04 - Seite 233 bis Ende (Kapitel 23 - Ende)

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  • Ich musste eine Nachtschicht einlegen, um das Buch fertig zu lesen. Es ging nicht anders. Wahnsinn, wie sich das Ganze auflöst!

    Der „Identitätstausch“ war eine banale Sache! Carl Theodor wollte zu seiner Freundin, hatte aber Ausgangssperre. Ludwig hat im seine Marke geliehen, und so nahm das Unglück seinen Lauf. Der Ermordete war also Carl-Theodor Immendorf. Er war in der Tat vornehm, der Traum mit dem weißen Haus und dem Löwen - das war schlicht und einfach sein Elternhaus.

    Ludwig hat gedacht, sein Kamerad sei tot, da kam ihm die Verletzung gelegen, so fiel es nicht auf, dass er nicht Carl war. Seiner Mutter ist es aufgefallen, gut, dass Nasenjoseph sich an sie und ihre Worte erinnert hat. Ich habe übrigens mal gegoogelt, sie Bilder des operierten Türken sind schon schwer zu ertragen. Aber der Arzt hat wirklich erstaunliches geleistet!

    Dass Carl sich verändert hat durch den Krieg war ja klar, aber dass er sich an elementare Dinge aus seiner Kindheit nicht erinnern konnte, fand die Mutter verdächtig. Deshalb musste sie sterben. Lemasque haben wir also richtig eingeschätzt, er ist eiskalt und egoistisch. Die Zeugin, die den Straßenbahn-„Unfall“ gesehen hat, wollte zum Glück ihr Gewissen erleichtern.


    Die Festnahme von Lemasque - da musst ich gewaltig schlucken! Das hätte für Leo auch schlimm ausgehen können. Er hätte natürlich nicht alleine hinter ihm herlaufen dürfen, aber es gab in dem Moment keine andere Möglichkeit, sonst wäre der Mörder entkommen.

    Ein toller Zug von Jakob Sonnenschein, dass er auf den „Triumph“ der Festnahme verzichtet und sich um das Wohl von Fleurette kümmert. Auch wenn dass Leo fast zum Verhängnis geworden wäre.


    Jelenas Suizid - das ist natürlich tragisch. Sie tut mir einfach nur unendlich leid. Obwohl Leo und seine Kollegen sie wirklich respektvoll und mit Rücksicht behandelt haben, hat sie anscheinend keinen anderen Ausweg gesehen. Ihr Tod geht auch auf das Konto von Lemasque.


    Georg scheint sich ja zum Glück von der HJ abgewendet zu haben. Als einige seiner sogenannten „Freunde“ einen wehrlosen Jugendlichen verprügeln, kommt er zur Besinnung. Er hilft dem Jungen und trifft sich auch später noch mit ihm. Das deute ich so, dass er mit Wolfgang und der HJ abgeschlossen hat. Ich hoffe es sehr.


    Der Prolog hat wohl wirklich im Sensationstheater gespielt. Das beruhigt mich. :)

    Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie sich jemand freiwillig so etwas anschaut.


    Das Buch hat mich rundum begeistert. Ich werde mir auf jeden Fall in der nächsten Zeit die vorherigen Fälle von Leo zu Gemüte führen.


    Und jetzt bin ich gespannt auf eure Eindrücke vom Finale!

  • Der Prolog hat wohl wirklich im Sensationstheater gespielt. Das beruhigt mich. :)

    Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie sich jemand freiwillig so etwas anschaut.

    Vielleicht sollte ich meinen Sohn und seine Freundin mal hier vorbeischicken, damit die erklären können, warum sie dieses Wochenende z.B. den neuen Saw-Film gucken. Mir hat schon die Beschreibung eines kurzen Ausschnittes gereicht, um mich würgend ins Bad zu verziehen. Aber es gab schon immer einen Hype darauf. Denke doch mal daran, was für ein Run bei richtigen Exekutionen war. Da kamen Männer mit Frau und Kind und haben sich das Spektakel angeschaut.

  • So viele tragische Lebensgeschichten greifen hier ineinander und führen zu sehr traurigen und grausamen Entscheidungen. Besonders Jelena und Fjodor alias Carl Theodor Immendorf haben mein Mitgefühl. Sie haben sich unter so unwahrscheinlichen Umständen getroffen, er kam zu ihr zurück, gezeichnet von der Gefangenschaft, aber immerhin konnten sie zusammensein. Ihre Liebe war von Anfang an so fragil und sie haben wenig geredet, waren sich aber dennoch sehr nah auf einer tieferen Ebene. Schon die Anfangsszene mit den Kirschen deutet darauf hin - es liegt eine tiefere Symbolik darin, als mir zuerst bewußt war.

    Dann entdeckt er seinen ehemaligen Kameraden Häberle auf dem Bild in der Zeitung wieder und das Unglück nimmt seinen Lauf. Sogar Jelena zerbricht daran und setzt ihrem Leben ein Ende - das ist sehr traurig...

    Es war trotzdem wieder spannend , Leo und seine Kollegen zu begleiten bei der akribischen Recherche und dem Zusammentragen vieler Detailinformationen zu diesem mysteriösen Mordfall. Leo`s Fahrt nach Stuttgart und Reutlingen hat mir auch gefallen - es war auch für ihn mal schön, aus Berlin rauszukommen und in den Süden zu reisen und das hat er auch so empfunden trotz des traurigen Anliegens dafür.

    Am Schluß, als er in die Enge getrieben wird, bedroht Lemasque sogar seine Geliebte Fleurette und sie reagiert völlig richtig und geht. Leo war sehr leichtsinnig bei der Verfolgung, aber es ging ja zum Glück nochmal gut.

  • Es war trotzdem wieder spannend , Leo und seine Kollegen zu begleiten bei der akribischen Recherche und dem Zusammentragen vieler Detailinformationen zu diesem mysteriösen Mordfall. Leo`s Fahrt nach Stuttgart und Reutlingen hat mir auch gefallen - es war auch für ihn mal schön, aus Berlin rauszukommen und in den Süden zu reisen und das hat er auch so empfunden trotz des traurigen Anliegens dafür.

    Die Recherche ist wirklich bewundernswert! Wieviele Stunden mag Jakob zugebracht haben mit der trockenen Kriegslektüre? Im Zeitalter von Google macht man sich da keine Gedanken drüber! Und heute fahren die Ermittler in ihren dicken BMWs oder Benzs wohin sie müssen. Nicht mühselig mit Tram, Zug Taxi....

  • So, soeben bin ich auch fertig geworden. Was für ein Finale. Wow, bin einem Tausch der Identitäten hätte ich auch nicht gerechnet. Aber von vorne. Jelena hat sich umgebracht, weil sie ohne Fjodor nicht leben möchte. Ich finde das unendlich tragisch. Aber jetzt sind sie vereint.

    Lemasque ist also nicht Immendorf, sondern ein ganz anderer,er hat lediglich die Identität von Immendorf gestohlen, weil er dachte, dieser wäre tot. Fjodor war Immendorf !

    Und deswegen mussten so viele Menschen sterben, natürlich auch Fjodor, der plötzlich wieder auftauchte, der musste aus dem Weg geräumt werden, sonst wäre alles aufgeflogen.Auch die Mutter von Immendorf musste sterben, sie hat ja was geahnt.


    Werner Rath hatte erstaunlicherweise nichts mit dem Mord zu tun,macht ihn aber auch nicht sympathischer


    Leider erfahren wir auch nicht mehr, wie es mit Georg weitergeht, aber es wird ja bestimmt einen weiteren Band geben, ich werde ihn auf jeden Fall lesen


    Ein tolles Buch

  • Leider erfahren wir auch nicht mehr, wie es mit Georg weitergeht, aber es wird ja bestimmt einen weiteren Band geben, ich werde ihn auf jeden Fall lesen

    Aus der Tatsache, dass er Christoph geholfen und sich später mit ihm getroffen hat, schließe ich, dass er der HJ den Rücken gekehrt hat.

  • Was für eine spannende und dramatische Auflösung.


    Wir hatten also den Richtigen in Verdacht. Ich finde es gut. Auch das darf mal sein. Er passt einfach und er ist mal ein Täter, dem man vorher schon alles zugetraut hat. Die falsche Identität und wie es dazu kam, dass der richtige Immendorf in Russland blieb und der falsche relativ problemlos seinen Platz einnehmen konnte, das war großes Kopfkino. Ich wundere mich ja sowieso immer, dass man überhaupt menschliche Schicksale der Kriegswirren aufklären konnte. Bei all den zerstörten Städten, den Vermissten, den Schwerverletzten und Toten... da blieb doch sicher einiges ungeklärt und vielleicht gab es tatsächlich den ein oder anderen, der sich als jemand anders ausgegeben hat.


    Jelena hat leider auch genau das getan, was ich befürchtet hatte. Ihre Verzweiflung war so groß und sie hatte ja keinen Menschen mehr... sehr sehr traurig.


    Aber Susanne meint es gut mit uns - und mit "Ihrer" Wechsler-Familie. Georg kriegt tatsächlich die Kurve. Da freue ich mich total. Er ist wirklich der Sohn seines Vaters. Als es darauf ankommt, hilft er doch dem Schwächeren. :banane:

  • Zuerst einmal muss ich feststellen, dass aus meinen Lösungsvarianten, die alle aus purer Ratlosigkeit entstanden sind, die für mich unwahrscheinlichste am nächsten dran war. Das hat mich gleichermaßen verblüfft und gefreut :boah::totlach:


    Lemasque war tatsächlich, wie vermutet, der Mörder.

    Aber nicht nur der von Immenhof, sondern auch von dessen Mutter.

    Was für ein furchtbarer Mensch!

    Zuerst ein Mord auf reiner Geldgier und dann zur Vertuschung des ersten.

    Und in Endeffekt ist er ja auch schuld am Tod von Jelena!

    Und dann versucht er den Mord an "Fjodor" einem Jungen anzuhängen.

    Watt für enn mieser Charakter!

  • Positiv habe ich die Entwicklung bei Georg zur Kenntnis genommen.

    Ich hoffe sehr, er hat die wahre Fratze der Nazis schon erahnen können - und kann sich jetzt von Wolfgang und der HJ lösen.

    Wobei das schwierig werden könnte!


    Ich würde es übrigens sehr schön finden, wenn im nächsten Band die pfiffige Marie etwas mehr Raum bekäme ;-)


    Die Aufklärung des Falles war nur durch akribische Recherche von vor allem Jakob Sonnenschein möglich.

    Der arme Kerl müht sich ewig lange durch Aktenstapel und langweilige Militärunterlagen. Dinge, die man heute per Knopfdruck erledigen kann!

    Aber auch Leo hat sich in seine Ahnungen verbissen und reist zur Überprüfung durch die halbe Republik!

    Ein für heutige Maßstäbe unglaublicher Aufwand!


    Aber auch das zeigt wieder die tolle Recherche von Susanne, solche Beschreibungen so historisch genau zu schildern :heybaby:

  • Ich habe übrigens mal gegoogelt, die Bilder des operierten Türken sind schon schwer zu ertragen. Aber der Arzt hat wirklich erstaunliches geleistet!

    Unglaublich, dass der Patient mit einer solchen Verletzung überlebt hat.

    Und welch unfassbare Genialität eines Arztes zu dieser Zeit, diesem Menschen sein Leben quasi zurückzugeben!

    Wozu er wohl heute, nach allem medizinischen und technischen Entwicklungen in der Lage wäre?

  • Ich wundere mich ja sowieso immer, dass man überhaupt menschliche Schicksale der Kriegswirren aufklären konnte. Bei all den zerstörten Städten, den Vermissten, den Schwerverletzten und Toten... da blieb doch sicher einiges ungeklärt und vielleicht gab es tatsächlich den ein oder anderen, der sich als jemand anders ausgegeben hat.

    Ja, sehr spannend das alles!


    Mein Urgroßvater ist 1914 in Frankreich gefallen.

    Seine Leiche konnte damals aber nicht 100% identifiziert werden.

    Erst 1975 kam der endgültige Bescheid über seine eindeutige "letzte Ruhestätte" in einem Soldaten-Sammelgrab an der deutschen Grenze.

    Bis dahin wusste die Familie nur, er war bei einer Schlacht, bei der alle deutschen Soldaten umgekommen oder in Gefangenschaft gekommen sind.

    Da er sich nicht mehr gemeldet hat, wurde er schon nach kurzer Zeit für tot erklärt.

  • Mein persönliches Fazit:


    Ich habe mich unglaublich gefreut Leo, seine Familie und seine Kollegen wiederzutreffen.

    Nach mehreren Büchern sind sie alle schon fast zu Freunden geworden :five:


    Auch wenn in der Geschichte eine dunkle Zeit heranzieht, würde ich mich sehr freuen weiterhin durch Zeit und Raum zu reisen, um sie alle weiter zu begleiten.


    Die Verschmelzung von historischen Fakten und Krimielementen begeistern mich jedesmal wieder und ich lese die Bücher mit großer Freude!

    Jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung(en)! :buecher:

  • Die Verschmelzung von historischen Fakten und Krimielementen begeistern mich jedesmal wieder und ich lese die Bücher mit großer Freude!

    Jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung(en)! :buecher:

    Ich habe den großen Vorteil, noch fünf Bücher vor mir zu haben, die ich nicht kenne! Trotzdem freue ich mich auf den siebten Fall für Leo und hoffe, dass wir den wieder gemeinsam hier lesen! :lesen:

  • Wow, ich bin ganz überwältigt von euren Reaktionen, das freut mich wirklich sehr! <3<3<3



    Ich würde es übrigens sehr schön finden, wenn im nächsten Band die pfiffige Marie etwas mehr Raum bekäme ;-)

    So ein Zufall aber auch, genau dazu habe ich eine Idee. ;) Ich mache mir gerade Gedanken über den 7. Fall, und wenn der Verlag ja sagt, was ich sehr hoffe, geht es weiter. Und ich würde mich sehr freuen, dann auch wieder hier mit euch zu lesen. Und die eine oder andere sehe ich vielleicht auch im September wieder, wenn es "Die vergessene Burg" geht.


    Toll, dass sich einige von euch die Fotos von Mustapha Ipar angesehen haben. Ich habe damals gezögert, weil ich gelesen hatte, wie schlimm er aussah, war aber froh, dass ich es gemacht habe. Es ist unglaublich, was Joseph da vollbracht hat. Und umso bitterer, dass jemand, der so vielen deutschen und anderen Soldaten geholfen hat, in seinem eigenen Land später so ausgegrenzt wurde.