03 - Seite 155 bis 242 (einschließlich Kapitel 9)

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  • Ja, das sehe ich auch so, liebe Teresa:


    "Unter jedem Dach ein Ach" sagt meine Lieblingsschwester zuweilen - vielleicht rührt das alles mit daher, dass man sich die Familie nicht aussuchen kann, in die man hineingeboren wird, im Gegensatz zu Freunden... und sich in der Familie nicht immer alle zwangsläufig lieb haben müssen....

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • ganz genau, darum liebe ich - als Einzelkind - den Spruch von Jean Paul so sehr: "Heimat ist nicht nur, woher man kommt, sondern auch, wohin man geht". Die leibliche Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, die seelische dagegen sehr wohl ...

  • ja bin ich vor lauter Spannung längst auf Seite 338 und stelle fest, das dieser Leseabschnitt ja längst beendet ist.. aber ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen ;D und habe mir auch einige Notizen gemacht.


    Wie schade für Sophie und Hannes, nach Ihrer Liebesnacht finden sie kaum mehr eine freie Minute, um sich zu sehen. Sophie ist schwanger.... das habe ich natürlich fast befürchtet, wie schön für sie, ein Kind von Ihrem geliebten Hannes aber wie schrecklich für die damaligen Jahre. Ich möchte da nicht in ihrer Haut stecken. Meine Eltern sind 1935 und 1937 Baujahr und ich erinnere mich noch zu gut, was ich mir anhören musste, als ich mich mit 1 1/2 Jahre alter Tochter getrennt habe, da kam einiges ähnliches von dem Gedankengut des Buches hoch, weil das in der Generation einfach verankert ist.


    Traurig finde ich, dass ihre ELtern ihr so eine Angst einflößen, dass sie sich nicht traut, ihnen die Wahrheit zu sagen. Das ist ein sehr trauriges Eltern-Kind Verhältnis. Wo soll sie ihren Halt bekommen wennn nicht da ? Selbst auf Fee ist ja nun nicht wirklich Verlass.


    Malte ist auf der einen Seite ein echter Freund, da einzuspringen. Auf der anderen Seite rettet es ihn natürlich selbst. So wird übles Gerede und Vermutungen vermieden.


    Hannes - ja der interpretiert leider die Situation die er da belauscht hat völlig falsch. Ich hoffe, es gibt noch irgendwann eine Möglichkeit das aufzuklären.


    Sophie wird von Ihren Eltern regelrecht nach Föhr abgeschoben. Für mich sieht es fast so aus als soll Stine dann mit dem Kind zurück kehren und es bei sich aufnehmen......
    Das sie so bewacht und kontrolliert wird,, ist ja das allerletzte. Sie scheint auch keine Möglichkeit zu haben, irgendwie Kontakt zur Aussenwelt aufzunehmen, ohne das jemand sie nicht beobachtet und verfolgt. Wie schrecklich muss das sein. Da alleine auf der Insel als junges Mädchen und schanger. Wie sich sich aber selber sagt : ich brüte und warte... brutal aber exakt so ist es, wie ain Hun auf dem Nest mit Eiern.


    Ihre Mutter macht was sie am Besten kann, nämlich nichts. Nicht einen Brief, oder ein Besuch. Was für abartige Eltern. Ich hätte meine Sachen in einer Nacht und Nebelaktion gepackt und wäre für immer verschwunden aber wie sollte eine Frau das damals machen - undenkbar.
    Dann das grausamste überhaupt, Weihnachten alleine ohne die Eltern. Das sie die Geschenke links liegen lässt kann ich zu gut verstehen.


    Das Buch " die deutsche Mutter und ihr erstes Kind " was sie da kurz in den Händen hält, dazu will ich gar nicht viel sagen... einfach nur krank, was in den Köpfen da damals vorging. Nur wir sind ja wieder auf dem besten Weg dahin wenn ich mir unsere Politik anschaue.


    Johanna in dem Rauch - da bin ich gespannt, was wir dazu noch erfahren. Ob sie vielleicht in Lebensgefahr schwebte ?


  • Jetzt geht es aber richtig rund! Sophie ist schwanger. Und Malte stellt sich schützend vor sie. Alle glauben, daß das Kind von Malte ist. Eine Lösung ist schnell da: Sophie soll mit Stine, dem Hausmädchen, nach Föhr gehen, zur Tante von Malte, Dorothee Pieper, um dort ihr Kind auszutragen. Wie schrecklich für Sophie, daß jetzt auch Hannes glaubt, daß sie von Malte schwanger ist!


    Es ist nur zu gut zu verstehen, daß Sophie sehr verzweifelt ist, daß sie sogar daran denkt, ins Wasser zu gehen. Aber erste Kindsbewegungen ändern alles. Sie will leben für das Kind, ihren Schatz.


    Die Kindsbewegungen haben sie wohl vor dem schlimmsten bewahrt. Aber ich kann ihren Gedanken ins Wasser zu gehen nur zu gut nachvollziehen.



    Daß Dorothee Pieper ein Einsehen mit der Schwangeren hat, und erlaubt, daß Malte zu Besuch kommen darf, ist wirklich großartig!


    Finde ich auch - sie sieht jetzt selbst ein, wie schlecht Sophie es geht und das dies einer Mutter gar nicht gut tut. Malte zeigt hier das er ein wahrer Freund ist und Sophie sich auf ihn verlassen kann. Wahrschenlich ist er sogar der Einzige dem sie richtig vertrauen kann.

    Daß Sophies Mutter derart distanziert zu ihrer Tochter ist, kann ich nicht verstehen. Irgendetwas muß mit ihr mal gewesen sein. Ich spekuliere mal ganz wild: Vielleicht ist Sophie gar nicht die Tochter ihres Vaters, Friedrich Terhoven.


    Sowas in der Richtung habe ich auch schon spekuliert. Aber warum sollte sie gerade dann distanziert sein ?


  • Etwas vorhersehbar war die Schwangerschaft Sophies - und was sich die liebe Familie hier ausdachte. Die Reaktion von Hannes fand ich übel, hätte ihn anders eingeschätzt, arme Sophie!


    Über Hannes Reaktion war ich allerdings auch etwas erstaunt. Da er so aufgeklärt ist, dass er ein Kondom hat, hätte ich auch erwartet. dass er sich zumindest ertmal Sophie schnappt und anmerkt, er könne ja auch der Vater sein. Dann hätte sie zumindest auch eine Chance gehabt alles aufzuklären.



    Ganz verkehrt und herzlos ist die Pieper doch nicht. Malte darf kommen - wie schön für Sophie! Und - er ist überhaupt der BESTE - er bringt Hannes mit!!!


    Er ist wirklich der Beste von allen ... ein wahrer Freund. wo er doch selbst schrekliches durchlebt.
    [quote author=Sagota link=topic=15413.msg319400#msg319400 date=151787255
    Johanna und Jule bringen die Torten gemeinsam zur Hochzeitsfete - Nils ist der Fahrer - es bleibt spannend, aber ich bin sicher, dass die beiden "sich kriegen werden" ;D
    [/quote]


    Genau dies vermute ich auch , es bleibt spannend!


  • Wie können wir uns glücklich schätzen, dass wir heute in anderen Zeiten leben dürfen ... Speziell Frauen hatten früher wahrlich nichts zu lachen .... einmal "gefallen" galten sie als "verderbte" Ware, die kaum noch einen "Abnehmer" (sprich Ehemann) finden konnte ...


    Da stimme ich voll und ganz zu. Das muss für die Frauen schrecklich gewesen sein und wenn man schaut wie es heute noch in vielen Ländern tagtälich läuft .. da leben immer noch Frauen in Unterdrückung und Verzweiflung.

  • Noch kurz zu "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" - diese Buch blieb auch nach 45 ein Bestseller - das Wort "deutsch" wurde schnell gestrichen, es hieß ab da "Die Mutter und ihr erstes Kind" und erlebte zahllose Auflagen (bis in die 80er Jahre!). Die Frau, die es geschrieben hat, war Ärztin und hatte selbst 5 Kinder ...
    die Jüngste aus der Schar hat ihr nicht sehr schönes Leben mit dieser Mutter Leben als Kind in einer sehr beeindruckenden Fernseh-Doku dargestellt ...
    sie selbst wollte nach dieser Mutter lieber keine Kinder haben ...
    witzigerweise hat die ganze Familie in der Münchner Kaiserstraße gewohnt (von den reichlich fließenden Tantiemen war sogar ein Haus drin) -
    das ist meine (fast tägliche Fahrradstrecke ... :winken:


  • ganz genau, darum liebe ich - als Einzelkind - den Spruch von Jean Paul so sehr: "Heimat ist nicht nur, woher man kommt, sondern auch, wohin man geht". Die leibliche Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, die seelische dagegen sehr wohl ...


    Mein Mann sagte immer: Es ist besser wenn man nicht alle Verwandten kennt. Ich kenne seine nicht alle.


    Und ein Spruch von meinem Vater: Verwandte kann man sich nicht aussuchen, Freunde dagegen schon.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • ganz genau, darum liebe ich - als Einzelkind - den Spruch von Jean Paul so sehr: "Heimat ist nicht nur, woher man kommt, sondern auch, wohin man geht". Die leibliche Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, die seelische dagegen sehr wohl ...


    Jean Paul! Von ihm habe ich auch einen Lieblingsspruch; er lautet:


    "Mit einer Kindheit voll Liebe kann man das halbe Leben in einer kalten Welt hindurch haushalten" ;):winken:

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Mein Mann sagte immer: Es ist besser wenn man nicht alle Verwandten kennt. Ich kenne seine nicht alle.


    Und ein Spruch von meinem Vater: Verwandte kann man sich nicht aussuchen, Freunde dagegen schon.


    Ich kenne noch den Spruch "da heiratet man ja die ganze Familie mit!" (saarländisch: "die ganz Bagaasch" ;D

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • so schön - ich liebe Jean Paul :) Habe mich im Studium sehr intensiv mit ihm beschäftigt - lohnt sich! So schade, dass "Die Klassiker" von vielen als öde und überholt abgestempelt werden. Ganz zu Unrecht! Das ist ein Schatz, aus dem wir auch heute noch vieles schöpfen können ...


    Was sagt uns mehr über vergangene Zeiten, als das was die damaligen Menschen sich damals in ihrer Literatur erträumten - oder worüber sie sich empörten? Die Phantasie - sorry, ich muss sie noch immer so schreiben -, ist vielleicht die stärkste menschliche Gabe und Macht :lesen:


    Alles Liebe von Teresa :)

  • aber leider anderssrum auch die gefährlichste wenn man sieht womit der Mensch dadurch alles zu fähig ist und wird.

  • Das war ja zu erwarten. Sophie ist schwanger. Alleine schon ihre Beschreibungen deuteten darauf hin. Oh Mann. Klar, für Malte und Sophie wäre es eine Lösung. Hannes die denkbar schlechteste. Aber die Eltern haben noch eine weitere in der Tasche und die gefällt mir am allerwenigsten.


    Johanna finde ich großartig. Sie blüht plötzlich richtig auf, geht wieder unter Leute und greift sogar Jule unter die Arme. Zeitgleich ist sie total in das Tagebuch vertieft und spürt einem Geheimnis (Puppenhaus) nach.


    Achims Herzinfarkt ist schlimm und ich kann sehr gut nachempfinden, wie das ist, wenn ein lieber Verwandter plötzlich einen Infarkt erleidet. Klar, dass sie da neben sich steht und nach Ablenkung sucht. Daheim würde sie ganz gewiss nur grübeln und Gedankenkarussell fahren ...:-(


  • Das war ja zu erwarten. Sophie ist schwanger. Alleine schon ihre Beschreibungen deuteten darauf hin.


    Die Befürchtung hatte ich ja auch. Ich schrieb ja, dass nur die rede war von einem Kondom. Bis es dann klar war, hatte ich das schon im Hinterkopf...



    Johanna finde ich großartig. Sie blüht plötzlich richtig auf, geht wieder unter Leute und greift sogar Jule unter die Arme. Zeitgleich ist sie total in das Tagebuch vertieft und spürt einem Geheimnis (Puppenhaus) nach.


    Das hat mir auch sehr gut gefallen.



    Achims Herzinfarkt ist schlimm und ich kann sehr gut nachempfinden, wie das ist, wenn ein lieber Verwandter plötzlich einen Infarkt erleidet. Klar, dass sie da neben sich steht und nach Ablenkung sucht. Daheim würde sie ganz gewiss nur grübeln und Gedankenkarussell fahren ...:-(


    Es war ganz gut dass sie das Tagebuch und Jule hatte.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren


  • Die Phantasie - sorry, ich muss sie noch immer so schreiben -, ist vielleicht die stärkste menschliche Gabe und Macht :lesen:


    Das sehe ich auch so: Ein alter Hobbitspruch lautet "Die Fantasie an die Macht" ;)


    und ich muss zugeben, dass mich die Fantasie von R.J.J. Tolkien bis heute sehr begeistert (HdR vor ca. 35 Jahren gelesen - hätte damals nie gedacht, dass sie verfilmt werden könnten und liebe die Bücher noch mehr als die Filme).

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Da mus ich leider passen ... die Hobbits sind an mir schon vor Jahrzehnten spurlos in den WG-Toiletten vorbeigegangen, wo sie als Lektüre reichlich herumlagen, und auch jetzt interessieren sie mich nicht die Bohne. Fantasy ist so gar nicht meine Welt - wozu brauchen wir andere Welten, wo doch unsere voller Geheimnisse und atemberaubender Geschichten steckt?
    aber ich weiß, viele denken anders.
    Ist doch prima so - jeder ganz nach seinem Geschmack. ;)

  • Das sehe ich auch so: Ein alter Hobbitspruch lautet "Die Fantasie an die Macht" ;)


    und ich muss zugeben, dass mich die Fantasie von R.J.J. Tolkien bis heute sehr begeistert (HdR vor ca. 35 Jahren gelesen - hätte damals nie gedacht, dass sie verfilmt werden könnten und liebe die Bücher noch mehr als die Filme).


    Da geht es mir wie Dir. Zwar ist es bei mir noch nicht so lange her, dass ich die Bücher gelesen habe. Ich hatte zuerst den ersten Film gesehen, dann wollte ich unbedingt die Bücher lesen und mein Mann musste mir die grüne Box mitbringen. Ich habe sie dann regelrecht verschlungen und bisher ca 8 x gelesen. Ich muss sagen, dass ich die Filme sehr gut gelungen finde, alles kann man nicht genau machen, das würde uferlos. Aber auch mir gefallen die Bücher doch besser.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Lerchie:


    Das freut mich ;) (Ich habe auch den grünen Schuber - der 3. Teil war mal mit in Hellas und sieht ziemlich lädiert aus, aber im Schuber geht es noch, der Buchrücken ist noch 'tadellos' ;D Chapeau - 8 x mal hab ich eher die Filme angeschaut als die Trilogie gelesen - aber sie gehört zu meinen ABSOLUTEN Lieblingsbüchern, schon immer (gefühlte 100 Jahre) ;D :winken:

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)