02 - Seite 80 bis einschl. Seite 156 (Kapitel 8 - einschl. Kapitel 15)

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  • Es geht sowohl flott, als auch spannend weiter!


    Fjodor ist also Deutscher!

    Das würde meine Theorie unterstützen, dass er Lemasque vielleicht gekannt hat.

    Wenn auch nicht unbedingt aus dem Krieg.

    Er hat ihn jedenfalls höchstwahrscheinlich auf dem Foto in der Zeitung erkannt. Oder wahrscheinlich eher den Namen, optisch wohl eher nicht!

    Das bedeutet jetzt natürlich nicht zwingend, das Lemasque ihn umgebracht hat. Aber eine Verbindung gibt es!


    Ich fand die ganzen Beschreibungen rund um die russische "Gemeinde" in Berlin sehr interessant. Das war mir so gar nicht klar.


    Jelena tut mir unglaublich leid. Sie ist so ein liebes Mädchen. Und jetzt ist sie ganz allein in einer fremden Stadt, einem fremden Land und spricht die Sprache nicht.

    Ich musste an die ganzen Flüchtlinge denken, die nach Deutschland gekommen sind. Von allem Elend, was die erleben mussten, gibt es hier zumindest Anlaufstellen.


    Aber auch Georg hat mein Mitgefühl. Er ist doch eigentlich ein netter Junge. Aber wieviel Tausend Jungs wurden in dieser schrecklichen Zeit langsam aber sicher "braun" verführt?!

    Es wird hier toll erklärt und näher gebracht: Zeltlager, gemeinsame Aktivitäten, die Jungs Spaß machen....

    So nach und nach wurden sie mit dem ganzen unsäglichen Gedankengut der Nazis indoktriert, was fast einer Gehirnwäsche gleichkam!

    Und nach dem verlorenen Krieg wollten sich Jungs, wie auch Männer, endlich wieder stark und wichtig fühlen.

    Kein Wunder eigentlich, dass gerade die Schwächeren der Gesellschaft dann am lautesten gebrüllt haben!

  • Mir fällt gerade ein: Fjodor ist nach dem Krieg freiwillig und unter falschem Namen in Russland geblieben.

    Und nachdem er einem Zeitungsartikel gelesen hat, in dem er Lemasque erkannt hat, will er schnellstmöglich zurück.

    Hatte Fjodor vielleicht bis dahin gedacht, er hätte Lemasque umgebracht? Oder das dieser durch seine Schuld gestorben ist? Hat Fjodor sich quasi versteckt?

  • Mir fällt gerade ein: Fjodor ist nach dem Krieg freiwillig und unter falschem Namen in Russland geblieben.

    Und nachdem er einem Zeitungsartikel gelesen hat, in dem er Lemasque erkannt hat, will er schnellstmöglich zurück.

    Hatte Fjodor vielleicht bis dahin gedacht, er hätte Lemasque umgebracht? Oder das dieser durch seine Schuld gestorben ist? Hat Fjodor sich quasi versteckt?

    Jedenfalls gibt es eine Verbindung zwischen Fjodor, dessen richtigen Namen wir nicht kennen und diesem Lemasque, dessen Name Immendorf ist. Diese Verbindung war für Fjodor wichtig genug, um diese lange beschwerliche Fahrt nach Berlin auf sich zu nehmen. Es ist gut möglich, dass sich die beiden Männer aus dem Krieg kennen oder aus der Gefangenschaft. Merkwürdig nur, dass Lemasque kein Wort darüber verloren hat bei dem Gespräch mit Leo. Ich vermute, dass er was zu verbergen hat, der Typ ist mir nicht geheuer, was nichts mit seiner Entstellung zu tun hat, für die er nichts kann, sondern mit seiner Art.

    Jelena tut mir auch sehr leid - sie ist jetzt ganz alleine in der großen fremden Stadt, hat kein Geld, spricht die Sprache nicht und macht sich Sorgen um Fjodor.

  • Wie schon erwartet ist der Tote also Fjodor und die Frau Jelena. Aber das Fjodor Deutscher ist, fand ich überraschend. Jelena tut mir auch wirklich sehr leid, sie weiss ja gar nicht wie es jetzt weitergeht.


    Lemasque finde ich richtig unheimlich, dazu passt das fürchterliche Aussehen absolut. Und irgendeine Verbindung hat er zu Fjodor.


    Das Verhalten von Georg finde ich unmöglich, der steckt ja schon total da drin. Und seine Eltern um Geld für die Schule zu fragen um sich damit die braune Uniform zu kaufen, finde ich schon sehr bedenklich.


    Eins finde ich bisher an dem Buch besonders toll, nämlich das die richtigen Berliner auch so richtig berlinern und das es auch so geschrieben ist..

  • Eins finde ich bisher an dem Buch besonders toll, nämlich das die richtigen Berliner auch so richtig berlinern und das es auch so geschrieben ist..

    Ja, das lasse ich auch von echten Berlinern überprüfen. Schwierig wird es nur bei Lesungen, da lasse ich diese Szenen gerne raus, weil ich nun mal keine Berlinerin bin. Aber außerhalb der Stadt lässt man mir ein paar Sätze durchgehen. ;)

  • Jelena tut mir auch sehr leid. Sie ist mir ihrem Verlobten in ein völlig fremdes Land gefahren, in dem sie die Sprache nicht versteht. Und nun steht sie ganz alleine da. Ich kann auch gut verstehen, dass sie in Panik geraten ist, als in der Unterkunft eine andere Frau ihre Hilfe gesucht hat.


    Fjodor ist / war also Deutscher. Es könnte sein, wie Katjuscha vermutet, dass er Lemasque angeschossen hat und deshalb in Russland untergetaucht ist. Als er ihn in der Zeitung gesehen hat, macht er sich umgehend auf den Weg. Obwohl er Panik hat vor Zugfahrten und vor Menschenansammlungen nimmt er den Weg auf sich. Aber wäre es nicht fair gewesen, seiner Verlobten zumindest andeutungsweise zu sagen, worum es geht? Für sie war das ja eine Weltreise! Und so gar nicht zu wissen, warum, das stelle ich mir schlimm vor.


    Lemasque ist mir auch unheimlich, was nichts mit seinem Aussehen zu tun hat. Er gibt sich sehr kooperativ, aber irgendwie habe ich den Eindruck, er verbirgt etwas.


    Georg belügt seinen Vater, um an Geld für eine Uniform zu kommen. Das finde ich schlimm und ich befürchte allmählich, dass Georg nicht den Mut hat, aus dieser Szene auszusteigen. Immerhin hat er ein schlechtes Gewissen, aber das reicht anscheinend nicht.


    Die Beschreibung der Lebensumstände der Russen fand ich sehr interessant. Aufgefallen ist mir, dass sie besonders freundlich und höflich sind. Nur gegenüber der Polizei? Oder generell?


    Jakob Sonnenschein ist mir sehr sympathisch. Er merkt, dass er nicht mehr in das jüdische Leben passt, es ist ihm aber trotzdem wichtig, seine Eltern nicht zu brüskieren. Von Leo ein toller Zug, dass er Jakob am Freitag manchmal früher nach Hause schickt, damit er das Sabbat-Essen nicht verpasst.

    Und Clara scheint ja wirklich eine tolle Frau zu sein. „Sie schaffte es, die kurzen Worte mit so viel Liebe zu füllen, dass Leo beruhigt den Hörer auf die Gabel legte.“ Er wäre in seinem Beruf sicherlich nicht so erfolgreich, wenn seine Frau nicht so verständnisvoll wäre.


    Schmunzeln musste ich darüber, dass anscheinend auch schon 1928 der Berlilner Flughafen ein Thema war. 8o

  • Es wird hier toll erklärt und näher gebracht: Zeltlager, gemeinsame Aktivitäten, die Jungs Spaß machen....

    So nach und nach wurden sie mit dem ganzen unsäglichen Gedankengut der Nazis indoktriert, was fast einer Gehirnwäsche gleichkam!

    Und nach dem verlorenen Krieg wollten sich Jungs, wie auch Männer, endlich wieder stark und wichtig fühlen.

    Je länger die Jugendlichen dabei sind, desto schwieriger wird es, auszusteigen. Erst ist ja alles ganz harmlos, irgendwann fängt dann die „Gehirnwäsche“ an. Georg möchte ja eigentlich gerne weg, aber er kriegt die Kurve nicht. Und irgendwann ist es zu spät.

  • Was in diesem Theater abgeht, stelle ich mir auch gruseligst vor!! Mich würden da keine zehn Pferde reinbekommen. Lemasque hat aber eine schlüssige Erklärung: „Die Menschen können die Angst vor Armut, neuerlichem Krieg oder Krankheit vergessen, indem sie ihre ganze Furcht auf etwas richten, das nicht real ist. Und wenn sie die Aufführung überstanden haben, verspüren sie eine Art Stolz, als hätten sie etwas geleistet“.


    Brrrr..... Es scheint aber seht begehrt zu sein, wenn man zwei Monate auf Eintrittskarten warten muss.

  • Was in diesem Theater abgeht, stelle ich mir auch gruseligst vor!! Mich würden da keine zehn Pferde reinbekommen. Lemasque hat aber eine schlüssige Erklärung: „Die Menschen können die Angst vor Armut, neuerlichem Krieg oder Krankheit vergessen, indem sie ihre ganze Furcht auf etwas richten, das nicht real ist. Und wenn sie die Aufführung überstanden haben, verspüren sie eine Art Stolz, als hätten sie etwas geleistet“.


    Brrrr..... Es scheint aber seht begehrt zu sein, wenn man zwei Monate auf Eintrittskarten warten muss.

    Ich würde mir das wirklich ansehen,allein um meine Neugier zu stillen..

  • Dass Fjodor gar kein Russe ist, sondern Deutscher, hat mich ziemlich überrascht. Daher gehe ich davon aus, dass Fjodor nicht sein richtiger Name ist. Also könnte es durchaus sein, dass er tatsächlich Lamasque kennt. Im Moment halte ich das auch für sehr wahrscheinlich, dass es Lamasque auf dem Foto in dem Zeitungsartikel war, der Fjodor dazu gebracht hat, nach Berlin zu reisen. Immerhin ist Lamasque durch seine Verletzung sehr einprägsam.


    Wenn sich die beiden Männer kannten, dann frage ich mich woher? Aus dem Krieg? Warum ist Fjodor seinerzeit nicht nach Deutschland zurückgekehrt? Nur aus Liebe zu Jelena? Liebe ist ein starkes Motiv, aber gibt es vllt. noch einen anderen Grund?


    Mich beschäftigen auch immer noch die Gedanken von Fjodor, als er vor dem Theater stand und wartete: dass er Angst hatte, ob er dort ebenfalls geschlagen und angeschrieen werden würde. Warum hat er diese Angst? Auch seine Verhalten bei der Zugfahrt war sehr seltsam, was hat er erlebt? Eines ist sicher: es war nichts schönes und angenehmes und mich würde auch interessieren, wo er diese Erlebnisse hatte.


    Das ist alles weiterhin sehr mysteriös - und damit spannend.


    Dass Ilse so glücklich mit ihrem Musiker ist, hat mich besonders gefreut. Das hat sie sich auch wirklich verdient. Dafür geht es mit Georg nicht voran: Leo ahnt zwar, dass sein Sohn vor ihm Geheimnisse hat, aber er hat zu viel um die Ohren, mit ihm zu sprechen. Ich hoffe nur, er verpasst nicht den richtigen Moment.


    Als Georg damit ankam, dass er Geld für Unterrichtsmaterial braucht, war mir gleich klar, dass er lügt. Das Lügen und auch das Hintergehen von dem Geld finde ich richtig schlimm. Und das alles für so eine blöde Uniform, dabei fühlt er sich doch immer noch nicht richtig wohl bei dem braunen Gesocks. Ich befürchte wirklich, dass Georg da immer noch tiefer reinrutschen wird. Was ist eigentlich mit dem Jungen mit dem lahmen Bein? Traut sich Georg nicht mehr, sich mit ihm zu treffen, weil er den Ansprüchen von Wolfgang und seinen Freunden nicht genügt?


    Wenigstens hat Leo keine Sorgen mit Clara und Marie: Clara bringt so viel Verständnis dafür auf, wenn er viel und lange arbeiten muss, das ist oftmals auch nicht selbstverständlich. Und Marie gefällt mir eh gut mit ihrer gesunden Neugierde.


    Sonnenschein fühlt sich fremd in der jüdischen Umgebung, er wird zunehmend „deutscher“ - wie schlimm wird es dann in ein paar Jahren für ihn werden, wenn das politische Klima in Deutschland ziemlich rauh und braun werden wird. Ich darf gar nicht daran denken, was dann aus ihm und seiner Familie werden wird. Sonnenschein ist so ein toller Mensch mit seiner besonnenen und freundlichen Art.


    Die Ermittlungen gehen voran. Clever, wie die Polizisten sämtliche möglichen Auffangstationen für Fjodor und Jelena abklappern und fündig werden. Man muss sich ja immer wieder vor Augen halten, mit welchen Hilfsmittel damals ermittelt wurde, im Gegensatz zur heutigen modernen Technik. Z.B. die Suche nach dem Zeitungsartikel, der Fjodor veranlasst hat, Hals über Kopf nach Deutschland aufzubrechen. Heute geht das ruckzuck, aber damals bedeutete das das Durchblättern sämtlicher Ausgaben.

    Ich bin echt so gespannt auf die Gründe, die Fjodor dazu gebracht haben, diese lange und für seine Verhältnisse teure Zugfahrt auf sich zu nehmen, um nach Berlin zu gelangen. Sie müssen in jede Fall schwerwiegend sein.


    An Jelenas Stelle wollte ich jetzt echt nicht sein, so mutterseelenallein in einer völlig fremden Großstadt, und umgeben von einer fremden Sprache – furchtbar. Ich bin froh, dass Jelena wieder gefunden wurde.

  • Aber auch Georg hat mein Mitgefühl. Er ist doch eigentlich ein netter Junge. Aber wieviel Tausend Jungs wurden in dieser schrecklichen Zeit langsam aber sicher "braun" verführt?!

    Es wird hier toll erklärt und näher gebracht: Zeltlager, gemeinsame Aktivitäten, die Jungs Spaß machen....

    So nach und nach wurden sie mit dem ganzen unsäglichen Gedankengut der Nazis indoktriert, was fast einer Gehirnwäsche gleichkam!

    Damit hast du recht, ich kann Georg auch nicht so richtig böse sein. Leider ist er auch in einem Alter, in dem man allzu sehr geschickten Verführungen erliegt.


    Mir fällt gerade ein: Fjodor ist nach dem Krieg freiwillig und unter falschem Namen in Russland geblieben.

    Und nachdem er einem Zeitungsartikel gelesen hat, in dem er Lemasque erkannt hat, will er schnellstmöglich zurück.

    Hatte Fjodor vielleicht bis dahin gedacht, er hätte Lemasque umgebracht? Oder das dieser durch seine Schuld gestorben ist? Hat Fjodor sich quasi versteckt?

    So weit hatte ich noch gar nicht gedacht, dass Fjodor der Meinung sein könnte, in Lamasques Schuld zu stehen. Ich hatte bisher eher auf etwas in die Richtung getippt, dass Lamasque vielleicht Mitschuld an Fjodors Schicksal im Krieg hatte. Aber das müsste dann sehr schwerwiegend sein, dass er nach all den Jahren so überstürzt nach Berlin reist. Ich tendiere jetzt eher zu deinen Überlegungen.


    Aber wäre es nicht fair gewesen, seiner Verlobten zumindest andeutungsweise zu sagen, worum es geht? Für sie war das ja eine Weltreise! Und so gar nicht zu wissen, warum, das stelle ich mir schlimm vor.

    Das ist echt ein Nachteil, dass Jelena so gar nichts von den Hintergründen weiß.


    Georg belügt seinen Vater, um an Geld für eine Uniform zu kommen. Das finde ich schlimm und ich befürchte allmählich, dass Georg nicht den Mut hat, aus dieser Szene auszusteigen. Immerhin hat er ein schlechtes Gewissen, aber das reicht anscheinend nicht.

    Das befürchte ich auch, dass er irgendwann so tief drin ist, dass ein Ausstieg nicht mehr möglich ist.


    Schmunzeln musste ich darüber, dass anscheinend auch schon 1928 der Berlilner Flughafen ein Thema war. 8o

    Darüber musste ich auch grinsen :totlach:


    Was in diesem Theater abgeht, stelle ich mir auch gruseligst vor!! Mich würden da keine zehn Pferde reinbekommen. Lemasque hat aber eine schlüssige Erklärung: „Die Menschen können die Angst vor Armut, neuerlichem Krieg oder Krankheit vergessen, indem sie ihre ganze Furcht auf etwas richten, das nicht real ist. Und wenn sie die Aufführung überstanden haben, verspüren sie eine Art Stolz, als hätten sie etwas geleistet“.

    Und wenn es keine Nachfrage geben würde, würde es auch dieses Angebot nicht geben. Mich würden jedenfalls auch keine 10 oder mehr Pferde da reinkriegen <X

  • Ich konnte auch weiterlesen - gottseidank, denn die Wechsler-Krimis lege ich ungern für länger aus der Hand (auch wenn es dann doch immer sehr betrüblich ist, wenn man durch ist und auf den nächsten warten muss).


    Jetzt will (muss?) Georg Leos sauer verdientes und sein eigenes ebenso sauer zusammengespartes Geld für eine Uniform ausgeben, mit der er noch nicht einmal seine Überzeugung präsentiert! Und offenbar gibt es kein Zurück - bezahlt ist bezahlt! Ich frage mich nur, wann der die denn anziehen will? Er weiß ja wohl, dass weder sein Vater und seine Stiefmutter noch seine Tante Ilse das besonders toll finden werden - ganz im Gegenteil!


    Also, der Tote ist wirklich Fjodor - aber mal umgekehrt gefragt: wer ist denn Fjodor wirklich? Denn er wird ja wohl eigentlich einen deutschen Namen haben. Hat er irgendwas mtit diesem komischen (naja, eher grusligen) Varieté-Theater zu tun? Aber in welcher Form? Er war Soldat, aber was war er vorher und wen kannte er? Vielleicht diesen Direktor mit dem entstellten Gesicht? Wußte er vielleicht was über ihn?


    So Leid mir Jelena tut, sie ist wahrlich ein Naivchen vom Lande, kommt nach Deutschland, ohne den vollen bzw. richtigen Namen ihres Verlobten zu kennen! Das ist schon ziemlich unvorsichtig und gefährlich, wie man sieht. Gut, dass sie an Leo und sein Team gerät!


    Ich bin wieder begeistert von den atmosphärischen Schilderungen Berlins - ich glaube, besser kann man das Recherchierte überhaupt nicht darstellen! Ich jedenfalls bin nach wie vor ein Riesenfan von Susannes historischen Darstellungen, ob mit oder ohne Krimihandlung!

  • Erst einmal vorneweg: ich muss sagen, ich bin ganz happy mit den Neuerungen für die Zitate. Damit können auch technische Hohlbirnen wie ich munter drauflosschreiben! Ganz herzlichen Dank für die Mühen, die Ihr Euch gemacht habt<3

    Dass Fjodor gar keinRusse ist, sondern Deutscher, hat mich ziemlich überrascht. Dahergehe ich davon aus, dass Fjodor nicht sein richtiger Name ist. Alsokönnte es durchaus sein, dass er tatsächlich Lamasque kennt. ImMoment halte ich das auch für sehr wahrscheinlich, dass es Lamasque auf dem Foto in dem Zeitungsartikel war, der Fjodor dazu gebracht hat, nach Berlin zu reisen. Immerhin ist Lamasquedurch seine Verletzung sehr einprägsam.


    Wenn sich die beidenMänner kannten, dann frage ich mich woher? Aus dem Krieg? Warum istFjodor seinerzeit nicht nach Deutschland zurückgekehrt? Nur ausLiebe zu Jelena? Liebe ist ein starkes Motiv, aber gibt es vllt. nocheinen anderen Grund?


    Mich beschäftigenauch immer noch die Gedanken von Fjodor, alser vor dem Theater stand und wartete: dass er Angst hatte, ob er dortebenfalls geschlagen und angeschrieen werden würde. Warum hat erdiese Angst? Auch seine Verhalten bei der Zugfahrt war sehr seltsam,was hat er erlebt? Eines ist sicher: es war nichts schönes undangenehmes und mich würde auch interessieren, wo er diese Erlebnissehatte.

    Ich hatte gar nicht geschaut, was sonst so geschrieben wurde vor meinem Statement, aber ich sehe, wir gehen alle völlig d'accord, dass Lamasque irgendwie mit Fjodor zu tun hat. Ich könnte mir wie Du vorstellen, dass er zunächst (bevor er Jelena traf und sich in sie verliebte) andere Gründe hatte, in Russland zu bleiben bzw. in der Sowjetunion, die ja bereits bestand. War er vielleicht Kommunist? Ansonsten war es dort wohl nicht allzu kuschelig. Genau, warum hatte er solche Angst?

    Jakob Sonnenschein ist mir sehr sympathisch. Er merkt, dass er nicht mehr in das jüdische Leben passt, es ist ihm aber trotzdem wichtig, seine Eltern nicht zu brüskieren.

    Ja, mir auch! Er ist ein richtiger Sympathieträger in dieser Reihe! Ich könnte mir aber vorstellen, dass er gerne die Brücke von seinem alltäglichen Berufsleben zu seinen Wurzeln schlägt und gerne die jüdischen Traditionen lebt - wenn auch nicht so ausschließlich wie seine Eltern: er möchte beides verbinden.

    Ich fand die ganzen Beschreibungen rund um die russische "Gemeinde" in Berlin sehr interessant. Das war mir so gar nicht klar.

    Ich wusste nicht, dass es diese Siedlung bei Tempelhof gab. Finde ich sehr spannend!

  • Je länger die Jugendlichen dabei sind, desto schwieriger wird es, auszusteigen. Erst ist ja alles ganz harmlos, irgendwann fängt dann die „Gehirnwäsche“ an. Georg möchte ja eigentlich gerne weg, aber er kriegt die Kurve nicht. Und irgendwann ist es zu spät.

    Georg ist selber im Konflikt, das ist jedenfalls mein Eindruck. Die Leute mit ihrem Gegröle und ihrer Sauferei stoßen ihn ab, allerdings hat ihm das Freizeitprogramm mit Zelten und Lagerfeuer gut gefallen. Irgendwann wird ihm klarwerden, dass die eine Sache nicht ohne die andere zu haben ist und da ich ihn für einen klugen und netten Jungen halte, hoffe ich für ihn und seinen Familienfrieden, dass er die Kurve kriegt und wieder aussteigt.

  • Ich glaube das Georg an sich ein netter Kerl ist,wirklich. Aber er will mithalten und dabei sein und kommt da jetzt einfach nicht mehr raus. Vielleicht denkt er wirklich, das ist was Gutes. Vielleicht sollte er sich seinem Vater anvertrauen, sonst kommt er da nie raus.


    Rätselhaft ist für mich auch immer noch, was Fjodor und Lemasque miteinander zu tun haben, aber da sind wir nach dem nächsten Abschnitt bestimmt alle schlauer

  • Dass Fjodor gar keinRusse ist, sondern Deutscher, hat mich ziemlich überrascht. Dahergehe ich davon aus, dass Fjodor nicht sein richtiger Name ist. Alsokönnte es durchaus sein, dass er tatsächlich Lamasque kennt. ImMoment halte ich das auch für sehr wahrscheinlich, dass es Lamasque auf dem Foto in dem Zeitungsartikel war, der Fjodor dazu gebracht hat, nach Berlin zu reisen. Immerhin ist Lamasquedurch seine Verletzung sehr einprägsam.


    Wenn sich die beidenMänner kannten, dann frage ich mich woher? Aus dem Krieg? Warum istFjodor seinerzeit nicht nach Deutschland zurückgekehrt? Nur ausLiebe zu Jelena? Liebe ist ein starkes Motiv, aber gibt es vllt. nocheinen anderen Grund?

    Sehr mysteriös, was die beiden Männer verbinden könnte. Mich beschäftigen auch die Beweggründe sehr, die Fjodor erst mal fern von Deutschland gehalten haben - ich denke nicht, dass es die Liebe war, sondern dass er Jelena erst später kennen gelernt hat - und auch das Motiv, jetzt wieder zurück zu kehren. Ich finde auch etwas seltsam, dass er Jelena mitgenommen hat. D.H. ja, er will in Deutschland bleiben und was immer er auch vorhatte, sie hätten dadurch eventuell ein Auskommen gehabt in Deutschland oder anderswo. Also vielleicht eine Art Erpressung?

    Seltsam mutet mir auch an, dass Jelena nicht mal den Nachnamen ihres Verlobten wusste. Auch wenn das in ihrem abgelegenen Dorf üblich war so hätte sie ihn doch in Deutschland erfahren müssen. Z.B., wenn er sich beim Vermieter vorstellt. Das hat Fjodor doch auch nicht nur mit den Vornamen getan und wenn ja ist e sehr seltsam. Oder hatte er einen russischen Familiennamen?

  • Als Georg damitankam, dass er Geld für Unterrichtsmaterial braucht, war mir gleichklar, dass er lügt. Das Lügen und auch das Hintergehen von dem Geldfinde ich richtig schlimm. Und das alles für so eine blöde Uniform,dabei fühlt er sich doch immer noch nicht richtig wohl bei dembraunen Gesocks. Ich befürchte wirklich, dass Georg da immer nochtiefer reinrutschen wird. Was ist eigentlich mit dem Jungen mit demlahmen Bein? Traut sich Georg nicht mehr, sich mit ihm zu treffen,weil er den Ansprüchen von Wolfgang und seinen Freunden nichtgenügt?

    Ich sag es ja ungern, aber Georg ist leider ein typischer Mitläufer. Und auch wenn es sicher nur teilweise zutrifft, so denke ich doch, dass Leo das etwas versäumt hat. Nämlich seinem Sohn mehr Selbstbewusstsein mitzugeben, denn ich habe schon das Gefühl, dass er nicht alles toll findet bei den braunen Jungs. Aber er will um jeden Preis dazugehören. Dass er seine Eltern wegen dem Geld belügt, das denke ich, ist der Pubertät geschuldet. Da passiert es schon mal, dass die Kinder lügen, weil sie meinen, das wäre doch eine einfach Lösung. Auch das will gelernt sein, dass Lügen kurze Beine haben und man seine Liebsten prinzipiell nicht anlügen sollte. Für den Erwachsenen ist es traurig aber ich für meinen Teil kann ihm das doch verzeihen und Leo sicher auch. Aber wenn das so weiter geht, dann kann Leo Georgs Gesinnung bald nicht mehr ohne weiteres ändern. Das wäre das eigentlich fatale.