabeth und Lucrezia, beide zeigen die gleichen Krankheitssymptome, dieser Husten und diese Lungenschwäche. Vielleicht liege ich ja auch falsch. Browning hat den gefundenen grünen Stein aus den Katakomben übrigens seiner Frau zum Geschenk gemacht.


    Spannend - das ist eine Parallele, die mir in der letzten Konsequenz beim Schreiben gar nicht bewusst war, obwohl sie zweifellos da ist. :)



    Die Bücher von Dan Brown kenne ich leider (noch) nicht, aber besonders in diesem Abschnitt habe ich eine besondere, neue Stimmung zwischen Gemma und Sisley wahrgenommen - aber nicht nur zwischen den beiden, sondern auch was diese "Schnitzeljagd" angeht. In gewisser Hinsicht hat dieser Zustand des Suchens - ohne genau zu wissen, wonach oder nach wem - etwas Märchenhaftes. Ich musste zwischendurch an zwei Kinder denken, die sich im Wald verlaufen haben, ohne Schutz, fern von Zuhause. Dazu passen auch die mehr oder weniger zufälligen Begegnungen mit archetypischen Figuren, die ihnen Hinweise geben, Andeutungen machen oder neue Erinnerungen und Aspekte hinzufügen - aber alles immer sehr vage - wie z.B. diese italienische Nonna.
    Auf der anderen Seite ist alles sehr real und modern - die digitale Welt, die Polizeiakte über den Brand, die schlimmen Photos der Opfer, Gemma`s Albträume. Dann wieder begegnen sie auf ihrer Suche merkwürdigen Dingen wie Namenssymbolik, kryptische Einträge in Kirchenbüchern, Heiligenbilder etc.
    Jedenfalls bekommt die Geschichte für mein Empfinden was Schwebendes, wie in einer anderen Dimension, außerhalb der gewohnten Grenzen von Zeit und Raum. Gemma und Sisley fühlen sich auch so losgelöst, ständig unterwegs, Durchreisende in einem Zustand zwischen Erschöpfung und Rastlosigkeit...


    Das war für mich auch ein faszinierender Aspekt an diesem Buch: dass Gemmas Geschichte so tief in der rationalen Wirklichkeit unserer Zeit verwurzelt ist - und gleichzeitig wird es nicht nur eine Reise in die Vergangenheit(en), sondern auch ins Nicht-Greifbare, in das Reich der Symbole - in das alte Wissen der Menschhheit, in die Bildsprache des Unbewussten.
    Über Deinem Beitrag fiel mir die archetypische "Reise des Narren" ein, auf der so viele Geschichten in Literatur und Film beruhen und so viele Märchen und Sagen. Narr nicht im Sinne von einfältig, sondern von ahnunglos, nicht-wissend - und diese Reise bringt dann das Wissen und die neuen Erfahrungen. Genau wie bei Gemma.
    Und Nonna gehört auf jeden Fall zu den archteypischen Begleitern - die weise alte Frau, die etwas sieht, was sonst niemand sehen kann.



    Und ich frage mich ernsthaft, wie Gemma das alles verkraften soll!


    Eine absolut berechtigte Frage - und für mich auch ein zentraler Gedanke, den ich bei der Planung dieses Buches hatte: was, wenn eine solche Reise, eine solche Schnitzeljagd ab einem gewissen Punkt etwas Grundlegendes auf den Kopf stellt, das man über sein eigenes Leben zu wissen glaubt?

  • Das Zitieren spare ich mir jetzt mal - nur noch eine kleine Ergänzung zu den Archetypen in Legenden, Märchen, Romanen und Filmen, liebe Nicole. :)
    Mich haben diese Aspekte immer besonders fasziniert, sie haben so was Uraltes und eine tiefe Weisheit gerade weil sie so geheimnisvoll und vieldeutig erscheinen.
    Besonders in den Filmen von Ingmar Bergman habe ich immer viele archetypischen Figuren gesehen - z.B. in "Das siebente Siegel" von 1957 mit Max von Sydow als heimgekehrter Kreuzritter, der mit dem Tod um sein Leben Schach spielt - ein frühes Meisterwerk.

  • gagamaus
    Ob du es glaubst oder nicht :), aber ich habe letzte Woche schon einer Freundin geschrieben, dass mich das Buch sehr an Dan Brown erinnert mit all seinen Verwirrungen. Aber ich mochte es hier nicht erwähnen, weil ich nicht wusste ob es angebracht ist. Da ist auch einiges nicht gleich zu verstehen gewesen.


    In diesen Abschnitt konnte ich dem Geschehen schon wesentlich besser folgen. Allmählich ergibt vieles für mich einen Sinn und ich bin beruhigt, dass es jetzt so ist.


    Als Sisley und Gemma sich an die Polizei Akte gesagt hat, konnte ich Gemmas Schmerz fast fühlen. Wem würde nicht bei so einem Anblick die Luft weg bleiben. Aber als sie dann meint, dass das nicht ihr Vater sein kann, stockte mir der Atem.
    Der Eintrag im Kirchenbuch......der Fund des Lesezeichen in Dallas, ist es nun doch möglich das Gemmas Vater noch lebt? Es gibt genug Zeichen, aber warum hat er nie versucht Kontakt mit Gemma aufzunehmen. Ist Das, was er damals entdeckt etwa gefährlich für sie?


    Dann St. Anthony, der Patron der verlorenen Dinge,........, und der verlorenen Menschen. Da kam mir irgendwie der Verdacht, ob der Vater all diese Hinweise hinterlassen hat, also mutwillig.
    Sollte es sich hierbei tatsächlich um ihren Vater handeln, warum macht er es so kompliziert? Wieso hat er nicht versucht auf ganz normalen Weg Kontakt zu Gemma aufzunehmen?
    Wieder so viele Fragen


    Es hat damals keine genaueren Untersuchungen nach dem Brand gegeben, da man von einer natürlichen Ursache ausgegangen ist.
    Pissarro, ein Bruder von Sisley, hat Bilder anfertigen lassen, wie ihr Vater heute aussehen könnte.


    Mittlerweile sind beide völlig erschöpft und nach ihrer letzten überstürzten Abreise, hat sich bei Gemma ihre Kontrollsucht nur noch verstärkt.


    Interessant wie man durch einen Tippfehler auf die Spur kommen kann, vielleicht in San Francisco weitere Hinweise zu finden.


    Das Aspekt, dass schon jemand Nachforschungen betrieben hat, macht mich stutzig. Ist es etwa der oder diejenige, die in Gemmas Wohnung wahr oder Verfasser der E-Mails ist?



    Ob die Liebe der Brownings erlischt, ein wenig frostig finde ich. Haben doch beide füreinander immer so viel Verständnis und Liebe empfunden. Ich Frage mich ob etwas schwerwiegendes passiert ist, das Elisabeth so empfindet.


    Auf jeden Fall wird es immer spannender.

  • Auch das Verhältnis von Elizabeth Barrett und Robert Browning hat sich verschoben. Sie sucht nach Geistern der Vergangenheit. Browning will damit nichts zu tun haben.


    Aber was ist da gelaufen mit Gemmas Vater? Ich verstehe es überhaupt nicht. Ich kann nicht glauben, daß er 30 Jahre gelebt hat, ohne seiner Tochter ein Zeichen zu senden. Und wenn er noch leben sollte, warum soll sie jetzt auf ihn aufmerksam werden? Und ich frage mich ernsthaft, wie Gemma das alles verkraften soll!


    Mir kam es so vor als wenn eine Seance abgehalten wurde ( nicht das ich mich damit auskenne, aber man schaut ja TV :) ).
    Aber zu wem möchte sie Kontakt aufnehmen?


    Ja wenn das so sein sollte, dass ihr Vater noch lebt und sie sich treffen sollten, bin ich schon mal auf seine Erklärung gespannt. Warum er seine Tochter im Stich gelassen hat und nicht an ihrer Seite stand um den Verlust der Mutter zu überwinden.

  • Liebe Nicole, du hast schon so viel erläutert und beantwortet, dass sich meine Fragen erübrigen 8)


    Jetzt läuft es auch endlich bei mir und bin ganz im Geschehen, hab mich echt ein wenig schwer getan :-[

  • Eines fällt mir gerade noch zu Sisley ein. Er kann doch kein Auto fahren,die Gründe dafür hat er ja aufgezählt.
    Da gab es Mal eine Doku über Wunderkinder, Hochbegabte. Kennt ihr den kleinen Lennart, der mit acht Jahren schon einem Börsenexperten den Dax erklärt hat? Der ist nicht in der Lage das Fahrrad fahren zu erlernen. Die Eltern haben es immer wieder mit einer Engelsgeduld versucht. Aber da ist nichts zu machen. Und dann hat ein Neurowissenschaftler gesprochen und erklärt womit das bei Hochbegabten zusammen hängt, dass war wirklich sehr interessant.


  • Das Zitieren spare ich mir jetzt mal - nur noch eine kleine Ergänzung zu den Archetypen in Legenden, Märchen, Romanen und Filmen, liebe Nicole. :)
    Mich haben diese Aspekte immer besonders fasziniert, sie haben so was Uraltes und eine tiefe Weisheit gerade weil sie so geheimnisvoll und vieldeutig erscheinen.
    Besonders in den Filmen von Ingmar Bergman habe ich immer viele archetypischen Figuren gesehen - z.B. in "Das siebente Siegel" von 1957 mit Max von Sydow als heimgekehrter Kreuzritter, der mit dem Tod um sein Leben Schach spielt - ein frühes Meisterwerk.


    Mich faszinieren sie auch, liebe Emmy - es ist die Sprache unserer menschlichen Seele, unabhängig von der jeweiligen Kultur oder einer bestimmten Religion.
    Den Film von Bergman kenne ich nicht - aber ich habe Silvester in "The Last Jedi" (bzw. danach) wieder sehr viel über Mythen und Archetypen nachgedacht. Ich glaube, gerade an unser beider jeweiliger Assoziation (voneinander scheinbar Welten entfernt) sieht man sehr gut, wie das Erzählen von Geschichten von Archetypen durchdrungen ist - und wie wir Menschen darauf reagieren, wenn auch meist unbewusst. :)




    gagamaus
    Ob du es glaubst oder nicht :), aber ich habe letzte Woche schon einer Freundin geschrieben, dass mich das Buch sehr an Dan Brown erinnert mit all seinen Verwirrungen. Aber ich mochte es hier nicht erwähnen, weil ich nicht wusste ob es angebracht ist. Da ist auch einiges nicht gleich zu verstehen gewesen.


    Dass euch bei den "farben" dan Brown einfällt, empfinde ich als sehr großes Kompliment - danke! :bussi:



    Interessant wie man durch einen Tippfehler auf die Spur kommen kann, vielleicht in San Francisco weitere Hinweise zu finden.


    Ja, das ist es - und auch durchaus meinen eigenen Erfahrungen geschuldet, wie sehr Zufall oder Glück manchmal reinspielen, wenn man zu etwas recherchiert. :)



    Jetzt läuft es auch endlich bei mir und bin ganz im Geschehen, hab mich echt ein wenig schwer getan :-[


    Das freut mich sehr - und es tut mir sehr leid, dass das Buch es Dir anfangs so schwer gemacht hat! :-[

  • Obwohl natürlich die Zeitebene, auf der sich Gemma und Sisley bewegen, im Zentrum steht, haben sich unversehends die Szenen, in denen man Lucrezia und dem Maler Sandro begegnen kann, zu den für mich schönsten Momenten beim Lesen dieses Romans entwickelt. Liegt es daran, dass die aufkeimende Liebe der beiden keine Zukunft haben kann noch haben wird? Und dass auch die so sehr junge Lucrezia das weiß? Das berührt mich schon sehr! Ebenso wie die Bemühungen des jungen Malers, dem Mädchen aus dem ehrwürdigen Haus der Medici, das zu Beginn dieser katastrophalen Ehe noch glaubte, in ihren gefühlskalten, mörderischen Gemahl verliebt zu sein, die hoffnungslose Gegenwart erträglich zu machen, mit kleinen Gesten, liebe- und verständnisvollen Worten. Auch die Gefühle, die ich zwischen den beiden spüre, gehen mir nahe - viel näher als die Haupthandlung mit all ihren Verwicklungen es bisher geschafft hat.


    Doch geht es natürlich auch auf der Zeitebene der beiden Außenseiter dramatisch genug zu, denn es scheint nun der begründete Verdacht zu bestehen, dass Gemmas Vater bei dem Brand, der Gemma ihr Trauma beschert hat, nicht ums Leben gekommen ist!
    Nein, damit habe ich nun doch nicht gerechnet, obwohl diese Vermutung im vorhergehenden Abschnitt laut wurde...
    Und jetzt wird es wieder verwirrend! Wenn der Vater noch lebt - was hat ihn veranlasst zu verschwinden? Da muss er ja einer gefährlichen Sache auf der Spur gewesen sein, wobei mir wieder der Schatz, das Gold oder sonstiges Wertvolles einfällt, das mir im zweiten Abschnitt in den Sinn kam! Für Geld und Gold tun böse Menschen böse Dinge...


    Und noch verwirrender geht es weiter! Wieso trägt sich Bernstein kurz nach dem Brand auf kryptische Art und Weise in das Besucherbuch der Kirche ein? Für wen legt er all die Spuren so viele Jahre, bevor die Handlung hier im Roman beginnt? Für Gemma oder jene unbekannte Person Morgan, die ebenfalls die Browning-Sammlung in Waco durchstöbert hat?
    Nur - Gemma war noch klein damals, 4 bzw. 9 Jahre alt. Wie konnte der Vater davon ausgehen, dass Gemma, nehmen wir mal an, dass sie die Adressatin ist, überhaupt auf Spurensuche gehen und die Hinweise, die er hinterlassen hat, richtig deuten und dann auch noch herausfinden würde, was sie bisher ans Tageslicht gebracht hat? Der Vater konnte doch in keiner Weise ahnen, wie sich seine Tochter entwickeln würde!


    Das aber hat diese Tochter sicher auch nicht geahnt! Heraus aus der Sicherheitszone entwickelt sie ungeahnte Kräfte! Wie sie da am Steuer des Mietwagens nach und durch Waco braust - alle Achtung! ( Dass Sisley natürlich keinen Führerschein hat, verwundert nicht, denn es passt genau zu ihm! Nur hätte ich diesen Führerschein bei der ängstlichen Gemma auch nie vermutet!! )
    Wie Sisley sagt, hat Gemma jetzt tatsächlich die Chance, ihr Leben selbst in die Hände zu nehmen, anstatt sich - Zitat S. 241 - "von der Vergangenheit knebeln zu lassen".
    Ja, das hat sie wohl, aber ihr ganzes Leben lang hat sie mit der Sicherheit gelebt, dass beide Eltern tot sind. Wie geht man damit um, wenn man immer mehr Indizien dafür findet, dass der Vater nicht nur überlebt hat, sondern auch seitdem untergetaucht ist und sich 30 Jahre lang nicht für seine Tochter interessiert hat? Und was mag man denken, wenn man weiß, dass die Mutter, die bei dem Brand umgekommen ist, Schädelverletzungen aufwies?
    Dass Gemma durch diese erschütternden Erkenntnisse nicht wieder zurückgeworfen wird auf ihrem Weg aus den Zwängen, erstaunt mich in einem nicht geringen Maße!


    Ein kurzes Resümee nach über der Hälfte des Romans: ich finde ihn immer noch mühsam zu lesen und habe ziemlich große Schwierigkeiten, den Schlussfolgerungen der beiden Protagonisten aus den kaum zu chiffrierenden Hinweisen zu folgen. Zwar waren es bislang immer nur vage Schlussfolgerungen, doch haben sie stets ins Schwarze getroffen.
    Es macht mir normalerweise nicht die geringste Mühe, Indizien zu interpretieren, die in Kriminalromanen verstreut werden. Aber hier? Im Traum nicht wäre ich auf das gekommen, was Gemma und Sisley da kombinieren! Und wie sie am Ende dieses dritten Abschnitts auf San Francisco kommen - das erschließt sich mir auch beim Zurückblättern nicht wirklich.


    Und - obwohl sich das ja schon andeutete - inzwischen sehe ich laufend nur noch GRÜN! Tapeten, Teppiche, giftige Farben - Malachit! Die Lösung zu dem Rätsel muss über diese Farbe gesucht werden, wie mir fast sicher scheint!


  • Die Erkenntnis, dass schon jemand anderes Nachforschungen angestellt hat, macht mich stutzig - eine junge Frau namens Morgan Andicott! Jetzt spinne ich mal einfach so rum: Da Andicott ebenfalls Professor war, vermute ich mal, dass es einen Konkurrenzkampf zwischen Gemmas Vater und ihm gegeben hat und dieser auch versucht hat, Gemmas Vater zu töten, um als erster die Ergebnisse zu präsentieren, so er diese denn hat. Und Tochter Morgan versucht nun, den Spuren ebenfalls nachzugehen, wobei ihr nun Gemma in die Quere kommt.


    Sehr schön kombiniert! Damit habe ich, glaube ich, etwas verstanden, das mir beim Lesen so gar nicht klar war! Doch - wieso sollte "Morgan" eine Frau sein? Ich tippe da eher auf den Bekannten aus New York, den Gemma glaubte, in Florenz gesehen zu haben - oder vielleicht wirklich gesehen hat!?
    Aber davon abgesehen hat Deine Theorie eine Logik, die mir sofort einleuchtet!




    Gleichzeitig sehe ich Parallelen zwischen Elizabeth und Lucrezia, beide zeigen die gleichen Krankheitssymptome, dieser Husten und diese Lungenschwäche. Vielleicht liege ich ja auch falsch. Browning hat den gefundenen grünen Stein aus den Katakomben übrigens seiner Frau zum Geschenk gemacht.


    Aber genau! Die Vergiftungen! Doch - wie passt die Jetzt-Ebene da hinein? Es sei denn, der Malachit ist eine Art von Symbol, oder ein Hinweis...


  • Dani hat es ja schon viel früher bemerkt, aber mir ist es erst in diesem Abschnitt so richtig aufgefallen, dass diese Schnitzeljagd sehr an Dan Brown erinnert. 8)


    ;D Hier im Abschnitt machen sie sich ja sogar selbst darüber lustig, als sie sagen, wie gut es ist, dass sie immerhin nicht von der Polizei oder einem irren Killer verfolgt werden.


    Als alte Krimileserin bin ich gleich hellhörig geworden, als die Akte zum Tod von Gemmas Eltern so dünn ist. Im Krimi ist es praktisch immer so, wenn die Leiche nicht gefunden wird oder sie so völlig entstellt ist, dann lebt das vermeintliche Opfer wahrscheinlich doch noch.
    So war Gemmas Vermutung, die später noch weiter gestützt wird, für mich dann keine so große Überraschung mehr.


    Nun frage ich mich aber natürlich: warum tut ihr Vater das? Warum hat er sie über Jahre im Dunkeln gelassen und warum kommt er jetzt aus der Versenkung?
    Und wer war der verbrannte Tote, wenn nicht Gemmas Vater?


    Was die Rätsel auf dieser kulturellen Schnitzeljagd angeht - puh, die sind ganz schön knifflig. Ich meine, heute weiß der Vater, dass aus Gemma eine kluge, gebildete Frau geworden ist, bei der die Chance besteht, dass sie den Hinweisen folgen kann.
    Aber manche der Hinweise hat er schon gelegt, als sie noch ein Kind war (zB der Eintrag im Kirchenbuch) - da konnte er noch nicht wirklich damit rechnen, dass das jemals jemand herausfindet?


  • Nur - Gemma war noch klein damals, 4 bzw. 9 Jahre alt. Wie konnte der Vater davon ausgehen, dass Gemma, nehmen wir mal an, dass sie die Adressatin ist, überhaupt auf Spurensuche gehen und die Hinweise, die er hinterlassen hat, richtig deuten und dann auch noch herausfinden würde, was sie bisher ans Tageslicht gebracht hat? Der Vater konnte doch in keiner Weise ahnen, wie sich seine Tochter entwickeln würde!


    Ich habe meinen Beitrag geschrieben und dann erst die anderen Kommentare gelesen - in diesem Punkt stolpere ich auch ein wenig...

  • Zugegeben, an Dan Brown dachte ich zeitweise auch und ich habe seine Bücher geliebt.


    In diesem Abschnitt hat mich die Spannung auch wieder eingeholt. Alleine der Gedanke, dass Gemmas Vater noch leben könnte, finde ich überaus spannend. Klar ist sicherlich, dass er nicht derjenige war, der verbrannt wurde. Nur wie kam das zustande? Sicherlich hatte er einen gefährlichen Gegenspieler bei seinen Recherchen. War er der Tote? Oder ein Gehilfe und der eigentliche Auftraggeber lebt noch bzw. war dieser Andicott?


    Diese Morgan Andicott kann ich auch noch nicht einschätzen (falls es überhaut eine sie ist). Wenn sie erst nach dem Tod ihres Vaters ermittelt hat, wird sie durch sein Erbe sicherlich auf etwas aufmerksam gemacht worden sein.


    Das Schmuckstück ist für mich irgendwie verdächtig. Kann es sein, dass dieses Schmuckstück irgendwie giftig ist und den Träger bzw. die Trägerin krank macht? Oder irgendwie vielleicht sogar aufs Gemüt schlägt? Auf jeden Fall umgibt es ein Geheimnis.


    Ich denke, dass der Vater seine Tochter ein wenig kannte und hoffte, dass sie neugierig genug wäre, zu recherchieren. Vielleicht hat er sie auch aus der Ferne beobachtet und konnte so den richtigen Zeitpunkt abschätzen. Oder er wusste von den Recherchen von Andicott und hat seinerseits seine Figur ins Spiel gebracht.


    Auf jeden Fall alles sehr mysteriös. Ich bin gespannt auf die Auflösung.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen