01 - Kapitel 1 und 2 (Seite 5 bis 41)

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  • Hallo ihr Lieben,


    hier treffen wir uns ab dem 09. Februar 2018 zur Leserunde zu dem Buch "Dämonengrab" von Jörg Benne und ich begrüße alle Teilnehmer*innen und ganz besonders Jörg Benne! Wie schön, dass du dir die Zeit nimmst und Lust hast uns bei der Leserunde zu begleiten! :bussi:


    Bitte beachtet auf die allgemeinen Informationen zu Leserunden und die hiesige Nettiquette.
    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Wenn ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, dann wäre es gut, wenn ihr hier oder per PN mir oder Jörg kurz Bescheid geben würdet.


    Es wäre schön, wenn ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass bitte pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte! :winken: Auch wenn die Abschnitte in dieser Leserunde etwas kürzer sind als gewöhnlich. Doch aufgrund der Romanstruktur waren Jörg und ich uns einig, dass es inhaltlich schöner ist, diesmal kürzere Abschnitte zu haben.


    Zum Abschluss: bitte denkt auch daran, dass ein wichtiger Teil der Leserunden eure abschließenden Rezensionen sind und stellt diese am Ende der Runde zeitnah hier im Forum und auf literaturschock.de direkt ein.


    Hier könnt ihr bis Seite 41 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Ich wünsche uns allen viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!


    Liebe Grüße
    Avila :winken:

  • Auch von mir ein herzliches Hallo.


    Ich wünsche euch viel Spaß bei der Lektüre und bin sehr gespannt, wie Dämonengrab bei euch ankommt, vor allem, wo der eine oder andere wegen des Horror-Anteils ja ein bisschen skeptisch war. Da das ganze in einem Dungeon in einer fiktiven Welt spielt, sollte eigentlich keiner Alpträume bekommen. Falls doch, könnt ihr auch gern davon berichten ;)


    LG


    Jörg

  • Also die ersten beiden Kapitel bieten noch nicht allzu viel Albtraumpotenzial, aber ich befürchte, das wird sich noch ändern. :angst:


    Wir lernen Ordo kennen, ein sympathischer, junger und abenteuerlustiger Kerl - wobei seine Abenteuerlust schon einige Dämpfer bekommt, als er mit seinem Freund den alten Tempel betritt. Ordo ist gut gezeichnet, vor allem wird schön herausgearbeitet, wie allein er sich fühlt. Das Dorf ist sehr klein und eigentlich gibt es keinen Menschen in seinem Altern. Die etwas älteren Freunde haben sich bereits auf den Weg gemacht und das Dorf verlassen. Nur Varjan ist ihm geblieben, aber selbst er ist drei Jahre jünger als er. Das muss wirklich einsam sein - kein Wunder, dass er in seiner Traumwelt zu Spannung und Abenteuer flieht.


    Varjan ist Ordo sehr ähnlich, allerdings scheint er ein wenig unvernüftiger zu sein, was aber auch an seinem Alter liegen kann. Sein so plötzliches Verschwinden hat mich dann doch überrascht. Ob es wirklich an der Münze liegt, die er mitgenommen hat? Das würde erklären, warum Ordo nicht verschleppt (oder getötet? Bei dem Blut könnte es sein, aber da es keine Leichen gibt, glaube ich noch nicht daran - und selbst wenn wurden ja auch die Leichen verschleppt) wurde. Auf der anderen Seite könnte es aber auch daran liegen, dass Ordo im Dorf und weiter weg wohnt. Wahrscheinlich hätte man was-auch-immer wohl auch bemerkt, während die Holzfällerhütte ja schon abgeschieden liegt.


    Die Darstellung der Dorfgemeinschaft hat mir auch gut gefallen. Die gegenseitige Unterstützung nach dem Sturm war schön, ich bekam auch einen guten Einblick in das Setting vor Ort. Ich hatte ein wenig das Anfangsdorf von Gothic 4 im Kopf. ;D


    Auf jeden Fall ein schöner Einstieg mit sympathischen Charakteren, tollem Setting und ohne viel Drumherumgeschwafel - im Gegenteil, wir sind sofort in der Geschichte drin!

  • Auf jeden Fall ein schöner Einstieg mit sympathischen Charakteren, tollem Setting und ohne viel Drumherumgeschwafel - im Gegenteil, wir sind sofort in der Geschichte drin!


    Das freut mich. In der Tat war mir das recht wichtig, die Vorgeschichte nicht zu sehr ausufern zu lassen, deswegen ist die Geschichte insgesamt auch recht kurz geworden. Beinahe hat es mir dann immer noch zulange gedauert, bis es endlich losging und ich hatte Sorge, ob das Rätsel um das Verschwinden der Familie bis dahin trägt. Aber ich wollte die Geschichte auch nutzen, um die Religion/den Aberglauben in meiner Welt und den unterschiedlichen Umgang damit (siehe nächste Kapitel) vorzustellen.

  • Ich schreibe grundsätzlich kapitelweise^^ Ein zweiter Post wird also folgen.


    Man sagt ja, im ersten Kapitel legst du den Ton des Buches fest und hier tue ich mich gerade ein wenig schwer. Es sind viele Szenenwechsel. Für mich fühlt es sich dadurch ein wenig sprunghaft an.


    Die Charaktere und auch die Welt scheinen gut gebaut worden zu sein. Sie wirken real, lebhaft und die bis hierher genannten Götter bilden eine wundervolle Mystik und Platz für Aberglauben (ein wenig dachte ich an Asterix "Möge der Himmel uns nicht auf den Kopf fallen, beim Teutates"). Das passt einfach.


    Ich stelle mir gleich die Frage, existieren diese Götter wirklich? Oder sind nur sakrale Figuren?


  • Ich stelle mir gleich die Frage, existieren diese Götter wirklich? Oder sind nur sakrale Figuren?


    Ist das nicht eine sehr religiöse Glaubensfrage? Oder fragst du dich, ob die Götter hier tatsächlich in Erscheinung treten? Das glaube ich eher weniger. Aber ich kann mir vorstellen, das, wer oder was auch immer das sein wird, Wesen, was wir treffen werden, als eine von den Göttern geschickte Erscheinung bezeichnet werden könnte.
    Drücke ich mich gerade verständlich aus? :-[

  • Hallo zusammen und hallo an Jörg, danke für das Begleiten der Leserunde.


    Ehrlich gesagt habe ich mir mit dem Einstieg sehr hart getan und verstehe auch nicht, wieso angekündigt worden ist, dass man keine Vorkenntnisse braucht. Mir verschließt sich die scheinbar recht komplexe Welt völlig und ich bin immer noch daran zu entwirren, was jetzt ein Gott-,Personen-,Stadt-,Land-,Fluss-,wasauchimmer-Name ist.


    Zudem sind mir beide Hauptprotagonisten aktuell nicht sehr sympathisch. Ordo wäre wohl gerne ein Abenteurer, hat aber vor allem möglichen Angst und Varjan ist klar der Mutigere der beiden, trotzdem kommt bei ihm dieses "Wer keinen Mut hat, ist ein Feigling"-Prinzip raus, womit ich auch meine Schwierigkeiten habe.


    Ich versuche mal weiterzulesen, hoffentlich wird das Ganze noch Besser für mich.


  • Ehrlich gesagt habe ich mir mit dem Einstieg sehr hart getan und verstehe auch nicht, wieso angekündigt worden ist, dass man keine Vorkenntnisse braucht. Mir verschließt sich die scheinbar recht komplexe Welt völlig und ich bin immer noch daran zu entwirren, was jetzt ein Gott-,Personen-,Stadt-,Land-,Fluss-,wasauchimmer-Name ist.


    Hm, das ging mir gar nicht so. Die Namen sind zwar nicht an unsere Namen angelehnt, aber mir hat sich das schon erschlossen. Das ist vielleicht eine Typsache? Ich fand die Personenbeschreibungen ziemlich eindrücklich, so dass sich das bei mir direkt mit den Namen verbinden konnte. Und Ortschaftsnamen gab es ja bisher nicht so viele. Wenn ich jetzt aber hier für die Leserunde schreibe, erwische ich mich oft dabei, dass ich nochmal nachschauen muss, wie welcher Name genau geschrieben wird. Da denke ich mir manchmal, ein Personenregister wäre fein .




    ... Varjan ist klar der Mutigere der beiden, trotzdem kommt bei ihm dieses "Wer keinen Mut hat, ist ein Feigling"-Prinzip raus, womit ich auch meine Schwierigkeiten habe.


    Verstehe ich, aber wie alt ist der Knabe? 13, 14?! Da finde ich das wieder nachvollziehbar. Und durch sein frühes Verschwinden wird er wohl keine wirklich aktiv auftretende Hauptfigur mehr sein. ;)

  • Avila: Hast du schon ein Buch von Jörg gelesen? Das würde mir jetzt den Unterschied erklären. Ich finde es immer schwierig, wenn man bei Fantasy in eine Welt hineingeworfen wird, ohne dass sie einem auch nur ansatzweise erklärt wird. Bei einfachen Welten ist das OK, das erschließt sich einem noch einigermaßen. Aber diese Welt ist für mich derart verwirrend und schwer zu verstehen, dass ich nur sagen kann: "Ich nehm das jetzt einfach mal so hin und lies weiter."... Aber du hast recht, ein Glossar hätte dem Buch wirklich gut getan.


    Zum Thema Varjan: Alter entschädigt falsches Verhalten nicht. Ich finde diese "Mutproben" unter Jugendlichen immer recht befremdlich und jemanden zu drängen, weil er sonst ein Feigling ist, hat für mich mit Freundschaft nicht wirklich etwas zu tun. Naja, man weiß noch nicht wirklich, was passiert ist, sonst bliebe Ordo als Hauptperson übrig.

  • Nein, es ist auch mein erstes Buch von Jörg. Aber vielleicht ist es das Zweite, was du ansprichst. Ich kann auch viel erstmal hinnehmen und mir das später noch erklären. Ausufernde Beschreibungen am Anfang empfinde ich oft als sehr anstrengend.


    Wegen Varjan: Ja, schon, aber gewisse Handlungen und Denkweisen brauchen manchmal auch ein wenig Erfahrung und Zeit, um sich entwickeln zu können. Und zum Thema Freundschaft: Wenn man in einem so kleinen Dorf aufwächst, kann man sich seine Freunde schwer aussuchen. Wer weiß, ob Ordo sich ihn ausgesucht hätte, wenn er die Wahl gehabt hätte?! :-\

  • Ich bin auch mit dem Abschnitt fertig - sogar ein Kapitel zu weit, weil ich gestern etwas voreilig war. :-[ Macht aber nichts, ich habe mir zum Glück nichts gespoilert. ;)


    Den Einstieg fand ich wie ihr auch gut und ich fand es toll, dass wir sofort in der Geschichte sind, aber wie Doscho tue auch ich mich schwer mit den Namen, obwohl es nicht viele sind. (Also, die Personen gehen, aber ansonsten..) Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mit Namen grundsätzlich meistens überfordert bin :D
    Ich nehme es auch immer einfach hin und gewöhne mich mit der Zeit daran. Meistens spricht ja der Zusammenhang auch für sich.


    Ordo kam für mich auch sehr gut herüber. Er wünscht sich eigentlich mehr als sein kleines Dorf, schon wegen seinem Traum am Anfang, aber er ist vernünftig genug, um bei seiner Mutter zu bleiben und sie nicht im Stich zu lassen.
    Das ist wieder typisch - dieses ganze Glaubenszeug, das der Priester liefert. Da sind Menschen draußen im Sturm und er predigt und dankt den Göttern dass so viele in dem Tempel in Sicherheit sind? Klar, hätte er ihnen nicht viel helfen können, ohne andere Leben zu riskieren, aber mir war seine Art suspekt. Ich hatte das Gefühl, Ordo auch. (An einer Stelle hat er schließlich auch die Aufzeichnungen der Priester infrage gestellt) Das könnte noch Probleme geben, mit seinen Entdeckungen in der Höhle...


    Die Szene fand ich übrigens schon super beschrieben! Nicht zu sehr ausschweifend und trotzdem bekommt man alles mit. Und sogar so etwas "banales" wie das Heulen fand ich gruselig. Ich freue mich wirklich auf die kommenden Szenen ;)


  • Man sagt ja, im ersten Kapitel legst du den Ton des Buches fest und hier tue ich mich gerade ein wenig schwer. Es sind viele Szenenwechsel. Für mich fühlt es sich dadurch ein wenig sprunghaft an.


    Ich stelle mir gleich die Frage, existieren diese Götter wirklich? Oder sind nur sakrale Figuren?


    Da hatte ich kaum Probleme damit. Ich hätte mich zwar darüber gefreut, noch etwas mehr über die Welt zu erfahren, in der wir uns gerade befinden, aber das Erzähltempo passt mir sehr gut.


    Das ist eine gute Frage und ich glaube, dass wir da noch mehr drüber erfahren werden - allein schon wegen dem Titel. Und dass in der Höhle etwas faul war, ist ja klar...




    Verstehe ich, aber wie alt ist der Knabe? 13, 14?! Da finde ich das wieder nachvollziehbar. Und durch sein frühes Verschwinden wird er wohl keine wirklich aktiv auftretende Hauptfigur mehr sein. ;)


    Ich glaube, er ist 15. Dass er diese Einstellung hat, finde ich nicht schlimm, ich denke auch, dass das verständlich ist. Was mich stört, ist, dass Ordo da mitzieht und sich von ihm aufstacheln lässt. Mit 18 ist man doch reif genug, ihm auch mal die Meinung zu sagen.


  • Ehrlich gesagt habe ich mir mit dem Einstieg sehr hart getan und verstehe auch nicht, wieso angekündigt worden ist, dass man keine Vorkenntnisse braucht. Mir verschließt sich die scheinbar recht komplexe Welt völlig und ich bin immer noch daran zu entwirren, was jetzt ein Gott-,Personen-,Stadt-,Land-,Fluss-,wasauchimmer-Name ist.


    Danke für dein Feedback. Tut mir leid, dass du schwer reinkommst - aber das überrascht mich in gewisser Weise auch, denn eigentlich hatte ich das Setting bewusst einfach angelegt. Ein entlegenes Dorf mit einem Geheimnis, eine mächtige Gottheit (es hätten ja auch zig verschiedene sein können), an die die Leute hier streng glauben, ein einfaches Leben und eben nur ein kleiner Ausschnitt aus der Welt, das Dorf und das Tal haben extra noch sprechende Namen (also keine Fantasy-Namen) bekommen. Ein Was genau hättest du dir denn an Vorwissen gewünscht?


    Liest du denn oft Fantasy?


    Was das Personenregister angeht: Ich fürchte, nach dem nächsten Abschnitt werdet ihr noch mehr danach rufen, aber Dämonengrab ist ein sehr handlungszentrierter Roman, von den beiden Perspektivträgern abgesehen sind die Charaktere klar der auf Spannung getrimmten Handlung untergeordnet, von daher schien mir das unnötig.


    Zumal ich damit auch als Leser Probleme hab. Ist es am Anfang, besteht immer die Gefahr zu Spoilern ("Ach, die Person taucht auch noch irgendwann auf"), ist es am Ende, bemerke ich es meist erst, wenn ich durch bin ;)


  • ... denn eigentlich hatte ich das Setting bewusst einfach angelegt. Ein entlegenes Dorf mit einem Geheimnis, eine mächtige Gottheit (es hätten ja auch zig verschiedene sein können), an die die Leute hier streng glauben, ein einfaches Leben und eben nur ein kleiner Ausschnitt aus der Welt, das Dorf und das Tal haben extra noch sprechende Namen (also keine Fantasy-Namen) bekommen.


    Vielleicht liegt es genau daran, dass es zu leicht ist? Könnte ja sein, dass, wenn selten darüber geredet wird, man sich auch keine allzu große Mühe macht, die Welt und die Umgebung zu verstehen.. :-\

  • Ganz ehrlich gesagt, spielt die Welt in Dämonengrab auch eher eine Nebenrolle. Ich hätte das Dorf genausogut in der Welt von Das Schwarze Auge oder AD&D oder ... ansiedeln können. ;)
    Bei Dämonengrab wollte ich Spannung, Mystery und Grusel in den Vordergrund stellen, aber eben in meinem Fantasy-Setting.


    Wer die Welt Stück für Stück kennenlernen will, also eher explorative Romane mag, der ist mit meinem "Das Schicksal der Paladine" besser bedient. Aber das ist dann auch gleich wieder eine Trilogie mit insgesamt 1000 Seiten.


  • Danke für dein Feedback. Tut mir leid, dass du schwer reinkommst - aber das überrascht mich in gewisser Weise auch, denn eigentlich hatte ich das Setting bewusst einfach angelegt. Ein entlegenes Dorf mit einem Geheimnis, eine mächtige Gottheit (es hätten ja auch zig verschiedene sein können), an die die Leute hier streng glauben, ein einfaches Leben und eben nur ein kleiner Ausschnitt aus der Welt, das Dorf und das Tal haben extra noch sprechende Namen (also keine Fantasy-Namen) bekommen. Ein Was genau hättest du dir denn an Vorwissen gewünscht?


    Das ist sogar eine schwierige Frage. Vielleicht erkläre ich das am Besten, indem ich erkläre, wie ich in etwa auf Fantasy zugehe.


    Grundlegend mal: Ich lese viel Fantasy und es ist definitiv eines meiner bevorzugten Genres. Und ich denke auch, es liegt an mir, ich bin ein Mensch, der ungern irgendwo reingeworfen wird. Es ist schwierig, da eine Grenze zu ziehen, aber ich denke, es ist der schmale Grat zwischen "Ich als Autor kaue dem Leser alles minutiös vor" und "Ich schmeiß ihm einfach mal ins kalte Wasser, er wird schon schwimmen lernen." Ich gebe zu, da habe ich manchmal Startschwierigkeiten, aber wenn ich reingekommen bin, ist das dann meist auch gut.
    Es mag sein, dass für dich die Handlung und die Welt einfach ist, das ist irgendwie auch logisch, du hast sie ja erfunden ;D Aber ich bin aktuell noch an einem Punkt, wo sie sich für mich nicht erschließt und ich noch nicht den Eindruck habe, zu wissen, wie sie funktioniert.
    Du hast in einem anderen Post den Punkt der Exploration angesprochen und da bin ich beim Knackpunkt. Das ist mir gerade bei Fantasy extrem wichtig, ich würde sogar sagen, das ist für mich das Wichtigste überhaupt. Ich möchte eine Welt erkunden, am Besten mit den Protagonisten "mitlaufen" und schauen, was es da so zu entdecken gibt. Wichtig dafür ist ein guter Weltenbau des Autors, mit eigener Logik und eigenen Regeln und Gesetzen.


    Wenn du aber schreibst, du legst hier mehr Wert auf die Handlung, als auf die Welt, ist das OK. Da hätte ich auch drauf kommen können, wenn das Buch meist in einem Tempel spielt, braucht's die Welt drumrum eigentlich nicht. Wahrscheinlich war ich auch etwas verunsichert, weil du geschrieben hast, mein braucht keine Vorkenntnisse, dann lese ich was von Nuareth und dachte mir: "Das ist doch die Welt des Autors, dann brauche ich doch Vorkenntnisse."


    Sei's drum, ich "resette" das mal, zur Not lese ich das Ganze nochmal und versuche, die Welt etwas auszublenden.

  • Kapitel 2 nun auch durch.


    Wechselhafte Eindrücke für mich. Ich mag zB hin und wieder detaillierte Beschreibung der Umgebung, kann mir gerade aber nur schwer vorstellen, wie weit der Eingang zum verschütteten Tempel vom Holzfällerheim entfernt ist. Ich empfinde es auch als extrem naiv, wie sie an die Sache herangehen. Mal rein gehen und schauen und nein, ich halte 15 in der Welt für erwachsener als hier.


    Die Geschehnisse im Inneren haben mir gut gefallen. Das Heulen hat was, wobei es meines Erachtens sehr wohl aus der Tiefe kommen könnte, es müsste dort eben nur ein Luftschacht geben, aber gut. Die verschwundene Familie ist nach meinem Geschmack und Blut eh.


    Ich habe halt ein wenig Schwierigkeiten, wenn man die Orte derart wechselt, weil ich mir denke, man hätte so viel Emotionen beschreiben können. Da hätte man vielleicht nur kurz vorher einsetzen können. Aber gut, das sind meine Vorlieben.^^


  • Den Einstieg fand ich wie ihr auch gut und ich fand es toll, dass wir sofort in der Geschichte sind, aber wie Doscho tue auch ich mich schwer mit den Namen, obwohl es nicht viele sind. (Also, die Personen gehen, aber ansonsten..) Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mit Namen grundsätzlich meistens überfordert bin :D
    Ich nehme es auch immer einfach hin und gewöhne mich mit der Zeit daran. Meistens spricht ja der Zusammenhang auch für sich.


    Das Thema mit den Namen hatten wir schon mal bei Bernd Perplies, denke ich ;D Ich halte mich gern an Namen fest, das liegt wohl daran, dass ich recht assoziativ denke, ich möchte also Namen gerne mit etwas verknüpfen. Da hatte ich schon bei Bernd meine Startschwierigkeiten und jetzt wieder. Vielleicht sollte ich an Fantasy anders rangehen...hm. :-/



    Das ist wieder typisch - dieses ganze Glaubenszeug, das der Priester liefert. Da sind Menschen draußen im Sturm und er predigt und dankt den Göttern dass so viele in dem Tempel in Sicherheit sind? Klar, hätte er ihnen nicht viel helfen können, ohne andere Leben zu riskieren, aber mir war seine Art suspekt. Ich hatte das Gefühl, Ordo auch. (An einer Stelle hat er schließlich auch die Aufzeichnungen der Priester infrage gestellt) Das könnte noch Probleme geben, mit seinen Entdeckungen in der Höhle...


    Lustig, dass du das erwähnst, da hatte ich so mein erstes "Ah, doch etwas, was ich kenne"-Erlebnis. Das Dorf ist ja wohl recht mittelalterlich und landwirtschaftlich aufgebaut. Avila hat was von Gothic gesagt, das passt eigentlich sogar ganz gut, wenn ich das recht verstehe. Und wenn der Priester da was vom Totengott redet ist das nicht viel anders als im Mittelalter: Alles Unheil, alles Schlechte, ist prinzipiell mal eine Strafe Gottes und der Mensch soll Buße tun für seine Sünden.



    Wo du das Heulen erwähnst, hoffe ich auf eine Art "Gruselklimax". Unheimliches Heulen und Skelette sind eigentlich immer ein Anfang, den man machen kann :D Ich stimme da Avila zu: Bislang geht's aber noch. Ich fürchte aber, das wird noch heftiger... :o

  • Sei's drum, ich "resette" das mal, zur Not lese ich das Ganze nochmal und versuche, die Welt etwas auszublenden.


    Ich hoffe du findest noch rein. Übrigens würde mich zum Abschluss dann SEHR interessieren, ob du bei der Leseprobe am Ende besser reingefunden hast oder ob Du da genau das gleiche Problem gehabt hättest.



    Tempel vom Holzfällerheim entfernt ist. Ich empfinde es auch als extrem naiv, wie sie an die Sache herangehen. Mal rein gehen und schauen und nein, ich halte 15 in der Welt für erwachsener als hier.


    Ja, im Prinzip hast du recht, gerade Ordo trägt ja schon eine Menge Verantwortung. Aber ich habe versucht zwei Punkte rauszuarbeiten, die die Risikofreudigkeit erklären: Zum einen die bleierne Langeweile des dörflichen Alltags, zum anderen die Hoffnung, einen Schatz zu finden, der ihnen die dauerhafte Flucht aus den Fesseln des Dorfes und der Perspektivlosigkeit ermöglichen würde - in Ordos Fall noch verstärkt, durch die gerade zunichte gemachte Ernte.


    Und wenn man bedenkt, wieviele erwachsene Leute hierzulande in sogenannte Lost Places klettern - für Naivität ist man nie zu alt ;)