03 - Seite 175 – Seite 261 (einschl. Kapitel 31)

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  • Die Geschichte legt in der Geschwindigkeit zu!


    Endlich kann sich Marco dem Wetter angepasste Bekleidung kaufen, sonst hätte er sich womöglich noch eine Lungenentzündung oder etwas Schlimmeres zugezogen.


    Die Situation mit den berittenen Gendarmen, die 3 Männer einkassieren wollen, die das verbotene Journal "La Giovine Italia" in ihrem Besitz und gelesen haben, ist ganz schön brenzlig, zumal die Leute Marcos Ruf "Italien befreit sich selbst" laut mitstimmen, denn die Gendarmen erschießen einen Gefangenen, der weglaufen wollte.


    Was für eine Situation! Selbst das geschriebene Wort ist gefährlich! Antonella erfährt jetzt, daß so etwas jeden Tag irgendwo in Italien geschieht. Wer von der Freiheit träumt, riskiert sehr viel!


    Ich für meinen Teil habe bisher nichts von der Geschichte Italiens gewußt, daß es ebenso wie in Frankreich Bestrebungen im Volk gab, frei zu werden.


    Antonella hatte sich bisher nie für Politik interessiert, daß heißt, es gab ja auch bisher keinen Grund für sie. Sie war mit dem einfachen Leben auf dem Dorf zufrieden gewesen, auch wenn es hart war.


    Es ist wunderbar, daß Marco Antonella auf ihrer Reise das Schreiben und auch Begriffe aus der ligurischen Sprache beibringt. Schreiben und Lesen sind eben sehr wichtig, wenn man weiterkommen möchte.


    Mit dem Kauf eines zweiten Pferdes sind Marco und Antonella viel mobiler. Der Name des Pferdes Ombra - Schatten paßt zu Marco, der sich im Schatten aufhalten muß, um nicht aufzufallen.


    Schließlich finden Antonella und Marco zusammen. Sie werden ein Paar. Antonella kann sich keinen besseren Mann vorstellen als Marco. Wie schön für die beiden. Auch wenn noch nicht alle Probleme gelöst sind.


    In Genua erlebt Antonella, wie Seeleute sich hemmungslos mit Frauen vergnügen. Das muß sie wohl erst noch verdauen.


    Wird Antonella ihre Tante finden? Wenn ja, was wird sie dann machen? Findet sie eine Anstellung? Was kommt auf Marco zu? Wenn er geht, werden sie sich wiedersehen? Viele Fragen! Da hilft nur, schnell weiterzulesen!

  • Der dritte Abschnitt hat mir gefallen, obwohl eigentlich nicht viel passiert. Es ist eine Art Roadmovie durch Italien. Michele und Antonella lernen sich immer besser kennen und natürlich auch lieben. Sie treffen einige sehr nette Menschen, die ihnen auf die ein oder andere Weise helfen. Antonella lernt mit seiner Hilfe neue Landstriche und neue Gedanken über das eigene Leben und die Gesellschaft kennen. Und die Liebe auch. Ein bisschen liegt mir inzwischen im Magen, dass Michele sie ja ständig belügt. Auch wenn es teilweise wegen ihrer eigenen Sicherheit sein mag, so sollte er ihr doch jetzt mal reinen Wein einschenken. Er muesste ihr doch jetzt endlich trauen.


    Fasziniert und etwas schockiert war ich davon, dass die Menschen in Antonellas Bergdorf im Winter sogut wie nur von Esskastanie gelebt haben. Das wusste ich nicht und finde es krass. Die Menschen waren wirklich arm und die Frauen, Kinder und Alten hatte im Winter echt nix zu lachen. Ein hartes Leben. Die Menschen hatten wohl tatsächlich anderes zu tun, als sich für Politik zu interessieren. Schulen wären aber nicht schlecht, damit die Kinder mal eine bessere Zukunft hätten.

  • Ein bisschen liegt mir inzwischen im Magen, dass Michele sie ja ständig belügt. Auch wenn es teilweise wegen ihrer eigenen Sicherheit sein mag, so sollte er ihr doch jetzt mal reinen Wein einschenken. Er muesste ihr doch jetzt endlich trauen.


    Ich vermute, daß Marco sie auf keinen Fall gefährden will, dadurch daß sie mehr von von seiner Sachen wissen würde. Als Belügen würde ich das nicht bezeichnen.

  • Ich vermute, daß Marco sie auf keinen Fall gefährden will, dadurch daß sie mehr von von seiner Sachen wissen würde. Als Belügen würde ich das nicht bezeichnen.


    Ob sie das auch so sieht wage ich zu bezweifeln. Ich finde schon, dass er ihr nicht die Wahrheit sagt - auch wenn der Grund zum Teil ihr Schutzsein mag.

  • Ob sie das auch so sieht wage ich zu bezweifeln. Ich finde schon, dass er ihr nicht die Wahrheit sagt - auch wenn der Grund zum Teil ihr Schutzsein mag.


    Oh, wie sie das sieht, erfahrt ihr noch.


    Aber das ist das Schöne für mich an Leserunden, ich bekomme einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte, einen "von außen".
    Ich habe die Geschichte gefühlte 1000 mal im Kopf durchgenudelt, für mich ist natürlich alles ganz logisch.
    Jedenfalls eine gute Frage: Warum sagt er ihr nicht die Wahrheit. Ich stell mich mal daneben und frage mit.


    Aus welchem Grund hat er ihr überhaupt seine Hilfe angeboten? War das wirklich nur ritterlich, weil er so ein netter Mensch ist,
    oder gab es noch andere Motive?
    Alleine, zu Pferd, wäre er sicher schneller voran gekommen. Dass er ohne sie im Schneesturm nicht überlebt hätte, konnte er da noch nicht wissen.


    Sie kommen sich näher, er verliebt sich in sie. Wirklich? Oder nutzt er vielleicht nur die Gelegenheit? Schließlich geht die Initiative von ihr aus, nicht von ihm. Welcher Mann sagt nein, wenn ein junge, hübsche Frau ihn "anmacht"? ( Das sind jetzt gemeine Fragen).


    Welche Wahrheit sollte er ihr sagen? Wer er wirklich ist?
    Der Sohn des Marchese di Raimandi, Vaterlansverräter, Deserteur und Mitglied einer verbotenen terroristischen (aus Sicht der Regierenden) Vereinigung?
    Muss er nicht fürchten, dass sie ihm den Laufpass gibt, ihn vielleicht sogar anzeigt? Er gilt als Verbrecher.


    Ich finde, dass es immer schwieriger wird, die Wahrheit zu sagen, je länger man etwas verheimlicht. Meistens gibt es eine Zeitpunkt, an dem es günstig ist und wenn man den verpasst, dann kann es passieren, dass sich dei Lüger verselbstständigt und man kommt nicht mehr raus.

  • Liebe Karin,


    so viele Fragen, ohne daß wir bisher Antworten dazu haben. Ich gehe einfach mal davon aus, daß Marco kein Schuft ist. Er weiß, was er will. Er hat ein Ziel vor den Augen. Antonella hat er in der Not vor Paolos Zugriff gerettet. Durch Antonella ist seine Verletzung von der Heilerin behandelt worden. Aus Dankbarkeit hat er sich bereit erklärt, sie mit nach Genua zu ihrer Tante zu nehmen.


    Ich glaube nicht, daß Antonella ihm den Laufpass geben wird. Sie liebt Marco. Marcos Kampf für ein freies Italien wird nicht einfach sein.


    Wir werden sehen!

  • Wie schön das aus Antonella und Marco ein Paar wird,er zeigt ihr ja quasi die Liebe..total romantisch.Gut das die Reise nach Genua dann auch nicht mehr so beschwerlich ist.Mal schauen ob Antonella eine Anstellung findet..und wie lange Marco noch bleibt.Ich habe etwas Angst,was passiert wenn Antonella rausfindet wer Marco wirklich ist..auch wenn er nichts Schlimmes getan hat...es bleibt spannend..

  • Ich war richtig froh zu lesen, dass Marco und Antonella die Kälte doch noch überlebt haben. Antonella ist ein patentes Mädchen, die durch das Leben in den Bergen hier zu Marcos Rettung wird. Sie rasten in einem kleinen Ort, um sich von den Strapazen auszuruhen und müssen dann miterleben, wie Gendarmen durch das Ausführen von Befehlen auch noch Tote hinterlassen. Der Pastor eilt den beiden zur Hilfe, so machen sie sich auf die Weiterreise, obwohl sie eigentlich noch bleiben wollten.


    Mir gefällt, dass Marco Antonella das Lesen und Schreiben beibringt. Antonella ist wissbegierig und saugt alles um sie herum auf. Allerdings schleicht sich mir auch der Gedanke ein, dass sie völlig aus den Augen verloren hat, dass sie ja irgendwann auch einmal am Ziel sein werden und sie dann ohne Marco weitermachen muss. Die Art und Weise, wie sie immer mehr Informationen von und über Marco bekommt, gefällt mir auch, denn sie fragt geschickt nach. Zudem erfahren beide immer mehr vom anderen. Kein Wunder, dass sie sich dann doch letztendlich ganz nah kommen.


    Kaum in Genua angekommen, holt sie die Realität ein, denn hier müssen sie erst einmal Antonellas Tante finden.


  • Ich für meinen Teil habe bisher nichts von der Geschichte Italiens gewußt, daß es ebenso wie in Frankreich Bestrebungen im Volk gab, frei zu werden.


    Mir ging es ebenso, weshalb ich diese Informationen hier sehr spannend finde.


  • Der dritte Abschnitt hat mir gefallen, obwohl eigentlich nicht viel passiert. Es ist eine Art Roadmovie durch Italien.


    Diesen Ausdruck habe ich gesucht - Roadmovie ! Du hast völlig recht, die beiden sind wie die heute modernen Mitfahrzentralen. Aber ehrlich gesagt, finde ich ihre Reise romantischer, wenn auch gefährlich.

  • Mir ging es ebenso, weshalb ich diese Informationen hier sehr spannend finde.


    Noch ein bisschen Hintergrund:
    Napoleon war auch nicht gerade beliebt bei den Italienern. Er hat das Land quasi als "Selbstbedienungsladen" unter seinen Verwandten verteilt, allerdings hat er den Feudalismus abgeschafft und bürgerliche Rechte etabliert. Nach dem Sturz Napoleons 1815 hat Metternich viele seiner Reformen rückgängig gemacht. Die Habsburger übernahmen die norditalienischen Fürstentümer, die Bourbonen Süditalien und in der Mitte hatte der sehr reaktionäre Kirchenstaat das Sagen. In den folgenden Jahren befand sich ganz Europa im Aufbruch. Viele stellten sich gegen den Absolutismus, in vielen Ländern gab es Aufstände. (Les Miserables spielt ja nur 2 Jahre vorher). In Italien waren es zunächst die Carbonari, eine Geheimgesellschaft, die wie die Freimaurer organisiert waren, mit sehr strengen Aufnahmeritualen, Codes als Erkennungszeichen ( Geheime Wörte, Berührungen, versteckte Zeichen in Briefen). Die Mitglieder waren bei Todesstrafe zur Geheimhaltung verpflichtet. Weite Teile des Militärs waren Carbonari. Zwischen 1815 und 1820 sollen den Carboneria mehr als 600.000 Menschen angehört haben. Die Habsburger gingen sehr restriktiv gegen die Carbonari vor, auf "Freimaurerei" stand die Todesstrafe. In den 1820 kam es zu einer Welle von Aufständen und Verhaftungen. Gescheitert sind die Carbonari auch daran, dass sie zu geheim und geheimnisumwitttert waren. und keinen Rückhalt in der ländlichen Bevölkerung hatten.
    Guiseppe Mazzini war Carbonaro, er wurde 1831 von einem Mitglied, das er selbst in die Gesellschaft eingeführt hatte, denunziert und flüchtete nach Frankreich, von er Giovine Italia gründete. Auch das war ein Geheimbund, doch Mazzini wollte die Fehler der Verangenheit nicht wiederholen und versuchte, so weit wie möglich, öffentlich für Giovien Italia zu werben.
    Das ist die Ausgangsituation 1831/32.
    In den Bergdörfern interessierte man sich recht wenig dafür, die waren so abgelegen, dass nur wenig Politik ankam.

  • Mir hat der dritte Abschnitt gut gefallen. Antonella und Marco/Michele reisen durch die Bergdörfer in Richtung Genua und erlebenm Dinge, die sie auf eine Art zusammenschweissen.


    Schade, dass Marco nicht wirkich ehrlich zu ihr ist, aber er ist vermutlich lieber vorsichtig, als sich den falschen Leuten anzuvertrauen und dazu kennt er sie einfach zu wenig.


    Durch Ihre Erfahrungen und ihre Tips, rettet sie ihm sogar das Leben.
    Ich bin total begeistert... die Reise der Beiden durch die Bergregion hört sich alle so schön an auch wenn das Wetter nicht mitspielt aber man kann sich alles so richtig bildlich toll vorstellen.


  • die Reise der Beiden durch die Bergregion hört sich alle so schön an auch wenn das Wetter nicht mitspielt aber man kann sich alles so richtig bildlich toll vorstellen.


    Es nicht wirklich ein typischer "Toskana-Sommerfreude" Roman. ;D
    Aber diese Gegend bietet so viel mehr, als man auf den Fotos in Reiseführern üblicherweise sieht.