Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)

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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines der Autorin) immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die "Die Oleanderfrauen" nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!


    Außerdem wäre es sicherlich für Teresa Simon als auch ihren Verlag Heyne, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.
    Bitte rezensiert das Buch auch auf unserer Hauptseite Literaturschock.de. Eine extra Anmeldung ist hierzu nicht nötig, Gastrezensionen werden manuell freigeschaltet.

  • Katjuschka : Toll, dass Du hier den Link zu Deiner Rezension einstellst, aber ich muss gestehen, dass Du mich gerade sehr gespoilert hast. :'( Ich war natürlich neugierig, aber schon nach wenigen Zeilen habe ich einiges gelesen, was ich mir gerne selbst erlesen hätte. ::)

  • Ein bewegendes Familienschicksal


    Der Roman spielt in 2 Zeiten,einmal heute und einmal im Jahr um 1940 rum


    In der Vergangenheit geht es um die Familie Terhoven,einer sehr vermögenden Kaffedynastie.Als die Tochter Sophie sich in den Sohn der Köchin verliebt und auch noch schwanger wird ist dies eine gesellschaftliche Katastrophe.Man hält den homosexuellen Malte für den Vater und verbannt die werdende Mutter kurzerhand nach Föhr..kurz vor Kriegsbeginn nimmt das Schicksal dann seinen Lauf


    In der Gegenwart lernen wir Jule und Johanna kennen,Jule die Inhaberin eines kleinen Cafés und Johanna eine ältere Dame,die beim Aufräumen auf dem Dachboden einen Brief und ein geheimnisvolles Medaillon gefunden hat.Auf geheimnisvolle Art scheinen beide etwas mit der Vergangenheit und der Familie Terhoven zu tun zu haben...


    Der Autorin ist mit diesem Buch ein unterhaltsamer und spannender Roman gelungen der zum Teil in einer spannenden,aber auch traurigen Zeit spielt,die bis heute Auswirkungen auf uns alle hat.Das Buch ist gut aufgebaut und flüssig geschrieben,teilweise in Form eines Tagebuchs.
    Hier muss ich leider sagen,das die Schrift des Tagebuchs für mich leider schwer zu lesen war.


    Aber der Roman ist trotz diesen minimalen Kritikpunktes extrem gut gelungen
    Mir kamen sogar teilweise die Tränen,weil man so sehr mit den Menschen in diesem Buch mitfühlt


    Danke für diesen Roman der uns allen bewusst machen sollte,wie schlimm es damals war und das uns im Allgemeinen heute ziemlich gut geht

  • Danke dir für diese schönen Zeilen - freue mich sehr, dass du mitgelesen hast.
    Min Angebot steht: Jede von euch, die es möchte, bekommt von mir ein signiertes Exemplar mit der neuen (sehr lesbaren) Tagebuchschrift. Wenn du dazugehören willst, sag mir bitte Bescheid.
    Gedruckt sind sie schon - nun müssen sie nur noch bei mir ankommen ;)
    Schön wäre es, wenn du deine Rezi auch noch bei Amazon einstellen würdest (falls du Kundin dort bist) und/oder auf der Randomhouse Heyne-Seite.
    alles Liebe von Teresa und DANKE!!! :winken:

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    Klasse...


    Hamburg, 1. Juli 1943. Im Prolog lesen wir einen Brief, den eine verzweifelte Mutter an ihr Kind schrieb…
    Mai 2016. Jule Weisbach hatte ein kleines Cafè eröffnet, und nach einem Brief ihres Vermieters sehr niedergeschlagen…
    Immer wieder kam ein Gast in ihr Café, den sie den Querulanten nannte…
    Dann war da noch ihre Freundin Aphrodite, die daran schuld war, dass Jule eine Hochzeitstorte liefern musste…
    Hamburg, Juni 1936. Sophie Terhoven schrieb in ihr Tagebuch, als ihr Bruder Lennie die Treppe heraufkam. Er durfte nicht wissen, was sie da schrieb…
    Die Terhovens gaben eine Gesellschaft, zu der auch Hellmuth Moers eingeladen war. Er war ein Freund von Sophies Vater… Und Sophie hatte Angst, dass er ihn um ihre Hand bitten würde… Er war Nationalsozialist und die mochte sie gar nicht… Im Gegensatz zu Lennie, der mit Begeisterung dabei war…
    Und dann besorgte Moers für Sophie und Malte Voss Karten für die Olympischen Spiele… Das zog so einiges nach sich…
    Das alles las Johanna Martens, denn sie hatte das Tagebuch gefunden…Sie bat Jule, ihr mit diesem zu helfen…
    Wer schrieb da an sein Kind den verzweifelten Brief? Warum war Julie so niedergeschlagen? Was war passiert? Wer war der Querulant? Wieso musste sie die Hochzeitstorte backen? Was schrieb Sophie Geheimnisvolles in ihr Tagebuch? War Moers schon so alt, weil er Freund ihres Vaters war? Hatte er es auf Sophie abgesehen, würde wirklich um ihre Hand bitten? Sophie hatte sich wohl nicht von diesen nationalsozialistischen Parolen anstecken lassen? Doch Lennie ihr Bruder schon? Warum besorgte Moers für Sophie und Malte die Karten? Hatte er dabei Hintergedanken? Was zog dies alles nach sich? Was passierte in Berlin? Wo hatte Johanna das Tagebuch gefunden? Wie war sie daran gekommen? Und wie sollte Jule ihr dabei helfen? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung
    Dies ist das dritte Buch, das ich von Teresa Simon gelesen habe. Und alle drei waren sie klasse. Es ist unkompliziert geschrieben, d.h. es gab keine Fragen nach Sinn oder Zweck von Worten oder Sätzen. In der Geschichte war ich eigentlich sofort drinnen. Ich konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Sophie tat mir unendlich leid als sie schwanger wurde, denn der Vater des Kindes war gar nicht nach Terhovens Geschmack. Und das aus verschiedenen Gründen. Und dann kam ein großer Knall. Weiter verrate ich hier nichts. Manches in der Geschichte hatte ich vermutet, und es machte mir Spaß, meine Vermutung bestätigt zu sehen. Doch eine Überraschung gab es am Ende doch noch. Dieses Buch war von Anfang bis zum Ende so spannend, dass ich es nicht aus der Hand legen mochte. Es hat mich gefesselt und sehr gut unterhalten und ich möchte es bei Gelegenheit sicher noch einmal lesen. Es hat mir super gefallen und erhält von mir eine Lese-/Kaufempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.


    Hier sind noch die Links zu meiner Rezi soweit freigeschaltet:


    https://www.amazon.de/review/R…m?ie=UTF8&ASIN=3453421159


    Bei Buecher.de am 11.02.18, Titel: Klasse…, User: Lerchie https://www.buecher.de/shop/ha…/detail/prod_id/47662384/


    https://www.lovelybooks.de/aut…8-w/rezension/1531156478/


    http://wasliestdu.de/rezension/klasse-160


    Bei Literaturschock-Hauptseite am 11.02.18, Titel: Klasse…, User: Lerchie https://literaturschock.de/lit…-simon-die-oleanderfrauen


    https://literaturschock.de/lit…47437.msg999068#msg999068


    Bei Weltbild am 11.02.18, Titel: Klasse…, User: Lerchie https://www.weltbild.de/kommen…oleanderfrauen_22648754-1


    https://www.lesejury.de/teresa…1&tab=reviews&s=2#reviews


    http://www.buechertreff.de/thr…ostID=2187413#post2187413


    https://www.buechereule.de/wbb…leanderfrauen#post2760969

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Liebe Lerchie, wo immer ich dich auch treffe - mit dir macht es immer ganz besonders viel Spaß! Danke, dass du diese Leserunde mit deinen Beiträgen bereichert hast - und danke für diese tolle Rezi!
    Wir lesen uns wieder ... spätestens in Wien mit den FLIEDERTÖCHTERN (vielleicht aber auch schon früher ...)
    Alles Liebe von deiner Teresa :winken:

  • Hamburg, 1936: Sophie Terhoven genießt das komfortable Leben als Tochter eines Kaffeebarons. Zusammen mit ihrem Freund Malte besucht sie die höhere Schule und gemeinsam lernen sie für die nächsten Prüfungen. In dem Sohn der Köchin findet Sophie nicht nur einen guten Freund, sondern auch ihre erste Liebe. Doch die Kluft zwischen arm und reich scheint unüberwindlich zu sein. Doch dann geschieht etwas sehr unerwartetes, das nicht nur das Leben von Sophie grundlegend verändern wird.


    Hamburg, 2016: Jule Weisbach versucht sich mit einem urigen Café selbstständig zu machen. Sie legt besonderen Wert auf die Kaffeebohnen, ihre Röstung und deren Zubereitung. Das macht sich nicht zuletzt im Geschmack bemerkbar. Auch haben diese Bohnen ihren Preis. Dennoch möchte Jule sie nicht zu teuer verkaufen, um ihrer Kundschaft etwas bieten zu können. Eine saftige Mieterhöhung stellt aber nun den Fortbestand ihres kleinen Cafés in Frage. Doch dann lernt Jule Johanna kennen, die beim Aufräumen des elterlichen Hauses ein Tagebuch gefunden hat, das ursprünglich mal einer Sophie Terhoven gehört hat…


    Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Schnell konnte ich in die Geschichte eintauchen. Sowohl Jule, wie auch Sophie und Johanna wurden mir schnell sympathisch und gemeinsam mit den drei Frauen ging ich auf Entdeckungsreise nach alten Familiengeheimnissen und verborgenen Wünschen.


    Die Geschichte wird nicht nur aus der Sicht der drei Frauen geschrieben, auch kommen immer wieder Tagebucheinträge vor, die – in meiner Ausgabe – leider sehr schwer zu lesen sind. Dennoch war die Geschichte spannend und baute sogar einen regelrechten Sog auf, so dass man das Buch nur schwer zur Seite legen konnte. Dennoch musste dies manchmal sein, denn die ganzen Ereignisse wollten teilweise häppchenweise verdaut werden.


    Neben einem sehr kleinen Einblick in die Kriegsgeschehnisse, habe ich vor allem recht viel über Kaffee gelernt. Die Protagnisten sind authentisch, plastisch und sehr emotional. Das Ende war für mich nicht wirklich überraschend, auch wenn ich mir ein wenig mehr Zufall gewünscht hätte.


    Für den interessierten Leser bietet die Autorin am Ende noch ein historisches Nachwort an. Jule hat in dem Buch recht viel gebacken. Einige der Rezepte finden sich am Ende des Buches, was mich sehr gefreut hat, klang doch manches sehr lecker.


    Fazit:
    Eine herzerwärmende Geschichte mit viel Tragik, Leid, Freud und Hoffnung. Als Leser wird man bei diesem Buch emotional sehr gefordert und es fällt einem am Ende schwer, Jule und ihre Freunde wieder ziehen zu lassen. Wie gerne würde ich doch mal in ihrem kleinen Café vorbeischauen und sie persönlich kennenlernen.



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  • Liebe Carmen, ich freue mich so sehr über deine lieben Worte! War spannend für mich, dich mal als "Mitleserin" zu erleben - hat großen Spaß gemacht! Danke für alles!
    UInd ich hoffe, wir lesen uns bald wieder :)
    Herzlichst deine Teresa

  • Vielen Dank das ich dieses wundervolle Buch mitlesen durfte. :bussi:


    Hier meine Rezi :


    Die Autorin führt den Leser nach Hamburg, inmitten von 2 Zeitepochen erlebt man die schicksalshafte Geschichte von Sophie
    Hamburg 1936: Die siebzehnjährige Sophie Terhoven führt bislang ein unbeschwertes und unbekümmertes Leben. Sie ist die Tochter eines großen Hamburger Kaffeebarons und genießt viele Freiheiten, muss aber auch nach Standesregeln leben. Sie erlebt die erste Liebe aber diese darf nicht sein. Viele dunkle Geheimnisse und die Zeiten des Krieges werfen ihre Schatten voraus…


    Hamburg 2016: Jule hat ein kleines Café das Strandperlchen eröffnet. Hier verwöhnt sie Ihre Gäste mit den tollsten Kaffee- und Kuchenkreationen. Es ist ihr Lebenstraum, doch eine angekündigte Mieterhöhung bringt ihren Traum ins Wanken. Johanna, eine ältere Dame, findet zufällig auf dem Dachboden ein Tagebuch. Sie bittet Jule es für sie neu zu schreiben. Die beiden Frauen sind sich schnell sympathisch jedoch ahnen sie nicht, dass sie mehr verbindet als sie denken…


    Meine Meinung:
    Teresa Simon nimmt den Leser in unterschiedlichen Zeitebenen mit in die zauberhafte Welt des Kaffees. Man erlebt zwei Handlungsstränge, einen in 1936, den anderen in 2016, beide spielen in Hamburg und scheinen auf den ersten Blick nicht wirklich etwas mit einander zu tun zu haben. Mit der Zeit sind diese immer mehr ineinander verwoben und nehmen den Leser förmlich mit. Besonders die Tagebucheinträge der Sophie Terhoven sind einfach spannend und mitreißend und man fiebert ihnen regelrecht entgegen.
    Der Leser erlebt die Auswirkungen des Nationalsozialismus und wie sich alles immer dramatischer zuspitzt. Unerwartete Wendungen, emotionale und berührende Momente halten immer die Spannung, sodass es zu keiner Zeit langweilig wird. Man fühlt mit, spürt die Trauer und Verzweiflung einer Mutter, die ihr über alles geliebtes Kind abgeben muss, um es vor dem schlimmsten zu schützen und spürt, wie sie fast daran zerbricht. Man bangt und hofft mit den Protagonisten, hofft besonders mit Hannes, er könne dem Krieg irgendwie entkommen und in Sicherheit leben. Der Leitspruch der Familie: DUM SPIRO, SPERO (übersetzt: Solange ich lebe, hoffe ich) zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Die Hoffnung gibt ihnen immer neue Kraft.
    Die Charaktere sind wunderbar authentisch beschrieben. Auch die Orte des Geschehens sind für den Leser so bildlich dargestellt, dass man sich gut an die Orte des Geschehens versetzen kann. Der Leser spürt, dass seitens der Autorin sehr viel Recherchearbeit geleistet wurde um die ganzen historischen Ereignisse zusammenzutragen und in die Geschichte einzubinden. Diese wundervolle mitreißende Geschichte wird abgerundet durch die tollen Rezeptideen am Ende des Buches.
    Diese Geschichte macht nachdenklich, gibt ganz viel historisches Wissen mit und weckt Emotionen. Einfach großartig ! Ich habe zu jeder Zeit mitgefiebert und gehofft.


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  • Vielen Dank euch allen für die wunderschöne Leserunde und ganz besonderen Dank an dich, liebe Teresa, für die engagierte und aufmerksame Begleitung. :danke:


    Hier ist nun mein Fazit:


    Intensiv und emotional


    Die Vergangenheit besteht aus unzähligen Facetten und Einzelschicksalen und nur sehr wenige davon sind uns heute noch präsent. Eine solche Spur in die Vergangenheit findet die pensionierte Lehrerin Johanna auf dem Dachboden im alten Haus ihrer verstorbenen Mutter in Hamburg. Sehr schnell gerät sie in den Sog eines Tagebuchs,das eine sehr junge Frau im Jahr 1936 in Hamburg begonnen hat. Ihr Name war Sophie Terhoven, sie gehörte zu einer Familie reicher Kaffeehändler und ihr Zuhause war eine feudale Villa. Die Geschichte entwickelt von Anfang an eine starke Intensität und historische Unmittelbarkeit.
    Wir sehen gleich zu Beginn viele Perspektiven und Personen - die persönliche Sicht auf das Leben in Sophie`s Tagebuch, der Blick auf die Familie Terhoven und ihr gesellschaftliches Umfeld in Hamburg - im Jahr 1936 leider durchsetzt mit begeisterten und fanatischen Nazis - und der Sprung in unsere Zeit zu Johanna, ihrer Familie und Freunden. Sie lernt Jule kennen, eine junge Frau, die in Hamburg ein kleines Café betreibt und sich oft alleine und
    mutlos fühlt, da sie persönliche und existentielle Sorgen hat. Infolge dieser Freundschaft liest auch Jule Sophie`s Tagebuch und ist genauso fasziniert davon wie Johanna. Sophie beschreibt darin unter anderem ihre heimliche Liebe zu Hannes, dem Sohn der Köchin des Hauses.Es sind sehr private, intime Aufzeichnungen einer sehr jungen Frau. Sophie wollte damals nicht, dass jemand anders diese Seiten je zu Gesicht bekommt, es war ihr innerstes Geheimnis und für mich bilden diese Aufzeichnungen das Zentrum der Geschichte, ihr verborgenes Herz und zugleich bilden sie auf verschlungenen Wegen eine Verbindung in die heutige Zeit. Auf beiden Handlungsebenen entwickelt die Geschichte eine spannende Dynamik und reflektiert dabei neben den persönlichen Schicksalen der Personen ein wichtiges und bis heute belastendes Stück unserer jüngeren Zeitgeschichte mit Schwerpunkt auf der Jahren zwischen 1936 und 1943. Dabei spielen für Sophie bei all der Tragik ihres jungen Lebens gute Freunde eine zentrale Rolle,ohne deren Unterstützung und Zuneigung sie in diesen schwierigen Zeiten kaum durchgehalten hätte. Für mich war dieser Roman dramatisch und sprachlich mehr als überzeugend und eine sehr intensive und emotionale Lesereise, die noch lange in mir nachklingen wird.


    :buchtipp:

  • Liebe Emmy, deine Zeilen haben mich tief bewegt - habe ich heute auf meine Seite gestellt. Ich fühle mich ganz verstanden und danke dir sehr, dass du mit der Runde warst.
    Ich hoffe sehr, wir lesen uns bald wieder.
    Alles Liebe und danke deine Teresa :)

  • So, nun folgt endlich auch meine Rezension mit einem riesengroßen Dank an Teresa und die Mitleserinnen verbunden, es war eine tolle Leserunde & eine wunderbare Begleitung von Teresa!


    (Du hast übrigens einen neuen Fan Deiner Romane, die vorigen werden schnellstmöglich "nachgeholt" ;D) :winken:


    Hier meine Rezension zu diesem wirklich außergewöhnlichen, tollen Roman:



    "Die Oleanderfrauen" von Teresa Simon erschien 2018 als tb im Heyne-Verlag und erfüllt, ja übertrifft sogar alle Erwartungen, die man als Leser im Klappentext findet und sich für das Buch entscheidet: Es geht um Liebe, um Familiengeheimnisse, um den Nationalsozialismus als dunkelstes Kapitel der deutschen Geschichte, um die Vorkriegsjahre und das Leid, das der 2. Weltkrieg über Familien brachte; aber auch um Standesunterschiede und Kaffee und um die Stadt Hamburg in der Vorkriegszeit. Desweiteren geht es auch um Freundschaft über Generationen hinweg und um das gemeinsame Lüften von Geheimnissen. Schließlich umfasst es auch noch die literarische Motivation, das im Leben zu tun, was einem wirklich wichtig ist und den eigenen Fähigkeiten entspricht, was man am Beispiel von Jule in ihrem "Strandperlchen"-Café entdecken kann - und last but not least: Vom Glück, das trotz aller Unbill immer im Leben auftauchen kann....


    Der Roman verflicht zwei Handlungsstränge sehr gekonnt miteinander: In der Vergangenheit (1936) lernt man Sophie Terhoven, die Tochter eines Hamburger Kaffeebarons, kennen - die sich in Hannes, den Sohn der Köchin Käthe Kröger, schon als Kind verliebt hat - und die trotz aller Standesdünkel zu ihrer Liebe steht. Obgleich sie ein sorgloses Leben führt, steht sie den aufziehenden "Braunhemden" kritisch gegenüber, die im Roman sehr treffend in der Figur des SS-Obersturmbannführers Hellmuth Moers gezeichnet wird: Was hat es mit diesem Mann auf sich und warum lässt er sich nicht abschütteln, auch wenn er ein alter Freund ihres Vaters ist?


    Im Handlungsstrang der Gegenwart begegnet man Jule - die ihr Geschichtsstudium abbrach, um endlich das zu tun, wozu sie sich "berufen" fühlt: Sie eröffnet ein kleines Café, das Strandperlchen und hat noch eine weitere Idee: Durch ihr Projekt "Ich schreibe dir dein Leben" lernt sie Johanna Martens kennen, eine pensionierte und sehr sympathische Lehrerin, die auf dem Dachboden ein altes Tagebuch findet und mit angehaltenem Atem zu lesen beginnt... Später sollte sie sich damit an Sophie wenden, die ihr hilft, das Dunkel in der Familiengeschichte zu enträtseln: Das Tagebuch schrieb niemand anders als Sophie Terhoven, die im Jahre 1943 ein Mädchen zur Welt brachte, inmitten der fürchterlichen Kriegswirren und Bombardierungen Hamburgs, die in dieser Zeit auf die Stadt niedergingen...


    Der Roman entwickelt durch brillante Erzählweise und Stil der Autorin eine regelrechte Sogwirkung, der man sich anhand der Spannung, die bis zum Schluss bestehen bleibt, schwerlich entziehen kann: Die Romanfiguren und auch der zeitliche und politische Kontext, in dem sie sich bewegen, sind so authentisch, emotional und bildhaft dargestellt, dass man sich durch die atmosphärische Dichte, die hinzukommt, jenes Geschehen so gut vorstellen kann, als ob man es miterlebt. Dies ist für mich eine große Kunst, die nicht jeder Autor beherrscht. Sehr gut gefallen hat mir der gut recherchierte Hintergrund des Lebens in der Vorkriegs- und Kriegszeit, der die Gleichschaltung, die Diskriminierung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung nicht ausspart, die Lebensgefahr, unter der Homosexuelle im Dritten Reich standen sowie auch die politischen Ereignisse, denen sich die Menschen stellen mussten.


    Sowohl Sophie in der damaligen schweren Zeit als auch Jule sind charakterstarke und toughe Frauen, die das beste aus ihrer jeweiligen Situation machen. Im historischen Nachwort lernt man einiges über Kaffee und der Bedeutung der Hansestadt Hamburg als Umschlagplatz ("Speicherstadt"), über die Verfolgung der Homosexuellen im NS-Regime und die Bombardierungen Hamburgs, was den Roman als einen Teil der Zeitgeschichte werden lässt: Der Autorin ist an einer Aufarbeitung der Traumatisierungen und des Nationalsozialismus gelegen und sieht diesen Roman als Beitrag dazu: Ich kann nur sagen, dass dies meiner Meinung nach sehr gelungen ist!


    Fazit:


    Ein sprachlicher wie auch inhaltlicher "Hochkaräter" voller Spannung in einer schweren Zeit dunkelster Geschichte, aber auch der Gegenwart, der mit einer bewegenden und ebenso berührenden Familiengeschichte einhergeht. Besser hätte man die Geschichte wohl kaum schreiben können; ein Chapeau der Autorin und 5* sowie 96° auf der "Histo-Couch" von mir sowie ein Dank für die tolle Begleitung in einer Leserunde!


    ein ganz absoluter: :buchtipp:

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Liebe Teresa - vielen Dank für deine Rückmeldung, ich freue mich sehr :-* ich und wir alle haben dir zu danken für diese wunderbare, bewegende Geschichte und wir lesen uns ganz sicher bald wieder :)

  • Liebe Emmy, so gerne! :winken:


    Jetzt aber meine Zeilen für Sagota: Ich bin hin und weg von deiner schönen Rezi und den lieben Worten, die du für meinen Roman hast - freue mich riesig! War so eine Freude, euch alle hier bei der Reise durch die Seiten begleiten zu dürfen - ich weiß schon, warum ich dieses Forum so sehr mag!
    Wir lesen uns bald wieder! 8)
    Herzlichst und sehr bewegt eure Teresa

  • @Teresa:


    Sehr gerne - das ist das ehrliche Danke schön an den oder die AutorIn, finde ich - und Du hast in mir einen neuen Fan Deiner Romane gefunden, da ich Deinen Stil(mix) ;) einfach unglaublich toll zu lesen finde; den Inhalt natürlich auch - und dies in dieser komprimierten Form noch selten vorfand. Ich freue mich auf die Vorgänger der Oleanderfrauen - und natürlich auch auf die Nachfolger ;D


    Dir nochmals vielen Dank für die wirklich tolle Begleitung hier und einen sonnigen Tag weiterhin sowie viel "flow" für Deine Projekte - wir freuen uns drauf, sie in Händen zu halten! :lesen: :winken:

    "Bücher sind meine Leuchttürme"(Dorothy E. Stevenson)

  • Ach, es ist einfach so schön mit euch! Vielen, vielen Dank!
    Und noch was Tolles: "Die Oleanderfrauen" behaupten ihren Rang 7 noch für eine weitere Woche auf der Spiegel-Taschenbuch-Bestsellerliste - große Freude! :D :winken:


    alles Liebe eure Teresa


  • Ach, es ist einfach so schön mit euch! Vielen, vielen Dank!
    Und noch was Tolles: "Die Oleanderfrauen" behaupten ihren Rang 7 noch für eine weitere Woche auf der Spiegel-Taschenbuch-Bestsellerliste - große Freude! :D :winken:


    alles Liebe eure Teresa


    Das freut mich sehr, liebe Teresa! Nochmals danke für diesen herrlichen Roman.

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________________________

    Nur wer aufgibt hat schon verloren

  • Ich bin ein bisschen spät dran, aber hier kommt meine Rezension:


    Die Autorin Teresa Simon entführt uns in ihrem Roman "Die Oleanderfrauen" in die Stadt Hamburg.


    Johanna Martens muß das Haus ihrer verstorbenen Mutter ausräumen. Auf dem Dachboden findet sie in einem Pappkoffer ein Medaillon und ein Tagebuch.


    In dem Tagebuch wird die Geschichte von Sophie erzählt, die in den 30-er Jahren in Hamburg lebte und die sich in Hannes, den Sohn der Köchin verliebte, eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf und die Geheimnisse der Vergangenheit zu Tage bringen.


    Außerdem lernen wir Jule Weisbach kennen, die das kleine Café "Strandperlchen" betreibt. Als zweites Standbein hilft sie Leuten, ihre Familiengeschichten zu ordnen.


    Johanna Martens vertraut ihr Sophies Tagebuch an, so daß sie gemeinsam mehr herausfinden können.


    Ich kenne die Autorin bereits aus ihrem Roman "Die Holunderschwestern". Auch in diesem Roman schafft sie es wunderbar, uns die Geschehnisse auf verschiedenen Zeitebenen gefühlvoll und spannend zu vermitteln.


    Dabei erfahren wir auch viel über die Familie Terhoven, einer Kaffeedynastie aus Hamburg, in der Sophie lebt und in dessen Hintergrund sich eine tragische Geschichte entwickelt in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg.


    Mir hat dieser Roman, der einem zuweilen sehr ans Herz gehen kann, sehr gut gefallen. Kaffee verbindet die Welt!


    Vielen Dank an Teresa Simon für die wunderbare Begleitung der Leserunde!