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  • Mh, ich hab mir das jetzt auch noch mal durchgelesen. Schon komisch, aber ich vermute das in Sophias Träumen alles miteinander verbunden wird. Reales , sowie auch ihre innersten Wünsche.

  • Die unmenschliche Hinrichtung der armen Katrina, für die ich keine Worte vor Abscheu über das finde, was Menschen einander anzutun imstande sind, hat ein Gutes ( sofern in einem solchen Zusammenhang davon überhaupt die Rede sein kann ): Sofia, die Schumann, denjenigen also, auf dessen Konto das Schicksal Katrina ging, ungesehen beobachtet hat, erkennt, wer sich wirklich hinter der glatten Fassade verbirgt und nimmt Abstand von ihm als zukünftigen Ehemann. Dabei fiel mir ein Stein vom Herzen.
    Doch wird es nun nicht besser, denn Schumann verfolgt Niklas, der durch die unerwartete Erbschaft zu einem bescheidenen Wohlstand kommt, mit seinem Hass und macht ihm nicht nur das Leben schwer, sondern lässt ihn von dem völlig moralfreien Subjekt Kunz am Ende umbringen!
    Ja, der fünfte Abschnitt endet mit einem Paukenschlag - und ich möchte gerne glauben, dass Niklas den Sturz ins Wasser überlebt hat, halte es aber für unwahrscheinlich, so schwer verletzt wie er offensichtlich war.
    Eine furchtbare Entwicklung der Dinge, eine Katastrophe für Sophia, deren Zukunft mit Niklas für sie so klar, so sicher, so selbstverständlich war.


    Noch aber ist der Roman nicht zu Ende, knappe hundert Seiten liegen noch vor uns, auf die ich mit einiger Beunruhigung blicke und gleichzeitig mit der Hoffnung, dass Schumann sich irgendwie und möglichst bald selber entlarvt vor den Augen der Ratsherren, die so große Stücke auf ihn halten.
    Nach Katrinas Schicksal, für das Schumann sich nicht im Geringsten verantwortlich fühlt, müsste nun die Höchststrafe für ihn kommen, müsste er in den Fallstricken des Teufels erhängen. Doch Typen wie dieser Schuft kommen in der Regel ungeschoren davon, werden keiner irdischen Gerechtigkeit zugeführt. Es steht zu befürchten, dass Schumann weiter nichts geschehen wird, dass er aber noch reichlich Gelegenheit haben wird, sich an Sophia für die Zurückweisung seiner Person zu rächen.


    Und schließlich müssen ja noch die Morde an dem Tischler und dem Seiler aufgeklärt werden! Bockewirths Mörder war - ich glaube, das wissen wir doch ziemlich sicher - Kunz. Zumindest hat er es Schumann gegenüber zugegeben. Noch immer halte ich meine Theorie vom großen Unbekannten aufrecht, wiewohl auch Weyners Tod nicht auf jenen zurückgeht, sondern eindeutig ein Unglücksfall war.


    Und da "das Buch" wieder ins Zentrum der Handlung rückt, ist davon auszugehen, dass in ihm der Schlüssel für die Geschehnisse in Pirna, die ich hier mit Spannung verfolge, liegt.
    Interessant ist Sophias Idee, eine Frau könnte bei dem Verfassen dieses rätselhaften Werkes beteiligt gewesen sein, wenn wahrscheinlich auch nur als diejenige, die die Zeichnungen so meisterhaft ausgemalt hat. Niklas war jedenfalls sehr begeistert von den Farben und ihrer Komposition.


    Noch immer kann ich mir keinen rechten Reim auf das Buch machen. Ja, es soll um ein Rezept gehen, mit dem man ewiges Leben erlangen kann, wenn Bruder Johannes keinen verwirrten Unsinn gebrabbelt hat. Aber ansonsten regt sich meine Phantasie nicht. Da ist irgendetwas, das ich, das wir, die wir den Roman lesen, das auch Sophia, der Magister und wer sonst noch von dem Buch weiß, übersehen haben....
    Die letzten hundert Seiten werden das Rätsel hoffentlich auflösen! Oder wird es etwa doch mit in den zweiten Band genommen?


  • Mit Deiner Antwort auf die Frage, ob Anstiftung zum Mord auch geahndet wurde, hast Du meine letzte Hoffnung begraben, dass Kunz gegen den Stadtschreiber aussagt! Ihm hätten sie eventuell mehr geglaubt als Katrina! ( ... ) Ich suche noch immer nach einer Möglichkeit, Schumann seiner gerechten Strafe zuzuführen... und mir fällt nix ein! :'(


    Warum sollte er nicht gegen Schumann aussagen, wenn man seiner habhaft wird ( ich glaube wirklich nicht, dass dieses Unkraut mit Niklas zusammen untergegangen ist! )? Unter der Folter würde er gestehen.
    Und Katrina - hat sie eigentlich jemals Schumann beschuldigt? Oder hat sie die ganze Zeit über das, was sie unter ihm zu erleiden hatte, geschwiegen? Hat man sie überhaupt nach dem Vater des Kindes gefragt?


  • ( ... ) Am Anfang des Abschnitts war ich froh, dass Sophia Wolf so gut bei Katrinas Hinrichtung beobachtet hat und sie die richtigen Konsequenzen daraus gezogen und ihm eine Abfuhr, was die Verlobung angeht, erteilt hat.


    Auf genau so etwas hatte ich die ganze Zeit gehofft, da ja klar war, dass Sophia keineswegs auf den Kopf gefallen ist. Und schließlich ist es zu meiner Genugtuung auch eingetreten.



    ( ... ) Meine bange Frage war, wird auch er Sophia letztendlich die Entscheidung überlassen oder würde er auf eine Verbindung zu dem Stadtschreiber drängen, weil das aus seiner Sicht eine ausnehmend gute Partie für seine Nichte darstellen würde?
    ( ... ) Und nun stelle ich mir natürlich die Frage, wie wird der Vormund nach Niklas' Tod entscheiden, wenn nur noch Schumann als williger Kandidat in Frage kommt?


    War der Leipziger Onkel nicht ein ganz umgänglicher Mensch, von sanftem Gemüte ( im Gegensatz zu seinem Eheweib ;))? Also - ich sehe da berechtigten Grund zur Hoffnung, dass er keinen Druck auf Sophia ausüben wird.



    ( ... ) Es ist echt ein Kreuz mit den Standesunterschieden, dass Marten und Maria deswegen nicht zusammenkommen können.


    Wobei ich hier glaube, dass es eher Maria ist, die Marten eine Absage erteilt hat. Marten, so schätze ich ihn ein, macht sich nicht so viel aus den Standesunterschieden.


    Der einzige winzige Trost an der ganzen Geschichte ist, dass es Kunz ebenfalls erwischt hat.


    So sieht es wenigstens aus! Doch habe ich das Gefühl, dass der Kerl sieben Leben hat und durchaus imstande ist, noch eins draufzusetzen. Da sind ja noch gut und gerne hundert Seiten zu lesen....



    Ich hoffe jetzt, dass Sophia Schumann gegenüber deutlich misstrauischer wird, wenn er nochmal um ihre Hand anhalten wird, denn eines ist klar, ein Unfall war das diesmal eindeutig nicht – Schumann hat somit sein Ziel nicht erreicht, dass Niklas' Tod wie ein Unfall aussehen sollte.


    Hier bin ich guter Hoffnung! Die Abfuhr, die Sophia dem Schleimer Schumann erteilt hat, war eine eindeutige. Sie ist niemand, der Rückzieher macht.


  • Ja, dass das Stadtschwein immer wieder eine Rolle spielt, find ich auch witzig ;D


    Tetzel und das bissige, bösartige Stadtschwein passen wie die Faust aufs Auge! Ich mag dieses Schwein, vor dem alle einen Heidenrespekt haben - aus der Ferne freilich, denn begegnen möchte ich ihm nicht...



    Du hast recht, Maria ist freier als Sophia, muss aber deutlich mehr kämpfen, um sich einigermaßen durchschlagen zu können.


    Wer würde aber, aus heutiger Sicht gesehen, nicht doch lieber mit Maria tauschen wollen als mit Sophia, frage ich mich! Ich müsste da nicht lange überlegen.... :)


  • Mh, ich hab mir das jetzt auch noch mal durchgelesen. Schon komisch, aber ich vermute das in Sophias Träumen alles miteinander verbunden wird. Reales , sowie auch ihre innersten Wünsche.


    Kessis Erklärung scheint mir sehr plausibel zu sein. Dennoch bleibt die Möglichkeit, dass die Mutter wusste, wie das Buch zu codieren war! Obwohl wir wenig von ihr wissen, weist das, was gelegentlich über sie gesagt hat, auf eine kluge Frau hin. Und - war ihr Vater nicht der Schulmeister von Pirna?

  • Hmmm... im realen Leben wäre das auch meine erste Annahme. Dass Sophia hier in ihrem Traum Reales und ihre Wünsche miteinander verbindet.
    Aber das ist halt nicht das reale Leben, sondern ein fürchterlich spannender Roman.
    Und da bin ich auf der Suche nach Hinweisen aller Art... :verlegen:

  • Und mal wieder ein sehr emotionaler Abschnitt, wo es richtig zur Sache geht... Dann mal zu den ersten sechs Kapiteln.


    Gott sei Dank, Sophia erteilt Schumann eine Absage und leider ist es auch klar, dass er das nicht so ohne weiteres hin nimmt. Wie ich in einschätze, waren die Angriffe gegen Niklas erst der Anfang. Mal wieder zeigt sich sein Charakter, als er bei der Ermordung Katrinas völlig ruhig bleibt und sogar so etwas wie Genugtuung empfindet. Hoffentlich bekommt er bald, was er verdient.


    Die heimliche Verlobung von Niklas und Sophia freut mich wirklich und es ist schön, wie alle das einfach so hinnehmen, als hätten sie sowas schon geahnt... :)


    Sind Heuschreckenplagen im Mittelalter wirklich überliefert, Heike? Aber klar, dass sowas als Strafe Gottes angesehen wird, schließlich ist das eine der biblischen Plagen...


    Das haben ja viele Künstler immer wieder gemacht: alltägliches, auch Personen aus ihrem Leben sehr passend in großen und weniger großen Werken verewigt! Und das in Bildern, Statuen oder Gebäuden wiederzufinden, ist überaus spannend!


    In dem Zusammenhang fand ich das Madonnenbild von Niklas schön, dass er für Sophia gemalt hat, mit ihrem Antlitz. Für mich persönlich eine der schönsten Szenen des Buches bislang.

  • In diesem Abschnitt wird es wieder sehr spannend.


    Wie erhofft, bleibt Sophia Schumanns Annäherungsversuchen weiterhin standhaft, sie erteilt ihm sogar sehr direkt eine Absage. Natürlich lässt das dieser nicht auf sich sitzen und lässt seine gekränkte Eitelkeit Niklas spüren, indem er dafür sorgt, dass er in die Fronfeste eingesperrt wird und anschließend hetzt er ihm Kunz auf den Hals. Hinterhältig sind natürlich auch seine Bemühunggen, Niklas' Antrag auf das Bürgerrecht künstlich in die Länge zu ziehen, in dem er die Echtheit der Urkunde aus Grimma anzweifelt.


    Ich frage mich, ob das Aufeinandertreffen von Schumann und Niklas niemand bemerkt hat, Schumann hat ihn ja ordentlich eingeheitzt und ausgerechnet als Schumann sich fallen lässt und das Opfer spielt, sind auf einmal Leute zur Stelle, aber wo waren diese die wenigen Minuten vorher? Oder trauen sich diese nicht, gegen eine angesehene Person auszusagen?
    Andererseits erfahren wir vom Bader, dass Schumann üble Gerüchte in die Welt setzt, nämlich, dass Niklas sich wie ein "reißender Wolf" auf ihn stürzte, eigentlich war es ja andersherum.


    Aber was hat sich Wolf Schumann eigentlich gedacht? In dem er so offensichtlich gegen Niklas intrigiert, treibt er Sophia doch umso mehr von sich weg, anstatt sie zu ihm in die Ehe.


    Es hat war sehr den Anschein, dass Niklas nach dem Sturz von dem Boot umgekommen ist, aber ich hege trotzdem die Hoffnung, dass er irgendwo ans Ufer gespült wurde und er es irgendwie schafft, zu überleben, auch wenn alle Anzeichen momentan dagegen sprechen. Wer hat Niklas den Brief geschrieben? Ich tippe eher auf Schumann, aber andererseit hat er ja Kunz beauftragt, Niklas zu beseitigen, aber sollte dieser in der Lage sein, einen Brief zu verfassen?


    Und dann wird Sophia die nächste Hiobsbotschaft überbracht, ihr Vater ist bei einem Unfall ums Leben bekommen. Nun hat sie neben Niklas auch den zweiten wichtigen Menschen für sie verloren, in dieser scheinbar hoffnungslosen Lage wird sich Wolf sicher als Retter in der Not aufspielen um Sophia in seine Arme zu locken.


    Schön fand ich allerdings, dass zwischen Balthasar und Sophia wieder Frieden herrscht, zumindest hat er sich bei ihr entschuldigt und nun will er sich aus dem Dunstkreis seines Bruders befreien, in dem er nach Merseburg geht, schön, dass er zuvor noch die Sache zwischen ihm und Sophia klären wollte.



    Die Hinrichtung war ja furchtbar – diese Art von Hinrichtung mit den toten Tieren und der lebendigen Schlange plus das Ertränken war mir bisher völlig unbekannt. Wie viele Leben der Stadtschreiber inzwischen schon auf dem Gewissen hat!


    Ja, das war grausam und mit den Tieren wurde dem Ganzen noch eins draufgesetzt. Unglaublich, was es damals für Methoden gab um einen Beschuldigten zu bestrafen. In Katrina trifft es aber einen Unschuldigen.
    Zu diesen Zeiten war es ja ein regelrechtes Schauspiel, einem "Opfer" bei der Hinrichtung zuzuschauen.


  • Ich frage mich, ob das Aufeinandertreffen von Schumann und Niklas niemand bemerkt hat, Schumann hat ihn ja ordentlich eingeheitzt und ausgerechnet als Schumann sich fallen lässt und das Opfer spielt, sind auf einmal Leute zur Stelle, aber wo waren diese die wenigen Minuten vorher? Oder trauen sich diese nicht, gegen eine angesehene Person auszusagen?
    Andererseits erfahren wir vom Bader, dass Schumann üble Gerüchte in die Welt setzt, nämlich, dass Niklas sich wie ein "reißender Wolf" auf ihn stürzte, eigentlich war es ja andersherum.


    Genau das ist so charakteristisch für Schuman (und Leute seines Schlages) - sie nutzen alles aus, lügen und haben dabei auch noch das Gefühl, dass sie völlig im Recht sind. Die Geschichte vom Fechtboden und vor allem Schumanns Gedanken bei Katrinas Hinrichtung beweisen das hinlänglich! Keine Spur von Gewissen, dafür aber die Überzeugung das Recht zu haben, über andere Menschen zu bestimmen. Schrecklich!



    Es hat war sehr den Anschein, dass Niklas nach dem Sturz von dem Boot umgekommen ist, aber ich hege trotzdem die Hoffnung, dass er irgendwo ans Ufer gespült wurde und er es irgendwie schafft, zu überleben, auch wenn alle Anzeichen momentan dagegen sprechen. Wer hat Niklas den Brief geschrieben? Ich tippe eher auf Schumann, aber andererseit hat er ja Kunz beauftragt, Niklas zu beseitigen, aber sollte dieser in der Lage sein, einen Brief zu verfassen?


    Ein klein wenig hege ich auch die Hoffnung, aber irgendwie würde mir dieses tragische Ende dieser Liebesgeschichte gut gefallen (ich bin halt hoffnungslos unromantisch :-[).
    Es wäre zwar traurig, aber nicht vorhersehbar - und somit für die Geschichte eine großartige Wendung. Und für Sophia eventuell die Möglichkeit, sich zu der Frau zu entwickeln, die sie sein möchte :hexe:
    Denn - so sympathisch Niklas auch ist - würde er Sophia genügend Freiraum lassen? Ich bin mir da nicht sicher. Und was Sophias Möglichkeiten angeht... sie hat sich als Helferin beim Bader immer gut und klug angestellt und da ist dann ja auch noch das Buch, das vielleicht tatsächlich von einer Frau und auch für Frauen geschrieben wurde. Ich glaube, das Buch wird für sie noch eine enorme Rolle spielen.
    Soweit mal meine Vorstellungen, wie Sophia auch ohne Niklas weiterleben könnte.
    Bleibt nur noch die finanzielle Seite - sie ist pleite, der Onkel wird sicher bald für eine sichere Zukunft für sie sorgen wollen. Das sind ziemlich schlechte Aussichten...
    :lesen:


  • Sind Heuschreckenplagen im Mittelalter wirklich überliefert, Heike? Aber klar, dass sowas als Strafe Gottes angesehen wird, schließlich ist das eine der biblischen Plagen...


    Mir war nicht einmal klar, dass es Heuschreckenplagen in Mitteleuropa gab.
    Für mich sind das eher biblische Plagen, auch geographisch :o



    In dem Zusammenhang fand ich das Madonnenbild von Niklas schön, dass er für Sophia gemalt hat, mit ihrem Antlitz. Für mich persönlich eine der schönsten Szenen des Buches bislang.


    Damit hast Du wirklich recht! Eine berührende Szene!


  • Gab es das bei den Frauen wie Bockewirth und Hewptmann auch? Und was ist aus dem Geschäft geworden, wenn es keinen männlichen Erben gab? Ist das an die Zunft gegangen oder wurde es verkauft?


    Eine Meisterwitwe ohne erwachsenen Sohn musste möglichst bald wieder heiraten. Den Betrieb durfte sie nur ganz selten oder für eine Übergangszeit (z.B. bis der Sohn übernehmen konnte) führen. Gab es keinen männlichen Erben und konnte die Zunft auch keine Ansprüche geltend machen, musste der Betrieb verkauft werden.

  • Ja, ist für Pirna sogar ziemlich genau zur zeit der Romanhandlung überliefert - dadurch bin ich überhaupt erst auf die Idee gekommen.


    Das habe ich mir schon fast gedacht, es gibt in verschiedenen Berichten aus dem Mittelalter überlieferte Fakten, wo es darum ging, das die Ernte durch einen Heuschreckenschwarm hinüber war und das dann eine Hungersnot nach sich führte.


  • Gut, dass du das so gründlich gelesen hast, der Zusatz "des Buches aus dem Kontor" ist mir völlig durch die Lappen gegangen, und damit auch seine mögliche Bedeutung. Du hast recht, das wirft nun wirklich einige Fragen auf. Wenn das Buch codiert ist und sie es aber lesen konnte, könnte das bedeuten, dass sie es entweder selber verfasst hat oder aber die Autorin kennt. Wenn sie es selber verfasst haben sollte, dann stellt sich die Frage, wie es seinerzeit in den Besitz von Pater Johannes kam.


    Allerdings weiß ich nicht, wie man mit einem codierten Buch vernünftig lesen lernen kann ;D Und womöglich hat Sophia die Fähigkeit dazu auch noch in ihrem Unterbewusstsein, weil sie es mit ihrer Mutter zusammen gelernt hat und es müsste lediglich reaktiviert werden?


  • Nach Katrinas Schicksal, für das Schumann sich nicht im Geringsten verantwortlich fühlt, müsste nun die Höchststrafe für ihn kommen, müsste er in den Fallstricken des Teufels erhängen. Doch Typen wie dieser Schuft kommen in der Regel ungeschoren davon, werden keiner irdischen Gerechtigkeit zugeführt. Es steht zu befürchten, dass Schumann weiter nichts geschehen wird, dass er aber noch reichlich Gelegenheit haben wird, sich an Sophia für die Zurückweisung seiner Person zu rächen.


    Vor allem bin ich davon überzeugt, dass die Vergewaltigung der Magd (und nichts anderes war es, was er mit ihr getan hat, schließlich hat er sie immer wieder unter Druck gesetzt) lange nicht so schwer wiegt wie das Erwürgen eines Babys. Denn die Frau ist sicherlich selber schuld, weil sie ihn mit ihren Reizen per se dazu aufgefordert hat usw., lauter solche Ausreden, die gerne bei entsprechenden Männern beliebt sind.
    Man sieht es ja daran, dass die anderen Räten dafür sorgten, dass Schumanns Name nicht in Verbindung mit Katrinas Prozess genannt wurde, denn man war ja schließlich selber mal jung >:(


    Ohja, in den Stricken des Teufels soll er sich verfangen, die Pest bekommen und im Fluss ertränkt werden.


  • War der Leipziger Onkel nicht ein ganz umgänglicher Mensch, von sanftem Gemüte ( im Gegensatz zu seinem Eheweib ;))? Also - ich sehe da berechtigten Grund zur Hoffnung, dass er keinen Druck auf Sophia ausüben wird.


    Stimmt, seine Frau ist sicherlich drastischer, aber den Onkel kann ich irgendwie schlecht einschätzen, dazu hatte er am Anfang eine zu kleine Rolle.



    Wobei ich hier glaube, dass es eher Maria ist, die Marten eine Absage erteilt hat. Marten, so schätze ich ihn ein, macht sich nicht so viel aus den Standesunterschieden.


    Ja, damit könntest du recht haben, dass hier eher Maria die treibende Kraft ist und Marten nicht "schaden" will.



    So sieht es wenigstens aus! Doch habe ich das Gefühl, dass der Kerl sieben Leben hat und durchaus imstande ist, noch eins draufzusetzen. Da sind ja noch gut und gerne hundert Seiten zu lesen....


    Die Möglichkeit, dass Kunz überlebt hat, will ich unbedingt kategorisch ablehnen ;D


  • In dem Zusammenhang fand ich das Madonnenbild von Niklas schön, dass er für Sophia gemalt hat, mit ihrem Antlitz. Für mich persönlich eine der schönsten Szenen des Buches bislang.


    Stimmt, dieses Geschenk fand ich auch besonders schön.


  • Zu diesen Zeiten war es ja ein regelrechtes Schauspiel, einem "Opfer" bei der Hinrichtung zuzuschauen.


    Besonders makaber fand ich das frisch gebackene Hochzeitspärchen, das sich die Hinrichtung angesehen hat ::) Die Gaffer sterben nie aus.