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  • Ja, gestalterisch mit der Wahrheit umzugehen, ist ein großes Thema des Buches und der folgenden Bände :-) Durchaus inspiriert durch Ereignisse in unserer Welt :o


    Was Felicias Hand angeht ... Ihr Vater war - zumindest im Vergleich zu Nandus - ein netter Kerl. Das ist eine andere Geschichte :-) Aber sie wird noch aufgelöst, versprochen.


    Ein Ansatz zum Toten im Hafenbecken ist sehr gut ... Mal sehen, wie ihr weitertüftelt.


    Nok ist auf jeden Fall viel mehr als nur eine Kurtisane ...


    Sehr hübsch fand ich die Idee die Hauptfiguren den Kulturen zuzuordnen. Ich bin gespannt, wie ihr weiter tüftelt.

  • Die alte Seele, die Milan in sich trägt, war also zuletzt in seinem Großvater. Und die Bilder, die Milan gesehen hat, waren ja nicht nur von den letzten Stunden seines Großvaters ... Da waren auch Bilder von Schlachten und Ungeheuern wie aus Mären. Und der Feuervogel, dem er sich hingegeben hat und in seinen Schwingen zu Asche geworden ist, um stärker als zuvor aufzuerstehen. Da musste ich auch an den Buchtitel denken, denn eine alte Seele zu sein, kann ein Fluch sein. Oder die Seele wurde durch einen Fluch zu einer alten Seele ...


    Der Tote sieht so aus, wie Milan seinem Vater den Mann beschrieben hat, der ihn verprügelt hatte. Nandus wollte immer mehr Details und so wurde das Bild von dem Mann immer deutlicher - für beide. Ob diese sehr deutliche Vorstellung und Milans Emotionen zu diesem "Bild" irgendwie dafür gesorgt haben, dass es lebendig wurde? Zumindest ist das für mich momentan am Wahrscheinlichsten, immerhin hat außer den beiden auch niemand diesen Mann gesehen. Also irgendeine Art von Magie ... Und wenn ich dabei bleibe, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass die Mär vom Krähenmann irgendwann "lebendig" wird, schließlich ergänzt Milan diese ja immer weiter ...



    Die alte Seele, die Milan in sich wohnen hat, beschäftigt mich auch ein wenig. In wie weit wird diese seine weitere Entwicklung noch beeinflussen? Seine Entscheidungen? Handeln? Oder auch seinen Charakter? Durch die Tigerin wurde sie wohl "geweckt"?


    Ich frage mich, ob Milan irgendeine Art Magie in sich trägt. Je intensiver er sich mit etwas befasst, desto plastischer wird es, bis es letztlich wahr wird? Zumindest wirkte der Seemann so auf mich. Keiner kennt ihn, niemand vermisst ihn oder hat ihn gesehen. Plötzlich war er da und tot. Sehr merkwürdig.


  • Was Felicias Hand angeht ... Ihr Vater war - zumindest im Vergleich zu Nandus - ein netter Kerl. Das ist eine andere Geschichte :-) Aber sie wird noch aufgelöst, versprochen.


    Ha, und ich bin jetzt stillschweigend davon ausgegangen, dass ihr Vater ebenfalls ziemlich hart war - das kommt davon, wenn man Vater = Nandus denkt ;D

  • Ich hatte schon das Gefühl, dass da mehr dahinter steckt. Schließlich ist er nicht irgend ein Schnittchen, sondern der Sohn eines mächtigen Mannes. Ich glaube, wie will ihn schon irgendwie ausnutzen. Und sie denkt, wenn sie ihn willfährig und ins Bett kriegt, dann hätte sie Einfluss auf den jungen Mann. Da liegt sie sicher nicht ganz falsch. Wenn man sieht, wie er gleich ganz Banane ist, weil Nok eine Woche seine Gefährtin ist (bezahlte Gefährtin wohlgemerkt).


    Ich glaube, ich habe einfach mehr von ihm erwartet ;) Er scheint ja relativ gebildet zu sein und auch für sein Alter erwarte ich eigentlich, dass er nichts tun würde, nur weil ihm eine Frau schöne Augen macht und in ihr Bett lässt :D Felicia denkt da vermutlich tatsächlich anders...

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"


  • Was hat es mit der Silberscheibe auf sich, warum spricht Nandus zu ihr? Und Felicia scheint ihre Frage, ob die Scheibe jemals geantworte habe, ernst zu meinen.



    Ich muss ja zugeben, dass ich denke, dass er ein bisschen verrückt und einsam ist und er deswegen mit der Scheibe spricht ;D Aber vielleicht beinhaltet sie ja eine der Mären aus dem Schwertwald oder so?

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Gerade weil Nandus so widersprüchlich ist, finde ich ihn sehr gut gelungen. Wie du schreibst, an manchen Stellen meint man, ernste Sorge um Milan zu erkennen und dann wieder erfahren wir, dass er ihn völlig überzogen verprügelt.


    Ich habe mich ja gefragt, warum Nandus ausgerechnet bei Milan so brutal ist, ob es daran liegt, dass nun seine ganze Hoffnungen auf dem Jüngsten ruhen, was den nächsten Erzpriester angeht. Aber vielleicht spürt er auch, dass in Milan etwas ist, dass stärker als er selber ist, so dass Nandus der Meinung ist, das mit der Prügel unter Kontrolle zu bringen.


    Mir gefällt der Charakter Nandus auch sehr - finde ihn sehr gut gelungen! Ich finde ihn irgendwie sympathisch... eigentlich liebt er doch seinen Sohn und will nur das Beste für ihn. Und da ich Nandus ohnehin für verrückt und einsam halte, würde das auch zum Verhalten mit seinem Sohn passen. Vielleicht hat er Angst, dass er nicht bleibt? Als Erzpriester würde er ja sicher bleiben. Außerdem könnte er ja auch so werden wie sein Vater im Gegensatz zu seinen Brüdern.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"


  • Nok ist auf jeden Fall viel mehr als nur eine Kurtisane ...


    ...das Gegenstück vom Erzpriester in Khanat - eine Voodoopriesterin? :D

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Ich verstehe noch nicht ganz wie Nok und Felicia zusammenhängen, das erscheint mir irgendwie seltsam... immerhin scheinen wirklich beide unterschiedliche Interessen zu haben. Aber warum hat Felicia Milan dann zu Nok geschickt bzw. sie zu ihm?


    Nok wurde wohl vor allem für diese letzte, entscheidende Nacht eingesetzt, wo sie in Milans Innerem nach etwas gesucht und auch etwas gefunden hat.

  • Nach dem rasanten Prolog, geht es jetzt einige Gangarten ruhiger weiter. Die Geschichte setzt 53 Jahre nach dem verheerenden Feuer wieder ein und wir sind bei Milan, Nandus Tormenos Sohn und Enkelsohn von Lucio.
    Ich hatte irgendwie nicht damit gerechnet, dass aus Nandus ein so fieser und harter Kerl geworden ist. Er ist kein netter Mensch und das finden wohl auch seine Söhne. Ganz besonders Milan macht es zu schaffen und hat wohl auch am meisten darunter zu leiden, weil sein Vater in ihn seine größten Hoffnungen setzt, die Erzpriesterfolge der Familie weiterzuführen. Mir scheint irgendwie entgangen zu sein, warum es bei seinen beiden älteren Brüdern nicht funktioniert hat...Habe ich das überlesen ? Gerade der älteste Sohn scheint doch genau so ein harter Mensch zu sein, wie der Vater.


    Milan ist jedenfalls ganz anders und rebelliert, wo er nur kann. Um den Ruf seines Vaters, bzw. seines Namens zu zerstören, wagt er ein krummes Ding und wird dabei doch fast erwischt. Ich kann ihn gut verstehen, ich würde mich auch aus diesem lieblosen und vorherbestimmten Leben befreien wollen. Bei seiner Flucht, wird er nicht nur verletzt, sondern auch von zwei Dieben überrascht, die ihrerseits die silberne Scheibe klauen. Aber vorher verarztet Felicia, die weibliche Diebin, Milan zum Glück noch, sodass sein Ausflug unerkannt bleibt.
    Aber so etwas wirft jemanden wie Nandus natürlich nicht aus der Bahn und er hat erstaunlich schnell eine Lösung für sein Dilemma parat und umgesetzt, das muss man ihm lassen.
    Die Art, wie die beiden vermeindlichen Diebe gefoltert und aufs Rad gebunden wurden, ist echt grausam und widerlich !!! Ich werde, glaube ich, immer zimperlicher was sowas angeht. Auf jeden Fall hat es mich ganz schön geschüttelt :o Milan hat ein furchtbar schlechtes Gewissen wegen der beiden und will seine Schuld zugeben, aber es glaubt ihm keiner. An dieser Stelle dachte ich, dass Lucios Wesen eine Generation übersprungen hat und der Enkel seinem Großvater eher gleicht, als der Sohn. Das Nok dann später in Milan die Seele von Lucio erblickte, war für mich daher total stimmig.


    Aus Nok werde ich noch nicht so ganz schlau. Was sie wohl ist und was sie wohl so alles kann - ausser aus Männern bessere Liebhaber zu machen ;D Eine wirklich pfiffige Idee von Felicity Milan zu ihr zu schicken. Ob Felicia weiß, wer oder was Nok ist ? Und was ist mit dieser alten Macht, die Nok in Milan gesehen hat ? Es klang ja eher so, als wäre sie nichts Gutes...
    Und wieso sieht der Mann, den Lorenzo aus dem Wasser genauso aus, wie der Mann, den Milan Nandus beschrieben hat. Der war doch nur ausgedacht, oder ?
    Die Geschichte macht Spaß und lässt sich schön flüssig lesen :daumen:


  • Ich frage mich, was genau auf der Tafel stand und wie es Nandus nach deren Entdeckung ergangen ist. Er muss doch unter der Tatsache, dass sein Vater eine ganze Stadt ausgelöscht hat, schwer gelitten haben. Das hat ihn doch gewiss irgendwie geprägt?
    Zudem .. wie war die Reaktion der restlichen Bevölkerung der Insel. So etwas spricht sich doch rum und wenn die Namen bekannt sind ....


    Das würde mich auch interessieren. Vielleicht bekommen wir ja noch Antworten darauf ?


  • Oh, an den Krähenmann glaube ich so direkt jetzt nicht. Zumindest nicht, dass er gerade sein Unwesen in der Stadt treibt. Entweder macht sich da einer einen Scherz oder es ist alles ein Zufall. Manchmal interpretiert man ja ein wenig zu viel in Sachen hinein, so wie es bei Milans Diebstahl ebenfalls war.


    Vielleicht nutzt die Mär vom Krähenmann jemand für seine eigenen Zwecke ? Praktisch als Vorbote für irgendwas größeres Böses ?


  • Ich muss ja zugeben, dass ich denke, dass er ein bisschen verrückt und einsam ist und er deswegen mit der Scheibe spricht ;D Aber vielleicht beinhaltet sie ja eine der Mären aus dem Schwertwald oder so?


    Das ist ein wiziger Gedanke :D :D :D
    Aber Spaß beiseite, hat nicht jemand gefragt, ob die Scheibe ihm antworten würde ? Oder bin ich da in der falschen Geschichte..... :verlegen:


  • Mir scheint irgendwie entgangen zu sein, warum es bei seinen beiden älteren Brüdern nicht funktioniert hat...Habe ich das überlesen ? Gerade der älteste Sohn scheint doch genau so ein harter Mensch zu sein, wie der Vater.


    Der mittlere Sohn macht sein eigenes Ding als eine Art Priester, anders als sein Vater, aber wohl ziemlich erfolgreich. Ich meine, bei Juliano wurde auch was erwähnt, weiß es aber nicht mehr. Aber habe mich auch gefragt, warum er es nicht geschafft hat, denn er würde eigentlich als Nachfolger sehr gut passen ::)



    Eine wirklich pfiffige Idee von Felicity Milan zu ihr zu schicken. Ob Felicia weiß, wer oder was Nok ist ?


    Darüber bin ich mir auch nicht wirklich im klaren.


  • Vielleicht nutzt die Mär vom Krähenmann jemand für seine eigenen Zwecke ? Praktisch als Vorbote für irgendwas größeres Böses ?


    Den Gedanken hatte ich auch schon, dass es jemanden gibt, dem die aufkommenden Gerüchte um den Krähenmann gerade recht kommen und sie für sich ausnutzt.

  • Ui, solche fiesen versteckten Hinweise setzen sich sofort in meinem Kopf fest und es geht wildes Spekulieren los. 8)


    Jetzt hab ich gleich hunderte Ideen, was es noch sein könnte! Das ist sehr fies! :D

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

    Einmal editiert, zuletzt von Marada ()