05 - Seite 312 - Ende (ab Kapitel 18 bis Ende)

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  • @Ulrike:


    Leider ist mein post, der Bezug zu Gemma nimmt, im Nirwana verschwunden:
    Mir gefiel die Figur sehr, da ich sicher bin, dass traumatisierte Menschen und besonders jene wie Gemma, die mit 4 Jahren vor einem brennenden Elternhaus stehen, sich anders entwickeln als jene, die so etwas nicht erleben mussten. (kann-Form, nicht muss-Form)


    Ich habe das öfter in meinem Beruf erlebt, dass traumatisierte Jugendliche ganz anders reagieren, zuweilen unnahbar sind. Ich fand, dass Gemma durch das Falten der Dollarnoten soziale Kompetenz bewiesen hat - und durchaus an andere dachte, denen es schlechter ging, auch wenn für sie - wie ja auch für Sisley - andere Orte und Zusammenkünfte mit Menschen nicht einfach waren, sie Nähe nicht gut ertragen konnte - oder wie es irgendwo so treffend hieß: "nicht gut in Beziehungen" war.

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)


  • Und, ich traue kaum, es zu sagen, mit dem ganzen Robert/Elizabeth-Browning Handlungsstrang hatte ich ziemlich Probleme. Das war für mich ein bisschen zu viel und ich habe es nicht so recht geschafft, diese Ebene mit den beiden anderen zu verküpfen. So ganz habe ich auch am Ende nicht verstanden, wo denn da nun die Verbindung war.


    Damit bist Du, auch was mich betrifft, nicht ganz alleine: Auch ich hatte zwischendurch immer mal meine liebe Not, das 'abzuraffen', was Barrett/Browning nun mit den beiden anderen Erzählsträngen zu tun haben und sie miteinander zu verknüpfen.

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Nun ist ja bereits viel zusammengefasst worden:


    Die Aufschlüsse fand ich echt interessant: Die Malachit-Brosche hat der Vater Gemma geschickt, die E-Mails stammt von Morgan Andicott, aha.


    Mir drängt sich der Gedanke auf, dass die Brosche jene ist, die Browning seiner Frau einst schenkte? Und aha, es ging also um einen Schatz von unschätzbarem Wert - und dem Feuer war ein Streit vorangegangen, die Mutter im Handgemenge ermordet: Unfassbar, tragisch, fast unverzeihlich; welch' ein Wiedersehen nach 30 Jahren!!


    Wie schon gesagt, fand ich den showdown vor spektakulärer Kulisse, düster, sturmumtost sehr spannend: Am besten gefiel mir der über sich selbst hinausgewachsene Sisley (ja, Liebe macht stark ;))


    Die Wut Lindas ist für mich allerdings etwas zu schnell verpufft, das wirkte irgendwie nicht ganz stimmig (ich sah sie schon den Krater hinunterstürzen, muss ich zugeben und hatte Angst um Gemma).


    Die zaghafte, und dennoch innige Annäherung von Vater und Tochter - schön! Was "ES" ist, hat uns Nicole ja erst ganz zum Schluss verraten: Ein Schatz von immensem Wert, den Juwelen und Geschmeiden Lucrezias - der Medici Tochter! Von Sandro versteckt, von Clifford Bernstein über das Gemälde der Dame in Grün - gefunden...


    Schön, dass die Klunker ins Museum kommen: Bei Cesare sind sie mit Sicherheit gut aufgehoben (und er schafft es auch, sie durch den Zoll zu bekommen ;)) Ein sympathischer Kerl, wenn auch italienischer Macho, auch er brennt für seine Sache, das merkt man (und der Grappa im Gepäck war sicher auch nicht schlecht ;D)


    Beide - Gemma sowie auch Sisley sind nach dieser Reise in die Vergangenheit verändert - die alten Landkarten des Lebens haben keine Gültigkeit mehr (schön ausgedrückt und in tollem Kontext zu ihrer Arbeit in der Map Division). Ihre Welt ist größer geworden und es ist an der Zeit, eine neue Karte zu entwerfen - solche Vergleiche finde ich sehr gelungen.


    Ein schöner, stimmiger Abschluss, begleitet von dem Gefühl der Freude, dass zwei solch' eigenwilliger, aber auch liebenswerter und charakterstarken "Solitäre" durch diese Reise in ein gemeinsames Leben starten können, während die "Dame in Grün" weiterhin geduldig wartet, ihren Namen wieder zu bekommen...


    Mir hat der Roman sehr gut gefallen - und es macht(e) Spaß, ihn mit Euch gemeinsam zu lesen. Vielen Dank für das tolle auf unsere Fragen eingehen - und manches dennoch im Raum stehen zu lassen, liebe Nicole.


    Ich bleibe der Runde noch erhalten; meine Rezension erfolgt alsbald (natürlich breit gestreut).

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Traumort Hawaii:
    "Wollen wir heute den Tag in der Buchhandlung verbringen?"
    Da habe ich gedacht, ja, Sisley ist irre geworden, er ist an einen der schönsten Orte der Welt und er will ihn drinnen verbringen und das, wo sie nur wenige Tage haben..Normalerweise können mich auch keine 10 Pferde von einer Buchhandlung fernhalten, aber auf Hawaii würde ich noch nicht mal ein Buch mit zum Strand nehmen..einfach da sitzen und schauen..Eindrücke sammeln, wie ein Bär "Kalorien" für den Winter..
    :urlaub:
    Ich sehe mich gerade da und muss grinsen, genau wie Gemma würde ich barfuß im Sand laufen, ihn aber nicht berühren..
    (Die Szene hat mich sehr gerührt..)
    Eigentlich konnte ich das Vater/Tochter-Treffen kaum abwarten, doch als Gemma so auf ihn zulief, konnte sie auch nicht in seine Arme rennen, also habe ich auch ganz langsam mitgelesen..
    Ja, Berstein wollte seine Tochter schützen, doch wollte sie das? Er ist einfach zum Fenster raus und ist mit dem "Schatz" abgehauen? Das klingt noch schlimmer, als ich es mir gedacht habe, da hätte er ruhig lügen dürfen..
    Warum hat es so lange gedauert? Was hat Gemma geschützt indem er sich nicht meldete? Verlorene Zeit für immer und ein vom Trauma bestimmtes Leben..ich wäre auch wütend. Trotzdem fände ich es schade, wenn sie sich nie wieder sehen würden. (weil Sisley ja danach fragte und er ihn ja letztendlich nicht mal die Hand schütteln konnte)

  • Ich frage mich, wie kam Morgan auf seine Fährte? Kann man sich das so vorstellen, das er schon die ganze Zeit, Brotkrumen verstreut hat, aber sich nicht entschließen konnte sich zu melden? Also, wenn Gemma es nicht konnte, wie kam Morgan darauf?
    Ich verstehe auch nicht, wie Morgan darauf kommt, Gemma hätte etwas, was ihr gehört, sie hat doch da kein Anrecht drauf, ihr Opa hat so oft offenherzig über diesen Schatz spekuliert, bis einer seiner Zuhörer neugierig wurde, na und? Er hätte doch selber handeln können. Selbst wenn Sisley irgendwelche erechnete Koordinaten gestohlen hätte, hat er gehandelt, Andicott nicht..
    Oder wurde da ein wichtiges Detail noch nicht erwähnt? 0 Seiten habe ich noch..
    Aber eine Frage, die ich habe, wie ist Bernstein an den Ehering seiner Frau gekommen, als er wieder hineinging war doch der Weg zu Küche versperrt? Oder lag der im Schlafzimmer?
    Und: Was meinte er mit "Dunkle Mächte"? Böse Typen oder hat er auch dem Teufel eine Seele versprochen, nur das jener dieses Mal schlauer war..
    :lesen:


  • @ Nicole


    Ganz am Anfang dieser Leserunde habe ich ein Buch erwähnt, mit dem ich bis zum Schluss nicht warm geworden bin, bei dem ich aber das Gefühl hatte, es unbedingt noch einmal lesen zu müssen. Von Anfang an hatte ich dann einen anderen Zugang - und besagter Roman war dann ein Leseerlebnis der besonderen Art.
    Ein ähnliches Gefühl beschleicht mich bei Deinem Roman, was im Klartext heißt, dass ich ihn, bevor ich ihn endgültig beurteilen kann, noch einmal lesen werde - mit jenen offenen Sinnen, die es sicher braucht, um ihm gerecht zu werden und die mir während der Runde zeitweise verschlossen blieben. Vielleicht trug ich aber auch nur Scheuklappen... ;)


    Ich finde es toll, dass Du einen zweiten Anlauf wagen willst, liebe Ulrike - und ich bin sehr gespannt, wie es Dir dann mit den "Farben" geht! :winken:


    Das hast Du schön ausgedrückt, Emmy - so habe ich das auch empfunden und denke, es ist ein großer Reichtum für ihn gewesen.


    Ich empfinde es auch so - und auch als Befreiung von seiner Besessenheit, was akademischen Ruhm im Allgemeinen und Lucrezias Schatz im Besonderen angeht.



    Was hätte sie machen sollen? Entlarvt war sie, enttarnt - und hätte sich wegen Mordversuchs anklagen lassen müssen. Da ist es doch besser, zu verschwinden. Aber man könnte die Geschichte auch noch weiterspinnen ( was ich gerne immer mal mache ) - und dann zu dem Schluss kommen, dass Morgan weitere Versuche startet....


    Ich persönlich traue ihr da auch nicht über den Weg, ebenso wenig wie Gemma es tut. Ich finde es deshalb beruhigend, dass sie bezüglich des (doppelten) Schatzes so widerfährt, wie sie es dann tut.




    Die Aufschlüsse fand ich echt interessant: Die Malachit-Brosche hat der Vater Gemma geschickt, die E-Mails stammt von Morgan Andicott, aha.


    Das hatte für mich einen besonderen Reiz, zwei Absender zu haben, die Gemma aus ihrer Komfortzone aufbrechen lassen. :)




    Ein schöner, stimmiger Abschluss, begleitet von dem Gefühl der Freude, dass zwei solch' eigenwilliger, aber auch liebenswerter und charakterstarken "Solitäre" durch diese Reise in ein gemeinsames Leben starten können, während die "Dame in Grün" weiterhin geduldig wartet, ihren Namen wieder zu bekommen...


    Dass dieses "Outro" jetzt so am Schluss steht - das ist übrigens meiner wunderbaren Lektorin zu verdanken. Ursprünglich stand es am Anfang des Romans, und sie kam auf die geniale Idee, es ganz ans Ende zu stellen.



    Traumort Hawaii:
    "Wollen wir heute den Tag in der Buchhandlung verbringen?"
    Da habe ich gedacht, ja, Sisley ist irre geworden, er ist an einen der schönsten Orte der Welt und er will ihn drinnen verbringen und das, wo sie nur wenige Tage haben..Normalerweise können mich auch keine 10 Pferde von einer Buchhandlung fernhalten, aber auf Hawaii würde ich noch nicht mal ein Buch mit zum Strand nehmen..einfach da sitzen und schauen..Eindrücke sammeln, wie ein Bär "Kalorien" für den Winter..
    :urlaub:


    ... aber es ist so ein toller Barnes & Noble. :-[



    Eigentlich konnte ich das Vater/Tochter-Treffen kaum abwarten, doch als Gemma so auf ihn zulief, konnte sie auch nicht in seine Arme rennen, also habe ich auch ganz langsam mitgelesen..
    Ja, Berstein wollte seine Tochter schützen, doch wollte sie das? Er ist einfach zum Fenster raus und ist mit dem "Schatz" abgehauen? Das klingt noch schlimmer, als ich es mir gedacht habe, da hätte er ruhig lügen dürfen..
    Warum hat es so lange gedauert? Was hat Gemma geschützt indem er sich nicht meldete? Verlorene Zeit für immer und ein vom Trauma bestimmtes Leben..ich wäre auch wütend. Trotzdem fände ich es schade, wenn sie sich nie wieder sehen würden. (weil Sisley ja danach fragte und er ihn ja letztendlich nicht mal die Hand schütteln konnte)


    Ich mochte da auch dieses Ambivalente zwischen Clifford, der einfach so viel verbrochen und verbockt hat an und mit seiner Tochter, und Gemma, die zwar ihren Vater wiederhat, was aber trotzdem mit Schmerz und vor allem viel Zorn verbunden ist.



    Ich frage mich, wie kam Morgan auf seine Fährte? Kann man sich das so vorstellen, das er schon die ganze Zeit, Brotkrumen verstreut hat, aber sich nicht entschließen konnte sich zu melden? Also, wenn Gemma es nicht konnte, wie kam Morgan darauf?


    Linda/Morgan hatte im Gegensatz zu Gemma den Vorteil, dass sie von dem Schatz wusste und überhaupt wesentlich mehr Vorlaufzeit hatte, um nach Spuren zu suchen. Dass sie dabei auf die Fährten stieß, die Clifford für Gemma ausgelegt hatte, war nicht von Clifford beabsichtigt. Gemma bekam den Anfangsfaden für diese Spurensuche ja dann von zwei Seiten - von Linda/Morgan (weil diese bei ihrer Spurensuche nicht weiterkam) und von Clifford (der mitbekam, dass jemand nach ihm suchte).



    Aber eine Frage, die ich habe, wie ist Bernstein an den Ehering seiner Frau gekommen, als er wieder hineinging war doch der Weg zu Küche versperrt? Oder lag der im Schlafzimmer?


    Er hat ihn ihr abgezogen, als er bemerkte, dass sie tot ist. Danach hat er Gemma aus dem Haus gebracht und wollte das eigentlich auch mit Sylvia tun - da kam er aber schon nicht mehr zurück in die Küche.



    Und: Was meinte er mit "Dunkle Mächte"? Böse Typen oder hat er auch dem Teufel eine Seele versprochen, nur das jener dieses Mal schlauer war..
    :lesen:


    Sowohl als auch - Typen, denen nicht zu trauen ist als auch das Wissen, dass er damals seine Seele verkauft hat: den Schatz über alles zu stellen, damit Unheil heraufzubeschwören und noch nicht einmal dann, als er dadurch seine Frau verloren hat, davon ablassen zu können.


  • Wie schon gesagt, fand ich den showdown vor spektakulärer Kulisse, düster, sturmumtost sehr spannend: Am besten gefiel mir der über sich selbst hinausgewachsene Sisley (ja, Liebe macht stark ;))


    So sagt man! Wobei ich mutmaße, dass auch noch etwas anderes eine Rolle gespielt hatte bei Sisleys Über-sich-Hinauswachsen, er konnte nicht da unten sitzen, gefangen in Angst und Panik vor schwindelerregenden Höhen. Er hat es auch um seiner Selbstachtung willen getan.



    Ein schöner, stimmiger Abschluss, begleitet von dem Gefühl der Freude, dass zwei solch' eigenwilliger, aber auch liebenswerter und charakterstarken "Solitäre" durch diese Reise in ein gemeinsames Leben starten können, während die "Dame in Grün" weiterhin geduldig wartet, ihren Namen wieder zu bekommen...


    Wie auch immer der lauten mag....
    Ich habe sie gestern besucht, die grüne Dame - und obwohl das Städel übervoll war, wie immer an Sonntagen, hat sich vor ihr niemand gedrängelt. Umso besser für mich! Aber ich bin mir wieder einmal bewusst geworden, dass Kunstwerke keinen Namen brauchen, um zu wirken. Und wer letztendlich der Künstler ist, ist so wichtig nicht....


  • Ich empfinde es auch so - und auch als Befreiung von seiner Besessenheit, was akademischen Ruhm im Allgemeinen und Lucrezias Schatz im Besonderen angeht.


    So gesehen hat er, Bernstein, alles richtig gemacht? Er musste diesen seinen Weg gehen, wie zweifelhaft auch immer er war, um zu einem ganz besonderen Frieden und Glück zu finden? Wie gesagt, meine Gefühle sind da so zwiegespalten wie diejenigen, die ich Bernstein entgegenbringe.



    Das hatte für mich einen besonderen Reiz, zwei Absender zu haben, die Gemma aus ihrer Komfortzone aufbrechen lassen. :)


    Dass die Nachrichten an Gemma von zwei verschiedenen Absendern kamen, war mir überhaupt nicht klar - also kam es dann als große Überraschung, als Linda/Morgan beiläufig erwähnte da oben auf der Aussichtsplattform, dass es ein Leichtes für sie war, alles über Gemma herauszufinden, was sie wollte....

  • Der Sturm:
    Normalerweise wären Gemma und Sisley schon längst auf dem Festland, aber Gemma scheint der Hurrican gar nicht zu interessieren. Das Monument ist geschlossen, Sisley bemerkt es zwar, aber Gemma wird zum Abenteurer, schließlich geht es um ihren Dad, irgendwann konnte Sisley nicht mehr weiter, seine Angst lähmten ein logisches Handeln, lähmten seine Beine, aber irgendwie habe ich schon erwartet, dass ihm Gemma wichtiger ist als seine Zwänge, da hat er sein Inneres
    irgendwie überlistet..und er hat mich nicht enttäuscht, als die Krise sich zuspitzte, Morgan auch noch Gemma verletzen wollte, da war er zur Stelle. Boing..
    Und was sagt man dazu, die beiden Frauen kennen sich, sie sind Kolleginnen, nur das "Morgan" sich von Gemma nicht genug beachtet gefühlt hat etc..Ich fand das auch ziemlich neurotisch und dann diese Besessenheit, die der Großvater auf sie übertragen hatte..
    Das war ein richtiger Showdown. Respekt!


    Ah, ich hab so viele Antworten auf meine Fragen erhalten..
    Lucrezias letzter Wunsch..sie wollte als schöne Frau gemalt werden, das war es, als sie sagte, sie würde es nicht mehr sehen können.
    Sandro die Juwelen zu geben und ihr Vermächtnis war eine geniale Idee, das Bild war gespickt mit Hinweisen. Gemmas Vater konnte das Bild "lesen", wie ich schon sagte, er hat das Rätsel gelöst und gehandelt, der alte Andicott nicht.
    Das muss ihn bis ins Grab verfolgt haben, hat seine Enkelin damit angesteckt.
    Sie hat vielleicht wirklich geglaubt, ihr wurde etwas gestohlen, aber der Wahnsinn sprach aus ihren Worten und Taten, sie hatte wohl eine völlig verschobene Wahrnehmung der Realität.


    Bei Gemma löste sich ein Knoten, sie hat in den letzten Tagen so viel auf die Beine gestellt und durchgestanden, sie war schon ganz unten, sortiert sich jetzt neu.
    Ich glaube nicht, dass dadurch alle ihre Probleme gelöst sind, aber es ist schon ein wenig wie ein "Reset-Knopf", ein "Reboot"..
    Sie konnte ihrem Vater all das an den Kopf schleudern, wie sie es gerne all die Jahre getan hätte, aber ein Toter hat die beste Ausrede..


    Sie kauft sich ein Häuschen auf Hawaii..das gefällt mir..Dad muss drauf aufpassen und ist nicht mehr obdachlos..(Ob sie ihn warnt keine Partys zu machen??)
    Das ist ein guter Neuanfang und er vergibt sich dabei nichts.


    Das Zusammenspiel von Sisley und Gemma war wirklich klasse.

  • Die verschwundene Brosche ist auch aufgeklärt, Robert hat sie immer vorgeholt, damit seine Muse Kontakt zu ihm aufnimmt..er hat sie weggeschmissen und sich dabei für die Liebe zu Elizabeth entschieden. Er dachte wohl, beides könne er nicht haben, soviel Glück stünde keinem Einzelen zu..hat mit gefallen.


    Lucrezia hatte letztendlich doch zwei Gefährten gefunden, Sandro und den Doktor.
    Ihr Vater fand einen Weg um sich an ihrem Gemahl zu rächen..
    In drei Ehen schaffte es der "nasse Fisch" nicht sich fortzupflanzen, ich denke, er war impotent. Wo doch soviel auf dem Spiel stand, frage ich mich nur, warum er keinen "Ersatz-Zeuger" gesucht hat, das hätte ja keiner gemerkt..für so gerissen halte ich ihn schon..Aber wer weiß..


    Wegen Lucrezias Ich-Form:
    Soll ich die Frage jetzt noch einmal stellen, oder sie mir selber geben?
    Lucrezia war der Ausgangspunkt, die Brücke zwischen den Welten, ihr Geist hat das Buch und seine Leser gelenkt. Es ist, als hätte sie immer gewusst, dass ihr eines Tages Gerechtigkeit widerfährt. Als das Buch zu Ende war, die Hand die letzte Seite umschlug, da war es wie ein letzter Atemzug.


    Riposa in pace, Lucrezia

  • Als Gemma endlich auf ihren Vater traf, war ich etwas zwiegespalten. Verständlich, dass da nach so vielen Jahren im Prinzip zwei fremde Menschen aufeinander treffen. Trotzdem hätte ich gedacht, dass da mehr Emotionen im Spiel sein würden. Auch die Beweggründe von Clifforth fand ich nicht gerade sympathisch. Irgendwie ein komischer Kauz. Nun ja, seine Tochter ist ja auch nicht besser, nur mit dem Unterschied, dass SIE wirklich einen guten Grund dazu hat. Immerhin schließt sie Frieden mit sich und ihrem Vater und unterstützt ihn. Und sie ist an dieser Geschichte gewachsen.



    Lucrezia war der Ausgangspunkt, die Brücke zwischen den Welten, ihr Geist hat das Buch und seine Leser gelenkt. Es ist, als hätte sie immer gewusst, dass ihr eines Tages Gerechtigkeit widerfährt. Als das Buch zu Ende war, die Hand die letzte Seite umschlug, da war es wie ein letzter Atemzug.
    Riposa in pace, Lucrezia


    Das hast Du schön geschrieben und so habe ich es auch empfunden.



    So sagt man! Wobei ich mutmaße, dass auch noch etwas anderes eine Rolle gespielt hatte bei Sisleys Über-sich-Hinauswachsen, er konnte nicht da unten sitzen, gefangen in Angst und Panik vor schwindelerregenden Höhen. Er hat es auch um seiner Selbstachtung willen getan.


    Ich denke, dass es sicherlich eine Mischung von Beidem war. So oder so war das ein großer Schritt und eine große Überwindung. Das hätte sicherlich nicht jeder geschafft.




    den "Farben" geht! :winken:


    Ich persönlich traue ihr da auch nicht über den Weg, ebenso wenig wie Gemma es tut. Ich finde es deshalb beruhigend, dass sie bezüglich des (doppelten) Schatzes so widerfährt, wie sie es dann tut.


    Ehrlich gesagt fand ich das auch etwas unglaubwürdig. Wenn man so versessen auf einen Schatz ist, gibt man nicht einfach auf, auch wenn es an dieser Stelle sicherlich vernünftig war. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es einen weiteren Anlauf ihrerseits geben könnte.



    Damit bist Du, auch was mich betrifft, nicht ganz alleine: Auch ich hatte zwischendurch immer mal meine liebe Not, das 'abzuraffen', was Barrett/Browning nun mit den beiden anderen Erzählsträngen zu tun haben und sie miteinander zu verknüpfen.


    Ich persönlich hätte sie nicht gebraucht. Mich berührten sie kaum. Auch am Ende, wo Robert sich für Elizabeth bzw. die Liebe entschied und den Malachit ins Wasser warf, sprang bei mir kein Funke über. In diesem Buch war ich eindeutig der Lucrezia-Fan.



    Gerade mit diesem von Dir angesprochenen Part habe auch ich mich recht schwer getan - und bis zum Ende nicht wirklich verstanden, wie es Gemma und Sisley möglich war, nicht nur die kryptischen Hinweise zu verstehen, irgendwie zumindest, und dann auf die Schussfolgerungen zu kommen, die sie letztendlich daraus gezogen haben.
    Ja, passives Hinterherhinken, das umschreibt auch mein Lesegefühl ganz gut. Das ist doch ganz schön frustrierend....


    Mir ging es ehrlich gesagt genauso. Am Anfang habe ich noch versucht, gedanklich mitzukommen und den Hinweisen zu folgen. Irgendwann habe ich aufgegeben und ich habe es nicht mehr wirklich mit dem Verstand aufgefasst. Das hatte leider bei mir zur Folge, dass ich mich zeitweise beim Lesen ein wenig gelangweilt habe. Vermutlich fehlte mir einfach der passende Intellekt oder das Wissen dazu.


    Auch wenn ich mit dem einen oder anderen ein wenig Schwierigkeiten hatte, so gefiel mir das Buch durchaus ganz gut. Die anderen Bücher, die ich von Nicole gelesen habe, haben mich allerdings wesentlich mehr in den Bann gezogen. Vielleicht lag es am Thema, Kunst und Kunstgeschichte sind so gar nicht mein Ding.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen


  • Ich habe sie gestern besucht, die grüne Dame - und obwohl das Städel übervoll war, wie immer an Sonntagen, hat sich vor ihr niemand gedrängelt. Umso besser für mich!


    Das ging mir auch jedes Mal so, wenn ich sie besucht habe.



    Aber ich bin mir wieder einmal bewusst geworden, dass Kunstwerke keinen Namen brauchen, um zu wirken. Und wer letztendlich der Künstler ist, ist so wichtig nicht....


    Ja, das empfinde ich auch so. Und unabhängig von diesem Roman kann ich das auch gut für mich stehen lassen, ob der Maler nun Kempeneer hieß oder einen anderen Namen trug.



    So gesehen hat er, Bernstein, alles richtig gemacht? Er musste diesen seinen Weg gehen, wie zweifelhaft auch immer er war, um zu einem ganz besonderen Frieden und Glück zu finden? Wie gesagt, meine Gefühle sind da so zwiegespalten wie diejenigen, die ich Bernstein entgegenbringe.


    So meinte ich das nicht. Er hat sogar sehr viel falsch gemacht, indem er diesen Weg ging - aber er hat genau das begriffen und daraus (oder dadurch) gelernt.




    Bei Gemma löste sich ein Knoten, sie hat in den letzten Tagen so viel auf die Beine gestellt und durchgestanden, sie war schon ganz unten, sortiert sich jetzt neu.
    Ich glaube nicht, dass dadurch alle ihre Probleme gelöst sind, aber es ist schon ein wenig wie ein "Reset-Knopf", ein "Reboot"..


    Nein, sie hat noch einen ganz schön langen Weg vor sich (zumal Zwänge sich als sehr hartnäckig erweisen) - aber der Anfang ist jetzt gemacht, durch und nach dieser Reise.



    Ihr Vater fand einen Weg um sich an ihrem Gemahl zu rächen..


    Das fand ich ein ganz spannendes Detail, wie Cosimo Alfonso die begehrte Braut für Lucrezias Bruder wegschnappte. Was natürlich nicht mit Lucrezias Tod zusammenhängen muss - aber mir gefällt diese Vorstellung ...



    In drei Ehen schaffte es der "nasse Fisch" nicht sich fortzupflanzen, ich denke, er war impotent. Wo doch soviel auf dem Spiel stand, frage ich mich nur, warum er keinen "Ersatz-Zeuger" gesucht hat, das hätte ja keiner gemerkt..für so gerissen halte ich ihn schon..Aber wer weiß..


    Ich könnte mir vorstellen, dass ihm da sein Stolz im Weg stand - allein wenn ich mir vorstelle, das hätte jemand im Castello mitbekommen, Renaissance-Höfe hatten tausend Augen und Ohren ...



    Wegen Lucrezias Ich-Form:
    Soll ich die Frage jetzt noch einmal stellen, oder sie mir selber geben?
    Lucrezia war der Ausgangspunkt, die Brücke zwischen den Welten, ihr Geist hat das Buch und seine Leser gelenkt. Es ist, als hätte sie immer gewusst, dass ihr eines Tages Gerechtigkeit widerfährt. Als das Buch zu Ende war, die Hand die letzte Seite umschlug, da war es wie ein letzter Atemzug.


    Ja, so war es - und sehr sehr, schön von Dir gesagt, SABO.
    Ich hatte von Anfang an Lucrezias Stimme im Ohr und wusste: so muss ich sie schreiben, diese Stimme muss ich in Worte fassen.



    Riposa in pace, Lucrezia


    :herz:



    Auch die Beweggründe von Clifforth fand ich nicht gerade sympathisch. Irgendwie ein komischer Kauz.


    Ja, das ist er, ganz zweifellos.




    Ehrlich gesagt fand ich das auch etwas unglaubwürdig. Wenn man so versessen auf einen Schatz ist, gibt man nicht einfach auf, auch wenn es an dieser Stelle sicherlich vernünftig war. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es einen weiteren Anlauf ihrerseits geben könnte.


    Für den Moment hat sie aufgegeben, ja, weil ihr in der Situation nichts anderes übrig blieb. Für mich schwang da auch mit, dass damit aus ihrer Sicht noch nicht aller Tage Abend ist.



    Auch wenn ich mit dem einen oder anderen ein wenig Schwierigkeiten hatte, so gefiel mir das Buch durchaus ganz gut. Die anderen Bücher, die ich von Nicole gelesen habe, haben mich allerdings wesentlich mehr in den Bann gezogen. Vielleicht lag es am Thema, Kunst und Kunstgeschichte sind so gar nicht mein Ding.


    Das tut mir natürlich sehr leid, dass die Thematik und auch die Umsetzung nicht so deines war! :winken:

  • So, als Schlusslicht bin ich nun auch mit dem Roman fertig geworden. ;D
    Alles hat sich zufriedenstellend geregelt, die drei Handlungsstränge sind am Ende zu einer Einheit geworden. Für mich war das vor allem mit Lucrezias Teil an der Geschichte sehr intensiv und berührend.



    Sabo, das hast du wunderbar geschrieben, und das trifft auch genau mein Empfinden von diesem Handlungsstrang. Lucrezias Schicksal ist mir nahe gegangen, und die Ich-Form war wohl auch aus dem Grund, weil es sich um Lucrezias eigene Aufzeichnungen gehandelt hat.


    Tja, das Versteck im Lüftungsschacht war schon genial! Wie Gemma sich entschieden hat, mit dem Schatz zu verfahren, ist sehr vernünftig und passt gut zu ihr. Wenn man bedenkt, was die Ärmste in all den Jahren gelitten hat, woran letztendlich ja dieser Schatz schuld war, dann kann ich nur allzu gut verstehen, dass sie möglichst Abstand dazu gewinnen möchte, schon um sich und auch ihren Vater zu schützen.


    Dass Clifford sich erst nach all den Jahren dazu entschlossen hat, mit Gemma Kontakt aufzunehmen, ist unverzeihlich für einen Vater, noch dazu, wo die Kleine ja beide Elternteile auf einmal verloren hat. Aber irgendwie kann ich seine Beweggründe doch auch nachvollziehen. Er wusste, dass er nach den Ereignissen nicht mehr in sein bisheriges "normales" Leben zurück konnte, und all die Jahre war er nirgends sesshaft, sondern ließ sich treiben und war obdachlos. Was hätte er Gemma da bieten können? So wusste er sie bei ihrer Großmutter gut aufgehoben, und aus seiner rationalen Sicht war das gut so. Er scheint sie ja doch stärker beobachtet zu haben.
    Ich finde es schön, dass Gemma und ihr Vater doch in gewisser Weise aufeinander zugehen konnten. Ihr wird hier noch einmal viel Stärke abverlangt, aber ich denke, sie kann ihm vergeben. Wieviel ihr an dem (fast) fremden Mann doch liegt und dass sie sich um ihn sorgt, hat sie wohl gemerkt, als sie ihn, bei dem Treffen mit Linda, dort verletzt vorfindet.
    Bei diesem Showdown, der laut Sisley gar keiner ist, ging alles ziemlich schnell. Sisley ist über sich hinaus gewachsen, weil er Gemma in Gefahr sah. Dass Linda sich dann so schnell hat "abfertigen" lassen, hat mich ein wenig gewundert, aber ohne ihr Messer war sie wohl nicht mehr handlungsfähig.
    Dass Linda hinter einigen negativen Ereignissen in Gemmas Umfeld steckte, ist mir vorher gar nicht bewusst geworden, obwohl es ja versteckte Hinweise gab, zumindest bei der Sache mit dem Motorradfahrer. Ich frage mich nur, war es nicht leichtsinnig, diese Fanatikerin einfach gehen zu lassen? Sie könnte ja immer wieder in Gemmas Leben aufkreuzen und Unfrieden stiften, und sie ist ja der Meinung, Gemma hätte den Schatz. Dass Gemma diesen längst aus ihrem Umfeld entfernt und sicher untergebracht hat, weiß Linda ja nicht. Ich denke, da können wir uns selbst noch ein wenig zusammenspinnen.
    Dieses Weiterspinnen der Geschichte wird mir aber besonders mit Gemma und Sisley Spaß machen, denn die Beziehung der beiden steht ja noch ganz am Anfang. Liebe Nicole, das hast du wunderbar in Worte gefasst, mit dem neuen Land, das Gemma und Sisley betreten und von dem sie nicht wissen, was sie dort vorfinden werden.
    Für uns ist die Geschichte zu Ende, für das junge (sehr außergewöhnliche) Paar beginnt nun eine neue, hoffentlich glückliche!


  • Auch wenn ich mit dem einen oder anderen ein wenig Schwierigkeiten hatte, so gefiel mir das Buch durchaus ganz gut. Die anderen Bücher, die ich von Nicole gelesen habe, haben mich allerdings wesentlich mehr in den Bann gezogen. Vielleicht lag es am Thema, Kunst und Kunstgeschichte sind so gar nicht mein Ding.


    Bei mir gibt es ja immer ein allgemeines Ranking. Also, wie gefällt mir das Buch im Vergleich zu anderen seines Genres.
    Und dann noch das spezielle. Wie gefällt mir das Buch im Vergleich zu den anderen Romanen der AutorIN.


    Mein Liebling bleibt weiterhin "Unter dem Safranmond" gefolgt vom "Botaniker". Die haben bei mir die volle Punktzahl bekommen.


    Beim Genrevergleich tue ich mir diesmal etwas schwer, weil ich da zögere, wo ich es einordnen soll. Ich vergleiche es also kurzerhand mit Dan Brown. Und da schneidet es gut ab, denn sowohl historisch als auch spannungsmäßig ist es vorne dabei. Und im Gegensatz zu Dan Brown, der das Zwischenmenschliche nicht so drauf hat, ist bei Nicole ja eine wunderschöne Liebesgeschichte mit dabei. Also... bei mir alles gut. ;)


  • ..und die Ich-Form war wohl auch aus dem Grund, weil es sich um Lucrezias eigene Aufzeichnungen gehandelt hat.


    Danke Klusi, das war mein fehlendes Puzzleteil, natürlich die Aufzeichnungen..als hätte man ihre Gedanken gehört, während sie sie verfasste. :-*


  • Ich finde es schön, dass Gemma und ihr Vater doch in gewisser Weise aufeinander zugehen konnten. Ihr wird hier noch einmal viel Stärke abverlangt, aber ich denke, sie kann ihm vergeben. Wieviel ihr an dem (fast) fremden Mann doch liegt und dass sie sich um ihn sorgt, hat sie wohl gemerkt, als sie ihn, bei dem Treffen mit Linda, dort verletzt vorfindet.


    Wie Du so treffend geschrieben hast: es ist unverzeihlich, wie er sich Gemma gegenüber verhalten hat. Das weiß er, und Gemma empfindet es auch so. Und dieser Moment oben am Diamond Head, als sie ihn verletzt vorfindet - der wird dann auch wirklich für Gemma zu dem Punkt, an dem sie ihm gegenüber einen anderen Kurs einschlagen kann.



    Ich frage mich nur, war es nicht leichtsinnig, diese Fanatikerin einfach gehen zu lassen? Sie könnte ja immer wieder in Gemmas Leben aufkreuzen und Unfrieden stiften, und sie ist ja der Meinung, Gemma hätte den Schatz. Dass Gemma diesen längst aus ihrem Umfeld entfernt und sicher untergebracht hat, weiß Linda ja nicht. Ich denke, da können wir uns selbst noch ein wenig zusammenspinnen.


    Mit Sicherheit war das leichtsinnig - ich meine aber auch: großmütig. Und meinem Empfinden nach ist es genau das, was Linda einknicken lässt ...


    Zusammenspinnen fände ich ganz toll! Ich stelle mir ja Lindas Gesicht vor, wenn sie irgendwann in der Presse vielleicht über die prächtige Ausstellung von Lucrezias Juwelen liest, die Cesare in den Uffizien organisiert hat ... (Und ob Linda dann vielleicht einen ähnlichen Coup plant wie die Gauner neulich mit den Maharaja-Juwelen in Venedig?)



    Dieses Weiterspinnen der Geschichte wird mir aber besonders mit Gemma und Sisley Spaß machen, denn die Beziehung der beiden steht ja noch ganz am Anfang. Liebe Nicole, das hast du wunderbar in Worte gefasst, mit dem neuen Land, das Gemma und Sisley betreten und von dem sie nicht wissen, was sie dort vorfinden werden.


    Dankeschön. :)



    Bei mir gibt es ja immer ein allgemeines Ranking. Also, wie gefällt mir das Buch im Vergleich zu anderen seines Genres.
    Und dann noch das spezielle. Wie gefällt mir das Buch im Vergleich zu den anderen Romanen der AutorIN.


    Mein Liebling bleibt weiterhin "Unter dem Safranmond" gefolgt vom "Botaniker". Die haben bei mir die volle Punktzahl bekommen.


    Beim Genrevergleich tue ich mir diesmal etwas schwer, weil ich da zögere, wo ich es einordnen soll. Ich vergleiche es also kurzerhand mit Dan Brown. Und da schneidet es gut ab, denn sowohl historisch als auch spannungsmäßig ist es vorne dabei. Und im Gegensatz zu Dan Brown, der das Zwischenmenschliche nicht so drauf hat, ist bei Nicole ja eine wunderschöne Liebesgeschichte mit dabei. Also... bei mir alles gut. ;)


    Ach. Wow. Was ein Kompliment - danke! :-[


    (Und die "Farben" sind ja durchaus auch in jeder Hinsicht Meilen vom Safranmond und dem Botaniker entfernt ...)


  • Wie Du so treffend geschrieben hast: es ist unverzeihlich, wie er sich Gemma gegenüber verhalten hat. Das weiß er, und Gemma empfindet es auch so. Und dieser Moment oben am Diamond Head, als sie ihn verletzt vorfindet - der wird dann auch wirklich für Gemma zu dem Punkt, an dem sie ihm gegenüber einen anderen Kurs einschlagen kann.


    Diamond Head habe ich wirklich als glasklaren Wendepunkt wahrgenommen: einerseits bringt diese ganze Suche Gemma an ihre Grenzen und über sie hinaus, aber sie schenkt ihr persönlich eben nicht nur schmerzliche Erkenntnisse, sondern auch eine Chance. Auch wenn Clifford inzwischen 70 ist und vieles in der Vergangenheit unverzeihlich ist - es ist nicht zu spät, dass Gemma die Verbindung zu ihrem Vater trotz allem aufnehmen kann. Das ist in meinen Augen natürlich nur ob seiner Reue möglich und ich bin mir sicher, dass dieser gemeinsame Weg für Gemma letztlich nur gut sein kann.

  • Also ich muss schon sagen, dass mich dieses Buch wirklich beeindruckt hat! Ich wäre nicht darauf gekommen, dass Linda die Enkelin von Professor Andicott ist. Irgendwie ein seltsames Gefühl, dass Gemma nicht nur von ihrem Vater beobachtet wurde, sondern auch von ihrer Kollegin, die sie niemals in Betracht gezogen hätte.


    Tragisch ist, dass Clifford Bernstein seine Familie damals unwissentlich in Gefahr gebracht hat. Ich kann nachvollziehen, dass sein wissenschaftlicher Drang so groß war, dass er einem Schatz auf die Spur gekommen ist und gebe ihm keine Schuld an den Geschehnissen in Italien. Aber dass er Gemma dann im Stich lässt, sie ihren schrecklichen Eindrücken und Ängsten überlässt, finde ich unverzeihlich. Ja, klar, er weiß sie in den guten Händen der Großmutter - aber trotzdem, der eigene Vater ist nicht einfach so zu ersetzen. Zumal ich mir fast sicher bin, dass sich Gemmas Angststörungen nicht so entwickelt hätten, hätte sie nur geahnt, dass nicht nur sie alleine dem Feuer entkommen ist. Ich hoffe sehr, dass sich Gemma und Clifford die Chance erarbeiten und einiges gerade rücken können.


    Gemma ist während dieser ganzen Suche über sich hinausgewachsen. Besonders genial fand ich dabei den Weg, den sie gefunden hat, damit ihr Vater nicht entdeckt wird, aber die ganze Geschichte dennoch irgendwann ans Licht kommt. Quasi ein Geniestreich!


    Tja, und Sisley und Gemma... mir gefällt die Idee, dass die beiden sich Raum und Zeit lassen, nur zu gut. Zwei ungewöhnliche Charaktere, die sich beide über die Maßen schätzen und verstehen - ein mehr als guter Anfang, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. :herz:


    Ich weiß gar nicht, was genau ich vor der Lektüre erwartet habe. Nicoles Romane sind für mich keine Frage - und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. "Die Farben der Erinnerung" hat mich überrascht, mich spannend unterhalten und am Ende trotz allem glücklich gemacht. Denn auch wenn Gemma mit ihrem Leben zu kämpfen hat, am Ende gibt es ein realistisches, gutes Ende. Ein toller Roman!


  • Tragisch ist, dass Clifford Bernstein seine Familie damals unwissentlich in Gefahr gebracht hat. Ich kann nachvollziehen, dass sein wissenschaftlicher Drang so groß war, dass er einem Schatz auf die Spur gekommen ist und gebe ihm keine Schuld an den Geschehnissen in Italien. Aber dass er Gemma dann im Stich lässt, sie ihren schrecklichen Eindrücken und Ängsten überlässt, finde ich unverzeihlich. Ja, klar, er weiß sie in den guten Händen der Großmutter - aber trotzdem, der eigene Vater ist nicht einfach so zu ersetzen. Zumal ich mir fast sicher bin, dass sich Gemmas Angststörungen nicht so entwickelt hätten, hätte sie nur geahnt, dass nicht nur sie alleine dem Feuer entkommen ist.


    Das hätte für sie sicher einen Unterschied bedeutet, ja.
    Für mich war das eine ganz spannende Thematik, dass Clifford sich derart in seine Schatzsuche verbissen hat, dass er trotz dieser fatalen Folgen nicht loslassen kann. Und wie es dann für Gemma ist, mit dieser Wahrheit und den dadurch erlittenen Verletzungen umzugehen.




    Ich weiß gar nicht, was genau ich vor der Lektüre erwartet habe. Nicoles Romane sind für mich keine Frage - und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. "Die Farben der Erinnerung" hat mich überrascht, mich spannend unterhalten und am Ende trotz allem glücklich gemacht. Denn auch wenn Gemma mit ihrem Leben zu kämpfen hat, am Ende gibt es ein realistisches, gutes Ende. Ein toller Roman!


    Dankeschön. :-[


  • Ja, so war es - und sehr sehr, schön von Dir gesagt, SABO.
    Ich hatte von Anfang an Lucrezias Stimme im Ohr und wusste: so muss ich sie schreiben, diese Stimme muss ich in Worte fassen.


    Diesen Eindruck hatte ich auch, Lucrezia, bzw ihre Stimme verlieh dem Buch eine gewisse Eigendynamik, dass musste einfach raus.
    (Ich habe es auch in die Rezi mit eingebaut..)


    Sorry aber manchmal spielt einem die Erinnerung einen Streich und da ich das Buch mit einem "Hach" beendet hatte, wollte ich nicht mehr darin herumkramen..wenn es also nicht stimmt, bitte sagen, dann ändere ich es.
    Tatsächlich war ich mir seltsamerweise beim Schreiben der Rezi nicht mehr ganz sicher, wie Browning auf Lucrezia aufmerksam wurde, war es nachdem er in der "Knochenkammer"den grünen Stein fand oder sah er ein Gemälde. Da war ich so fasziniert von Lucrezia, aber ausgerechnet da, finde ich einen "Blinden Fleck" anstatt einer konkreten Erinnerung..
    :-[
    Liebe Grüße, SABO