02 - Seite 101 – Seite 175 (einschl. Kapitel 20)

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  • 22 Jahre und 19 Jahre.. meine Güte, die Beiden sind ja echt jung. Mich wundert ja, wie unbeirrt auch Marco in seinen jungen Jahren da ist. Ihm kommt wohl hier zugute, dass er sich hat beibringen lassen sich zu wehren, wie er selber erzählt. Sonst sähe es wohl für die Beiden da nicht so gut aus auf dem Weg.


    Was müssen in Antonalle für 1000 Fragen sein .... ganz alleine mit einem völlig wildfremden gemeinsam zu fliehen? Jedoch muss dann die Angst vor dem was sie erlebt, wenn sie bleibt grösser sein. Zumindest scheint Marco in soweit Vertrauen in ihr zu wecken, dass sich sich im anvertraut und mitzieht. Ich hatte ja für einen kurzen Moment Sorge, das er am nächsten Morgen dann weg ist und es leere Versprechungen waren, sie mitzunehmen, aber er wartete dann ja tatsächlich an der Weggabelung auf sie.
    Wie traurig muss es sein, ihre Familie, Ihre Geschwister da alleine zurück zu lassen?


    Tja dann die erste Nacht.. irgendwo müssen sie die ja unterbringen. Was hat sie gehofft oder hat sie verdrängt was sie da abends erwartet? Schliesslich geben sie sich als Eheleute aus und sie erinnert sich dann auch schnell daran.


    Sie die so mit Männern noch gar nichts anfangen kann, wird ob sie will oder nicht nicht nur diese Nacht mit ihm gemeinsam verbringen müssen. Das sie da kaum schlafen kann, kann ich mir zu gut vorstellen.


    Dann überrascht Antonella mich total , als sie Marco bittet, ihn zu küssen. Das ist ja für die damalige Zeit nun gar nichts selbstverständliches. Für ihn scheint es nichts ungewohntes zu sein. Über Marco weiss man da nicht viel, man kann nur vermuten, das es da vielleicht schon die eine oder andere gab, mit der er seine Erfahrungen gemacht hat. Zumindest scheint er so abständig zu sein, das Antonella sich in seiner Nähe tatsächlich sicher fühlen kann.


    Zumindest scheint in Antonalle immer wieder die Frage aufzukommen, wer ist Marco, was macht er und wo will er hin?


  • Jedoch muss dann die Angst vor dem was sie erlebt, wenn sie bleibt grösser sein.


    Für mich ist Angst der Grund für Antonellas überstürzten Aufbruch. Ihr Verlobter hat versucht sie zu vergewaltigen, hat ihren Eltern eine faustdicke Lüge aufgetischt , sie danach unverhohlen bedroht und ihr wehgetan. Sie weiß genau, wenn sie bleibt, wird sie ihn heiraten müssen. Weil ihr keiner glauben wird und weil sich niemand (außer vielleicht Aminta) gegen die Müllerfamilie stellen wird. Im Grunde hat sie die Wahl zwischen Pest und Pocken, und wie sie sehr richtig feststellt, kann sie vor Marco fliehen, sollte er sich als Schuft entpuppen. Aber Paolo als ihr Ehemann hätte alle Rechte. Er darf sie zum Sex zwingen, er darf sie schlagen, er darf sie einsperren. Und sie hat nicht viel Zeit für eine Entscheidung. Vielleicht hätte sie es nicht getan, wenn Marco ihr nicht angeboten hätte, zusammen zu reisen. So hatte sie die Gelegenheit und hat sie genutzt.


    Marco ist kein unbeschriebenes Blatt, was Frauen angeht. Er hatte in Pisa Gelegenheit Erfahrung zu sammeln und hat die auch genutzt. Wer das Prequel gelesen hat, weiß, dass er in Pisa Gelegenheit hatte, Erfahrung zu sammeln.

  • Michele ist natürlich ein Schatz UND ein Schnittchen auch noch. Ich stehe ja persönlich auch auf dunkelhaarig und der Kerl hat so ein nettes Wesen, kein Wunder, dass sich Antonella sehr schnell zu ihm hingezogen fühlt. Der Spruch der Heilerin war sehr treffend, dass er einer ist, der Wünsche weckt. Gefällt mir, wie die beiden sich immer näher kommen. Ganz ohne Kitsch. Auch die Dramatik der Reise ist wohldosiert. Also zwischen ruhigen Momenten, in denen sie gute Gespräche führen und solchen, in denen Schneesturm oder Banditen u.ä. ihnen das Leben schwer machen. Auch gut finde ich, dass nicht nur Michele/Marco der Retter ist, sondern auch mal Antonella die Starke ist, die ihn vor dem Erfrieren bewahrt.


    Sucht Hauptmann Salviati nach Michele? Ist er der Desserteur? Oder gibt es da noch einen? Ich rechne ständig damit, dass sie auf jemanden treffen, der entweder Antonella sucht oder Michele kennt und verhaften will. Ob sie es bis Genua schaffen.


    Dass die Rebellen an der göttlich gewollten Ordnung rütteln, muss man sich auch immer erst vor Augen führen. Die Kirche und der Adel haben Jahrhunderte eine starre Gesellschaftsform aufrecht erhalten, die Bauern, Arbeiter und Frauen klein hält. Wird Zeit, dass das aufhört. Die beiden jungen Leute sind sozusagen Vertreter einer neuen Ordnung. Bildung und ein vertreiben der fremden Herrscher wird der Anfang sein. Das kommt gut rüber.


    All die Orte kenne ich. Cecina, La Spezia, Genua. Ich schwelge in der Geschichte.

  • Für mich ist Angst der Grund für Antonellas überstürzten Aufbruch. Ihr Verlobter hat versucht sie zu vergewaltigen, hat ihren Eltern eine faustdicke Lüge aufgetischt , sie danach unverhohlen bedroht und ihr wehgetan. Sie weiß genau, wenn sie bleibt, wird sie ihn heiraten müssen. Weil ihr keiner glauben wird und weil sich niemand (außer vielleicht Aminta) gegen die Müllerfamilie stellen wird. Im Grunde hat sie die Wahl zwischen Pest und Pocken, und wie sie sehr richtig feststellt, kann sie vor Marco fliehen, sollte er sich als Schuft entpuppen. Aber Paolo als ihr Ehemann hätte alle Rechte. Er darf sie zum Sex zwingen, er darf sie schlagen, er darf sie einsperren. Und sie hat nicht viel Zeit für eine Entscheidung. Vielleicht hätte sie es nicht getan, wenn Marco ihr nicht angeboten hätte, zusammen zu reisen. So hatte sie die Gelegenheit und hat sie genutzt.


    Marco ist kein unbeschriebenes Blatt, was Frauen angeht. Er hatte in Pisa Gelegenheit Erfahrung zu sammeln und hat die auch genutzt. Wer das Prequel gelesen hat, weiß, dass er in Pisa Gelegenheit hatte, Erfahrung zu sammeln.


    alles sehr grausam, was zu damaliger Zeit den Frauen blühte,sie waren ja quasi total ausgeliefert, da kann ich ihre Gedanken und ihre Entscheidung zu gut verstehen. 8)

  • Die Reise nach Genua ist eine beschwerliche. Marco muß sich in Acht nehmen, damit er nicht entdeckt wird. Und die Gefahr lauert an jeder Ecke. Wenn er den Mann mit der Pistole nicht getötet hätte, hätte es mit den beiden ein schlimmes, vorzeitiges Ende nehmen können.


    Marco ist gar nicht richtig ausgerüstet, um durch die Wälder zu reisen. Er hat quasi nur die Sachen, die er am Leib trägt, und diese sind für die kalte Witterung nicht geeignet. Er hätte sich schnell den Kältetod holen können. Antonella kann die Reise nicht alleine fortsetzen!


    Ja, Antonella hat viele Fragen wegen Marco, aber trotzdem vertraut sie ihm. Sie merkt, daß sie sich auf ihn verlassen kann. Und sie findet allmählich Gefallen an ihm! Er ist ganz anders als der grobe Paolo!

  • Marco ist gar nicht richtig ausgerüstet, um durch die Wälder zu reisen. Er hat quasi nur die Sachen, die er am Leib trägt, und diese sind für die kalte Witterung nicht geeignet.


    Er hat auch nicht damit gerechnet, dass er im Winter in den Bergen sein wird.
    Der Plan war ja dieser:

    Zitat

    Er würde sich in Lucca mit Luciano treffen, einem Freund aus Kindertagen, der ebenso ein Carbonaro und Mitglied von Giovine Italia war. Gemeinsam würden sie über die Berge nach Modena reiten, um sich dort mit weiteren Carbonari zu treffen. Von Modena aus sollten sie nach Parma, Cremona und Piacenza gehen und schließlich über Alexandria nach Genua zurückkehren.


    Irgendwann, irgendwo ist da etwas schiefgegangen.

  • Marco und Antonella sind auf dem Weg nach Genua. Eine ganz schön lange und gefährliche Reise. Da Marco vorher bei den Soldaten gedient hat, ist er gut ausgebildet, um zumindest einige „Stolpersteine“ aus dem Weg zu räumen. Mir gefällt, wie Antonella sich schon langsam entwickelt und etwas mehr aus sich herauskommt. Marco gibt ihr auch keinerlei Anlass, an ihm zu zweifeln, wenn er auch oftmals für sie ein Rätsel ist. Dass sie ihre Freundin, ihre Schwestern und auch ihre Eltern schmerzlich vermisst, ist völlig normal. Sie ist nun auf sich allein gestellt und muss sich irgendwie durchkämpfen, wobei ich natürlich insgeheim die Hoffnung hege, dass Marco da auch noch eine Rolle spielen wird… :)


    Dass die beiden als Eheleute reisen, macht es zwar einfacher, Unterkünfte zu finden oder Anschluss an andere Reisende, allerdings ist es für die beiden auch schwierig, sich auf engstem Raum aus dem Weg zu gehen, denn getrennte Zimmer sind ja nun nicht möglich. Als die beiden sich küssen, weil Antonella keinerlei Erfahrung, fand ich das total niedlich. Da hat es aber wohl schon bei beiden geknistert! Obwohl Marco ein Fremder für sie ist, vertraut sie ihm doch so weit, dass sie sich bei dem Kuss in seine Hände begibt. Marco ist ein anständiger Kerl, der mir sehr sympathisch ist.


    Das Buch ist wirklich toll geschrieben, ich kann mir die zwei auf ihrer Reise gut vorstellen. :lesen:


  • Michele ist natürlich ein Schatz UND ein Schnittchen auch noch. Ich stehe ja persönlich auch auf dunkelhaarig und der Kerl hat so ein nettes Wesen, kein Wunder, dass sich Antonella sehr schnell zu ihm hingezogen fühlt.


    Da muss ich Dir voll und ganz zustimmen. Auch ich bin eher auf dunkel eingestellt (gerade bei Italienern), aber dieses besondere Exemplar macht einem schon ganz schön den Mund wässrig. Vor allem aber punktet er bei mir durch Verantwortungsgefühl und seinen Beschützerinstinkt. Er mag ein Draufgänger sein, aber er nimmt seine Aufgabe gegenüber Antonella sehr ernst.


  • Marco ist gar nicht richtig ausgerüstet, um durch die Wälder zu reisen. Er hat quasi nur die Sachen, die er am Leib trägt, und diese sind für die kalte Witterung nicht geeignet. Er hätte sich schnell den Kältetod holen können. Antonella kann die Reise nicht alleine fortsetzen!


    Ich habe mich auch über den Leichtsinn von Marco gewundert. Dass er so gar nicht an wärmere Kleidung gedacht hat, wo es doch in den Winter geht und er auch noch über die Berge muss. Da hätte er eigentlich dran denken können. Das zeigt aber auch wieder, wie jung er eigentlich noch ist. Bisher musste er sich über diese Dinge wohl noch nie Gedanken machen.

  • Ich habe mich auch über den Leichtsinn von Marco gewundert. Dass er so gar nicht an wärmere Kleidung gedacht hat, wo es doch in den Winter geht und er auch noch über die Berge muss. Da hätte er eigentlich dran denken können. Das zeigt aber auch wieder, wie jung er eigentlich noch ist. Bisher musste er sich über diese Dinge wohl noch nie Gedanken machen.


    Dazu habe ich etwas weiter oben schon was geschrieben. Sein Plan war ja ein ganz anderer. Er wollte von Modena nach Genua, aber nicht durch die Berge, sondern "außen rum", durch die Po-Ebene. Und als er von Montescudaio aufgebrochen ist, war es September, da ist das Wetter noch gut.

  • Hi,diesmal bin ich nicht wirklich schnell aber mit dem zweiten Abschnitt bin ich nun durch


    Die Reise nach Genua finde ich extrem spannend geschrieben.Schön wie sich die beiden langsam näherkommen nach dem Schneesturm in der Hütte.Hoffentlich bleiben beide gesund,ganz schön gefährlich und Marco hat ja keine gute Kleidung.Ich finde ihn aber soo toll,ein richtiger Gentleman ist er.Die beiden,besonders er,sollten aber wirklich gut aufpassen,nicht das er erkannt wird


    Was mit den Carabiniere passiert ist,fand ich sehr sehr traurig..


    Auf jeden Fall fängt Antonella an zu merken,das irgendwas an der Geschichte von Marco nicht ganz richtig ist..z.b das er so viel Geld hat.Mal sehen wie lange sie ihm das noch alles glaubt..
    Er hat aber ja nichts Schlimmes gemacht.Bin auf ihre Reaktion sehr gespannt