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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein.


    Wir legen Wert darauf, dass ihr zum Abschluss der Leserunde ein Fazit einstellt. Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von Leserunden.de und auch ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen.


    Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.


    Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Ich mach mal den Anfang und bringe es schnell hinter mich - ich mag Bücher, die mir nicht gefallen haben gar nicht rezensieren!


    Liebe Claudia, es war einfach das falsche Buch für mich! Tut mir leid! Aber ich bin mit meiner Meinung ja eindeutig in der Minderheit :winken:


    C'est trop pour moi


    Claire, eine junge Französin in Berlin, erhält die Chance auf einen Posten als Chefredakteurin, als der Anruf ihrer Mutter für einige Turbulenzen in ihrem Leben sorgt. Durch einen Unfall ist die Mutter nämlich im Krankenhaus gelandet und niemand kümmert sich um die jüngere, aber auch schon erwachsene, Tochter. Jetzt ist Claires tatkräftige Hilfe gefordert!


    Was an sich nicht problematisch klingt, wird für Claire zu einem großen Problem, denn sie hat ihr aktuelles Leben auf zahlreichen, mehr oder minder dreisten Lügen aufgebaut. Das harmloseste Beispiel für ihre „Schummeleien“, wie es im Klappentext so beschönigend heißt, ist die Tatsache, dass sie keineswegs Pariserin ist, sondern aus Moguériec, einem kleinen bretonischen Fischereihafen, stammt. Dorthin begibt sie sich auch. Diese Reise in ihre Heimat wird zu einer Reise zu ihrer Familie, aber auch zu einer Konfrontation mit ihrer eigenen Vergangenheit, die sie immerhin 19 Jahre lang erfolgreich verdrängt hat.


    Als dann ihr Chef in dem beschaulichen Fischerort auftaucht, tut sie alles, um ihre Lügengeschichten aufrecht zu erhalten – mit wahnwitzigen Methoden und wenig Erfolg.
    Es soll eine nette kleine Geschichte sein und folglich kann man darauf vertrauen, dass das Happy-End nicht auf sich warten lässt.


    Der Stil der Autorin ist angenehm zu lesen, weder übertrieben, noch theatralisch, auch immer wieder mal witzig, weil sie ihren Protagonisten nette Wortschöpfungen in den Mund legt. Wirklich positiv ist das Glossar am Ende des Buches, wo einige Besonderheiten der Bretagne erklärt werden und ein paar recht gute Rezepte finden sich auch!


    Es hätte eine hübsche Geschichte über Familie und Liebe, Schein und Sein, über Wünsche und Sehnsüchte werden können. Vielleicht sollte man das Buch als modernes, zauberhaftes Märchen lesen – ohne jeden Realitätsanspruch.
    Ich konnte es nicht. Für mich war es Frankreichroman, der nicht von Franzosen geschrieben wurde - voller Klischees, ohne Charme, fade und reichlich vorhersehbar. Wäre ich nicht in einer Leserunde, ich hätte es nach spätestens 100 Seiten weggelegt.
    Wahrscheinlich hab ich aber einfach nur schon zu viele dieser Möchte-gern-Frankreich-Romane gelesen und ich bin erwiesenermaßen unromantisch – also äußerst ungeeignet für die Wolkenfischerin. ;-)


    https://www.heyn.at/heyn/list/9783442485734


    https://www.amazon.de/gp/custo…l?ie=UTF8&ASIN=3442485738


    https://www.lovelybooks.de/aut…enfischerin-1448969448-w/

  • Ich hab die Leserunde wegen Urlaubs leider nicht mitmachen können, aber das Buch auch gelesen und lasse daher schnell meine Rezension hier :winken:


    Claire Durant lebt in Berlin und arbeitet für eine Gourmet-Zeitschrift. Als geborene Französin mit entsprechendem Hintergrund, Stil und Charme ist sie ja geradezu prädestiniert für diese Aufgabe. Doch Claire hat bei ihrer Herkunft ein bisschen gemogelt. Weder ist sie geborene Pariserin, noch hat sie Kunstgeschichte studiert, wie in ihrem Lebenslauf angegeben, nicht einmal ihr Name stimmt!


    Ihr Lügengebäude droht aufzufliegen, als ihre Mutter einen Unfall hat und mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben muss und sie Claire darum bittet, nachhause zu fahren und sich um ihre Schwester zu kümmern. Claire wird somit gezwungen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, die sie vor vielen Jahren komplett hinter sich gelassen hat. Dennoch fährt sie heim in die Bretagne und wird dort wieder zu Gwenaelle. Dort wird die ganze Sache noch komplizierter, denn ihr Chef Sebastian hat sich ausgerechnet Claires Heimatort Moguériec für seinen Urlaub ausgesucht!


    Da ich Klappentexte meist meide oder sie schon lange vor der eigentlichen Lektüre mal überflogen habe, habe ich ein paar Seiten gebraucht, bis ich die zwei Handlungsebenen übereinanderlegen konnte. Dann war aber schnell klar, wie Gwenaelle und Claire zusammenhängen. Nach und nach zeigt sich, wie aus dem Mädchen Gwenaelle aus dem kleinen Nest in der Bretagne die weltgewandte Pariserin Claire werden konnte.
    Doch kann das funktionieren, die eigene Vergangenheit und Herkunft so komplett hinter sich zu lassen, ja zu verleugnen? Für Claire hat es viele Jahre funktioniert, doch nun muss sie sich alldem stellen. Welche Folgen wird das wohl für sie haben?


    Es war mein erstes Buch der Autorin, aber sich nicht das letzte! Schreibstil und auch Handlung haben mir großen Spaß gemacht. Ganz ernst darf man die Geschichte vielleicht nicht nehmen, an einigen Stellen ist manches überspitzt dargestellt und würde (hoffentlich!) so in der Realität wohl nicht passieren – aber gerade diese Szenen fand ich höchst amüsant! Ich bin absolut keine Romantikerin und lese auch eher selten Liebesromane. Hier habe ich eine Ausnahme gemacht und bin froh darüber! Die Liebesgeschichte spielt natürlich eine wichtige Rolle, aber vielmehr geht es um Claire und ihre Entwicklung. Die Bretagne ist außerdem natürlich eine wunderbare Kulisse für eine derartige Geschichte und das Buch macht somit direkt Lust, den nächsten Urlaub zu buchen!

  • Mir hat diese Leserunde sehr viel Spaß gemacht! Vielen Dank an Claudia und alle Mitleserinnen!—————
    Lügen haben kurze Beine!


    Inhalt:
    Claire wächst in Moguériec, einem kleinen Fischerdorf in der Bretagne, auf. Mit 15 bleibt sie nach einem Ferienaufenthalt bei ihrer Tante in Paris. Von dort verschlägt es sie nach Berlin, wo sie mit einem - gelinde gesagt - geschönten Lebenslauf eine Stelle bei einer angesehenen Zeitung ergattert. Alles könnte wunderbar sein, wäre da nicht das schlechte Gewissen, das sie ab und zu heimsucht.Seit ihrem Urlaub in Paris mit 15 hat sie ihre Mutter und ihre Schwester nicht mehr gesehen und außer den obligatorischen Weihnachts.- und Geburtstagskarten ist der Kontakt abgebrochen. Doch eines Tages holt die Vergangenheit Claire ein. Sie muss in die Bretagne, um sich um ihre taubstumme Schwester zu kümmern. Als die da auch noch auf ihren Chef trifft, fällt ihr Lügengerüst in sich zusammen.


    Meine Meinung:
    Claudia Winter hat einen wunderbaren Roman geschrieben, der mich mit seiner herrlich bildhaften Sprache sofort in seinen Bann gezogen hat. Sowohl die landschaftliche Umgebung als auch die Stimmungen, Charaktere und natürlich die Handlung sind so beschrieben, dass man sich als Leser fühlt, als wäre man dabei und nicht nur Zuschauer.
    Auch die Charaktere sind liebevoll und überzeugend gezeichnet.
    Claire, die eigentlich gar nicht Claire heißt, hat es mir anfangs schwer gemacht, sie zu mögen. Sie wirkte auf mich oberflächlich und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Im Lauf der Geschichte hat sie sich aber zu einer tollen Frau entwickelt, die weiß, was sie will, und die zu ihren Fehlern steht.
    Ihr Chef Sebatstian Hellwig ist ein humorvoller Mann, der seine Ziele konsequent verfolgt, komme, was da wolle. Und es kommt dicke!
    Claires Mutter wirkt am Anfang zerbrochen, wie gelähmt, in der Trauer um ihren Mann gefangen. Sie hat ihren großen Auftritt gegen Ende des Buches und läuft da zur Hochform auf.
    Maelys, die jüngere, taubstumme Schwester, ist ein Schatz! Man sagt ja, dass blinde Menschen besser hören können als sehende, und ich habe den Eindruck, dass Maelys eine besondere Gabe hat, in die Herzen ihrer Mitmenschen zu schauen.
    Tante Valérie ist der Knaller! Sie hat ihr Leben im Griff und zeigt Claire, wo‘s langgeht. Wir lernen einige ihrer Lebensweisheiten, z. B. „über Sackgassen schimpfen nur Leute, die keinen Rückwärtsgang haben.“
    Schließlich die Dorfbewohner von Moguériec. Ein herrlich bunter Haufen. Jede/r hat seinen / ihren eigenen (Dick-) Kopf. Die Ideen, die in diesen Köpfen entstehen, sind nicht immer gut.
    Die Handlung ist spannend und turbulent. Die Handlungsstränge wechseln zwischen Claires Jugendjahren in Frankreich und der heutigen Zeit in Berlin bzw. Moguériec. Durch die humorvolle und emotionale Schreibweise hat mich dieser Roman rundum begeistert. Dass die Handlung nicht unbedingt realitätsnah ist, stört nicht im geringsten.


    Fazit:
    Ein Wohlfühlroman, spannend, humorvoll, emotional, nicht ohne Tiefgang, romantisch, aber nicht kitschig. Ein Muss für jeden Frankreichfan. Eine absolute Leseempfehlung!
    —————
    Auf Literaturschock ist das Buch noch nicht gelistet. Sobald es da erscheint, werde ich auch dort meine Rezi veröffentlichen.
    Literaturschock



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    Liebe Grüße, Caren

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    :lesen: Lorenz Stassen - Angstmörder


    Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte.

    Arthur Schopenhauer

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    Meine Rezensionen

    Mein Leserundenkalender

    Einmal editiert, zuletzt von Caren ()

  • Hier wird es ruhig, wir sind alle durch und die Runde kann bald beendet werden. Ich bedanke mich schon mal bei allen Teilnehmerinnen und ganz besonders bei dir, Claudia, dass du uns so nett begleitet hast. :bussi: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, das Buch gemeinsam zu lesen!

    Vielen Dank für die Rezensionen, die schon da sind. Bitte nun auch die restlichen Rezensionen bald einstellen, auch meine eigene fehlt noch und wird spätestens am Wochenende geschrieben.

  • Die Autorin Claudia Winter entführt uns in ihrem Roman "Die Wolkenfischerin" zu Claire Durant, die für ein Gourmet-Magazin in Berlin arbeitet. Ihr Chef Sebastian Hellwig bietet ihr den Job an, Chefredakteurin eines Kultur-Magazins zu werden. Aber gerade dann erhält sie einen Anruf aus Frankreich, daß ihre Mutter ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Claire soll sich Zuhause um ihre taube Schwester Maelys kümmern. Ihr Chef stimmt dem zu unter der Voraussetzung, daß sie - wenn sie in Paris ist - eine laufende Vernissage besucht und darüber einen Artikel schreibt. Und plötzlich bekommt Claire Schwierigkeiten, denn sie ist gar keine Pariserin, sondern kommt aus einem Fischerdorf in der Bretagne. Ihr Lebenslauf entspricht nicht der Wahrheit. Was für ein Schlamassel, als der Chef auch noch als Urlauber in dem Fischerdorf auftaucht!


    Auf zwei verschiedenen Ebenen erleben wir, wie das Leben von Claire, ihrer Mutter , ihrer Schwester Maelys und des früh verstorbenen Vaters verlaufen ist.


    Für Claire ist es schwer, wieder in Kontakt mit ihrer Schwester zu kommen, denn sie hat sie seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen. Der Tod des Vaters hatte dazu geführt, daß sie nicht mehr in die Bretagne zurückgekehrt war, sondern sich mit Hilfe ihrer außergewöhnlichen Tante Valerie ein anderes, neues Leben aufbaute.


    Es ist schön zu sehen, wie behutsam Claire mit ihrer Schwester umgeht, die doch nicht so hilflos ist und ihr Leben meistern kann. Über die Kunst, über Bilder die Maelys gemalt hat, bekommt Claire einen Zugang zu ihr.


    Durch die Beschreibungen der Autorin lernen wir den Ort in der Bretagne kennen, nicht nur die Umgebung, sondern auch die Menschen.


    Mit der Rückkehr in ihren Heimatort trifft Claire auch auf ihren alten Jugendfreund Nicolas, der ihr nach wie vor gefällt. Aber mit Sebastian Hellwig kommt es zu einem großen Wirbel im Dorf.


    Claire schafft es, sich in allergrößte Schwierigkeiten zu bringen, aber sie läßt sich nicht so leicht unterkriegen. Sie ist zwar keine Pariserin, aber sie hat Charme, der besticht.


    Der Autorin Claudia Winter ist gelungen, uns eine beschwingte und rührende Geschichte zu präsentieren, in der es nicht an Humor fehlte.


    Vielen Dank an Claudia, die uns in dieser Leserunde wunderbar begleitet hat.