01 - Anfang bis Seite 85 (einschließlich Kapitel 9)

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  • Manolis. Er kommt bei mir sehr sympathisch an. Und das, obwohl schnell klar ist, dass er nicht ganz der nette Mensch ist, der er zu sein scheint. Er überwacht, er tötet sogar. ( ... ) Irgendwie kann ich meine Gefühle für diesen Charakter da nicht so ganz gut heißen.


    Es geht mir mit Manolis ganz ähnlich. Ich bin da sehr zwiegespalten - und finde, dass das ein großartiger Kniff ist: ein Mörder, für den man Sympathie empfinden muss, dessen Handlungen man auch verstehen kann, obwohl man Töten nicht billigen kann....


  • Ich denke übrigens,das Chris ganz bestimmt etwas mit dem Umkippen von Kathrin zu tun hat,hab auch das Gefühl gehabt das Vera ihm nicht ein Wort geglaubt hat. ( ... )


    Sicher! Er hat sie so aufgeregt mit seinen unverschämten finanziellen Forderungen, dass sie den Schlaganfall bekommen hat - wir dürfen schließlich nicht vergessen, dass sie bereits an die Neunzig ist. Dass Christian ihr direkt etwas getan hat, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Es passt nicht zu dem Typ Mensch, der er ist. Betrügen, stehlen - das ja. Doch scheint er mir niemand zu sein, der körperliche Gewalt ausübt.

  • Es geht mir mit Manolis ganz ähnlich. Ich bin da sehr zwiegespalten - und finde, dass das ein großartiger Kniff ist: ein Mörder, für den man Sympathie empfinden muss, dessen Handlungen man auch verstehen kann, obwohl man Töten nicht billigen kann....


    Da kann ich dir nur zustimmen.


  • ( ... ) Er und seine Schwester, die Anwältin ist, haben unterschiedliche Meinung was Justitzia angeht.


    Das haben sie wohl! Wobei ich stark dazu tendiere, Manolis beizupflichten: Justizia ist nur allzuoft blind. Doch ist Christina schließlich Anwältin - und könnte ihren Beruf kaum ausüben, würde sie nicht fest an Justizias Unparteilichkeit glauben.



    In Kathrins früheres Leben bekommen wir schon einen kleinen Einblick. Aus Angst keinen Mann mehr abzubekommen lässt sie sich auf Dr. Karl Landmann ein. ( ... )
    Aber dieser Dr. Ernst Bader macht mir wirklich Angst. Hoffentlich fällt Kathrin ihm nicht zu Opfer.


    Ich halte Landmann für wesentlich gefährlicher. ER ist der Chef, er ist es, der das Sagen hat...
    Wie auch immer, mir schwant Fürchterliches, vor allem, was die Insassen des Heims anbelangt. Und - niemand hat Kathrin gezwungen, zu Landmann zu gehen und sich ihm quasi auf dem Präsentiertablett anzubieten! Das wird sie, wenn ich recht in dieser Annahme gehe, noch bereuen.



    Rebecca ist ein Genie als IT Spezialistin, nur schade das sie Schreckliches erleben musste und nun so einen Schaden davon getragen hat, das sie nur noch in ihrer Wohnung fest sitzt.
    Sie ist, neben Köster, die einzige Vertraute die er hat.


    Ach ja, Rebecca! Auch sie ist ein interessanter Charakter in diesem Krimi und nicht nur dank ihrer speziellen Talente eine wichtige Bezugsperson für Manolis. Tragisch, wie ihre so steil aufsteigende Karriere durch diese beiden brutalen Idioten so jäh beendet wurde. Ihre Traumata wird sie, so befürchte ich, kaum jemals überwinden.
    Mich würde interessieren, ob diese verkommenen Jugendlichen, die prädestiniert sind für weitere Straftaten, auch in Manolis' Ressort fallen werden...


  • ( ... ) Und nun weiß ich, denke ich zumindest, dass es Manolis Vater war, der sich da im Stall versteckt hat. Und den diese Bilder wohl im Laufe seines Lebens nie losgelassen haben.


    Sicher war er das, er war ja der einzige Überlebende dieses Massakers. Und wie, so frage ich mich, kann man nach einem solchen Erlebnis überhaupt weiterleben, wie es jemals wieder loswerden? Ein Verlorener war er, dieser Yannis Lefteris.



    ( ... ) Ich könnte auch nicht mit einem Mann zusammen sein, bei dem ich immer den Eindruck hätte, er verschweigt mir etwas.


    Oh, schwieriges Thema! Ich bin ganz und gar der Meinung, dass es Dinge geben kann ( nicht muss! ), die man nicht mit anderen, und seien sie einem noch so nah, teilen möchte. Das finde ich auch gar nicht schlimm, womit ich Manolis' Einstellung teile. Wie eine Freundin einmal zu mir sagte, "es gibt Dinge, die kann ich nicht einmal mir selber sagen". Damals habe ich geschluckt, heute aber weiß ich, was sie gemeint hat....



    ( ... ) Wieviel Hass und Gewalt in diesem jungen Mann gesteckt hat. Hat sich sein Gewaltpotential vielleicht aufgebaut, weil sein Vater so devot, duckmäuserisch und unscheinbar durch sein Leben getrieben ist?


    Davon gehe ich aus. Und ich frage mich auch, wie Manolis die Erzählungen seines Vaters über die Art und Weise, wie seine gesamte Familie bestialisch umgebracht wurde, jemals hat verkraften können. Er war noch gar nicht in der Lage, so etwas zu verarbeiten, wenn dies seinem Vater schon sein ganzes Leben lang nicht geglückt ist. Zwar spüre ich bei Manolis keine Ressentiments gegen den Vater, halte es aber für unverantwortlich, einem Kind diese Geschichten in all ihrer Brutalität zuzumuten.



    Ich zweifle immer wieder an unserer Gerichtsbarkeit, wenn es heißt, es kann keine Anklage erhoben werden wegen Strafklageverbrauch. Auch wenn sich die Anhaltspunkte für eine Tat verdichtet haben, kann der Täter kein zweites Mal für die gleiche Tat angeklagt werden. Das werde ich, denke ich mal, nie verstehen.


    Ich denke darüberhinaus vor allem an die Hinterbliebenen von, sagen wir, Mordopfern wie im geschilderten Fall. Die müssen nicht nur mit dem Leid leben für den Rest ihres Lebens, sondern auch noch ohnmächtig zusehen, wie ein offensichtlich Schuldiger frei ausgeht und, der Gipfel der Geschmacklosigkeit, sich sogar noch frech in Talkshows präsentiert. Dass man da Rachegefühle kaum im Zaum halten kann, ist nur zu verständlich!


  • Das geht mir ganz genau so. Ich mag ihn auch - irgendwie. Es gibt doch den Spruch: "Brave Mädchen stehn auf böse Buben". Genau so komme ich mir auch gerade vor.


    Er wirkt doch gar nicht wie ein böser Bube - im Gegenteil! Und ich bin überzeugt, dass dieses Sympathische an ihm keine Fassade sondern sein wahres Ich ist. Und deshalb mag man ihn doch, und nicht, weil von ihm die Faszination des Bösen ausgeht. ;)


  • Ja, auch wenn Vera es nicht glauben mag, wird gemunkelt das Chris ihr Halbbruder sein könnte.
    Der Vater hatte eine Andere und diese Andere war Veras Tante Uschi. ( ... )


    Halbbruder hin oder her - glaubt Ihr, dass das relevant ist für die Geschichte, die hier erzählt wird? Oder ist es nur ein Mittel zum Zweck, womit ich meine, dass man dadurch eine ziemlich genaue Vorstellung über die Familienkonstellation Veras bekommt, die uns möglicherweise hilft, die Frau, die ich für die zweite Protagonistin halte, besser zu verstehen.

  • Halbbruder hin oder her - glaubt Ihr, dass das relevant ist für die Geschichte, die hier erzählt wird? Oder ist es nur ein Mittel zum Zweck, womit ich meine, dass man dadurch eine ziemlich genaue Vorstellung über die Familienkonstellation Veras bekommt, die uns möglicherweise hilft, die Frau, die ich für die zweite Protagonistin halte, besser zu verstehen.


    Ich denke es ist eher für das bessere Verständnis für die Konstellation innerhalb Familie.
    Genauer: Das Verhältnis der Schwestern untereinander.


  • Halbbruder hin oder her - glaubt Ihr, dass das relevant ist für die Geschichte, die hier erzählt wird? Oder ist es nur ein Mittel zum Zweck, womit ich meine, dass man dadurch eine ziemlich genaue Vorstellung über die Familienkonstellation Veras bekommt, die uns möglicherweise hilft, die Frau, die ich für die zweite Protagonistin halte, besser zu verstehen.


    Ich denke, relevant für die Geschichte selbst ist es nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass es für Vera nicht so einfach ist mit Chris umzugehen, da sie nicht weiß, ob er nun ihr Halbbruder ist oder nicht. Vielleicht ist dadurch die Antipathie ihm gegenüber einfach größer.


  • Ein Urteil konnte er nicht akzeptieren. Ich mutmaße ins Blaue hinein, denn eigentlich wissen wir noch gar nichts, dass einem der Mörder nach all den Jahren der Prozess gemacht, er aber freigesprochen wurde oder mit einer unverhältnismäßig milden Strafe davongekommen ist.


    Ich habe zwar auch überhaupt keine Vorstellung um was für ein BGH-Urteil es sich hier handeln könnte. Doch ich denke, da diese Greueltaten in Griechenland stattfanden, wären sie doch bestimmt auch dort gerichtet worden.



    Was ist schlimm daran, für diese Frauenzeitschrift zu arbeiten?


    Da Vera aus dem politischen / gesellschaftlichen Journalismus kommt, würde sie gerne wieder in dieser Sparte arbeiten. Aber Du hast Recht: Sie jammert auf sehr hohem Niveau und scheut auf der anderen Seite die Auseinandersetzung.

  • Guten Abend!
    Ihr seid ja alle zusammen schon mitten in der Diskussion - ich hinke hinterher, weil meine Arbeit meine Wochenend-Lesepläne völlig über den Haufen geworfen hat.


    Ich bin gut in die Geschichte reingekommen - die Sprache gefällt mir gut und jeder einzelne Charakter ist auf seine Art außergewöhnlich und interessant.


    Manolis, der ein Autohaus hat und nebenher Problemlöser der besonderen Art ist. Und auch wenn er offensichtlich auch Morde begeht, so wirkt er doch ruhig und sympathisch. Und manchmal wünscht man sich ja auch einen "Rächer, der Ungerechtes korrigiert". Ich vermute allerdings, dass der Großteil seiner Fälle nicht so klar sind, wie bei Huth...


    Rebecca, seine beste Freundin, ist Computerspezialistin. Jedesmal, wenn ich davon lese, dass Handys, PCs so einfach gehackt werden können und das die betreffende Person damit lückenlos überwacht werden kann, graut mir vor diesen technischen Helfern!


    Vera, die vor wichtigen privaten und beruflichen Entscheidungen steht.
    Ihr Cousin/oder vielleicht doch Halbbruder Chris, der immer wieder in dubiose Geschäfte verwickelt ist und auch nicht davor zurückschreckt, seine kranke Tante zu bestehlen.


    Die Jugenderinnerungen der Tante Kathrin - in einem Heim gegen Ende des Krieges. Wo sie als junge Krankenschwester arbeitete.
    Sie ist im Besitz von irgendwelchen wichtigen Dokumenten, die Manolis finden soll.


    Ein abwechslungsreicher Mix, der eine spannende Geschichte vermuten lässt!
    :lesen:


  • Manolis. Er kommt bei mir sehr sympathisch an. Und das, obwohl schnell klar ist, dass er nicht ganz der nette Mensch ist, der er zu sein scheint. Er überwacht, er tötet sogar. Und auch, wenn das für "einen guten Zweck" sein soll, so steht er doch auf der Seite der Bösen. Irgendwie kann ich meine Gefühle für diesen Charakter da nicht so ganz gut heißen.


    Ich bin mir zwar im Klaren darüber, dass nicht alle seine Aufträge "für einen guten Zweck" wie bei Huth sind - aber sein Charakter gefällt mir bis jetzt sehr. Es ist ja ein Buch, eine Geschichte und da darf man doch auch mal die emotionale Ambivalenz unmoralisch ausleben, oder? :unschuldig:
    Vor allem mit seiner Vorgeschichte ist seine Einstellung doch nachvollziehbar. Nicht jedes Gerichtsurteil entsprich meinem persönlichen Gefühl von Gerechtigkeit.
    Ich denke, dass spricht einfach den Mini-Robin-Hood in mir an.


  • Rebecca, seine beste Freundin, ist Computerspezialistin. Jedesmal, wenn ich davon lese, dass Handys, PCs so einfach gehackt werden können und das die betreffende Person damit lückenlos überwacht werden kann, graut mir vor diesen technischen Helfern!


    Wie leicht wir zu überwachen sind, ist mir hier mal wieder richtig bewusst geworden. Schon erschrevkend, finde ich.


  • Nicht jedes Gerichtsurteil entsprich meinem persönlichen Gefühl von Gerechtigkeit.


    Da sprichst Du mir absolut aus der Seele. Ich habe auch immer mal wieder den Eindruck, dass mit unserer Rechtsprechung einiges im Argen liegt, bzw. meiner Ansicht nach Recht überhaupt nicht übereinstimmt.


  • ( ... ) Doch ich denke, da diese Greueltaten in Griechenland stattfanden, wären sie doch bestimmt auch dort gerichtet worden.


    Angehörige der Wehrmacht oder der SS, die sich Gräueltaten zuschulden kommen ließen? Nach dem Krieg wurden die allermeisten von denen doch hier in Deutschland vor Gericht gebracht.
    Und als der Krieg dann vorbei war, waren die deutschen Mörder aus Griechenland längst verschwunden.


  • Rebecca, seine beste Freundin, ist Computerspezialistin. Jedesmal, wenn ich davon lese, dass Handys, PCs so einfach gehackt werden können und das die betreffende Person damit lückenlos überwacht werden kann, graut mir vor diesen technischen Helfern!


    Und leider ist das keine Erfindung und beileibe auch keine Übertreibung - wie wir aus einer gemeinsamen Brandhorst-Runde zur Genüge wissen! Die Realität und die rasend schnelle Entwicklung auf diesem Sektor übersteigt noch unsre kühnsten Phantasien. :o

  • Hallo Ihr Lieben,


    heute habe ich zum ersten Mal diese Papego-App genutzt, zu der ja auch ein Sticker auf dem Cover prangt. Eigentlich wollte ich es nur mal testen, aber dann war ich wirklich froh, dass ich das Buch so dabei hatte, denn prompt steckte ich in einer schadhaften S-Bahn fest und hatte unerwartete Zeit zu lesen.


    Als Manolis das erste Mal aufgetaucht ist, war ich mir sicher, dass er der Junge aus dem Prolog ist. Gerätselt habe ich, ob es sich bei den Mördern um irgendwelche Ganoven gehandelt haben könnte - irgendwelche widerwärtigen Typen, die noch eine Rechnung mit den Lefteris' offen gehabt haben... Erst als er zu der Verabredung mit seiner Schwester geht, war klar, dass das alles nicht passen mag und ich habe überlegt, ob die Geschehnisse des Prologs nicht vielleicht schon länger zurückliegen könnten. Dann wird ja aber auch rasch klar, dass der Junge Manolis' Vater Yannis sein muss. Da auch das Alter Manolis' und die zeitliche Einordnung, dass Yannis als junger Gastarbeiter nach Deutschland kam, passen würde, liegt für mich die Vermutung nahe, dass die Mörder deutsche Soldaten bzw. Mitglieder sogenannter Sondereinheiten waren, die als Besatzer nicht selten sehr brutal gegen die Zivilbevölkerung vorgingen. Möglicherweise war das Dorf von Yannis' Familie Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Partisanen und Deutschen oder ähnliches.


    Manolis ist mir jedenfalls sehr sympathisch, wenngleich ich sein Hang zum Zurechtrücken von vermeintlich falschen Gerichtsurteilen nicht teile. Oder besser gesagt: ich bin komplett bei ihm, was die manchmal blinde Justitia angeht - vor allem wenn ich mit meiner oberen Vermutung Recht haben sollte... Aber trotz allem habe ich Angst bei der Vorstellung, wo wir hinkommen, wenn einzelne Menschen beschließen, der Gerechtigkeit nachzuhelfen und Selbstjustiz walten zu lassen. Manche Fehlurteile muss eine Gesellschaft wohl verkraften - auch wenn wir kaum ermessen können, wie schwer das vor allem den Opfern und ihren Angehörigen fallen muss.
    Strafklageverbrauch oder auch "Ne bis in idem" ist ja nun keine Falltür für fiese Verbrecher, sondern eben auch ein Schutz aller Bürger*innen vor mehrfachen Verfahren oder gar Doppelbestrafung. Aber ja, es hilft natürlich nicht, wenn durch schlampige Ermittlungsarbeit, mangelnden Möglichkeiten (wie z.B. früher keine DNA-Analysen) oder anderen Dingen ein Täter seiner Strafe entkommt... Trotz negativer Beispiele sehe ich es - nüchtern betrachtet - wie Christina.


    Vera sorgt noch für das ein oder andere Fragezeichen in meinem Kopf. Auch der einen Seite finde ich sie tough, andererseits traut sie sich aber selbst nicht so richtig viel zu. Klar, mit Anfang 40 findet ich in ihrer Branche ganz sicher nicht einfach so ein Job, aber wenn sie es jetzt nicht angeht, dann wohl nie. Da muss ich Tom zu 100% recht geben. Nicht nur, weil sie danach auf jeden Fall einen Stempel weg hat, sondern weil es für ältere Arbeitnehmer*innen leider nie einfacher wird... :(
    Ich hoffe, dass Vera Manolis kennenlernt - ich denke, die beiden könnten sich ziemlich gut ergänzen! ;)


    Die Dokumente sind mir bislang noch ein Rätsel. Kathrin ist Veras Tante, soweit so klar. Sie begegnet in jungen Jahren einem Ernst, diesem 100%igen Nazi, der sie streng zurechtweist und ihr unterstellt, nicht dem Endsieg zu dienen. Zufall, dass die Frau, der Manolis die Gießkannen trägt, bald zu ihrem Ernst möchte? Die Dame war 85, wenn ich mich recht entsinne - Kathrin ist jetzt 89, also gut möglich, dass die beiden den gleichen Ernst kannten... Aber vermutlich bin ich da nur einer Finte auf den Leim gegangen.
    Kathrin arbeitet also in einer Art Anstalt und offensichtlich wird dort Euthanasie betrieben. Doch was hat es mit dem Anstaltsleiter auf sich? Dieser Typ, der sie so widerlich angräbt?


    Liebe Grüße
    Tabea


  • Mani hat es durch sein Autohaus zum Wohlstand gebracht. Aber nicht nur dadurch,denn er erledigt für Köster immer wieder Aufträge. Man kann auch sagen er macht die Drecksarbeit in dem er sogar mordet. Und er scheint darin richtig gut zu sein. Vor 23 Jahren hat Mani " ausversehen" jemanden getötet und seid dem ist er ein Killer.


    Ich muss gestehen, dass ich Manolis nicht als Killer sehe. Ja, er ja diesen Typen damals getötet, aber nüchtern betrachtet war es Notwehr. Was direkt darauf folgt, ist dann natürlich ganz und gar nicht in Ordnung - reicht aber nicht aus, um Manolis als Mörder zu bezeichnen.
    Ob er seitdem erneut jemanden getötet hat, kann ich nicht beurteilen. Mit Huths Ableben scheint er nicht direkt etwas zu tun zu haben.


    Zitat

    Dieser Bracht erschien mir sehr sexistisch, und ist für mich ein arroganter Fatzke.


    Damals Landmann, heute Bracht. Es gibt immer wieder Typen, die ihre Macht oder ihre Stellung nutzen... Einfach widerlich. Und das Schlimmste: Vera ärgert sich mehrfach, dass sie Bracht eine Vorlage gegeben hätte. In meinen Augen hat sie das nicht, denn nur weil sie das Singen in der Dusche erwähnt, bedeutet es nicht, dass Bracht daraus eine sexuell konnotierte Bemerkung machen darf.


    Zitat

    Aber dieser Dr. Ernst Bader macht mir wirklich Angst. Hoffentlich fällt Kathrin ihm nicht zu Opfer.


    Wie meinst Du das? Im Sinne von, dass er ihr etwas antun könnte?


  • Und wenn es Selbstmord war, warum hat er dann seine Frau mitgenommen? Hat sie geahnt, was er vorhatte? Es muss für Kinder unheimlich schlimm sein, sich immer wieder diese Fragen stellen zu müssen. Was hat es mit diesem BGH-Urteil auf sich?


    War nicht vom IGH die Rede? Der Gerichtshof in Den Haag wäre als einziger denkbar, wenn es um Reparationszahlungen von Deutschland für Griechenland gehen würde.


    Zum Selbstmord: vielleicht wollte seine Frau ihn abhalten und - wenn es nicht erfolgreich ist - mit ihm zusammen sterben? Undenkbar ist das sicherlich nicht.


    Zitat

    Wieso ist sich Manolo so sicher, dass er der letzte seines Stammes sein wird. Okay, bei seinem Lebenswandel ist es vielleicht besser, dass er nicht heiratet und keine Kinder hat. Da hat seine Ex-Freundin Greta im letzten Moment die Reißleine gezogen. Ich kann sie aber gut verstehen. Ich könnte auch nicht mit einem Mann zusammen sein, bei dem ich immer den Eindruck hätte, er verschweigt mir etwas.


    Wobei ich durchaus akzeptieren könnte, wenn Partner voreinander Geheimnisse haben. Beziehungsweise bin ich mir sicher, dass dem immer so ist. Vermutlich hat jeder Mensch Geheimnisse, die er wirklich niemandem erzählt. Vielleicht nur kleine Details, Ängste, krude Überlegungen, gewisse Erinnerungen, keine Ahnung... Nicht akzeptabel fände ich nur, wenn es den anderen direkt betrifft.
    Zum Beispiel gab es nach dem Krieg nicht wenige Menschen, die über ihre Erlebnisse geschwiegen haben. Ihren Partnern, Kindern oder Freunden kein Wort über das Erlebte erzählt haben. Ich denke, dass man so etwas durchaus verstehen sollte.
    Aber das ist jetzt natürlich ganz grundsätzlich gesprochen und nicht auf Manolis bezogen.
    Dass der Strang der Lefteris' ausstirbt, wenn Manolis keine Familie gründet, ist auf jeden Fall nicht wegzudeuten. Und da Manolis keine Familienplanung hat und schon über 40 (okay, er kann sich natürlich eine jüngere Partnerin suchen) ist, empfinde ich seine Überlegungen bezüglich seines Stammes nicht unlogisch.


    Zitat

    Ich bin gespannt, wie Christian an das Geld kommen will, dass er Ivo schuldet. Bei seiner Cousine beißt er ja da auf Granit. Aber seine Tante beklauen zu wollen, geht ja gar nicht. Ihm steht anscheinend das Wasser wirklich bis zum Hals. Sonst würde er nicht solche Methoden anwenden. Und ich bin sicher, dass er einen großen Schuldanteil daran hat, dass Kathrin einen Schlaganfall hatte.


    Naja, Chris rechnete zuerst damit, dass er das Geld irgendwoher leihen kann und dann, bei Ivos Anruf, kann er ja schlecht resignieren, denn dann ist er vermutlich weg vom Fenster. Also bleiben nur Ausflüchte und Untertauchen, nehme ich an.
    Ob er Kathrin primär um Geld erleichtern möchte, weiß ich noch nicht einmal. Offensichtlich hat er ja einen Auftrag, oder? Zumindest hat Köster Manolis auf die Dokumente angesetzt... Also hat Chris auch einen Auftrag? Vielleicht einen lukrativen, der im Luft verschaffen könnte?


  • Dem Namen nach ist Lefteris Grieche, somit gehe ich davon aus, dass der Prolog in den Kriegsjahren spielt, in Griechenland, das von den Deutschen besetzt war, und dass die Morde von deutschen SS-Offizieren begangen wurden.


    Wobei es nicht nur Offiziere von SS-Verbänden gewesen sein könnten. Auch die Wehrmacht hat in Griechenland Kriegsverbrechen begangen.


    Zitat

    Der Arzt dieser Örtlichkeit, Landmann, ist mir ganz und gar nicht geheuer. Zu sehr erinnert er mich an die eiskalten, vom "Forscherdrang" beseelten Ärzte, die mit Feuereifer eine Medizin ohne Menschlichkeit praktiziert haben - und über die ich in vielen Büchern gelesen habe, die sich mit den Massenmorden in jener bösen braunen Zeit auseinandersetzen.


    Findest Du? Bislang tritt mit Landmann eher als ein Mann, der seine Position vor allem zu Sex nutzt, vor. Für mich trat eher sein Stellvertreter Ernst Bader als eiskalter "Mediziner", der 150%iger Nazi ist, in den Vordergrund.