06 - von Seite 412 - Seite 495 (Thouar, Zunftsaal, Mittag 30. Tag..)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Ich habe es so verstanden, dass durch/mit dem Brand von Abora die Stadt zu einer Legende/Mythos geworden ist. So kamen die Mären zustande (Mären sind ja im Endeffekt Geschichte, die durch orale Erzählung entstehen) und ein Teil davon waren die Geister und die leben nun.

  • Arbora ist ja mehr als gruslig - da würde ich auch zusehen, schnellstmöglich wieder wegzukommen :o


    Aber rührend fand ich es, wie Nandus seinen Kindheitserinnerungen nachgehangen ist, wie er insgeheim hoffte, wieder in die damalige Zeit eintauchen zu können, wenn er durch die Tür ihres ehemaligen Zuhauses geht. Aber schon das Maunzen, das Nandus an Cato erinnert, war schaurig - und dann immer dieses Leuchten im Dunkel der Ruinen.


    Matteo Canali ist also tatsächlich tot - jedenfalls eigentlich. Auch er wird von einer Märengestalt, zu der er in den letzten 53 Jahren geworden ist, Wirklichkeit. Spannend war es dabei, dies aus der Sicht einer solchen Märengestalt zu erleben. Canali versteht selbst nicht, was genau vor sich geht. Aber er muss sich von den Lebenden nähren, um "leben" zu können. Ist das beim Krähenmann & Co. ebenso der Fall? Das würde dann aber bedeuten, dass die Kinder eher nicht mehr leben.


    Man kann über Nandus einiges sagen, aber dass er feige ist, kann man wirklich nicht behaupten, wie er sich gegen die Märengestalten stellt und damit die verunsicherten Krieger und die Kampfmoral aufrechterhält.


    Dann gibt es ein schauriges Wiedersehen mit Viola: das wir sie auf diese Weise wiedersehen würden, damit hatte ich nicht gerechnet. Wenn Arbora wirklich von all den Toten des damaligen Brandes bevölkert ist, dann wird die Stadt auch noch auf lange Zeit hinaus unbewohnt bleiben - selbst, wenn es nur einzelne "Geister" sind, dann reicht das auch schon aus. Wisst ihr, worauf ich die ganze Zeit gewartet habe? Dass Nandus' Vater womöglich auch auftauchen würde.


    Mit Wolfhard von Urschlingen betritt ein weiterer spannender Charakter die Bühne. Spannend auch deswegen, weil er nicht aus Überzeugung kämpft, sondern für diejenigen, die ihm das beste Angebot unterbreiten. Und er ist mit seiner recht großen Schar eine Größe, mit der man rechnen muss.


    Überraschend war auch, dass es eigentlich zwei Befreiungsversuche für Milan gibt: Rainulf ist allerdings schneller als Noks Mann. Rainulf gefällt mir weiterhin sehr gut und ich hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt. Im Moment ist er im Schwertwald Milans einziger sicherer Verbündeter, wir mir scheint.


    Ich muss zugeben, ich hatte im Schwertwald mehr Zusammenhalt und Ehrhaftigkeit erwartet, aber in Wirklichkeit herrschen dort ebenfalls Zwietracht, Misstrauen und innere Konflikte. Und Lucille scheint mir das krasse Gegenteil ihrer Schwester zu sein, deren Wort man nicht trauen kann. Wenn Milan ihr wahres Gesicht erkennt, bin ich mir nicht mehr sicher, ob er weiterhin so überzeugt ist, für die richtige Seite zu kämpfen.


    Ich halte zwar von Juliano nicht sehr viel, hoffe aber doch, dass er nicht seinen Kopf verliert. Zumal ich nicht glaube, dass Nandus sich von dem Kopf seines Sohnes abhälten lässt, selbst wenn es dann noch um Milans Kopf geht.


    Nok muss ihre Pläne ändern, nachdem Kang zu spät war, was die Befreiung Milans angeht. Sie will dafür sorgen, dass "die richtigen Mächte auf Cilia zusammentreffen." Eine der Mächte, an die sie denkt, ist die Macht des Drachen, damit meint sie scheinbar den Khan?
    "Die alten Prophezeiungen sprechen von dreien, deren Macht Träume wahr werden lässt." Nok hält es für möglich, dass sowohl Nandus als auch Milan zwei dieser Drei sein könnten. Das würde aber bedeuten, dass sie zusammenarbeiten müssen und nicht gegeneinander, oder? Wobei ich bei dem Mann des Feuers eher an Lucio Tormeno denken würde, aber das ist eigentlich nicht möglich. Diese Drei können dann neue Wirklichkeiten schaffen. Das wäre eine gewaltige Macht - man muss sich das mal vorstellen, wenn man Dinge oder Wesen ins Leben rufen kann, wie man will.
    Und ich frage mich dann natürlich, wer der Dritte im Bunde sein könnte


    Dann haben wir noch diesen seltsamen Wunsch der Weißen Königin, dass das Volk vom Schwertwald niemanden von den Mären erzählen dürfte. Warum nicht? Und wird sie wirklich demnächst zurückkehren? Sie ist ja eigentlich auch eine Märengestalt.


    Nandus' Pläne sind in jedem Fall anders, als Milan annimmt - ich vermute, die beiden werden sich demnächst gegenüberstehen.


    Der Riese Gideon ist etwas skurril - ich musste ja schon grinsen, als er sich darüber auslässt, dass die Menschen ihn bestimmt betrügen wollen, weil sie nicht über die Gürtellinie zuschlagen können. Aber mit der Hilfe von Wolfgard von Urschlingen schafft es Nandus tatsächlich, Gideon zu Fall zu bringen. Nandus, der Erzpriester, Bertrand, der Kaiserritter und Orlando von den Schwarzen Adler wachsen allmählich zu einem Team zusammen, obwohl sie normalerweise nicht so viel voneinander halten.


  • Da zeigt er mehr Herz als gegenüber seinen Söhnen.


    Ja, das dachte ich in dem Moment auch.



    Außerdem ist sie eine weiße Tigerin. So ganz klar ist mir noch nicht, was das bedeutet, aber sie hat auf jeden Fall eine recht hohe Position inne.


    Das habe ich mich auch gefragt, was es genau bedeutet, eine Weiße Tigerin zu sein. Früher hatten die Weißen Tigerinnen wohl noch mehr macht, aber inzwischen wurde diese von den Gelehrten des Khans deutlich beschnitten. Und sie scheint eine Art Spitzel zu sein, denn ihre Liebesdienste sind nur Tarnung.


  • Ich frage mich ja, ob wirklich alle Märengestalten wirklich FÜR die Rebellen sind. Der Riese wohl schon (und das Einhorn, dass den Scharfrichter geben wird :o), aber manche machen ja vielleicht einfach nur ihr eigenes Ding, oder? Z.B. der Baselisk der Rebhühner versteinert. ;D


    Stimmt, an einer Stelle hatte ich den Eindruck, dass die Schwertwäldler die Märengestalten nicht unbedingt steuern können, sondern einfach den Vorteil annehmen, dass sie - jedenfalls momentan - auf ihrer Seite sind.


  • Man spricht von drei Traumwebern. Wenn Nandus und Milan zwei davon sind, wer ist dann der Dritte? Vielleicht Fabricio? Von ihm wissen wir ja noch am wenigsten bisher. Und wo treibt der sich überhaupt herum?


    Pass auf, nachher handelt es sich bei dem Dritten um Juliano :D


  • Ich habe es so verstanden, dass durch/mit dem Brand von Abora die Stadt zu einer Legende/Mythos geworden ist. So kamen die Mären zustande (Mären sind ja im Endeffekt Geschichte, die durch orale Erzählung entstehen) und ein Teil davon waren die Geister und die leben nun.


    So habe ich es bisher ebenfalls verstanden.

  • Überraschend war auch, dass es eigentlich zwei Befreiungsversuche für Milan gibt: Rainulf ist allerdings schneller als Noks Mann. Rainulf gefällt mir weiterhin sehr gut und ich hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt. Im Moment ist er im Schwertwald Milans einziger sicherer Verbündeter, wir mir scheint.


    Ich bin froh, dass es Rainulf war. Nok traue ich nicht mehr so ganz über den Weg.


  • Ich bin froh, dass es Rainulf war. Nok traue ich nicht mehr so ganz über den Weg.


    Bei Nok bin ich mir auch nicht so sicher. Überhaupt hält sie sich ja schön aus allem raus, oder ? Was tut sie denn eigentlich während alle andern ordentlich an ihre Grenzen gehen ?

  • Wieder ein Abschnitt in dem viel passiert.


    Als Matteo scheint ja gerade erst aus seinem Grab auferstanden zu sein. Sonst hätte er sich ja erinnern können, was in den letzten Jahren so war, oder?
    Aber kommt das nur weil die Mären sich erheben oder bei ihm speziell weil ein Nachfahre Lucios wieder in der Stadt ist? Vielleicht hängt es ja auch damit zusammen ... er hat schließlich Rache geschworen.


    Milan wird von Rainulf gerettet - ich gestehe, ich bin da auch froh drüber, dass es nicht Kang war. Nok ist mir irgendwie nicht geheuer. Ich glaube nicht, dass sie ihm was böses will. Sie wil ihn aber - wie alle anderen auch - nur für ihre Sache benutzen. Das finde ich nicht gut. Ich denke Milan muss generell endlich mal entscheiden was er selbst eigentlich will.
    Auch die Herzöge wollen ihn benutzen. Erst als Druckmittel gegen Nandus - aber was, wenn das nicht reicht? Werden sie ihn dann einfach umbringen? Oder kann Rainulf da noch was machen?


    Hach, Gideon. Fand ich irgendwie süß. Ein bissl naiv und irgendwie tat er mir einfach nur leid. Ich hoffe es geht ihm soweit gut und er kann sich noch mal revanchieren.


    @Bernhard
    Also das mit den Nachttöpfen und Juliano ist ja nun mal echt eklig :angst:
    Damit den Schild zu beschmieren - okay, aber ihn zwingen das zu essen? Bääääääägs!


    Nandus. Wäre er kein Vater in diesem Buch, wäre er der perfekte Fantasyheld. Ein Mann ohne Angst, der sich in jeden Kampf wirft und nicht zimperlich ist. Da man aber weiß, wie er mit seinen Söhnen umgeht, ist das immer so ein bissl mit schalem Beigeschmack.
    Vielleicht rauft er sich mit Milan ja irgendwann doch noch zusammen ... es wäre beiden zu wünschen.

  • Ach ja, Arbora. Die vielen Geister dort sind aber glaube nicht erst jetzt wieder da. Ich dachte dass es früher schon hieß, dass einige Menschen dort hin sind um was zu finden und nie zurückgekehrt sind.
    Da dort aber auch niemand wohnt, scheinen die jetzt nicht zwingend erfolgreich gewesen zu sein.


    Also glaube ich, dass zwar Matteo erst durch Nandus erscheinen dort wieder aufersteht, aber die Geister - gerade auch das Mädchen - dort schon länger spuken.


  • Mit Wolfhard von Urschlingen betritt ein weiterer spannender Charakter die Bühne. Spannend auch deswegen, weil er nicht aus Überzeugung kämpft, sondern für diejenigen, die ihm das beste Angebot unterbreiten. Und er ist mit seiner recht großen Schar eine Größe, mit der man rechnen muss.


    Ein Charakter den ich irgendwie mag - bisher jedenfalls. Er hat seine Prinzipien, ist sich aber auch für nichts zu Schade.

  • Oh Mann, was für ein Abschnitt! Genial geschrieben, großes Kino, Bernd... 8)


    Meines Erachtens war die beste Szene, die mit Gideon und Nandus beim Faustkampf! "Lass uns Mann gegen Mann kämpfen" - "Aber ich habe kein Schwert" :D oder auch "Ich möchte keinen ungerechten Kampf." oder "Ihr seid aber in der Überzahl, das sehe ich euch nach." :D Wie toll! Ich musste so lachen!


    Matteo Canali fand ich auch toll geschrieben - er ist ja echt gruselig und beinahe hätte er sich rächen können, wäre da nicht das Licht in die Kapelle gefallen! Und dann hört man von den Schwertherzögen auch noch, dass er dem ganzen Tross in den Schwertwald gefolgt ist!


    Ach, zu dumm für Milan, dass Juliano vorher bei den Herzögen war und dass Nandus sich für einen anderen Plan entschieden hat. Jetzt wirkt Milan nicht mehr so glaubwürdig bei den Herzögen und sie entscheiden Nandus eine Nachricht zu schicken. Hoffentlich kann Milan etwas für Juliano tun!


    Ich habe furchtbare Angst, dass das Buch mit einem Cliffhanger endet. Es ist ja bald vorbei :o und es gibt noch so viel zu erzählen und so viel zu lesen. Warum hat das Buch nicht doppelt so viele Seiten? :lesen: Wir sollten wirklich alle an den Verlag schreiben und für dickere Bücher (mindestens doppelt so viele Seiten) plädieren!

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"


  • [...] Gruselig waren die ersten Szenen des Abschnitts in Arbora. Die Stadt wimmelt von den Geistern der Menschen, die wir im Prolog kennenlernen durften. Da schließt sich der Kreis zum Prolog auch nochmal mehr. Ich frage mich, was ausgerechnet diese Charaktere als Geister überleben ließ. Es wird ja ein wenig bei Matteo angedeutet, dass er nicht ins Licht gehen wollte. War es so einfach? Auffällig ist, dass keiner der Geister "gut" gesonnen ist, jeder sucht Rache. Selbst das kleine Mädchen! :o


    Nok wollte den Weg zum Roten Kloster kennen. Also scheint sie oder das Khanat ein Interesse an den Geheimnissen dort zu haben. Ich habe mich später auch gefragt, ob die obersten beiden Kreise der Erzpriester auch nicht alle Mären kennen oder ob sie denen schon auf der Spur sind...
    Außerdem ist sie eine weiße Tigerin. So ganz klar ist mir noch nicht, was das bedeutet, aber sie hat auf jeden Fall eine recht hohe Position inne.


    Ja, das finde ich auch. Das kleine Mädchen mit Schwester und Mutter vom Prolog... wie gruselig. So viele Tote in dieser Stadt und jetzt gibt es noch 18 mehr von der Schwarzen Schar.


    Ich hätte auch nie vermutet, dass Nok den Weg zum Kloster kennen möchte. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass ihn niemand kennt? Die "weiße Tigerin" ist mir auch noch nicht so ganz klar. Hoffentlich gibt es noch eine Geschichte dazu.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"


  • Ich frage mich ja, ob wirklich alle Märengestalten wirklich FÜR die Rebellen sind. Der Riese wohl schon (und das Einhorn, dass den Scharfrichter geben wird :o), aber manche machen ja vielleicht einfach nur ihr eigenes Ding, oder? Z.B. der Baselisk der Rebhühner versteinert. ;D


    Ich glaube der Riese ist auch nicht für die Rebellen? ??? Als Rainulf mit Milan und den anderen durch den Wald wandert, sind sie ja auch immer auf der Hut vor Gideon und halten Ausschau, weil sie ihm nicht begegnen wollen. Milan sieht ja nur den riesigen Fußabdruck von ihm. Auch so eine Szene bei der ich lachen musste - das Einhorn als Scharfrichter und der Basilisk mit den Rebhühner. Das sind irgendwie schon sehr lustige Märengestalten beim ersten Lesen. Natürlich wünsche ich jetzt niemandem dem Einhorn zu begegnen...brrrr.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"


  • Sorry, wer kann jetzt hier eine Lesepause machen. Ich nicht. ;)


    das ist wahr - jetzt verstehe ich, warum ihr alle ab Abschnitt 06 so schnell fertig gewesen seid :unschuldig: :totlach:

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"